Künstliche Intelligenz
„The Secret Agent“ im Heimkinotest: Wer hat Angst vorm Pixelbrei?
Viele Cineasten haben es schon kritisiert: Moderne Drehbücher werden immer einfältiger, nehmen Zuschauer an die Hand und lassen die Figuren jede Banalität mehrfach erklären. Sie sollen der Handlung leicht folgen, selbst wenn sie nebenbei bügeln oder auf ihrem Smartphone daddeln. Speziell bei Netflix grassiert diese Infantilisierung zu Hörspielfilmen.
Da ist es umso erfrischender, wenn Regisseure wie Kleber Mendonça Filho Zuschauer nicht für dumm verkaufen, sondern sie über die Bilder selbst nachdenken lassen. Das Drama „The Secret Agent“ entführt Zuschauer ins Jahr 1977 nach Brasilien, wo während der Militärdiktatur Korruption und Auftragsmorde an der Tagesordnung standen, sodass politisch Verfolgte in den Untergrund abtauchen mussten. Mit seiner verschachtelten Handlung und zum Teil surrealen Szenen vermittelt der Film einen Eindruck von der damaligen Paranoia und lässt lange rätseln, wer Freund und wer Feind ist – und ob man der Hauptfigur Armando (Wagner Moura) tatsächlich vertrauen kann.
Doch trotz des Erfolgs bei Kritikern veröffentlicht der deutsche Vertrieb Port au Prince den Film lediglich auf DVD in PAL-Auflösung. Für eine HD-Version muss man zum Stream greifen, etwa bei Apple TV/iTunes – eine Version auf Blu-ray Disc ist nicht verfügbar. In dieser Analyse geben wir spoilerfreie Einblicke in den intelligenten Aufbau des Films, der seine Geheimnisse oft erst beim zweiten oder dritten Durchgang offenbart, und klären in der Bild- und Tonanalyse ab Seite 3, ob Sammler trotz der niedrigen Auflösung zur DVD greifen sollten oder mit dem Stream in HD besser fahren.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „„The Secret Agent“ im Heimkinotest: Wer hat Angst vorm Pixelbrei? „.
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Digitale Souveränität in der Praxis: Strategien, Fallstudien, Know-how
Thema des IT Summit 2026 ist Digitale Souveränität – mit einem Fokus auf der konkreten Umsetzung. IT-Verantwortliche erfahren auf der zweitägigen heise-Konferenz, wie sie die theoretischen Debatten um mehr Unabhängigkeit hinter sich lassen können, um konkrete Maßnahmen für mehr Souveränität zu ergreifen. Dabei setzt die Konferenz drei thematische Schwerpunkte: souveräner Arbeitsplatz, souveräne KI und souveräne Infrastruktur. Neben Experten, die unterschiedliche Aspekte von Digitaler Souveränität beleuchten, strategische Ansätze aufzeigen und freie Alternativen diskutieren, erläutern Unternehmen in Fallstudien ihre Strategien und erfolgreiche Projekte.
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So präsentiert die Evangelische Kirche Rheinland ihren souveränen, nutzerzentrierten Arbeitsplatz auf Open-Source-Basis, mit dem über 17.000 Nutzer arbeiten. Die Finanz Informatik zeigt, wie sie mit on Premises betriebenen Open-Source-Modellen KI-Assistenzsysteme und KI-Agenten für 200.000 Sparkassen-Arbeitsplätze bereitstellt. RÖDL, eine große, international tätige deutsche Prüfungs- und Beratungsgesellschaft, erläutert ihren Weg zur souveränen KI über eine Plattform, die lokale KI und KI aus der Cloud kombiniert. Das Systemhaus Menzel IT berichtet von den Erfahrungen, die sie bei verschiedenen Kunden bei der Umstellung von VMware auf Proxmox gemacht haben.
Risikomanagement, Ökonomie und Politik
In seiner Keynote zeigt Ralf Kleinfeld, CISO von OTTO, wie Digitale Souveränität mit Methoden des Risikomanagements zu einer gestaltbaren Aufgabe wird. Barbara Engels vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln beleuchtet die Ökonomie Digitaler Souveränität. Thomas Jarzombek, parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium, beschreibt Digitale Souveränität als strategische Notwendigkeit – für mehr Unabhängigkeit, mehr Resilienz und mehr Europa.
Das von der iX-Redaktion kuratierte vollständige Programm finden Sie auf der Website des IT Summit. Die heise-Konferenz findet am 24. und 25. November in München im Nemetschek Haus statt. Bis Anfang Oktober sind noch ermäßigte Frühbuchertickets verfügbar.
(odi)
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Probefahrt mit dem Lynk & Co 02: Der Preis bleibt Argument Nummer 1
Ein großer Traum ist geplatzt: Viele Autohersteller wollten Händler maximal noch als Vermittler sehen, manche nicht einmal mehr als das. Im Idealfall sollte der Vertrieb allein über das Netz Gewinne an die Hersteller binden, statt den Erlös teilen zu müssen. Zumindest aktuell und auf den deutschen Markt scheint das Experiment vorerst beendet zu sein: Ohne eine Händlerstruktur wird es schon für die Großen in der Branche nicht einfach, wenig bekannte Marken wie Lynk & Co haben ohne Ansprechpartner in der Fläche kaum eine Chance, einen nennenswerten Absatz zu generieren. Dabei lohnt sich ein Blick auf solche Anbieter für kostenbewusste und risikobereite Interessenten durchaus, wie eine Proberunde mit dem Lynk & Co 02 zeigt.
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Lust am Risiko
Anfang Juli 2026 hat Lynk & Co in Deutschland 20 Händler unter Vertrag, die in der Regel noch weitere Marken verkaufen. Bei den aktuellen Absatzzahlen ist das anders schlicht nicht möglich, denn irgendwer muss Rechnungen begleichen können. Die Verteilung ist noch recht ungleichmäßig. Am dichtesten ist sie in Nordrhein-Westfalen, in den östlichen fünf Bundesländern gibt es nur zwei. In der Hauptstadt gibt es keinen Händler. Interessenten können also je nach Wohnort einen Lynk & Co in der Nähe oder eine Anfahrt von mehr als 150 km vor sich haben. Sollte der Vertragspartner in ein paar Jahren aufgeben, kann das unter Umständen ziemlich unangenehm werden. Es gehört also eine gewisse Lust am Risiko zu einem solchen Kauf.

Der Lynk & Co 02 ist mit 4,46 m etwa so lang wie ein Skoda Elroq.
(Bild: Lynk & Co)
Dessen ist sich natürlich auch Lynk & Co bewusst und zieht die üblichen Magnete aus der Tasche. Der 02, der sich die technische Basis mit Volvo und Smart teilt, ist schon in der Basisausführung für knapp 36.000 Euro ordentlich ausgestattet. Dinge wie ein großes Glasdach, ein komplett ausgestattetes Infotainmentsystem und allerlei Assistenten sind inklusive. Seltsam erscheint die Entscheidung, diese Ausführung nur in drei Farben anzubieten und ihm die Wärmepumpe vorzuenthalten. Für die Version „More“, die 4000 Euro Aufpreis kostet, steht dann eine vierte Farbe zur Wahl: rot. Die dann gereichte Ausstattung umfangreich zu nennen, wäre schamlos untertrieben: Elektrisch verstellbare Kunstledersitze, Soundsystem von Harman/Kardon und eine 360-Grad-Kamera-Perspektive gehören dann dazu. Wer das näher einordnen mag, kann sich zum Vergleich einen ähnlichen Umfang in einen Peugeot e-3008 konfigurieren. Der Unterschied beim Listenpreis ist fünfstellig.
Austauschbares Design
Außen mag das Heck noch eine gewisse Eigenständigkeit ausstrahlen, vorn und auch im Innenraum wirkt der 02 wie so viele chinesische Anbieter austauschbar. Fast die komplette Bedienung wird auf den Bildschirm verlagert, was vom Nutzer die Bereitschaft erfordert, sich damit eingehend zu beschäftigen. Nicht alles in der Menüstruktur erschließt sich sofort, und manch ein Zeichen im Kombiinstrument dürfte gern etwas größer sein. Die Verarbeitung scheint okay zu sein, bei der Materialauswahl spart der Hersteller an einigen Stellen spürbar. Hartplastik trifft immer wieder auf bespannte Oberflächen. Die breite Mittelkonsole mit zwei Ladeschalen für Smartphones und einem filigranen Luftausströmer aus Metall haben uns jedoch gefallen.

Lynk & Co
)
Die Sitze vorn sind ausreichend bequem, hinten gibt es das Raumangebot, was der Kunde von einem 4,46 m langen E-SUV mit 2,76 m Radstand erwarten kann. Nicht allzu üppig sind die beiden Kofferräume. Der vordere fasst gerade einmal 15 Liter, der hintere 410 – beides ist für die Fahrzeuggröße eher knapp geschnitten. Die maximale Anhängelast liegt bei 1600 kg.
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Die Fahrwerksabstimmung des 02 ist komfortabel ausgelegt und vermeidet jegliche sportliche Ambitionen. Die Lenkung arbeitet sehr leichtgängig und liefert nicht viel Rückmeldung. Der tiefe Schwerpunkt trägt dazu bei, dass es auch bei flotter Kurvenfahrt keine große Seitenneigung gibt. Gelungen ist auch die Abstimmung der Bremse, die sich gut dosieren lässt. Mit seiner guten Übersichtlichkeit und zusätzlichen Kameras rundum lässt sich das Auto bequem einparken.
5,5 Sekunden im Standardsprint
Der 02 wiegt leer 1820 kg, doch beim Beschleunigen ist von dieser Masse wenig zu spüren. Der E-Motor im Heck leistet 200 kW und bietet 343 Nm Drehmoment, was ausreicht, um das SUV in 5,5 Sekunden auf 100 km/h zu beschleunigen. Schluss ist bei 180 km/h. Beides beschreibt wieder einmal nur unzureichend den Fahreindruck: es geht bei Bedarf flott voran, auch bei höherem Tempo legt der 02 zügig zu. Das mag unter den Elektroautos nicht herausragen, unter vergleichbar teuren Verbrennern aber sehr wohl. Wer subjektiv mithalten wollte, müsste erheblich mehr Geld in die Hand nehmen.
Es gibt nur den einen Antrieb und auch nur eine Batterie. Sie setzt auf NMC-Zellen, die sich vorkonditionieren lassen. Der Energiegehalt liegt bei 66 kWh. Im WLTP gibt der Hersteller je nach Ausstattung eine Reichweite zwischen 435 und 445 km an. Bemerkenswerterweise liegt die teure Version vorn, sowohl in der Reichweite wie auch beim Verbrauch. Der Unterschied ist mit 17,1 (More) zu 17,6 kWh/100 km (Basismodell Core) nicht riesig, aber eben da. Dabei installiert der Hersteller in der Nobelvariante 245/45 R20, im Basismodell etwas schmalere 235/50 R19.
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Keine Stärke des 02: Ladeleistung
Einen Unterschied zwischen den Ausstattungslinien macht Lynk & Co auch beim Laden mit Wechselstrom. Das Basismodell kann dort nur 11 kW entgegennehmen, die teure Version 22. An Gleichstrom laden beide mit maximal 150 kW und reizen damit die Möglichkeiten eines 400-Volt-Systems mit 500 Ampere nicht aus. Ohnehin sagt dieser Wert nur wenig über den Alltag aus. Es dauert unter idealen Bedingungen eine halbe Stunde, um den Ladestand von 10 auf 80 Prozent zu heben. In dieser Zeit werden also rund 46 kWh mit durchschnittlich 92 kW nachgeladen. Das ist in diesem Umfeld kein Spitzenwert mehr, allerdings auch nicht unterdurchschnittlich.

Der Lynk & Co 02 bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.
(Bild: Lynk & Co)
Fazit
Im Prinzip lässt sich das auf das gesamte Auto übertragen: Der Lynk & Co ragt technisch und auch unterwegs nirgendwo weit heraus, sieht man einmal von seinem ausgezeichneten Preis-Leistungs-Verhältnis ab. Er bietet ausreichend Platz, ist passabel verarbeitet, beschleunigt sehr flott und lädt so schnell wie die meisten Konkurrenten. Die Serienausstattung ist umfangreich, und selbst für das Design werden sich sicherlich Befürworter finden lassen. Was dem Lynk & Co 02 vielleicht fehlt, ist ein Punkt, warum es ausgerechnet genau dieses Auto sein soll. Viele Konkurrenten haben eine Stammkundschaft, auf die sie bauen können, solange sie wenigstens halbwegs liefern, was erwartet wird. Ein Neueinsteiger aber muss Kunden erobern, und beim 02 fehlt ein wenig das gewisse Etwas für diese Auseinandersetzung.
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(mfz)
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Rebellion im Kino: Außer Atem und Nouvelle Vague im Heimkino-Test
In der über hundertjährigen Geschichte des Kinos gab es immer wieder Bewegungen, die mit etablierten Regeln und Traditionen brachen: Ende der 60er Jahre etwa das New Hollywood oder Mitte der 90er Jahre die Dogma-Bewegung. Den wichtigsten und tiefsten Schnitt vollzog jedoch die französische Nouvelle Vague. Um 1960 herum warfen Regisseure wie Claude Chabrol, François Truffaut und Jean-Luc Godard den schwerfälligen Apparat der Studioproduktionen über den Haufen, ließen Kulissen und Scheinwerfer hinter sich und gingen mit leichten Kameras auf die Straße.

Ob Blockbuster oder Klassiker: Jenseits der Streaming-Dienste blüht das Geschäft mit hochwertigen Film-Restaurationen, die in 4K auf UHD Blu-rays veröffentlicht werden. Woche für Woche testen wir die interessantesten Discs, decken Hintergründe zur Produktion und inhaltliche Besonderheiten auf und vergleichen die Bild- und Tonqualität der Discs und Streams.
Der wichtigste Meilenstein war „Außer Atem“, den Jean-Luc Godard 1960 in Paris drehte. Ein guter Film braucht manchmal kaum mehr als etwas Crime, eine lose Idee und zwei faszinierende Hauptdarsteller. Die fand Godard in Jean Seberg und Jean-Paul Belmondo. 65 Jahre später lässt Richard Linklater den Geist von damals in „Nouvelle Vague“ wieder aufleben und erzählt von jenem Dreh, bei dem aus Geldmangel, Trotz und Improvisation Filmgeschichte wurde.
Beide Filme sind nun fürs Heimkino erschienen: Außer Atem in einer 4K-Restauration auf Ultra HD Blu-ray Disc (UHD) und Nouvelle Vague auf Blu-ray Disc. Bevor wir ab Seite 3 auf die technischen Details der Bild- und Tonqualität eingehen und die neuen Veröffentlichungen mit den günstigeren Streaming-Angeboten vergleichen, blicken wir auf den radikalen Aufbruch der französischen Filmemacher und wie Original und Hommage zu einem stimmigen Double Feature ineinandergreifen.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Rebellion im Kino: Außer Atem und Nouvelle Vague im Heimkino-Test“.
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