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Digital Business & Startups

Startup-Schock in Berlin: Wer keine Azubis einstellt, muss zahlen


Berlin führt eine Ausbildungsumlage ein: Unternehmen ohne Azubis sollen ab 2028 zahlen. Warum besonders Startups die Pläne kritisieren.

Startup-Schock in Berlin: Wer keine Azubis einstellt, muss zahlen

In Berlin Mitte können sich Startups mal vorbereiten, Azubis einzustellen.
Business Insider Lisa-Sophie Kempke

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat am Donnerstag die sogenannte Ausbildungsplatzumlage beschlossen. Klingt kompliziert, heißt aber: Wer nicht ausbildet, muss blechen.

Ab 2028 sollen Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitenden zur Kasse gebeten werden, wenn ihre Ausbildungsquote unter dem Bundesdurchschnitt von aktuell 4,6 Prozent liegt. Und: Es reicht nicht mehr, Stellen einfach auszuschreiben – sie müssen auch besetzt werden.

Berlin will damit 75 Millionen Euro einnehmen

Der Beschluss kommt nicht von ungefähr: Er ist Teil des Koalitionsvertrags von CDU und SPD. Darin steht: Schafft die Berliner Wirtschaft bis Ende 2025 nicht 2000 zusätzliche Ausbildungsplätze im Vergleich zu 2023, greift die Umlage.

Genau das zeichnet sich ab. Im vergangenen Jahr entstanden nur rund 1300 neue Plätze.

Das Geld soll in einen Fonds fließen, der laut Senat rund 75 Millionen Euro pro Jahr einnehmen könnte. Die Idee: Unternehmen, die die Quote verfehlen, zahlen ein – und finanzieren damit Betriebe, die überdurchschnittlich viele Azubis einstellen. „Solidarischer Ausgleich“, nennt es die SPD-Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe, die das Projekt vorangetrieben hat.

Ein Exit ist eingebaut: Schafft Berlin drei Jahre in Folge jeweils mehr als 2000 zusätzliche Ausbildungsplätze, wird das Gesetz automatisch wieder abgeschafft.

Was bedeutet das für Startups?

Die Wirtschaft sieht die Umlage kritisch. Alexander Schirp, Geschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB), nennt das Gesetz „überflüssig“ und warnt vor wachsender Bürokratie durch Quoten, Meldungen und zusätzliche Vorgaben.

Auch die Startup-Szene sieht sich direkt betroffen. Bitkom-Chef Bernhard Rohleder spricht von einem „Bärendienst“ für den Standort Berlin. Die Umlage treffe insbesondere Startups und Scaleups aus der Digitalwirtschaft.

Hält wenig von der Ausbildungsplatzumlage: Bitkom-Chef Bernhard Rohleder

Hält wenig von der Ausbildungsplatzumlage: Bitkom-Chef Bernhard Rohleder
Müller-Stauffenbergullstein bild via Getty Images

Viele von ihnen bilden schlicht nicht klassisch aus – nicht aus Unwillen, sondern wegen ihrer Struktur: kleine Teams und meist akademische Rollen. „Gleichzeitig sind diese Unternehmen zentrale Wachstumstreiber und stehen in einem scharfen internationalen Wettbewerb“, sagt Rohleder.

Christoph Stresing, Geschäftsführer des Startup-Verbands, wird noch deutlicher: Die neue Regel sei „wirtschaftsfeindliche Politik“. Berlin schwäche sich damit selbst im Wettbewerb um die besten Gründer.





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„Wir sparen kostbare Ingenieurszeit“ – deutsche-startups.de


#Interview

Das Team von brixl möchte Bauunternehmen dabei helfen, „mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen“. Die größte Herausforderung ist dabei „nicht die Technologie, sondern vor allem Vertrauen in einer traditionell geprägten Branche aufzubauen“.

„Wir sparen kostbare Ingenieurszeit“

Bei brixl dreht sich alles um Bauaufträge. „Wir helfen Bauunternehmen dabei, mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen, und dabei Zeit, Geld und Nerven zu sparen“, erklärt Gründer Robin Karutz die Idee hinter seinem Startup, das er zusammen mit Sascha Nievelstein gegründet hat.

Im Interview mit deutsche-startups.de stellt brixl-Gründer Karutz sein Startup einmal ganz ausführlich vor.

Wie würdest Du Deiner Großmutter brixl erklären?
Wir helfen Bauunternehmen dabei, mehr und profitablere öffentliche Bauprojekte zu gewinnen, und dabei Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

Wie wollt Ihr Geld verdienen, also wie genau funktioniert Euer Geschäftsmodell?
Wir sparen kostbare Ingenieurszeit, indem wir alle relevanten, fragmentierten Ausschreibungen an einem Ort bündeln und deren Auswertung teilautomatisieren. Gleichzeitig reduzieren wir Opportunitätskosten durch weniger verpasste Chancen, helfen dabei, mehr passende Projekte zu gewinnen, und schaffen Transparenz über Marktdynamiken. Als webbasierte Softwarelösung wird brixl über eine monatliche Lizenzgebühr angeboten.

Wie ist die Idee zu brixl entstanden?
Gemeinsam mit meinem Co-Founder Sascha haben wir direkt nach unserem Studium an der RWTH Aachen wissenschaftlich und gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgegründet. Wir sind als Dienstleistungsagentur gestartet. Als brixl – bricks + pixels – hat unsere Kompetenzschnittmenge zwischen Bau und Informatik die Ansprache im Produkt und Markt schon von Beginn an grob eingeschränkt. Nach vereinzelten Eigenentwicklungen haben wir immer wieder von den Problematiken rund um öffentliche Ausschreibungen gehört, und dann den Fokus konsequent darauf ausgerichtet.

Was waren die größten Herausforderungen, die Ihr bisher überwinden musstet?
Die größte Herausforderung ist für uns tatsächlich nicht die Technologie, sondern vor allem Vertrauen in einer traditionell geprägten Branche aufzubauen. Gerade bei KI gibt es viele, oft berechtigte Vorbehalte: Dass sie halluziniert, unzuverlässig ist oder bestehende Prozesse aufwendiger als vorher ersetzt, statt sie sinnvoll zu unterstützen. Durch enge Zusammenarbeit in praxisnahen Pilotpartnerschaften konnten wir diese Bedenken aufnehmen und adressieren. Trotz KI ist unsere Suche deterministisch, bedeutet: Die selbe Suche, führt zur selben, robusten Antwort – im Gegensatz zu reinen Antworten eines Sprachmodells wie chatGPT. Damit sind unsere Ergebnisse nachvollziehbar, prüfbar und belastbar, was gerade am Bau entscheidend ist. Gleichzeitig ist es unser Anspruch, uns sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das nicht aus der Ferne oder „one-size-fits-all“ funktioniert. Jedes Bauunternehmen arbeitet anders, hat eigene Strukturen und eigene Entscheidungslogiken. Deshalb gehen wir bewusst vor Ort, arbeiten eng mit den Teams zusammen und passen die Lösung an ihre Realität an. Die Herausforderung ist also weniger, ein gutes Produkt zu bauen, sondern es so einzuführen, dass es wirklich angenommen wird. Genau darin sehen wir heute eine unserer größten Stärken.

Wo steht brixl in einem Jahr?
In einem Jahr findet man brixl in jedem Bauunternehmen, dass die Projektakquise datengetrieben und strategisch angeht, anstatt sich auf Hörensagen und Bauchgefühl zu verlassen.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): brixl





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Vibe Coding: Jeder baut jetzt Apps mit KI – darum scheitern die meisten trotzdem


Heutzutage kann fast jeder eine „Killer“-App entwickeln. Aber sie zum Erfolg zu führen, ist schwieriger denn je.

Heutzutage kann fast jeder eine „Killer“-App entwickeln. Aber sie zum Erfolg zu führen, ist schwieriger denn je.
Getty images; Tyler Le/BI

Wie viele andere seiner Generation hatte Eli Cohen im Jahr 2010 eine großartige Idee für eine App. Doch im Gegensatz zu vielen seiner Altersgenossen, deren Träumereien sich auf Kneipentreffen und missglückte Dates beschränkten, investierte er tatsächlich rund 20.000 Dollar aus eigener Tasche, um das Projekt auf die Beine zu stellen.

Allerdings brachte ihn sein Tatendrang nur bis zu einem bestimmten Punkt. Damals war es „schmerzlich schwer, Software zu entwickeln“, sagt er uns. Er hatte sein Budget aufgebraucht, lange bevor das Projekt überhaupt in Gang kam.

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Was ihn stört, ist nicht, dass das Vorhaben scheiterte, sondern dass ein ähnliches Konzept – die Online-Bildungsplattform Udemy – im selben Jahr an den Start ging und 2021 mit einer Bewertung von vier Milliarden Dollar an die Börse ging. „Ich nehme an, sie hatten mehr Ressourcen, bessere Entwickler und natürlich Glück“, sagt Cohen und betont, dass er deswegen nicht verbittert sei. Die wichtigste Lektion, die er aus dieser Erfahrung gelernt hat, ist, dass der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg manchmal nicht in der Idee liegt, sondern in der Fähigkeit, sie umzusetzen.

Cohens unternehmerischer Weg endete damit jedoch nicht. Der 45-Jährige, der in Israel lebt, entwickelt derzeit eine Meditations-App, die er MediTailor nennt. Er und sein Bruder nutzten KI, um in wenigen Wochen das zu schaffen, wofür ein Entwicklungsteam vor nicht allzu langer Zeit noch 18 Monate gebraucht hätte. „Zum ersten Mal seit 20 Jahren ist die Barriere zwischen einer Idee und ihrer tatsächlichen Umsetzung gefallen“, sagt er.

Willkommen im Vibe-Coding-Zeitalter

Cohen spricht ein Gefühl aus, das vielen Menschen im Zeitalter der KI vertraut ist: Ausgestattet mit einem Mac Mini und einem Claude-Abonnement können sich begeisterte Unternehmer relativ mühelos ihren Weg in den App Store programmieren. Vorbei sind die Zeiten des stereotypen Typen, der darauf besteht, er habe eine geniale Idee für eine App … wenn er sie nur umsetzen könnte.

Was früher im Silicon Valley ein Witz war, ist heute eine ernstzunehmende Bedrohung: Die Zahl der weltweit neu veröffentlichten Apps hat sich in diesem Jahr bisher gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt.

Der technische Graben der Tech-Branche mag zwar zu einer Pfütze geschrumpft sein, aber nur weil jeder mit einer Idee wie das nächste „Uber für irgendwas“ diese auch umsetzen kann, heißt das noch lange nicht, dass sie den nächsten Internetgiganten schaffen werden. Die Umsetzung ist nach wie vor entscheidend, und die überwiegende Mehrheit der Apps scheitert immer noch. Ein gesättigterer Markt macht es zudem schwieriger, sich abzuheben, und die meisten Ideen sind nicht besonders skalierbar, leicht vermarktbar oder einzigartig.

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Als ich Cohen darauf hinweise, dass es bereits unzählige Meditations-Apps gibt, sagt er mir, dass er sich dessen sehr wohl bewusst ist. „Vielleicht werde ich keinen Erfolg haben, aber zumindest habe ich die Werkzeuge“, sagt er. Das gilt auch für alle anderen.

Jeder kann jetzt Apps bauen

Natürlich ist es nicht so, dass heutzutage buchstäblich jeder eine App per Vibe-Coding entwickeln kann – viele Menschen haben weder die Zeit noch die Energie oder den Wunsch, sich mit der Nutzung von OpenClaw oder Claude Code auseinanderzusetzen. „Die Hürde ist derzeit noch nicht gleich null“, sagt Rebecca Kaden, geschäftsführende Gesellschafterin bei Union Square Ventures. Zwar ermöglicht Vibe-Coding ein neues Niveau an „effizientem Unternehmertum“, doch sind wir noch nicht bei einer echten Demokratisierung der Technologie angelangt.

Vibe-Coding-Tools sind noch nicht Plug-and-Play – es ist für keinen beliebigen Verbraucher ein Kinderspiel, eines Morgens aufzuwachen und einfach damit anzufangen.

Die große App-Flut

Für diejenigen, die den Willen dazu haben, ist der Weg jedoch zugänglicher denn je. Das führt zu einer Lawine von Apps: Daten des Marktforschungsunternehmens Appfigures zeigen, dass im ersten Quartal 2026 414.000 neue iOS- und Android-Apps veröffentlicht wurden, ein Anstieg von 115 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2025. Außerdem wurden im selben Zeitraum dreimal so viele Apps aktualisiert wie im Vorjahr, was auf rasche Veröffentlichungen, Experimente und hohe Fluktuation hindeutet.

Schnell gebaut, schwer erfolgreich

Es ist jedoch extrem schwer, Aufmerksamkeit zu erregen. Nur 118 neue Apps erreichten in den ersten drei Monaten des Jahres den von Appfigures als „High-Traction“-Status bezeichneten Status – also mehr als 50.000 Downloads in den USA –, was einer mageren Erfolgsquote von 0,02 Prozent entspricht. Dies ist zudem ein relativ geringer Anstieg gegenüber den 94 Apps, die dies im Jahr 2025 schafften.

„Die App-Stores könnten in eine Ära mit mehr Unruhe eintreten: mehr Experimente, schnellere Markteinführungen und ein geringerer Anteil, der sich zu bedeutenden Unternehmen entwickelt“, sagt Ariel Michaeli, CEO und Mitbegründer von Appfigures.

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Es gibt eine berühmte „South Park“-Folge aus den 90ern, in der die Crew auf eine Gruppe von„Unterhosen-Zwergen“ trifft, die einen fragwürdigen dreistufigen Geschäftsplan entwickeln. Sie haben eine praktische Tabelle, die drei Schritte zum Reichtum aufzeigt: Phase eins besteht darin, Unterhosen zu sammeln. Phase drei ist der Gewinn. Und Phase zwei ist ein riesiges „?“. Die Vibe-Coding-Umgebung führt zu einer Art „Unterhosen-Zwergen-Logik“, erklärt Charity Majors, Operations- und Datenbankingenieurin sowie CTO und Mitbegründerin von Honeycomb.io. Man kann die Unterhosen sammeln – also das Ding programmieren –, aber es gibt ein riesiges Fragezeichen, bevor man Gewinne erzielt.

Der Code ist nicht mehr das Problem

Code, der mehr oder weniger kostenlos erstellt wurde, erfordert dennoch Modellierung und Wartung. Viele Leute könnten einen Slack-Klon per Vibe-Coding erstellen, aber der schwierige Teil beim Aufbau von Slack war nicht das Schreiben des Codes an sich, sagt Majors. Es war das Ausdenken des Designs, das die Anwendung benutzerfreundlich, intuitiv und für Milliarden von Menschen skalierbar machte. „Niemand möchte Slack jeden Tag starten und sehen, wie sich die Schaltflächen verschieben“, sagt Majors.

Ein Risiko beim „Vibe-Coding“ einer App ohne jegliche technische Kenntnisse besteht darin, dass man keine Ahnung hat, wie man etwas repariert, wenn es kaputtgeht – das schafft einen Markt für Softwareentwickler, die Fehler beheben oder die Sicherheit gewährleisten können.

Das eigentliche Problem: Reichweite

Entwicklung und Wartung sind nicht die einzigen Lücken zwischen „genialer Idee“ und „nachhaltigem Unternehmen“. Es gibt auch – und das ist sehr wichtig – Marketing und Reichweite. In Google Play oder den App Store zu kommen, bedeutet nicht, dass jemals jemand deine App sehen oder nutzen wird. Kate Minogue, eine KI-Beraterin, die als Teilzeit-Chief Product Officer für Consumer-Tech-Startups arbeitet, sagt, dass die Verbreitung nach wie vor das am schwersten zu lösende Problem ist. Die zunehmende Anzahl von Apps mache es noch schlimmer, nicht besser.

„Es gibt immer ein ‚Uber für‘ oder ein ‚Duolingo für‘, und man denkt sich: ‚Okay, nun, entweder gibt es das schon, oder es gibt eigentlich keinen Markt dafür‘“, sagt Minogue. „Oft ist es so: ‚Nun, die Idee ist nicht großartig, weil du nicht verstehst, wie viele Millionen Menschen deiner Meinung sein müssen, dass dies eine großartige Idee ist, damit sie Geld einbringt.‘“

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Ein paar Leute, die in einer Wohnung in einer Stadt mit hohem Einkommen zusammensitzen, sind nicht gerade eine Fokusgruppe für das, was ein Großteil der Bevölkerung will oder braucht. Deine tolle Geschäftsidee klingt für normale Leute vielleicht gar nicht so toll – oder sogar für dich selbst, wenn man es nüchtern betrachtet.

Angehende Unternehmer tun, was sie können, um ihre Performance in App-Stores, Suchmaschinen und LLM-Antworten zu optimieren, um zu versuchen, in den Rankings aufzusteigen, oder sie beten, dass sie einen viralen Hit landen. Wenn das nicht funktioniert, müssen sie auf bezahltes Marketing und Werbung zurückgreifen. „Wenn ich mit Unternehmen spreche, die eine App entwickeln, versuche ich, sie darauf vorzubereiten, dass sie Hunderttausende von Dollar ausgeben müssen, um eine skalierte Verbreitung ihrer Apps zu erreichen“, sagt Minogue.

Manche Unternehmen gehen das so an, dass sie einen „studiobasierten“ Entwicklungsansatz verfolgen, bei dem sie fünf oder zehn verschiedene Fitness- oder Produktivitäts-Apps auf einmal veröffentlichen und in Echtzeit testen, ob sich eine davon durchsetzt. Sie brauchen nicht unbedingt einen Knaller – sie wollen nur, dass eine oder zwei genug Zugkraft entwickeln, um etwas Geld einzuspielen. In der Zwischenzeit tragen die „Waisen“ zur wachsenden Masse an Apps bei.

Die neue Builder-Economy

Amjad Masad, CEO der Vibe-Coding-Plattform Replit, sagt, es sei gut, dass mehr „Möchtegern-Unternehmer“ ihre Ideen ausprobieren können – Demokratisierung, oder was auch immer dem nahekommt, wird unweigerlich Qualitätsunterschiede mit sich bringen.

Es ist auch nicht jeder darauf aus, ein Produkt im Wert von einer Milliarde Dollar zu entwickeln. Manche Leute programmieren Tools und Widgets, um sich die Arbeit zu erleichtern. Andere entwickeln Apps, die zwar nicht ausreichen, um ein vollwertiges Unternehmen zu finanzieren, aber genug einbringen, um ihre täglichen Ausgaben zu decken.

„Das Coole daran ist, dass viele dieser Apps keine milliardenschweren Apps im Venture-Maßstab sein müssen“, sagt Masad. „Sie können den Gründern trotzdem viel Geld einbringen und einen Bedarf decken.“

Silicon Valley bekommt Panik

Für einige Vertreter der alten Garde im Silicon Valley fühlt sich das langsam wie eine Identitätskrise an: Wenn ein x-beliebiger Typ an einem Wochenende ein funktionsfähiges Produkt programmieren kann, wozu hat es dann in den vergangenen 20 Jahren gedient, um exklusive Talente zu kämpfen und Konkurrenten bis aufs Messer zu bekämpfen?

Sicher, die großen Akteure, die bereits ihre Millionen – und Milliarden und Billionen – verdient haben, sind begeistert von der Aussicht, durch KI Kosten zu senken und Prozesse zu beschleunigen, aber was ist mit den Leuten, die sich mühsam den Weg nach oben erkämpft haben?

Kylan Gibbs, Mitbegründer und CEO von Inworld AI, der zuvor für Google DeepMind gearbeitet hat, erzählt mir, dass viele Einheimische aus dem Silicon Valley angesichts der jüngsten KI-Entwicklungen langsam „ausflippen“.

Die Befürchtung ist, dass Apps nun entweder so einfach zu erstellen sind, dass bald 100 Konkurrenten auftauchen, oder dass OpenAI oder Anthropic ein ähnliches Produkt auf den Markt bringen könnten, das ihre aufstrebenden Firmen über Nacht zerschmettern würde. Angenommen, du hast fünf Jahre lang an einer tollen Fitness-App gearbeitet, dich abgemüht, um Downloads zu generieren und das Angebot zu perfektionieren. Plötzlich wird der App-Store mit Optionen überschwemmt, die für potenzielle Nutzer nicht zu unterscheiden sind – selbst wenn sie in Wirklichkeit fehlerhaft oder umständlich sind.

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Gleichzeitig hängt ein Damoklesschwert über deinem Kopf: Was hindert einen der großen Akteure daran, ein eigenes Fitness-Add-on zu entwickeln? Sie schnappen dir ohnehin schon deine Kunden weg, denn wer braucht schon eine spezielle App für Trainingsratschläge, wenn er Gemini bitten kann, kostenlos einen Plan zu erstellen?

„Ich habe in den letzten Wochen buchstäblich von einer ganzen Handvoll Freunde und Kollegen, die ebenfalls Gründer sind, gehört: ‚Ja, ich gebe im Grunde genommen einfach auf‘“, sagt Gibbs. „Man denkt an diese Gruppe von Menschen, die sich so lange so besonders gefühlt haben, und dann wird ihnen das weggenommen.“

Terrence Johnson, ein Softwareentwickler aus Colorado, sieht die positive Seite der Einstellung, dass jeder programmieren kann: Es bedeutet, dass ihn weniger Leute damit nerven, ihre Projekte zu entwickeln. Kürzlich hatte er es mit einer besonders aufdringlichen Person zu tun, die versuchte, ihn für die Entwicklung einer Art Managementsystem für Autohäuser zu gewinnen, ohne eine Vorstellung davon zu haben, was das bedeuten würde oder wie lange es dauern würde.

Er erkannte, dass die Person ihre Ideen von vornherein von KI bezog, also wies Johnson sie auf andere Tools hin, mit denen sie selbst einige oberflächliche Dinge erledigen konnten. „Das hat als Ablenkung gereicht, sodass sie mich in Ruhe ließen“, sagt Johnson. „Es ist gut, Menschen zu befähigen, ihre Ideen auszuprobieren und umzusetzen, aber sie begreifen einfach nicht ganz, was das alles mit sich bringt.“

Warum die meisten trotzdem scheitern

Eine neue Generation von Unternehmern könnte ein böses Erwachen erleben, wenn es um die Lektionen geht, die viele Startup-Veteranen bereits kennen. Es ist so gut wie unmöglich, einen Blockbuster zu entwickeln. Die meisten Unternehmungen scheitern. Geld zu verdienen muss irgendwann von einem zukünftigen Problem zu einem aktuellen Problem werden.

Viaano Spruyt, der in Singapur lebt, ist begeistert, dass er dank Vibe Coding seine Online-Community zum Thema psychische Gesundheit – die zuvor auf Discord beheimatet war – in eine App namens Huddle verwandeln konnte. Die neue App ermöglicht es ihnen, weitere Features und Funktionen hinzuzufügen, und er und sein Mitbegründer haben sogar etwas Investorenkapital gesichert. Sie verlagern ihr Konzept von psychischer Gesundheit hin zur Betreuung von Fandoms, doch der Gewinnaspekt des Plans bleibt ein Fragezeichen, und sie verlassen sich bei der Verbreitung auf Mundpropaganda. „Was immer schwieriger wird, ist, das Interesse der Leute zu wecken“, sagt er.

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Spruyt und sein Mitbegründer lernen gerade, was viele „Vibe-Preneure“ allmählich erkennen: Die Grundlagen des Geschäfts sind besonders wichtig, und Spitzenleistungen in Vertrieb, Marketing und Logistik sind der Weg, um voranzukommen – oder sich zumindest aus den überfüllten Schützengräben herauszukämpfen.

KI macht Gründer – nicht automatisch Unternehmen

Relativ gesehen gibt es schlimmere Probleme, als dass es 900 Produktivitäts-Apps zu viel im App Store gibt und die Silicon-Valley-Elite dazu gezwungen wird, sich mehr anzustrengen. Eine „Builder Economy“ ist eine spannende Sache. Und hey, wenn sie den Typen mit der Killer-App-Idee zum Schweigen bringt, der dir in einer Bar mit einem Bier in der Hand die Ohren vollquatscht, ist das ein Gewinn für alle.

 





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+++ Sarah Jessica Parker – Brad Pitt +++ glow25 +++ Trade Republic +++ GreenTech +++ eleQtron +++ Taxfix +++


#StartupTicker

+++ #StartupTicker +++ Sarah Jessica Parker (glow25) trifft auf Brad Pitt (Trade Republic): Promialarm in der Startup-Szene +++ GreenTech: Die goldenen Zeiten sind vorbei +++ StartupsToWatch! eleQtron +++ So rüstet sich Taxfix gegen die große KI-Welle +++

+++ Sarah Jessica Parker – Brad Pitt +++ glow25 +++ Trade Republic +++ GreenTech +++ eleQtron +++ Taxfix +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Freitag, 15. Mai).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#STARTUPTICKER

glow25 Trade Republic
+++ Promialarm in der deutschen Startup-Szene! Die amerikanische Schauspielerin Sarah Jessica Parker („Sex and the City“) heuerte als Chief Creative Officer und Markenbotschafterin beim Berliner Supplement-Startup glow25 an. Die Stilikone soll künftig unter anderem die Markenstrategie des 2021 gegründeten Startups, das bislang vor allem Kollagenprodukte verkauft, voranbringen. Ansonsten soll die Schauspielerin bei der „internationale Expansion“ helfen. Dafür bringe sie laut Unternehmen „Reichweite, Glaubwürdigkeit und kulturelle Relevanz mit“. Der Berliner Neobroker Trade Republic setzt unterdessen auf Brad Pitt. Eine offizielle Funktion bekommt der Schauspieler neben seiner zentralen Funktion als Markenbotschafter aber nicht. „Der Spot läuft ab sofort im Fernsehen, auf Streaming-Plattformen sowie auf allen relevanten digitalen Kanälen“, teilt das Unternehmen mit. Mehr über Trade Republic

GreenTech Monitor
+++ Grüne Zeiten! In Deutschland tummeln sich derzeit 2.903 GreenTech-Startups. „Fast ein Viertel der GreenTechs entfällt auf den Energiesektor, weitere 18 % lassen sich dem breiteren Feld der Umwelttechnologien zuordnen. Besonders stark sind die Ökosysteme in Berlin (549), München (222) und Hamburg (170)“, heißt es im GreenTech Monitor 2026, der vom Startup-Verband herausgegeben wird. Der Boom ist aber vorbei! Im vergangenen Jahr sind laut Erhebung nur 312 neue GreenTech-Startups entstanden. „Die politische Unsicherheit und das schwache Investitionsklima im Sektor hinterlassen ihre Spuren“, lautet das bittere Fazit. Die goldenen Zeiten für GreenTechs sind somit vorbei. Dabei zeigt sich gerade jetzt, wie wichtig nachhaltige Lösungen – etwa im Energiesektor – wären. (GreenTech Monitor 2026, PDF) Mehr über den GreenTech Monitor

eleQtron
+++ StartupsToWatch! eleQtron sollten alle, die sich für aufstrebende Startups interessieren, auf der Agenda haben. Das Unternehmen, 2020 gegründet, „entwickelt, produziert, betreibt und vermarktet Rechenzeit auf Ionenfallenbasierten Quantencomputern“. Ein Thema, das derzeit weltweit so richtig angesagt ist. Quantencomputing hat das Potenzial, die technische Welt komplett umzukrempeln. Schwarz Digits, Ankaa Ventures und Co. investierten kürzlich 57 Millionen Euro in das Unternehmen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit über 100 Mitarbeitende. „In einem Jahr wollen wir weniger darüber sprechen, was Quantencomputing eines Tages leisten könnte – und mehr darüber, was unsere Systeme konkret ermöglichen“, sagt Gründer Jan Leisse. Mehr über eleQtron

Taxfix
+++ Lesenswert! Das Manager Magazin nimmt das milliardenschwere Berliner FinTech Taxfix unter die Lupe. Im Kern geht es dabei um die Auswirkungen der SaaS-Apokalypse auf das Unternehmen. Das Fazit dabei: „Das reine Softwaregeschäft, mit dem das Unternehmen einst zum Einhorn aufstieg, spielt eine immer geringere Rolle.“ (Manager Magazin) Mehr über Taxfix

Haufe Group Ventures
+++ „Gerade in Europa und speziell in Deutschland sehen wir eine solide Ausgangslage für Gründerinnen und Gründer, Kapital einzusammeln. Gleichzeitig ist es aber anspruchsvoller geworden“, sagt Jasper Roll von Haufe Group Ventures. Mehr über Haufe Group Ventures

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+++ Es ist wieder soweit – neue Startups stehen in den Startlöchern! Hier sind einige spannende junge Unternehmen, die man kennen sollte. Heute werfen wir einen Blick auf diese Neugründungen: Preeo, firepanda.ai, Boniforce, Liebs und Bitpull AI. Mehr im Startup-Radar

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Investments & Exits
+++ NCSoft kauft Mehrheit des Hidden Champions JustPlay (Kaufpreis: 202 Millionen) +++ Schwabe Group übernimmt die Mehrheit an NeuroNation +++ NVision bekommt 55 Millionen +++ Clera erhält 3 Millionen +++ Regulate sammelt 1,4 Millionen ein. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

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