Connect with us

Künstliche Intelligenz

Sony-Tempo, Canon ohne Sucher, Nikon rot – die Fotonews der Woche 20/2026


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Wenn man meint, die Kamerahersteller hätten alle Register gezogen, legen sie noch eine Schippe drauf. Sony präsentiert mit der Alpha 7R VI eine Kamera, die endlich das schafft, was viele für unmöglich hielten: 67 Megapixel bei 30 Bildern pro Sekunde. Das ist, als würde man einen Elefanten zum Sprinten bringen – technisch beeindruckend, aber man fragt sich: Wer braucht das eigentlich? Vermutlich Sportfotografen, die ihre Motive nicht nur einfangen, sondern in forensischer Detailtiefe sezieren wollen.

Weiterlesen nach der Anzeige


Das Titelbild der Ausgabe 03 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Das Titelbild der Ausgabe 03 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

(Bild: 

heise

)

Die Alpha 7R VI vereint erstmals Auflösung und Geschwindigkeit. Mit einem rückseitig belichteten, vollständig gestapelten Sensor werden 66,8 Megapixel etwa 5,6-mal schneller ausgelesen als beim Vorgänger. Das Ergebnis: 30 Bilder pro Sekunde mit elektronischem Verschluss, zehn mit mechanischem – genau wie bei Sonys Flaggschiff Alpha 1 II. Der Dynamikumfang soll 16 Blendenstufen erreichen, die Bildstabilisierung 8,5 Stufen in der Bildmitte.

Auch beim Video legt Sony nach: 8K mit 30p, 4K mit 120p und ein effektives Wärmemanagement, das 120 Minuten ununterbrochene 8K-Aufnahmen ermöglicht. Neu ist zudem ein Dual-Gain-Modus, der Rauschen reduziert, ohne Details in den Schatten zu verlieren – eine Premiere in der Alpha-Serie. Der OLED-Sucher leuchtet dreimal heller als üblich und deckt den DCI-P3-Farbraum ab.

Allerdings hat die Sache einen Haken: Sony wechselt auf den neuen Akku NP-SA100, der nicht mehr zu bisherigen Alpha-7-Modellen kompatibel ist. Wer also eine Sammlung von NP-FZ100-Akkus besitzt, muss neu investieren. Die Alpha 7R VI erscheint im Juni für rund 5100 Euro – und wer sich fragt, ob das nicht langsam zu viel wird: Doch, ist es. Aber Sony weiß, dass es genug Profis gibt, die das Geld ausgeben.

Zeitgleich stellt Sony das FE 100–400 mm F4.5 GM OSS vor, ein Super-Telezoom mit konstanter Lichtstärke und einem Autofokus, der dreimal schneller sein soll als beim Vorgänger. Mit 1840 Gramm ist es ein Leichtgewicht und für ein Tele dieser Klasse durchaus handlich. Der Preis: 5000 Euro. Zusammen mit der Alpha 7R VI ergibt das ein System für über 10.000 Euro – da überlegt man sich zweimal, ob man nicht doch lieber ein gebrauchtes Auto kauft.

Weiterlesen nach der Anzeige

Canon geht einen anderen Weg und präsentiert die EOS R6 V, eine Kamera, die sich klar an Videografen richtet. Das V steht für Video, und das merkt man: Statt eines elektronischen Suchers gibt es nur ein Display, dafür aber einen internen Lüfter, der beliebig lange Aufnahmezeiten ermöglicht. 4K mit 60p läuft zwei Stunden durch, 7K Open Gate so lange, wie der Akku hält. Das ist ein echter Vorteil gegenüber der EOS R6 Mark III, die ohne Lüfter nach 33 Minuten schlapp macht.

Die EOS R6 V nutzt den gleichen 32,5-Megapixel-Sensor wie die R6 Mark III und die Cinema-Kamera C50. Sie bietet 7K RAW mit 60p, oversampeltes 4K bis 60p und 4K 120p ohne Crop. Auch der Autofokus ist identisch zur R6 Mark III, was bedeutet: schnell, präzise und mit intelligenter Motiverkennung.

Für Fotografen ist die R6 V weniger interessant, da sie nur einen elektronischen Verschluss besitzt und damit in puncto Dynamikumfang gegenüber der R6 Mark III mit mechanischem Verschluss das Nachsehen hat. Aber für Content Creator, die hauptsächlich Videos drehen, ist sie eine kompakte, flexible Lösung. Der Preis: 2500 Euro, also 400 Euro günstiger als die R6 Mark III. Wer also auf den Sucher verzichten kann, spart Geld und bekommt längere Aufnahmezeiten.

Passend dazu stellt Canon das RF 20–50 mm F4 L IS USM PZ vor, ein Standardzoom mit konstanter Lichtstärke und Motorzoom. Es wiegt nur 420 Gramm, bietet einen Bildstabilisator mit bis zu acht Blendenstufen und kostet 1500 Euro. Im Kit mit der R6 V sind es 3700 Euro – ein faires Angebot für Videografen, die ein kompaktes System suchen.

c’t Fotografie Zoom In abonnieren

Ihr Newsletter mit exklusiven Foto-Tipps, spannenden News, Profi-Einblicken und Inspirationen – jeden Samstag neu.

E-Mail-Adresse

Ausführliche Informationen zum Versandverfahren und zu Ihren Widerrufsmöglichkeiten erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Während Sony und Canon neue Geräte vorstellen, kämpft Nikon mit den Zahlen [PDF]. Das Unternehmen hat im Geschäftsjahr 2025/26 einen Rekordverlust von 86 Milliarden Yen (rund 470 Millionen Euro) eingefahren. Das klingt dramatisch, ist aber nur die halbe Wahrheit. Der Großteil der Verluste geht auf eine einmalige Abschreibung von 91,3 Milliarden Yen zurück, die mit der Übernahme von Nikon SLM Solutions zusammenhängt, einem Hersteller für metallischen 3D-Druck. Die Firma läuft nicht so gut wie erhofft, also wurden die Bücher angepasst – kein frisches Geld fließt ab, aber die Zahlen sehen trotzdem furchtbar aus.

Die Imaging-Sparte von Nikon hat ihre Umsatzziele erreicht und liegt nur 1,8 Prozent unter dem Vorjahr. Der operative Gewinn ist zwar um 59,5 Prozent gesunken, aber das liegt vor allem am Verkauf von MRMC, Nikons Roboterkamera-Unternehmen, und an Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Die Kameras selbst laufen solide, vor allem die Z5 II, Z50 II und ZR haben sich gut verkauft.

Für das kommende Jahr erwartet Nikon weniger Kamera-, aber stabile Objektivverkäufe. Der Gesamtmarkt soll schrumpfen, was die Sache nicht einfacher macht. In der Vergangenheit hat Nikon jedoch immer wieder gezeigt, dass man sich auch aus schwierigen Situationen herausarbeiten kann. Die Produkte stimmen, die Zahlen müssen folgen.

Während die Kamerahersteller mit Technik und Zahlen kämpfen, hat Shutterstock ein anderes Problem: Die US-Handelskommission FTC hat dem Stockfoto-Anbieter vorgeworfen, Kunden mit unfairen Abo-Praktiken abgezockt zu haben. Shutterstock soll wichtige Infos zu automatischen Verlängerungen und Kündigungsgebühren versteckt haben, Kunden ohne ausdrückliche Zustimmung belastet und Kündigungen absichtlich erschwert haben.

Das Unternehmen zahlt nun 35 Millionen Dollar, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Das Geld geht direkt an die betroffenen Kunden. Shutterstock muss zudem seine Abo-Praktiken ändern: klare Offenlegung der Bedingungen, ausdrückliche Zustimmung vor Abbuchungen und einfache Kündigungsmöglichkeiten. Gut so, denn versteckte Gebühren und komplizierte Kündigungen sind ein Ärgernis, das niemand braucht.

In der Kunstwelt hat Rene Matić den Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2026 gewonnen. Die Ausstellung „AS OPPOSED TO THE TRUTH“ im CCA Berlin überzeugte die Jury mit ihrer Auseinandersetzung mit Identität, Zugehörigkeit und politischen Zwängen. Matić ist erst 29 Jahre alt und damit eine der jüngsten Preisträgerinnen in der Geschichte des Awards. Der Preis ist mit 30.000 Pfund dotiert, die anderen Nominierten erhalten jeweils 5.000 Pfund.

Die Ausstellung in der Photographers‘ Gallery in London läuft noch bis zum 7. Juni und zeigt, wie vielschichtig Fotografie sein kann – von dokumentarischer Arbeit über experimentelle Konzepte bis zu Installationen mit Sound. Matić selbst sagt, dass es nicht nur um Repräsentation geht, sondern darum, wie wir repräsentiert werden wollen: „Ich will als jemand dargestellt werden, um den man sich kümmert.“

Unsere Empfehlung für einen Long Read zum Wochenende: Die Interviews und Hintergründe zu den nominierten Fotografen des Deutsche Börse Photography Foundation Prize. Die Arbeiten von Jane Evelyn Atwood über Frauengefängnisse, Weronika Gęsickas humorvolle Fake-Enzyklopädie und Amak Mahmoodians Reflexionen über Exil und Erinnerung zeigen, wie vielfältig und relevant Fotografie heute ist. Und wer sich für die technische Seite interessiert, findet in den Datenblättern zur Sony Alpha 7R VI und zur Canon EOS R6 V genug Stoff zum Staunen – oder Kopfschütteln über die Preise.

Lesen Sie auch


(tho)



Source link

Künstliche Intelligenz

BMW X5 vorgestellt: Nie war das SUV technologieoffener


Die Marke BMW wehrt sich medienwirksam gegen eine Festlegung auf den batterieelektrischen Antrieb, obwohl der Konzern damit glänzende Geschäfte macht. „Technologieoffenheit“ ist das Schlagwort, das mitunter zur Überschrift gesellschaftlicher Auseinandersetzungen geworden ist. BMW treibt das im nächsten X5 bei den Antrieben auf eine vorläufige Spitze, wobei in Teilen weder eine langfristige Perspektive noch ein Sinn zu erkennen ist.

Weiterlesen nach der Anzeige

Auch der nächste X5 wird wieder ein massives SUV. Er streckt sich auf 4,99 m und tritt optisch mit einer Bulligkeit auf, die alle Klischees dieser Fahrzeuggattung vollumfänglich bedient. Das Design gleicht weitgehend dem etwas weniger voluminösen iX3, der BMW gerade gewissermaßen aus der Hand gerissen wird. Ein paar eigene Akzente finden sich allerdings dann doch. Die Heckleuchten rücken im X5 noch näher aneinander. Das Tagfahrlicht der Scheinwerfer zeichnet vier X an der Front.


BMW X5 2026

BMW X5 2026

Der neue X5 ähnelt in den Abmessungen dem BMW iX. Den dürfte er rasch ersetzen.

(Bild: BMW)

Es gibt keine klassischen Türgriffe mehr. Am unteren Fensterrahmen sind hinter einer winzigen Finne Touchflächen angebracht, die – hoffentlich – einen Stellmotor betätigen. Volvo geht beim EX60 den gleichen Weg und die statische Präsentation dieses Modells war überaus aufschlussreich: Wohl selten scheiterten so viele Menschen beim ersten Versuch an einer Türöffnung. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie nach einem Unfall eine verklemmte Tür geöffnet werden soll. Hoffentlich hat dieser funktionale Quatsch bald ein Ende – sei es durch Einsicht beim Hersteller oder durch Vorgaben vom Gesetzgeber.

Im Innenraum ist der Kulturschock vor allem für die Umsteiger aus den bisherigen X5-Modellen groß, die Überraschung indes klein. Auch hier übernimmt BMW die Design-Linie des iX3, vermutlich verfeinert durch eine höherwertige Materialauswahl. Auch hier hat das Serienlenkrad zwei vertikale Streben. Es gibt kein klassisches Kombiinstrument hinter dem Lenkrad mehr. Stattdessen wird unter der Windschutzscheibe eine schmale, konfigurierbare Leiste eingebaut. Im iX3-Test erwies sich das als hervorragende Idee.

Weiterlesen nach der Anzeige

Bei der Fahrassistenz ist Level 3 bei BMW vorerst Geschichte. Auch der X5 bekommt das auf absehbare Zeit nicht. Stattdessen kann der Kunde auch hier beispielsweise den Autobahnassistenten ordern. Der ermöglicht auf Autobahnen, und wirklich nur dort, eine weitgehende Autonomie des Fahrens, bei der der Fahrer allerdings stets in der Verantwortung bleibt. Überholvorgänge können per Blick oder mit dem manuellen Setzen des Blinkers eingeleitet werden. Das klappte im iX3 ungleich besser als noch vor wenigen Jahren im 5er. Davon abgesehen reicht BMW selbstverständlich alles, was im Konzern derzeit verfügbar ist: Das SUV kann beispielsweise, gesteuert über die App, allein einparken, Parkmanöver aufzeichnen und wieder abrufen.


BMW X5 2026 innen

BMW X5 2026 innen

Der X5 übernimmt das mit dem iX3 vorgestellten Design auch im Innenraum.

(Bild: BMW)

Wie schon bisher wird es den X5 auch weiterhin mit verschiedenen Hybridantrieben geben. Der Benziner mit 294 kW und der Diesel mit 230 kW sind als Mildhybride ausgelegt. Hinzu kommen zwei Plug-in-Hybride mit 360 und 450 kW. Deren elektrische Reichweite im WLTP soll bei mehr als 80 km liegen. Erstaunlich ist die Entscheidung von BMW, bei einer Batterie, die netto immerhin 26,5 kWh mitbringt, ausschließlich Laden mit Wechselstrom zu ermöglichen. Mit dreiphasigem 11-kW-Laden vergehen im besten Fall drei Stunden, bis der Speicher wieder aufgefüllt ist. Das können selbst deutlich preiswertere Plug-in-Hybride der Konkurrenz zum Teil erheblich schneller.

Neu im X5 ist der batterieelektrische Antrieb, der den Anfang 2025 zuletzt überarbeiteten, ähnlich großen BMW iX obsolet machen dürfte. BMW packt in den ersten iX5 eine Traktionsbatterie mit 141 kWh netto. Je nach Konfiguration soll die Reichweite im WLTP bei 645 bis 845 km liegen, was angesichts des gewaltigen Energievorrats fast enttäuschend ist. Zur Orientierung: Der iX3 schafft mit 109 kWh bis zu 805 km im WLTP. Nachfüllen klappt allerdings rasant, sofern die Ladeinfrastruktur mitspielt. BMW nennt für den iX5 460 kW Ladeleistung in der Spitze.


BMW iX5

BMW iX5

Der Kofferraum fasst in den Verbrennern und im E-Auto 655 bis 1855 Liter. In die Plug-in-Hybride passen nur 525 bis 1680 Liter.

(Bild: BMW)

Beeindruckender ist allerdings, was aus den anderen Zahlen hervorgeht. In 23 Minuten soll die Aufladung von 10 auf 80 Prozent gelingen. Das bedeutet, in dieser Zeit werden netto 98,7 kWh mit durchschnittlich rund 257 kW nachgeladen. Endlich gehört auch ein 22-kW-AC-Lader zur Serienausstattung. BMW kommuniziert das nicht explizit, doch mit einer Version, die eine kleinere Batterie bekommt, darf im Laufe des nächsten Jahres gerechnet werden. Gleichzeitig dürften die 425 kW, die der iX5 60 xDrive bereitstellen kann, nicht das obere Ende darstellen.


BMW iX5 Frunk

BMW iX5 Frunk

Ein Volumen für das Fach unter der vorderen Haube nennt BMW nicht.

(Bild: BMW)

Ab 2028 soll der X5 auch mit einer Brennstoffzelle erhältlich sein, die mithilfe von Wasserstoff Strom erzeugt, der dann eine Traktionsbatterie und den E-Motor versorgt. Dass ein solcher Antrieb im Auto selbst überzeugend arbeiten kann, hat BMW in einigen Versuchsträgern bereits unter Beweis gestellt. Doch die Probleme liegen in der Kette davor. Die Erzeugung und Bereitstellung von Wasserstoff sind energieintensiv. Nicht nur stagniert die Infrastruktur derzeit, sie entwickelt sich sogar rückläufig. Das gilt selbst für Deutschland, wobei dieses Land in der EU mit riesigem Abstand führt. Von einem europaweit flächendeckenden Netz ist nicht einmal ansatzweise etwas in der konkreten Umsetzung. BMW betont seine Technologieoffenheit mit einem Modell, das praktisch ein Flop mit Ansage wird.


BMW iX5

BMW iX5

Fünf verschiedene Antriebskonzepte will BMW im X5 anbieten. Keiner kommt ohne Elektromotor.

(Bild: BMW)

Der Produktionsstart im US-Werk Spartanburg beginnt für Benziner und Diesel im August. Plug-in-Hybride und E-Auto folgen ab Dezember. Der Verkauf soll im November starten und wie erwartet schöpft BMW aus dem Erfolg des iX3 die Hoffnung auf eine zahlungsbereite Kundschaft. Der Diesel kostet schon 94.800 Euro, der Benziner mindestens 98.800 Euro. Das Elektroauto und der „kleine“ PHEV sind ab 102.800 Euro zu haben. Wer den stärkeren und besser ausgestatteten Plug-in-Hybrid bevorzugt, ist ab 125.000 Euro dabei. Unverändert gilt trotz ordentlicher Serienausstattung, dass dies immer nur als Ausgangspunkt zu sehen ist. Mit ein paar Extras kann der Preis nochmals erheblich steigen.


BMW iX5

BMW iX5

Nur der Diesel unterbietet den Kaufpreis des Elektroautos noch etwas. Es liegen allerdings keine 10 Prozent mehr dazwischen. In dieser Klasse dürfte das nur höchst selten den Ausschlag geben.

(Bild: BMW)

Interessant ist indes, wie BMW den iX5 innerhalb der Baureihe positioniert. Einzig der deutlich schwächere Diesel unterbietet ihn signifikant und selbst das dürfte mit der angedeuteten Einstiegsvariante des iX5 vorbei sein. BMW überlässt den Kunden die Entscheidung über den Antrieb, richtet aber praktisch alles darauf aus, dass die Verbrenner zu alternativen Antrieben werden. Die Marke bedient damit kleiner werdende Nischen und spätestens mit der Brennstoffzelle eröffnet sich die Frage, wie winzig die eigentlich, auch perspektivisch, werden müssen, um überhaupt noch bespielt zu werden. Anders gefragt: Welches für eine breite Käuferschaft relevante Szenario deckt ein rasant ladendes E-Auto mit 141-kWh-Batterie nicht ab? Ob es darauf eine überzeugende Antwort gibt, werden die globalen Zulassungszahlen zeigen.

Mehr zur Marke BMW



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

Loki: DLR entwickelt KI-Assistenten für Fluglotsen und Piloten


Wie in vielen Bereichen fehlt es auch in der Flugsicherung an Arbeitskräften. Schon heute gibt es zu wenige Fluglotsen in Europa. Die Lage wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen, wenn viele der vorhandenen aus dem Berufsleben ausscheiden. Mit Ausbildung – so viel ist klar – wird sich der Bedarf nicht decken lassen. Künstliche Intelligenz (KI) soll künftig bei der Flugsicherung helfen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Dirc heißt der digitale Fluglotse, eine Abkürzung für Digital Interactive Reliable Controller, der künftig mit menschlichen Kollegen zusammen Dienst tun soll. Entwickelt wurde er im Projekt Loki (Kollaboration von Luftfahrt-OperateurInnen und KI-Systemen) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Zusammenarbeit mit Fluglotsen, der Industrie und den zuständigen Behörden wie der europäischen Flugsicherheitsbehörde European Union Aviation Safety Agency (EASA).

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.

Trustworthy Human-AI Collaboration in Aviation – The DLR project LOKI

Rund 900 Fluglotsen fehlen aktuell in Europa. 20 bis 30 Prozent der aktiven werden in den kommenden fünf Jahren in Rente gehen. Gleichzeitig hat die KI in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht.

„Durch die aufkommenden Technologien war klar, dass die Zeit reif ist, sich zu überlegen, wie wir einen digitalen Partner entwickeln können, der seinen menschlichen Team-Partner unterstützt und sicherstellt, dass der menschliche Team-Partner verantwortungsvoll seine Rolle wahrnehmen kann“, erläuterte Carmen Bruder bei der Vorstellung der Loki-Ergebnisse am 25. Juni in Hamburg. Die Psychologin am DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin ist wissenschaftliche Leiterin des Projekts. „Am Ende haben wir ein Bild, wie gut jetzt schon die Zusammenarbeit mit unserem aktuellen Prototyp funktioniert und wo wir Entwicklungsbedarf für kommende Projekte sehen.“

Fluglotsen arbeiten immer zu zweit in einem Team. Die Idee ist, Dirc als dritten in dieses Team zu integrieren. Ziel dabei sei nicht, Menschen zu ersetzen, betont Sebastian Schier-Morgenthal, Abteilungsleiter Lotsenassistenz am DLR-Institut für Flugführung. „Der Ansatz ist, zu überlegen, welche Arbeit die KI dem Menschen sinnvoll abnehmen und welche der Mensch tunlichst weiterhin selbst erledigt.“

Wenn ein Flugzeug einen Sektor in gleicher Höhe, ohne Kursänderung oder Konflikte mit anderen Flugzeugen durchquere, könne ein KI-System dessen Betreuung übernehmen, beschreibt er. Bei einem Notfall hingegen soll weiterhin ein Mensch der Ansprechpartner für den Piloten sein.

Weiterlesen nach der Anzeige

Dirc bilde die echte Arbeit gut nach, sagte Bruder. Das System sei dann mit Fluglotsen getestet worden: „Die mussten zwei Tage lang mit Dirc zusammenarbeiten. Wir hatten Szenarien mit und ohne Dirc und haben ganz viel gemessen: die Leistung, die Arbeitsbelastung, physiologische Variablen, Blickdaten.“ Zudem mussten die Teilnehmer Fragebögen ausfüllen.

Die Teilnahme der Nutzer sei wichtig, denn das führe zu Akzeptanz, erläutert die Forscherin. „Wenn andere Nutzer wissen, dass ihre Kollegen Teil der Entwicklungsteams waren, erhöht das ihre Bereitschaft, das System gut zu finden oder ihm zu vertrauen.“

Der enge Kontakt zu den Nutzern hat sich offensichtlich bewährt: „Wir haben einen Sektor simuliert über Norddeutschland, fast bis Hamburg, und haben gesehen, dass wir nicht nur das Limit erreichen können, was zwei Menschen zusammen erreichen können“, erzählt Schier-Morgenthal. „Wir gehen auf 125 Prozent der Kapazität“ – also 25 Prozent mehr Verkehrsaufkommen in einem Luftraumsektor als heute. Das sei für die Luftfahrtindustrie ein großer Nutzen, „weil im Augenblick die Flugsicherung an vielen Stellen der Flaschenhals ist“.

Wann Dirc in der Praxis eingeführt werden könnte, lässt sich noch nicht sagen. Wegen der Sicherheitsanforderungen und der Zertifizierungen wird es wohl 10 bis 15 Jahre dauern, bis Dirc im Einsatz sein wird. Aber, sagt Schier-Morgenthal, es müsse ja nicht gleich das komplette System sein. „Wir haben Elemente, die wir jetzt schon auskoppeln können.“

Ein Beispiel dafür könnte eine KI-basierte Spracherkennung sein, die heute schon verlässlich funktioniert, etwa auf dem Smartphone läuft. Am Flughafen in Zürich wird ein solches System bereits getestet.

Von der KI sollen aber nicht nur Fluglotsen profitieren: Ein zweites, in Loki entwickeltes KI-System soll Piloten unterstützen. Das Intelligent Pilot Assistance System (Ipas) soll ihnen dabei helfen, eine alternative Flugroute oder einen geeigneten Ausweichflughafen zu suchen, wenn sie beispielsweise durch einen technischen Defekt zur Landung gezwungen werden.

Heute müssen sich Pilot und Copilot die nötigen Informationen aus diversen Datenbanken zusammensuchen: Wie sind die Bedingungen auf dem Flughafen, etwa die Länge der Landebahn? Wie sind die Wetterverhältnisse? Gibt es in der Nähe ein Krankenhaus, in dem der medizinische Notfall behandelt werden kann? Oft kommen dabei noch Zettel und Stift zum Einsatz, erläutert DLR-Forscherin Anne Papenfuß.


Demoversion von Ipas auf einem Tablet

Demoversion von Ipas auf einem Tablet

Demoversion von Ipas auf einem Tablet

(Bild: Werner Pluta / heise medien)

Ipas soll diese Informationen aggregieren und aufbereiten. Statt handschriftliche Notizen zu vergleichen, bekommt das Cockpit-Personal eine Übersicht mit in Fragen kommenden Flughäfen. Die Parameter wie Wetter und andere Bedingungen sind als Icons dargestellt, hinter denen Detailinformationen hinterlegt sind.

Nicht nur das: Ipas bewertet die Informationen auch: Je nach Eignung werden die Icons rot, gelb oder grün eingefärbt. Entsprechend der Bewertung werden die Flughäfen dann in einer Rangfolge gelistet, was den Piloten als Entscheidungshilfe dienen kann.

Da im Cockpit von Verkehrsmaschinen bereits heute eine Art Tablet, das Electronic Flight Bag (EFB), im Einsatz ist, könnte Ipas früher im Einsatz als der digitale Fluglotse Dirc.


(wpl)



Source link

Weiterlesen

Künstliche Intelligenz

So funktioniert Langzeitarchivierung mit Voxeln in Quarzglas


Im Handschuhfach eines roten Tesla-Roadsters, der seit 2018 durchs Sonnensystem treibt, liegt ein kleines Stück Glas. Darin ist die komplette Foundation-Trilogie des Science-Fiction-Autors Isaac Asimov gespeichert. Wenn in einigen Milliarden Jahren jemand das Auto auflesen sollte, soll der Datenträger noch lesbar sein.

  • SPhotonix speichert Daten mit einem Femtosekundenlaser in Quarzglas und verspricht extrem lange Haltbarkeit.
  • Die Technik ist vielversprechend, aber Schreib- und Lesegeschwindigkeit sowie Kosten sind noch nicht industrietauglich.
  • Das Verfahren ist vor allem für Archivdaten gedacht, nicht für schnellen Alltagsspeicher.

5D Memory Crystal nennt der Hersteller der Glasscheibe, das US-Start-up SPhotonix, seinen Langzeitspeicher. Das Prinzip ähnelt dem von Microsofts Glasspeicher, welcher unter dem Namen Project Silica bekannt wurde. Tatsächlich haben die Forscher hinter SPhotonix mehrere Jahre lang mit Microsoft zusammengearbeitet. Während Microsoft die Ergebnisse nur für die eigenen Cloudarchive nutzen will, geht SPhotonix einen anderen Weg: Das Unternehmen will die Technik als Lizenzgeber an die Industrie weitergeben, beliebige Firmen sollen sich passende Schreib- und Lesegeräte anschaffen können.




Das Speichermedium selbst ist denkbar einfach: eine Scheibe aus Quarzglas, wie es auch in Glasfaserkabeln eingesetzt wird. Das Material ist preiswert, chemisch außerordentlich stabil und resistent gegen Hitze, Strahlung, Salzwasser, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Die eigentliche Information schreibt ein Femtosekundenlaser in das Innere des Glases. Die Pulse dieses Lasers sind so kurz und energiereich, dass sie im Fokuspunkt das Glas modifizieren, ohne es zu beschädigen – SPhotonix hat diesen Prozess unter dem Namen FemtoEtch patentieren lassen.


Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „So funktioniert Langzeitarchivierung mit Voxeln in Quarzglas“.
Mit einem heise-Plus-Abo können Sie den ganzen Artikel lesen.



Source link

Weiterlesen

Beliebt