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UX/UI & Webdesign

Unser Beruf verändert sich gerade schneller als meine Lesebrille › PAGE online


Beides hat mich ehrlich gesagt überrascht. Daniel Weiss ist Founder, Designer und AI-Artist – und gratuliert PAGE zum 40. mit einem klaren Gedanken: Gute Gestaltung fängt nie bei der Software an, sondern immer bei der Idee.

Unser Beruf verändert sich gerade schneller als meine Lesebrille › PAGE onlineBild: Daniel WeissSeit fast 30 Jahren gestalte ich Marken. Und ich glaube, ich habe noch nie erlebt, dass sich unser Beruf so radikal verändert wie gerade jetzt.

Das Faszinierende daran: Ausgerechnet KI erinnert mich jeden Tag daran, dass gute Gestaltung nie mit Software begonnen hat. Sondern immer mit einer Idee.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich der PAGE so gerne zum 40. Geburtstag gratuliere. Sie begleitet seit vier Jahrzehnten nicht nur Design, sondern vor allem die Menschen, die Design voranbringen. Denn gute Gestaltung verändert schließlich nicht nur Oberflächen. Sie verändert Perspektiven.

Genau dafür möchte auch ich stehen: für eine Kreativität, die nicht fragt, womit etwas entstanden ist, sondern ob sie Menschen berührt.

Und genau das gibt mir Zuversicht für 2026. Dass Originalität wieder zum eigentlichen Luxus wird. Denn wenn jeder Bilder erzeugen kann, wird die Idee dahinter plötzlich zum wertvollsten Teil der Arbeit.

Mein Wunsch an die PAGE ist deshalb ganz einfach: dass sie weiterhin genau dorthin schaut, wo noch niemand hinschaut. Denn die spannendsten Geschichten beginnen meist lange bevor es Antworten gibt.

Daniel Weiss
FOUNDER  / DESIGNER / AI ARTIST

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UX/UI & Webdesign

Dieses Redesign haben über 100 Menschen gemeinsam gestaltet! › PAGE online


Das Züriwerk ist eines der größten Sozialunternehmen im Kanton Zürich. 1.300 Menschen arbeiten, wohnen und leben dort – und mehr als 100 von ihnen haben gemeinsam mit der Kreativagentur evoq ein neues Corporate Design entwickelt, bei dem Inklusion gelebt wurde.

Dieses Redesign haben über 100 Menschen gemeinsam gestaltet! › PAGE online

Das Züriwerk mit seinen über 20 Standorten fördert Inklusion und bietet Menschen mit Beeinträchtigungen ein selbstständiges Leben, Wohn- und Ausbildungsmöglichkeiten und zahlreiche Arbeitsplätze in eigenen Werkstätten, Druckereien, Nähereien, in der Montage oder in Gärtnereien.

Bereits 2025 hatte die Stiftung die 10-Jahres-Strategie »Inklusion 2035« beschlossen, die zum Ziel hat »eine Gesellschaft zu schaffen, die nicht behindert«.

Der alte blau-weiße Markenauftritt samt seines technisch wirkenden Logos war bereits in die Jahre gekommen und passte auch nicht mehr zu der Vision.

Gleichzeitig war die Website viel zu textlastig und dazu kam, dass man das Züriwerk immer wieder mit einem der städtischen Betriebe verwechselte.

Das Züriwerk wollte aber mehr als nur ein neues Logo, es wollte »eine Marke, die unsere Mission authentisch widerspiegelt und mit der sich unsere ganze Organisation identifizieren kann«, heißt es von dem Geschäftsleiter Roger Stäger.

Und so beauftragten sie die Agentur evoq mit einem Redesign. Und das entstand auf besondere Weise.

Gemeinsam gestalten

Mehr als 100 Mitarbeitende, Bewohner:innen, Fachpersonen und Mitglieder der Geschäftsleitung und des Stiftungsrats haben an der Gestaltung des Redesigns mitgewirkt. Und das gleichberechtigt!

Dafür hat evoq einen Prozess entwickelt, der alle einbezieht und sich dafür an dem Double-Diamond-Prinzip aus dem Design Thinking orientiert. Dabei folgt auf eine Phase des Sammelns von Ideen, bei denen es kein »richtig« oder »falsch« gibt, das Filtern und Analysieren und schließlich das Ausführen.

Hier aber wechselte sich das Sammeln von Ideen mit allen Beteiligten im Züriwerk mit dem Verdichten der Ideen in der Agentur mehrfach ab.

So inklusiv wie diese Form der Gestaltung waren auch die Workshops. Sie fanden ganz ohne Zeitdruck und mit individuellen Pausen statt und dazu es gab gemeinsame Feedbackrunden.

Auf diese Weise entstand nach und nach aus dem Non-Profit selbst heraus ein neues Erscheinungsbild.

Inklusiv samt Superzeichen

Im Mittelpunkt des neuen Erscheinungsbilds: das leicht schräg gestellte Superzeichen Ü mit drei Punkten, das so prägnant und fröhlich ist und für Deutungen offen. Sehen die einen darin ein lachendes Gesicht, steht es für andere dafür auf Augenhöhe zu sein, wie es von den Kreativen heißt.

Gleichzeitig leuchtet der neue Auftritt des Züriwerks jetzt in Magenta und dazu zieht sich der neue Claim »ändern was behindert« ebenso durch das Erscheinungsbild wie neue Icons.

Diese erzählen vom Miteinander, von Verlässlichkeit, es werden Muskeln geflext, Finger gehoben, es fährt ein Lastenfahrrad durch die Gegend oder es geht ein Licht an.

Das Icon-Set basiert auf der unterstützten Kommunikation (UK), die, speziell für Menschen mit stark eingeschränkter Lautsprache, verschiedene Wege der Verständigung nutzt. Diese reichen von Mimik und Gesten zu Karten und ähnlichen Hilfsmitteln, wie sie auch im Züriwerk eingesetzt werden.

Darüber hinaus werden die Icons barrierefrei auf hellen Kreisen in einer der Sekundärfarben platziert.

Barrierefreies Lesen mit der Züriwerk Sans

Mithilfe von TipoType, deren Schrift Rufina vom britischen Königshaus verwendet wird, ist die barrierefreie Schrift Züriwerk Sans entstanden. In einer speziellen Headline-Variante sind zudem die drei Punkte aus dem Superzeichen Ü in allen Umlauten zu finden.

Umgesetzt wurde das alles in der komplett neu gestalteten und barrierefrei programmierten Website, die ganz auf die Bedürfnisse der Zielgruppen ausgerichtet ist.

Zentrale Seiten werden zusätzlich in Leichter Sprache angeboten, die Jobsuche wurde für alle inklusiv umgesetzt, das Shopsystem umgestaltet.

Die Verbundenheit, die der gemeinsam gestaltete neue Auftritt des Züriwerks bei den Menschen dort auslöst, kann man nur erahnen.



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UX/UI & Webdesign

Sporting CP erneuert Markenauftritt zum 120-jährigen Bestehen – Design Tagebuch


Zum 120. Gründungsjubiläum hat der Sporting Clube de Portugal seine Markenidentität grundlegend überarbeitet. Im Zentrum des Rebrandings steht ein weiterentwickeltes Vereinslogo, das historische Gestaltungselemente neu interpretiert und in ein umfassendes visuelles Identitätssystem integriert.

Der Sporting Clube de Portugal (Sporting CP) wurde am 1. Juli 1906 in Lissabon gegründet. Der traditionsreiche Multisportverein ist insbesondere für seine erfolgreiche Fußballabteilung und seine weltweit renommierte Nachwuchsakademie bekannt, aus der unter anderem Cristiano Ronaldo und Luís Figo hervorgingen. Zu den größten Erfolgen des Klubs im Fußball zählen der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger im Jahr 1964 sowie zahlreiche nationale Titel, darunter über 20 portugiesische Meisterschaften und mehr als 17 Pokalsiege (Taça de Portugal). Der letzte große Erfolg war der Gewinn der portugiesischen Fußballmeisterschaft (Primeira Liga) in der Saison 2023/24.

Anlässlich seines 120-jährigen Bestehens hat der Club eine umfassende Erneuerung seiner visuellen Identität vorgestellt.

Auszug der Pressemeldung

„Die neue Identität vereint fünf Symbole – Schild, Krone, Löwe, Streifen und Porta 10 A – in perfekter Symbiose zu einem System, das mit einer Stimme spricht. Sie ist ein Spiegel unserer Identität und unseres Wertekodex. Aus dem Vermächtnis entstanden, schafft sie die Zukunft.“

Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal

Das neue Design basiert auf einem vereinheitlichten visuellen System, das fünf Kernelemente integriert: das Wappenschild, die Krone, den Löwen, die grün-weißen Streifen sowie das Stadiontor „Porta 10 A“. Ergänzt wird die Identität durch die eigens entwickelte Hausschrift „Sporting Sans“, deren Formen auf dem Kürzel „SCP“ basieren. Ziel ist eine markante, flexibel einsetzbare Designsprache, die Tradition und Zukunft miteinander verbindet. Das überarbeitete Wappenschild greift die Silhouette des historischen Emblems von 1945 auf.

Sporting Lissabon Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Sporting Lissabon, Bildmontage: dt
Sporting Lissabon Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Sporting Lissabon, Bildmontage: dt

Das Rebranding entstand in Zusammenarbeit mit JKR (Jones Knowles Ritchie). Laut JKR entstand die neue Identität nicht als radikaler Neuanfang, sondern als Weiterentwicklung der bestehenden Markenwerte. Der Club versteht das Rebranding als Teil seiner langfristigen Strategie und als Ausdruck seines Selbstverständnisses, bei dem die Entwicklung des Menschen vor der Entwicklung des Athleten steht.

Kommentar

Einen aufrecht stehenden Löwen haben viele Clubs in ihrem Logo*. Darunter etwa der Chelsea FC, der kürzlich sein Wappentier aus dem Logo herausgelöst hat und dieses künftig als eigenständigen Markenabsender verwendet. Ein Wappenschild mit dieser geschnörkelten Form hat jedoch nur Sporting CP. Die Schildform aus dem früheren Clublogo zu reaktivieren, ist eine gute Entscheidung, denn die Form verhilft zur Eigenständigkeit und Wiedererkennbarkeit.

Eigenständig ist unbedingt auch die neu gezeichnete Sporting Sans – einer im Kontext Sportclub ungewöhnlichen, ja eigenwilligen Schrift, die sehr deutlich eine (portugiesische) Typotradition von Sporting erkennen lässt und so maßgeblich die neue visuelle Identität des Clubs prägt. Auch ohne Vereinsemblem ist der Club schon anhand der Typo zu erkennen (Beispiel Sporting Sans in use). Sehr clever, wie ich finde, Schildform und Typo in dieser Weise zum prägenden Brand-Asset auszubauen. Klasse Rebranding.

* Allein in den fünf größten europäischen Ligen (Premier League, La Liga, Serie A, Bundesliga und Ligue 1) sind es acht: Chelsea F.C., Aston Villa F.C., Burnley F.C., Middlesbrough F.C., Bayer 04 Leverkusen, Venezia FC, Frosinone Calcio und Olympique Lyonnais.

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Weil etwas einfach aussieht, heißt das nicht, dass es auch einfach war › PAGE online


Christoph Niemann ist ein Meister des visuellen Twists und braucht nur wenige Striche, um das Publikum in seine Welt mitzunehmen.

Weil etwas einfach aussieht, heißt das nicht, dass es auch einfach war › PAGE onlineBild: Christoph Niemann, Foto: Matthew Priestley

Wir haben mit ihm über die Abstraktion und über das Zwischenmenschliche in seinen Arbeiten gesprochen – und warum das so entscheidend ist.

PAGE: Es ist wieder etwas Überbordendes in die Gestaltung eingezogen, das sehr laut ist, aber mitunter wenig sagt. Ihre Arbeiten sind die Antithese dazu, sie sind maximal reduziert, aber machen gleichzeitig ganze Räume auf.

Christoph Niemann: Auf einer Skala von Bauhaus zu Barock, sind die meisten meiner Arbeiten in ihrer Schnörkellosigkeit eher beim Bauhaus. Aber an einem Ornament ist nichts Schlechtes. Es kommt immer darauf an, was man sagen möchte. In Hieronymus Boschs dystopischer Höllenlandschaft möchte ich kein einziges Detail und kein einziges Härchen der Monster missen. In meiner eigenen Arbeit versuche ich die Leute neugierig zu machen, da ist es wichtig schnell zum Punkt zu kommen. Meine Faustregel ist: alles, was für die Geschichte nicht zwingend nötig ist, wird wegradiert.



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