Künstliche Intelligenz
Testflug von Starship V3 erfolgreich
Nach mehreren Verschiebungen hat die jüngste Version der Schwerlastrakete Starship V3 am Freitagabend ihren rund einstündigen Testflug erfolgreich absolviert. Beim insgesamt zwölften Test feierte das Unternehmen gleich mehrere Premieren: Es war der erste Start der bislang größten Starship-Version, der erste Start der neuen Super-Heavy-Trägerrakete, die mit neuen „Raptor-3“-Triebwerken ausgestattet war und die erste SpaceX-Rakete, die von der neuen, Pad 2 genannten Startrampe aufbrach. Außerdem hatte es als erstes Starship-Modell kleinere, unbemannte Begleitfahrzeuge dabei.
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Gut dokumentierter Flug
Das zweistufige System des Starships besteht im Wesentlichen aus einem rund 72 Meter langen Booster „Super Heavy“ und einer gut 52 Meter langen oberen Stufe aus Edelstahl (Starship). Raumschiff und Rakete sollen nach der Rückkehr auf die Erde wiederverwendet werden können. Obendrein soll sich das Starship V3 im Weltraum betanken lassen – wichtig für bevorstehende Weltraummissionen der US-Raumfahrtbehörde NASA.
Den Flug hat das Unternehmen mit Drohnen und Bordkameras auf seiner Webseite dokumentiert, das Video lässt sich auf der Webseite ansehen. Starship V3 startete um 17:30 Uhr Ortszeit vom SpaceX-Weltraumbahnhof in Texas. Beim Start zündete die Trägerrakete alle 33 Triebwerke, allerdings fiel eines davon während des Fluges aus. Nach etwa sechs Minuten trennte sich die Trägerrakete ab, führte ein Drehmanöver (Flip) durch und stürzte in den Golf von Mexiko. Das Starship flog weiter durch den Orbit und setzte dabei 20 Starlink-Satellitendummies ab. Außerdem setzte die Raumfähre noch kleinere Raumfahrzeuge mit Kameras auf der gleichen Flugbahn ab, die das Starship filmten.
Die Raumfähre drang zur Landung schließlich wieder in die Erdatmosphäre ein. Dabei testete es mit Kurvenflügen die Grenzen der hinteren Flugklappen und simulierte Manöver, die für künftige Missionen wichtig sind. Obendrein konnte das Unternehmen so Daten zur Leistung des Hitzeschildes sammeln. Das Starship drehte sich zum Schluss mit den eingebauten Triebwerken und landete nach einer Stunde und fünf Minuten wie vorgesehen im Indischen Ozean. Dass die Raumfähre zum Abschluss in einem großen Feuerball explodierte, mag einige Beobachter irritieren, war laut Unternehmen jedoch geplant.

Der geplante Verlauf des Starship-Testflugs.
(Bild: SpaceX)
Probleme beim Start
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Ganz fehlerfrei verlief der Test allerdings nicht. So fiel eins der Raptor-Triebwerke im äußeren Ring der Trägerrakete während des Starts aus unbekannten Gründen aus. Beim Flip-Manöver nach der Trennung konnte die Booster-Rakete obendrein nicht alle Triebwerke zünden. Das Manöver(„Boost Back“), mit dem die Rakete sich über den Schub der Triebwerke zurückschubsen sollte, endete daher vorzeitig. Schließlich schlug die Trägerrakete hart im Golf von Mexiko auf. Wie das Portal Ars Technica berichtete, fiel auch eine der sechs äußeren Triebwerke des Starships aus, kurz nachdem es sich von der Trägerstufe getrennt hatte.
Beide Raketenmodule sollen die Fähigkeit besitzen, sich bei einem vorzeitigen Triebwerksausfall wieder zu fangen. Das Starship ließ zur Kompensation seine verbleibenden Stufen etwas länger laufen, um die geplante Flugbahn zu erreichen. Die Boosterrakete stürzte jedoch mit hoher Geschwindigkeit ab, anstatt kontrolliert zu wassern.
(hze)
Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz bei Gericht: Wie die Justiz digital aufrüstet
Die Digitalisierung der Justiz nimmt Fahrt auf. Doch beim Thema Künstliche Intelligenz klaffen Erwartungshaltung und statistische Gewissheit auseinander. In Justizkreisen wird vermehrt moniert, dass algorithmische Textgeneratoren die Gerichte mit automatisierten Schriftsätzen fluten. Der Bundesregierung fehlen dafür aber Belege. In ihrer Antwort auf eine Anfrage der AfD-Fraktion erklärt sie, ihr lägen keine konkreten Erkenntnisse über eine aktuelle Zunahme von KI-generierten Anträgen vor. Systematische Erhebungen oder belastbare Zahlen dazu existierten nicht.
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Es sei bekannt, dass KI-Systeme im juristischen Alltag auch zur Formulierung von Schriftsätzen herangezogen würden, schreibt das federführende Bundesjustizministerium. Dabei handele es sich aber nicht um eine völlig neue Entwicklung.
Parallel treibt der Staat den Einsatz von KI auf der anderen Seite des Richtertisches voran. In der deutschen Justizlandschaft existieren zahlreiche Vorhaben, bei denen Algorithmen erprobt oder punktuell schon in den Echtbetrieb überführt wurden. Ziel ist es laut der Auskunft, die Justiz bei der Bewältigung ihrer Verfahrensberge zu entlasten und Prozesse zu optimieren. Der Fokus liege auf der Automatisierung gleichförmiger, standardisierter Arbeitsschritte. Dazu gehörten vor allem die automatisierte Anonymisierung von Urteilen, die Strukturierung von Verfahrensunterlagen sowie die Auswertung und Extraktion relevanter Daten.
Praxistest in den Bundesländern
Wie das in der Praxis aussieht, zeigen diverse Länderprojekte. Unter den Namen „Aleks“ in Niedersachsen und Bayern sowie „Jano“ in Hessen und Baden-Württemberg laufen einschlägige KI-Anwendungen zur Anonymisierung. Letztere ist im Dezember in der Zivilgerichtsbarkeit in den Regelbetrieb gegangen.
Die bisherigen Erfahrungen sollen positiv sein, da die Algorithmen bei Routineaufgaben bereits höhere Trefferquoten erzielten als die manuelle Bearbeitung. Ein weiteres Exempel ist das niedersächsische Vorhaben „Maki“. Es ist darauf ausgerichtet, den Umgang mit Massenverfahren zu erleichtern und die juristische Analyse von Akten und Schriftsätzen zu unterstützen.
Dass die Sorgen vor ungeprüften KI-Inhalten im Rechtsverkehr nicht unbegründet sind, zeigt ein aktueller Fall. Erfundene Aktenzeichen und frei halluzinierte Urteile in Rechtsmittelschriftsätzen sorgten für Ärger. Berliner Richter sahen sich daher gezwungen, die Anwaltschaft zu rügen.
Europäische Leitplanken
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Der Bundesregierung sind die mit KI-gestützten Entscheidungen verbundenen Risiken bewusst. Sie warnt vor Verzerrungen durch fehlerhafte oder unvollständige Daten, algorithmischen Blendwerken und der menschlichen Neigung, automatisierten Vorschlägen blind zu vertrauen. Auch mangelnde Nachvollziehbarkeit und Manipulationsanfälligkeit seien ein Thema. Um diesen Gefahren zu begegnen, griffen regulatorische Leitplanken.
Der Einsatz von KI in gerichtlichen und staatsanwaltschaftlichen Verfahren richte sich maßgeblich nach der KI-Verordnung der EU, heißt es aus dem Justizressort. Diese stufe solche Systeme zur Entscheidungsunterstützung konsequent als Hochrisiko-KI ein. Damit einher gingen gesetzliche Pflichten rund um Risikomanagement, Datenqualität, lückenlose Dokumentation, Cybersicherheit und menschliche Aufsicht.
Flankierend haben Bund und Länder voriges Jahr eine gemeinsame KI-Strategie für die Justiz verabschiedet, um eine rechtssichere und einheitliche Anwendung zu gewährleisten. Derzeit werden in diesem Rahmen Standards für Risikomanagementsysteme sowie verbindliche Leitlinien zu Daten-Governance und -qualität ausgearbeitet.
Menschliche Verantwortung
Über den technologischen Entwicklungen steht ein Dogma des deutschen Grundgesetzes: Der verfassungsrechtliche Rahmen der richterlichen Unabhängigkeit setzt der Automatisierung Grenzen. Die judikative Gewalt sei ausschließlich den gewählten Richtern vorbehalten, betont das Ministerium. Die endgültige Entscheidung in einem Rechtsstreit müsse so immer von einem Menschen getroffen und persönlich verantwortet werden. KI dürfe nur unterstützend agieren. Die menschliche Aufsicht diene als Kontrollmechanismus, um Fehlentwicklungen der Maschine rechtzeitig zu erkennen und zu korrigieren.
Damit das Justizpersonal überhaupt in der Lage ist, diese Funktion auszuüben, setzt die Exekutive auf gezielte Qualifikation. Kompetenzen zu den technischen, rechtlichen und ethischen Fragestellungen rund um die Technik sollen durch neue Aus- und Fortbildungsangebote gestärkt werden. Teil der nationalen KI-Strategie ist das Erstellen eines Kompetenzrahmens, um ein gemeinsames Verständnis zu etablieren und maßgeschneiderte Schulungsmaßnahmen abzuleiten.
Millionen für die Digitalsäule des Rechtsstaats
Finanziert und vorangetrieben wird der Wandel durch eine Kooperation zwischen Bund und Ländern. Die im Sommer 2025 beschlossene Strategie bildet das Fundament, das nach aktuellem Planungsstand bis Ende 2026 weitgehend umgesetzt sein soll. Der Bund beteiligt sich im Zuge seiner Digitalisierungsinitiative finanziell und fachlich an den KI-Vorhaben der Länder. Diese Anschubfinanzierung läuft ebenfalls bis Dezember.
Danach soll sich nahtlos der neue Pakt für den Rechtsstaat anschließen. Dessen sogenannte Digitalsäule sieht die weitere Förderung mit einer Laufzeit von drei Jahren vor. Ob und inwieweit zusätzlich gesetzgeberischer Handlungsbedarf im Bereich des europäischen Datenschutzrechts oder bei haftungsrechtlichen Fragestellungen zu automatisierten Verarbeitungen besteht, prüft die Exekutive noch.
(hze)
Künstliche Intelligenz
Papst veröffentlicht Enzyklika zu Künstlicher Intelligenz
Nach einem Jahr im Amt veröffentlicht Papst Leo XIV. an diesem Montag (11.30 Uhr) seine erste Enzyklika. In dem mehr als 100 Seiten langen Lehrschreiben mit dem Titel „Magnifica Humanitas“ (Großartige Menschheit) geht es um das Thema Künstliche Intelligenz. Die erste Enzyklika in der Amtszeit eines neuen Papstes gilt vielfach als eine Art Regierungserklärung für dessen Pontifikat.
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Leo ist seit Mai vergangenen Jahres das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken. Bei der Vorstellung im Vatikan wird der Papst selbst dabei sein – das gab es nach Angaben der katholischen Kirche noch nie. Der erste Pontifex aus den USA hatte sich in den vergangenen Monaten mehrfach schon zum Thema KI geäußert – sowohl zu Chancen als auch zu Risiken. Die Enzyklika wird vom Vatikan bislang jedoch strikt unter Verschluss gehalten.
Leo XIV. nimmt Bezug auf Sozialenzyklika seines Namensvetters
Bei dem Termin wird neben hochrangigen Kardinälen und Theologen auch der Mitgründer des KI-Konzerns Anthropic, Chris Olah, anwesend sein – auch das ein Novum bei der Vorstellung einer Enzyklika. Das Unternehmen mit Sitz in San Francisco liegt im Streit mit der US-Regierung unter Präsident Donald Trump, weil es seine KI-Modelle nicht in autonomen Waffensystemen und zur Überwachung der Zivilbevölkerung zur Verfügung stellen will. Trump hatte sowohl Anthropic als auch den Papst zuletzt mehrfach kritisiert.
Die Enzyklika trägt das Datum 15. Mai. An diesem Tag war es genau 135 Jahre her, dass Leos Namensvetter Leo XIII. seine Enzyklika „Rerum novarum“ („Über die neuen Dinge“) veröffentlichte. Damit legte der „Arbeiterpapst“ die Grundlagen für die katholische Soziallehre infolge der industriellen Revolution.
In einer Zeit, in der viele von einer „KI-Revolution“ sprechen, nimmt Leo XIV. darauf Bezug. Thema wird auch sein, ob KI-gestützte Maschinen in Kriegen und Konflikten allein über Leben und Tod entscheiden dürfen.
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(nen)
Künstliche Intelligenz
Acemagic Retro X5 im Test: Mini-PC mit Ryzen AI 9 im Design des Nintendo NES
Der Acemagic Retro X5 ist eine Ode an den Nintendo NES. Mit Ryzen AI 9, 32 GB RAM und Wifi 7 ist er stark ausgestattet. Wir haben ihn getestet.
Mit dem Acemagic Retro X5 schickt der Hersteller eine Liebeserklärung in Richtung Nintendo NES. Denn das gesamte Gehäuse ist dem Konsolenklassiker nachempfunden und kommt im grauen Gehäuse mit roten Zierelementen. Doch auch die Ausstattung des Mini-PCs ist keineswegs ewig gestrig, sondern ziemlich stark: Im Inneren darf ein AMD Ryzen AI 9 370 sein Werk verrichten neben 32 GB Arbeitsspeicher (RAM) und 1 TB SSD-Speicher. Doch das kostet angesichts von Speicher-Knappheit durch den KI-Boom – und auch ganz grundsätzlich – dann etwas mehr. Aktuell werden etwa 1050 Euro (Coupon anwählen) für den nostalgisch anmutenden Rechner fällig. Ob er das wert ist und sich ein Kauf lohnt, zeigt sich in unserem ausführlichen Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Ausstattung: Welche Hardware bietet der Acemagic Retro X5?
Im Acemagic Retro X5 sitzt ein AMD Ryzen AI 9 HX 370, der im Juni 2024 vorgestellt wurde und zur Strix-Point-Familie gehört. Er setzt auf einen Aufbau mit 12 Kernen bei 24 Threads, wovon vier große Zen-5-Kerne und acht kleinere Zen-5c-Kerne sind. Die Taktrate liegt zwischen 2,0 und 5 GHz. Die CPU ist im 4-Nm-Verfahren gefertigt, hat eine TDP von 28 W und 54 W im Turbo-PL2 sowie eine maximale Betriebstemperatur von 100 Grad. Mit seinem Aufbau von einer Leistung vergleichbar mit früheren Zen-3-Chips mit 16 Kernen auszugehen, wie dem Ryzen 9 7940HS. Als integrierte Grafikeinheit kommt die Radeon 890M zum Einsatz, welche mit bis zu 2900 MHz taktet.
Auch eine integrierte NPU (Neural Processing Unit) für KI-Anwendungen ist mit von der Partie. Die XDNA-2-NPU verfügt über eine Rechenfähigkeit von 50 TOPS (INT8), die gesamte CPU-Einheit kommt auf 80 TOPS.
Beim RAM bietet der X5 ordentliche 32 GB an DDR5-Arbeitsspeicher, welcher in Form von zwei SO-DIMM-Modulen mit 5600 MT/s vorhanden sind. Der Hersteller ist Kingfast, welcher hierzulande unbekannt ist, sich aber häufiger in Mini-PCs aus Fernost findet. Beim Speicher kommt eine 1 TB große SSD von Huawei zum Einsatz, welche auf den Modellnamen „eKitStor Xtreme 200E“ hört. Dabei handelt es sich um eine PCIe-4.0-NVMe im Formfaktor M.2-2280, welche ausweislich Crystaldiskmark mit 7117 MB/s liest und mit 6291 MB/s schreibt. Das sind gute Werte.
An Anschlüssen gibt es beim Retro X5 einmal USB4 auf der Vorderseite, HDMI 2.1 sowie Displayport 2.0. Damit hat der Mini-PC ziemlich viel, was der Markt so an zeitgemäßer Ausstattung bietet. Auf der Rückseite finden sich außerdem ein weiterer USB-C-Port nach USB 3.2 Gen2, der die Eingangsstromversorgung bereitstellen kann sowie zweimal 2,5G-LAN. Ansonsten gibt es vier USB-A-Buchsen nach USB 3.2 Gen1 und einen Rundhohlstecker für das beigelegte Netzteil als Alternative zu USB-C.
Drahtlos funkt der Mini-PC über Wifi 7 und Bluetooth 5.4 mit aktuellen Standards. Als WLAN-Chipsatz kommt ein Mediatek MT7925 zum Einsatz, für kabelgebundene Verbindungen der Realtek Gaming 2,5GbE Family Controller.
Performance: Wie schnell ist der Acemagic Retro X5?
Bevor wir zur Leistung des Systems und deren Einordung kommen, müssen wir einen Hinweis vorwegschicken: Der Büro-Benchmark-Klassiker hat Ende 2025 ein großes Update auf Version 2.x bekommen. Damit änderte sich der Workflow und Ergebnisse der neuen Version sind laut Entwickler UL Solutions explizit nicht mit denen von Workflow 1.x vergleichbar. Um die Vergleichbarkeit mit früheren Mini-PC-Tests dennoch aufrechtzuerhalten, führen wir bis auf Weiteres zwei Benchmark-Durchläufe durch – einen mit einer archivierten 1.x-Variante und einen mit Workflow 2.x.
Bei Workflow 1.x von PCMark kommt der Acemagic Retro X5 durchschnittlich auf 8022 Punkte, mit Ausreißern bei 7803 und 8147 Punkten. Bei Version 2.x sind es im Schnitt 8993 Punkte, mit Spitzen bei 8292 Punkten und 9397 Punkten. Das sind insgesamt hervorragende Werte und entsprechen einer Top-Leistung.
Beim Gaming-Benchmark 3DMark Time Spy erreicht das gesamte System einen Score von 3566 Punkten, welcher sich aus 3199 Grafik-Punkten und guten 10.205 CPU-Punkten zusammensetzt. Bei Cinebench 2024 erhält das System im Single-Core-Modus 119 Punkte und im Multi-Core beachtliche 1168 Punkte. Beim Cross-Plattform-Benchmark Geekbench 6 gibt es 2862 Punkte (Single-Core) und 14.607 Punkte (Multi-Core). Im OpenCL-Grafiktest erreicht die Radeon 890M starke 39.423 Punkte.
Acemagic Retro X5 – Bilderstrecke
Auch der NPU widmen wir uns über den Benchmark Procyon, wobei dazu gesagt sein muss, dass derartige NPU-Einheiten recht leistungsschwach sind und sich vor allem an kleinere Aufgaben richten. Dazu gehören etwa Berechnungen im Hintergrund, wie das Einfügen des eigenen Bildes auf einen virtuellen Hintergrund bei Videocalls. Hier arbeiten NPUs deutlich effizienter und sind somit weniger stromhungrig. In Procyon machen wir einen Durchlauf mit dem Kombi-Benchmark AI Computer Vision. Mit dem Workflow AMD Ryzen AI erreicht die NPU 1816 Punkte.
Weg von den rein synthetischen Benchmarks, hin zu echten Spielen – wie es sich für einen an einer Spielekonsole angelehnten Mini-PC gehört. Dazu testen wir die Spiele Anno 1800, Counter Strike 2 und Cities: Skylines 2. Bei Anno 1800 sind es in hohen Grafikeinstellungen und aktiviertem FSR-Upsampler (AMD Fidelity FX Super Resolution) stabil 30 FPS, in mittleren Optionen 52 bis 60 FPS. Der Ego-Shooter Counter Strike 2 läuft in sehr hohen Einstellungen mit stabilen und flüssigen 50 FPS, im Setting hoch allerdings noch besser zwischen 76 und 95 FPS auf der Karte Mirage. Cities: Skylines 2 hingegen ist nach wie vor sehr anspruchsvoll und kommt auch auf dem Retro X5 nicht über 10 FPS in mittleren Optionen, 15 FPS (niedrig) oder 20 FPS(sehr niedrig). Damit ist das Spiel nicht spielbar.
Verbrauch: Wie hoch ist die Leistungsaufnahme des Acemagic Retro X5?
Der Verbrauch des Acemagic Retro X5 liegt im im Idle zwischen 12 und 16 W, unter normalem Gebrauch bei 27 bis 34 W und unter Volllast bei bis zu 106 W.
Lüfter: Wie laut ist der Acemagic Retro X5?
Unter geringer Last laufen die Lüfter bei einer Lautstärke von 27 dB(A), gehen im Idle aber auch komplett aus. Unter Last drehen sie hingegen auf bis zu 38 dB(A) auf und sind damit sehr deutlich hörbar und nicht mehr als leise zu betrachten. Bei voller Auslastung des Systems bleibt die Temperatur dennoch stabil bei durchschnittlich 77 Grad.
Software: Welches Betriebssystem ist auf dem Acemagic Retro X5 installiert?
Auf dem Acemagic Retro X5 ist Windows 11 Pro in der Version 24H2 vorinstalliert. Zusätzliche Bloatware finden wir nicht und unser routinemäßiger vollständiger Virenscan endet ohne Auffälligkeiten. Auch der Betrieb von Linux klappt auf dem System, Secure Boot ist bereits ab Werk abgeschaltet und bereitet insofern bei der Installation keine Probleme. Wir testen das auf Ubuntu basierende Tuxedo OS und können dieses nach kurzer Einrichtung problemlos nutzen. Die Auflösung unseres Monitors wird direkt beim Start richtig erkannt, WLAN, Bluetooth und Audio funktionieren ohne Probleme. Einzig: Aus dem Stand-by wacht der PC nicht zuverlässig auf.
Gehäuse: Wie ist die Verarbeitung des Acemagic Retro X5?
Das Gehäuse des Acemagic Retro X5 gehört neben der starken Hardware zu den großen Highlights. Wie angeschnitten ist der Mini-PC im Stile eines Nintendo NES gehalten, was neben der Form auch durch die graue Farbe mit roten Elementen, wie beim Powerbutton, erreicht wird. Entsprechend ist das System ein echter Hingucker – und macht sich tatsächlich auch als Konsolenersatz am Fernseher gut. Die Verarbeitung ist tadellos, auch wenn das Gehäuse aus Kunststoff besteht – und wir gerade in diesem Preisbereich üblicherweise lieber hochwertige Aluminiumgehäuse sehen. Die Verpackung des PCs ist ebenfalls im Retro-Stil gestaltet und weckt im Team Begeisterung.
Zur Wartung oder dem Tausch von Komponenten kann man den PC von zwei Seiten öffnen: Unter den Gummifüßen auf der Unterseite befinden sich vier Schrauben, nach deren Lösen man den Gehäuselüfter erreichen kann. RAM und SSD sind hingegen von oben zu erreichen. Hierfür muss man an den Seiten über zwei Schieberiegel den Deckel entriegeln und seitlich herausziehen. Danach gelangt man an eine über vier Schrauben fixierte Zwischenplatte, die mit 8-Bit-Spielen nachempfundenen Illustrationen verziert ist. Alsdann hat man Zugriff auf die internen Komponenten. Hier hatten wir schon Mini-PCs, bei denen die Gehäuseöffnung leichter vonstattenging.
Preis: Was kostet der Acemagic Retro X5?
Normalerweise kostet der Acemagic Retro X5 bei Amazon 1400 Euro. Aktuell gibt es ihn jedoch nach Anwählen eines 350-Euro-Coupons für 1050 Euro.
Fazit
Der Acemagic Retro X5 ist ein allen voran mit seinem nostalgischen Design bezaubernder Mini-PC. Die dem Nintendo NES nachempfundene Optik und Verpackung sorgt in unserer Redaktion direkt für Begeisterung. Doch auch die interne Hardware um den AMD Ryzen AI 9 HX 370 kann im Test überzeugen mit hoher Leistung. Die Kühlung arbeitet effektiv und hält den Mini-PC auch bei längerer Last unter 80 Grad. Allerdings geht das mit hohen Lautstärkeemissionen einher, wenn der Lüfter aufdreht.
Die Anschlussausstattung ist absolut zeitgemäß und besticht vor allem mit USB4 sowie USB-C-Stromversorgung, HDMI 2.1 und Displayport 2.0. Kabellos gibt es mit Wifi 7 und Bluetooth 5.4 ebenfalls moderne Standards. Das Gesamtpaket geht allerdings mit einem recht hohen Preis einher, gerade in Zeiten der KI-Boom-bedingten Preissteigerung bei Flash-Speicher. Mit einem Preis jenseits der 1000 Euro ist der Acemagic Retro X5 ein ansprechender wie starker, aber auch kostspieliger Spaß.
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