Connect with us

Datenschutz & Sicherheit

Privilegienausweitung in Linux: Lokale Nutzer können fremde Dateien lesen


Es ist die vierte Sicherheitslücke innerhalb weniger Tage, die Linux-Nutzern eine Ausweitung ihrer Privilegien ermöglicht: Ein Sicherheitsforscher mit dem Spitznamen _SiCK veröffentlichte auf Github mehrere Beispiele, die eine Lücke in der Speicherverwaltung des Linux-Kernels ausnutzen, um eine Wettlaufsituation (Race Condition) zu gewinnen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Das Beispiel (Proof of Concept – PoC) mit den wohl stärksten Auswirkungen ist ssh-keysign-pwn, das den SSH-Private-Key der Maschine ausliest. Dieser ist unter normalen Umständen nur für den Root-Nutzer lesbar. Weitere PoC-Exploits existieren für „chage“, das während seiner Ausführung die Passwortdatei /etc/shadow liest – und sind prinzipiell für jede andere ausführbare Datei denkbar, die mit Rootrechten läuft (setuid root).

Die Sicherheitslücke versteckt sich tief im Speicher- und Prozessmanagement des Linux-Kernels. Die Funktion ptrace_may_access() schlägt bei Prozessen, die gerade beendet werden, auf eine zu offene Art fehl (fail open). Gewinnt der Exploit eine Race Condition, kann er trotz fehlender Berechtigungen Dateien lesen, die von dem sterbenden Prozess zuvor geöffnet worden waren, also etwa /etc/shadow bzw. /etc/ssh/ssh_host_key.

Gefunden hatte den Fehler das Sicherheitsunternehmen Qualys, behoben wurde er von Linux-Verwalter Torvalds am späten Donnerstagnachmittag. Nur wenig später wurde grsecurity-Gründer Brad Spengler auf den Fehler aufmerksam, widmete ihm eine Kurzanalyse im sozialen Netzwerk X und weckte damit den Ehrgeiz des Sicherheitsforschers _SiCK. Eine CVE-Kennung hat die Sicherheitslücke bislang nicht.

Bereits vor mehreren Jahren war der Fehler dem Google-Sicherheitsexperten Jann Horn ausgefallen, der damals einen Vorschlag zur Behebung gemacht hatte. Umgesetzt wurde er jedoch nicht.

Der Kernelverwalter Greg Kroah-Hartman schrieb derweil im Fediverse, er habe seine Ausrüstung verbessert. Er habe nun einen „großen Knopf“ auf dem Schreibtisch, um die Veröffentlichung einer neuen Kernelversion auszulösen. Der Knopf wäre ihm gelegen gekommen, um die heutigen Kernel-Releases zu starten, fährt Hartman leicht selbstironisch fort. Tatsächlich enthält der Linux-Kernel 7.0.8 ausschließlich die Fehlerbehebung für die durch ssh-keysign-pwn ausgenutzte Sicherheitslücke.

Weiterlesen nach der Anzeige

Die großen und kleineren Linux-Distributionen werden den Fehler nun in neuen Kernelpaketen verpacken und ausliefern müssen, was erfahrungsgemäß eine Weile dauern kann. Bis dahin können Systemverwalter mittels des Kommandos „echo 3 > /proc/sys/kernel/yama/ptrace_scope“ zumindest für alle bisher bekannten Fälle der Sicherheitslücke Abhilfe schaffen.


(cku)



Source link

Datenschutz & Sicherheit

phpBB: Kritische Sicherheitslücke ermöglicht Kompromittierung


IT-Forscher haben in der populären Forensoftware phpBB Sicherheitslücken entdeckt, die etwa die Anmeldung mit jedem Nutzerkonto ermöglichen. Das ganze Board lässt sich damit übernehmen. Ein Update steht bereit, das Admins zügig anwenden sollten.

Weiterlesen nach der Anzeige

Das Leck finde sich seit zehn Jahren in der Software, schreibt der Anbieter des genutzten KI-Pentesting-Tools in einer Analyse. Wie Mitarbeiter von Aikido erklären, ist die Standardkonfiguration anfällig, mithin tausende Foren für Angriffe verwundbar. Unabhängig davon hat Dan Stefan Alexandru die Lücke und eine weitere ebenfalls aufgespürt.

Das phpBB-Team hat die Version 3.3.17 „Young Bertie“ veröffentlicht, die diese und weitere Lücken schließt, und bittet Foren-Admins um rasches Update der Software. Insgesamt stopft das Release vier Sicherheitslücken. Als kritisches Risiko gilt eine Umgehung der Authentifizierung, durch die Angreifer einen gültigen Session-Token als beliebiger aktiver Nutzer erhalten können. Mit einer einzigen HTTP-Anfrage, ohne vorherige Anmeldung. Damit lassen sich fremde Nutzerkonten übernehmen (CVE-2026-48611, CVSS 9.8, Risiko „kritisch“). Diese Sicherheitslücke haben die beiden Entdecker unabhängig aufgedeckt und gemeldet.

Die zweite erwähnte Schwachstelle betrifft die Prüfungen in der OAuth-Implementierung, sie bedingt eine Schwachstelle vom Typ „Cross Site Request Forgery“ (CSRF). Wenn Opfer auf einen präparierten Link der Angreifer klicken, ermöglicht es die Übernahme des Kontos (CVE-2026-48612, CVSS 8.0, Risiko „hoch“).

Details zu den Lücken will Aikido noch nicht veröffentlichen, damit Admins Zeit zum Updaten haben. Allerdings ist die gepatchte Version veröffentlicht und mit einem einfachen diff gelangen Kriminelle an die nötigen Informationen, welcher Code verändert wurde. Angriffe sind daher in Kürze zu erwarten.


(dmk)



Source link

Weiterlesen

Datenschutz & Sicherheit

Präparierte PDF-Datei kann Avira Antivirus gefährlich werden


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Angreifer können an mehreren Sicherheitslücken in Avira Antivirus ansetzen und im schlimmsten Fall Schadcode ausführen, um das System vollständig zu kompromittieren. Überdies ist Avira Password Manager unter bestimmen Bedingungen verwundbar.

Weiterlesen nach der Anzeige

In der US-amerikanischen National Vulnerability Database vom National Institute of Standards and Technology (NIST) sind vier Sicherheitslücken in Antivirus (CVE-2026-6676hoch“, CVE-2025-9033hoch“, CVE-2025-9032hoch“, CVE-2025-14098hoch“) und eine in Password Manager (CVE-2026-12068hoch“) aufgelistet. Im Sicherheitsbereich der Website von Gen Digital, zu der Avira gehört, tauchen die Sicherheitslücken bislang nicht auf. Von den Lücken sind die Linux-, macOS- und Windows-Version betroffen.

Bei Antivirus können Angreifer in allen vier Fällen mit präparierten Dateien an den Lücken ansetzen. Werden manipulierte OSIX-Tar-Archive, PDF-, Windows-PE- oder ausführbare MS-DOS-Dateien verarbeitet, kommt es zu Speicherfehlern (out-of-bounds). So etwas sorgt in der Regel für Abstürze. Oft gelangt in so einem Kontext aber auch Schadcode auf Systeme.

Aus den CVE-Beiträgen geht hervor, dass die Schwachstellen offensichtlich die Scan-Engine betreffen und nicht den Client. Als früheste vollständig gepatchte Scan-Engine-Version nennen die CVE-Einträge 8.3.70.104. Wer Antivirus nutzt, sollte sicherstellen, dass mindestens diese Ausgabe installiert ist.

Es ist derzeit unklar, wann die reparierte Ausgabe erschienen ist. In der Regel genehmigen sich jedoch die AV-Hersteller unter der Gen-Digital-Führung um die drei Monate Zeit, bis sie geschlossene Sicherheitslücken benennen.

Weiterlesen nach der Anzeige

Password Manager ist nur in Kombination mit Firefox angreifbar. Ist das gegeben, können Angreifer auf einem nicht näher ausgeführten Weg im Kontext von Autofill-Feldern Zugangsdaten abgreifen. An dieser Stelle nennt der CVE-Eintrag keine dagegen gerüstete Versionsnummer.


(des)



Source link

Weiterlesen

Datenschutz & Sicherheit

„Sommer der Glückseligkeit“: curl nimmt einen Monat lang keine Bug-Reports an


close notice

This article is also available in
English.

It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Für das weitverbreitete Download-Tool curl sollen im Sommer für mehr als einen Monat keine Berichte zu Sicherheitslücken angenommen oder bearbeitet werden. Das hat der Maintainer Daniel Stenberg in einem Blogeintrag publik gemacht und nennt das „curls Sommer voller Glückseligkeit“. Der soll demnach vom 1. Juli (0 Uhr MESZ) bis zum 3. August (9 Uhr MESZ) gelten und nicht nur für das Bug-Bounty-Programm auf HackerOne gelten, sondern auch die projekteigene E-Mail-Adresse – über die aber sowieso keine Reports akzeptiert würden: „Jedes Problem, das ihr dem curl-Projekt in diesem Monat melden wollt, muss warten“, schreibt Stenberg. Er und die Betreuer wollen in der Zeit „tief durchatmen und den Sommer genießen“. Vielleicht werde man öfter draußen spazieren gehen oder andere Orte erkunden.

Weiterlesen nach der Anzeige

Mit dem Schritt ziehen Stenberg und sein Team Konsequenzen aus der enorm gestiegenen Arbeitslast, für die KI-Werkzeuge verantwortlich sind. Die sorgen seit einer Weile für einen drastischen Anstieg bei der Zahl der gemeldeten Sicherheitslücken. Auch wenn viel davon KI-generiert ist, handelt es sich nicht um offensichtlichen Unsinn, die Reports sind detailliert und ausführlich. Stenberg muss inzwischen vier- bis fünfmal so viele Sicherheitsmeldungen prüfen wie noch 2024 und dabei geht mit jeder einzelnen ein enormer Aufwand daher. Den nicht tragbaren Zustand hat er in diesem Jahr schon mehrfach öffentlich beklagt, eine Lösung ist aber nicht in Sicht. Mit „curls Sommer voller Glückseligkeit“ zieht er jetzt die Reißleine und sorgt dafür, dass er und die Betreuer endlich die nötige Erholung bekommen.

In seinem Blogeintrag versichert Stenberg aber, dass Kundschaft mit einem kostenpflichtigen Supportvertrag auch im Juli betreut werde. Damit verweist er auf einen weiteren Kritikpunkt, denn obwohl curl oder libcurl von Unternehmen in dutzenden Milliarden Geräten eingesetzt wird, ist die Zahl der Geldgeber extrem überschaubar. Erst im Mai hat der Entwickler erklärt, dass er sich mehr finanzielle Unterstützung wünschen würde, diesbezüglich aber pessimistisch sei. Dem „Tsunami“ an Bug-Reports steht man bei curl deshalb weitestgehend alleine gegenüber. Ähnliche Klagen gab es zuletzt auch von vergleichbaren Projekten, deren Ressourcen ihrer Bedeutung für die globale IT-Infrastruktur nicht einmal ansatzweise entsprechen.

Die Ankündigung, dass curl nur noch zwei Wochen lang Sicherheitsmeldungen annehmen und bearbeiten will, erfolgt jetzt kurz nach einer drastischen Entscheidung von Anthropic. Das KI-Unternehmen, dessen besonders leistungsfähiges KI-Modell Mythos einen erheblichen Anteil an der stark gewachsenen Zahl gefundener Sicherheitslücken haben soll, hat den Zugriff darauf am Wochenende deutlich eingeschränkt. Die Hintergründe sind bislang nicht ganz klar. Ob die Zahl von Bug-Reports dadurch erst einmal wieder sinkt, ist unklar. Bei curl selbst soll das KI-Modell sowieso nur eine einzige Lücke gefunden haben, hat Stenberg vor einem Monat publik gemacht.


(mho)



Source link

Weiterlesen

Beliebt