Digital Business & Startups
+++ Proxima Fusion +++ Unicorn +++ Quantum Systems +++ Stark +++ Niedersachsen +++ EU Inc. +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ Proxima Fusion steigt zum Unicorn auf +++ Quantum Systems und Stark loten wohl Fusion aus +++ Startup-Boom in Niedersachsen – besonders in Osnabrück +++ Großes Interesse an EU Inc. +++ So funktioniert das Heidelberger Startup blue activity +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Dienstag, 7. Juli).
#STARTUPLAND: NUR DER FRÜHE VOGEL SPART!

If you live and breathe startups – STARTUPLAND is your event
+++ Die günstigste Ticketphase läuft! Wer bei unserer vierten STARTUPLAND Conference 2027 (10. März in Köln, RheinEnergieStadion) dabei sein möchte, sollte jetzt zugreifen. Die Super-Early-Bird-Tickets gibt es nur für kurze Zeit.
#STARTUPTICKER
Proxima Fusion
+++ Und wieder ein neues Unicorn! Proxima Fusion steigt nach einer 411-Millionen-Euro-Finanzierungsrunde bei einer Bewertung von 2,4 Milliarden Euro in den Milliarden-Club auf. Das 2023 gegründete Münchner DeepTech entwickelt Fusionskraftwerke auf Basis des Stellarator-Konzepts und sammelte bislang rund 650 Millionen Euro ein. Zu den Geldgebern der aktuellen Investmentrunde gehören unter anderem XTX Ventures, East X Ventures, RWE und Google. Proxima Fusion ist bereits das achte deutsche Unicorn des Jahres 2026. Mit Marvel Fusion und Focused Energy gehört das Unternehmen zudem zu einer wachsenden deutschen Riege millionenschwere Fusions-Startups. Mehr über Proxima Fusion
Quantum Systems – Stark
+++ Wächst jetzt zusammen, was zusammen gehört? Der Münchner Drohnenhersteller Quantum Systems prüft laut Financial Times offenbar einen Zusammenschluss mit dem Berliner DefenseTech-Unicorn Stark. Besonders spannend: Stark wurde 2024 von Quantum-Systems-Gründer Florian Seibel und Sven Kruck als eigenständiges Unternehmen aufgebaut, um sich auf Kampfdrohnen zu konzentrieren. Die Trennung zwischen ziviler und militärischer Drohnentechnologie könnte somit schneller enden als viele erwartet hätten. Zuletzt sammelte Quantum Systems 1,2 Milliarden US-Dollar bei einer Bewertung von rund 8 Milliarden US-Dollar ein, Stark kurz zuvor 500 Millionen Euro bei einer Bewertung von mehr als 3,2 Milliarden Euro. Ein Zusammenschluss würde einen echten europäischen DefenseTech-Giganten schaffen. Und in diesem Geschäft zählt Größe durchaus. (Financial Times) Mehr über Quantum Systems
Niedersachsen
+++ Überraschende Dynamik! In Niedersachsen entstanden 2025 insgesamt 167 neue Startups – so viele wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Besonders stark präsentiert sich dabei Osnabrück. Mit 36,8 Startups je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner weist die Stadt laut Niedersachsen Startup Monitor 2026 die höchste Gründungsaktivität im Bundesland auf. Dass die Region inzwischen eine gewisse Strahlkraft entwickelt, zeigen auch Startups wie Nature Robots, simmetry.ai und VisioLab, die uns in diesem Jahr bereits mehrfach begegnet sind. Der Report nennt allerdings auch eine Schattenseite: Die Zahl der Finanzierungsrunden brach zuletzt um 39 % ein. Gerade in der Frühphase bleibt der Zugang zu Kapital eine der größten Herausforderungen für junge Unternehmen im Bundesland. Während die Finanzierung schwieriger wird, entwickelt sich die Gründerinnenquote erfreulich. Mit 23,4 % liegt Niedersachsen inzwischen deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Langfristig bleibt allerdings Hannover das Maß der Dinge: Bei den Gründungen pro Kopf seit 2019 liegt die Landeshauptstadt vor Osnabrück und Göttingen. (Niedersachsen Startup Monitor 2026) Mehr über Niedersachsen
EU Inc.
+++ Großes Interesse! 62 % der deutschen Tech-Startups würden ihr nächstes Unternehmen als europäische EU Inc. gründen. Dies geht aus einer aktuellen Bitkom-Umfrage unter 102 Tech-Startups hervor. Die geplante Rechtsform soll vor allem grenzüberschreitendes Wachstum erleichtern – etwa indem Startups ohne eigene Tochtergesellschaften in weiteren EU-Ländern aktiv werden können. Genau darin sehen 94 % der Befragten den größten Vorteil. (Bitkom) Mehr über die EU Inc.
blue activity
+++ „Wir sind mit einer Überzeugung gestartet – und haben sie zur Realität gemacht“, sagt Lars Havighorst, Gründer von blue activity. Das Startup aus Heidelberg tritt an, um chemische Biozide in industriellen Kühlsystemen durch Mikroorganismen zu ersetzen. Mehr über blue activity
Cologne Startup Summer Night
+++ Zehn junge Unternehmen präsentieren sich im Startup Village der Cologne Startup Summer Night. Besucherinnen und Besucher können die Teams an ihren Ständen kennenlernen, ihre Produkte entdecken und sich über innovative Geschäftsmodelle austauschen. Mehr in StartupsToWatch
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ Andercore erhält 30 Millionen +++ Stenon sammelt 18 Millionen ein +++ alqem bekommt 8 Millionen +++ CCRAFT stricht 7,8 Millionen ein +++ FENKA Robotics erhält 3 Millionen +++ Vytal bekommt weitere Millionen +++ Holidu übernimmt Gites.com. Mehr im Deal-Monitor
#JOBS
meap
+++ Unser Job des Tages! meap sucht einen Social Media Manager – Paid Social / Performance Marketing (m/w/d). Wir bieten Full Service – vom einzelnen Logo bis hin zu vollständigem Corporate Design: Online-Marketing, SEO-Optimierung, großes Projektmanagement-Kino, Content-Erstellung, Softwareentwicklung oder Datenmanagement.
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
Digital Business & Startups
Unser Fokus lag nie auf möglichst schnellem Wachstum
#Interview
„Unsere Kunden haben uns gezeigt, dass sie nicht das nächste Beratungstool suchen, sondern eine Infrastruktur, die bestehende Prozesse intelligenter macht. Deshalb haben wir uns zu einer KI-Infrastruktur für den Pet-Health-Markt entwickelt“, sagt Katharina Bansemer, Gründerin von pivio.

Das Düsseldorfer Startup pivio, 2024 von Katharina Bansemer, Jan Holzapfel und Moritz Wolters gegründet, entwickelt eine „KI-Plattform für Unternehmen rund um Haustiere“. Zielgruppe sind unter anderem Tierkliniken, Tierkrankenversicherungen, Futtermarken, Online-Shops und Labore.
„Diese Unternehmen bekommen jeden Tag viele Fragen von Tierhalter:innen: zu Krankheiten, Futter, Produkten, Versicherungen, Terminen oder Laborergebnissen. Unsere KI hilft dabei, solche Anfragen automatisch, verständlich und tiermedizinisch fundiert zu beantworten“, sagt Gründerin Bansemer.
Zu den Investoren des PetTechs gehören bisher der Aachener TechVision Fund (TVF), das Family Office der Familie Nanz und Harings Invest.
Im Interview mit deutsche-startups.de spricht Gründerin Bansemer einmal ausführlich über den Stand der Dinge bei pivio.
Wie würdest Du Deiner Großmutter pivio erklären?
Wir bauen eine KI-Plattform für Unternehmen rund um Haustiere – zum Beispiel Tierkliniken, Tierkrankenversicherungen, Futtermarken, Online-Shops oder Labore. Diese Unternehmen bekommen jeden Tag viele Fragen von Tierhalter:innen: zu Krankheiten, Futter, Produkten, Versicherungen, Terminen oder Laborergebnissen. Unsere KI hilft dabei, solche Anfragen automatisch, verständlich und tiermedizinisch fundiert zu beantworten. Sie erkennt das Anliegen, stellt die richtigen Rückfragen, schätzt die Dringlichkeit ein und leitet wichtige Fälle an die zuständigen Mitarbeitenden weiter. So können Unternehmen ihre Kunden schneller und besser betreuen, Mitarbeiter entlasten und gleichzeitig die Servicequalität verbessern. Kurz gesagt: Wir liefern die spezialisierte KI-Infrastruktur für den Tiermarkt.
War dies von Anfang an Euer Konzept, oder hat sich Euer Modell seit dem Start verändert?
Die fachliche Grundlage war von Anfang an außergewöhnlich stark: Unsere KI basiert auf über drei Millionen proprietären Datenpunkten aus echten Dialogen zwischen Tierhalter:innen und Tierärzt:innen. Dadurch konnten wir früh ein System entwickeln, das tiermedizinische Anliegen präzise versteht und einordnet. Verändert hat sich vor allem unser Verständnis des Marktes. Unsere Kunden haben uns gezeigt, dass sie nicht das nächste Beratungstool suchen, sondern eine Infrastruktur, die bestehende Prozesse intelligenter, effizienter und skalierbarer macht. Deshalb haben wir uns von einem reaktiven Tiergesundheitsberater zu einer spezialisierten KI-Infrastruktur für den Pet-Health-Markt entwickelt. Heute unterstützen wir unsere Kunden entlang der gesamten Customer Journey – von Triage und Risikofrüherkennung über Produktberatung und Befundkommunikation bis hin zu Kundenservice und langfristiger Kundenbindung.
Wie hat sich pivio seit der Gründung entwickelt?
Wir haben uns von Anfang an bewusst für fokussiertes und nachhaltiges Wachstum entschieden. In den rund 1,5 Jahren seit der Gründung sind wir auf etwa zehn Mitarbeitende gewachsen, mit einem starken Schwerpunkt auf Technologie, Produktentwicklung und Sales. Parallel dazu konnten wir eine Vielzahl von B2B-Kunden und strategischen Partnern im Pet-Health-Markt gewinnen und unsere Lösung in realen Anwendungsfällen erfolgreich validieren. Unser Fokus lag dabei nie auf möglichst schnellem Wachstum, sondern auf dem Aufbau eines spezialisierten Teams, das KI, Produkt, tiermedizinische Expertise und kommerzielle Umsetzung eng miteinander verbindet.
Was war zuletzt das Highlight bei Euch?
Ein großes Highlight war für uns die Zusammenarbeit mit der Versicherung BarmeniaGothaer. Das war ein wichtiger Validierungsschritt, weil er zeigt, dass unser Ansatz nicht nur technologisch überzeugt, sondern auch für etablierte Unternehmen im Pet-Health-Markt einen echten strategischen Mehrwert schafft. Ein weiteres Highlight war unser Aufenthalt im Silicon Valley im Rahmen von Plug and Play. Dort konnten wir mit potenziellen internationalen Kunden, Partnern und Investoren sprechen und konkrete nächste Schritte anstoßen. Das hat uns gezeigt, dass die Nachfrage nach spezialisierter KI-Infrastruktur im Tiergesundheitsmarkt weit über Deutschland hinaus wächst. Besonders motivierend ist, dass pivio heute zunehmend nicht mehr als einzelnes KI-Tool, sondern als strategische Infrastruktur wahrgenommen wird, mit der Unternehmen Beratung, Service, Prävention und Customer Journeys im Pet-Health-Bereich neu gestalten können.
Wo steht pivio in einem Jahr?
In einem Jahr wollen wir pivio als führenden AI Infrastructure Layer für den Pet-Health-Markt in Europa weiter etabliert haben – mit starken Kundenbeziehungen in unseren Kernsegmenten und einer wachsenden internationalen Präsenz. Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg ist unsere geplante Seed-Finanzierungsrunde im Herbst 2026. Damit wollen wir unsere technologische Infrastruktur weiter ausbauen, neue Anwendungsbereiche erschließen und die Expansion in weitere europäische und internationale Märkte vorantreiben. Unser Ziel ist, dass Unternehmen im Tiermarkt pivio als zentrale Plattform nutzen, um Beratung, Service, Prävention und Kundenkommunikation effizient, skalierbar und datenbasiert zu steuern. Kurz gesagt: In einem Jahr wollen wir bewiesen haben, dass pivio die Digitalisierung des Pet-Health-Markts maßgeblich mitgestaltet und sich für führende Unternehmen der Branche als zentrale Infrastruktur etabliert hat.
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): pivio
Digital Business & Startups
Dieses Berliner Startup will Gold aus Abwasser holen
Chemikalien aus dem Wasser filtern und gleichzeitig wertvolle Edelmetalle zurückgewinnen: An dieser Technologie arbeitet das Berliner Deep-Tech-Startup Porelio. Für den nächsten Entwicklungsschritt hat das junge Unternehmen nun 2,4 Millionen Euro in einer überzeichneten Pre-Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt. Die Pre-Seed-Finanzierungsrunde folgt auf 2,5 Millionen Euro an öffentlichen Fördermitteln. Wir haben das Pitchdeck für euch.
Digital Business & Startups
Liliums teuerster Fehler: Warum Wachstum zum Problem wurde
Das Startup Lilium wuchs rasant. Damit nahmen Rückschläge, Kapitaldruck und Wachstumsschmerzen zu. Wir haben mit ehemaligen Mitarbeitenden und Ex-CEO Klaus Roewe gesprochen.
Am 27. Februar 2020 hörten die Mitarbeiter von Lilium in den Werkshallen ein Zischen. Dann ein Popcorngeräusch. An einem der Prototypen hatte die Batterie Feuer gefangen. Führungskraft Christian Pfitzner schickte die Mitarbeiter aus der Halle und drückte den Feuerwehrknopf. So beschreibt er einige Jahre später rückblickend die Situation.
Verletzt wurde bei dem Brand niemand, aber der Prototyp war ein Totalschaden. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung stufte den Brand nicht als „Unfall oder schwere Störung“ ein. Doch der Brand fiel in eine Phase, in der Medienberichte Liliums Technologie anzweifelten. Darin hieß es, Liliums Versprechen für den Jet seien nicht realisierbar. Lilium wies die Vorwürfe von sich, allerdings hielt sich das Narrativ in der öffentlichen Wahrnehmung.
Lest auch
Für ein Deeptech-Startup, das noch kein fertiges Produkt verkauft, ist Vertrauen jedoch eine der wichtigsten Währungen: bei Investoren, Talenten, Partnern und später auch bei Kunden. Und die glaubten weiterhin an Lilium. Das Unternehmen sammelte weiter Geld ein. Im März 2020 flossen 224 Millionen Euro frisches Kapital in das Startup. Kurz darauf erreichte Lilium den Unicorn-Status und wurde mit mindestens einer Milliarde Dollar bewertet.
Lilium ging an die Börse
Auf dem Papier ist dieser Meilenstein eine Art Ritterschlag für Startups. In der Realität ist es vor allem eine Wette darauf, dass aus einer ambitionierten Technologie irgendwann ein tragfähiges Geschäft wird.
Heißt: Wer viel Kapital einsammelt, muss liefern – schneller, größer, sichtbarer werden. Bei Lilium bedeutete das: mehr Personal, mehr Strukturen, mehr Erwartungen. Aus dem Startup wurde ein Scaleup, noch bevor das Produkt marktreif war. Das ist für Deep-Tech-Startups nicht ungewöhnlich. Sie benötigen viel Zeit für Forschung und Entwicklung, machen folglich keine Umsätze, brauchen aber umso mehr Kapital.
Audio-Player nicht verfügbar
Um eingebettete Audio-Inhalte anzuzeigen, ist deine jederzeit widerrufliche Einwilligung (über den Schalter oder über „Widerruf Tracking und Cookies“ am Seitenende) zur Verarbeitung personenbezogener Daten nötig. Dabei können Daten in Drittländer wie die USA übermittelt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mit dem Umschalten auf „an“ stimmst du zu. Weitere Infos findest du in unserer Datenschutzerklärung.
Lilium entschied sich deswegen für einen Börsengang. Weil ein klassischer IPO für ein Unternehmen ohne Umsätze und fertiges Produkt schwierig ist, wählte Lilium den Weg über einen Spac (Special Purpose Acquisition Company). Dabei handelt es sich um eine börsennotierte Unternehmenshülle, die mit einem privaten Unternehmen fusioniert. Im September 2021 wurde Lilium so an der Technologie-Börse Nasdaq gelistet. Der Deal brachte dem Startup rund 584 Millionen Dollar statt etwa 800 Millionen Dollar ein, weniger als ursprünglich erhofft.
Mehr Bürokratie, weniger Pioniergeist
Parallel veränderte sich Lilium von innen. Ehemalige Mitarbeitende beschreiben heute, einige Jahre später, wie das Startup rasant wuchs. Denn Lilium stellte zunehmend erfahrene Manager aus Großkonzernen wie Airbus oder Rolls Royce ein. Das Ziel: professioneller werden, schneller zur Zulassung kommen und aus ersten Prototypen ein industrielles, massentaugliches Produkt machen.
Lest auch
Dadurch entwickelte sich jedoch auch eine Art Kultur-Clash im Unternehmen. Konzerngewächse trafen auf die Mitarbeiter, die von dem anfänglichen Startup-Spirit geprägt waren. Mitarbeitende schildern gegenüber Gründerszene, dass Lilium so Stück für Stück den Pioniergeist verloren habe, langsamer geworden sei und nicht mehr so agil gewesen sei wie zu Beginn. Mehrere ehemalige Lilium-Mitarbeitende sagen, dass die anfängliche Experimentierfreude zunehmend bürokratischem Wahnsinn wich.
Ist Lilium zu schnell gewachsen?
Lilium machte die Erfahrung, die einige Startups machen müssen. Im Wachstum liegt auch immer ein Spannungsfeld. Die Strukturen, die ein Unternehmen später stabil machen sollen, können es zu früh lähmen: mehr Prozesse, mehr Abstimmung, mehr Hierarchie. Bekannt ist das auch unter dem Begriff Wachstumsschmerz.
Luftfahrtentwicklung ist extrem teuer, streng reguliert und langwierig. Ein eVTOL lässt sich nicht einfach wie eine Software im Markt testen und später nachbessern. Fehler auf Kosten der Sicherheit können sich Startups in der Luftfahrt nicht leisten.
Deshalb brauchte Lilium erfahrene Leute und robuste Prozesse. Die Frage war nur: wann – und in welchem Tempo? Verschiedene Personen aus dem Unternehmensumfeld sagten gegenüber Gründerszene, dass Lilium es womöglich auch mit einem geringeren Kostenapparat zum ersten bemannten Testflug gekommen wäre. So verbrauchte das Startup bis zu 30 Millionen Euro im Monat, um den Betrieb am Laufen zu halten.
Fundraising: Die Hauptaufgabe von CEO Klaus Roewe
Im Jahr 2022 gab es bei Lilium dann auch eine personelle Veränderung in der Führungsspitze. Klaus Roewe übernahm den CEO-Posten von Gründer Daniel Wiegand. Als Roewe zu Lilium kam, war das Startup bereits börsennotiert. Der Druck auf Lilium – nicht nur Technologie zu entwickeln, sondern auch eine Produktion aufzubauen – war enorm.
Fundraising wurde zu Roewes Hauptaufgaben. „Die negative Überraschung für mich war die Dominanz, die dieses Thema Finanzbeschaffung, vielleicht nicht vom ersten, aber vom dritten Tag an hatte”, sagt Roewe. „Ich habe in Spitzenzeiten bestimmt 80 Prozent meiner Zeit auf Fundraising verbracht. Und das war nicht meine Erwartungshaltung gewesen. Aber es ging nicht anders.”
Audio-Player nicht verfügbar
Um eingebettete Audio-Inhalte anzuzeigen, ist deine jederzeit widerrufliche Einwilligung (über den Schalter oder über „Widerruf Tracking und Cookies“ am Seitenende) zur Verarbeitung personenbezogener Daten nötig. Dabei können Daten in Drittländer wie die USA übermittelt werden (Art. 49 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mit dem Umschalten auf „an“ stimmst du zu. Weitere Infos findest du in unserer Datenschutzerklärung.
Hinzu kam: Als börsennotiertes Unternehmen konnte Lilium nicht mehr nur Visionen verkaufen. Quartalsberichte, Anlegerkommunikation und öffentliche Kursbewegungen setzten den Takt und veränderten auch die Kommunikation an die Mitarbeitenden, denn die Regeln der Börse verlangen, dass Anleger zuerst informiert werden. Sonst werden aus Mitarbeitenden Insider.
Außerdem haben Investoren und Anleger Erwartungen: Was früher noch als ambitionierter Plan durchging, wurde später zu Zielvorgaben, an die sich das Startup messen lassen musste.
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten„Don’t Starve Elsewhere“: Survival‑Hit kehrt nach zehn Jahren zurück
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenKine‑Exakta: Die erste Spiegelreflexkamera fürs Kleinbild
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
xTool P3 im Test: CO₂-Laser mit 80 Watt schneidet und graviert auch Acryl
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenWeitere Entlassungswelle bei Disney: Bis zu 1000 Mitarbeiter betroffen
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 2 MonatenMega-GPUs für Nvidia, AMD & Co: TSMC zeigt CoWoS-Package mit >11.600 mm² & 24 × HBM5E
-
Social Mediavor 2 MonatenMetas neuer Creative Setup Workflow: Was sich wirklich ändert – und warum das nicht nur eine UI-Frage ist!
-
Künstliche Intelligenzvor 2 MonatenApple‑Geräte mit Microsoft Intune verwalten – zweiteiliges Live-Webinar
-
Entwicklung & Codevor 2 MonatenKommentar: Das Ende der SaaS-Gelddruckmaschine
