Datenschutz & Sicherheit
ModConf 2026: Das Programm der Medizintechnik-Konferenz steht
Vom 19. bis 21. Mai 2026 findet in München-Unterhaching die MedConf statt, die etablierteste Networking-Plattform für Software- und Geräteentwicklung in der Medizintechnik. Die Veranstaltung von heise medien richtet sich an Fachexperten aus Forschung und Entwicklung, Qualitätsmanagement, Produktentwicklung und Regulatory Affairs. Rund 250 Teilnehmer nutzen die Konferenz jährlich, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und praxisnahe Lösungen für die Herausforderungen der Branche zu finden.
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Seit ihrer Gründung im Jahr 2007 hat sich die MedConf als zentrale Technologie-Drehscheibe der deutschsprachigen Medizintechnik-Branche etabliert. Die Konferenz adressiert das Spannungsfeld zwischen regulatorischen Anforderungen und agiler, effizienter Produktentwicklung. Das Themenspektrum wurde über die Jahre kontinuierlich erweitert und umfasst heute neben klassischen Themen wie Safety, Security und Usability auch KI in der Medizintechnik, Gerätevernetzung und Medical Apps.
Know-how von Spezialisten
Eine Besonderheit der MedConf sind die 100-minütigen Intensiv-Coachings in kleinen Gruppen mit handverlesenen Experten. Das Motto „Von KÖNNERN und nicht nur von Kennern“ verdeutlicht den praktischen Ansatz der Veranstaltung. Teilnehmer erhalten Zertifikate für die absolvierten Coachings. Neben den Vorträgen und Coachings bietet die MedConf eine Partnerausstellung mit Branchenunternehmen.
Das Programm der MedConf 2026 adressiert zentrale Probleme der Branche. An drei Tagen mit vier parallelen Tracks geht es um Usability in der Medizintechnik, Geräte-Entwicklung, Software-Engineering, KI in der Medizintechnik. Safety und Security, Normen und Richtlinien sowie Agilität. So befasst sich ein Vortrag von Constantin Hoya und Michael Kitzelmann mit agilen Frameworks in regulierten Umfeldern. Dabei geht es um die Frage, warum agile Methoden in MedTech-Organisationen oft nicht zu besseren Entscheidungen führen. Als Kernprobleme identifizieren die Referenten fehlendes Mandat für Product Owner, Teams ohne Risiko- oder Produkthoheit sowie Quality und Compliance als Kontrolle statt als Lernsystem.
Worst Practices und Compliance by Design
Bernd Schleimer und Joachim Pfeffer präsentieren in unterhaltsamer Form Worst Practices der MedTech-Produktentwicklung. Das Format orientiert sich an „Fuckup-Nights“ aus der Start-Up-Szene und richtet sich speziell an Produkt Manager und Clinical-/Regulatory Affairs Spezialisten. Der Vortrag schließt mit der Vorstellung von „Compliance by Design“ als Leading Practice. Eine Vertiefung erfolgt in einem Praxis-Workshop mit TÜV-Rheinland-Build-in-Compliance-Modulen.
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Die Digitalisierung im Gesundheitswesen steht im Fokus eines Vortrags von Susanne Bublitz. Sie zeigt Praxischallenges auf, darunter Medienbrüche, doppelte Dokumentation und semantische Inkonsistenzen zwischen Praxisverwaltungssystemen, Krankenhausinformationssystemen und der elektronischen Patientenakte. Als zentrale Spannungsfelder identifiziert sie HL7v2-Bestandskommunikation versus FHIR-basierte Zielarchitekturen sowie die Integration von KI-Assistenzsystemen mit offenen Verantwortungsfragen.
(odi)
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Microsoft beendet Unterstützung für Windows-Versionen aus 2016
Microsoft beendet den Support für drei Windows-Produkte, die im Jahr 2016 erschienen sind. Das nahende Aus lässt sich etwa mit erweiterten Sicherheits-Updates (ESU) hinauszögern – natürlich mit einem Preis verbunden.
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Im Windows-Release-Health-Message-Center hat Microsoft das angekündigt. Ein Blog-Beitrag im Windows-IT-Pro-Blog geht auf die Details ein. Demnach läuft der offizielle Support zehn Jahre nach Erscheinen für Windows 10 Enterprise LTSB 2016, Windows 10 IoT Enterprise 2016 LTSB (beide am 13. Oktober 2026) sowie für Windows Server 2016 (am 12. Januar 2027) aus. Das sind die Daten der jeweils letzten Sicherheits-Updates, die Maschinen mit diesen Windows-Versionen offiziell erhalten. „Danach erhalten diese Geräte keine Windows-Sicherheits-Updates, non-Security-Updates, Fehlerkorrekturen, technischen Support oder Updates für technische Inhalte mehr“, schreibt Microsoft. Es gebe aber gute Neuigkeiten: Wer zusätzliche Zeit benötige, könne das ESU-Programm nutzen.
ESU: Preise teils noch nicht bekannt
Im Rahmen des ESU können Interessierte monatliche Sicherheitsupdates für bis zu weitere drei Jahre bei Microsoft einkaufen. Neue Funktionen, Verbesserung der Qualität oder Designänderungen fallen nicht darunter, ebenso gibt es keinen weiteren technischen Support für die betroffenen Windows-Versionen. Für Windows Server 2016 muss Microsoft noch Preise ausknobeln. Windows IoT Enterprise LTSB 2016 ist ausschließlich über die OEMs der Geräte erhältlich – die bestimmen auch Preis und Verfügbarkeit.
Für Windows 10 Enterprise 2016 LTSB sollen ab dem zweiten Quartal 2026 ESU-Lizenzen für 61 US-Dollar je Maschine und Jahr verfügbar werden. Wer die Geräte mit Intune oder Autopatch verwaltet, erhält einen rabattierten Preis von 45 US-Dollar. Jedes Jahr verdoppelt sich der jedoch – wer sich also erst im zweiten Jahr dazu entscheidet, Maschinen mit einer ESU-Lizenz auszustatten, zahlt das erste Jahr trotzdem mit. Preise in Euro nennt Microsoft noch nicht.
Microsoft empfiehlt Betroffenen, auf Windows Server 2025, Windows 11 Enterprise LTSC 2024 oder Windows 11 IoT Enterprise LTSC 2024 zu aktualisieren und damit länger offizielle Unterstützung einschließlich technischen Support zu erhalten.
Mit dem Support-Ende dieser Windows-Versionen dürften die meisten IT-Verantwortlichen Übung haben. Das offizielle Support-Aus für Windows 10 zum 14. Oktober 2025 hatte großen Handlungsbedarf erzeugt. Microsoft lieferte da zudem Hinweise und Tipps.
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(dmk)
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Totalitäre Tendenzen: Palantir-Ersatz aus der EU ist ein gefährlicher Wunsch
Deutschlandweit sprechen sich Politiker*innen dafür aus, keine Software von Palantir zu verwenden. Stattdessen soll eine europäische Alternative eingesetzt werden. Die Verknüpfung und automatische Analyse möglichst vieler Daten bleibt aber ein totalitäres Konzept. Ein Kommentar.

Ungewöhnlich viele deutsche Politiker*innen geben sich gerade datenschutzinteressiert. Ganz schlimm wäre das, so ihr Tenor, wenn Daten aus Deutschland in die USA, zu Palantir, zum Endzeit-Apologeten Peter Thiel abfließen würden. Palantir-Software soll deshalb im Bund nicht eingesetzt werden, so die SPD-Fraktion. Auch Cem Özdemir, der grüne Spitzenkandidat von Baden-Württemberg, wo Palantir-Tools bald eingesetzt werden dürfen, ist gegen deren Nutzung.
Der Witz ist: Die Politiker*innen wollen nicht auf solche Tools verzichten. Sie sollen nur nicht aus den USA kommen. Die SPD wünscht sich eine europäische Alternative, Özdemir am liebsten eine aus Baden-Württemberg.
Es soll Big-Data-Analyse-Software nach Palantir-Art geben, da sind sich sehr viele einig. Nur halt regional produziert und vielleicht ja sogar auch noch in Bio-Qualität.
Ein Riesenproblem für Grund- und Freiheitsrechte
Dabei ändert es nichts am Grundproblem, wenn man die automatisierte Rundum-Überwachung selbst aufbaut, statt sie aus einem System im totalitären Umbau zu kaufen. Sie bleibt menschenfeindlich, ein Riesenproblem für Grund- und Freiheitsrechte. Es ist eine Software, die den totalen Überblick ermöglicht, eine Entwicklung, die eigentlich nur zu totalitären Systemen passt. Wenn Demokratien das einsetzen, drohen sie, zu solchen zu werden. Das gilt auch, wenn die Daten, mit denen die Systeme gefüttert werden, in Deutschland derzeit auf sowieso bestehende polizeiliche Datenbestände begrenzt werden. Denn wer seine Bürger*innen derart umfassend in den Blick nehmen kann, der wird diese Macht absehbar auch zunehmend nutzen.
Die Software droht uns dem anzunähern, was gerade in den USA geschieht: der KI-gestützten Menschenjagd, wie sie die US-Einwanderungsbehörde ICE praktiziert. Die deutschen Politiker*innen zeigen sich datenschutzinteressiert, während sie das Datenschutz-Armageddon einleiten.
Die Tools von Palantir führen Daten zusammen und analysieren sie. Dafür sind sie gemacht. So viele Daten wie möglich. Und es wären viele Daten vorhanden: Bewegungsprofile, die mittels Werbe-ID von fast allen Telefonbesitzer*innen gesammelt werden. Telekommunikationsdaten: Wer mit wem wann von wo aus wie lange telefoniert. Social-Media-Accounts. Daten, die die Polizei bei Beschlagnahmungen oder per Staatstrojaner aus Endgeräten ausgelesen hat. Wer wann mit wem welchen Flug gebucht hat. Wer was wo im Netz sucht oder bestellt. Aufnahmen aus Überwachungskameras und polizeilichen Observationen. Und, und, und.
Ein mächtiges und gefährliches Werkzeug
Die Big-Data-Analyse ist totalitär, weil sie alles mit allem verknüpfen will. Weil sie Menschen so durchsichtig machen soll wie möglich. Sie ist ein mächtiges und gefährliches Werkzeug.
Dabei landen nicht nur die Daten von potenziellen Straftäter*innen im System, sondern auch die von Opfern, Zeugen und Menschen, die sich zur falschen Zeit im falschen Areal aufgehalten haben.
Mir ist völlig unverständlich, wie man als Demokrat denken kann, das sei eine gute Idee. Auf der einen Seite werden Länder wie China als problematische Kontrollstaaten dargestellt. In der Realität rennen wir den technischen Mitteln hinterher, die so etwas ermöglichen. Social Scoring? Mit Big-Data-Software per Knopfdruck aufbaubar. Anpassungs- und Konformitätsdruck galore. Mit solchen Tools sieht es schnell ganz schlecht aus für alle, die in Opposition zu den Herrschenden stehen.
Eine Software entscheidet, wer in den Fokus der Sicherheitsbehörden gerät
Ein weiterer Knackpunkt an dieser Art Software, egal woher sie kommt, ist die automatisierte Auswertung der zusammengeführten Daten. Kein Mensch, der vielleicht auch mal Mitgefühl oder zumindest Augenmaß haben kann, markiert, wer in den Fokus der Sicherheitsbehörden gerät, sondern eine Software. Einen kleinen Blick in diese bedrohliche Zukunft der Deutungshoheit der Maschinen bietet gerade die Debatte um den Datenaustausch mit den USA. Die dortigen Behörden wollen Zugriff auf biometrische Daten aus der EU. Laut einem aktuellen Verhandlungsstand soll es auch möglich sein, Entscheidungen über Einreisende automatisiert abzuwickeln.
Und man bedenke: Daten, die vorliegen, werden auch missbraucht. Das ist mit heutigen Polizeidatenbanken auch schon so – siehe NSU 2.0 und Polizisten, die Frauen stalken. Wenn dann eine derart umfassende Datenanalyse zur Verfügung steht, können die Täter*innen bei Interesse das Leben einer Person bis in die intimsten Winkel ausleuchten.
In Deutschland droht eine Machtübernahme der AfD. Die Politiker*innen, die sich jetzt für Big-Data-Software aussprechen, die sind auch willens, den Rechtsradikalen dieses Tool in die Hände zu geben.
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iOS 26.4 Beta 2: Apple testet RCS-Verschlüsselung mit Android
Nach ersten Versuchen zwischen iPhones mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2EE) für den SMS-Nachfolger Rich Communication Services (RCS) unter iOS 26.4 Beta 1 beginnt Apple nun mit „richtigen“ Tests des Dienstes. Mit der in der Nacht zum Dienstag erschienenen zweiten Beta von iOS 26.4 für Entwickler soll man nun auch in Richtung Android sicher kommunizieren können. Das geht aus dem Beipackzettel für iOS 26.4 Beta 2 hervor. Allerdings gilt das, wie schon zuvor zwischen iPhones, nicht für alle Mobilfunkanbieter – bei manchen ist der Dienst schlicht nicht freigeschaltet.
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Erste Tests von Android zu iPhone und umgekehrt
Wie Apple mitteilt, geht es zunächst nur um „Tests zwischen Apple- und Android-Geräten“. Auf Android-Seite muss die jüngste Version von Google Messages vorhanden sein. Eine Freigabe von RCS-E2EE mit der Finalversion von iOS 26.4 ist derzeit nicht geplant. Die Funktion kommt erst mit einer „späteren Version“ von iOS 26, so der iPhone-Hersteller, ohne genaue Angaben zu machen. Die Implementierung ist nicht nur für iOS, sondern auch für iPadOS, macOS und watchOS geplant.
Apple nutzt den E2EE-Standard für RCS, den die GSM Association vorgeschlagen hat – offenbar im Rahmen von RCS Universal Profile 3.0, das noch weitere Verbesserungen verspricht, darunter E2EE-Gruppenchats, das nachträgliche Editieren von Botschaften, Tapbacks mit Emojis und mehr. Damit das alles funktioniert, müssen offenbar passende Carrier-Profile her, die die Mobilfunkanbieter ausliefern. Google hat E2EE via RCS zwischen Android-Geräten hingegen über eigene Server umgesetzt.
Weitere Neuerungen in iOS 26.4 Beta 2
Die zweite Beta von iOS 26.2 für Entwickler liefert auch noch weitere Neuerungen. So gibt es grafische Änderungen beim Editieren des Homescreens (stärkerer Liquid-Glass-Effekt), eine veränderte Suche in der Games-App (Eingabeleiste oben), Layout-Anpassungen im App Store und bei Apple Music und sogenannte Highlighting-Effekts lassen sich im Bereich Barrierefreiheit nun deaktivieren.
Schließlich schaltet sich die Verteilung von Beta-Updates nun automatisch ab, wenn man vier Monate lang keine neue Vorabversion installiert hat. Weiterhin nicht in Europa erhältlich ist unterdessen die neue KI-Wiedergabeliste für Apple Music, sie steht bislang nur US-Nutzern zur Verfügung.
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(bsc)
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