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#TGIQF: Das Quiz rund um Satelliten-Navigation


In dieser Woche wurde bekannt, dass die amerikanische Mathematikerin Gladys West, eine der wichtigsten Entwicklerinnen der GPS-Navigation, im Alter von 95 Jahren verstorben ist. Zwar ist der Name den meisten Menschen kein Begriff, aber immer dann, wenn wir uns per GPS-Navigation auf dem Smartphone oder einem Gerät orientieren, nutzen wir das System, für das sie die Grundlagen geschaffen hat. Dazu ein kleines Quiz rund um Satelliten-Navigation.

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Zunächst profitierte nur das Militär von GPS, doch mit der Jahrtausendwende wurde das System auch für den privaten Gebrauch schlagartig attraktiv: Einerseits wurden GPS-Geräte immer kompakter und bezahlbarer, andererseits wurde eine Art Störsignal abgeschaltet, welches die Genauigkeit von GPS für zivile Anwendungen um den Faktor 10 auf 100 Meter verschlechterte.

Doch wie heißt GPS in voller Schreibweise? Das wollen wir von Ihnen wissen in unserem kleinen Nerdquiz zum Wochenende und um Gladys West, GPS und Co… Wer sich vorbereiten will, kann den Nachruf auf West lesen, oder sich mit dem älteren GPS-Jubiläumsartikel befassen.

In der heiseshow stellte Moderatorin Anna Bicker der Stammcrew drei Fragen vorweg: Dr. Volker Zota und Malte Kirchner hatten eine gute Orientierung und fanden größtenteils den richtigen Weg.

Sie können in Ruhe in 10 Fragen maximal 100 Punkte erreichen. Die Punktzahl kann gern im Forum mit anderen Mitspielern verglichen werden. Halten Sie sich dabei aber bitte mit Spoilern zurück, um anderen Teilnehmern nicht die Freude am Quiz zu verhageln. Lob und Kritik sind wie immer gern gelesen.

Bleiben Sie zudem auf dem Laufenden und erfahren Sie das Neueste aus der IT-Welt: Folgen Sie uns bei Mastodon, auf Facebook oder Instagram. Und schauen Sie auch gern beim Redaktionsbot Botti vorbei.

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Und falls Sie Ideen für eigene Quizze haben, schreiben Sie einfach eine Mail an den Quizmaster aka Herr der fiesen Fragen.


(mawi)





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YouTube gewinnt Rechtsstreit: Überwachungspflicht hat Grenzen


Ein US-Berufungsgericht in Atlanta hat die Haftungsprivilegien von Online-Portalen mit nutzergenerierten Inhalten gestärkt. Im Fall Athos Overseas Limited gegen YouTube hat der US Court of Appeals for the Eleventh Circuit konkret die Anforderungen an den „Safe Harbor“-Schutz im Sinne der US-Copyright-Gesetzgebung präzisiert und die Position von Plattform-Betreibern gefestigt.

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In dem Rechtsstreit warf Athos als Inhaber der Rechte an zahlreichen mexikanischen und lateinamerikanischen Filmklassikern YouTube vor, nicht genug gegen illegale Kopien auf dem Videoportal zu unternehmen. Zwar löschte der Betreiber Inhalte, für die Athos Löschanfragen stellte. Doch der Kläger führte ins Feld, dass YouTube durch diese Hinweise und die vorhandenen Filtertechnologien wie die fehleranfällige Lösung Content ID zwangsläufig Kenntnis von weiteren, ähnlichen Urheberrechtsverletzungen haben müsse.

Das Gericht wies diese Argumentation in seinem jetzt veröffentlichten Urteil vom 7. Januar zurück und bestätigte, dass YouTube weiterhin den Schutz des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) genießt (Fallnr.: 23-13156). Die Entscheidung dreht sich primär um den Schutzstatus, der Plattformen vor Schadensersatzforderungen bewahrt, solange sie nach Kenntnisnahme einer Rechtsverletzung zügig handeln.

Athos versuchte nachzuweisen, dass YouTube entweder tatsächliche Kenntnis von den Verstößen hatte oder zumindest Alarmsignale hätte erkennen müssen. Besonders die Filterwerkzeuge standen im Fokus: Athos behauptete, die Google-Tochter könne durch den Abgleich digitaler Fingerabdrücke (Hashes) automatisch alle Kopien eines Films identifizieren. Sie müsse diese daher auch ohne explizite Aufforderung löschen.

Die Berufungsinstanz folgte dieser Sichtweise nicht und stellte fest, dass die bloße Existenz von Filtertechnologien keine allgemeine Überwachungspflicht begründet. YouTube konnte überzeugend darlegen, dass Instrumente wie Content ID nicht vollautomatisch über die Rechtmäßigkeit eines Videos entscheiden können. Ein technischer Treffer bedeutet nicht zwangsläufig eine Copyright-Verletzung. Dem Richterspruch zufolge könnten Ausnahmen wie das Zitatrecht oder Lizenzen vorliegen, die eine rechtliche Prüfung erforderten. Da YouTube diese juristische Einzelfallprüfung nicht für Millionen von Uploads leisten könne, müssten Rechteinhaber weiterhin konkrete Verstöße melden.

Zudem stellte das Gericht klar, dass für den Verlust des Haftungsprivilegs eine Kenntnis von spezifischen Rechtsverletzungen vorliegen muss. Eine vage, allgemeine Wahrnehmung, dass auf einer Plattform auch urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Erlaubnis geteilt werden, reicht nicht aus, um den Betreiber haftbar zu machen. Damit bleibt laut dem Fachblog The IPKat das Gleichgewicht gewahrt, das der US-Gesetzgeber mit dem DMCA beabsichtigt habe: Plattformen sollen innovative Dienste anbieten können, ohne durch immense Kosten für eine lückenlose Vorab-Überwachung in ihrer Existenz bedroht zu werden.

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Für Rechteinhaber bedeutet die Ansage, dass sie das „Whack-A-Mole-Spiel“ – das mühsame Melden jeder einzelnen Kopie – in den USA nach wie vor durchziehen müssen, sofern sie nicht die von den Plattformen angebotenen Management-Tools nutzen. Athos hatte die Nutzung von Content ID aufgrund der Vertragsbedingungen abgelehnt und stattdessen eine Anwaltskanzlei mit der manuellen Suche beauftragt. Die Richter heben hervor, dass ein solches Vorgehen die Beweislast für eine vermeintliche Untätigkeit der Plattform nicht auf den Betreiber verschieben kann.

In der EU ist die Rechtslage strenger. Während YouTube in den USA nach dem DMCA primär erst nach einem konkreten Hinweis reagieren muss („Notice-and-Takedown“), sieht die EU-Urheberrechtsrichtlinie eine direktere Verantwortlichkeit vor. Prinzipiell gelten große Plattformen damit rechtlich selbst als „Nutzer“ der Inhalte.

Sie sind also grundsätzlich verpflichtet, Lizenzen für die hochgeladenen Werke zu erwerben. Können sie keine vorweisen, haften sie in der Regel für Urheberrechtsverletzungen. Ausnahme: Sie können „bestmögliche Anstrengungen“ nachweisen, um die Verfügbarkeit geschützter Inhalte zu verhindern. In der Praxis führt dies in der EU fast unweigerlich zum Einsatz von Upload-Filtern. Die Betreiber wollen damit proaktiv verhindern, dass bereits gemeldete Werke erneut hochgeladen werden.


(mki)



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Weitere AMD Ryzen 7 9800X3D fallen aus


Die ungewöhnlich häufig auftretenden Defekte bei AMDs Desktop-Gaming-Prozessor Ryzen 7 9800X3D sind weiterhin ein Problem. Stand letztes Jahr vor allem der Mainboard-Hersteller Asrock im Fokus, ist es jetzt Asus. Im Januar berichteten fünf Nutzer mit verschiedenen Asus-Platinen über ausgefallene 9800X3D-CPUs auf Reddit.

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Fünf Defekte bei Tausenden Prozessoren im Einsatz wären erst einmal nicht sonderlich verwunderlich. Allerdings deutet die spontane Häufung auf Probleme hin. Zumal viele potenziell Betroffene nicht gleich online von Defekten berichten dürften.

Asus nimmt die bekannten Fälle zum Anlass, eine Untersuchung zu starten. In einer Stellungnahme schreibt der Hersteller:

„Wir sind uns der jüngsten Berichte über CPUs vom Typ AMD Ryzen 7 9800X3D und Asus-AMD-800-Serie-Motherboard bewusst und haben umgehend eine interne Überprüfung eingeleitet. Unsere Teams führen vorbeugende Überprüfungen der Produktkompatibilität und -leistung durch und arbeiten eng mit AMD zusammen, um gemeldete Fälle zu validieren und die fortlaufende Stabilität und Qualität sicherzustellen. Wir sind bestrebt, zeitnahe Lösungen anzubieten, um sicherzustellen, dass unsere Produkte und Dienstleistungen den erwarteten Standards entsprechen.

Benutzern wird außerdem empfohlen, ihr Asus-AMD-800-Serie-Motherboard über Asus EZ Flash oder BIOS-Flashback auf das neueste BIOS zu aktualisieren, um die Systemstabilität zu gewährleisten. Wir bieten eine offizielle FAQ zum technischen Support mit detaillierten Anweisungen.

Kunden, die betroffen sind oder Bedenken haben, werden gebeten, sich an den Asus-Kundendienst zu wenden, um direkte Unterstützung zu erhalten. Wir nehmen diese Angelegenheit ernst und schätzen das Vertrauen unserer Kunden. Wir verpflichten uns weiterhin zu Transparenz und möchten sicherstellen, dass unsere Produkte mit Vertrauen verwendet werden können.“

In den Berichten kamen drei verschiedene Mainboards zum Einsatz: je zweimal das Crosshair X870E Hero und ROG Strix X870E-E Gaming und einmal das TUF B850M-Plus Wifi. Bei Prozessordefekten zeigen Asus-Mainboards mit Debug-LEDs häufig den Fehlercode 00 an.

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Schon Anfang 2025 gab es Fälle von defekten Ryzen 7 9800X3D auf Asus-Mainboards, allerdings nur vereinzelt. Bis zum Frühling 2025 sammelte ein Reddit-Nutzer über 150 bekannte Berichte, darunter 130 mit Asrock- und 20 mit Asus-Platinen. Asrock hat seitdem mehrere BIOS-Updates veröffentlicht, die die Fehlerquote deutlich reduziert haben.

AMDs X3D-Prozessoren reagieren empfindlicher als andere Prozessoren auf Spannungen und hohe Abwärme, weil sie Compute-Chiplets mit den CPU-Kernen und Cache-Chiplets übereinanderstapeln. Bei der 9000er-Serie befinden sich die Cache-Chiplets erstmals unter und nicht über den CPU-Kernen. Unter den aktuellen X3D-Modellen verkäuft sich der Ryzen 7 9800X3D mit Abstand am häufigsten, sodass Probleme bei dem Modell am stärksten auffallen.

Bei den meisten Fehlerberichten kommt Übertakterspeicher mit Extended Profiles for Overclocking (EXPO) zum Einsatz. Womöglich legen Mainboards hier zu hohe Spannungen an; AMD kritisierte vergangenen Sommer bereits Mainboard-Hersteller für nicht eingehaltene Empfehlungen. Eine etwaige Degradierung des Siliziums zeigt sich unter Umständen erst nach monate- oder jahrelanger Nutzung.


(mma)



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Ein echter Roboter für 343 Euro


Wozu soll denn bitte ein Roboter für den Schreibtisch gut sein? Die Antwort darauf gibt’s im c’t-3003-Testvideo zu Reachy Mini von Hugging Face beziehungsweise Pollen Robotics.

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(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)

Guckt mal hier, ich habe jetzt einen Roboter auf dem Schreibtisch stehen! Der heißt Reachy Mini, ist komplett Open Source und hat mich inklusive Versand und Steuern 343 Euro gekostet. Ja, guckt mal, Reachy erkennt mich und begrüßt mich, ich kann Radiosender mit seinen Antennen einstellen, ich steuere ihn mit meinem Finger und tanzen kann er auf jeden Fall besser als ich. Ja, was soll ich sagen: Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal mit einem Technik-Gadget so viel Spaß hatte.

Und ihr denkt jetzt vielleicht: Hä, testen die bei c’t 3003 jetzt Spielzeug? Also, würden wir durchaus. Aber Reachy ist meiner Meinung nach alles andere als ein Spielzeug. In diesem Video sage ich euch, warum, und ich zeige euch, was man alles damit machen kann. Bleibt dran.

Ja, Reachy Mini, meinen neuen Roboterfreund, den habe ich lustigerweise in unserem eigenen c’t-3003-Newsletter entdeckt, den ich meistens nicht mehr selbst schreibe, sondern das macht mein Kollege Jonathan. Und der ist in Sachen Robotik und KI offenbar manchmal besser informiert als ich – oder schneller auf jeden Fall. Ich habe jedenfalls vorher noch nie von dem Ding gehört und im Newsletter davon gelesen und habe ihn dann sofort bestellt. Im Juli 2025 war das. Mich hat vor allem das putzige Aussehen überzeugt, aber auch weil ich den Hersteller Pollen Robotics kenne und schätze. Das ist ein Roboterhersteller aus Frankreich, der kürzlich von Hugging Face gekauft wurde. Wenn ihr mal was mit Machine Learning oder lokaler KI gemacht habt, kennt ihr die vielleicht. Da werden zum Beispiel die ganzen KI-Modelle von den lokalen LLMs gehostet.

Naja, ich habe auf jeden Fall auch mal peinlicherweise auf einer Roboterveranstaltung in Frankreich so einen großen Reachy-2-Roboter von Pollen vielleicht so ein bisschen kaputt gemacht. War aber wirklich ein Versehen, aber vermutlich war das der Grund, warum die auf meine Anfrage nach dem Testmuster nicht geantwortet haben. Naja, ich habe den Reachy Mini dann also ganz normal bezahlt und ganz normal gekauft und das Ding kam jetzt an in einem ziemlich kleinen, aber dafür umso schwereren Paket. Und da wusste ich auf jeden Fall noch nicht, was da auf mich zukommt, was das Ding so alles kann. Hat mich echt positiv überrascht, da komme ich gleich aber noch zu.

Was man auf jeden Fall vorher sagen muss: Man kann den nur als Bausatz kaufen. Tatsächlich ist das auch nicht einfach nur ein paar vorbereitete Module zusammenstecken, sondern das sind zum großen Teil wirklich Standardbauteile. Dass da in dem Handbuch drinsteht, dass der Aufbau drei Stunden braucht, das hat mir tatsächlich erst ein bisschen Angst gemacht. Aber ganz ehrlich, am Ende hat das richtig, richtig Spaß gemacht. Also wenn ich so überlege, hätte ich direkt noch mal Lust, so ein Ding zusammenzubauen. Also ich kam mir auf jeden Fall – also ich als jemand, der nicht wirklich viel Erfahrung mit Elektronikbasteleien hat – sehr clever vor.

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Und das Handbuch, wow, also für so ein kleines Serien-Gadget extrem gut gemacht und auch schön, dass es das nicht nur als PDF gibt, sondern richtig gedruckt im Karton. Ich wusste immer genau, was zu tun war. Es wurden auch oft häufige Fehler direkt proaktiv angemerkt bei den Arbeitsschritten, also dass man direkt weiß, da müsste man besonders aufpassen. Man bekommt direkt beim Aufbauen ein richtig gutes Gefühl dafür, wie Roboter funktionieren. Und ich habe auch direkt was Neues gelernt, nämlich was eine Stewart-Plattform ist, also was eigentlich heute Hexapod heißt, mit sechs Motoren, die sich jeweils immer nur in eine Richtung bewegen können. Und ja, damit wird Reachys Kopf bewegt.

So, also jedenfalls alles fertig gebaut und was jetzt? Ja, ich habe die Lite-Version gekauft. Die braucht zwingend einen per USB angeschlossenen Computer. Es gibt auch noch eine Wireless-Variante mit Raspi 4 und Akku an Bord, aber die kostet 150 Euro mehr. Weil das Ding eh stationär ist, dachte ich mir, ich habe eh in jedem Raum einen Computer stehen, ist egal. Auf jeden Fall Rechner dran. Dann habe ich mir die Desktop-Steuerung runtergeladen. Die braucht man nicht, kann man auch direkt alles über das SDK machen. Aber so ist es viel komfortabler. Das Ding heißt auf jeden Fall Reachy Mini Control, gibt es für Linux, macOS und Windows. Und ja, ich muss sagen, hat mich wirklich direkt beeindruckt, weil das Teil wirklich sehr poliert aussah. Es hat so eine richtig schöne Science-Fiction-mäßige Startanimation. Und dann laufen da die ganzen Motor-Checkups durch. Und dann kann man auch direkt so Apps starten. 13 Stück gibt es offiziell vom Hersteller, also heute. Aber wenn man hier den Haken bei „Official“ wegnimmt, dann sind es – also während ich das Video aufnehme – 69 und es werden wirklich täglich mehr zurzeit.

Aber jetzt mal ganz kurz, ganz stumpf technisch: Was kann der physisch, der Reachy? Also der Reihe nach. Er kann sehen. Konkret ist da eine Raspberry Pi Camera V3 eingebaut mit 12 Megapixeln Auflösung. Er kann hören mit dem 4er-Mikrofon-Array. Er kann sprechen oder singen mit dem 5-Watt-Soundsystem. Und bewegungsmäßig kann er auf der Stelle rotieren. Er kann seinen Kopf über diesen erwähnten Hexapod in alle Richtungen bewegen und er kann die beiden Antennen unabhängig voneinander bewegen. Die Software kennt tatsächlich immer die Position aller Motoren. Eigentlich sind das Aktoren, also Smart-Aktoren, konkret Dynamixel-Servomotoren. Und man kann hier in der Desktop-Software auch ganz schön sehen, wenn ich da dran rumdrücke und den Roboter bewege, dann verändert sich das Rendering hier in Echtzeit. Also die Software weiß immer, wo sie sich befindet. Und das Coole ist, dass man die Motoren auch weich schalten kann, also dass die nachgeben sozusagen. Und dann lässt sich damit so etwas wie Motion Capturing machen. Ich kann Reachy Mini so marionettenmäßig Bewegungsabläufe beibringen. Auch übrigens mit Ton. Ich kann dabei auch Sachen sagen.

Und das Spannende dabei: Alleine die Dynamixel-Servos, die dabei liegen, würden auf dem freien Markt schon 450 Euro kosten. Also über 100 Euro mehr, als ich für das ganze Paket bezahlt habe. Und wenn man sich die Motoren auf freiem Markt kauft, dann ist da natürlich noch kein Gehäuse dabei, keine Kamera, keine Mikrofone. Also das ist tatsächlich preislich ein wirklich, wirklich gutes Angebot und auch wirklich sehr knapp kalkuliert, muss das sein. Womöglich sogar von Hugging Face subventioniert. Und die sind ja wegen des völlig von der Realität abgekoppelten KI-Booms ganz gut mit Risikokapital finanziert. Also wer weiß.

So, aber jetzt natürlich die wichtigste Stelle des Videos, auf die ihr alle hinfiebert: Was kann das Ding Sinnvolles? Wozu ist das überhaupt gut? Und meine Antwort ist: Für nichts. Nein, das stimmt natürlich nicht. Nee, je nachdem. Ich finde es total sinnvoll, aber es kann erstmal nichts Sinnvolles. Denn es geht darum, dass ihr und ich lernen können, wie man für Roboter entwickelt und wie man Roboter programmiert. Und da das Ding sehr viel mitbringt, was echte, große Roboter auch mitbringen, würde ich das so einschätzen, dass sich das wirklich auch extrem gut übertragen lässt. Pollen hat ja mit Reachy 2 auch einen großen Roboter mit Armen im Programm und für den lässt sich nahezu genau auf die gleiche Weise entwickeln wie Reachy Mini. Die nutzen auch beide das genau gleiche SDK.

Und jetzt sagt ihr vielleicht: SDK, was ist das eigentlich und kompliziert und Softwareentwicklung? Ich kann auch nicht wirklich gut programmieren, aber wir haben 2026, No-Code ist das Ding und ich habe da auch überhaupt keine Sicherheitsbedenken bei so einem Roboter, der bei mir einfach am Schreibtisch steht. Und ich habe es dann einfach mal ausprobiert mit Claude Code, das habe ich benutzt, und habe gesagt, hey, ich möchte aus Reachy gerne Grüßy machen, den Grüßroboter. Das heißt, er soll irgendwo am Eingang stehen, also weiß ich nicht, im Büro zum Beispiel, und dann unterschiedliche Menschen erkennen und je nach Tageszeit mit Namen begrüßen. Und ganz wichtig, das soll alles lokal passieren. Ich habe kein Interesse daran, dass das Ding die ganze Zeit ein Video streamt, irgendwie so um AI schickt mit allen Leuten, die da bei mir vorbeikommen. Vor allem wäre das auch teuer, so über deren API, aber da sage ich gleich noch konkret was zu.

Ja, und dann habe ich Claude Code einfach einen Link auf die Reachy-Dokumentation gegeben und dann hat er sich das reingezogen und dann hat er losgelegt. Und ja, was soll ich sagen, das hat erstaunlich gut funktioniert. Ich werfe da ein paar Bilder der Leute drauf und wenn die jetzt in den Raum kommen, begrüßt Reachy die mit Namen und das funktioniert alles lokal. „Guten Abend, Kino.“ Also, ist ein bisschen zeitverzögert, das ist ja in dem Fall gar nicht mal so problematisch.

Ich habe auch so eine Konversations-Laber-App, Vibe, gekodet, die auch lokal läuft, wo dann erst das, was ich sage, über Whisper transkribiert wird, dann an ein lokales LLM geschickt wird und dann die Antwort aus dem Reachy-Lautsprecher über die Sprachsynthese-Bibliothek Piper ausgegeben wird. Ah, boah, das ist super langsam. Man muss auch manuell mit so einem Aufnahmeknopf im Browser-Frontend da rumfummeln und naja, ist nicht so richtig cool.

Hey, kannst du was Cooles sagen auf Englisch? „Hallo, ich bin Reachy Mini, ein kleiner expressiver Roboter von Pollen Robotics. Teuer ein Spinett Osage in Englisch. Hello World!“ Die offizielle Konversations-App zapft einfach die OpenAI API an, also die sogenannte Real-Time API, und ja, das funktioniert viel besser. „Yo Reachy, altes Haus, kannst du bitte nur plattdeutsch mit mir reden?“ Klar, ich snack nur platt mit dir. Was gibt das für dich? Kannst du wohl ein bisschen tanzen? Aber das Ding hat in meinen ungefähr 20 Minuten Nutzung über 5 Euro Kosten angesammelt. Also das lag auch daran, weil das Reachy-Kamerabild auch übertragen und ausgewertet wurde. Kannst du sehen, was ich mache? „Jo, nun kann ich mitkicken. Wenn du was zeigen willst, kannst du das ruhig machen.“ Also finanziell würde ich sagen, ist das auf Dauer nicht so richtig nachhaltig. Obwohl es tatsächlich erstaunlich gut funktioniert. Also auch das GPT-5 über dieses MCP-Protokoll, da haben wir ja schon mal ein Video drüber gemacht, wo die Roboterbewegung steuern kann. Man kann also einfach so locker sagen: „Hö, bewegt doch mal den Kopf nach links.“ Und zack, macht er das. „Bewegt den Kopf nach links.“

Was ich auf jeden Fall sehr interessant fand: Alle verfügbaren OpenAI-Stimmen passten null zu so einem kleinen süßen Roboter. Hört mal. Da konnte ich auf jeden Fall mit meiner lokalen Variante und mit Piper deutlich überzeugendere Ergebnisse hinkriegen, finde ich.

Es gibt aber außer so „ich will mit meinem Roboter reden“ auch wirklich etliche andere kreative Anwendungen, die ohne Cloud-KI auskommen. Zum Beispiel hier Reachy Mini Radio, wo man mit der Antenne unterschiedliche Webradiosender auswählen kann. Richtig cool ist auch die riesige mitgelieferte Emotionsbibliothek. Die kann man sich hier zum Beispiel mit der Emotions-App angucken und hat dann hier in so Kreisen und da kann man dann so unterschiedliche Emotionen auswählen. Und ich finde das wirklich ganz überzeugend und natürlich ganz wichtig: Tanzen.

Die Software-Plattform, das muss man auch ganz deutlich sagen, die ist noch sehr frisch. Also heute zum Beispiel ist die Kontrollsoftware dreimal geupdatet worden und hat zwischendurch auch einfach mal gar nicht funktioniert, was natürlich blöd ist, wenn man da gerade dran rumbastelt an dem Roboter. Also alles wirklich sehr, sehr Work in Progress, muss man bedenken. Aber auch ganz klar ist: Reachy gehört für mich zu den ausdrucksstärksten Robotern, die ich bislang gesehen habe. Da kann man richtig mit Persönlichkeit arbeiten.

Was man aber auch noch sagen muss: Reachy kann halt natürlich nicht woanders hingehen. Da sind keine Beine oder Räder dran. Und obwohl er Reachy heißt, kann er nichts „reachen“, also nix greifen. Aber ey, tut mir einen Gefallen, kommt mir jetzt bitte nicht mit diesem für mich absoluten Anti-Wort „Spielerei“. Denn das ist keine Spielerei, denn ich weiß nicht, wie ich auf andere Weise so viel in so kurzer Zeit über die ganz konkrete Nutzung und Entwicklung von modernen Robotern hätte lernen können. Ja, und auch über Bilderkennung zum Beispiel. Dafür muss man natürlich ein Interesse haben, ist klar. Oder halt eine konkrete Anwendung, die man mit Reachy umsetzen will. Ist das beides nicht vorhanden, dann braucht man Reachy natürlich nicht. Und also als reines Deko-Objekt sind 343 Euro natürlich auch viel zu viel.

Interessiert ihr euch aber für Roboter und sind beim Gucken dieses Videos bei euch direkt tausend Ideen rausgesprudelt, was man mit dem lustigen Gesellen alles anstellen kann, dann kann ich euch Reachy Mini wirklich doll ans Herz legen. Ich habe auch das Gefühl, dass die Community da gerade sehr aktiv wird und da gerade sehr viele interessante Sachen entstehen. Also ich bleib da auf jeden Fall dran. Schreibt mir gerne in die Kommentare, was ihr damit machen würdet. Interessiert mich wirklich sehr. Ich werde da sicherlich auch noch etwas mehr in unserem Podcast c’t 4004 drüber reden. Wenn euch das interessiert, gern reinhören. Tschüss.

c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.


(jkj)



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