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Recap PAGE x BECC Design Camp: Echte Kreativität bleibt menschlich › PAGE online


Ein Tag Zeit, 22 Kreative, vier Kampagnen: Beim Design Camp von PAGE und BECC zeigte sich, dass Großes entsteht, wenn unterschiedliche Menschen zusammenkommen – mit KI als Sparringpartner.

Recap PAGE x BECC Design Camp: Echte Kreativität bleibt menschlich › PAGE onlineBild: BECC Agency & ISARWINKELEs gab nur eine einzige Regel, als PAGE und BECC 22 Designer:innen aus Deutschland und Österreich nach München einluden, um in nur einem Tag eine ganz besondere Aufgabe zu erfüllen: Aufgeteilt in vier Teams sollten die Kreativen eine Geburtstagskampagne zum 40. Jubiläum von PAGE entwerfen, allein mit der Vorgabe, »Human × AI« zu berücksichtigen – beides sollte Teil des Prozesses sein. Die Location war ein perfektes Match für diese Mission: Die Räume der Agentur BECC im Münchner Isarwinkel, offen, lichtdurchflutet und mitten im Grünen sind wie gemacht für Austausch, kreative Energie und echtes Teamwork. Designer, Texterinnen, Architektinnen, Produktdesigner, Illustratorinnen und Videografen – die Bandbreite der Teilnehmenden war groß, die Spannung, welche kreativen Arbeiten aus dieser Mischung entstehen würden, auch. Los ging es ganz analog mit einer Yogasession von Kirstin Sternel (Y-Why Yoga & Kommunikation).

Eine Gruppe von Menschen steht in einem offenen, modernen Innenraum mit hohen Decken, Oberlichtern und Holzstufen und führt gemeinsam eine Yoga- oder Stretching-Übung aus. Die Teilnehmenden balancieren auf einem Bein und strecken die Arme nach oben. Im Vordergrund stehen Sofas und ein Bildschirm mit einer Kachelübersicht, während Pflanzen und Sitzbereiche die kreative, entspannte Atmosphäre unterstreichen.Bild: BECC Agency & ISARWINKEL

Aufgeteilt in vier diverse Teams aus unterschiedlichen Disziplinen und Altersgruppen starteten die Teilnehmenden dann in die Konzeptionsphase. Für lange Debatten war zwar kaum Zeit – der Austausch war dennoch intensiv. Vor allem bei der Frage nach dem Umgang mit Künstlicher Intelligenz: Welche Rolle übernimmt KI im Designprozess? Wo kann sie unterstützen, wo nicht? Und wer behält die Fäden in der Hand?

»Keine Zeit, Dinge totzureden«

Schnell wurde klar: KI stellt die Designwelt zwar derzeit auf den Kopf, doch echte Kreativität bleibt menschlich. KI wird zum Sparringpartner, zum Teammitglied und Werkzeug: »Sie ersetzt uns nicht, es ist ein Miteinander«, sagte eine Teilnehmerin. Denn das Gefühl und die Gänsehaut, wenn man merkt, dass eine Idee wirklich gut ist, kann Technologie nicht leisten. Und nach und nach entstanden aus Brainstorming, Skizzen und Diskussionen konkrete Ideen, die zu greifbaren Strategien wurden.

Sechs Personen sitzen an einem Tisch in einem hellen, modernen Arbeitsraum mit sichtbaren Stahlträgern und großen Fenstern und arbeiten konzentriert an Laptops. Auf dem Tisch liegen Notizbücher, Kabel und Getränke; Sonnenlicht fällt durch die Fenster und schafft eine fokussierte, produktive Atmosphäre.Bild: BECC Agency & ISARWINKEL
Fünf Personen sitzen an einem Tisch in einem kreativ gestalteten Raum und arbeiten gemeinsam an Laptops. An der Wand hinter ihnen hängen zahlreiche Geweihe und Tierpräparate, daneben ist ein großes, farbiges Wandbild einer Figur zu sehen. Auf dem Tisch liegen Notizen, Bücher und Getränke; die Gruppe wirkt im Gespräch und konzentriert an ihren Aufgaben.Bild: BECC Agency & ISARWINKEL
Fünf Personen sitzen an einem runden Tisch in einem hellen, minimalistischen Raum und arbeiten konzentriert an ihren Laptops. Auf dem Tisch liegen Notizbücher, Smartphones, Wasserflaschen und Gläser. Eine große runde Deckenlampe, Pflanzen und ein Whiteboard im Hintergrund schaffen eine ruhige, fokussierte Arbeitsatmosphäre.Bild: BECC Agency & ISARWINKEL
Blick durch eine Glasscheibe in einen Besprechungsraum: Drei Personen sitzen an einem Tisch und arbeiten an Laptops, während im Vordergrund eine weitere Person mit dem Rücken zur Kamera sitzt. Die spiegelnde Scheibe zeigt spiegelverkehrte Schrift und Lichtreflexe. Auf dem Tisch stehen Wasserflaschen und Arbeitsmaterialien; die Stimmung wirkt ruhig und konzentriert.Bild: BECC Agency & ISARWINKEL

Obwohl die Zeit knapp war, kamen zum Mittagessen (frisch gekocht von BECC-Geschäftsführer Leif Geuder!) alle Teilnehmenden an der langen Tafel aus Holz im Herzen der Agentur zusammen und nahmen sich Zeit für Gespräche. »Heute Morgen waren wir uns völlig fremd, jetzt sind wir ein Team«, sagte eine Teilnehmerin. »Es ist toll zu sehen, was man schaffen kann, wenn so viele unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinandertreffen und man keine Zeit dafür hat, Dinge totzureden«, ein anderer.

Mehrere Personen stehen in einer hellen Küche um eine Kochinsel und bereiten gemeinsam Essen zu. Im Vordergrund richtet eine Person Pasta auf einem Teller an, während eine andere Nudeln aus einem großen Topf nimmt. Auf der Arbeitsfläche liegen frische Kräuter, Brot und Kochutensilien; im Hintergrund beobachten weitere Teilnehmende das Geschehen. Die Atmosphäre wirkt gemeinschaftlich und entspannt.Bild: BECC Agency & ISARWINKEL

»Technologie kann Kreativität beflügeln«

Dann ging es in die heiße Phase, denn bereits um 15:30 hieß es: Ab auf die Bühne, die Teilnehmenden stellen ihre Kampagnen den anderen Teams sowie Leif Geuder und PAGE-Chefredakteur Stefan Lara Torres vor. »Die Energie und Professionalität an diesem Tag war beeindruckend«, sagt Stefan Lara Torres. »Die Teams kannten sich vorher nicht und sind teils weit angereist, um gemeinsam etwas Großes zu entwickeln – auch mit KI. Aber es wurde einmal mehr klar: Technologie kann Kreativität beflügeln, aber nicht ersetzen.«

Ergebnis des PAGE x BECC Designcamps sind vier Kampagnen, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und trotzdem vieles gemeinsam haben. Sie zeigen, dass Design auch in Zeiten von KI nicht tot ist, dass Veränderung und Metamorphose seit jeher die Branche prägen und dass wir Menschen es sind, die auch künftig die Fäden ziehen. Sie feiern PAGE als langjährige Wegbegleiterin der Branche, sie machen Mut und laden die Community ein, selbst Teil des Jubiläums zu werden.

Am 6. Mai stimmen die Besuchenden im Rahmen der mcbw ab, welche Kampagne ab Sommer auf allen PAGE-Kanälen eingesetzt wird. Auch wenn die Gewinnerkampagne noch nicht feststeht: Applaus gab es schon jetzt für alle.

Sei am 6. Mai im ISARWINKEL dabei!

Ein freistehendes Werbeschild steht auf einem gepflasterten Weg vor einem eingeschossigen Backsteingebäude mit hohen, rundbogenförmigen Fenstern. Auf dem Schild ist ein grafisches Motiv mit der Aufschrift „BRAVE HEARTS DARE TO DESIGN. YOU ARE HERE.“ sowie „ISARWINKEL“ zu sehen. Das Gebäude liegt in einer grünen Umgebung mit Bäumen und Rasenflächen, darüber ein blauer Himmel mit weißen Wolken.Bild: BECC Agency & ISARWINKEL

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Vertikaler Fußball: Spektakulärer »Team Forest«-Spot für den WWF › PAGE online


KI? Wie langweilig! In dem verblüffenden »Team Forest«-Spot, den Studio Birthplace für den WWF drehte, verwandeln Stuntteams, Fußballtalente und aufwendige Seilkonstruktionen die Baumwipfel eines Regenwalds in ein vertikales Fußballfeld.

Vertikaler Fußball: Spektakulärer »Team Forest«-Spot für den WWF › PAGE online

Studio Birthplace kann es einfach: Engagierte Kampagnen in Hollywood-Manier zu drehen.

Schließlich haben Jorik Dozy und Sil van der Woerd genau dort gelernt, eine Karriere bei Star Wars und Co. aber an den Nagel gehängt, um sich mit ihrem Können für das zu engagieren, was ihnen wichtig ist.

Ob für Greenpeace und gegen Oillympics, für Artenschutz und gegen Plastikmüll und und und … Themen gibt es ja leider genug.

Einen besonders spektakulären Spot hat Studio Birthplace (hier im großen Porträt), das in den Niederlanden und in Indonesien zu Hause ist, jetzt für den WWF gedreht.

Dafür hat es das Blätterdach eines indonesischen Regenwaldes in ein Spielfeld verwandelt und zeigt Fußball in der Vertikalen.

Echte Stunts statt KI

Grün füllt das gesamte Blickfeld aus, Stämme ragen in luftige Höhen und bald sieht man Fußballspieler:innen über den Waldboden und dann die Stämme heraufrasen, immer dem Ball hinterher, nebeneinander, miteinander, gegeneinander. Bis sie irgendwann das Blätterdach des Regenwaldes durchbrechen und es in ein riesiges Spielfeld verwandeln.

Dort spielt das Team Forest, das aus professionellen Fußballer:innen und Stunt-Performer:innen besteht und dazu aufruft, mit den Regenwäldern eines der wichtigsten Ökosysteme der Welt zu schützen und ihre Wiederherstellung zu unterstützen.

Dabei setzt Studio Birthplace ganz auf den menschlichen Faktor. Denn wie langweilig – und gefühlt so weit von und weg – ist es, das alles einfach mit KI zu prompten.

Viel aufregender ist natürlich, wenn der Mensch selbst ins Spiel kommt, das Können und die Zusammenarbeit und der gemeinsame Einsatz dafür, was zum Erhalt unseres Planeten so wichtig ist.

Spektakuläres Teamplay

So wurden zwischen den schwindelerregend hohen Baumwipfeln verschiedene Seil- und Rigging-Systeme installiert, um ein Spiel zu ermöglichen, das sowohl spektakulär als auch sicher für alle Spielenden ist.

Stuntteams testeten es immer wieder, schließlich kickten die Fußballer:innen den Ball. Jede Sequenz ist bis ins letzte Detail durchchoreografiert und zwischen Fußballer:innen, Rigging-Operator:innen und Kamerateams abgestimmt.

Genauso wichtig aber war es, wie es von Studio Birthplace heißt, den Wald während der Dreharbeiten selbst nicht zu beschädigen. So wurden über der Vegetation spezielle Gerüstkonstruktionen errichtet, die die Natur schützen und Eingriffe so gering wie möglich hielten.

Das ist ein Prinzip, das die gesamte Arbeit von Studio Birthplace durchzieht, das immer wieder auch Spenden- oder andere Hilfsprojekte an Orten, an denen es arbeitet, initiiert.

Das »Team Forest«, das im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft für ein anderes Fairplay und für eine Teamarbeit zum Erhalt der Wälder plädiert, entstand in der Verbindung von den Live-Action-Aufnahmen mit visuellen Effekten und zeigt, dass nur durch gemeinsames Handeln die bedrohten und tropischen Wälder zu retten sind.

Kraft und Bedeutung der Wälder

»Ein Großteil der Umweltkommunikation basiert auf Verlust und Dringlichkeit. Diese Aspekte sind wichtig, doch wir wollten einen anderen Weg gehen – einen positiven«, sagen Sil van der Woerd und Jorik Dozy. »Team Forest soll Menschen einladen, statt sie zu konfrontieren. Indem wir die Schönheit, Kraft und Faszination der Wälder durch die universelle Sprache des Fußballs zeigen, möchten wir eine Verbindung schaffen zu dem, was wir schützen wollen.«

Deswegen entstand über den Spot hinaus zudem eine Plattform, die das gemeinsame Engagement sichtbar macht und Menschen aus aller Welt vereint, die sich für Wälder, Ökosysteme und Wildtiere einsetzen.

Die Unterstützung wird sichtbar, Fortschritte auch.

Dafür können Interessierte einen Avatar erstellen und damit Teil des Team Forest werden. Gleichzeitig klärt die Plattform über die Bedeutung von Waldökosystemen auf, die Sauerstoff produzieren, Kohlenstoff speichern und zahlreiche Wirkstoffe für Medikamente liefern.

Und die nicht nur der Lebensraum von mehr als der Hälfte aller an Land lebenden Arten sind, sondern auch von mehr als 1,6 Milliarden Menschen, die in oder nahe von Wäldern leben. Und von denen viele auf das angewiesen sind, was diese bieten.

Deshalb plädieren Studio Birthplace und der WWF dafür, Mitglied von Team Forest zu werden.

 



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„Das ist groß.“ – Niedersachsen lanciert Standortkampagne. Welcher Effekt geht eigentlich von derlei Standortkampagnen aus? – Design Tagebuch


Mit dem Claim „Niedersachsen. Das ist groß.“ startet die niedersächsische Landesregierung am 8. Juni 2026 eine umfassende Standortkampagne. Sie löst den bisherigen Slogan „Niedersachsen. Klar.“ ab und soll das Bundesland als Wohn-, Arbeits- und Investitionsstandort neu positionieren.

In den letzten Jahren wurde von verschiedenen Wirtschaftsakteuren, Verbänden und landesnahen Institutionen die Forderung erhoben, das Land Niedersachsen benötige eine stärkere/bessere Profilierung. Eine vom Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall in Auftrag gegebene, Anfang des Jahres veröffentlichte Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass Niedersachsen bundesweit zwar als attraktives Urlaubsland mit schöner Landschaft wahrgenommen wird, als Wirtschafts- und Industriestandort jedoch kaum Profil besitzt, weshalb Fachkräfte und Investoren nur unzureichend angesprochen werden und eine neue Standortkampagne als notwendig angesehen wird.

Die nun vorgestellte Kampagne umfasst zunächst vier Motive zu den Themen Landwirtschaft, Automobilindustrie, Erneuerbare Energien und Familie, die sich an die eigene Bevölkerung richten. Im Herbst 2026 folgt eine Wirtschaftskampagne, die Investoren und Fachkräfte adressiert. Bespielt werden Außenwerbeflächen, Social Media, Tageszeitungen, Radio und TV. Unter der Domain dasistgross.de wurde die zentrale Kampagnen-Website gelauncht – (ausschließlich in deutscher Sprache verfügbar).

Auszug der Pressemeldung

„Niedersachsen ist nicht nur ein großes Land, sondern seine Menschen haben in der Vergangenheit Großes geleistet und tun das bis heute. Das belegen wir mit der neuen Standortkampagne – ebenso wie das Potenzial, das unser Land für die Bevölkerung, Fachkräfte und Investor*innen bietet. Wenn wir auf unsere Stärken vertrauen und sie offensiv bewerben, können wir den Herausforderungen unserer Zeit begegnen. Wir haben mit Niedersachsen.next unsere Wirtschaftsagentur neu aufgestellt und präsentieren uns jetzt mit dem Claim sehr selbstbewusst. Als Nächstes werden wir die Ansiedlung auf neue Füße stellen und steigen mit der sich anschließenden Wirtschaftskampagne sehr umfänglich in die Standortvermarktung ein, um Niedersachsen weiter zukunftsfest zu machen.“ – Olaf Lies, Niedersächsischer Ministerpräsident –

Niedersachsen. Das ist groß. Standortkampagne – Motiv Baby, Quelle: Landesregierung Niedersachsen

Das Pfeifen zu Beginn des Songs „Wind of Change“ der Rockgruppe Scorpions dient im Rahmen der Kampagne als akustische Klammer und Soundlogo. Für die Abmischung zeichnet Grammy-Preisträger Hans-Martin Buff verantwortlich, der Sound Engineer der Scorpions. Als Kampagnenbotschafter wurde Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder aus Braunschweig gewonnen. Sein Auftritt im Imagefilm wurde mithilfe von KI-Produktion realisiert.

Mit Start der neuen Standortkampagne verschwindet der im Jahr 2016 eingeführte, hier im dt vorgestellte Claim „Niedersachsen. Klar“. Im Webauftritt des Landes unter niedersachsen.de wurde der bisherige Claim bereits durch das neue Kampagnenlogo respektive den neuen Claim ausgetauscht.

Niedersachsen Claim – vorher und nachher, Bildquelle: Landesregierung Niedersachsen, Bildmontage: dt
Niedersachsen Claim – vorher und nachher, Bildquelle: Landesregierung Niedersachsen, Bildmontage: dt

Den Kreativauftrag gewann die Berliner Agentur Scholz & Friends nach einer europaweiten Ausschreibung (siehe Pressemeldung vom 22.01.2026). Koordinierende Stelle auf Auftraggeberseite ist die Wirtschafts- und Innovationsagentur des Landes Niedersachsen.next.

Das Budget ist auf bis zu zehn Millionen Euro für 2026 und 2027 ausgelegt. Die Kampagne läuft zunächst bis Ende 2027.

Wirksamkeit von Claims und Standortkampagnen – Beispiel Baden-Württemberg

Die Wirksamkeit von Claims und Standortkampagnen ist empirisch schwer zu belegen. Im Rahmen wissenschaftlicher Evaluation lassen sich zwar Akzeptanz und Beliebtheit von Claims / Slogans ermitteln, wie im Jahr 2017 von der Universität Hohenheim in einer bundesweiten Studie untersucht, konkrete Aussagen in Bezug darauf, ob die damit verbundene Werbung/Kampagne zu mehr Investitionen, mehr Fachkräftezuzug, zu einer höheren Bekanntheit des Landes und messbaren Imageverbesserungen beiträgt, können auf Basis derlei Studien jedoch nicht getroffen werden.

Die genannten Effekte sind bei Standortkampagnen auch deshalb generell schwer messbar, weil viele Faktoren gleichzeitig wirken (Arbeitsmarkt, Gehälter, Konjunktur, Steuerpolitik, Infrastruktur usw.).

In der genannten Studie der Uni Hohenheim landete „Niedersachsen. Klar.“ übrigends auf dem letzten Platz. Am positivsten bewertet wurde seinerzeit der Claim „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“, mit dem Baden-Württemberg bis vor einigen Jahren für sich geworben hatte.

Seit 2021 positioniert sich Baden-Württemberg als „The Länd“. Das Budget dieser Kampagne lag in den ersten beiden Jahren bei 21 Millionen Euro – damit doppelt so hoch wie in Niedersachsen. Aus Marketing-Sicht war „The Länd“ wahrscheinlich eine der erfolgreichsten deutschen Standortkampagnen der letzten Jahre, wenn man nach Bekanntheit, Medienresonanz und Wiedererkennung bewertet. Die Landesregierung Baden-Württembergs verwies auf hohe Verkaufszahlen von Merchandise-Produkten und 550 Millionen Impressionen im deutschsprachigen Raum. Da eines der zentralen Kampagnenziele allerdings darin besteht, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, sind diese Zahlen kein Beleg für die Wirksamkeit der Kampagne dahingehend.

Belastbare Nachweise, dass die Kampagne die mit ihr verbundenen zentralen Ziele erreicht hat, fehlen bis heute. Zwar verzeichnet Baden-Württemberg im Jahr 2026 einen quantitativ höheren Zuzug von Fachkräften aus Drittstaaten als noch vor zehn Jahren, allerdings ist die Steigerung primär auf die Erleichterungen des Bundesrechts (FEG) sowie die strukturellen Beschleunigungen durch die Landesagentur LZF zurückzuführen. Inwieweit die Steigerung in Zusammenhang mit der Kampagne steht, bleibt völlig offen. Kritiker bemängeln bis heute, dass die Landesregierung in Baden-Württemberg zwar Reichweiten und Aufmerksamkeit hervorhebt, doch keine harten Kennzahlen zu wirtschaftlichen Ergebnissen veröffentlicht habe.

Auch die Landesregierung in Niedersachsen dürfte sich in den kommenden Jahren mit ähnlichen Forderungen seitens Verbänden und Wirtschaftsakteuren konfrontiert sehen. Menschen, die ein Interesse an der langfristigen Entwicklung des Landes haben, möchten natürlich wissen, ob die mit einer kostspieligen Kampagne verbundenen Ziele tatsächlich auch erreicht werden, zumal hierbei Steuermittel aufgewendet werden, was generell ein sensibles Thema im Kontext Werbung/Außendarstellung ist.

Mediale Resonanz kann Aufmerksamkeit erzeugen und ein Land/Bundesland respektive eine Stadt/Region temporär auf die Landkarte von Investoren oder Fachkräften setzen. Die finale Entscheidung für eine Investition oder eine Arbeitsaufnahme wird jedoch auf Basis von harten Kennzahlen getroffen: Verfügbarkeit von Wohnraum, Geschwindigkeit der Behörden, Qualität der Schulen, steuerliche Belastung und digitale Anbindung. Neben den harten ökonomischen und infrastrukturellen Bedingungen sind auch und insbesondere soziokulturelle und gesellschaftliche Faktoren entscheidend, ob eine Fachkraft ein Land als attraktiven Lebensmittelpunkt auswählt und dort auch langfristig bleibt. Eine Standortkampagne kann all diese Bedingungen und Faktoren nicht beeinflussen, es kann lediglich die Wahrnehmung lenken. Und zwar im Positiven wie im Negativen.

Wie sieht es mit der medialen Resonanz und den Reaktionen aus der Designbranche aus? Hier ein Stimmungsbild zur Kampagne „Niedersachsen. Das ist groß“.

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Mediengalerie

Weiterführende Links

 

Hintergrundinfo: Liste der 16 deutschen Bundesländer, sortiert nach ihrer Flächengröße (gerundete Werte).

Bundesland Fläche (ca. in km²)
1 Bayern 70.542
2 Niedersachsen 47.710
3 Baden-Württemberg 35.748
4 Nordrhein-Westfalen 34.112
5 Brandenburg 29.654
6 Mecklenburg-Vorpommern 23.295
7 Hessen 21.115
8 Sachsen-Anhalt 20.454
9 Rheinland-Pfalz 19.858
10 Sachsen 18.450
11 Thüringen 16.202
12 Schleswig-Holstein 15.804
13 Saarland 2.571
14 Berlin 891
15 Hamburg 755
16 Bremen 420



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Ersetzen KI-Tools den kreativen Nachwuchs? › PAGE online


Das sollten sie natürlich keinesfalls, aber die Einbindung von Junior:innen für Strategiearbeit in Agenturen ist laut GWA-Umfrage gesunken. Benjamin Pleißner fragt berechtigterweise: »Wenn wir heute keinen Nachwuchs ausbilden, wo sollen dann morgen die klugen Talente herkommen?«.

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Benjamin Pleißner, Head of Strategy HeimatTBWA & Forensprecher The Strategy Collective GWA

Spricht man mit erfahrenen Designer:innen und Programmierer:innen über die Themen KI-Tools und wie sich die Arbeit dadurch verändert hat, fällt Folgendes auf: Die meisten sagen, dass KI die einfachen Aufgaben stark übernommen hat.

Führt das dazu, dass der Nachwuchs immer mehr unter Druck gerät – egal in welcher Disziplin? Dieser Überlegung ist die GWA Umfrage »The Strategy Collective« auf den Grund gegangen.

Die Ergebnisse geben leider eine deutliche Antwort. Ja, die Einbindung von Junior:innen für Strategiearbeit in Agenturen ist weniger geworden. Das gaben knapp die Hälfte der befragten Personen an.

Eine bislang unveränderte Situation sehen 38 % und nur je 1,5 % meinten, dass es eine veränderte Rolle gibt (»weniger Werkbank«) und die Einbindung hoch geblieben ist.

KI darf den Nachwuchs nicht hemmen!

Das sollte die Designszene aufhorchen lassen, denn je seltener Agenturen den Nachwuchs einsetzen und fördern, desto weniger Kreativtalente wird es zukünftig geben. KI darf an dieser Stelle nicht hemmen. Sie »muss Sparringpartner sein«, so Benjamin Pleißner (Sprecher The Strategy Collective im GWA und Head of Strategy HeimatTBWA). Und weiter: »Wenn wir heute keinen Nachwuchs ausbilden, wo sollen dann morgen die klugen Strategie-Talente herkommen?«.

Wer die jungen Talente mit KI ersetzt, spart in jedem Fall an der ganz falschen Stelle.

Das bestätigt auch ein Eindruck aus Gesprächen mit Codern. Erfahrene Programmierer:innen, die mittlerweile einfache Aufgaben an ihre KI-Agenten und Tools vergeben, müssen ja trotzdem bei fehlerhaftem Output wissen, was zu tun ist.

»Ich bin froh, dass ich das fundierte Know-how über die Jahre angesammelt habe, auch wenn ich heute viele Aufgaben von früher KI machen lasse.« (Designer & Programmierer)

Diese Erfahrungswerte und das fundierte Know-how lassen sich natürlich nur sammeln, wenn auch die Chancen dazu bestehen. Und die muss es zu Beginn einer kreativen Karriere geben, denn wo soll der Nachwuchs denn sonst einen Einstieg ins Design-Business finden?

Praxis fehlt: Gap zwischen Unis und Agenturen

Das führt zu einem weiteren Punkt der Befragung. Denn eine andere Hürde ist die nicht ausreichende Praxisnähe während der Ausbildungszeit von jungen Kreativen. Dies meinten 36 % der Befragten. Es gebe einen Gap zwischen den Universitäten und den Unternehmen sowie Agenturen, meint Benjamin Pleißner.

»Viele Hochschulen lehren Theorie, doch Agenturen erwarten sofort Praxis. Wer ist wofür verantwortlich? Beide Seiten haben einen Beitrag zu leisten. Im Austausch liegt die Magie.« (Benjamin Pleißner)

Und 32 % gaben an, dass es an ausreichend qualifizierten Strategie-Talent:innen mangelt. 17 % sahen das anders und empfinden in diesem Punkt keine Hürde.

Um also dem Nachwuchs wieder bessere Chancen zu geben, braucht es laut der Umfrage zwei Dinge: mehr Praxisnähe in den Ausbildungswegen und mehr Einbindung von Junior:innen in die Strategie-Teams von Agenturen und Unternehmen.

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