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Neue Ceconomy-Strategie: Überlebt Saturn nur als Submarke von Media-Markt?


Hat die Marke Saturn im stationären Einzelhandel eine Zukunft?

Saturn war mal eine der heißesten Marken im deutschen Einzelhandel. Doch die Zeiten, in denen die Elektronikkette mit Jung von Matt die „Geiz ist geil“-Ära prägte, sind längst vorbei. Von einst 150 Filialen sind noch 27 übrig. Zwar will Ceconomy an der Marke festhalten. Doch angesichts der neuen Strategie ist nicht auszuschließen, dass Saturn zum Anhängsel von Media-Markt degradiert wird.

Eigentlich läuft es gerade nicht einmal schlecht bei Ceconomy. Der Mutterkonzern von Media-Markt Saturn wird im laufenden Geschäftsjahr eine

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Andere können KI-Bilder mit deinen Instagram-Fotos erstellen



Muse Image ist Metas erstes KI-Bildmodell
– mit 30 neuen Effekten für Stories

KI-Bildegenerierung von Frau, Sodadose und Hund mit Kleidung, violetter Hintergrund
KI-generierte Visuals von Muse Image, © Meta via Canva

So deaktivierst du die KI-Nutzung deiner Instagram-Inhalte

Meta bewirbt die neue Funktion als kreatives KI-Feature. Nutzer:innen sollen personalisierte Einladungen gestalten, Designideen entwickeln oder individuelle Grafiken erstellen können. Dafür genügt künftig ein öffentlicher Instagram Account: Wird das Profil in einem Prompt erwähnt, kann Meta AI auf die öffentlichen Fotos zugreifen und daraus neue Bilder generieren. Und so funktioniert es: In der Meta AI App können andere Nutzer:innen ein öffentliches Instagram-Konto markieren und den Chatbot anweisen, neue KI-Fotos auf Basis von Fotos aus dem Konto dieser Person zu erstellen.

Wer das nicht möchte, muss selbst aktiv werden. In der Instagram App findest du die Einstellung im eigenen Profil unter „Teilen und wiederverwenden“. Dort erscheint, wie in unserem Screenshot zu sehen, ein neuer Schalter mit der Bezeichnung „Erlaube anderen, mit deinen Originalaudioaufnahmen auf Meta AI kreativ zu werden und sie wiederzuverwenden“. Laut Meta werden diese Einstellungen derzeit schrittweise ausgerollt und sind deshalb noch nicht bei allen Nutzer:innen verfügbar. Betroffen sind ausschließlich öffentliche Konten – wer sein Profil privat nutzt, muss nichts unternehmen.

Instagram-Einstellung „Teilen und wiederverwenden“ mit Schalter zur Nutzung von Inhalten für Meta AI.
Instagram-Einstellung zur KI-Nutzung öffentlicher Inhalte, © eigener Screenshot Instagram Account @onlinemarketingde

Meta löscht KI-Inhalte nicht und informiert dich nicht

Mit dem Deaktivieren der Funktion ist das Thema allerdings nicht erledigt. Zwar lässt sich die Wiederverwendung für das gesamte Konto oder einzelne Beiträge und Reels ausschalten. Bereits mit Meta AI erstellte Inhalte werden laut Meta jedoch nicht gelöscht – selbst dann nicht, wenn das Profil später auf privat gestellt wird. Auch Originalaudio, Texte und Kommentare lassen sich über die Einstellung nicht von der KI-Nutzung ausschließen. Zudem weist Meta darauf hin, dass wiederverwendete Inhalte je nach Einstellungen anderer Nutzer:innen sogar in Suchmaschinen auftauchen können.

Hinzu kommt, dass Instagram Nutzer:innen nicht darüber informiert, wenn ihre Fotos oder Videos für KI-generierte Inhalte verwendet werden. Im Hilfe-Center heißt es dazu ausdrücklich:

You will not be notified about content created using AI features at Meta.

Minderjährige sind von der Funktion ausgenommen: Öffentliche Konten von Teenagern dürfen laut Meta weder als Grundlage für KI-Bilder verwendet werden, noch können Minderjährige die Funktion für fremde Profile nutzen.

Datenschutz wird immer mehr zur Verantwortung der Nutzer:innen

Die Nutzung personenbezogener Inhalte für generative KI gehört zu den umstrittensten Themen der aktuellen KI-Debatte. Auch OpenAI sah sich bei der Einführung des KI-Videogenerators Sora mit entsprechender Kritik konfrontiert. Im Unterschied zu Meta setzte OpenAI jedoch auf ein Opt-in-Verfahren. Wer das Abbild einer realen Person in einem KI-generierten Video verwenden wollte, musste deren ausdrückliche Zustimmung einholen. Sora wurde inzwischen wieder eingestellt, unter anderem aufgrund der hohen Betriebskosten. Während OpenAI auf eine ausdrückliche Zustimmung setzte, verfolgt Meta den umgekehrten Ansatz. Der Konzern gibt öffentliche Instagram-Inhalte standardmäßig für KI-Remixe frei und verlangt einen aktiven Widerspruch. Genau dieses Opt-out-Prinzip steht derzeit in der Kritik.

Wer die Standardeinstellung nicht ändert, gibt ein Stück Kontrolle über die eigene digitale Identität ab, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Verbreitung KI-generierter Inhalte und Deepfakes. Für Unternehmen und Creator steht dagegen die Kontrolle über die Markenkommunikation im Mittelpunkt. Kampagnenmotive, Produktbilder oder Corporate Designs sind häufig zentrale und wertvolle Bestandteile der Markenidentität. Werden sie standardmäßig für KI-Generierungen freigegeben, betrifft das nicht nur den Datenschutz, sondern auch Brand Safety, geistiges Eigentum und die Kontrolle darüber, in welchen Kontexten eigene Inhalte künftig erscheinen.

Auch wenn es für viele Nutzer:innen inzwischen überwältigend sein dürfte, wie häufig Unternehmen eine aktive Abmeldung statt einer vorherigen Zustimmung verlangen, entwickelt sich dieses Opt-out-Prinzip zunehmend zum Branchenstandard. Auch Google rollt derzeit eine Funktion aus, bei der Medien-Uploads aus Diensten wie Google Lens, der Rückwärtssuche oder Google Translate zur Verbesserung der eigenen KI-Modelle verwendet werden können, sofern Nutzer:innen nicht widersprechen. WIRED hat auch dafür bereits eine Anleitung veröffentlicht, wie sich der Opt-out aktivieren lässt.

Wer selbst entscheiden möchte, wie die eigenen Inhalte für KI genutzt werden, kommt kaum noch darum herum, die Datenschutzeinstellungen regelmäßig zu prüfen – bei Instagram ebenso wie bei anderen Diensten.


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Am Vertrauen hakt’s: AI in Deutschland Suchquelle Nummer 2


AI-Dienste und Suchmaschinen prägen die Online-Suche inzwischen nebeneinander. Chatbots und Assistants werden immer häufiger und differenziert eingesetzt, wie YouGovs neue Zahlen zeigen. Allerdings folgt daraus ein Problem.

Die Suche nach Informationen im Digitalraum beginnt noch immer am häufigsten direkt in Suchmaschinen. Doch KI-Dienste in diesen, dedizierte Chatbots und AI Assistants verändern zusehends die Informationsbeschaffung, sodass eine erste Suchanfrage oft auch auf ChatGPT, Claude, Perplexity, Grok und Co. gestellt wird. Neue Daten von YouGov aus der Studie „Searching for answers: How AI is changing online discovery in 2026“ zum Suchverhalten in Deutschland offenbaren ein Nebeneinander von Suchmaschinen und AI-Diensten bei der Informationssuche und zeigen, dass sich AI-Dienste als Informationsquellen etabliert haben. Dabei kämpfen sie aber mit einem großen Problem, das zuweilen erst nach der ersten Nutzungsintention aufkommt.


Jedes Thema 24 Stunden verfolgen:

Googles Information Agents im AI Mode verfügbar

Google-Schriftzug, Ask AI Mode-Schriftzug in Suchleiste, dunkler Hintergrund
© Google via Canva

So sucht Deutschland nach Informationen im Netz: AI hinter Suchmaschinen, aber stark vertreten

Für die neue YouGov-Studie hat das Unternehmen in Deutschland vom 21. April 2026 bis zum 29. Mai 2026 1.005 Personen befragt. Insgesamt gibt es in der Studie aber auch bevölkerungsrepräsentative Stichproben für Australien, Kanada, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Malaysia, Polen, Saudi‑Arabien, Singapur, Spanien, Schweden, die Schweiz, die VAE und die USA. Laut YouGov sind die Ergebnisse in Indien und Mexiko repräsentativ für die städtische Bevölkerung, in Hongkong, Indonesien und Thailand, repräsentativ für die Online‑Bevölkerung.

Als Online-Suchende gelten in Deutschland alle Personen, die mindestens einmal pro Woche etwas im Internet suchen. Unter diesen Suchenden (über 900 an der Zahl) hat YouGov AI-Suchende differenziert:

  • User mit hoher Suchfrequenz (über 250), die pro Tag mindestens eine Suchanfrage per KI-Dienst starten
  • User mit regelmäßiger Suchfrequenz (über 200), die einige Suchanfragen pro Woche per KI-Dienst starten
  • User mit gelegentlicher Suche (über 200), die nur eine Suchanfrage oder weniger pro Woche per KI-Dienst starten
  • User, die gar nicht mit KI-Diensten suchen (über 250), bei der Frage danach angaben, es nicht zu tun oder nicht zu wissen

Im Erhebungszeitraum haben in Deutschland 39 Prozent der Befragten AI Assistants oder Chatbots zur Suche eingesetzt. Parallel dazu wurden von 79 Prozent der Befragten auch Suchmaschinen genutzt, um Informationen einzuholen. Das zeigt die anhaltende Relevanz der klassischen Suchmaschinen ebenso wie den Wert von KI-Tools für die Suche.

Differenzierung bei Altersgruppen, aber Zugriffsdefinition für KI-Nutzung vage

Ob die Befragten eine klare Differenzierung zwischen klassischer Suchmaschine und KI-Assistant oder Chatbot vorgenommen haben, bleibt aber unklar. Denn die größte Suchmaschine von allen, Google, leitet User inzwischen sehr prominent in die unmittelbare Nutzung des AI Mode über – der eher als Assistant oder Chatbot gelten dürfte als als klassisches Suchmaschinenumfeld. Auch YouGov differenziert nicht weiter zwischen Assistants und Chatbots, sodass damit KI-Dienste gemeint sind, die nicht mit der klassischen Suchmaschine vergleichbar sind.

Bei jüngeren Usern werden die AI-Dienste indes noch häufiger genutzt als bei älteren. In der Generation Z nutzen 49 Prozent AI Assistants als Informationsquelle, gefolgt von Social-Media-Plattformen (45 Prozent) und Video-Plattformen (42 Prozent) als weitere Quellen hinter der Suchmaschine. Auch nutzen in der Gen Z 56 Prozent der Befragten mindestens einmal am Tag AI Assistants für Anfragen. Insgesamt sind es in Deutschland 31 Prozent. 63 Prozent aller AI User geben in diesem Kontext an, ihre Nutzung im Vergleich zum Vorjahr gesteigert zu haben.

Wie die AI oft eingesetzt wird

 Zu den Hauptanwendungsfällen für AI Assistants zählen in Deutschland:

  • die direkten Antworten auf Fragen (64 Prozent)
  • die Zusammenfassung von Web-Inhalten (37 Prozent)
  • die Überprüfung von Informationen (32 Prozent)
  • der Vergleich von Optionen (26 Prozent)

Dabei wird die KI oftmals als ein Element einer fragmentierten Sucherfahrung eingesetzt, wie YouGov betont. Denn vielfach können AI-Dienste in anderen Nutzungskontexten integriert sein, etwa die Meta AI auf den Plattformen von Meta oder der AI Mode mit Gemini auf Google. Außerdem bedeutet der Start einer Suche über einen Dienst nicht, dass sie mit diesem auch fortgesetzt wird. Allerdings können insbesondere Agents wie die Information Agents von Google oder Claude Cowork und OpenAIs Deep Research autonom bestimmte Suchanfragen und -aufgaben übernehmen, sodass via AI Agent auch mit Seiten oder Suchmaschinen interagiert wird, aber nicht direkt vonseiten der User. Eine über KI-Dienste hinausgehende Recherche kann überdies ebenso mit einem Vertrauensproblem zusammenhängen.

Vertrauen auf KI-Antworten und Search-Antworten beschädigt

Nur 36 Prozent aller Online User aus der YouGov-Erhebung für Deutschland vertrauen Informationen von AI Assistants. Navigations-Apps (76 Prozent) und Suchmaschinen (72 Prozent) erhalten dagegen deutlich höhere Vertrauenswerte. Justus Riemann, Senior Business Development Manager bei YouGov, sagt:

Die klassische Suchanfrage bleibt eine der vertrautesten Schnittstellen des Internets. Der Austausch ist einfach: Nutzer geben eine Suchanfrage ein, die Suchmaschinen liefern Links und die Nutzer entscheiden schließlich, welchen Quellen sie vertrauen. KI-Assistenten stellen dieses Muster in Frage, indem sie direkte Antworten, Zusammenfassungen und Vergleiche bieten – nicht nur eine Liste von Links.

Zur Förderung des Vertrauens gegenüber AI-Diensten wünschen sich User vor allem folgende Maßnahmen:

  • klare Erklärungen, wie die KI zu ihrer Antwort gelangt ist (16 Prozent)
  • eindeutige Links oder Quellenangaben (15 Prozent)
  • Antworten aus offiziellen Quellen (12 Prozent)

Das Vertrauen in Chatbots und Assistants wird immer wieder erschüttert. Schon 2023 galt Bard (heute Gemini) als gefährlich, sogar das Personal warnte vor dem Launch vor Lügen und gefährlichen Aussagen. Fast alle bekannten Chatbots und Assistants haben schon mit Fehlern und Falschaussagen zu kämpfen gehabt – immer wieder geben die Unternehmen an, dass es dazu kommen kann. ChatGPT etwa zitierte unlängst oft Grokipedia, die KI-Enzyklopädie ohne umfassenden Kontrollmechanismus. Auf Claude wurde kürzlich eine Desinformation aus Russland als Nachrichtenquelle angegeben. Auch das gibt es öfter: Halluzinationen von vermeintlich echten Nachrichten.

Auch Falschaussagen und verzerrte Titel sorgen für Unklarheit

Google hat zuletzt sogar Vorwürfe hinnehmen müssen, in den AI Overviews Falschaussagen zu Unternehmen zu treffen, weil die Verknüpfung zu Drittinhalten nicht den Tatsachen entsprach. Das Landgericht München I machte Google für Falschaussagen in AI Overviews direkt verantwortlich, sprach eine einstweilige Verfügung aus und bereitet damit möglicherweise den Weg zu mehr juristischer Handhabe für Publisher bei Googles Ergebniskuratierung. Der Einfluss der KI kann aber ebenso bei klassischen Suchergebnissen zu Verzerrungen führen. Wie schon bei Discover ersetzt Google auch in der Suche Titel mit eigenen KI-generierten Versionen. Doch die sind nicht immer akkurat und manchmal schlichtweg irreführend. Für User gilt daher umso mehr, ihre Informationen nach der ersten Suchanfrage zu überprüfen, mit vertrauenswürdigen Quellen.

Laut 2026 Digital News Report des Reuters Institute for the Study of Journalism sind dedizierte KI-Dienste, deutlich hinter Social Media und Videoplattformen, als News-Quelle im Internet immer gefragter. Studienleiter Jim Egan schreibt:

A central theme this year is this growing ‘platformisation’ of news consumption. For the first time, social media and video networks are, on average across the markets covered, more popular than both TV and owned news websites and apps as sources of news. Growing numbers are also experimenting with AI chatbots as a new means of access […]. 

Besonders die Option, bei Assistants oder Chatbots direkt Follow-up-Fragen zu stellen, hilft vielen Usern aus dem Reuters Report bei der Nutzung von AI für die News-Rezeption. Das kann bei der Suche ebenfalls unterstützen. Und so dürften KI-Voice-Modelle wie das neue GPT-Live von OpenAI in ChatGPT dazu beitragen, dass künftig noch mehr User ihre Anfragen und Nachfragen über eine natürliche Konversation direkt an den KI-Dienst stellen. Ob die Antworten dann immer korrekt sind, müsste geprüft werden.


GPT-Live ist da:

Das sind OpenAIs neue Voice-Modelle für lebensechte Konversationen

© OpenAI via Canva

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Meta schürt Angst mit AI Glasses, die immer aufnehmen


Meta verspricht mehr Datenschutz für seine Smart Glasses. Hinter den Kulissen arbeitet der Konzern laut Berichten jedoch bereits an „Super Sensing“ – einem KI-Gedächtnis für die Brillen, das sich an nahezu alles erinnern soll.

Metas Smart Glasses sehen auf den ersten Blick aus wie gewöhnliche Brillen. Spätestens seit den neuen Modellen, die Meta gemeinsam mit Kylie Jenner bewirbt, setzen die Smart Glasses zudem stärker auf Mode und Lifestyle, um mehr User für diese begeistern zu können. Hinter den Gläsern stecken jedoch Kameras, Mikrofone und zahlreiche KI-Features. In einem neuen Blog-Beitrag reagiert der Konzern auf die wachsende Datenschutzdebatte rund um die KI-Brillen und kündigt zusätzliche Schutzmaßnahmen an. Sie sollen Manipulationen der Aufnahme-LED verhindern, die Menschen in der Umgebung während Foto- und Videoaufnahmen auf eine aktive Kamera hinweist.

Doch intern arbeitet Meta offenbar bereits an dem Projekt „Super Sensing“. Laut der Financial Times, die sich in einem kürzlich veröffentlichten Bericht auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, soll die Funktion künftige Meta Smart Glasses in die Lage versetzen, nahezu jeden Moment des Alltags zu erfassen. Ein Widerspruch zu den neuen Datenschutzmaßnahmen? Wir werfen einen Blick auf die Hintergründe.


Das sind die neuen Meta Glasses von Meta mit Kylie Jenner, Muse Spark und 26 Styles

Meta setzt zum Launch der neuen Meta Glasses auf die Reichweite von Kylie Jenner. Die Unternehmerin und Social-Media-Ikone steht im Mittelpunkt einer groß angelegten Kampagne für die gemeinsam entwickelte Starfire Edition.
© Meta via Canva

Die Aufnahme-LED soll Vertrauen schaffen – doch die Kritik wächst

Im Blog-Beitrag beantwortet Meta häufige Fragen zum Umgang mit Fotos, Videos und Privatsphäre und stellt zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Smart Glasses vor. Im Fokus steht die weiße Aufnahme-LED an der Vorderseite der Brille. Sie blinkt während Foto- und Videoaufnahmen und soll Menschen in der Umgebung signalisieren, dass gerade Inhalte aufgezeichnet werden.

Bereits seit der zweiten Generation deaktivieren sich die Kameras automatisch, wenn erkannt wird, dass die LED verdeckt wurde. Künftig soll dies auch dann gelten, wenn die Kontrollleuchte beschädigt oder bewusst zerstört wurde. Auslöser der neuen Maßnahmen sind unter anderem kostenpflichtige Manipulationsdienste, die Umbauten anbieten, um die Aufnahme-LED dauerhaft außer Kraft zu setzen. Meta kündigt an, entsprechende Anzeigen, Beiträge und Marketplace-Angebote von den eigenen Plattformen zu entfernen, beteiligte Konten zu sperren und auch rechtlich gegen Anbieter:innen solcher Dienste vorzugehen.

Mit den neuen Schutzfunktionen will Meta das Vertrauen in Smart Glasses stärken. Nach Angaben des Konzerns bietet bislang kein anderes Unternehmen vergleichbare Maßnahmen gegen Manipulationen. Für Kritiker:innen greift dieser Ansatz jedoch zu kurz. Die Aufnahme-LED gilt zwar als wichtigstes Transparenzmerkmal der Smart Glasses, wird im Alltag aber häufig übersehen, etwa bei starkem Sonnenlicht oder weil moderne Kamerabrillen äußerlich kaum noch von gewöhnlichen Brillen zu unterscheiden sind. Seit Längerem warnen Datenschützer:innen deshalb davor, dass Meta und andere Hersteller:innen von KI-Brillen schrittweise als alltägliche Begleiter:innen etablieren und damit allgegenwärtige Aufzeichnungstechnik normalisieren könnten.

Die Berichte über „Super Sensing“ verleihen dieser Kritik nun zusätzliches Gewicht. Denn wenn KI-Brillen den Alltag künftig nahezu kontinuierlich erfassen und analysieren, stellt sich nicht mehr nur die Frage, ob eine Aufnahme-LED ausreicht, sondern ob das bisherige Transparenzkonzept grundsätzlich noch trägt.

„Super Sensing“: Die Brille, die sich an alles erinnert

Unter dem Projektnamen „Super Sensing“ testet Meta laut der Financial Times KI-Funktionen, die Smart Glasses zu einem permanent mitlaufenden KI-Assistant machen sollen. Statt nur dann Fotos oder Videos aufzunehmen, wenn diese – wie etwa mit einem Smartphone – bewusst ausgelöst werden, sollen die Brillen mithilfe von Kameras, Mikrofonen und KI nahezu jeden Moment des Tages erfassen. Anschließend könnten Träger:innen den KI-Assistant der Brille beispielsweise fragen: „Wo habe ich meine Schlüssel zuletzt gesehen?“, „Wen habe ich heute getroffen?“ oder „Worüber habe ich heute Morgen gesprochen?“

Nach Informationen der Financial Times könnten sogar die aktuellen Meta Smart Glasses-Modelle per Software Update einige der geplanten „Super Sensing“-Funktionen erhalten. Meta wollte die Berichte über das interne Entwicklungsprojekt nicht kommentieren.

Smart Glasses von Meta könnten den Alltag somit künftig kontinuierlich erfassen, analysieren und als durchsuchbares KI-Gedächtnis speichern. Sie würden sich damit nicht nur an einzelne Momente erinnern, sondern an nahezu alles, was im Laufe des Tages passiert. Genau darin sehen Datenschutzexpert:innen das zentrale Problem: Je mehr Informationen eine KI-Brille kontinuierlich sammelt, desto wichtiger wird Transparenz für Menschen in der Umgebung.

Ausgerechnet daran könnte sich mit „Super Sensing“ jedoch etwas ändern. Während aktuelle Smart Glasses beim Fotografieren oder Filmen über die bereits beschriebene Aufnahme-LED auf eine aktive Kamera hinweisen, erwägt Meta laut der Financial Times intern offenbar, diese Anzeige während der Nutzung von „Super Sensing“ nicht dauerhaft zu aktivieren. Stattdessen sollen andere Datenschutzmechanismen zum Einsatz kommen.

Meta Smart Glasses: Droht die Normalisierung permanenter Aufzeichnung?

Die aktuellen Datenschutzdebatten sind nicht die ersten rund um Metas Smart Glasses. Anfang des Jahres machten Recherchen der schwedischen Tageszeitung Svenska Dagbladet öffentlich, dass Beschäftigte eines externen Unternehmens im Rahmen der KI-Datenannotation Zugriff auf sensible Aufnahmen von Smart Glasses-Nutzenden hatten, darunter auch intime Videos. Meta beendete daraufhin die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. Eine umfassende öffentliche Aufarbeitung des Falls blieb bislang jedoch aus.

Im aktuellen Blog-Beitrag betont Meta erneut, dass grundsätzlich nur Nutzende selbst auf Fotos und Videos zugreifen können, es sei denn, sie teilen Inhalte mit anderen Personen, veröffentlichen sie in sozialen Netzwerken oder nutzen sie gemeinsam mit Meta AI. Gerade dieser Punkt bleibt jedoch umstritten, da Meta Inhalte zur Verbesserung der eigenen KI-Systeme verarbeiten kann und sich diese Verarbeitung derzeit offenbar nicht vollständig deaktivieren lässt.

Mit „Super Sensing“ könnte die Debatte nun eine neue Dimension erreichen. Denn wenn KI-Brillen den Alltag kontinuierlich erfassen, analysieren und als durchsuchbares Gedächtnis speichern, geht es nicht mehr nur um einzelne Fotos oder Videos. Die Systeme könnten potenziell auch Bewegungsprofile, Gespräche, soziale Kontakte, Gewohnheiten und zahlreiche Informationen über Menschen in der Umgebung erfassen – selbst dann, wenn diese einer solchen Datenerfassung nie zugestimmt haben.

Datenschutzexpert:innen warnen außerdem vor einem schrittweisen Gewöhnungseffekt. Sobald sich KI-Brillen mit permanent aktiven KI-Funktionen gesellschaftlich etabliert haben, könnten nach und nach weitere Funktionen folgen, die noch tiefere Eingriffe in die Privatsphäre ermöglichen. Hinweise auf eine solche Entwicklung gibt es bereits: Seit Längerem berichten Medien darüber, dass Meta Gesichtserkennungsfunktionen für Smart Glasses prüft. Recherchen von WIRED zufolge enthielt die Begleit-App der Brillen zeitweise bereits deaktivierten Code für eine Gesichtserkennungsfunktion. Zudem soll Meta für interne Tests Gesichtserkennungstechnologie des US-Unternehmens Rank One Computing genutzt haben, das auch das Pentagon beliefert.


Muse Image ist Metas erstes KI-Bildmodell
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KI-generierte Visuals von Muse Image, © Meta via Canva

Wer legt die Regeln für KI-Brillen fest?

Ob und wann Meta „Super Sensing“ tatsächlich einführt, ist offen. Die eigentliche Frage stellt sich jedoch schon heute. KI-Brillen verlassen langsam die Nische und könnten den Mainstream erreichen. Welche Regeln für Smart Glasses gelten sollen, darf nicht allein von den Unternehmen entschieden werden, die diese entwickeln.

Bislang drehte sich die Debatte vor allem um Fotos und Videos. Doch wenn KI-Brillen künftig Gespräche, Begegnungen, Gewohnheiten und ganze Tagesabläufe erfassen und als digitales Gedächtnis speichern können, steht weit mehr auf dem Spiel als der Datenschutz ihrer Träger:innen. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie selbstverständlich es werden darf, dass intelligente Geräte Menschen im öffentlichen Raum permanent beobachten, analysieren und sich an sie erinnern.


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