Künstliche Intelligenz
Krankenhaus-IT-Leiter schlagen Alarm: Geldmangel gefährdet Digitalisierung
Für die Krankenhaus-IT wächst der Druck. Während Politik und Krankenkassen mit dem GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzen wollen, warnen IT-Verantwortliche aus Kliniken davor, dass ausgerechnet die Digitalisierung darunter leiden könnte. Der Bundesverband KH-IT spricht von einem „fragilen“ Fortschritt, der durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) überhaupt erst möglich geworden sei.
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In einer aktuellen Stellungnahme zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz verweist der Verband auf Investitionen in digitale Patientenportale, Interoperabilität, IT-Sicherheit und moderne klinische Arbeitsplatzsysteme. Digitalisierung sei „kein einmaliges Projekt“, sondern ein langfristiger Prozess, der verlässliche Finanzierung brauche.
Angespannte Lage der Krankenhäuser

Vorstand der Krankenhaus-IT-Leiter. In der ersten Reihe stehen Klemens Behl, Schriftführer; Andreas Lockau, Vorsitzender; Henning Zedler, Schatzmeister und Werner Bachmann, juristischer Beirat. In der zweiten Reihe Bastian Stockhausen, Geschäftsführer der KH-IT Service GmbH; Alexandra Heimel, stelllv. Vorsitzende; Jan Halbuer, Beisitzer und Stephan Herz, Beisitzer.
(Bild: Felix Albertin)
Im Gespräch mit heise online schildern Andreas Lockau, Vorsitzender des Bundesverbands KH-IT, Alexandra Heimel, die stellvertretende Vorsitzende des Verbands sowie Jan Halbuer, ebenfalls Vorstandsmitglied, und Bastian Stockhausen, Geschäftsführer der KH-IT Service GmbH, wie angespannt die Lage vieler Häuser inzwischen ist. „Die Gefahr ist groß“, sagt Lockau mit Blick auf mögliche Sparmaßnahmen. „Die Kostenkalkulation in den Häusern wird immer schwieriger. Damit fehlen am Ende Mittel, um Digitalisierung einzuführen und dauerhaft zu betreiben.“ Projekte würden gestoppt oder gar nicht erst begonnen – selbst dann, wenn sie die Versorgung verbessern könnten.
Alexandra Heimel beschreibt die Situation ähnlich: „Im Grunde erfüllen viele Häuser derzeit nur noch die Mindestanforderungen, damit sie keine Sanktionen bekommen.“ Für die eigentliche Weiterentwicklung fehlten Geld, Personal und strategische Unterstützung. Gleichzeitig gingen die Bundesländer bei der Digitalisierung sehr unterschiedlich vor und schafften häufig eigene Strukturen.
Besonders frustrierend sei das bei Projekten, die Beschäftigte entlasten könnten. Lockau nennt etwa mobile Arbeitsplätze und moderne Authentifizierungslösungen: „Pflegekräfte oder Ärzte wollen nicht ständig mit Usernamen und Passwörtern hantieren. Man braucht Systeme und Hardware, die schnell funktionieren und trotzdem sicher sind.“
Parallel wächst der Druck durch neue gesetzliche Vorgaben. Die Herausforderungen wachsen mit TI-Diensten wie der elektronischen Patientenakte oder dem E-Mail-Dienst KIM, aber auch mit Patientenportalen und zahlreichen Großprojekten wie dem Europäischen Gesundheitsdatenraum. Parallel existierten bereits seit Jahren arztgeführte digitale Patientenakten und weitere Systeme wie Patientenportale. „Eigentlich müssten wir die arztgeführte Patientenakte stärken, damit sie im klinischen Alltag sinnvoll nutzbar ist“, so Lockau. „Ein Arzt schaut sich keine 50 PDFs in der ePA an“.
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Hinzu komme die technische Komplexität. „Jeder Datensatz muss klassifiziert werden“, erklärt Heimel. Kliniken müssten festlegen, wo Informationen künftig benötigt werden und wie unterschiedliche Systeme miteinander kommunizieren. „Genau an diesem Punkt fehlen vielen Häusern Ressourcen.“ Heimel verweist zusätzlich auf KI-gestützte Spracherkennung: „Das würde Beschäftigte massiv entlasten und mehr Zeit für Patienten schaffen. Aber solche Systeme lassen sich oft nicht finanzieren.“
Lockau warnt davor, dass mitten im laufenden Umbau die Finanzierung wegbrechen könnte. „Das Krankenhauszukunftsgesetz hat vieles angeschoben. Aber man muss weitermachen. Es kann nicht sein, dass man jetzt mitten im Prozess aufhört, weil die Nachfinanzierung fehlt.“ Besonders kritisch sieht er die Belastung engagierter Beschäftigter: „Man brennt gerade auch die Leute aus, die wirklich Lust auf Digitalisierung haben. Nicht nur die, die es machen müssen.“ Auch die Umstellung vieler Anbieter auf Cloud- und Rechenzentrumsmodelle verschärfe die Kostenprobleme Heimel zufolge. Früher habe man einen Server gekauft und diesen über viele Jahre betrieben.
Sorge vor Cyberangriffen
Große Sorgen bereitet den Beteiligten außerdem die IT-Sicherheit. Die Zahl der Cyberangriffe auf Krankenhäuser oder deren IT-Dienstleister wächst. Aktuell macht der erfolgreiche Angriff auf Unimed Schlagzeilen, ein Abrechnungsdienstleister vieler Krankenhäuser. Im März gab es einen Angriff auf den US-Medizingerätehersteller Stryker. Das Bundesgesundheitsministerium verspricht derweil Milliardeninvestitionen in IT-Sicherheitslösungen.
Aus Krankenhäusern und vom Bundesverband Gesundheits-IT kommt zudem seit längerem Kritik daran, dass es etwa für die ePA keine zentralen Sicherheitslösungen wie einen gemeinsamen Virenscanner gebe. „Das lösen aktuell die Häuser oder Dienstleister selbst“, sagt Lockau. Viele Einrichtungen wären froh über zentralisierte Lösungen. Gleichzeitig seien viele Arztpraxen technisch nur begrenzt ausgestattet. „Nicht jede Praxis hat eine eigene IT-Abteilung oder Security-Experten.“ Laut Heimel betreuen externe IT-Dienstleister oft dutzende Praxen gleichzeitig und hätten „meist gar nicht die Zeit, sich tief mit IT-Sicherheit zu beschäftigen.“
Krankenhaus kein kleines Spezialzentrum
Gleichzeitig wird Krankenhäusern, meist vonseiten der Praxen, vorgeworfen, bei der Digitalisierung langsamer zu sein als kleinere Einrichtungen. Für Bastian Stockhausen greift das deutlich zu kurz: „Ein Krankenhaus ist eben kein kleines Spezialzentrum.“ Es sei „viel einfacher, eine einzige Fachrichtung zu digitalisieren als ein komplettes Akutkrankenhaus mit OP, Intensivmedizin, Bildgebung, Labor und zig unterschiedlichen Fachbereichen“. Heimel betont die enorme organisatorische Komplexität: „Spezialkliniken haben vielleicht drei oder vier Fachbereiche, die sie miteinander vernetzen müssen. Große Akutkliniken müssen teilweise 80 Bereiche zusammenbringen.“ Das sei „eine völlig andere Komplexität“.
Stockhausen ergänzt, dass in Krankenhäusern unzählige Systeme parallel liefen – von Radiologie- und Laborsystemen über Patientenverwaltung und Medizintechnik bis hin zu OP-Planung und Intensivmonitoring. „All diese Systeme müssen miteinander kommunizieren, oft auch in Echtzeit.“
Viele unterschätzten außerdem die Dimensionen solcher Häuser, sagt Halbuer. „Man digitalisiert eben nicht fünf Arbeitsplätze, sondern teilweise mehrere tausend.“ Hinzu kämen Schichtbetrieb rund um die Uhr, unterschiedliche Berufsgruppen und hohe Anforderungen an die Ausfallsicherheit. „Ein Krankenhaus kann Systeme nicht einfach mal für einen Tag abschalten, um etwas umzubauen.“
TI-Anwendung, ePA und Sicherheitsanforderungen müssen integriert werden
Jede Veränderung betreffe sofort zahlreiche Abteilungen und Schnittstellen. Laut Heimel verkompliziere jede neue gesetzliche Vorgabe die Lage weiter. Neue TI-Anwendungen, ePA-Anbindungen oder Sicherheitsanforderungen müssten in Prozesse integriert werden, „die teilweise über Jahrzehnte gewachsen sind“.
Auch die Industrie sehen die KH-IT-Vertreter kritisch. „Die Industrie arbeitet teilweise aktiv gegen Digitalisierung“, sagt Stockhausen. Schnittstellen würden „extrem teuer gemacht oder nur eingeschränkt geöffnet“. Das verhindere die Digitalisierung. Heimel kritisiert, dass bestehende Vorgaben häufig zu unkonkret seien. „Die Vorgaben sagen oft nur: ‚Die Schnittstelle muss offen sein.‘ Aber nicht, wie umfangreich sie sein muss.“ Am Ende bekämen Häuser „drei Datenfelder statt der 17, die man eigentlich bräuchte“.
Dabei ist Interoperabilität längst gesetzlich vorgesehen. Mit den ISiK-Standards, Vorgaben aus dem KHZG, dem Digitalgesetz und dem sich im Aufbau befindenden Europäischen Gesundheitsdatenraum existieren bereits verschiedene regulatorische Anforderungen für offene Schnittstellen.„Der Gesetzgeber müsste klar festlegen, dass Schnittstellen offen und kostenlos verfügbar sein müssen,“ so Stockhausen. Lockau sieht zwar Bewegung, gleichzeitig würden viele Hersteller aber „natürlich nicht freiwillig mitziehen“. Für den KH-IT-Verband ist deshalb klar, dass die Digitalisierung und die Beitragsstabilität „nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen“. Wenn das Gesundheitssystem langfristig effizienter werden solle, müsse weiter investiert und „nicht abgebremst“ werden.
(mack)
Künstliche Intelligenz
Wie viel gibt die Firma für Tokens aus? Viele Chefs wissen es auch nicht
Mit der Ausbreitung verbrauchsbasierter Abrechnung bei KI wird in den Unternehmen die Frage nach den Tokenkosten immer drängender: Rund einem Drittel der Führungskräfte fällt es laut einer Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG aber schwer, die Kostenstrukturen hinter der KI-Nutzung ihres Unternehmens zu durchschauen. Fast ein Viertel (23 Prozent) berichtet demnach auch von Schwierigkeiten mit nutzungsabhängigen Kosten, und 42 Prozent gestanden ein, insgesamt nur über einen teilweisen Überblick bei den KI-Ausgaben zu haben.
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Viele Firmen haben laut den KPMG-Zahlen aber auch reagiert und setzen auf mehr Monitoring. Jeweils über die Hälfte gab an, Dashboards zur Überwachung der KI-Kosten zu nutzen (53 Prozent) sowie Kostenprüfungen in die Genehmigungsverfahren für KI-Projekte zu integrieren (54 Prozent). Unternehmen, die solche Maßnahmen ergreifen, gaben auch deutlich häufiger an, einen nachweisbaren ROI (Return on Investment) mit ihren KI-Ausgaben erzielt zu haben – nämlich 15 Prozent statt nur 3 Prozent. Nimmt man Unternehmen mit und ohne dedizierte KI-Kostenkontrolle zusammen, können im Schnitt 7 Prozent einen messbaren Ertrag der künstlichen Intelligenz feststellen. Zugleich steht aber fast jeder Vierte (24 Prozent) unter dem Druck, den Wert für Investoren nachzuweisen.
Trotz teils unklarer Kosten und Rendite bleibt KI aber das Top-Thema für Investitionen. 79 Prozent der Führungskräfte nennen sie als zentralen Bereich für neue Ausgaben. Allerdings sieht KPMG Zeichen dafür, dass die Unternehmen nun die Experimentierphase hinter sich gelassen haben und pragmatischer auf die Technologie blicken. So hätten auch fast die Hälfte (49 Prozent) wegen Kostenbedenken bereits in ihrer KI-Strategie Projekte gebremst, pausiert oder verkleinert.
Günstige Alternativen gefragt
Mit 22 Prozent zieht eine wachsende Zahl auch günstigere KI-Modelle in Betracht. Ein prominentes Beispiel dafür ist Brian Armstrong, Chef der Kryptobörse Coinbase. Er machte kürzlich öffentlich, dass sein Unternehmen mit quelloffenen chinesischen Modellen wie GLM 5.2 und Kimi K2.7 experimentiere, die deutlich günstiger als die Frontiermodelle der US-Anbieter Anthropic und OpenAI seien. Berichten nach setzen manche große US-Unternehmen auch zunehmend auf Kostenkontrolle, gedeckelte Tokenbudgets oder gar auf die Sperre bestimmter Modelle.
„KI ist mittlerweile ebenso sehr eine Priorität im Finanzmanagement wie im Technologiebereich. Das eigentliche Risiko besteht nicht darin, in KI zu investieren, sondern darin, dies ohne Kostentransparenz und ohne Verständnis für die wirtschaftlichen Aspekte der KI zu tun“, resümiert Rob Fisher, Global Head of Advisory bei KPMG, die Umfrage. Befragt wurden den Angaben nach mehr als 2.000 Führungskräfte aus 20 Ländern in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 50 Millionen US-Dollar.
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(axk)
Künstliche Intelligenz
Dolby-Atmos-Soundbar Klipsch Flexus Core 300 im Test: Top-Klang bei Film & Musik
Dank Dirac-Live-Einmessung überzeugt die Klipsch Flexus Core 300 nicht nur bei Filmen, sondern auch bei Musik. Was sie sonst noch bietet, zeigt der Test.
Die Flexus Core 300 ist das aktuelle Top-Modell von US-Audio-Spezialist Klipsch. Standardmäßig bietet sie ein 5.1.2-Set-up mit Unterstützung der beiden 3D-Sound-Formate Dolby Atmos und DTS:X. Für die digitale Soundverarbeitung setzen die Amerikaner auf die Expertise von Onkyo und in puncto Raumakustik auf die vom schwedisch-dänischen Unternehmen Dirac entwickelte Technik. Die Klipsch Core 300 ist die erste Soundbar mit integrierter Dirac‑Live‑Raumkalibrierung, die bislang nur in hochwertigen AV-Receivern zum Einsatz kam. Dieses professionelle Einmesssystem analysiert den Raum an drei verschiedenen Messpositionen und optimiert daraufhin Frequenzgang, Laufzeiten und Pegel aller Lautsprecher.
Was die Klipsch Flexus Core 300 sonst noch kann, zeigt der ausführliche Testbericht.
Design und Verarbeitung
Bilder: Klipsch Flexus Core 300
Die Klipsch Flexus Core 300 ist die erste Soundbar mit integrierter Dirac‑Live‑Raumkalibrierung. Dieses professionelle Einmesssystem analysiert den Raum an drei verschiedenen Messpositionen und optimiert daraufhin Frequenzgang, Laufzeiten und Pegel aller Lautsprecher.
Mit Abmessung von 137,2 × 7,8 × 12,6 cm (B/H/T) fällt sie recht groß aus, während 8,5 kg Eigengewicht sie für eine Einzel-Soundbar recht schwer, dafür aber auch stabil machen. Zudem deutet es auf ordentliche Bassreserven hin. Das Format passt gut zu großen Fernsehern, kann aber bei kleinen TVs das Bild unten leicht verdecken. Die Optik ist zurückhaltend und vor allem auf Funktion ausgelegt. Das kantige Design wirkt eigenständig. Oben sitzen seitliche Metallgitter, in der Mitte eine Abdeckung in dunkler Holzoptik. Vorn und an den Seiten nutzt Klipsch Stoff. Das Metalllogo ragt vorne rechts sichtbar in die Front – außergewöhnlich.
Tasten auf der Oberseite ermöglichen eine Grundbedienung ohne App, ein Display gibt es leider nicht. Die Verarbeitung ist solide, die ganze Soundbar wirkt hochwertig. Die beiliegende Fernbedienung besteht zwar nur aus Kunststoff, liegt mit ihren deutlichen Rundungen aber gut in der Hand und wirkt nicht billig.
Anschlüsse und Ausstattung
Für den Anschluss des Fernsehers steht ein HDMI-Anschluss mit eARC parat. An einen weiteren HDMI-Eingang kann man eine Spielkonsole, Streaming-Box oder Blu-ray-Player anschließen. Zusätzlich sind ein optischer Digitaleingang und ein Sub-Out für einen frei wählbaren externen Subwoofer vorhanden. Den ebenfalls vorhandenen USB-C-Anschluss kann man für Firmware-Updates oder zum Abspielen von MP3- oder WAV-Dateien nutzen. Da Firmware-Updates auch über die App durchgeführt werden können, ist primär die zweite Option nützlich.
Wird ein USB-Stick mit MP3-Dateien eingesteckt, leuchten im Matrix-LED-Display an der Vorderseite die Buchstaben USB. Danach spielt die Soundbar die Songs ab. Mit der App kann man allerdings nicht den Inhalt durchsuchen, sondern nur vor- und zurückspulen.
Für die kabellose Verbindungsaufnahme gibt es Bluetooth mit AAC-Codec und WLAN. Über letzteres unterstützt die Klipsch-App die Dienste Apple Air Play, Google Cast, Spotify und Tidal. Außerdem bietet die Soundbar noch eine Ethernet-Schnittstelle.
Die Klipsch Flexus Core 300 unterstützt die 3D-Tonformate Dolby Atmos und DTS:X, sowie Dolby Digital, DTS Digital Surround und Dolby Digital Plus. 13 Treiber baut Klipsch in den Klangriegel ein: vier nach vorn gerichtete 2,25-Zoll-Treiber, ein 0,75-Zoll-Hochtöner mit Horn und zwei seitlich abstrahlende 2,25-Zoll-Treiber. Für Höheneffekte kommen zwei integrierte 4-Zoll-Upfiring-Tieftöner zum Einsatz, und für den Bass integriert sie links und rechts zwei Dual-4-Zoll-Subwoofer. Mit diesem Set-up soll die Flexus Core 300 einen Frequenzbereich von 43 Hz bis 20 kHz spielen.
Aufbau, Inbetriebnahme, Steuerung im Alltag
Die Einrichtung gestaltet sich unkompliziert: HDMI-Kabel vom TV auf den eARC-Anschluss stecken, Strom anschließen und mit der Klipsch Connect Plus-App mit dem Netzwerk über WLAN verbinden. Der letzte Schritt entfällt, wenn man ein Ethernet-Kabel mit der Soundbar verbunden hat. Für einen zuverlässigen Betrieb ist die Ethernet-Verbindung die erste Wahl, hauptsächlich dann, wenn man mehrere Funknetzwerke mit unterschiedlicher SSID betreibt. Denn dann kann es passieren, dass sich das Smartphone in einem anderen Funknetz als die Soundbar befindet, was zu Verbindungsproblemen führen kann.
Nun erfolgt die Dirac-Live-Einmessung mit dem mitgelieferten Mikrofon, das rückseitig an die Soundbar angeschlossen wird. Die Klipsch Connect Plus App führt durch den gesamten Einmessprozess. Dabei geben alle Lautsprecher nacheinander Testsignale aus, die vom Mikrofon erfasst und präzise ausgewertet werden.
Die gesamte Prozedur dauert nur wenige Minuten und sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Voraussetzung für eine erfolgreiche Kalibrierung ist eine vollständig geräuschfreie Raumumgebung – bereits leise Störgeräusche verhindern den Messvorgang; die App bricht in diesem Fall mit einer Fehlermeldung ab und fordert zur Wiederholung auf.
Die Dirac‑Korrektur reduziert störende Raumresonanzen, gleicht Frequenzauslöschungen aus und stimmt alle Komponenten kohärent aufeinander ab. Das Ergebnis: ein präziser Bass, klare und verständliche Dialoge sowie ein homogenes Klangbild – selbst in akustisch schwierigen Umgebungen.
Klangqualität
Bei Film und Fernsehen fällt als Erstes der kräftige Bass auf. Als Standalone-Soundbar liefert die Core 300 für diese Klasse spürbaren Tiefgang und Druck. Im Test zeigt sich, dass die Soundbar nicht nur wie vom Hersteller versprochen bis 43 Hz, sondern tatsächlich sogar bis rund 37 Hz runterspielt – enorm! Dank leichter Überhöhungen bei etwa 50 und 40 Hz erweckt das in den meisten Fällen den Eindruck, dass ein separater Subwoofer nicht zwingend nötig ist. Da aber der „Punch“ unter 50 Hz deutlich nachlässt, empfiehlt sich ein Sub spätestens bei Musikrichtungen wie Hip-Hop oder für intensiven Filmgenuss. Das gibt bei sehr tiefen Effekten und hoher Lautstärke noch einmal deutlich mehr Fundament, was wir mit dem Einsatz des 12-Zoll-Wireless Sub 200 bestätigen können.
Dialoge werden klar und gut verständlich wiedergegeben. Dennoch bietet die Klips Flexus 3000 auch einen Dialogmodus, der mit den Einstellungen Low, Mid und High die Sprachverständlichkeit noch einmal deutlich verbessert. Das merkt man etwa, wenn die Protagonisten undeutlich sprechen.
Der Dolby-Atmos-Effekt ist deutlich hörbar. So werden Höheninformationen wie Regen, Hall oder generelle Geräusche von oben dank passender Reflexion angedeutet, allerdings bleibt der 3D-Eindruck ohne zusätzliche Rear-Lautsprecher etwas eingeschränkt. Die passenden Rears standen uns für diesen Test nicht zur Verfügung. Dennoch ist das Klangerlebnis bei Atmos-Titeln, wie sie etwa auf Netflix angeboten werden, durchaus beeindruckend.
Das Abspielen von Musik gehört traditionell nicht zu den Stärken einer Soundbar. Bis auf wenige Modelle wie die KEF Xio hört sich Musik meist etwas flach, wenig dynamisch und undifferenziert an. Doch Klipsch liefert mit der Flexus Core 300 ein Modell, das zwar nicht ganz so gut wie die KEF Xio aufspielt, der aber schon sehr nahekommt.
Preis
Regulär kostet die Klipsch Flexus Core 300 knapp 1200 Euro. Aktuell ist sie bei vielen Händlern für rund 900 Euro im Angebot. Wer auf maximalen Bass Wert legt, muss für den Subwoofer Flexus Sub 200 noch einmal etwa 570 Euro investieren. Mit passenden Rears verteuert sich die Rechnung um weitere 200 Euro oder 400 Euro.
Fazit
Mit der Flexus Core 300 liefert Klipsch eine Soundbar, die bereits ohne externen Subwoofer einen guten Bass bietet. Auch in puncto Klangdynamik weiß die Flexus Core 300 zu überzeugen. Die außergewöhnlich guten Klangeigenschaften sind zu einem Teil sicher auch der Dirac Live-Einmessung geschuldet. Dabei überzeugt die Soundbar nicht nur bei Filmen, sondern auch bei Musik. Sie erreicht zwar nicht ganz das Niveau einer KEF Xio, ist davon aber nicht weit entfernt. Aktuell ist sie für rund 900 Euro im Angebot – gemessen an dem Preis für die KEF Xio ein echtes Schnäppchen.
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Nothing erweitert mit dem Phone (4b) sein Portfolio nach unten
Das Londoner Start-up Nothing führt mit dem Phone (4b) eine neue Modellreihe ein, die sich in puncto Ausstattung und Preis unterhalb der hauseigenen a-Serie verortet. Das neue Modell kostet mit 329 Euro jedoch nur 20 Euro weniger als das im März vorgestellte Budget-Smartphone Phone (4a). Der Akku des 4b ist größer als in den bisherigen Modellen, der Rest der Ausstattung im Vergleich zum (4a) ein Stück weit abgespeckt. Vorgestellt hat Nothing auch die neuen Budget-Ohrhörer Ear (3a).
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Statt CMF Phone 3 Pro
Wegen der Speicherkrise verzichtet Nothing in diesem Jahr auf ein günstiges Smartphone-Modell seiner Budgetmarke CMF und stellt stattdessen das Phone (4b) vor. Das rund 250 Euro teure CMF Phone 2 Pro aus dem vergangenen Jahr erhält damit vorerst keinen Nachfolger. Nothing-CEO Carl Pei sagte Mitte Juni, der beste Zeitpunkt, sich ein neues Smartphone zu kaufen, „war gestern“, der „zweitbeste Zeitpunkt ist jetzt“, ergänzte Pei. Aufgrund der kontinuierlich steigenden Speicherpreise scheint ein Smartphone für 250 Euro mit halbwegs akzeptabler Ausstattung derzeit nicht machbar.
Hier scheint das Phone (4b) gewissermaßen in die Kerbe zu schlagen. Hinsichtlich der Ausstattung verfügt das Smartphone über ein 6,77-Zoll-AMOLED-Display mit 2.344 × 1.080 Pixeln, einer Bildwiederholrate von 120 Hertz und einer Helligkeit von 1200 cd/m²; kurzfristig sind bis zu 2000 cd/m² möglich. Als Prozessor kommt ein Snapdragon 6 Gen 4 zum Einsatz, der im vergangenen Jahr eingeführt wurde. Zum Vergleich: Im Phone (4a) sitzt ein etwas schnellerer und aktuellerer Snapdragon 7s Gen 4. Beide Achtkerner werden in 4-Nanometer-Verfahren gefertigt. Als Arbeitsspeicher sind 8 GByte verbaut, der Flashspeicher ist 128 GByte groß, eine Option mit mehr RAM oder Speicher gibt es nicht.
Dual-Kameras
Bei den Kameras hat Nothing auch den Rotstift angesetzt: Die 50-Megapixel-Weitwinkelkamera mit f/1.8-Blende nutzt einen kleinen 1/2,76-Zoll-Sensor, auch die Ultraweitwinkelkamera mit 8 MP und f/2.2-Blende besitzt einen recht kleinen 1/4-Zoll-Sensor. Beide sind auf dem Papier schlechter als beim Nothing Phone (4a). Zudem hat Nothing beim (4b) die Telezoomkamera gestrichen. Bei der Selfiekamera kommt ein 16-MP-Sensor zum Einsatz, beim (4a) ein 32-MP-Sensor.
Mit einer Nennleistung von 5200 mAh ist der Akku des Phone (4b) größer als bei bisherigen Nothing-Modellen – das Phone (4a) hat etwa einen 5080-mAh-Akku. Der Akku der neuen b-Serie lässt sich kabelgebunden mit 33 Watt laden, das (4a) mit 50 Watt.
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Nothing Phone (4b) von vorn und hinten mit Glyph Bar.
(Bild: Nothing)
Ferner ist das Gehäuse des Nothing Phone (4b) nach Schutzart IP64 zertifiziert und ist damit zwar staubdicht, aber nicht vollkommen wasserdicht, sondern verfügt nur über einen Spritzwasserschutz. Trotz der Sparmaßnahmen hat Nothing nicht vollkommen auf seine markante Glyph Bar verzichtet: Diese umfasst beim Phone (4b) über 45 Mini-LEDs in fünf großen, rechteckigen Flächen. Die LEDs zeigen damit auf der Rückseite Benachrichtigungen, den Ladefortschritt, Aufnahmeindikatoren und personalisierte Hinweise an.
3 Jahre Android-Updates
Das Smartphone wird mit Nothing OS 4.1 auf Basis von Android 16 ausgeliefert. Es erhält dem Hersteller zufolge drei große Betriebssystem-Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches. Damit ist es in puncto Updates gleichauf mit dem Phone (4a). Jedoch hält der Hersteller sich nicht an die EU-Ökodesignvorgaben, die 5 Jahre Android-Updates vorschreiben. Nothing steht damit jedoch nicht allein da, auch andere Hersteller interpretieren die Updatevorgabe nach eigenen Vorstellungen.
In puncto KI bietet das Phone (4b) laut Hersteller „das vollständige Essential-KI-Erlebnis ohne Einschränkungen“. Zu diesen gehören eine native ChatGPT-Integration in die Benutzeroberfläche, die Zwischenablage und Widgets. Als Assistent ist Google Gemini an Bord sowie die Funktion Circle to Search. Zudem gibt es den seitlichen Essential Key unterhalb der Powertaste. Über diesen können Nutzerinnen und Nutzer auf Nothings „Essential Space, Essential Search, Essential Voice, Essential Apps und Playground zugreifen“. Das ist Nothings KI-Paket.
Das Nothing Phone (4b) ist in Deutschland, Österreich und in der Schweiz ab sofort vorbestellbar und ab dem 17. Juli erhältlich. Es kostet mit 8 GByte RAM und 128 GByte Speicher 329 Euro. Es wird in den Farben Schwarz, Weiß und Blau angeboten.
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(afl)
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