Apps & Mobile Entwicklung
Neues PlayStation DRM-System: Dauerhafte Offline-Spiele erst nach Server-Check bestätigt

Nach einigen Tagen Unsicherheit und Spekulationen hat Sony die Existenz eines neuen DRM-Systems für Spiele aus dem PlayStation-Store bestätigt. Das setzt nach dem Kauf einmalig eine Online-Verbindung voraus, soll aber eigentlich keinen Unterschied machen.
Das steckt hinter dem neuen 30-Tage-Timer
Vergangene Woche entdeckten Spieler nach dem Kauf im PlayStation-4-Store einen neuen Timer mit einer Laufzeit von 30 Tagen. Läuft der Timer ab bevor eine Internetverbindung hergestellt wird, geht der Zugriff auf das Spiel verloren. Ausgenommen sind Spiele auf Blu-ray und in der Vergangenheit erworbene Titel. Auf der PlayStation 5 wird der Timer hingegen nicht angezeigt, ohne Verifizierung ließen sich Spiele dort jedoch nicht starten.
Das führte zu Spekulationen. Angenommen wurde unter anderem, dass die Konsolen nun alle 30 Tage eine Internetverbindung benötigen – und bei einer leeren CMOS-Batterie der Zugriff auf Spiele verloren geht, weil das System keine Zeit mehr abgleichen kann. Ein genauerer Blick ergab allerdings, dass ab dem 15. Tag nach dem Kauf eine bestehende Internetverbindung aus der 30-Tages-Lizenz eine dauerhafte, auch unbegrenzt offline nutzbare Lizenz macht. Besteht vorher eine Internetverbindung, ändert sich nichts: Die Lizenz bleibt temporär, die Server müssen einmal nach Ablauf von 14 Tagen kontaktiert werden.
Sony bestätigt und gibt Entwarnung
Sony bestätigte die Änderung nun unter anderem gegenüber GameSpot. Das Unternehmen stellte klar, dass nach dem Kauf eine einmalige Online-Verifikation, danach aber keine weiteren Server-Kontakte nötig sind. „Spieler können auf ihre Spiele wie gewohnt zugreifen und sie normal spielen“, schrieb Sony. Im Prinzip soll sich also nichts ändern.
Über die Gründe für die Änderung am System schweigt Sony. Als Grund wird jedoch angenommen, dass Sony Exploits schließen wollte. Dafür spricht, dass die Umwandlung der Lizenz nach Ablauf des Rückerstattungsfensters erfolgt. User „andshrew“ aus dem Resetera-Forum nimmt daher an, dass es offenbar möglich war ein Spiel zu kaufen, die Lizenz zu kopieren und das Spiel anschließend zurückzugeben. Eine Einschränkung der Lizenz während des Rückgabezeitraums könne eine Möglichkeit sein, eine solche potentielle Lücke zu schließen.
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Die Gilde – Europa 1410: Klassisches Gameplay in moderner Grafik als Demo erhältlich

Bevor in rund einem Monat „Die Gilde – Europa 1410“ ins Early-Access-Programm startet, können Spieler die Wirtschaftssimulation ab sofort vorab ausprobieren. Heute ist nämlich eine kostenlose Demo erschienen, deren Umfang allerdings klein ausfällt.
Demo zum „Gilde“-Nachwuchs veröffentlicht
Die Demoversion von „Die Gilde – Europa 1410“ spielt in der Stadt Kuttenberg, der Spieler kann dabei einen von drei Berufen auswählen: Alchemist, Schmied oder Schankwirt. Allerdings dürfen lediglich 17 Runden lang die Geschicke des eigenen Betriebs geleitet werden. Der Umfang ist also stark begrenzt. Die Entwickler gehen von einer Spielzeit im Bereich von 2 bis 4 Stunden aus. Als Sprache steht vorerst nur Englisch zur Verfügung.
Dennoch sollte die Demo genügen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen und zu entscheiden, ob das Spiel grundsätzlich in Frage kommt oder nicht. Die Demo wurde heute zum Auftakt des Steam Next Fest veröffentlicht.
Das (fast) fertige Spiel erscheint Mitte Juli
Am 16. Juli 2026 folgt dann die Veröffentlichung von „Die Gilde – Europa 1410“. Als Early-Access-Titel ist die Entwicklung noch nicht abgeschlossen, doch grundsätzlich ist ein funktionierendes Spiel zu erwarten.
Ganz im Zeichen der altehrwürdigen Vorgänger fängt der Spieler im neuen Teil der Serie ebenfalls klein an. Gestartet wird mit einem kleinen Betrieb, den es im Laufe der Jahre auszubauen gilt. Dabei stehen nicht nur rechtschaffene Handwerksberufe wie Alchemist, Schmied oder Schneider zur Auswahl, sondern es kann auch eine eher unrühmliche Karriere des Raubes und Taschendiebstahls angegangen werden.
Ziel ist stets der Aufbau einer einflussreichen Dynastie. Das erfordert zum einen Produktion, Handel und Diplomatie oder auch Bestechung und Intrigen. Nebenbei spielt die Sterblichkeit eine Rolle, denn nur wenn für Nachkommen gesorgt ist, kann das eigene Unternehmen fortbestehen.
Das somit altbewährte Spielprinzip wird in moderner Grafik verpackt. Versprochen werden zudem neue Features. Ein Mehrspielermodus sowie die Unterstützung weiterer Sprachen sind geplant. Weitere Einblicke liefert ein anderer Trailer. Die offiziellen Systemanforderungen liegen noch nicht vor.
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Werbung in Videospielen: EA Advertising platziert Banner und Marken im Gameplay

EA öffnet Spiele für Werbekooperationen. Die neue Plattform „EA Advertising“ soll es Unternehmen erleichtern, ihre Produkte in Titeln des Publishers zu platzieren. Digitale und reale Promotion-Aktionen sollen auf Wunsch Hand in Hand gehen und natürlich integriert werden. Beispiele stammen unter anderem aus dem Sports-Bereich.
Am Ende geht es darum, mehr Werbung in Spielen zu schalten und, ganz einem Videoformat, Reichweite zu vermarkten. Dass das in nette Worte gehüllt wird, ändert an diesem Umstand nichts: EA will „Marken mit hochgradig engagierten Zielgruppen“ verbinden. Mehr als 120 Millionen monatliche Spieler erreiche das Unternehmen, wirbt die Ankündigung von EA Advertising, und das an der Schnittstelle von Unterhaltung, Sport, Technologie, Musik und Kultur.
Werbung auf vielen Wegen
Der Weg dorthin sind mehr oder weniger „native“ Ads, die EA als „authentische, interaktive Erlebnisse“ bezeichnet. Diese Beschreibung speist sich aus der Einbindung der Anzeigen. Werbekunden können künftig Anzeigen dynamisch und in Echtzeit in Spielen platzieren, etwa über die Tafeln in Stadien oder durch spezielle Ingame-Inhalte. Sie sollen das Spielerlebnis nicht stören, sondern sogar „aufwerten“, findet der Publisher, und Marken zum Teil des Spiels machen. Anfangs sollen diese Optionen nur ausgewählte Partner haben.
Dazu ist die Nutzung von Ingame-Werbetafeln, Broadcast-Overlays oder Videosports in diesen Überblendungen vorgesehen, bei denen ebenfalls „reale“ Werbeplätzer einer Sportübertragung digital vermarktet werden. Der Vorteil laut EA: Werbung ist dann Teil geteilter, aufgezeichneter oder bloß als Video konsumierter Szenen.
Das Konzept dieser Ingame-Werbung denkt EA aber noch weiter. Zusätzlich stehen Werbepartnern weitere Wege zur Platzierung von Inhalten offen. EA bietet in Abstimmung mit den Kunden spezielle Ingame-Herausforderungen, besondere Ziele mit Belohnungen und spezielle Markeninhalte an, aber auch besondere Skins.
Die Produkte der Schuhmarke Vans wurden in das Skatespiel Skate eingebaut, Rucksäcke von Coach finden sich in den Sims, schreibt EA, Visa wirbt in EA Sport „dort, wo es für Spieler am wichtigsten ist: Im Karrieremodus“, so der Publisher. Ergänzt wird das Angebot von EA Advertising durch Kooperationen bei limitierten Produkten oder Gegenständen oder Live-Events. So sollen Werbekunden ihre Zielgruppe auch außerhalb des Bildschirms beziehungsweise über den Bildschirm hinaus ansprechen können.
Monetarisierung, nächste Runde
Richtig neu ist davon noch am ehesten die Idee, Werbung live platzieren zu können. Ansonsten bedient sich der Publisher an einem im Fernsehen bewährten Instrumentarium, um, das deutet die Etablierung einer ganzen Plattform an, künftig deutlich stärker Werbung in Spiele zu integrieren, sei es über Produktplatzierungen oder neue Banner. Der Unterschied zu einer Fernsehsendung ist allerdings ein deutlicher und darin liegt auch das Problem der Angelegenheit: Vermarktet wird der Spieler, der hier, anders als im Fernsehen, für das Produkt vorab zahlt und, so er Mikrotransaktionen nutzt, auch während der Nutzung bereits bezahlt. Er wird damit quasi dreifach monetarisiert.
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DRAM besser ausnutzen: AMD kauft KI-Startup MEXT für sein Data-Center-Portfolio

AMD übernimmt mit MEXT ein KI-Startup, das sich einer effizienteren Speichernutzung im Server verschrieben hat. Indem inaktive Daten aus dem DRAM auf NAND-Flash ausgelagert und per KI-Vorhersage wieder bereitgestellt werden, soll der DRAM-Bedarf deutlich gesenkt werden. Virtuell wird der Arbeitsspeicher verdoppelt.
Die Branche befindet sich derzeit in einer Zwickmühle: Einerseits verlangen moderne Anwendungen wie KI-Modelle, HPC-Workloads, Datenanalysen und Virtualisierung nach immer mehr Arbeitsspeicher. Andererseits ist dieser durch die extrem hohe Nachfrage knapp und teuer geworden, sodass Speicher inzwischen als größter Kostenfaktor im Rechenzentrum gilt.
Was steckt hinter MEXT?
Mit MEXT übernimmt AMD ein Entwicklerteam mitsamt seiner KI-gestützten „Predictive-Memory-Technologie“. Mit dieser wird primär erreicht, dass sich im System der NAND-Flash wie DRAM verhält. Dadurch wird das Vorhandensein von mehr DRAM simuliert. Im Grunde handelt es sich also um eine Form von virtuellem Arbeitsspeicher.
In einem Beispiel wird gezeigt, wie sich per Software der Arbeitsspeicher im Server verdoppeln lässt. Auf seiner Webseite wirbt MEXT aber auch damit, dass sich die Speichermenge vervierfachen lasse. Im Gegenzug könne dieselbe Speichermenge mit nur der halben Menge (oder einem Viertel) an physischem RAM erreicht werden. Das senkt wiederum die Kosten, denn NAND-Flash ist erheblich günstiger als DRAM.
Allerdings ist NAND-Flash auch wesentlich langsamer als DRAM und eignet sich daher von allein nicht dazu, diesen zu ersetzen.
KI verwaltet Daten in RAM und NAND
Hierbei kommt die KI-Technik von MEXT ins Spiel: Die Software erkennt, welche Daten inaktiv („kalt“) sind und lagert diese vom DRAM auf den NAND-Flash aus. Zugleich liefert sie eine Prognose dafür, welche Daten eine Anwendung demnächst benötigen könnte, um diese schnellstmöglich wieder in den DRAM zu befördern. Damit wird der Geschwindigkeitsnachteil des NAND-Flash kaschiert. Zumindest ist es das, was hier versprochen wird. Inwieweit sich der Einsatz von MEXT auf die Performance im Server auswirkt, ist der Redaktion nicht bekannt.
Das Ziel ist es die steigenden Kosten für Serversysteme im Zaum zu halten und vorhandene Ressourcen effektiver zu nutzen. AMD will die Technik von MEXT fortan im eigenen Data-Center-Portfolio einsetzen. Was genau das bedeutet, bleibt abzuwarten.
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