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Künstliche Intelligenz

re:publica: Große Fragen, kaum Antworten


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Wenn es einen roten Faden gibt, der sich seit ihrem Debüt 2007 durch alle Veranstaltungen der re:publica zieht, dann ist es die Forderung nach besserer Digitalpolitik. Gegründet zur Zeit der zur Schau getragenen politischen Ignoranz gegenüber den „neuen Medien“ ist die re:publica inzwischen selbst fester Bestandteil des Kabinetts-Kalenders: Die Bundesregierung gibt sich die Ehre.

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An den drei Tagen kamen mit Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) und Bildungsministerin Karin Prien (CDU) drei aktuelle Kabinettsmitglieder in die „Station Berlin”, einem alten Postbahnhof am Gleisdreieck in Kreuzberg. Eine Frage, die derzeit bewegt: Wird Künstlichen Intelligenz (KI) alle arbeitslos machen – oder nur einen Teil menschlicher Fähigkeiten ersetzen?

Das beschäftigt etwa die Bundesarbeitsministerin Bas. So wie der Gaslaternenazünder im Zuge der Elektrifizierung verschwunden und neue Infrastrukturmarktmacht entstanden sei, würde auch bei der KI die Frage gelten: Wie ließe sich die Entwicklung einer solchen neuen Technologie steuern und regulieren, Chancen nutzen und Risiken eindämmen?

Konkrete Schlussfolgerungen wollte Bas bei ihrem Auftritt jedoch nicht ziehen – ihre Sympathie für eine Art Digitalsteuer einmal ausgenommen. Die wiederum mindestens europäisch sein müsse. Dass Macht nicht unbegrenzt ausgeübt werden dürfe, auch nicht durch Technologiekonzerne, das blieb bei der Konferenz in Berlin in dieser Abstraktion unstrittig.

Prien war gekommen, um unter anderem über ein Mindestalter für Social Media zu sprechen. Der Kinder- und Jugendschutz sei umfangreich geregelt, aber die Instrumente würden nicht ausreichend durchgesetzt, sagte die Familienministerin. Kinder und Jugendliche würden krank gemacht – und das in einem Ausmaß, das im analogen Raum niemals zugelassen würde.

Dabei will Prien es nicht bei einem Mindestalter bewenden lassen. „Wir werden das nicht durch eine Maßnahme lösen, sondern brauchen eine Gesamtstrategie, die Befähigung, Teilhabe und Schutz im Blick hat“, argumentiert Prien.

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Dabei spielt auch die Plattformaufsicht eine Rolle, für die sich die EU-Kommission zuständig sieht, betonte Renate Nikolay von der EU-Kommission am Dienstag. Ein Mindestalter rechtlich festlegen hingegen müssen die EU-Mitgliedstaaten in der eigenen Gesetzgebung.

„Wir müssen schauen, dass die stärkere Überwachung bei den Plattformen und nicht bei den Kindern und Jugendlichen stattfindet“, sagt Prien. Im Juli wird eine Expertengruppe im Auftrag der EU-Kommission ihre Befunde vorlegen, welche Maßnahmen sinnvoll sein könnten.

Dass die Durchsetzung individueller Rechte in der digitalisierten Gesellschaft eine Herausforderung und der Schutz von Grundrechten keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist, beschäftigte viele der Teilnehmer in Berlin auf ganz unterschiedliche Art. Von digitaler Souveränität bei KI und Clouds über die Frage der Verantwortbarkeit des Einsatzes von Palantir-Software und Innenministerwünsche zur KI-fizierung der Sicherheitsbehörden waren nur einige der digitalpolitischen Themen dieser re:publica.

Doch hat die EU nicht – von Wirtschaftsseite oft beklagt – ein engmaschiges, regulatorisches Schutzregime? Der österreichische Datenschutzaktivist Max Schrems schilderte, wie groß die Differenz zwischen gefühlter und realer Durchsetzung von europäischem Recht sei. So gelte bei Algorithmen, dass einfach gar nichts überprüft werde, sagte Schrems – selbst da, wo Datenschutzrecht das schon lange ermögliche.

Anders als etwa bei der Arbeitsplatzsicherheit, wo mit guten Gründen viel kontrolliert wäre, würden Algorithmen bei den großen Konzernen gar nicht begutachtet, sagte Schrems. Das könne auf Dauer nicht gut gehen. Er erwarte, dass früher oder später alle Aufsichten in Europa zentralisiert würden, weil die bisherige Verteilung nicht funktioniere.

Dafür sei er nicht unbedingt, sagte Albrecht von Sonntag, der mit der Preisvergleichsplattform Idealo seit Jahren in rechtlichen Auseinandersetzungen gegen einen Marktmachtmissbrauch seitens großer US-Anbieter Erfahrungen gesammelt hat. Dazu seien die Mitgliedstaaten zu unterschiedlich. Die EU-Kommission würde naheliegenderweise nur Fälle von zentraler, länderübergreifender Bedeutung aufgreifen.

Doch sei das sei keineswegs ein einfaches Unterfangen, sagte von Sonntag. Die Lobby der US-Digitalkonzerne sei schon lange hervorragend organisiert, argumentiert von Sonntag. Aber die Plumpheit, mit der sie nun von der US-Regierung protegiert werde, sei neu, sagt der Gründer des Preisvergleichsportals, das zum Springer-Konzern gehört.

Die EU-Kommission verweist auf die zahlreichen Verfahren, die sie auf Grundlage von Digital Services Act (DSA) und Digital Markets Act (DMA) angeschoben hat. Diese Verfahren müssten rechtssicher stattfinden und dauerten daher, sagte Renate Nikolay, stellvertretende Generaldirektorin des EU-Kommissionsdirektorats Connect.

Unpolitisch war die re:publica also auch fast 20 Jahre nach dem ersten kleinen Blogosphären-Treff keineswegs. Doch trotz des Mottos („Never gonna give you up”) war angesichts der Entwicklungen von Optimismus in diesem Jahr nur wenig zu verspüren. Immerhin: Dass man vom Internet und der Digitalisierung persönlich keine Ahnung habe, damit kokettiert 2026 kein Politiker mehr.


(vbr)



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Identitäten als Grundlage der IT-Sicherheit: Beiträge für neue Konferenz gesucht


In Zeiten von Cloud, Homeoffice und KI-Agenten zielen Angriffe auf Unternehmen zunehmend auf Benutzerkonten statt auf Netzwerkgrenzen. Konsequentes Identity and Accress Management (IAM) und eine identitätszentrierte Sicherheitsstrategie werden so zur Grundlage für eine resiliente IT.

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heise conferences und das auf IAM und Cybersecurity spezialisierte Analystenhaus KuppingerCole veranstalten daher am 25. und 26. November in München eine neue Konferenz zum Thema identitätszentrierte Sicherheit. Der ICC Summit (Identity-Centric Cybersecurity Summit) bietet Sicherheitsverantwortlichen und IT-Experten direkt anwendbares Know-how, Fallstudien aus der Praxis und Diskussionsrunden, wie sie die IT-Sicherheit durch den Fokus auf Identitäten stärken können.

Der ICC Summit hat sechs thematische Schwerpunkte:

  • Identität ist der neue Sicherheitsperimeter: Wie man eine netzwerkzentrierte durch eine identitätszentrierte Sicherheitsstrategie ergänzt und ersetzt.
  • Identity Security Operations: Identity Threat Detection and Response (ITDR) – Benutzer- und Systemidentitäten sowie Zugriffsrechte kontinuierlich überwachen, Angriffe erkennen und abwehren.
  • Privileged Access Management (PAM): überdauernde Zugriffsrechte eliminieren, Governance, privilegierte Zugriffsrechte in der Cloud.
  • Continuous Trust and Authorization als moderne Variante von Zero Trust.
  • Identity Governance neu gedacht: Moderne Identity Governance and Administration (IGA).
  • Die Zukunft der Identitätsarchitektur: Identity Fabrics, Identitätsdaten-Plattformen und die Konvergenz von IAM und Cybersicherheit.

Für diese Themen suchen wir noch interessante Vorträge. Wenn Sie mit Ihrem fachlichen Know-how oder Ihren Erfahrungen aus der Praxis beitragen wollen, reichen Sie Ihren Vortrag bis zum 15. September auf der Website des ICC Summit ein. Die Konferenzsprache ist Englisch.


(odi)



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CalyxOS ist zurück: Custom-ROM startet mit Version 7.2.2.0 neu


Seit August vergangenen Jahres ruhte die Entwicklung des Google-freien Custom-ROMs CalyxOS. Nun kündigen die Entwickler die Rückkehr der alternativen Android-Version an – ursprünglich sollte die Pause nur ein halbes Jahr andauern.

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„Liebe Mitglieder der CalyxOS-Community, wir freuen uns sehr, euch die Veröffentlichung von CalyxOS 7.2.2.0 bekannt zu geben. Damit ist CalyxOS offiziell aus der Pause zurück!“ schreiben die Entwickler in ihrem Blogbeitrag. Die Entwickler schreiben weiter, es sei ein langwieriger Weg gewesen, die Veröffentlichungen von CalyxOS wieder aufzunehmen.

Beginnend mit CalyxOS 7.2.2.0, das auf Android 16 basiert, plant das CalyxOS-Team, Sicherheits- und Funktionsupdates „nach besten Kräften“ wieder aufzunehmen. Ferner arbeitet das Team daran, „die Transparenz hinsichtlich der Entwicklungsroadmap von CalyxOS durch die Veröffentlichung von Informationen und Dokumentation zu erhöhen“.

Die Entwickler weisen darauf hin, dass Nutzerinnen und Nutzer, die eine ältere CalyxOS-Version (6.10.10/20 oder älter) oder ein anderes Android-Betriebssystem verwenden, die neue CalyxOS-Version auf dem Smartphone manuell neu installieren müssen. Sobald dies abgeschlossen sei, sollen alle künftigen Updates automatisch Over-the-Air erfolgen (OTA).

Neben den bisher unterstützten Geräten lässt sich mit der neuen Version auch das ShiftPhone 8 mit der Software ausstatten, so die Entwickler. Das ShiftPhone ist das erste Modell des deutschen Smartphone-Anbieters mit Support für CalyxOS. Aktuell unterstützt CalyxOS ansonsten nur Geräte von Fairphone, Motorola und Google, wobei das aktuelle Pixel 10 aufgrund der langen Pause noch nicht dabei ist.

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Neu sortiert hat CalyxOS die im Zuge des Setups angebotenen kostenlosen und Open-Source-Apps: Nutzerinnen und Nutzer können unter anderem aus den App-Stores F-Droid und Aurora wählen. Ferner bietet CalyxOS Apps wie Breezy Weather, Signal, OnionShare und weitere an.

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Ebenso neu an CalyxOS 7.2.2.0 ist laut Entwicklern die Signierung des Betriebssystems über eine HSM-basierte Open-Source-Lösung. Diese habe man selbst entwickelt, „um die Sicherheit des gesamten Signaturprozesses zu verbessern, Redundanz zu gewährleisten und einzelne Fehlerquellen zu beseitigen“.

Ferner habe CalyxOS „erhebliche Verbesserungen an der Infrastruktur vorgenommen“. Zum einen habe das Team eine „übersichtlichere Serverstruktur eingerichtet, um jede Veröffentlichung zu optimieren“. Zudem haben die Entwickler als Reaktion auf die selteneren AOSP-Quellcode-Veröffentlichungen von Google – halbjährlich statt quartalsweise – Skripte entwickelt, um den Aufwand bei der Anwendung monatlicher Patches und Updates zu reduzieren.

Während die aktuelle Version noch auf Android 16 basiert, bereitet das Team bereits das Update auf Android 17 vor. „Unser Team befindet sich derzeit in der Anfangsphase der Portierung auf die von uns unterstützten Geräte,“ heißt es im Blogbeitrag. In Kürze will CalyxOS einen Zeitplan für die Veröffentlichung von CalyxOS 8 auf Android-17-Basis bekannt geben. Neugierige Nutzer können die aktuelle Version mithilfe eines Web-Installers auf die kompatiblen Modelle bringen.


(afl)



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Metallkugeln am Strand: Wieder Aufregung um Weltraumschrott in Australien


In Australien sorgt Weltraumschrott einmal mehr für Aufregung, dieses Mal geht es um mehrere kreisrunde Metallkugeln, die an einen Strand im Norden des Bundesstaats Queensland geschwemmt wurden. Die Feuerwehr hat um die Objekte einen 50 m großen Sicherheitsbereich eingerichtet, den Schaulustige nicht betreten dürfen. Wer eine solche Kugel findet, soll sie nicht berühren, hat das Queensland Fire Department auf Facebook geschrieben. Laut Australiens Weltraumagentur handelt es sich wohl um Druckbehälter einer Rakete aus dem Ausland, an der genauen Identifizierung werde mit internationalen Organisationen gearbeitet. Inzwischen sei klar, dass die Objekte nicht gefährlich sind.

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Laut einem Bericht der BBC hat es nach dem Fund der Metallkugeln am Forrest Beach auch Spekulationen gegeben, dass sie mit leicht entzündlichen oder reaktiven Substanzen gefüllt sein könnten. Unter Polizeibewachung hätten Personen in Schutzanzügen die Kugeln dann in Gefahrgutbehälter gelegt. Bei dieser Analyse sei ermittelt worden, dass von den Kugeln keine Gefahr ausgeht, hat die Australian Space Agency auf Facebook geschrieben. Die Weltraumagentur hat demnach auch schon die wahrscheinliche Herkunft der Kugeln ermittelt, weitere Angaben dazu macht sie aber nicht. Noch müsse offiziell bestätigt werden, von welcher Rakete die Kugeln stammen und aus welchem Land sie gestartet wurde. Erst dann ist klar, wer für die Kugeln verantwortlich ist.

In Australien wird immer wieder Weltraumschrott gefunden, der den Sturz durch die Atmosphäre überstanden hat und auf der Erdoberfläche aufgeschlagen ist. Durch die zunehmende Zahl an Raketenstarts wächst die Zahl gefährlicher Objekte im Weltall, das zeigt auch eine jüngst veröffentlichte Analyse. Darin wurden die 50 gefährlichsten Objekte zusammengetragen. In der Studie hieß es aber auch, dass allein seit Anfang 2024 zum Weltraumschrott im niedrigen Erdorbit 26 Raketenstufen hinzugekommen sind, die dort 25 Jahre verbleiben werden. Die größte Gefahr bedeuten sie deshalb aber auch für andere Satelliten. Stürzen doch einmal welche ab, fallen sie zumeist in einen Ozean oder in menschenleeres Gebiet wie eben Australien.


(mho)



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