Künstliche Intelligenz
Kommentar: Kein Hack, nur Ignoranz
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bundesbildungsministerin Karin Prien, Bundesbauministerin Verena Hubertz – sie alle sollen betroffen sein von einem Phishing-Angriff, der seit zwei Monaten im politischen Berlin für Unruhe sorgt. Signal selbst ist – trotz anderslautender Überschriften in Publikumsmedien – nicht gehackt worden. Die Angreifer haben sich etwas anderes zunutze gemacht: Naivität, Ignoranz und eine Besonderheit der politischen Realität.
Weiterlesen nach der Anzeige
Während Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zwar großen Wert auf ihre Social-Media-Auftritte legt, ist vergleichbares Engagement für die IT-Sicherheit nicht überliefert. Und auch bei anderen nun betroffenen Politikern und anderen Akteuren ist kein gesteigertes Problembewusstsein bekannt. Der Vorgang ist ein klassischer Layer-8-Angriff: Der Mensch ist das Ziel. Weshalb fast jede Firma, die mehr als zwei Mitarbeiter hat, inzwischen auch Phishingangriffe simulieren lässt. Und auch im Bundestag ist Phishing spätestens seit der Ghostwriter-Kampagne 2021 alles andere als eine unbekannte Größe.

Falk Steiner ist Journalist in Berlin. Er ist als Autor für heise online, Tageszeitungen, Fachnewsletter sowie Magazine tätig und berichtet unter anderem über die Digitalpolitik im Bund und der EU.
Die Welt der Politik ist voller großer und kleiner Geheimnisse. Kleine Absprachen, von denen vorher keiner wissen soll, Überlegungen zu börsenrelevanten Änderungen an Gesetzen, zu anstehenden und ausbleibenden Kuhhandeln, persönliche Beziehungen von Politikern und Dritten. Das gilt vor allem für jene, die Regierungen angehören, die als relevante Abgeordnete Regierungsfraktionen angehören, die Ämter bekleiden oder an der Politikgestaltung mitwirken. Sei es als Mitarbeiter, als Bediensteter in Ministerien, als Beamter in Behörden oder in der Bundestagsverwaltung.
Und die Politik ist noch etwas: ein Ziel. Von Wirtschaftsspionage, politischer Spionage, um Kompromat gegen Akteure zu finden, um einen Wissensvorsprung für Verhandlungen zu bekommen. Wissen, was andere wissen, von dem sie aber nicht wissen, dass die andere Seite es weiß: seit der Antike ein wesentlicher Faktor der Politik. In Zeiten, in denen nicht ausgeschlossen ist, dass auch Deutschland in einen Krieg verwickelt werden kann, wäre es um so wichtiger, Funkdisziplin zu wahren, wie hochrangige Bundeswehrangehörige vor zwei Jahren lernen mussten.
Loose clicks sink ships
Ja, Fehler lassen sich nicht vollständig vermeiden. Auch Politiker, Minister, Ministeriale, Mitarbeiter und das sonstige Umfeld sind keine IT-Sicherheitsgötter. Und doch ist dieser Fall anders gelagert: In einem Umfeld, in dem in teils schrillen Tönen vor IT-Sicherheitsproblemen, vor Angriffsszenarien, vor Kriegsgefahr gewarnt wird, gibt es einen Teil der IT-Infrastruktur, der weit jenseits aller professionellen Sicherheitsstandards genutzt werden kann. Und das hat etwas mit der Organisation von Politik zu tun.
Denn auf der einen Seite sind Verantwortungsträger wie Julia Klöckner als Bundestagspräsidentin genau dies: Teile einer strukturierten Organisation. Ob das ein Ministerium, das Kanzleramt, der Bundestag oder eine andere ist, ist dabei fast egal. Dort gibt es überall IT-Sicherheitsvorgaben und Richtlinien.
Weiterlesen nach der Anzeige
Bring your own device als Default
Und dann gibt es die zweite Realität: die der Politik als Parteien. Diese sind Zusammenschlüsse vieler einzelner Menschen, die meinen, dass sie gemeinsam etwas verändern wollen und an der politischen Willensbildung dafür mitwirken wollen. Das meint IT-organisatorisch in erster Linie: Jeder bringt sein eigenes Endgerät mit zur Party – und die Interoperabilität wird nur durch Hilfsmittel hergestellt.
Wenn der Bundeskanzler, die Bundestagspräsidentin, der CDU-Generalsekretär und die Parteipräsidiumskollegen miteinander etwas zu klären haben, werden Akteure aus Dutzenden unterschiedlichen Infrastrukturen verbunden – über einen Messenger auf ihrem Endgerät. Und weil Signal längst nicht in jeder Infrastruktur zugelassen ist und Parteipolitik auch gar nicht mit Mitteln von Parlamentsverwaltung oder Regierungsstellen in Bund und Ländern betrieben werden darf – selbst wenn das oft real nicht so trennscharf handhabbar ist – heißt das statt kryptierten, gesicherten Umgebungen meist: Es wird das private Telefon genutzt.
Allein dadurch ist zwar noch keine Kompromittierung der Institutionen verbunden. Dieses Telefon ist aber nach keinem BSI-Standard gesichert. Und seine Integrität hängt komplett von zwei Dingen ab: der Sicherheits-Awareness der Nutzer – und ihrem konsequenten Verhalten. Zugespitzt gefragt: Wer würde Julia Klöckner als Admin für seine IT-Sicherheitsinfrastruktur einstellen?
Fehlende Awareness bei Politikern ist kein Softwareproblem
Nun ist das Problem selbst keinerlei Neuigkeit. Nicht im Jahr 2026. Und nicht für die Spitzenpolitik. Wer als Verantwortungsträger die Wehrfähigkeit des Landes für essenziell erklärt, muss selbst so handeln. Derzeit aber senden die Betroffenen klare Signale: Die deutsche Spitzenpolitik ist nur sehr bedingt abwehrbereit, wenn es um IT-Sicherheit geht.
Egal wie gut die technischen Lösungen sind: Natürlich ist und bleibt der Mensch als Einfallstor ein Kernproblem. Und auch Signal könnte hier vermutlich noch bessere Sicherheitsmechanismen ermöglichen als jene, die es bislang anbietet. Aber Anbieter können das Problem vor dem Bildschirm nicht lösen, wenn dieses sich nicht für Grundsätze der IT-Sicherheit interessiert.
Lesen Sie auch
(nie)
Künstliche Intelligenz
Level 3 per KI – Bosch auf dem Weg zum autonomen Auto
Die Vision vom Roboter-Auto, das weitgehend auf sich selbst aufpasst und den Menschen zum Passagier macht, rückt in greifbarere Nähe. Assistiertes Fahren auf Level 2 gehört für viele schon zum automobilen Alltag. Bosch forciert nun den entscheidenden Übergang zum hochautomatisierten Fahren (SAE Level 3). In dieser Stufe geht die Verantwortung in spezifischen Anwendungsfällen vom Menschen auf die Maschine über. Der Fahrer darf die Hände vom Lenkrad nehmen, ein Nickerchen machen und den Blick von der Straße abwenden – ein technologischer Fortschritt, der über Komfortfunktionen hinausgeht.
Weiterlesen nach der Anzeige
Der Weg zur Autonomie führt bei Bosch über einen neuen Ansatz. Frühere, starre und regelbasierte Programmierungen stoßen in der komplexen Realität des Straßenverkehrs an ihre Grenzen. Die Antwort des Unternehmens lautet: Künstliche Intelligenz in jedem Softwarebaustein. Durch den Einsatz von KI könne das Fahrzeug deutlich flexibler auf unvorhersehbare Situationen reagieren, heißt es. Gepaart mit einer redundanten Sicherheitsarchitektur, die bei Ausfall eines Systems sofort einspringt, will Bosch nach vielen wenig erfolgreichen Versuchen anderer Autobauer und Zulieferer eine Vertrauensbasis für Level 3 schaffen.
Ziel ist ein System, das bei Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h und auch unter schwierigen Bedingungen wie schlechter Sicht zuverlässig agiert. Der Fahrer soll so Bosch zufolge wertvolle Zeit zurückgewinnen – sei es auf der Autobahn oder auf mehrspurigen Schnellstraßen in Ballungsräumen. Die Technik übernimmt laut dem Ausrüster nicht nur das Halten der Spur, sondern leitet auch Wechsel eigenständig ein und koordiniert Beschleunigung sowie Bremsvorgänge.
Wenn Millisekunden über Sicherheit entscheiden
Ein wichtiger Baustein dieser „neuen Freiheit“ ist die Fähigkeit des Fahrzeugs, in Notsituationen blitzschnell und präzise auszuweichen. Mit der Funktion „Autonomous Emergency Steering“ hat Bosch zusammen mit einem chinesischen Fahrzeughersteller angeblich innerhalb von nur sechs Monaten ein System entwickelt, das Fahrassistenz und Fahrzeugsteuerung eng verzahnt. Wenn der Bremsweg vor einem plötzlich auftauchenden Hindernis nicht mehr ausreicht, übernimmt das „Vehicle Motion Management“. Innerhalb von Millisekunden sollen damit Bremse, Lenkung und Antrieb so koordiniert werden, dass das Fahrzeug stabil ausweicht – eine Leistung, die selbst erfahrene Fahrer unter Stress kaum erbringen könnten.
Mit solchen Funktionen will der Zulieferer demonstrieren, dass er Software und Hardware aus einer Hand liefern kann. Von den Hochleistungsrechnern über die Radarsensorik der siebten Generation bis hin zu den Algorithmen ist die gesamte Kette darauf ausgelegt, die Komplexität des autonomen Fahrens beherrschbar zu machen. Der Probebetrieb soll in China erfolgen: Der Konzern hat seit März die Lizenz, in Wuxi in der Nähe von Schanghai Fahrzeuge mit Level-3-Funktionen im Realbetrieb zu testen.
By-Wire: Das digitale Skelett des Autos
Damit Softwarebefehle ohne Verzögerung in mechanische Bewegung umgesetzt werden, setzt Bosch auf By-Wire-Technologien. Bei diesen aus Flugzeug-Cockpits bekannten Systemen gibt es keine physische Verbindung mehr zwischen Pedal oder Lenkrad und den Rädern. Die Übertragung erfolgt rein elektronisch. Das sieht Bosch als Grundvoraussetzung für das künftige „Software-Defined Vehicle“.
Weiterlesen nach der Anzeige
Besonders beim Brake-by-Wire-System soll sich der Reifegrad der Technik zeigen. Durch zwei voneinander unabhängige Bremsgeräte will Bosch die für Level 3 notwendige Redundanz schaffen. Auch die Lenkung profitiert: Steer-by-Wire ermöglicht variable Lenkübersetzungen, die sich der jeweiligen Fahrsituation anpassen – vom entspannten Manövrieren beim Parken bis hin zum hochpräzisen Feedback bei hohen Geschwindigkeiten. Ab Mitte 2026 sollen diese Systeme in Serie gehen und im Individualverkehr sowie auf Robotaxi-Plattformen zum Einsatz kommen.
Globale Skalierung als Ziel
Die Level-3-Entwicklung nimmt derzeit vor allem im dynamischen Umfeld in Fernost an Fahrt auf. Die Strategie der Schwaben ist aber global ausgerichtet. Bosch will Märkte mit hoher Innovationsgeschwindigkeit hauptsächlich in China als Testfeld nutzen, um Erkenntnisse weltweit zu transferieren. Ein Level-3-System, das den Fahrer entlastet, besitzt auf den breiten Highways der USA ebenso ein enormes Potenzial wie auf den Autobahnen Europas.
(nie)
Künstliche Intelligenz
Avatar-Leak: 26-Jähriger in Singapur verhaftet
In Singapur ist ein 26-jähriger Mann verhaftet worden, der den Film „Die Legende von Aang: Der Herr der Elemente“ („The Legend of Aang: The Last Airbender“) im Internet verteilt haben soll.
Weiterlesen nach der Anzeige
Laut der in Singapur erscheinenden englischsprachigen Tageszeitung The Straits Times hat die Polizei den Mann verhaftet, der den Film auf Social-Media-Plattformen verteilt haben soll.
Erst kleine Häppchen, dann der ganze Film
Mitte April hatte ein User aus Singapur mit dem Handle @ImStillDissin auf X geschrieben, dass Nickelodeon ihm versehentlich den vollständigen Film per E-Mail geschickt habe. Diese vermeintliche Panne von Nickelodeon, das den Film produziert hat, hat er jedoch kurz darauf richtiggestellt. Offenbar hatte ein Freund aus seinen „Hacker-Tagen“ ihm Ausschnitte aus dem Film zugeschickt. Inzwischen sind alle Posts des Users auf X gelöscht.
Allerdings steckt hinter dem Leak des vollständigen Films offenbar ein anderer Mann in Singapur, der sich Zugriff auf die Produktionsserver verschafft haben soll. Der Leak des vollständigen Films hat wohl eine deutlich bessere Qualität als die Clips von @ImStillDissin.
Statt im Kino auf Paramount+ und illegal auf Social Media
Ursprünglich hatte Paramount geplant, den Animationsfilm im Oktober 2026 ins Kino zu bringen. Ende Dezember 2025 hatte das Unternehmen aber angekündigt, dass „The Last Airbender“ stattdessen exklusiv auf der Streaming-Plattform Paramount+ erscheinen solle.
Weiterlesen nach der Anzeige

Legend of Aaang – The Last Airbender
(Bild: Paramount Pictures)
Gegen den festgenommenen Mann wird wegen unbefugten Zugriffs auf Computerdaten ermittelt. Darauf stehen in Singapur eine Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren, eine Geldstrafe von bis zu 50.000 Singapur-Dollar oder beides.
(rme)
Künstliche Intelligenz
Redmagic 11 Air im Test: Flaches Gaming-Smartphone mit Ausdauer, RGB und Lüfter
Das Redmagic 11 Air ist ein dünnes Smartphone mit 144-Hz-OLED, aktivem Lüfter und großem Akku. Schultertasten und starke Leistung sichern flüssiges Gaming.
Das Redmagic 11 Air ist ein Allrounder, der jedem gefallen will – nicht nur Gamern. Es kombiniert einen Snapdragon 8 Elite mit aktiver Kühlung, seitlichen Schultertasten und einem großen Akku mit satten 7000 mAh. Dazu kommt ein nahezu randloses OLED-Display mit 144 Hz und die Frontkamera, die unter dem Screen versteckt ist. Vorn und hinten gibt es viel Glas und zumindest auf den ersten Blick schauen den Interessenten vier Kameraobjektive an. Ist das alles nur Show oder taugt das schicke Gerät auch im Alltag? Das zeigt unser Test.
Design
Schon beim ersten Anfassen merkt man, dass das 11 Air anders ist als die meisten Smartphones. Trotz des großen Akkus ist das Gehäuse nur knapp 8 mm dick, dabei sehr kantig und wirkt besonders auf der Rückseite bewusst technisch. Unter der dortigen Glasabdeckung bringt Redmagic eine Zeichnung an, die auf den ersten Blick Leiterbahnen zu zeigen scheint, und gibt zugleich den Blick auf einen großen, RGB-beleuchteten Lüfter frei.
Vorn kommt Gorilla Glass 7i zum Einsatz, hinten Gorilla Glass 5. Trotz des seitlich offenen Lüfters ist das Gerät nach IP54 gegen Staub und Spritzwasser geschützt – ungewöhnlich, denn der Lüfter muss Luft in das Gehäuse hinein- und wieder herausführen und benötigt dafür zwangsläufig eine Öffnung. Die Materialwahl verleiht dem Smartphone ein hochwertiges Finish, allerdings ist das Gerät schnell mit Fingerabdrücken übersät und manchem dürfte es zu rutschig sein. Die Verarbeitung ist dafür hervorragend.
Das Kameramodul passt zum auffälligen Design: Es steht sichtbar hervor und macht Eindruck, ist aber vergleichsweise schlicht bestückt. Von den vermeintlich vier Linsen sind nur zwei echt. Mehr High End gibt es vorn: Die Frontkamera kommt komplett ohne Notch aus und sitzt unter dem nahezu formatfüllenden Display. In der Praxis wirkt das sehr modern – vor allem beim Spielen und beim Schauen von Videos, da kein Ausschnitt den Gesamteindruck trübt. Dafür muss man mit den bekannten Nachteilen einer Kamera unter dem Display leben: Es gelangt etwas weniger Licht zum Sensor.
Display
Das 6,8 Zoll messende OLED-Panel gehört zu den Stärken des Geräts. Es löst mit 2688 × 1216 Pixeln auf und erreicht bis zu 144 Hz. Die Touch-Abtastrate von bis zu 2500 Hz richtet sich klar an Gamer.
Im Alltag überzeugt das Display mit gleichmäßig schmalen Rändern und hoher Helligkeit. Messungen lagen bei knapp 1500 cd/m², waren aber nicht reproduzierbar. Subjektiv ist die Ablesbarkeit im Freien gut. Die unter dem Display versteckte Frontkamera bleibt im Betrieb praktisch unsichtbar. Gerade beim Spielen ist das ein echter Vorteil. Ein Always-on-Display ist ebenfalls vorhanden.
Kamera
Bei der Hauptkamera beschränkt sich Redmagic auf das Nötigste: Auf der Rückseite sitzen ein 50-Megapixel-Sensor (Omnivision OV50E) mit optischer Bildstabilisierung sowie eine 8-Megapixel-Weitwinkelkamera. Eine Telekamera fehlt – für ein Gaming-Smartphone ist das üblich, angesichts des Preises wäre sie aber drin gewesen. Die Blenden liegen bei f/1.89 für die Haupt- und f/2.2 für die Weitwinkeloptik.
In der Praxis liefert die Hauptkamera solide, wenn auch keine herausragenden Ergebnisse – für ein Gaming-Smartphone ist das überdurchschnittlich, für die Preisklasse insgesamt in Ordnung. Bei gutem Licht gelingen klare, scharfe Aufnahmen, die Nachbearbeitung greift allerdings recht aggressiv ein. Die Weitwinkelkamera fällt deutlich ab: Ihre Bilder wirken kühler, zeigen schneller Bildrauschen und halten weniger Details fest als die der Hauptoptik. Für Social-Media-Posts reicht das, mehr sollte man aber nicht erwarten.
Die Frontkamera mit 16 Megapixeln sitzt unter dem Display. Diese ungewöhnliche Platzierung erkauft sich Redmagic mit eher weichen Selfies, die anschließend per Software geglättet werden – Farben und Flächen wirken dadurch schnell unnatürlich. Bei guten Lichtverhältnissen ist das Ergebnis dennoch akzeptabel.
Bei Videos sind mit der Hauptkamera maximal 8K (4320p) mit 30 Bildern pro Sekunde möglich. Praxisgerechter und gerade bei seitlichen Schwenks sinnvoller sind allerdings 4K mit 60 fps. Die Qualität ist in beiden Fällen gut. Die Frontkamera nimmt mit 1080p bei 60 fps auf und liefert für Videochats absolut ausreichende Ergebnisse.
Testfotos – Redmagic 11 Air
Ausstattung
Im Inneren des Redmagic 11 Air arbeitet Qualcomms Snapdragon 8 Elite. Zwar handelt es sich dabei nicht um den aktuellen, sondern um den Chipsatz der vorherigen Generation, dennoch liefert er weiterhin eine sehr hohe Rechenleistung – insbesondere bei Spielen. Je nach Variante stehen 12 oder 16 GB RAM sowie 256 oder 512 GB interner UFS-4.1-Speicher zur Verfügung. Einen microSD-Slot gibt es nicht.
Im Alltag überzeugt das Smartphone durch schnelle Reaktionszeiten und eine insgesamt sehr flüssige Performance. In unseren Benchmarks erreicht das Gerät im PCMark Work 3.0 rund 25.800 Punkte, im 3DMark Wild Life Extreme sind es 6850 Punkte. Die Ergebnisse unterstreichen die starke Gaming-Ausrichtung: Neben dem Hauptprozessor kommt ein zusätzlicher Redcore-R4-Chip zum Einsatz, der für stabilere Bildraten und geringere Latenzen sorgen soll – auch in anspruchsvollen Titeln.
Eine weitere Besonderheit des Redmagic 11 Air ist die Kühlung, denn die ist bei diesem Modell aktiv ausgelegt. Der kleine Kühler soll bis zu 24.000 Umdrehungen pro Minute leisten und wird mit einer Vapor Chamber und weiteren Schichten zur Wärmeverteilung kombiniert. Im Alltag springt der allerdings in erster Linie in Games und Benchmarks an – und das ist auch gut so, denn das Rauschen des Lüfters ist in direkter Nähe deutlich zu hören. Zwar kommt Wärme bei längeren Benchmark-Sessions trotz aktiven Lüfters an der Rückseite an, bleibt aber zumindest moderat und hilft spürbar, Maximalleistung länger zu halten.
Das hilft auch beim Dauerzocken. Seitlich sitzen dafür kapazitive Schultertasten, die mit einer Abtastrate von 520 Hz arbeiten und im Test verlässlich funktionierten. Die Touch-Tasten fallen ansonsten im Alltag kaum auf und stören daher nicht, sind in Games, die sie unterstützen, aber ein echter Mehrwert.
Etwas schade ist – in Anbetracht der restlichen Ausstattung des Oberklasse-Phones – die Geschwindigkeit des USB-C-Anschlusses. Sie ist mit USB 2.0 angegeben und entsprechend langsam. Beim Funk bleibt das 11 Air ebenfalls eher konservativ, mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.4. Positiv sind hingegen NFC und ein Infrarot-Port zur Steuerung von Haushaltsgeräten, den viele aktuelle Flaggschiffe nicht mehr bieten.
Der Fingerabdrucksensor ist zwar gut platziert, zeigte sich im Test aber anfangs nicht immer beim ersten Mal „freigiebig“. Allerdings legte sich das nach einem weiteren Firmware-Update, der optische Sensor reagierte dann zuverlässig. Die Stereo-Lautsprecher sind kräftig und müssen sich in dieser Preisklasse nicht verstecken.
Software
Auf dem 11 Air läuft ab Werk Redmagic OS 11, das auf Android 16 basiert. Zentral ist der Game Space, der ab Werk per Seitentaste (der „Magic Key“ lässt sich aber auch anders belegen, etwa mit der Taschenlampenfunktion) gestartet wird und dann aus dem Smartphone eine Konsole macht – inklusive Leistungsprofilen, Overlays und einem KI-Trainer, der beim Zocken Tipps gibt.
Rund um die Oberfläche baut Redmagic zusätzliche KI-Funktionen ein. Dazu gehören etwa Objekterkennung über die Kamera, Suche direkt vom Bildschirm sowie ein Tactical Coach, der aus Spieldaten Hinweise ableiten soll. Außerdem gibt es die Redmagic KI+ mit Funktionen wie Live-Übersetzer, KI-Transkript und KI-Notizblock.
Bei der Updateversorgung steckt der Hersteller hinter der Pixel- oder Galaxy-Konkurrenz von Google und Samsung kaum mehr zurück. Redmagic nennt für das 11 Air und neuere Modelle fünf Generationen an Android-Versionsupdates sowie Sicherheitsupdates ab Marktstart – wenn der Hersteller das so umsetzt, ist das stark! Da das 11 Air mit Android 16 startet, wären theoretisch Versionen bis Android 21 abgedeckt.
Akku
Der Akku ist ein echtes Statement: 7000 mAh in einem derart schlanken Gaming-Smartphone sind selten – auch in höheren Preisklassen. Im Praxistest hielt das Smartphone rund zwei Tage durch. Im normalen Alltag dürften für die meisten Nutzer gut drei Tage drin sein – ein hervorragender Wert, gerade angesichts der flachen Bauform. Wer viel zockt, muss allerdings damit rechnen, dass schon nach wenigen Stunden Schicht im Schacht ist.
Auch das Aufladen geht zügig vonstatten. In Ankündigungen war teils von 120 Watt die Rede, im Lieferumfang findet sich allerdings ein 80-Watt-Netzteil. Damit dauert eine vollständige Ladung knapp über eine Stunde – für 7000 mAh ein angenehm kurzer Wert. Interessant für Spieler ist der Bypass-Modus: Er leitet den Strom beim Spielen direkt an die Hardware, soll so den Akku entlasten und die Hitzeentwicklung weiter senken. Im Test war dieser Vorteil allerdings bestenfalls messbar, aber kaum spürbar. Einzig kabelloses Laden fehlt.
Preis
Das Redmagic 11 Air gibt es in zwei Speichervarianten. Die Version mit 12/256 GB kostet direkt beim Hersteller 499 Euro. Bei Amazon bekommt man es für 529 Euro. Die Version mit 16/512 GB liegt direkt beim Hersteller bei 599 Euro. Auf Amazon sind es rund 619 Euro. Als Farben gibt es Phantom (Schwarz/transparent), Prism (Weiß/transparent) und ganz neu auch Trace (Orange/transparent)
Fazit
Das Redmagic 11 Air ist eigentlich ein Spezialist – aber einer, der trotz vergleichsweise niedrigem Preis fast alles kann. Aktiver Lüfter, Schultertasten, großes OLED-Display mit hohen Abtastraten, eine unter dem Screen versteckte Selfiecam, viel Speicher, ein enorm schneller Chipsatz und obendrein ein 7000-mAh-Akku: Diese Kombination findet man im klassischen Smartphone-Markt kaum.
Im Gegenzug ist die Hauptkamera zwar in Ordnung, letztlich aber nur Mittelmaß. Die Weitwinkeloptik fällt noch deutlicher ab, und eine Telekamera fehlt komplett. Auch kabelloses Laden wäre die Kirsche auf der Sahnetorte gewesen – Fehlanzeige. Hinzu kommt der USB-C-Anschluss, der lediglich nach 2.0-Standard arbeitet und den ansonsten hervorragenden Eindruck des dünnen und sehr schicken Smartphones zusätzlich trübt. Verschmerzbare Punkte sind das aber allesamt: Das Redmagic 11 Air ist ein richtig gutes Smartphone mit fantastischem Preis-Leistungs-Verhältnis – nur Hobbyfotografen kommen nicht voll auf ihre Kosten.
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
Top 10: Die beste kabellose Überwachungskamera im Test – Akku, WLAN, LTE & Solar
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management und Zielgruppen-Analyse: Die besten Insights aus Blog und Podcast
-
Social Mediavor 2 MonatenCommunity Management zwischen Reichweite und Verantwortung
-
UX/UI & Webdesignvor 3 MonatenEindrucksvolle neue Identity für White Ribbon › PAGE online
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenSmartphone‑Teleaufsätze im Praxistest: Was die Technik kann – und was nicht
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenIntel Nova Lake aus N2P-Fertigung: 8P+16E-Kerne samt 144 MB L3-Cache werden ~150 mm² groß
-
Social Mediavor 1 MonatVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
