Künstliche Intelligenz
Mikrocontroller-Marktführer aus Europa: Infineon, NXP und STMicroelectronics
Der deutsche Hersteller Infineon führte 2025 mit 23,2 Prozent im Weltmarkt der Mikrocontroller. Laut den Schätzmodellen des Marktforschungsunternehmens Omdia betrug der gesamte Umsatz mit Mikrocontrollern im Jahr 2025 rund 22,1 Milliarden US-Dollar, ein leichter Rückgang um 0,3 Prozent im Vergleich zu 2024. Gegen diesen Trend konnte Infineon seinen Umsatzanteil um 1,8 Prozentpunkte steigern.
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Auf den Rängen zwei bis fünf folgen die Firmen NXP, Renesas, STMicroelectronics und Microchip. Die fünf führenden Hersteller von Mikrocontrollern vereinen rund 80 Prozent des Gesamtmarktes auf sich, schätzt Omdia.
Europa führend bei Mikrocontrollern
Mit Infineon, NXP und STMicro stammen drei der fünf führenden Hersteller von Mikrocontrollern aus Europa. Renesas ist ein japanisches Unternehmen, Microchip sitzt in den USA.
Die restlichen 20 Prozent des Marktes verteilen sich auf zahlreiche Hersteller. Anders als bei Mikroprozessoren (Microprocessor Units, MPUs) gibt es bei Mikrocontrollern (Microcontroller Units, MCUs) weiterhin viele unterschiedliche Rechenkerne, außer von ARM etwa auch RISC-V, ARC, Xtensa, MIPS, MSP430, AVR, PIC, RL78 und andere. Außerdem fertigen die größeren MCU-Hersteller jeweils zahlreiche Varianten ihrer Chips.
Einen Teil ihrer Mikrocontroller lassen die großen europäischen Hersteller bei Chip-Auftragsfertigern wie TSMC, Globalfoundries oder UMC produzieren. Infineon und NXP sind auch Partner bei der im Bau befindlichen Dresdner Fab ESMC von TSMC. Außerdem betreiben Infineon und STMicro auch eigene Fabs beziehungsweise Packaging-Werke in Asien.
STMicro kooperiert zudem mit dem chinesischen Auftragsfertiger Huahong, um in China Mikrocontroller aus lokaler Fertigung zu verkaufen.
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Branchen-Konzentration
Infineon hatte 2020 den US-Chiphersteller Cypress und dessen PSoC-Mikrocontroller übernommen. NXP wiederum schluckte 2015 die ehemalige Motorola-Sparte Freescale. 2016 übernahm Microchip den Konkurrenten Atmel. Renesas entstand aus der Verschmelzung der Chipsparten von Hitachi, NEC und Mitsubishi.
(ciw)
Künstliche Intelligenz
Top 10: Die beste Outdoor-Smartwatch im Test – robuste GPS-Uhren für Abenteuer
Samsung Galaxy Watch Ultra
Die robuste Samsung Galaxy Watch Ultra überzeugt mit langer Akkulaufzeit und starken Features, hat aber ein ungewöhnliches Design. Wie sich die Outdoor-Smartwatch schlägt, zeigt der Test.
- präzise Pulsmessung
- viele Apps und smarte Features
- gute Akkulaufzeit für Wear OS
- hoher Preis
- merkwürdiges Design
- ungenaues GPS
- EKG und Blutdruck nur mit Samsung-Handys
Samsung Galaxy Watch Ultra im Test: Robuste Smartwatch mit 3 Tagen Laufzeit
Die robuste Samsung Galaxy Watch Ultra überzeugt mit langer Akkulaufzeit und starken Features, hat aber ein ungewöhnliches Design. Wie sich die Outdoor-Smartwatch schlägt, zeigt der Test.
Verglichen mit dem schlanken Modell der Galaxy Watch ist die Ultra deutlich wuchtiger und bietet einen weitaus größeren Akku. Das Design ist jedoch etwas ungewöhnlich. Dafür hält die Smartwatch mit Wear OS nahezu drei Tage im Test durch und bietet ebenfalls eine genaue Pulsmessung, ein robusteres Gehäuse, standardmäßig LTE und eine EKG-Messung – die jedoch nur mit Samsung-Smartphones funktioniert.
Update: 2025 gibt es lediglich ein „kleines“ Modell-Upgrade. Die Samsung Galaxy Watch Ultra 2025 bietet jetzt ein dunkelblaues Armband, bekommt mit 64 GB doppelt so viel Speicher und läuft von Haus aus schon mit Wear OS 6 und One UI Watch 8. Dazu kommen erweiterte Gesundheitsfunktionen.
Wir haben uns auch das neue Modell angesehen, die frühere Variante haben wir im August 2024 getestet. Wie sich beide robusten Smartwatches in der Praxis schlagen, zeigt dieser Test.
Design: Was ist anders bei der Galaxy Watch Ultra?
Über Geschmack kann man sich bekanntlich streiten. Optisch geht Samsung bei der Galaxy Watch Ultra andere Wege. So ist die Uhr angedeutet rechteckig mit abgerundeten Ecken, das Display mit Saphirglas bleibt allerdings rund. Wie uns ein aufmerksamer Leser darauf hingewiesen hat, gibt es dafür einige historische Beispiele von edlen Uhren, etwa die Omega Jedi oder Seiko Pogue.
Das Ganze wirkt auf den Autor dieses Texts aber eher wie eine Mercedes-G-Klasse, die in einen Fiat Multipla gerauscht ist. Die Uhr wirkt recht klobig, vergeudet aber mit der Form Platz für den Bildschirm. Die Optik einer Sportuhr (Bestenliste) wie bei einer Garmin Fenix 7 (Testbericht) hätte der Galaxy Watch Ultra unserer Meinung nach besser zu Gesicht gestanden. Aber letztlich ist das unsere subjektive Einschätzung. Unpraktisch ist lediglich, dass gefühlt der Platz für das Display nicht komplett genutzt wird bei diesem Design. Lobenswert ist, dass hier Samsung mal eine andere Form wählt als die meisten Hersteller.
Neu ist die Action-Taste, die einer Krone nachempfunden ist, aber bei Drehung keinerlei Funktion bietet. Mit einem Durchmesser von 47 mm fällt die Uhr recht groß aus. Sie bietet Wasserschutz bis 10 ATM (100 Meter Wassersäule) und erfüllt IPX8 sowie die US-Militärnorm MIL-STD-810H. Anders als die Apple Watch Ultra ist sie aber nicht zum Tauchen geeignet, höchstens zum Schnorcheln.
Das Titangehäuse wirkt unserer Einschätzung nach anfällig für Kratzer, auch wenn die Uhr im Test keinerlei Schaden genommen hat. Zudem ist es kein Unibody aus Titan, so nutzen die Koreaner auch Kunststoff, was nicht so hochwertig wirkt, wie man es für den Preis erwarten würde. Die Armbänder sind einfach zu wechseln. Das 2025er-Modell bleibt bei den Spezifikationen und Gehäuse gleich, lediglich das Band hat mit Blau eine neue Farbe.
Display: Wie groß und hell ist der Bildschirm?
Der Bildschirm hat eine Diagonale von 1,5 Zoll und ist damit nur so groß wie bei der Galaxy Watch 7 (Testbericht) mit 44 mm. Die Bildqualität des überaus scharfen OLED-Panels ist hervorragend. Zudem ist die Anzeige strahlend hell und bleibt auch bei Sonnenlicht ablesbar. Samsung gibt eine Helligkeit von 3000 Nits an, was deutlich heller ist als bei der Galaxy Watch 7 oder Apple Watch.
Standardmäßig ist das Always-On-Display aktiv, was aber die Akkulaufzeit um knapp einen halben Tag verkürzt. Ohne Always-On-Display aktiviert sich das Display nicht immer sofort, wenn man die Uhr zu sich dreht, man muss schon etwas ruckartig das Handgelenk bewegen – dieses Problem hatten wir bei der Galaxy Watch 7 so nicht.
Samsung Galaxy Watch Ultra – Bilderstrecke
Ausstattung: Welche Funktionen hat die Galaxy Watch Ultra?
An Bord der Watch Ultra ist der neue Samsung Exynos W1000 Prozessor, der im 3-nm-Verfahren gefertigt wird. Dadurch läuft die Uhr extrem flüssig und ohne Verzögerungen. Der Speicher bietet 32 GB bei 2 GB RAM, was internen Musikspeicher für die Nutzung ohne Handy oder offline ermöglicht. Bei der Ultra 2025 gibt es von Haus aus doppelt so viel Speicher – also 64 GB. Das sollte genügend Platz für Musik oder Karten liefern.
Drahtlose Kommunikation erfolgt primär über Bluetooth 5.3, optional auch über WLAN (2 GHz und 5 GHz) sowie LTE mit eSIM. NFC ist integriert, sodass die Uhr zum Bezahlen mit Samsung Pay genutzt werden kann. Zur Standortbestimmung stehen GPS, Glonass, Beidou und Galileo zur Verfügung, womit die Smartwatch auch ohne Smartphone zum Laufen verwendet werden kann. Die Genauigkeit ist jedoch nicht optimal. Ein Kompass ist ebenfalls an Bord.
Voraussetzung für die Nutzung ist ein Android-Smartphone mit mindestens Android 10, iPhones sind inkompatibel. Das App-Angebot ist dank des Google Play Store groß, und Wear OS ermöglicht die Nutzung von Google-Anwendungen wie Bixby, Smartthings, Samsung Pay, Google Maps sowie weitere Dienste wie Spotify oder Komoot. Die Sensoren überwachen den Schlaf, Zyklus, Blutsauerstoff, Blutdruck, Kalorienverbrauch, die Herzfrequenz und Hauttemperatur, die Uhr zählt ferner Schritte sowie Schwimmzüge. Eine Sturzerkennung gibt es ebenfalls. Auch Höhenmesser und Luftdrucksensor sind integriert.
Allerdings können nur Samsung-Smartphones die Smartwatch vollständig nutzen, da Funktionen wie EKG oder Blutdruckmessung nur über die Samsung Health Monitor App mit Smartphones der Koreaner verfügbar sind. Die Blutdruckmessung erfolgt optisch und steht nur Nutzern eines Samsung-Smartphones zur Verfügung. Hierzu muss die Uhr vorab mit einer Oberarmmanschette kalibriert werden, danach sind die Ergebnisse recht überzeugend, wenn auch vermutlich nur geschätzt.
Wear OS sorgt für zahlreiche smarte Funktionen und eine enge Verzahnung mit dem Smartphone. Die Watch Ultra synchronisiert automatisch unterstützte Apps und einige Einstellungen des Smartphones. Zum Beantworten von SMS und WhatsApp-Nachrichten stehen eine QWERTZ-Tastatur sowie vorgefertigte Antworten bereit. Telefonieren mit der Uhr ist ebenfalls möglich. Einige Galaxy-AI-Features gibt es auch, jedoch bisher nicht im gleichen Umfang wie beim Samsung Galaxy Z Flip 6 (Testbericht).
Software & Bedienung
Die Kopplung der Watch Ultra mit dem Smartphone erfolgt über die App Galaxy Wearable, die auf Samsung-Geräten vorinstalliert ist. Nutzer von Android-Smartphones müssen zusätzlich das Galaxy-Watch-7-Plug-in installieren.
Schlafanalysen und andere Gesundheitsdaten werden in der App Samsung Health angezeigt, allerdings sind Funktionen wie EKG und Blutdruckmessung nur auf Samsung-Smartphones über die App Samsung Health Monitor nutzbar. Laut Samsung wurde die Funktion nur für eigene Smartphones zertifiziert, für uns wirkt das aber, als würde man solch einen Anreiz zum Kauf eines Mobilgeräts der Koreaner erzwingen wollen. Schade, die Pixel Watch erstellt ein EKG mit jedem Android-Gerät.
Die Bedienung der Galaxy-Watch-Serie bleibt auch bei der neuen Version weitgehend unverändert. Die Smartwatch lässt sich über den Touchscreen und zwei seitliche Tasten sowie eine neue Action-Taste steuern, letztere gibt es bei der Galaxy Watch 7 nicht. Standardmäßig startet die Action-Taste das Workout-Menü, alternativ kann man die Taste mit einem bestimmten Training belegen oder die Stoppuhr, Taschenlampe oder Wassersperre aktivieren. Andere Funktionen kann man diesem Knopf aber nicht zuweisen.
Die obere Taste führt zum Startbildschirm zurück. Ein doppeltes Tippen öffnet standardmäßig die zuletzt genutzte App, kann aber auch für andere Funktionen belegt werden. Längeres Drücken startet Bixby, wobei alternativ auch der Google Assistant oder das Ausschaltmenü verfügbar wären. Die untere Taste dient als Zurück-Button, lässt sich alternativ so konfigurieren, dass sie eine Übersicht der geöffneten Apps anzeigt.
Mit der Watch Ultra 2025 führt Samsung Wear OS 6 samt One UI Watch 8 ein. Die Software ist übersichtlich, bietet eine große App-Auswahl und zählt zu den smartesten Uhr-Systemen. Neu ist unter anderem das Stapeln von Widgets, was die Bedienung flexibler macht. Auch das 2024er-Modell wird dieses Software-Update im Laufe der Zeit erhalten.
Wischbewegungen ermöglichen eine einfache Navigation durch die Menüs. Eine physische Lünette fehlt, jedoch gibt es eine digitale Variante, bei der durch Wischen am Display-Rand durch die Informationskacheln gescrollt wird. Jede Eingabe wird durch haptisches Feedback bestätigt. Sprachbefehle können über Bixby oder Google Assistant ausgeführt werden.
Training
Der Pulssensor der Watch Ultra liefert präzise Messungen, selbst bei stark schwankender Belastung. Auch die Schrittzählung ist präzise, jedoch wirkt das GPS beim Laufen weniger genau. Samsung bietet zahlreiche Trainingsprofile. Allerdings fühlt man sich bei der Auswahl fast erschlagen. Für etliche Übungen im Fitnessstudio gibt es eigene Profile, ein einfaches Profil für „Krafttraining“ fehlt allerdings. Die automatische Trainingserkennung funktioniert zuverlässig. Sie erkennt schnell, wenn man Rad fährt, und pausiert die Aufzeichnung bei Stopps automatisch. Zudem erinnert die Uhr nach einer Stunde Inaktivität daran, sich zu bewegen.
Während des Trainings zeigt die Watch Ultra Daten wie Distanz, maximale Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch und Pulsverlauf an. Eine umfassende Analyse erfolgt in der Samsung Health App, die auch einen „Laufcoach“ bietet. Zusätzlich misst die Uhr den Blutsauerstoffgehalt und das Stresslevel. Die „erweiterten Laufmetriken“ analysieren den Laufstil und bieten Optimierungsvorschläge.
Schlaf & Gesundheit
Neben Sportfunktionen überwacht die Uhr präzise den Schlaf und unterteilt ihn in verschiedene Phasen wie Leichtschlaf, Tiefschlaf, REM und Wachphasen. Sie bewertet das Energielevel des Nutzers, basierend auf der Schlafqualität und den vorherigen Aktivitäten.
Da das 2024er-Modell fürhte beim Schlaf die Messung des AGEs-Index (Advanced Glycation End-products), der Aufschluss über das Ausmaß von Glykationsendprodukten im Körper gibt. Diese Verbindungen, die durch die Bindung von Zucker an Proteine oder Fette entstehen, sind mit altersbedingten und chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen verbunden.
Neu bei der Watch Ultra 2025 ist die Antioxidantien-Messung. Dafür nimmt man die Uhr ab und legt den Daumen auf die Sensoren auf der Rückseite. Die Ergebnisse dienen eher als grober Trend, da eine exakte Analyse nur im Labor über Blut- oder Urinproben möglich ist – somit eher eine Wellness-Funktion.
Akku: Wie lange hält die Galaxy Watch Ultra?
Der wohl größte Vorteil gegenüber der Galaxy Watch 7 ist die für Wear OS verhältnismäßig lange Akkulaufzeit. Ohne Always-On-Display und das Tragen im Schlaf kamen wir im Test mit der Uhr sogar auf drei Tage Akkulaufzeit. Trägt man sie nachts und nutzt das Always-On-Display, sind knapp zwei Tage drin.
Mit dem mitgelieferten Ladepad benötigt die Watch Ultra fast zwei Stunden für eine volle Ladung. Das ist nicht besonders schnell. Leider lässt sich die Uhr nicht über andere Qi-Ladematten oder das Smartphone aufladen. Ein Netzteil ist im Lieferumfang nicht enthalten, hier muss man darauf achten, dass man ein Netzteil mit USB-C-Anschluss (Bestenliste) nutzt.
Preis: Was kostet die Galaxy Watch Ultra?
Der Aufpreis ist gehörig für das Ultra-Modell. Die UVP liegt bei stolzen 699 Euro. Es gibt ausschließlich eine Variante mit LTE via eSIM. Erhältlich sind die Armbandfarben Orange, Weiß und Dunkelgrau. Es gibt zudem zahlreiche Armbänder. Straßenpreise für das 2024er-Modell beginnen mittlerweile bei rund 349 Euro. Das 2025er-Modell ist mit 378 Euro teurer.
Fazit
Die Samsung Galaxy Watch Ultra ist eine robuste, sportliche Smartwatch mit bis zu drei Tagen Akkulaufzeit. Das helle OLED-Display bleibt auch in der Sonne gut ablesbar, und dank Wear OS stehen zahlreiche Fitness- und Gesundheitsfunktionen zur Verfügung. Das EKG funktioniert jedoch nur mit Samsung-Smartphones.
Weniger überzeugend ist die GPS-Genauigkeit. Das klobige Design passt gut zum Outdoor-Einsatz mit Wasserschutz bis 10 ATM, wirkt aber weniger edel, als es der hohe Preis erwarten lässt. Für Taucher ist sie im Gegensatz zur Apple-Alternative nicht gedacht.
Das 2025er-Modell bringt überschaubare Neuerungen: 64 GB Speicher, ein neues blaues Armband, neueste Software samt Antioxidantien-Messung, bekannt aus der Galaxy Watch 8-Serie. Allerdings ist der Preis erneut hoch – auf Vorjahresniveau. Wer sparen will, greift besser zum 2024er-Modell.
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Die Schland-App kommt: SAP und Telekom sollen zentrale Bürger-App bauen
SAP und Deutsche Telekom sollen laut einem Bericht des Handelsblatts eine Bürger-App umsetzen, die zentralen Zugang zu staatlichen Leistungen bietet. Dem Bericht nach handelt es sich um eine „KI-basierte Verwaltungsplattform“ der Bundesregierung, über die Bürger Anträge stellen, Termine buchen, ihre Identität verifizieren und Informationen abrufen können. Die Zeitung beruft sich dabei auf Projektdokumente sowie auf Teilnehmer einer Roadshow des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS).
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Alle drei Projektpartner bestätigten dem Handelsblatt auch Pläne für die App. „Ziel ist es, die Verwaltung effizienter, schneller und serviceorientierter zu gestalten – mit weniger Bürokratie, kürzeren Bearbeitungszeiten und einem nahtlosen One-Stop-Shop“, sagte demnach ein Sprecher des BMDS. Eine Vorstellung der Anwendung werde noch zu einem gesonderten Zeitpunkt kommuniziert, auch ein Name stehe noch nicht fest. Digitalminister Karsten Wildberger bevorzuge die Bezeichnung „Deutschland-App“.
Kindergeldanträge und Unternehmensgründungen
Wildberger hatte die App bereits im Februar bei einer Konferenz erwähnt und angekündigt, dass sie gemeinsam mit der EUDI-Wallet das Verhältnis zwischen Bürger und Staat grundlegend verändern werde. Die Nutzung bleibe aber freiwillig, erklärte Wildberger: „Es geht nicht darum, dass der Staat alles weiß, sondern dass jeder selbst entscheiden kann, wie er die digitalen Dienste nutzt.“
Die meisten Anwendungsfälle für die App sollen aus dem Arbeits- und Sozialministerium stammen, Ministerin Bärbel Bas hatte bereits ein „zentrales digitales Sozialportal“ angekündigt. Erste Dienste sollen unter anderem Kindergeldanträge, Wohnsitzanmeldungen, Grundsicherung im Alter und die Gründung von Unternehmen sein. Die Telekom arbeitet laut dem Bericht an einem ersten Prototyp, der noch im April vorliegen soll. Zunächst soll die App in mehreren Pilotkommunen wie Hamburg, Dresden, Nürnberg und Wiesbaden sowie bei der Bundesagentur für Arbeit getestet werden, bevor die schrittweise Einführung erfolgt.
SAP, Telekom und ein bisschen Schwarz Digits
Der operative Betrieb soll laut Handelsblatt bei der Telekom liegen, Tochter T-Systems kümmere sich um Cloud-Infrastruktur und die Speicherung der Daten. SAPs Business Technology Platform (BTP) soll als technische Plattform für die App dienen und die Verarbeitung von Daten sowie die Steuerung der Prozesse übernehmen. Auch KI wird von SAP beigesteuert. So solle es „lernende KI-Agenten“ geben, die Nutzer durch Anträge führen und Verwaltungsprozesse automatisieren. „KI führt und unterstützt bei der Antragstellung. Komplexität der Prozesse rückt in den Hintergrund“, zitiert das Handelsblatt aus dem Konzept.
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Auch Schwarz Digits ist offenbar mit an Bord. Die Digitalsparte der Schwarz Gruppe übernimmt die Integration des quelloffenen Messengers Wire in die App, Abstimmungen dazu seien bereits erfolgt. Wire soll als sicherer Kommunikationskanal zwischen Bürgern und Behörden dienen.
Eine Ausschreibung gab es für das ambitionierte Vorhaben offenbar nicht. Sie sei auch nicht erforderlich gewesen, weil SAP und Telekom bereits entsprechende Rahmenverträge haben. Ein Sprecher des BMDS sagte dem Handelsblatt: „Für diesen Auftrag wird ein Rahmenvertrag aus dem Kaufhaus des Bundes genutzt.“
(axk)
Künstliche Intelligenz
Epowerfun EPF-2 Pro im Test: Überraschend viel E-Scooter ab 569 Euro
Der preiswerte Epowerfun EPF-2 Pro gefällt im Test mit Wechselakku, einstellbarer Vollfederung und hellem Blinker vorne und hinten.
Nun zeigt Epowerfun mit dem EPF-2 Pro ein seltenes Feature: einen herausnehmbaren Wechselakku, etwa zum Laden in der Wohnung oder im Büro. Ein optionaler Zweitakku verlängert die Gesamtreichweite.
Epowerfun bietet den EPF-2 Pro in zwei Grundvarianten an. Die Wechselakku-Modelle kommen mit 490 Wh oder 653 Wh und starten bei 689 Euro, im Bundle mit Zusatzakku ab 889 Euro. Wer auf den Wechselakku verzichten kann, greift zu den drei Festakku-Modellen mit 490, 612 oder 816 Wh ab 569 Euro. Wir haben die Wechselakku-Variante getestet.
Aufbau, Optik & Verarbeitung
Die Lieferung erfolgt in einer rein kartonbasierten Verpackung. Kein Styropor, kein Plastikmüll. Das ist umweltfreundlich und einfach zu entsorgen.
Der E-Scooter kommt weitgehend vormontiert. Lenker mit beiliegendem Inbus-Werkzeug befestigen, Reifendruck prüfen, bei Bedarf die Heckfederung mit dem mitgelieferten Spezialschlüssel auf das eigene Körpergewicht einstellen – fertig. Dass ein solcher Spezialschlüssel beiliegt, ist selten und gern gesehen. Auspacken und Montage dauern unter zehn Minuten. Wir empfehlen bei jeder Fahrt das Tragen eines Helms (Bestenliste).
Epowerfun EPF-2 Pro Bilder
Optisch gibt sich der EPF-2 Pro clean und minimalistisch. Die gleichmäßige Lackierung wirkt hochwertig. Nur ein einziges Kabel bleibt sichtbar: das Kabel des Bremshebels, das sauber in der Lenkstange verschwindet.
Die Verarbeitung überzeugt auf ganzer Linie: Ein stabiler Rahmen und präzise Passungen sorgen dafür, dass absolut nichts wackelt oder klappert. Zudem hält die IP65-Zertifizierung Staub und Strahlwasser zuverlässig fern.
Ein kleines Manko ist jedoch die starre Lenkstange, die sich nicht in der Höhe verstellen lässt – ein klarer Nachteil für besonders große oder kleine Fahrer. Mit einem Gewicht von 22 bis 24 Kilogramm, je nach gewählter Akku-Variante, macht sich der E-Scooter zudem beim Tragen über Treppen deutlich bemerkbar.
Ein wichtiger Pluspunkt: Epowerfun ist ein deutscher Hersteller mit gutem Service. Ersatzteile sind einzeln verfügbar.
Lenker & Display
Der Lenker liegt angenehm in der Hand. Bequeme, wenn auch keine ergonomischen Griffe, stabile Standposition, angenehme Breite. Rechts sitzt der gummierte Daumenregler für das Gas, links der Bremshebel – ebenfalls als Daumenhebel mit gummierter Oberfläche. Beide sind gut erreichbar, ohne den Blick von der Straße nehmen zu müssen.
Die kompakte Bedieneinheit am Lenker schützt ihre Schalter mit Gummikappen vor Feuchtigkeit. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl: S für sportlich, D für normal und Eco mit Schiebehilfe bei 5 km/h.
Das Display misst 78 × 56 mm und gehört zu den größeren am Markt. Es zeigt unter anderem Geschwindigkeit, Akkustand, Fahrmodus und aktuelle Leistung. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt es gut ablesbar. Optisch wirkt es eher funktional als modern – die Informationsdichte stimmt aber.
Das Frontlicht strahlt mit 80 Lux ausgesprochen hell. Es lässt sich im Winkel und in der Höhe verstellen. Ein seitliches Leuchtelement verbessert die Sichtbarkeit. Das Rücklicht leuchtet dauerhaft und beim Bremsen zusätzlich als helles, automatisches Bremslicht auf. Ein Reflektor ergänzt die Sichtbarkeit nach hinten.
Blinker finden sich beim EPF-2 Pro sowohl vorne an den Lenkerenden als auch hinten am Heck – eine echte Seltenheit in dieser Preisklasse. Während die meisten Konkurrenten wie der Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht) oder der Navee ST3 Pro (Testbericht) auf hintere Signalleuchten verzichten, leuchten diese hier angenehm hell. Zudem geben sie ein akustisches Signal ab, das sich bei Bedarf über die App deaktivieren lässt. Gesteuert wird das Ganze bequem mit der linken Hand, sodass der Griff am Lenker jederzeit sicher bleibt.
Fahren
Das Fahrgefühl des EPF-2 Pro ist stabil und vorhersagbar. Gute Geometrie und Heckantrieb sorgen für ein ruhiges Fahrverhalten, auch bei höheren Geschwindigkeiten. In Kurven liegt der E-Scooter sicher. Die Lenkung reagiert direkt und der Wendekreis ist klein.
Das Trittbrett misst etwa 45,5 × 16,5 cm. Es fühlt sich etwas kurz an. Hinten ist es hochgezogen, da darunter die hintere Federung sitzt – eine gute Platzierung, die aber Fahrer mit großen Füßen einschränken kann. Die Standfläche selbst bietet guten Grip. Die maximale Zuladung beträgt 120 kg – da hätten wir uns mehr erhofft.
Die Gasdosierung gelingt feinfühlig. Gas- und Bremsreaktionen lassen sich in der App abstimmen – von sanft bis direkt.
Motor
Der 48-Volt-Heckantrieb leistet 500 Watt nominal und 1200 Watt in der Spitze. Gegenüber dem Standard-EPF-2 bietet er rund 20 Prozent mehr Drehmoment. Das Anfahren erfolgt gemütlich, aber konstant. Kein Beschleunigungsmonster, aber für Stadt und leichte Touren absolut ausreichend.
Der Motor läuft nahezu geräuschlos. Auch bei niedrigem Akkustand bleibt die Leistung konstant. Moderate Steigungen meistert er problemlos. Bei sehr hohem Fahrergewicht nahe 120 kg ist die Leistung allerdings grenzwertig. Die Höchstgeschwindigkeit nutzt das gesetzlich erlaubte Maximum von 22 km/h voll aus.
Bremsen
Vorne arbeitet eine wartungsarme Trommelbremse. Sie steuert gleichzeitig auch die hintere Bremse an. Dort bremst eine dosierbare, verschleißfreie E-Bremse mit Rekuperation über einen eigenen Daumenhebel links. Der kombinierte Bremsweg ist gut, die Verzögerung zuverlässig und sicher.
Ein Punkt fällt auf: Anfangs greift die E-Bremse etwas zu hart zu und lässt sich schwer dosieren. Über die App kann die Bremsempfindlichkeit jedoch weicher eingestellt werden. Danach funktioniert das System gut.
Federung
Die Vollfederung ist eines der Highlights des EPF-2 Pro. Vorne kommt die bewährte Federgabel zum Einsatz. Hinten sitzt eine Stahlfeder, die mit dem beiliegenden Spezialschlüssel auf das Fahrergewicht eingestellt werden kann.
Bordsteine, Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster absorbiert die Federung gut. Feldwege verlieren ihren Schrecken. Allerdings knallt sie etwas hart in die Ursprungsposition zurück. Das ist besonders bei höherem Fahrergewicht spürbar. Trotzdem: Der Unterschied zu einem ungefederten E-Scooter ist enorm.
Die 10-Zoll-Luftreifen ergänzen die Federung und schlucken zusätzlich kleinere Unebenheiten. Das Zusammenspiel ergibt ein komfortables Fahrgefühl auf fast allen Untergründen.
App
Die Epowerfun-App verbindet sich per Bluetooth schnell und stabil. Das Pairing erfolgt unkompliziert mit dem Start-Code 888888. Eine aufwendige Registrierung verlangt die App nicht – ein klarer Pluspunkt gegenüber Segway und Navee, die den Nutzer vor der ersten Fahrt zur Kontoerstellung zwingen.
Die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich. Die Maximalgeschwindigkeit lässt sich zwischen 6 und 22 km/h begrenzen. Gas- und Bremsempfindlichkeit können stufenlos angepasst werden. Der Blinker-Ton lässt sich ein- oder ausschalten. Eine Wegfahrsperre schützt vor unbefugter Nutzung. Display-Helligkeit und Software-Updates steuert der Nutzer ebenfalls über die App.
Für Technikinteressierte zeigt die App Live-Daten zu Spannung, Temperatur, Stromstärke und Tour-Distanz. Das Interface ist schlicht und funktional. Navigation oder Kartenfunktionen gibt es nicht.
Akku
Der Wechselakku ist das zentrale Feature des EPF-2 Pro. Mit einem Schlüssel lässt sich der 48-Volt-Lithium-Ionen-Akku aus dem Trittbrett entnehmen. Er wiegt je nach Variante 3,4 bis 4 kg. Separat laden in der Wohnung, im Büro oder unterwegs – kein Problem. Das Trittbrett bleibt bei entnommenem Akku offen.
Zwei Kapazitäten stehen zur Wahl: 490 Wh (ca. 10,2 Ah) und 653 Wh (ca. 13,6 Ah). Laut Hersteller reicht der kleine Akku für bis zu 60 km, der große für bis zu 80 km. Diese Werte gelten unter Idealbedingungen: 75 kg Fahrergewicht, 20 km/h, ebene Strecke, 25 °C.
In der Realität erreichen wir mit dem 490-Wh-Akku bei 85 kg Fahrergewicht, gemischtem Gelände und zügiger Fahrt rund 35 km. Mit dem 653-Wh-Akku sind bis zu 50 km realistisch. Bei Kälte sinkt die Reichweite deutlich – im Winter um bis zu 30 Prozent. Wer einen Zweitakku mitführt, verdoppelt die Reichweite. In der Praxis sind dann 70 bis 100 km möglich. Die Ladezeit beträgt etwa 4,5 Stunden pro Akku.
Der Vorteil liegt auf der Hand: kein schweres Scooter-Schleppen, schneller Tausch unterwegs. Allerdings kosten Wechselakku-Varianten mehr als Festakku-Modelle gleicher Kapazität.
Preis
Die Festakku-Varianten des EPF-2 Pro starten bei 569 Euro (490 Wh). Die Wechselakku-Modelle kosten ab 689 Euro (490 Wh). Im Bundle mit Zweitakku liegt der Einstiegspreis bei 889 Euro.
Fazit
Der Epowerfun EPF-2 Pro löst mit seinem Wechselakku ein echtes Alltagsproblem. Akku raus, nach oben tragen, laden – fertig. Kein Schleppen des gesamten E-Scooters mehr. Mit optionalem Zweitakku verdoppelt sich die Reichweite. Das bietet in dieser Preisklasse kein anderer Hersteller.
Der 1200-Watt-Motor beschleunigt kraftvoll und leise auf die vollen 22 km/h. Die einstellbare Vollfederung sorgt für hohen Komfort auf fast allen Untergründen. Der Doppel-Blinker vorn und hinten sowie das 80-Lux-Frontlicht mit seitlichem Leuchtelement erhöhen die Sicherheit spürbar. Die App bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten ohne Registrierungszwang. Und als deutscher Hersteller liefert Epowerfun einzeln verfügbare Ersatzteile und guten Service.
Schwächen zeigen sich beim etwas kurzen Trittbrett, der bei harten Schlägen zurückknallenden Federung und dem nicht höhenverstellbaren Lenker. Bei sehr hohem Fahrergewicht nahe 120 kg stößt der Motor an seine Grenzen. Für den Preis bekommt man dennoch einen durchdachten E-Scooter mit Wechselakku, der die Konkurrenz in puncto Alltagstauglichkeit alt aussehen lässt.
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