Künstliche Intelligenz
Prozessormangel soll in den nächsten Monaten akut werden
PC- und Notebook-Käufern droht weiteres Ungemach. Auf die anhaltende Speicherkrise folgt womöglich ein Mangel an Prozessoren, berichtet die Nachrichtenagentur Nikkei Asia. Sowohl AMD als auch Intel konzentrieren sich offenbar auf Serverprozessoren, unter anderem für KI-Rechenzentren. Schon Mitte Februar teilte der Marktbeobachter Mercury Research mit, dass Intel Produktionslinien von Notebook- und Desktop-Prozessoren auf Servermodelle umstellt. Bei AMD ist der Fokus auf Server offensichtlich: Aus der nächsten CPU-Generation mit Zen-6-Architektur zeigte der Hersteller bislang nur Epyc-Modelle.
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Asiatische Medien berichteten bereits kürzlich über 10-prozentige Preiserhöhungen bei Intel-Prozessoren. AMD in den nächsten Wochen mitmachen; die Rede ist von zehn bis 15 Prozent. Intel bestreitet die Preisanpassungen gar nicht erst. Gegenüber Nikkei bestätigt ein Sprecher, Intel habe „Kunden über geplante Preisanpassungen bei ausgewählten Produkten informiert, die die anhaltende Nachfrage, gestiegenen Kosten für Komponenten und Materialien sowie die sich wandelnde Marktdynamik widerspiegeln“. Auch Intels globaler Lieferketten-Chef Dave Guzzi gab kürzlich in einem Interview gegenüber CRN zu, dass Prozessorknappheit „auf breiter Front“ besteht.
Verfügbarkeitsprobleme
Steigende Kosten sollen für PC- und Notebook-Hersteller allerdings gar nicht das größte Problem darstellen. Besonders problematisch wird die allgemeine Verfügbarkeit im Frühling und Sommer. Die Lieferzeiten an die Hersteller sollen bereits von einer bis zwei Wochen auf acht bis 12 Wochen gestiegen sein. In Ausnahmefällen sollen sie schon bei einem halben Jahr liegen.
Insbesondere margenschwache Einstiegs- und Mittelklasse-Prozessoren könnten in den nächsten Monaten knapp werden. AMD und Intel fokussieren sich im Endkundengeschäft offenbar auf High-End-CPUs. AMD kündigte jüngst das Desktop-Topmodell Ryzen 9 9950X3D2 für Ende April an, nannte aber noch keinen Preis – ein schlechtes Zeichen. Immerhin: Intel frischte kürzlich seine Desktop-Mittelklasse mit besonders gutem Preis-Leistungs-Verhältnis auf.
Intel und AMD hätten der Produktion von Server-CPUs Vorrang eingeräumt, sagte ein Manager eines PC-Herstellers gegenüber Nikkei. Dadurch sei das Angebot für PCs zurückgegangen. Die verfügbaren Stückzahlen lägen weit unter dem Volumen des Quartals. „Was uns Sorgen bereitet, ist, dass wir selbst bei höheren Preisen nicht mehr bekommen können. Der Mangel an CPUs wird von Tag zu Tag gravierender, nicht weniger als die Situation bei den Speicherchips.“
Preise steigen teils schon
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In den vergangenen Wochen und teils Monaten sind einige Prozessoren bereits teurer geworden. Das zeigt sich insbesondere bei AMDs älteren Ryzen-5000-Modellen für die AM4-Plattform, die bisher noch als Einstiegsklasse herhielten. Der lange besonders günstige Ryzen 5 5600 (ab 111,75 €) kostete zwischenzeitig unter 80 Euro und ist seitdem um etwa 40 Prozent gestiegen.
Für Qualcomm ist die aktuelle Situation eine Chance. Notebook-Hersteller wollen den Snapdragon-Prozessoren mit ARM-Architektur offenbar vermehrt eine Chance geben, wenn die Firma besser liefern kann als AMD und Intel.
(mma)
Künstliche Intelligenz
AGCM prüft Microsoft 365: Vorwurf intransparenter Preiserhöhungen
Italiens Wettbewerbsbehörde AGCM hat eine Untersuchung gegen Microsoft wegen möglicher unlauterer Geschäftspraktiken rund um Microsoft 365 eingeleitet. Die Behörde wirft dem US-amerikanischen Unternehmen intransparente Kommunikation bei den Preiserhöhungen vor, die Anfang des Jahres 2026 mitgeteilt wurden. Microsoft bündelt sein Office-Abo mittlerweile mit KI-Produkten. Verbraucher konnten sich gegen die automatische Umstellung per Widerspruch oder Kündigung wehren – allerdings mussten sie dafür aktiv werden. Und das sei ihnen möglicherweise nicht deutlich geworden.
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Im Januar 2026 stellte Microsoft die Tarife um. Microsoft 365 für Privatkunden enthält seither auch den KI-Chatbot Copilot und kostet im Zuge dessen rund 30 Prozent mehr. Betroffen sind die Single- und Family-Abonnements. Das Abo-Paket Microsoft 365 Personal kostet seitdem 99 Euro pro Jahr statt bisher 69 Euro (10 Euro statt 7 Euro monatlich). Bei der Family-Variante stieg der Preis von 99 auf 129 Euro jährlich (13 Euro statt 10 Euro monatlich).
Auch für Kunden in Deutschland und Österreich interessant
Die italienische Wettbewerbsbehörde ermittelt gegen die Microsoft-Niederlassung in Irland und die in Italien. Informationen habe die Firma „fragmentiert“ kommuniziert, heißt es in der Pressemitteilung. Es habe keinen klaren Hinweis gegeben, dass der höhere Preis auf die Integration von Copilot und Designer zurückgeht.
Die italienische Untersuchung ist auch für Kunden in Deutschland und Österreich interessant: Die AGCM sieht nämlich einen möglichen Verstoß gegen EU-Verbraucherschutzrecht. Sollte Italien zum Ergebnis kommen, dass der Vorwurf zutrifft, könnte das ein Fingerzeig für ein eigenes nationales Verfahren gegen Microsoft sein. Auch außerhalb der EU gibt es Unmut über Microsofts Geschäftsgebaren. In Australien hat die Verbraucherschutzbehörde eine Klage gegen Microsoft eingereicht, weil der Konzern die Preise nach der Copilot-Integration drastisch erhöht und eine günstigere Alternative ohne KI kaum sichtbar gemacht hatte.
Für kommerzielle Abonnements hat Microsoft weitere Preiserhöhungen ab Juli 2026 angekündigt, die alle M365-Business-Varianten betreffen. Mit der Copilot-KI können in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und OneNote Texte generiert werden – allerdings mit einem Nutzungslimit, an das Kunden mit durchschnittlichem Verbrauch laut Microsoft aber nicht stoßen sollen. Die KI-gestützte Bildbearbeitung Microsoft Designer wurde den Paketen ebenfalls beigemengt.
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(mki)
Künstliche Intelligenz
KI-Update Deep-Dive: Synthetische Bilder gegen den Bias
Das Problem der unausgewogenen Daten
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Künstliche Intelligenz (KI) in der Medizin verspricht, Diagnosen zu unterstützen und Behandlungen zu verbessern. Doch die Modelle sind nur so gut wie die Daten, mit denen sie trainiert werden. Da diese Daten oft einen verzerrten Ausschnitt der Realität darstellen, sind auch die KI-Modelle voreingenommen – ein Phänomen, das als Bias bezeichnet wird. Stanislav Frolov, wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFKI, hat sich im Projekt „MedGenAI“ intensiv damit beschäftigt. „Eine KI lernt immer aus Daten. Und diese Daten sind immer ein Ausschnitt unserer Welt“, erklärte Frolov im Interview. Ein realistisches Ziel sei daher nicht, den Bias von KI-Modellen vollständig zu beseitigen. Vielmehr gehe es darum, sichtbar zu machen, „welche Bias es gibt, wie man sie messen kann und was man dagegen tun kann.“

Besonders deutlich wird dies bei der Hautkrebserkennung. Das Melanom ist die gefährlichste Form von Hautkrebs, doch die Heilungschancen sind bei frühzeitiger Erkennung gut. KI könnte hier helfen, doch die Trainingsdatensätze sind unausgewogen. „Zum Beispiel kommen dunklere Hauttypen und auch jüngere Menschen viel seltener vor“, so der Forscher. Dies führe dazu, dass die KI für diese Gruppen schlechter funktioniere und die Fairness der Modelle kaum überprüft werden könne.
Synthetische Bilder als Lösungsansatz
Das Projekt „MedGenAI“ begegnet diesem Problem mit einem generativen KI-Modell, das synthetische Bilder von Hautkrankheiten erzeugt. Diese sind gezielt nach Parametern wie Geschlecht, Alter und Hauttyp steuerbar. „So können wir dann mit diesem generativen Modell Testgruppen bauen, also auch Kombinationen, die es in echt kaum gibt“, erläuterte Frolov. Eine Weboberfläche ermöglicht den Nutzenden, Parameter auszuwählen und die Generierung zu starten, um so Schwachstellen wie demografische Verzerrungen präzise aufzudecken.
Um die Qualität der künstlichen Bilder sicherzustellen, werden sie mit echten Daten verglichen und durch eigene Prüfmodelle gefiltert. Im medizinischen Bereich sei es zudem „unverzichtbar, Expertise von Fachärzten einzuholen, die sich diese Bilder anschauen und prüfen, ob sie klinisch plausibel sind“, betonte Frolov. Er stellte klar, dass künstliche Daten echte Daten nicht ersetzen, sondern ergänzen sollen.

Wie intelligent ist Künstliche Intelligenz eigentlich? Welche Folgen hat generative KI für unsere Arbeit, unsere Freizeit und die Gesellschaft? Im „KI-Update“ von Heise bringen wir Euch gemeinsam mit The Decoder werktäglich Updates zu den wichtigsten KI-Entwicklungen. Freitags beleuchten wir mit Experten die unterschiedlichen Aspekte der KI-Revolution.
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Mit „Counterfactuals“ den Bias aufdecken
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Um den Bias eines Modells präzise zu messen, nutzt das Team sogenannte Counterfactuals. Dabei wird eine „Was-wäre-wenn-Frage“ gestellt: Man nimmt das Bild einer Hautveränderung und erzeugt eine Variante, bei der nur ein Aspekt, zum Beispiel der Hautton, verändert wird. „Gibt es mir immer noch die gleiche Diagnose mit der gleichen Sicherheit oder fängt es an, unsicher zu werden?“, umriss Frolov die Kernfrage. Solche Counterfactuals seien nützlich, „weil man damit den Bias analysieren und messen kann.“
Für die Zukunft sieht Frolov drei zentrale Anwendungsbereiche von KI-Modellen in der Hautmedizin: Sie können als Prüfwerkzeuge für neue Diagnosemodelle und als Trainingsbaustein zur Schließung von Datenlücken dienen. Counterfactuals zeigen schließlich, welche Merkmale ein KI-Modell für unfaire Vorhersagen nutzt. Doch trotz aller Fortschritte sei eines klar: „Bevor so ein Modell in der Klinik wirklich zum Einsatz kommt, braucht es echte Studien mit echten Patienten und die Prüfung von Fachleuten.“
(igr)
Künstliche Intelligenz
Fakes im Netz: So entlarvt jeder KI-generierte Videos (von uns getestet)
KI-generierte Videos werden immer realistischer. c’t 3003 hat den Test gemacht und das eigene Team mit 15 Clips konfrontiert – einer Mischung aus echten Aufnahmen und Generierungen aus aktuellen KI-Tools. Das Ergebnis zeigt: Selbst geübte Augen liegen manchmal daneben.
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Transkript des Videos
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder. Zudem gibt es hier nur einen Ausschnitt aus dem Video zu lesen. Den Rate-Teil gibt es ausschließlich im Video selbst.)
Guckt mal hier, dieses Video ist KI-generiert. Klar, hättet ihr auch erkannt, wenn ich das nicht gesagt hätte, aber bei dem hier ist es dann schon deutlich schwieriger, oder? KI-Videos sind in den letzten Monaten auf jeden Fall deutlich besser geworden. Genauso wie KI-Stimmen, weil das gerade war gar nicht meine echte Stimme, sondern mein KI-Stimmklon. Ja, alles ganz schön verwirrend und natürlich potenziell gefährlich. Die KI-Fakes sind ja auf Social Media jetzt schon allgegenwärtig. Uns hat interessiert: Kann man KI-Videos noch einigermaßen einfach als Fakes erkennen, oder ist das schon vorbei? Und ich dachte, wenn das vielleicht noch einer auseinanderhalten kann, dann ja hoffentlich meine Kollegen hier bei c’t 3003. Und deswegen habe ich ein Quiz erstellt: Einige KI-Videos gemischt mit echten Kameraaufnahmen und Sahin, Chris und Keno schauen die jetzt gemeinsam mit euch und versuchen, die KI zu erkennen. Ihr könnt mitraten und am Ende gebe ich euch noch ein paar handfeste Tipps und Tricks, mit denen ihr in Zukunft KI-generierte Inhalte zuverlässig erkennen könnt. Also, bleibt dran!
Liebe Hackerinnen, liebe Internet-Surfer, herzlich willkommen hier bei …
Den Rate-Teil gibt es nur im Video zu sehen.
Bevor wir gleich auflösen, wer am besten geraten hat, zeige ich euch jetzt konkret, woran man KI-Videos im Jahr 2026 noch erkennt. Denn ja, das geht noch. Und auch wenn die Modelle besser werden, ein paar Tipps helfen euch sicher auch dann noch.
Fangen wir mit dem dicksten Brocken an: Physik. So eine KI wie Kling oder Google Veo kennt keine Schwerkraft, kein Gewicht, die berechnet nur, welches Pixel als nächstes am wahrscheinlichsten kommt. Bestes Beispiel war unser Angler, der ins Wasser fällt. Der fällt nicht, der wird gefallen, wie an unsichtbaren Drähten. Das echte Körpergewicht fehlt. Dafür ist das Wasser in dem Clip schon sehr gut. Das ist mir generell aufgefallen, dass die neue Generation von KI-Videogeneratoren echt gut mit Wasser klarkommt, auch hier dieser Wasserfall, das hätte früher viel schlechter ausgesehen.
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Anders ist das bei Feuer. Beim brennenden E-Scooter fällt auf: KI-Feuer brennt nicht, es fließt, eher wie so leuchtendes Plasma. Und echtes Feuer wirft harte, flackernde Schatten auf die Umgebung. Bei der KI fehlt der fast immer, weil sie anders als aktuelle Spiele nicht das Verhalten von Licht simuliert, Stichwort Ray-Tracing. Witzigerweise hat uns dieselbe Physik bei einem echten Clip aufs Glatteis geführt. Das Video, wo Sepp Blatter mit Geldscheinen beworfen wird, das sah so absurd aus, dass man vielleicht erst KI dachte. Aber wie da jeder Schein einzeln rotiert und das Licht einfängt, das kriegt eine KI aktuell so nicht hin. Manchmal ist also perfekte Physik der Beweis, dass es echt ist.
Genauso wie Objekt-Interaktion oft ein guter Indikator ist, also das Clipping-Problem. Sobald sich zwei feste Materialien berühren, verliert die KI oft die Grenze dazwischen. Wir hatten den echten Söder, der in eine Bratwurst beißt, und dann den KI-Söder, der aus der Bierflasche trinkt. Und achtet mal hier auf das Zusammenspiel zwischen Flasche und Lippen. Und im Vergleich dazu meine Lippen und die Flasche in nem echten Video. Das ist mittlerweile kein großer Unterschied mehr. Noch deutlicher ist das aber hier beim Fahrradfahrer, der gegen das Fenster hämmert. Eigentlich müsste sich die Haut plattdrücken. Tut sie nicht. Die Finger bleiben rund und rutschen ohne Widerstand ab.
Denn Anatomie und Bewegung sind oft noch schwer. Klar, auch in KI-Videos haben Menschen mittlerweile zuverlässig fünf Finger an der Hand und einzelne Gesichter können die Modelle inzwischen fast perfekt. Aber es bricht zusammen, sobald Bewegung oder Tiefe ins Spiel kommt. Schaut in Menschenmengen in den Hintergrund. Bei unserem Fanmeilen-Video sehen die Leute vorne okay aus, aber hinten verschmelzen sie zu einem regelrechten Fleischberg. Arme aus dem falschen Körper, Gesichter nur noch hautfarbene Flecken und besonders bei schneller Bewegung passieren aktuell noch Fehler. Der rennende Golden Retriever aus diesem Clip hier, das ist klassisches Ghosting, also Pfoten, die leicht über dem Asphalt schweben und unnatürlich wirkende Bewegungen, weil die KI den Motion Blur falsch interpoliert. Genereller Tipp: Achtet auf die Füße beim Gehen. Oft rutschen die Sohlen über den Boden, als würde die Person schliddern.
Und achtet auf Schrift in den Videos. Unser Gehirn ist mega gut darin, Buchstaben zu erkennen, und genau da scheitert die KI, sobald sich was bewegt. Bestes Beispiel war unser Dashcam-Video. Solange das Nummernschild still steht, geht es noch, aber sobald Bewegung dazu kommt, morphen die Zeichen in unleserliche Alien-Hieroglyphen. Temporal Flickering nennt man das. Dasselbe passiert mit Maschendrahtzäunen oder Karomustern. Und achtet auf unlogische Asymmetrie: Brillenbügel, die im Nichts enden, oder eine Jacke, die links Knöpfe hat und rechts einen Reißverschluss.
Fünfter Punkt: die Optik. Und der hat uns echt ausgetrickst. Schaut, ob feine Texturen im Hintergrund anfangen zu wabern. Das nennt man Boiling, weil es aussieht, als würde das Bild leicht kochen. Wir hatten den Drohnenflug über die Klippen von Madeira, und ich war Anfang Juni erst da, in echt flimmert das Grünzeug an der Steilwand nicht so komisch. Die KI musste jedes Blatt aber einzeln in jedem Frame neu erfinden, weil sie keine feste 3D-Karte der Umgebung im Kopf hat. Zum Vergleich der echte Drohnenflug über die Reihenhaussiedlung in Kanada: Da bleiben Dächer, Linien und Zäune absolut starr.
Und jetzt der wichtigste Teil, der euch auch dann noch rettet, wenn die Pixel irgendwann mal perfekt sind. Gesunder Menschenverstand. Der wichtigste Test bei so viralen Clips: Warum wird hier eigentlich gefilmt? Warum sollte jemand mit ruhiger Hand eine leere Landstraße filmen, auf der drei Sekunden später ein Meteorit einschlägt? Wenn die Kamera schon vorher zu perfekt draufhält, fehlt die menschliche Reaktionszeit. Und dann natürlich auf Logik achten. Also beim E-Scooter explodiert ein Feuerball und die Fußgänger spazieren seelenruhig weiter. Ja, die KI versteht Kausalität nicht. Wenn ihr in dem Video was wirklich krasses seht, dann macht einfach den Doppelcheck. Also sucht nach anderen Perspektiven, andere Aufnahmen davon. Macht einen Screenshot und schmeißt den in die Google-Bildersuche. Weil, wenn das wirklich so passiert ist, dann gibt es davon immer mehr als dieses eine Video, das ihr gerade gesehen habt. Und achtet auch auf das Audio. Viele KI-Videos werden ohne Ton erzeugt oder haben eben noch recht offensichtlichen KI-Ton.
So, das ist eure Checkliste: Physik, Clipping, Anatomie, Schrift und gesunder Menschenverstand. Und jetzt, wo ihr das alles wisst, hättet ihr unsere 15 Clips bestimmt alle richtig erraten, oder? Tja, unsere drei Ratenden, denn hier hatten ja nicht bei jedem Video recht. Chris hatte zwei Fehler und Sahin und Keno hatten drei Fehler. Das war Chris DeBolle. Alright! Nehme ich nicht an. Danke, danke. Ich nehme es an. Herzlichen Glückwunsch. Danke. Bin nur froh, dass Keno nicht gewonnen hat. Ja, ich auch. Was? Ja, creepy.
Also ein Jahr noch. Ja. Dann haben wir ein Problem. Ich glaube, wir haben jetzt schon ein Problem, weil die normalen Leute deutlich weniger diese relativ offensichtlichen Hinweise erkennen. Also mir ist es aber auch schon auf Social Media passiert, dass ich ein KI-generiertes Video für echt gehalten habe. Auf jeden Fall. Mir passiert das, also deswegen hat es mich gewundert, dass wir es hier nicht hatten, Überwachungskamera-Footage. Oder so hier diese… Dashcam. Ja, Dashcam. Das war ja so High-Class-Dashcam, die wir da hatten. Aber genau, Türspion und diese Fitton-Hole-Kamera. Ring, diese Ring-Kamera. Genau, da bin ich schon öfter mal drauf reingefallen. Und dann fängt dann plötzlich an so… Also erst denke ich, ist echt, und dann fängt plötzlich an eine Katze irgendwie, weiß ich nicht, Mariachi-Band-mäßig auszuspielen. Ich schicke auch gerne meiner Freundin solche Tiervideos, wo sie dann sagt so: „Ey, so merkst du.“ Habt ihr diese drei Hasen gesehen auf dem Trampolin? Nee. Aber das war ein Genre. Da gab es doch zuerst ein Känguru oder so und dann… Aber das war so das erste, wo die Breitenmassen wirklich alle kurz drauf reingefallen sind. Da hatte ich so den Eindruck. Also bei den KI-generierten Bildern war es dieses Papst-Bild mit dieser… Ja, das war kein Kippt. Und bei Videos war es dieses Tier auf dem Trampolin. Ich fand auch, Sam Altman wird beim Klauen erwischt. Das hat mich richtig abgeholt, weil das wollte ich auch. Das ist nämlich das Problem auch bei diesem politischen Content, der gedeepfaked ist. Wenn das das ist, was die Leute eh glauben wollen, dann ist natürlich die Tendenz noch höher. Ja, aber was können wir denn jetzt, wir reden da im Podcast nochmal genauer drüber. Könnt ihr euch drauf freuen.
Das war’s von unserem KI-Quiz. Im kommenden 4004-Podcast reden Chris und Keno nochmal ausführlicher über dieses KI-Experiment, das wir hier gerade gemacht haben. Hört da unbedingt mal rein. Und ansonsten schreibt uns gerne mal in die Kommentare, wie gut ihr bei diesem Quiz abgeschnitten hättet. Hättet ihr alles erkannt oder wo seid ihr der KI auf den Leim gegangen? Und natürlich gerne abonnieren und bei unserem Newsletter reinschauen. Bis zum nächsten Mal. Tschüss!
c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
(rum)
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