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Künstliche Intelligenz

Epowerfun EPF-2 Pro im Test: Überraschend viel E-Scooter ab 569 Euro


Der preiswerte Epowerfun EPF-2 Pro gefällt im Test mit Wechselakku, einstellbarer Vollfederung und hellem Blinker vorne und hinten.

Nun zeigt Epowerfun mit dem EPF-2 Pro ein seltenes Feature: einen herausnehmbaren Wechselakku, etwa zum Laden in der Wohnung oder im Büro. Ein optionaler Zweitakku verlängert die Gesamtreichweite.

Epowerfun bietet den EPF-2 Pro in zwei Grundvarianten an. Die Wechselakku-Modelle kommen mit 490 Wh oder 653 Wh und starten bei 689 Euro, im Bundle mit Zusatzakku ab 889 Euro. Wer auf den Wechselakku verzichten kann, greift zu den drei Festakku-Modellen mit 490, 612 oder 816 Wh ab 569 Euro. Wir haben die Wechselakku-Variante getestet.

Aufbau, Optik & Verarbeitung

Die Lieferung erfolgt in einer rein kartonbasierten Verpackung. Kein Styropor, kein Plastikmüll. Das ist umweltfreundlich und einfach zu entsorgen.

Der E-Scooter kommt weitgehend vormontiert. Lenker mit beiliegendem Inbus-Werkzeug befestigen, Reifendruck prüfen, bei Bedarf die Heckfederung mit dem mitgelieferten Spezialschlüssel auf das eigene Körpergewicht einstellen – fertig. Dass ein solcher Spezialschlüssel beiliegt, ist selten und gern gesehen. Auspacken und Montage dauern unter zehn Minuten. Wir empfehlen bei jeder Fahrt das Tragen eines Helms (Bestenliste).

Optisch gibt sich der EPF-2 Pro clean und minimalistisch. Die gleichmäßige Lackierung wirkt hochwertig. Nur ein einziges Kabel bleibt sichtbar: das Kabel des Bremshebels, das sauber in der Lenkstange verschwindet.

Die Verarbeitung überzeugt auf ganzer Linie: Ein stabiler Rahmen und präzise Passungen sorgen dafür, dass absolut nichts wackelt oder klappert. Zudem hält die IP65-Zertifizierung Staub und Strahlwasser zuverlässig fern.

Ein kleines Manko ist jedoch die starre Lenkstange, die sich nicht in der Höhe verstellen lässt – ein klarer Nachteil für besonders große oder kleine Fahrer. Mit einem Gewicht von 22 bis 24 Kilogramm, je nach gewählter Akku-Variante, macht sich der E-Scooter zudem beim Tragen über Treppen deutlich bemerkbar.

Ein wichtiger Pluspunkt: Epowerfun ist ein deutscher Hersteller mit gutem Service. Ersatzteile sind einzeln verfügbar.

Lenker & Display

Der Lenker liegt angenehm in der Hand. Bequeme, wenn auch keine ergonomischen Griffe, stabile Standposition, angenehme Breite. Rechts sitzt der gummierte Daumenregler für das Gas, links der Bremshebel – ebenfalls als Daumenhebel mit gummierter Oberfläche. Beide sind gut erreichbar, ohne den Blick von der Straße nehmen zu müssen.

Epowerfun EPF-2 Pro Bilder

Die kompakte Bedieneinheit am Lenker schützt ihre Schalter mit Gummikappen vor Feuchtigkeit. Drei Fahrmodi stehen zur Wahl: S für sportlich, D für normal und Eco mit Schiebehilfe bei 5 km/h.

Das Display misst 78 × 56 mm und gehört zu den größeren am Markt. Es zeigt unter anderem Geschwindigkeit, Akkustand, Fahrmodus und aktuelle Leistung. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt es gut ablesbar. Optisch wirkt es eher funktional als modern – die Informationsdichte stimmt aber.

Das Frontlicht strahlt mit 80 Lux ausgesprochen hell. Es lässt sich im Winkel und in der Höhe verstellen. Ein seitliches Leuchtelement verbessert die Sichtbarkeit. Das Rücklicht leuchtet dauerhaft und beim Bremsen zusätzlich als helles, automatisches Bremslicht auf. Ein Reflektor ergänzt die Sichtbarkeit nach hinten.

Epowerfun EPF-2 Pro Bilder

Blinker finden sich beim EPF-2 Pro sowohl vorne an den Lenkerenden als auch hinten am Heck – eine echte Seltenheit in dieser Preisklasse. Während die meisten Konkurrenten wie der Segway Ninebot Max G3 D (Testbericht) oder der Navee ST3 Pro (Testbericht) auf hintere Signalleuchten verzichten, leuchten diese hier angenehm hell. Zudem geben sie ein akustisches Signal ab, das sich bei Bedarf über die App deaktivieren lässt. Gesteuert wird das Ganze bequem mit der linken Hand, sodass der Griff am Lenker jederzeit sicher bleibt.

Fahren

Das Fahrgefühl des EPF-2 Pro ist stabil und vorhersagbar. Gute Geometrie und Heckantrieb sorgen für ein ruhiges Fahrverhalten, auch bei höheren Geschwindigkeiten. In Kurven liegt der E-Scooter sicher. Die Lenkung reagiert direkt und der Wendekreis ist klein.

Epowerfun EPF-2 Pro Bilder

Das Trittbrett misst etwa 45,5 × 16,5 cm. Es fühlt sich etwas kurz an. Hinten ist es hochgezogen, da darunter die hintere Federung sitzt – eine gute Platzierung, die aber Fahrer mit großen Füßen einschränken kann. Die Standfläche selbst bietet guten Grip. Die maximale Zuladung beträgt 120 kg – da hätten wir uns mehr erhofft.

Die Gasdosierung gelingt feinfühlig. Gas- und Bremsreaktionen lassen sich in der App abstimmen – von sanft bis direkt.

Motor

Der 48-Volt-Heckantrieb leistet 500 Watt nominal und 1200 Watt in der Spitze. Gegenüber dem Standard-EPF-2 bietet er rund 20 Prozent mehr Drehmoment. Das Anfahren erfolgt gemütlich, aber konstant. Kein Beschleunigungsmonster, aber für Stadt und leichte Touren absolut ausreichend.

Epowerfun EPF-2 Pro Bilder

Der Motor läuft nahezu geräuschlos. Auch bei niedrigem Akkustand bleibt die Leistung konstant. Moderate Steigungen meistert er problemlos. Bei sehr hohem Fahrergewicht nahe 120 kg ist die Leistung allerdings grenzwertig. Die Höchstgeschwindigkeit nutzt das gesetzlich erlaubte Maximum von 22 km/h voll aus.

Bremsen

Vorne arbeitet eine wartungsarme Trommelbremse. Sie steuert gleichzeitig auch die hintere Bremse an. Dort bremst eine dosierbare, verschleißfreie E-Bremse mit Rekuperation über einen eigenen Daumenhebel links. Der kombinierte Bremsweg ist gut, die Verzögerung zuverlässig und sicher.

Epowerfun EPF-2 Pro Bilder

Ein Punkt fällt auf: Anfangs greift die E-Bremse etwas zu hart zu und lässt sich schwer dosieren. Über die App kann die Bremsempfindlichkeit jedoch weicher eingestellt werden. Danach funktioniert das System gut.

Federung

Die Vollfederung ist eines der Highlights des EPF-2 Pro. Vorne kommt die bewährte Federgabel zum Einsatz. Hinten sitzt eine Stahlfeder, die mit dem beiliegenden Spezialschlüssel auf das Fahrergewicht eingestellt werden kann.

Bordsteine, Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster absorbiert die Federung gut. Feldwege verlieren ihren Schrecken. Allerdings knallt sie etwas hart in die Ursprungsposition zurück. Das ist besonders bei höherem Fahrergewicht spürbar. Trotzdem: Der Unterschied zu einem ungefederten E-Scooter ist enorm.

Epowerfun EPF-2 Pro Bilder

Die 10-Zoll-Luftreifen ergänzen die Federung und schlucken zusätzlich kleinere Unebenheiten. Das Zusammenspiel ergibt ein komfortables Fahrgefühl auf fast allen Untergründen.

App

Die Epowerfun-App verbindet sich per Bluetooth schnell und stabil. Das Pairing erfolgt unkompliziert mit dem Start-Code 888888. Eine aufwendige Registrierung verlangt die App nicht – ein klarer Pluspunkt gegenüber Segway und Navee, die den Nutzer vor der ersten Fahrt zur Kontoerstellung zwingen.

Die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich. Die Maximalgeschwindigkeit lässt sich zwischen 6 und 22 km/h begrenzen. Gas- und Bremsempfindlichkeit können stufenlos angepasst werden. Der Blinker-Ton lässt sich ein- oder ausschalten. Eine Wegfahrsperre schützt vor unbefugter Nutzung. Display-Helligkeit und Software-Updates steuert der Nutzer ebenfalls über die App.

Für Technikinteressierte zeigt die App Live-Daten zu Spannung, Temperatur, Stromstärke und Tour-Distanz. Das Interface ist schlicht und funktional. Navigation oder Kartenfunktionen gibt es nicht.

Akku

Der Wechselakku ist das zentrale Feature des EPF-2 Pro. Mit einem Schlüssel lässt sich der 48-Volt-Lithium-Ionen-Akku aus dem Trittbrett entnehmen. Er wiegt je nach Variante 3,4 bis 4 kg. Separat laden in der Wohnung, im Büro oder unterwegs – kein Problem. Das Trittbrett bleibt bei entnommenem Akku offen.

Epowerfun EPF-2 Pro Bilder

Zwei Kapazitäten stehen zur Wahl: 490 Wh (ca. 10,2 Ah) und 653 Wh (ca. 13,6 Ah). Laut Hersteller reicht der kleine Akku für bis zu 60 km, der große für bis zu 80 km. Diese Werte gelten unter Idealbedingungen: 75 kg Fahrergewicht, 20 km/h, ebene Strecke, 25 °C.

In der Realität erreichen wir mit dem 490-Wh-Akku bei 85 kg Fahrergewicht, gemischtem Gelände und zügiger Fahrt rund 35 km. Mit dem 653-Wh-Akku sind bis zu 50 km realistisch. Bei Kälte sinkt die Reichweite deutlich – im Winter um bis zu 30 Prozent. Wer einen Zweitakku mitführt, verdoppelt die Reichweite. In der Praxis sind dann 70 bis 100 km möglich. Die Ladezeit beträgt etwa 4,5 Stunden pro Akku.

Epowerfun EPF-2 Pro Bilder

Der Vorteil liegt auf der Hand: kein schweres Scooter-Schleppen, schneller Tausch unterwegs. Allerdings kosten Wechselakku-Varianten mehr als Festakku-Modelle gleicher Kapazität.

Preis

Die Festakku-Varianten des EPF-2 Pro starten bei 569 Euro (490 Wh). Die Wechselakku-Modelle kosten ab 689 Euro (490 Wh). Im Bundle mit Zweitakku liegt der Einstiegspreis bei 889 Euro.

Fazit

Der Epowerfun EPF-2 Pro löst mit seinem Wechselakku ein echtes Alltagsproblem. Akku raus, nach oben tragen, laden – fertig. Kein Schleppen des gesamten E-Scooters mehr. Mit optionalem Zweitakku verdoppelt sich die Reichweite. Das bietet in dieser Preisklasse kein anderer Hersteller.

Der 1200-Watt-Motor beschleunigt kraftvoll und leise auf die vollen 22 km/h. Die einstellbare Vollfederung sorgt für hohen Komfort auf fast allen Untergründen. Der Doppel-Blinker vorn und hinten sowie das 80-Lux-Frontlicht mit seitlichem Leuchtelement erhöhen die Sicherheit spürbar. Die App bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten ohne Registrierungszwang. Und als deutscher Hersteller liefert Epowerfun einzeln verfügbare Ersatzteile und guten Service.

Schwächen zeigen sich beim etwas kurzen Trittbrett, der bei harten Schlägen zurückknallenden Federung und dem nicht höhenverstellbaren Lenker. Bei sehr hohem Fahrergewicht nahe 120 kg stößt der Motor an seine Grenzen. Für den Preis bekommt man dennoch einen durchdachten E-Scooter mit Wechselakku, der die Konkurrenz in puncto Alltagstauglichkeit alt aussehen lässt.



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Künstliche Intelligenz

Product Owner AI Day 2026: Konferenz und Workshop für KI im Produktmanagement


Künstliche Intelligenz ist inzwischen in der Produktarbeit angekommen. Nach der erfolgreichen Erstausgabe des Product Owner AI Day im Herbst 2025 findet die Online-Konferenz am 9. Juli 2026 zum zweiten Mal statt. Der Schwerpunkt liegt dieses Mal auf KI-Agenten und Automationen, um Workflows im Arbeitsalltag zu vereinfachen, Produkte mit KI sinnvoll zu gestalten und bessere Produktentscheidungen zu treffen. Ausgerichtet wird die Konferenz von dpunkt.verlag und iX in Kooperation mit Marc Bless. Frühbucher profitieren derzeit von vergünstigten Preisen.

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Der Product Owner AI Day richtet sich an all jene, die an der Schnittstelle von Produkt, Technologie und Innovation arbeiten – etwa Product Owner, Produktmanagerinnen, Innovation-Manager oder Product Leads und Heads of Product.


Marc Bless

Marc Bless

Marc Bless hat 1984 angefangen, Software zu entwickeln. In den 90ern hat er Informatik mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz studiert und beschäftigt sich seit 1996 mit adaptiven Systemen, agilen Methoden und intelligenten Automatisierungen. Als Gründer und Geschäftsführer von BlessAI unterstützt er Unternehmen dabei, künstliche Intelligenz strategisch zu integrieren.

Am Tag nach der Online-Konferenz, dem 10. Juli, bietet Marc Bless einen ganztägigen Online-Workshop an. Dort können Produktmanagerinnen und -manager sowie Product Owner in einen KI-Deep-Dive eintauchen. Sie lernen praktisch, wie sie mit Automationen und KI-Agenten echte Produktivitätsgewinne erzielen und komplette Workflows neu denken. Wer teilnimmt, sollte sowohl Zugang zu KI-Tools als auch bereits eine grundlegende Erfahrung damit besitzen. Detaillierte Angaben zu den Voraussetzungen sind auf der Konferenz-Website hinterlegt.

Am Ende des Tages sollen die Workshop-Besucher ein tiefes Verständnis für moderne KI-Anwendungen über ChatGPT hinaus mitnehmen, eigene Automationen und Agenten für ihre tägliche Arbeit konzipieren können und wissen, wie sie ihre Effizienz durch smarte, wiederverwendbare Workflows steigern können.

Ein Ticket für den Workshop lässt sich im Online-Ticketshop für 599 Euro (zzgl. MwSt.) buchen.

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Das Programm der Online-Konferenz am 9. Juli besteht aus sechs jeweils 45-minütigen Vorträgen sowie einer Abschlussdiskussion unter Moderation von Marc Bless mit den Referentinnen und Referenten des Tages. Die Vorträge gehen praxisnah darauf ein, wie künstliche Intelligenz in der Produktentwicklung unterstützen kann.

So zeigt Gregor Biswanger unter dem Motto „Nichts lügt mehr als eine veraltete Dokumentation“, wie sich KI durch Spec-Driven Development präzise steuern lässt. Miriam Suchet demonstriert, wie Product Owner mit KI in fünf konkreten Schritten von der tragfähigen Vision bis zur Stakeholder-Freigabe kommen, während laut Markus Andrezak künstliche Intelligenz die Fleißarbeit übernehmen kann, damit Menschen zur aktiven Gestaltung zurückkehren können.

Eine grundlegende Veränderung, die mit KI einhergeht, kommt bei Ralf D. Müller zur Sprache: KI-Agenten verschieben die klassische Arbeitsteilung zwischen Product Owner und Developer. Das birgt neue Herausforderungen, etwa dass der Product Owner zum neuen Bottleneck werden könnte. Und schließlich bleibt auch beim KI-Einsatz nach wie vor menschliches Verständnis gefragt: Wie Julia Bastian gleich zum Einstieg in den Tag warnt, kann KI glänzenden „Discovery-Müll“ produzieren, den es erst einmal kritisch zu bewerten gilt.

Frühbucher können noch bis zum 11. Juni sparen: Bis dahin kostet ein Ticket für den Konferenztag 249 Euro (zzgl. 19 % MwSt.), nach Ablauf des Early-Bird-Tarifs 299 Euro. Teams ab drei Personen erhalten zusätzlich gestaffelte Gruppenrabatte, die der Online-Ticketshop automatisch berechnet. Ein Ticket für den Ganztages-Workshop kostet 599 Euro pro Person.

Weitere Informationen zur Konferenz finden sich auf der Website. Dort lässt sich auch ein Newsletter abonnieren, um über diese und weitere Veranstaltungen aus der Reihe inside agile auf dem Laufenden zu bleiben.


(mai)



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Künstliche Intelligenz

CERN-Rat beschließt Strategie-Update: FCC-ee soll LHC-Nachfolger werden


Das europäische Kernforschungszentrum CERN hat einen wegweisenden Schritt in Richtung seiner wissenschaftlichen Zukunft unternommen: Der CERN-Rat hat am 22. Mai 2026 die europäische Strategie für Teilchenphysik aktualisiert und dabei den „Electron-Positron Future Circular Collider“ (FCC-ee) als bevorzugtes nächstes Großprojekt empfohlen. Das Strategie-Update war im März 2024 eingeleitet worden und stützt sich auf 263 schriftliche Eingaben aus der weltweiten Teilchenphysik-Community. Die Empfehlungen der Europäischen Strategiegruppe wurden dem CERN-Rat im Dezember 2025 vorgelegt und bilden die Grundlage des nun verabschiedeten Beschlusses.

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Von größtem Interesse bei dieser Langzeitplanung ist das Higgs-Boson. Seit seiner Entdeckung am LHC im Jahr 2012 gilt es als zentrales Werkzeug, um offene Fragen zur Struktur und Entwicklung des Universums zu beantworten. Der FCC-ee würde laut CERN das breiteste Erkundungsprogramm in der Grundlagenphysik bieten – mit herausragendem Entdeckungspotenzial rund um das Higgs-Boson und weitere Elementarteilchen sowie Möglichkeiten zur Entdeckung neuer Physik jenseits des Standardmodells.

Höchste Priorität auf mittlere Sicht hat dem Strategie-Update zufolge jedoch zunächst die vollständige Ausschöpfung des wissenschaftlichen Potenzials des bestehenden LHC durch den Abschluss seiner Hochluminositäts-Upgrades (HiLumi LHC). Der LHC soll bis 2041 in Betrieb bleiben.

Der FCC-ee wäre ein gewaltiges Infrastrukturvorhaben: Bereits 2019 hatte CERN das Konzept vorgestellt – ein ringförmiger Beschleuniger in einem rund 91 km langen Tunnel, rund 200 Meter unter der Erde, mit einem Umfang fast so groß wie das Genfer Becken. Zum Vergleich: Der LHC kommt auf lediglich 27 km Umfang.

Der Grund für die schiere Größe liegt in der Physik: Elektronen und Positronen verlieren beim Durchlaufen von Kurven Energie in Form von Synchrotronstrahlung – je kleiner der Ringradius, desto größer dieser Verlust. Um höhere Kollisionsenergien wirtschaftlich darstellbar zu machen, muss der Ring also zwingend größer werden. Wie der hauseigene CERN Courier berichtet, ist der FCC-ee als Doppelring-Collider mit vier Wechselwirkungspunkten geplant. Er soll Schwerpunktenergien von bis zu 365 GeV erreichen soll – deutlich mehr als die 209 GeV, die sein Vorgänger LEP maximal erzielte. Als Higgs-, Elektroschwach- und Top-Quark-Fabrik soll er in 15 Betriebsjahren unter anderem rund 6 × 10¹² Z-Bosonen, fast 3 × 10⁶ Higgs-Bosonen und 2 × 10⁶ Top-Quark-Paare erzeugen.

In einem zweiten Schritt könnte im selben Tunnel ein Hadronen-Beschleuniger (FCC-hh) mit Kollisionsenergien von bis zu 100 TeV folgen – mehr als siebenmal so viel wie der LHC in seiner finalen Ausbaustufe erreicht. CERN-Generaldirektor Mark Thomson betonte, der FCC-ee würde durch „ultra-präzise Messungen des Higgs-Bosons und anderer Elementarteilchen“ das Wissen über die fundamentalen Bausteine des Universums vertiefen.

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Die abgeschlossene Machbarkeitsstudie zum FCC kommt zu dem Ergebnis, dass der FCC-ee „technisch bereit für den Bau“ ist – sie war im März 2025 veröffentlicht und im November 2025 vom CERN-Rat geprüft worden.

Die Finanzierung bleibt die größte Herausforderung. Die Kosten für die erste Projektphase werden auf rund 16 Milliarden Euro beziffert. Im Dezember 2025 hatten mehrere IT- und Internetmilliardäre insgesamt 860 Millionen Euro zugesagt – darunter die Stiftung von Ex-Google-CEO Eric Schmidt, der französische Internetmilliardär Xavier Niel, der italienische Unternehmer John Elkann und die Breakthrough Prize Foundation.

Der CERN-Rat hat das Management nun beauftragt, Gespräche mit relevanten Behörden und Institutionen in den Mitglieds- und assoziierten Mitgliedstaaten sowie mit der Europäischen Union aufzunehmen, um einen finanziell tragfähigen Finanzierungsplan zu entwickeln. Jährliche Berichte sollen die nationalen Entscheidungsprozesse unterstützen. Auch öffentliche Konsultationen in den CERN-Gastgeberstaaten Frankreich und Schweiz sind vorgesehen.

Eine Entscheidung der CERN-Mitgliedstaaten und internationaler Partner wird um 2028 erwartet. Mehrere Quellen, darunter eine aktuelle Studie im Fachjournal „Frontiers in Physics“, nennen übereinstimmend Mitte bis Ende der 2040er-Jahre als anvisierten Betriebsstart des FCC-ee – nahtlos anschließend an das Ende der LHC-Ära.

Ratspräsident Costas Fountas zeigte sich zuversichtlich: Die Teilchenphysik-Community und der CERN-Rat seien sich einig, dass der FCC-ee das bevorzugte Flaggschiff-Projekt sei, um CERNs weltführende Rolle in der Beschleunigerphysik in den kommenden Jahrzehnten zu sichern.

Welche Entdeckungen ein solcher Collider ermöglichen könnte, deutet bereits die aktuelle Forschung am LHC an: Erst im März 2026 meldete die LHCb-Kollaboration die Entdeckung eines neuen, protonenähnlichen Teilchens.

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(vza)



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Taskforce sieht keine Knappheit bei Kerosin


Die nach dem Beginn des Iran-Kriegs eingesetzte Taskforce der Koalition sieht die Versorgungslage in Deutschland als stabil an. „Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet“, sagte der Co-Vorsitzende Sepp Müller (CDU). Der Sommerurlaub sei sicher. Die Abgeordneten tauschten sich mit Vertretern der Logistikbranche, der chemischen Branche und der Luftverkehrsbranche über die aktuelle Lage aus, wie der Co-Vorsitzende Armand Zorn (SPD) in Berlin sagte. „Im Moment haben wir kein Problem mit der Versorgungssicherheit“, sagte Zorn.

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Sorgen gab es zuletzt wegen einer möglichen Kerosinknappheit. Zorn sagte nun: „Wir haben eine Preisfrage, aber keine Mengenfrage.“ Die Lage sei aber sehr dynamisch. Es gehe darum, beispielsweise in der chemischen Industrie bei Helium, Aluminium, Schwefel oder Düngemittel, dafür zu sorgen, dass die Lieferketten langfristig gesichert seien.

Noch keine Entscheidung gibt es zu einer möglichen Verlängerung des Tankrabatts über Ende Juni hinaus. Zorn hatte sich bereits ablehnend dazu geäußert. Es müsse vielmehr über einen Spritpreisdeckel nachgedacht werden. Einen solchen lehnt aber etwa Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ab. Die seit Anfang Mai geltende Senkung der Energiesteuer für Kraftstoffe soll die Spritpreise in der Summe um 16,7 Cent verringern. Nach Angaben der Monopolkommission wird der Tankrabatt an der Zapfsäule weitgehend weitergegeben.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte gesagt, der Tankrabatt scheine zu wirken: „Und wenn es nicht anders geht, könnte ich mir vorstellen, dass wir darüber diskutieren müssen, ihn zu verlängern.“ Dies hänge von der Preissituation ab. Müller sagte: „Wir scouten und schauen uns die ganze Zeit die Lage an.“ Aktuell sei vereinbart, den Tankrabatt am 30. Juni auslaufen zu lassen. „Ob es darüber hinaus ein weiteres Maßnahmenpaket bedarf, das wird die Lage dann zeigen.

Zorn sagte zu Verstößen gegen die 12-Uhr-Preisregel, die Landesbehörden seien in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass geltendes Recht eingehalten werde. Einer Untersuchung zufolge halten sich Tausende Tankstellen nicht an die Vorschrift. Die Regel gilt seit dem 1. April und schreibt vor, dass Tankstellen nur einmal am Tag – um 12.00 Uhr mittags – die Preise anheben dürfen. Verstöße können laut Gesetz mit einer Geldbuße bis zu einhunderttausend Euro geahndet werden.

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(nie)



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