Künstliche Intelligenz
Redis 8.6 beschleunigt Durchsatz um das Fünffache
Die In-Memory-Datenbank Redis ist in Version 8.6 erschienen. Das Update steigert den Durchsatz bei Caching-Workloads auf ARM-Prozessoren um mehr als das Fünffache gegenüber Redis 7.2. Auf einem 16-Kern-System in der AWS-Cloud mit einem Graviton4-Prozessor erreichte Redis 8.6 in Benchmarks bis zu 3,5 Millionen Operationen pro Sekunde.
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Die Entwickler optimierten zahlreiche Komponenten: Sorted Sets verzeichnen eine Latenzreduktion von bis zu 35 Prozent, GET-Operationen bei kurzen Strings führt Redis 15 Prozent schneller durch. Beim Speicherverbrauch sinkt der RAM-Bedarf für Hashes um 16,7 Prozent, für Sorted Sets sogar um 30,5 Prozent. Diese Verbesserungen betreffen nicht nur ARM-Systeme – auf Intel- und AMD-Plattformen zeigen sich ähnliche Verbesserungen.
Für KI- und Machine-Learning-Anwendungen bringt Redis 8.6 beschleunigte Vektor-Operationen: Die Geschwindigkeit beim Einfügen von Vektoren steigt um 43 Prozent, Abfragen werden 58 Prozent schneller durchgeführt. Dies gilt besonders bei binärer und 8-Bit-Quantisierung auf x86-64-Systemen.
Idempotente Produktion verhindert Duplikate in Streams
Eine weitere zentrale Neuerung betrifft Redis Streams. Der XADD-Befehl unterstützt jetzt idempotente Produktion durch die Parameter IDMP und IDMPAUTO. Damit lassen sich Duplikate vermeiden, wenn Produzenten nach Netzwerkfehlern oder Abstürzen Nachrichten erneut senden. Jeder Produzent erhält eine eindeutige Producer-ID, jede Nachricht eine Idempotency-ID – entweder manuell vergeben oder automatisch aus dem Nachrichteninhalt generiert.
Administratoren können die Haltedauer dieser IDs über XCFGSET STREAM IDMP-DURATION steuern und die maximale Anzahl pro Producer mit IDMP-MAXSIZE begrenzen. Die idempotente Produktion ist besonders wichtig bei Systemen mit mehreren Consumer-Groups: Stürzt etwa der Producer bei einer Essensbestellung nach dem Senden ab, verhindert die Idempotenz, dass Küche, Lager und Lieferdienst die Bestellung doppelt verarbeiten. Eine Einschränkung gibt es jedoch: Die Kombination aus idempotenter Produktion und AOF-Persistierung ohne RDB-Preamble führt derzeit zu Problemen – ein Patch soll folgen.
Neue Eviction-Strategien für Write-Heavy-Workloads
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Mit den LRM-Policies (Least Recently Modified) erweitert Redis 8.6 die Eviction-Strategien. Anders als die etablierten LRU-Policies (Least Recently Used) berücksichtigt LRM nicht den letzten Lesezugriff, sondern ausschließlich Schreiboperationen. Das ist vorteilhaft bei write-intensiven Anwendungen oder KI-Workloads, wo Lesezugriffe die Relevanz eines Eintrags nicht beeinflussen sollen. Verfügbar sind volatile-lrm für Keys mit TTL und allkeys-lrm für alle Schlüssel.
Cluster-Betreiber profitieren vom neuen HOTKEYS-Befehl. Er identifiziert CPU- oder Netzwerk-intensive Schlüssel pro Slot und ermöglicht gezielte Optimierungen. In Kombination mit der in Redis 8.4 eingeführten atomaren Slot-Migration lassen sich Hotspots im Cluster gezielt beseitigen. Die Analyse startet mit HOTKEYS START, wobei Metriken, Stichprobenrate und Dauer konfigurierbar sind.
TLS-Zertifikate zur Authentifizierung
Für mTLS-Umgebungen vereinfacht Redis 8.6 die Authentifizierung: Clients können sich automatisch über ihr TLS-Zertifikat anmelden, wenn der Common Name des Zertifikats einem ACL-Benutzer entspricht. Die Konfiguration erfolgt mit tls-auth-clients-user CN und ACL SETUSER . Damit entfällt die separate Passwort-Authentifizierung – das Zertifikat dient als einzige Credential.
Time-Series-Datenbanken unterstützt Redis 8.6 mit NaN-Werten (Not a Number) in TS.ADD und TS.MADD. Neue Aggregatoren wie COUNTNAN und COUNTALL behandeln fehlende Messwerte korrekt, während bestehende Aggregatoren NaN-Werte ignorieren.
Alle Informationen zum neuen Release finden sich im Blog des Projekts. Redis 8.6 ist als Open-Source-Software unter der AGPLv3-Lizenz verfügbar. Die Unified Distribution enthält alle Funktionen einschließlich RedisTimeSeries, RedisBloom und RedisJSON in einem Paket. Binaries stehen für Docker, Snap, Homebrew sowie als RPM- und Debian-Pakete bereit. Die Version haben die Entwickler auf Ubuntu 22.04/24.04, Rocky Linux, AlmaLinux, Debian und macOS getestet.
(fo)
Künstliche Intelligenz
300 Terabyte an Spotify-Dateien: Anna’s Archive beginnt mit Veröffentlichung
Die Schattenbibliothek Anna’s Archive hat damit begonnen, einen Teil der im vergangenen Jahr gesicherten Spotify-Datenbank als Torrent zu veröffentlichen. Das berichtet die Webseite TorrentFreak. Insgesamt wurden demnach 2,8 Millionen Dateien veröffentlicht, darunter 6 Terabyte Musik. Zudem habe Anna’s Archive weitere Metadaten veröffentlicht.
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Spotify hat am 20. Januar gemeinsam mit mehreren Musiklabels eine einstweilige Verfügung vor einem US-Gericht gegen Anna’s Archive erwirkt, die eine Veröffentlichung der Dateien untersagt. Dennoch hat sich Anna’s Archive nun offenbar dafür entschieden, mit der Veröffentlichung zu beginnen. Bei den aktuell verfügbaren Dateien handelt es sich nur um einen Teil des von Anna’s Archive heruntergeladenen Datensatzes. Der Rest soll schrittweise folgen, wurde bei einer früheren Ankündigung in Aussicht gestellt.
47 Torrents
Laut Torrentfreak liegen die Musikdateien nicht mit Klarnamen, sondern als IDs vor. Um zu entschlüsseln, welche Tracks hinter den IDs stecken, müssen die Namen mithilfe einer 29 GByte Metadatei abgeglichen werden. Die Dateien können in insgesamt 47 Torrents heruntergeladen werden, die Nutzer laut TorrentFreak in der Datei torrents.json gefunden haben, die auf Anna’s Archive gehostet wird. Dort wurden bereits am 8. Februar neue Links eingetragen.
Anna’s Archive wird üblicherweise als Meta-Suchmaschine vor allem für Dokumente und Bücher genutzt. Im Dezember hatte das Archiv-Projekt bekannt gegeben, insgesamt 86 Millionen Musikstücke von Spotify heruntergeladen zu haben. Dabei handele es sich um 37 Prozent der gehosteten Aufnahmen, die zusammen aber 99,6 Prozent aller tatsächlichen Streams ausmachten. Kopiert wurden also auch und vor allem populäre Stücke. Zusätzlich hat Anna’s Archive eigenen Angaben zufolge Metadaten von 256 Millionen Aufnahmen gesichert.
„Dreister Diebstahl“
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Ende Januar reichte Spotify mit den Musiklabels Universal, Sony und Warner Klage gegen Anna’s Archive ein. Darin sprechen die Kläger von „dreistem Diebstahl von Millionen Dateien“ und fordern Schadensersatz in Höhe von bis zu 150.000 US-Dollar pro kopiertem Werk – in den USA der gesetzliche Höchstbetrag für Urheberrechtsverletzungen. Bei insgesamt 86 Millionen Musikstücken könnte das rechnerisch eine Billionensumme bedeuten. Anna’s Archive reagierte auf die Klage nicht.
Am 20. Januar erließ Richter Jed Rakoff vom Southern District Court in New York eine einstweilige Verfügung (PDF bereitgestellt von Music Business Worldwide), nach der Anna’s Archive die gesicherten Dateien nicht veröffentlichen darf. Zudem müssen Provider den Zugang zu der Webseite sperren, die über verschiedene Domains aber weiterhin erreichbar ist.
Weder Spotify noch Verantwortliche von Anna’s Archive haben sich bislang zu der Veröffentlichung der Daten geäußert.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
Lehramtsstudium: Mehr Pflicht in Sachen Digitalkompetenz und KI bleibt Kür
Auch heute ist es noch möglich, in Deutschland ein Lehramtsstudium ohne den Erwerb von Digitalkompetenzen abzuschließen, da dies nicht überall verpflichtend ist. Und geht es um den Erwerb von KI-Kompetenzen im Lehramtsstudium, sieht es auf der Angebotsseite der Hochschulen noch dürftig aus. Selbst der freiwillige Erwerb ist momentan kaum möglich. Das geht aus dem aktuellen „Monitor Lehrkräftebildung“ hervor.
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Deutliche Steigerung seit 2020, aber Lücke bleibt
Der Monitor ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung, des CHE (Centrum für Hochschulentwicklung), der Robert Bosch Stiftung und des Stifterverbands. Dem aktuellen Factsheet zufolge gibt es zwar seit dem Jahr 2020 deutlich erkennbare Fortschritte bei der Verankerung des Themas „Medienkompetenz in einer digitalen Welt“ als verpflichtender Bestandteil des Lehramtsstudiums an den Hochschulen. Allerdings konnten im Jahr 2024 immer noch gut ein Drittel der zukünftigen Lehrkräfte ihr Studium ohne einen entsprechenden Erwerb abschließen. Im Jahr 2020 mussten sich nur zwischen 15 und 25 Prozent der Studierenden verpflichtend mit diesem Thema beschäftigen. Im Jahr 2024 lagen die Werte zwischen 64 und 74 Prozent.

Verpflichtende Studiumsbestandteile zum Erwerb von KI-Kompetenzen gibt es bisher kaum.
(Bild: Monitor Lehrkräftebildung)
Die Zahlen für verpflichtende Angebote für den Erwerb von KI-Kompetenzen im Lehramtsstudium waren im Jahr 2024/2025 wesentlich geringer. Sie bewegten sich nur zwischen 7 und knapp 10 Prozent. Wie der Monitor angibt, waren aber auch die optionalen Angebote noch rar. Zum Zeitpunkt der Befragung gab es diese lediglich an rund einem Viertel der Standorte. Nur Rheinland-Pfalz hatte im Wintersemester 2024/2025 als erstes Bundesland Künstliche Intelligenz als Querschnittsthema im Lehramtsstudium festgeschrieben.
Verbindliche Vorgaben für Lehrkräfte gefordert
Andrea Frank, stellvertretende Generalsekretärin des Stifterverbands, kritisiert dies: „Es gibt zwar Fortschritte, dennoch sind die Ergebnisse alles andere als zufriedenstellend. Damit Schülerinnen und Schüler die Chance haben, Medienkompetenz systematisch zu entwickeln, müssen die Lehrkräfte von heute und morgen diese Kompetenzen selbst verbindlich erwerben.“ Lehrkräften komme eine Schlüsselrolle zu, damit Schülerinnen und Schüler an der digitalen Welt kompetent, kritisch und sicher teilhaben können, unterstreicht der Stifterverband. Der Erwerb von Digitalkompetenzen müsse deshalb gleichzeitig fest in den Lehrplänen der einzelnen Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften verankert werden. Dies sei bislang in dieser Form nur an 43 Prozent der Hochschulen gegeben. Dabei habe die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder, wie es im Monitor heißt, bereits im Jahr 2016 mit der Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ das Ziel vorgegeben, „digitalisierungsbezogene Kompetenzen in den bildungswissenschaftlichen und fachbezogenen Inhalten in allen Lehramtsstudiengängen zu implementieren“.
In Bezug auf den Erwerb von KI-Kompetenzen erklärte Frank Ziegele, Geschäftsführer des CHE: „Die Daten zeigen: Bei KI-Kompetenzen im Lehramtsstudium stehen wir noch am Anfang. Jetzt gilt es, das Thema dringend in die Fläche zu bringen – durch klare Rahmenbedingungen der Länder und vor allem durch den Gestaltungswillen der Hochschulen. Wenn beide Ebenen zusammenspielen, kann aus einem zögerlichen Start ein echter Entwicklungssprung werden.“
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Ein aktuelles Orientierungspapier des Forum Bildung Digitalisierung hat derweil ein negatives Bild für den Erwerb von KI-Kompetenzen bereits im Dienst befindlicher Lehrkräfte und Schulleitungen gezeichnet. Auch Fort- und Weiterbildungsangebote haben demnach deutlich aufzuholen.
Zur Datenerhebung
Die Daten des aktuellen Monitor Lehrkräftebildung stammen aus einer Selbstauskunft der lehrkräftebildenden Hochschulen und der 16 Bundesländer im Rahmen einer Online-Befragung, die zuletzt zwischen Oktober 2024 und Januar 2025 durchgeführt wurde. An der Befragung beteiligten sich 67 von 71 lehrkräftebildenden Hochschulen.
(kbe)
Künstliche Intelligenz
Über acht Milliarden Zahlungen: Girocard baut Führungsrolle aus
Die Girocard bleibt das Maß der Dinge im deutschen Bezahlkartengeschäft. 2025 wurde die Debitkarte der deutschen Kreditwirtschaft rund 8,3 Milliarden Mal eingesetzt. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 4,8 Prozent. Der Umsatz liegt mit rund 308 Milliarden Euro allerdings nur knapp über dem Vorjahresniveau.
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Parallel dazu wuchs die Akzeptanz im Handel deutlich. 2025 bezahlten Kunden erstmals an bis zu 1.344.000 aktiven Terminals, was einem Anstieg von 11,3 Prozent entspricht. Ob im Einzelhandel, in der Gastronomie oder bei Dienstleistern: Die Karte bleibt damit nahezu flächendeckend einsetzbar. Auch für Händler bleibt die Girocard attraktiv, weil sie vergleichsweise geringe Gebühren verursacht und eine Zahlungsgarantie bietet.
Niedrigere Beträge werden ebenfalls immer häufiger mit der Girocard beglichen. Bäckereien, Kioske und Verkaufsautomaten akzeptieren zunehmend Kartenzahlungen. Dadurch sank der durchschnittliche Belegbetrag weiter und lag 2025 bei 37,25 Euro (2024 waren es 38,85 Euro).
Von der Plastikkarte zur Wallet: Die Zukunft ist digital
Kontaktlose Transaktionen dominieren weiterhin: Im Dezember 2025 wurden rund 88,5 Prozent aller Girocard-Zahlungen kontaktlos abgewickelt, ein neuer Höchstwert (2024 waren es 86,8 Prozent).
Neben der physischen Karte gewinnt die digitale Girocard auf Smartphones und Smartwatches an Bedeutung. Sie lässt sich über gängige Wallets oder direkt über Banking-Apps auf iOS- und Android-Geräten nutzen. Durch neue EU-Regeln (Digital Markets Act) können Banken seit Kurzem auch kontaktlose Zahlungen mit der Girocard direkt auf dem iPhone anbieten, ohne auf Apple Pay angewiesen zu sein, etwa über die VR-Banking-App genossenschaftlicher Institute, die die NFC-Schnittstelle nutzt.
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Der Trend zur digitalen Nutzung spiegelt sich in aktuellen Daten wider: Laut einer Untersuchung der Bundesbank bleiben physische Plastikkarten immer häufiger stecken, während ihre digitalen Pendants in Wallets deutlich zulegen. Deren Anteil stieg von rund 5 Prozent im zweiten Halbjahr 2022 auf knapp 16 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2024.
Insgesamt zeigt sich: Die Girocard bleibt das Rückgrat des deutschen Kartenzahlungsverkehrs, sowohl bei den Transaktionszahlen als auch bei der Akzeptanz im Handel. Dennoch sind internationale Anbieter wie Visa und Mastercard insbesondere über Direktbanken im Vormarsch und dominieren auf europäischer Ebene mit einem Marktanteil von 69 Prozent, wie die Untersuchung der Bundesbank zeigt.
(tobe)
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