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Kommentar: Kein Hack, nur Ignoranz


Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Bundesbildungsministerin Karin Prien, Bundesbauministerin Verena Hubertz – sie alle sollen betroffen sein von einem Phishing-Angriff, der seit zwei Monaten im politischen Berlin für Unruhe sorgt. Signal selbst ist – trotz anderslautender Überschriften in Publikumsmedien – nicht gehackt worden. Die Angreifer haben sich etwas anderes zunutze gemacht: Naivität, Ignoranz und eine Besonderheit der politischen Realität.

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Während Bundestagspräsidentin Julia Klöckner zwar großen Wert auf ihre Social-Media-Auftritte legt, ist vergleichbares Engagement für die IT-Sicherheit nicht überliefert. Und auch bei anderen nun betroffenen Politikern und anderen Akteuren ist kein gesteigertes Problembewusstsein bekannt. Der Vorgang ist ein klassischer Layer-8-Angriff: Der Mensch ist das Ziel. Weshalb fast jede Firma, die mehr als zwei Mitarbeiter hat, inzwischen auch Phishingangriffe simulieren lässt. Und auch im Bundestag ist Phishing spätestens seit der Ghostwriter-Kampagne 2021 alles andere als eine unbekannte Größe.


Ein Kommentar von Falk Steiner

Ein Kommentar von Falk Steiner

Falk Steiner ist Journalist in Berlin. Er ist als Autor für heise online, Tageszeitungen, Fachnewsletter sowie Magazine tätig und berichtet unter anderem über die Digitalpolitik im Bund und der EU.

Die Welt der Politik ist voller großer und kleiner Geheimnisse. Kleine Absprachen, von denen vorher keiner wissen soll, Überlegungen zu börsenrelevanten Änderungen an Gesetzen, zu anstehenden und ausbleibenden Kuhhandeln, persönliche Beziehungen von Politikern und Dritten. Das gilt vor allem für jene, die Regierungen angehören, die als relevante Abgeordnete Regierungsfraktionen angehören, die Ämter bekleiden oder an der Politikgestaltung mitwirken. Sei es als Mitarbeiter, als Bediensteter in Ministerien, als Beamter in Behörden oder in der Bundestagsverwaltung.

Und die Politik ist noch etwas: ein Ziel. Von Wirtschaftsspionage, politischer Spionage, um Kompromat gegen Akteure zu finden, um einen Wissensvorsprung für Verhandlungen zu bekommen. Wissen, was andere wissen, von dem sie aber nicht wissen, dass die andere Seite es weiß: seit der Antike ein wesentlicher Faktor der Politik. In Zeiten, in denen nicht ausgeschlossen ist, dass auch Deutschland in einen Krieg verwickelt werden kann, wäre es um so wichtiger, Funkdisziplin zu wahren, wie hochrangige Bundeswehrangehörige vor zwei Jahren lernen mussten.

Ja, Fehler lassen sich nicht vollständig vermeiden. Auch Politiker, Minister, Ministeriale, Mitarbeiter und das sonstige Umfeld sind keine IT-Sicherheitsgötter. Und doch ist dieser Fall anders gelagert: In einem Umfeld, in dem in teils schrillen Tönen vor IT-Sicherheitsproblemen, vor Angriffsszenarien, vor Kriegsgefahr gewarnt wird, gibt es einen Teil der IT-Infrastruktur, der weit jenseits aller professionellen Sicherheitsstandards genutzt werden kann. Und das hat etwas mit der Organisation von Politik zu tun.

Denn auf der einen Seite sind Verantwortungsträger wie Julia Klöckner als Bundestagspräsidentin genau dies: Teile einer strukturierten Organisation. Ob das ein Ministerium, das Kanzleramt, der Bundestag oder eine andere ist, ist dabei fast egal. Dort gibt es überall IT-Sicherheitsvorgaben und Richtlinien.

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Und dann gibt es die zweite Realität: die der Politik als Parteien. Diese sind Zusammenschlüsse vieler einzelner Menschen, die meinen, dass sie gemeinsam etwas verändern wollen und an der politischen Willensbildung dafür mitwirken wollen. Das meint IT-organisatorisch in erster Linie: Jeder bringt sein eigenes Endgerät mit zur Party – und die Interoperabilität wird nur durch Hilfsmittel hergestellt.

Wenn der Bundeskanzler, die Bundestagspräsidentin, der CDU-Generalsekretär und die Parteipräsidiumskollegen miteinander etwas zu klären haben, werden Akteure aus Dutzenden unterschiedlichen Infrastrukturen verbunden – über einen Messenger auf ihrem Endgerät. Und weil Signal längst nicht in jeder Infrastruktur zugelassen ist und Parteipolitik auch gar nicht mit Mitteln von Parlamentsverwaltung oder Regierungsstellen in Bund und Ländern betrieben werden darf – selbst wenn das oft real nicht so trennscharf handhabbar ist – heißt das statt kryptierten, gesicherten Umgebungen meist: Es wird das private Telefon genutzt.

Allein dadurch ist zwar noch keine Kompromittierung der Institutionen verbunden. Dieses Telefon ist aber nach keinem BSI-Standard gesichert. Und seine Integrität hängt komplett von zwei Dingen ab: der Sicherheits-Awareness der Nutzer – und ihrem konsequenten Verhalten. Zugespitzt gefragt: Wer würde Julia Klöckner als Admin für seine IT-Sicherheitsinfrastruktur einstellen?

Nun ist das Problem selbst keinerlei Neuigkeit. Nicht im Jahr 2026. Und nicht für die Spitzenpolitik. Wer als Verantwortungsträger die Wehrfähigkeit des Landes für essenziell erklärt, muss selbst so handeln. Derzeit aber senden die Betroffenen klare Signale: Die deutsche Spitzenpolitik ist nur sehr bedingt abwehrbereit, wenn es um IT-Sicherheit geht.

Egal wie gut die technischen Lösungen sind: Natürlich ist und bleibt der Mensch als Einfallstor ein Kernproblem. Und auch Signal könnte hier vermutlich noch bessere Sicherheitsmechanismen ermöglichen als jene, die es bislang anbietet. Aber Anbieter können das Problem vor dem Bildschirm nicht lösen, wenn dieses sich nicht für Grundsätze der IT-Sicherheit interessiert.

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(nie)



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#TGIQF: 30 Jahre heise online — Artikel und Rubriken


Am 17. April 2026 war Feiern angesagt: heise online wurde 30! Es gab viele Würdigungen aus Politik, Medien, IT-Wirtschaft und der Netzszene, im Forum wurde ebenso eifrig gratuliert und gefeiert. In der Feierwoche gab es zudem rund um das führende IT-Newsportal viel zu rätseln: Artikel mussten in „Guess The Year“ einem Erscheinungsjahr zugeordnet werden – Etwas, was selbst erfahrenen ITlern nicht leicht fiel.

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Die Technik galt es in versteckten Rätseln zu erkunden und natürlich gab es auch am letzten Freitag ein passendes TGIQF-Geburtstagsquiz, rund um 30 Jahre heise online. Diese Feierwoche findet nun ihr Ende.


Logo zu 30 Jahre heise online

Logo zu 30 Jahre heise online

Hier finden Sie einen ausführlichen Rückblick, eine Rätselreise durch unsere technischen Schichten, unser neues Quiz namens „Guess The Year“ und das Geburtstags ‚TGIQF

Das bedeutet aber auch für Sie, dass Sie schnell sein müssen: Unser Jubiläumsangebot zu unserem Abodienst heise+, in dem Sie nicht nur Artikel c’t, iX, Mac & i, Make und c’t Fotografie online lesen können, sondern auch Exklusivinhalte wie Tests, Ratgeber und Hintergründe gibt es nur noch heute (24.04.2026) mit 30 Prozent Lifetimerabatt. Greifen Sie zu!


#TGIQF: Das heise-online-Quiz

#TGIQF: Das heise-online-Quiz

„Thank God It’s Quiz Friday!“ Jeden Freitag gibts ein neues Quiz aus den Themenbereichen IT, Technik, Entertainment oder Nerd-Wissen:

Mit einem kleinen Nerdquiz zu Rubriken, Schlagzeilen, Autoren und wilden Themen aus 30 Jahren heise online wollen wir Sie ins wohlverdiente Wochenende begleiten.

In der heiseshow hatte Moderatorin Anna Bicker gleich drei heise-Rater zu Gast: heise-online-Chef Dr. Volker Zota und Redakteur Malte Kirchner sowie heise+ Redakteur Alexander Spier grübelten hörbar um Rubriken und heise-Schlagzeilen der vergangenen drei Dekaden. Manches war noch sehr präsent und manche Schlagzeile doch schon etwas aus dem Blick geraten. 

Sie können in Ruhe in 10 Fragen maximal 100 Punkte erreichen. Die Punktzahl kann gern im Forum mit anderen Mitspielern verglichen werden. Halten Sie sich dabei aber bitte mit Spoilern zurück, um anderen Teilnehmern nicht die Freude am Quiz zu verhageln. Lob und Kritik sind wie immer gern gelesen.

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Bleiben Sie zudem auf dem Laufenden und erfahren Sie das Neueste aus der IT-Welt: Folgen Sie uns bei Mastodon, auf Facebook oder Instagram. Und schauen Sie auch gern beim Redaktionsbot Botti vorbei.

Und falls Sie Ideen für eigene Quizze haben, schreiben Sie einfach eine Mail an den Quizmaster, aka Herr der fiesen Fragen.


(mawi)





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Samsung Galaxy S24 und S25: April-Update sorgt für Akku-Probleme


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Samsungs Anfang April veröffentlichter Sicherheitspatch bereitet Nutzern offenbar noch mehr Probleme als nur mit Microsoft-Apps. In Foren beschweren sich vor allem Besitzerinnen und Besitzer der Galaxy-S24- und -S25-Serien über heißlaufende Geräte und eine stark verkürzte Akkulaufzeit. Einige Nutzer meinen, die Ursache gefunden zu haben.

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„Ich habe es vor 35 Minuten vollständig aufgeladen, jetzt liegt der Ladezustand bei 65 Prozent. Ich habe alle Anwendungen geschlossen, den Energiesparmodus aktiviert, das Gerät neu gestartet, einen Virenscan durchgeführt und eine Diagnose laufen lassen. Nichts scheint es abkühlen zu können“, schreibt ein frustrierter Nutzer eines Galaxy S24 im Samsung-Community-Forum. Zahlreiche Nutzer bestätigen seine Erfahrung (via Android Authority).

Das Gleiche berichten S25-Nutzer sowohl in der Samsung-Community als auch auf Reddit: „Als Nutzer eines S25 Ultra ist mein Akku schon seit gut zwei bis drei Wochen völlig hinüber“, beschwert sich ein Redditor in einem Thread im Android-Subreddit. Ein Besitzer eines Galaxy S24 gibt an, dass sein Akku weniger als drei Stunden hält und fünf Stunden benötigt, um auf 100 % aufgeladen zu werden. Ein Besitzer eines Galaxy S25 berichtet hingegen, dass sein Handy bereits nach zwei Stunden leer ist.

Ein Moderator der Samsung-Community rät Nutzern dazu, das Gerät im Safe-Mode zu laden. Doch das bringt zahlreichen Nutzerberichten zufolge keine Änderung.

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Einige Nutzer scheinen den Übeltäter ausfindig gemacht zu haben und teilen Screenshots des Batterieverbrauchs ihrer Geräte. Dabei sticht die Samsung-Sicherheitsfunktion für das verbundene Geräte-Ökosystem Knox Matrix deutlich heraus. Auf mehreren Screenshots ist zu sehen, dass Knox Matrix einen außergewöhnlich hohen Anteil der Akkuleistung verbraucht. Die App scheint ständig im Hintergrund zu laufen und die CPU zu überlasten.

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Eine Übergangslösung scheint es nicht zu geben. Man kann die App zwar beenden und das Gerät auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Ein Nutzer hat eigenen Angaben zufolge beides gemacht und immer noch das gleiche Problem.

Samsung scheint den Fehler noch nicht bestätigt zu haben, zudem tritt er auch nicht bei allen Nutzern auf; ein Galaxy S24 aus der Redaktion läuft nach Einspielen der Sicherheitspatches von Anfang April komplett unauffällig. Samsung kommt aber wohl nicht umhin, möglichst zeitnah ein weiteres Update nachzuliefern, mit dem die bekannten Probleme behoben werden.


(afl)



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Instagrams „Instants“-App lässt ähnlich wie bei Snapchat Fotos verschwinden


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Der Social-Media-Konzern Meta zelebriert die Vergänglichkeit. Eine neue iOS- und Android-App der Tochtergesellschaft trägt den etwas sperrigen Namen „Instants, von Instagram“ und lässt die Fotos ihrer Nutzer nach einer gewissen Zeit verschwinden. Das Prinzip dieses Instagram-Ablegers erinnert an die App Snapchat.

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Mit Instants können Nutzer Fotos mit Freunden teilen, die sich beim Empfänger allerdings nur innerhalb von 24 Stunden öffnen oder teilen lassen. Danach verschwindet das Bild für immer, es sei denn, der Empfänger „betrügt“ das System und fertigt anderweitig einen Screenshot an.

Mithilfe einer Bildunterschrift lässt sich Text hinzufügen. So kann man eine spontane Nachricht praktisch mit dem passenden Foto verbinden und einen Moment aus seinem Leben vermitteln. Dabei sind Bilder aus der Smartphone-Galerie tabu. Nur direkt in der App aufgenommene Fotos lassen sich teilen. Ein ähnliches Quicksnap-Feature hatte Meta bereits vorher in der gewöhnlichen Instagram-App getestet. Anders als beim gewöhnlichen Instagram handelt es sich also nicht um Bilder für die Öffentlichkeit, sondern für private Nachrichten. Eine Hilfeseite zum Instants-Feature auf Instagram erklärt das Prinzip bereits im Detail.

Wie Techcrunch berichtet, wurde die App bereits in Spanien und Italien ausgerollt. Im deutschen Google-Play-Store für Android-Apps konnten wir sie noch nicht herunterladen, sondern nur auf die Wunschliste setzen.

Die Konkurrenz-App Snapchat ist zwar unter jungen Nutzern beliebt, doch ein schwächelndes Werbegeschäft und weltweit drohende Social-Media-Verbote für Teenager bremsen das Nutzerwachstum. Im April 2026 strich der US-amerikanische Betreiber Snap weltweit rund 1.000 Arbeitsplätze sowie 300 offene Stellen.


(jpw)





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