Künstliche Intelligenz
Smart Glasses & VR-Brillen: Die 3 wichtigsten Trends im Jahr 2026
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Die Ray-Ban Meta-Brillen haben einen neuen Hype um Smart Glasses ausgelöst. Während Google und Apple unter Hochdruck an Gegenentwürfen arbeiten, geht VR-Hardware ans Reißbrett zurück, um mit einer neuen Architektur wieder Fahrt aufzunehmen. Mit welchen Entwicklungen kann man 2026 rechnen?
Smart Glasses werden vielfältiger – und fluten den Markt
Im vergangenen Jahr drängten zahlreiche Smart Glasses kleiner und großer Hersteller auf den Markt, und 2026 wird sich diese Entwicklung weiter beschleunigen.
Zwölf Jahre nach dem missglückten Google-Glass-Experiment wagt Google einen Neustart und hat für dieses Jahr KI-Brillen mit und ohne Display angekündigt. Als Betriebssystem kommt Android XR zum Einsatz, das den KI-Assistenten Gemini in den Mittelpunkt rückt.
Eine neue Produktkategorie, die Elemente von Smart Glasses und Mixed-Reality-Headsets verbindet, ist „Project Aura“. Das Gemeinschaftsprojekt von Google und dem Displaybrillen-Hersteller Xreal übernimmt zentrale Funktionen des Android-XR-Headsets Samsung Galaxy XR und schrumpft den Formfaktor auf leichte Smart Glasses mit semitransparenter Optik und einem diagonalen Sichtfeld von rund 70 Grad. Die Miniaturisierung wird durch das Auslagern von Recheneinheit und Akku in einen kabelgebundenen Taschencomputer erreicht.

Project Aura wirkt äußerlich wie eine einfache Display-Brille, basiert jedoch auf Android XR und ist beim Funktionsumfang sowie bei der Leistung mit Samsung Galaxy XR vergleichbar.
(Bild: Xreal)
Auch Apple verfolgt Pläne im Smart-Glasses-Segment. Laut Bloomberg will der Konzern noch in diesem Jahr ein erstes Modell vorstellen, das mit dem iPhone gekoppelt wird und kein eigenes Display besitzt. Der Marktstart ist jedoch erst für 2027 vorgesehen.
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Spannend wird, wie Google und Apple die Smart Glasses in die eigenen Ökosysteme integrieren und mit Smartphones und Smartwatches verzahnen. Darin liegt ein entscheidender Plattformvorteil gegenüber anderen Herstellern und dem Marktführer Meta, der sich nicht auf seinem bisherigen Erfolg ausruhen und sein stetig wachsendes Smart-Glasses-Portfolio in diesem Jahr weiter ausbauen wird.
Auch Snap wird in diesem Jahr mitmischen und hat eine vollintegrierte AR-Brille für Konsumenten angekündigt, die gegenüber dem aktuellen Entwicklermodell deutlich leichter und kompakter ausfallen soll. Gelingt das Kunststück, wäre Snap das erste Unternehmen, das eine vollwertige AR-Brille mit alltagstauglichen Formfaktor am Markt positioniert.
Neben diesen Produkten ist 2026 mit einer Flut von Geräten kleinerer Hersteller und Start-ups zu rechnen. Mit wachsender Menge und Vielfalt wird das Angebot an Smart Glasses noch unübersichtlicher als bisher. Da sich die Geräte bei Formfaktor, Technik, Eingabemethoden und Software teils deutlich unterscheiden, wird der Sammelbegriff „Smart Glasses“ weiter ausfransen und nur noch begrenzt Orientierung bieten.
Gleichzeitig wird die Nachfrage kaum mit dem schnell wachsenden Angebot Schritt halten können, sodass der Optimismus der Branche in diesem Jahr kippen könnte.
Vom Headset zur Brille: VR-Geräte mit neuem Formfaktor
Bereits im vergangenen Jahr rückten Smart Glasses stärker in den Fokus der Branche, während Virtual Reality an Sichtbarkeit einbüßte. Mit der wachsenden Präsenz von Smart Glasses in diesem Jahr wird sich diese Verschiebung fortsetzen, zumal für 2026 auch nur wenige VR-Headsets angekündigt sind. Von allen neuen Geräten dürfte allein Steam Frame größere Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aufgrund der kleinen Zielgruppe und eines voraussichtlich höheren Preisniveaus jedoch nur eine begrenzte Marktwirkung entfalten.
Spannend bleibt das Jahr dennoch, weil sich ein neuer Hardware-Trend abzeichnet: Durch das Auslagern von Recheneinheit und Akku in einen kabelgebundenen Taschencomputer nähern sich Formfaktor und Gewicht dem einer Sonnenbrille statt eines Headsets.

Ein Teil der VR-Hardware dürfte ab 2026 einen deutlich schlankeren, brillenähnlichen Formfaktor annehmen. Kabel und Taschencomputer sind nicht abgebildet.
(Bild: VR Tuoluo)
Das erste Produkt dieser Art könnte von Pico kommen und auch Meta entwickelt ein entsprechendes Produkt, das angeblich auf 2027 verschoben wurde. Wie erstaunlich leicht und kompakt solche Geräte ausfallen könnten, zeigt ein chinesischer Prototyp, der auf diese Split-Architektur setzt (siehe Bild oben). Google und Xreal verfolgen mit Project Aura ein ähnliches Vorhaben, setzen dabei jedoch auf ein semitransparentes Display und Birdbath-Optik. Ein Ansatz, der die bislang klare Trennung zwischen VR-Geräten und Smart Glasses aufweichen könnte.
Die Größe und das Gewicht von VR-Headsets haben eine breitere Akzeptanz von Virtual Reality gehemmt. Hersteller hoffen daher, dass deutlich schlankere Geräte auf größere Resonanz stoßen. 2026 werden erste VR-Geräte mit Split-Architektur erscheinen und zeigen, ob diese Hoffnung berechtigt ist.
KI und Gaussian Splatting werden wichtiger denn je
Für 2026 zeichnet sich eine breite Palette an Smart Glasses ab. Wie erfolgreich sie im Einzelnen sein werden, wird weniger von der technischen Ausstattung abhängen als davon, wie nahtlos sie in bestehende Hardware-Ökosysteme integriert sind und wie nützlich die KI im Alltag tatsächlich ist.
Bei den Ray-Ban-Meta-Brillen bietet KI bislang nur einen begrenzten Mehrwert. Die zentrale Frage ist daher, welche neuen KI-Funktionen Meta, Google und andere Hersteller entwickeln. Der langfristige Trend geht in Richtung einer personalisierten, proaktiven und permanent aktiven KI, die Nutzer sehend und hörend durch den Alltag begleitet und Anliegen situativ antizipiert. Wobei abzuwarten bleibt, wie die dafür erforderliche Umgebungserfassung von der Gesellschaft aufgenommen wird und ob sie auf ähnlichen Widerstand stößt wie seinerzeit Google Glass. Klar ist, dass KI für Smart Glasses so selbstverständlich werden wird, dass der Sammelbegriff „KI-Brille“ an Aussagekraft einbüßen wird.
Auch im VR-Bereich gewinnt KI weiter an Bedeutung. Dass KI Bilder, Filme und sogar Spiele in 3D-Erlebnisse mit stereoskopischer Tiefenwirkung verwandelt, wird 2026 zunehmend zum Standard. Google hat eine entsprechende Funktion für Android XR in Aussicht gestellt und die bald erscheinende Display-Brille Xreal 1S soll die 3D-Konvertierung ebenfalls unterstützen.
Noch weiter geht eine KI-Technik, die aus Bildern räumliche Szenen erzeugt und Perspektivwechsel erlaubt. Apple hat eine entsprechende Funktion vor Kurzem für die Apple Vision Pro eingeführt und man darf erwarten, dass sie im Laufe des Jahres auf Geräten anderer Hersteller Verbreitung findet.
Davon ausgehend liegt der nächste große Entwicklungsschritt in generativen KI-Systemen, die aus Textprompts, Bildern oder Videos frei erkundbare Räume erzeugen. Weltmodelle wie Marble und Google Genie 3 geben einen Eindruck davon, welche Möglichkeiten hier entstehen. Im VR-Kontext könnten solche Weltmodelle zu einer Holodeck-Maschine heranreifen: Man beschreibt einen Ort und findet sich Augenblicke später in ihm wieder. Auf diese Weise ließen sich auch Erinnerungen, klassische Kunstwerke oder Filmschauplätze betreten und neu erleben. 2026 werden diese Werkzeuge an Kontur gewinnen und zugänglicher werden.

Mit „Meta Hyperscape“ lassen sich reale Orte originalgetreu digitalisieren. Hier besucht der Autor den Heise-Redakteur Jan Wöbbeking (als VR-Avatar zu sehen) in einer Hyperscape-Version seiner Wohnung.
(Bild: Tomislav Bezmalinović / heise medien)
Eine andere Technologie, die VR in diesem Jahr Jahr prägen wird, ist Gaussian Splatting. Während generative KI die Kreierung virtueller Welten beschleunigen wird, hat Gaussian Splatting eine vergleichbare Rolle bei der Digitalisierung der realen Welt für Virtual Reality. So ist es seit Kurzem ohne Fachwissen und spezielle Ausrüstung möglich, eine nahezu fotorealistische Replik der eigenen Wohnung zu erstellen und entfernte Familie und Freunde per Meta Quest 3 in diese einzuladen.
Will man das Metaverse als ein räumliches Internet verstehen, das virtuelle Räume statt Webseiten miteinander verbindet, dann zählen KI und Gaussian Splatting zu den zentralen Bausteinen. Eine Vision, die 2026 ein gutes Stück näher rücken wird.
(tobe)
Künstliche Intelligenz
KI vs. Mensch: Günstige Flugtickets finden
Wer fliegen möchte, steht bei der Buchung der Tickets vor der Qual der Wahl. Denn neben den Portalen der Fluggesellschaften gibt es zahlreiche Dienste, die bei der Suche nach der besten – oder günstigsten – Verbindung helfen können. Dazu gehören spezialisierte Suchmaschinen, aber auch KI. Der Einsatz künstlicher Intelligenz drängt sich regelrecht auf, schließlich geht es salopp formuliert um das stumpfe Vergleichen von in Datenbanken hinterlegten Zeiten und Preisen. Eine Aufgabe, in der die Maschine dem Menschen überlegen sein müsste.
Vor allem für diejenigen, die nur selten per Flugzeug reisen, dürfte die Homepage der Fluggesellschaft der erste und vermutlich einzige Anlaufpunkt sein. Ein möglicher Gedanke: Das Unternehmen wird schon am besten wissen, welche Verbindungen zu meiner Anfrage passen. Dabei übersehen Verbraucher, dass oftmals viele Wege zum Ziel führen. So bedient unter Umständen noch eine zweite Airline die Strecke. Oder es gibt neben dem Direktflug auch eine Umsteigeverbindung, die das Unternehmen nicht in den Suchergebnissen präsentiert.
- In einigen Fällen vermarkten Fluggesellschaften ihre Tickets auch über Suchmaschinen, etwa im Fall von Skyscanner.
- Alle drei von uns verwendeten KIs haben Web-Zugang und somit Zugriff auf Live-Daten, bei Gemini kommt die Verknüpfung mit dem hauseigenen Dienst Google Flug hinzu.
- Flugsuchmaschinen bieten mitunter mehr Verbindungen als die entsprechende Airline in ihrem eigenen Portal an.
Doch wie schlagen sich spezialisierte Suchmaschinen gegen KIs? Im Folgenden zeigen wir mit drei Beispielen, mit welch unterschiedlichen Ergebnissen Sie rechnen sollten. Zum Einsatz kamen Google Flug, ITA Matrix Airfare Search und Skyscanner sowie GPT-5.3 (ChatGPT), Claude Sonnet 4.6 (Claude) und Gemini 3 Deep Think (Gemini). Die Aufgaben: ein typischer Ferienflug zum möglichst günstigsten Zeitpunkt, eine USA-Reise mit klaren Vorgaben bezüglich des Umstiegs sowie eine Geschäftsreise mit Vorliebe für eine bestimmte Ausstattung der Maschine. Alle Preise sind als Gesamtkosten für alle Reisenden zu verstehen. Die Ergebnisse haben den Stand 9. März 2026.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „KI vs. Mensch: Günstige Flugtickets finden“.
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Künstliche Intelligenz
Google Groundsource: KI-Training mit 2,6 Millionen historischen Flutereignissen
Überschwemmungen sind eine tödliche Gefahr und oftmals schwer vorherzusagen. Künstliche Intelligenz könnte die Vorhersagen verbessern. Doch das Problem ist, dass geeignetes Trainingsmaterial bislang nicht in ausreichender Zahl vorlag. Hier will Google jetzt mit einem neuen Projekt namens Groundsource einen Beitrag leisten, indem es Nachrichtenartikel aus aller Welt in über 80 Sprachen auswertet und daraus geeignetes Datenmaterial extrahiert. 2,6 Millionen historische Flutereignisse wurden bereits als Open-Access-Datensatz veröffentlicht.
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Dass KI-Modelle aus dem Wissen um die Vergangenheit brauchbare Vorhersagen für die Zukunft treffen können, hat Google bereits mit seinem WeatherNext-Vorhersagemodell gezeigt – dessen Nachfolger WeatherNext 2 bereits deutlich höhere Geschwindigkeiten erreicht. Dass Googles KI-Modelle bei Hurrikan-Vorhersagen sogar menschliche Experten in den Schatten stellen können, bestätigten jüngst auch unabhängige Forscher.
Chaotische Datensituation
Anders als bei Wetterdaten war die Datensituation bei Flutereignissen deutlich chaotischer. Laut Google fehlt eine standardisierte Beobachtungsinfrastruktur. Bestehende Datenbanken wie die satellitengestützte Global Flood Database (GFD) und das Dartmouth Flood Observatory (DFO) erfassen vor allem große, langanhaltende Katastrophen und haben physikalische Grenzen. Andere Datensammlungen sind zu klein, um KI-Modelle im globalen Maßstab zu trainieren.
Die infrage kommenden Nachrichtenartikel mussten zunächst mit einem Bot gesammelt und per Cloud Translation API ins Englische übersetzt werden. Im nächsten Schritt wurde mit dem Gemini-LLM eine Klassifikation vorgenommen: Zwischen Berichten über Warnungen oder politische Debatten musste die KI jene über tatsächliche Ereignisse herausfiltern.
Die übrig gebliebenen Artikel wurden zeitlich und räumlich genau verortet und nach dem Abgleich mit der Google Maps Platform in eine Datenbank eingetragen. Bei manuellen Überprüfungen erwiesen sich 60 Prozent der extrahierten Ereignisse als in Ort und Zeitpunkt exakt korrekt; 82 Prozent waren für die praktische Analyse ausreichend genau, wie Google in einem Blogpost schreibt.
Vorhersagen bis zu 24 Stunden im Voraus
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Die Daten umfassen 2,6 Millionen Flutereignisse in mehr als 150 Ländern und einen Zeitraum vom Jahr 2000 bis heute. Besonders viele Daten liegen für den Zeitraum von 2020 bis 2025 vor, da die Zunahme digitaler Nachrichten hier zu einer höheren Datendichte geführt hat. Google gibt an, dass Ereignisse bis zu 24 Stunden vorhergesagt werden können. Die Vorhersagen werden über Googles Flood Hub bereitgestellt, das Risikohinweise für urbane Gebiete in mehr als 150 Ländern liefert und seine Daten auch mit Katastrophenschutzbehörden in den betroffenen Regionen teilt.
Allerdings gibt es einige Einschränkungen: Das Modell hat aktuell noch eine grobe räumliche Auflösung. Zudem fehlt eine Schnittstelle zu lokalen Radardaten zu Niederschlägen. Für Regionen, die keinen Zugang zu einer solchen Infrastruktur haben, ist das KI-Modell aber besser als nichts. Perspektivisch soll KI auch zur Vorhersage von Erdrutschen und Hitzewellen zum Einsatz kommen.
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(mki)
Künstliche Intelligenz
Fahrradbranche konsolidiert sich: Trekkingräder und Leasing bleiben Treiber
Die deutsche Fahrradwirtschaft, bestehend aus dem Zweirad-Industrie-Verband ZIV, dem Verbund Service und Fahrrad (VSF) und Zukunft Fahrrad, hat die Zahlen des deutschen Fahrradmarkts für das Jahr 2025 vorgestellt. Die Verbände hoffen in diesem Jahr nach einem weiteren leichten Umsatzeinbruch im Jahr 2025 auf bessere Geschäfte.
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Laut dem Verbund konnten 2025 Erlöse von 5,85 Milliarden Euro eingefahren werden. Diese entsprechen einem erneuten Rückgang um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, es handelt sich dabei um das schwächste Ergebnis seit dem Corona-Boom – der Umsatz liegt jedoch weiterhin deutlich über dem Vor-Corona-Niveau.
Absatz auf Vor-Corona-Niveau, Umsatz weit darüber
So befinde sich die deutsche Fahrradbranche beim Fahrrad- und E-Bike-Absatz in etwa wieder auf Vor-Corona-Niveau, der Umsatz liege indes noch immer sehr deutlich darüber. „Da hat sich tatsächlich ein neues Normal ergeben“, sagte ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork im Zuge der Pressekonferenz. „Die Fahrradwirtschaft hat den Schwankungen der vergangenen Jahre nicht nur standgehalten, sondern sich auf hohem Niveau konsolidiert,“ so der ZIV.
Die Stückzahl der verkauften Räder ging laut ZIV nur leicht von 3,9 auf 3,8 Millionen zurück. Der Marktanteil lag bei 52,7 Prozent für E-Bikes und 47,3 Prozent für klassische Fahrräder. Mit rund 2 Millionen verkauften E-Bikes blieb der Absatz auf hohem Niveau.
Zudem konnten Kundinnen und Kunden vor allem bei E-Bikes von hohen Rabatten profitieren, da der Durchschnittspreis um 3,8 Prozent auf 2550 Euro sank. Herkömmliche Fahrräder kosteten wie im Vorjahr im Schnitt 500 Euro. In fast allen Modellgruppen wurden die Preise durch Rabattaktionen gedrückt, dabei konnten hochpreisige Renn- und Gravelräder den Schnitt stabilisieren. Laut ZIV könnten die nach Corona sprunghaft gefüllten Lager weiter abverkauft werden, „ein normales Niveau dürfte bis Ende dieses Jahres wieder erreicht werden“, so der Verband.
Laut Burkhard Stork pendelt sich die Fahrradbranche auf einem stabilen Niveau ein: „Die Nachfrage nach Fahrrädern ist weniger konjunkturabhängig als oft angenommen. Insgesamt bleibt die Fahrradwirtschaft ein verlässlicher Garant für langfristige Wertschöpfung.“ Ferner hielt er fest, dass sich der Mix etwas verschiebe. Aktuell steige der Anteil klassischer Räder, während der E-Bike-Markt sich auf hohem Niveau leicht korrigiert.
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Trekkingräder besonders gefragt
Hinsichtlich der Modelle bleibt das Trekkingrad das beliebteste Fahrrad mit einem Marktanteil von 38 Prozent in Deutschland. Darauf folgt mit großem Abstand das Cityrad mit 14 Prozent, gefolgt vom Gravelbike mit einem Anteil von zehn Prozent. Lastenräder nehmen derweil einen Anteil von zwei Prozent des Marktes ein. Der Verband hält fest, dass Lastenräder ihre Position gefestigt haben.
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Schaut man nur auf die E-Bikes, liegen E-Mountainbikes mit 38 Prozent auf Platz 1, gefolgt von E-Trekkingrädern mit 24 Prozent, E-Cityrädern mit 19 Prozent und E-Lastenrädern mit 9,5 Prozent.
Wachstum bei Leasing und Refurbishment
Im Hinblick auf die Verkaufswege werden etwa zwei Drittel der Fahrräder über den stationären Fachhandel abgesetzt, weitere 24 Prozent über spezialisierte Online-Händler. Der Umsatz mit Fahrrädern im Fachhandel sank jedoch um 6,8 Prozent. Dabei blieben die durchschnittlichen Kaufpreise hoch: Kunden bezahlen im Fachhandel 1445 Euro für klassische Fahrräder und 3972 Euro für E-Bikes. Erfreulich ist laut dem Verbund Service und Fahrrad (VSF) die Entwicklung bei den Werkstattleistungen: Sie legten beim Umsatz um 13,5 Prozent zu, allgemein hofft der Verbund auf ein stärkeres Werkstattgeschäft. Die große Mehrheit der Werkstätten plane einen Ausbau der Service-Leistungen.
Ein relevanter Treiber der durchschnittlichen Preise pro Rad in den VSF-Betrieben stellt mit einem Umsatzanteil von knapp 42 Prozent das Dienstradleasing dar. Mit Zuschüssen von Arbeitgebern und Abgabevorteilen greifen Kunden öfter zu teureren und besser ausgestatteten Modellen. Jedoch war die Zahl der 2025 neu geleasten Diensträder mit 720.000 Rädern um fünf Prozent geringer als im Vorjahr. Nach Einschätzung des Verbands Zukunft Fahrrad nutzen nur elf Prozent der rund 22,6 Millionen Leasing-berechtigten Menschen die Möglichkeiten. Derzeit bieten laut Verband mehr als 340.000 Unternehmen ihren Mitarbeitenden Dienstradleasing als Benefit an.
Begleiterscheinung des Dienstradleasings sind Leasingrückläufer, die in den Refurbishment-Markt fließen. Die professionell aufbereiteten, oft hochwertigen Gebrauchträder nehmen laut ZIV inzwischen einen „nennenswerten Anteil am Gesamtmarkt“ ein. Seit 2023 ist den Daten der Verbände zufolge die Zahl der jährlich verkauften Refurbished-Räder um rund 192 Prozent gestiegen.
(afl)
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