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Künstliche Intelligenz

Top 10: Die beste Gaming-Tastatur im Test – Testsieger Akko vor Logitech & Razer


Gaming-Tastaturen haben besondere Anforderungen. Wir zeigen die besten Keyboards mit mechanischen und magnetischen Switches aus 30 Tests.

Beim Begriff Gaming-Tastatur hat wohl jeder eine etwas andere Vorstellung. Für manche ist die Optik mit bunter RGB-Beleuchtung ausschlaggebendes Kriterium. Für andere sind es Funktionen wie das Erstellen von Makros sowie das Neu- oder Mehrfachbelegen von Tasten. Auch die Wahl der Switches spielt in diesem Zusammenhang für viele eine Rolle.

Der Markt mechanischer und magnetischer Gaming-Tastaturen (Hall Effect) hat in den vergangenen Jahren immer mehr Zuwachs bekommen und ist von der Enthusiast-Nische in den Mainstream gewandert. Regelmäßig werben Hersteller mit neuen Funktionen und technologischen Durchbrüchen bei der Soft- und Hardware um die Gunst der Kunden.

Wir zeigen in dieser Bestenliste die besten Gaming-Tastaturen mit mechanischen sowie magnetischen Switches (Hall Effect), die uns durch ihre Funktionen, ihren einsteigerfreundlichen Preis oder ihr stimmiges Gesamtpaket überzeugen.

Welche ist die beste Gaming-Tastatur?

Die Akko Mod 007 HE Year of Dragon für 238 Euro ist unser Testsieger, da sie mit ihrem stimmigen Design, ihrem Funktionsumfang und der hochwertigen Verarbeitung ein exzellentes Schreib- und Gaming-Erlebnis schafft.

Der Technologiesieger ist die Asus ROG Azoth 96 HE, die mit Hall-Effect-Switches, einem Touch-Display und unglaublich starkem Akku für 351 Euro überzeugt.

Preis-Leistungs-Sieger ist die Royal Kludge RK84 für 63 Euro (Code heiseBestenlisten) – nicht zuletzt durch den preiswerten Einstieg in die Welt des Hot-Swapping.

Hinweis: Bei den in dieser Auflistung sowie in den Artikeln verlinkten Preisen handelt es sich um Momentaufnahmen, die sich jederzeit ändern können. Wir aktualisieren unsere Bestenlisten in der Regel mehrmals pro Jahr mit neuen Produkten und passen in diesem Zusammenhang auch immer die Preise an. Unsere Bestpreis-Widgets innerhalb der Bestenliste und der Einzeltests aktualisieren sich hingegen selbstständig und zeigen den tagesaktuellen Bestpreis des jeweiligen Produkts an.

KURZÜBERSICHT

Für 238 Euro bekommt man mit der Akko Mod 007 HE Year of Dragon eine fantastische Gaming-Tastatur mit Hall-Effect-Switches. Ihre hochwertige Verarbeitung, ihr edles Design und das perfekt abgestimmte Schreibfeeling bereiten wahre Freude auf dem Schreibtisch, egal ob beim Arbeiten oder Zocken. Die vielen Einstellungsmöglichkeiten der Switches ermöglichen zudem, die Tastatur den eigenen Wünschen entsprechend anzupassen.

VORTEILE

  • herausragende Verarbeitung
  • schickes & hochwertiges Design
  • gute Hall-Effect-Einstellungsmöglichkeiten
  • 8000-Hz-Abtastrate
  • fantastisches Schreibgefühl

NACHTEILE

  • Web-App hat Verbesserungspotenzial

Die Asus ROG Azoth 96 HE kommt für 351 Euro mit starker Ausstattung: Hall-Effect-Switches, 8000-Hz-Abtastrate und einem OLED-Touchdisplay. Clevere Stromsparfunktionen verleihen dem Akku zudem eine äußerst lange Laufzeit, und die praktische Web-App vereinfacht die Einrichtung der Gaming-Peripherie ungemein.

VORTEILE

  • extrem starke Akkuleistung dank Stromsparfunktion
  • farbiges OLED-Touchdisplay
  • Web-App mit vielen Einstellungsmöglichkeiten
  • guter Klang beim Tippen

NACHTEILE

  • sehr teuer
  • kein Vollaluminiumgehäuse
  • Funktionen der App nur teilweise oder gar nicht erklärt

Die Royal Kludge RK84 75% Wireless bietet für 62 Euro (Code heiseBestenlisten) eine äußerst kompetente und überraschend gut verarbeitete mechanische Gaming-Tastatur. Sie ist nicht nur hot-swap-fähig und unterstützt drei verschiedene Verbindungsmodi, sondern hat auch einen pass-through USB-A-Port, mit dem man z.B. Geräte laden oder in bestimmten Fällen sogar Peripherien anschließen und verwenden kann.

VORTEILE

  • günstig
  • drei Verbindungsmodi
  • hot swappable
  • zusätzlicher USB-Anschluss

NACHTEILE

  • halb gare Software
  • günstige ABS-Tasten

Ratgeber

Warum zu einer mechanischen Gaming-Tastatur greifen?

Im Grunde machen alle Tastaturen auf den ersten Blick dasselbe: Drückt man eine Taste, wird der Buchstabe ausgegeben oder der Charakter in eine bestimmte Richtung bewegt. Der Unterschied liegt allerdings darin, wie gut die Tastatur das macht.

Mechanische Tastaturen gehören im Gaming-Bereich seit Jahren zum Standard. Der Unterschied zu klassischen Membran-Tastaturen, wie sie oft im Büro stehen, liegt in den sogenannten Switches: Statt einer durchgehenden Gummimatte sitzt unter jeder Taste ein eigener mechanischer Switch. Das sorgt für ein klareres Tippgefühl, schnellere Reaktionen und mehr Präzision – entscheidend beim Spielen.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Tasten halten länger und lassen sich bei vielen mechanischen Keyboards einzeln austauschen. Außerdem gibt es verschiedene Switch-Typen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Welche Variante am besten passt, hängt vom persönlichen Geschmack und Einsatzzweck ab.

Neben den technischen Aspekten ist vor allem auch die Individualisierbarkeit von mechanischen Tastaturen für viele ein Kaufgrund. Angefangen bei unterschiedlichen Formfaktoren hin zum Design der Tastatur. Die Tastenkappen der meisten mechanischen Keyboards sind austauschbar – da genormt – und viele Geräte unterstützen auch den Austausch der darunterliegenden Switches.

Gefällt das Design der Tastenkappen (Keycaps im Englischen) nicht? Kein Problem: einfach durch ein neues Set ersetzen. Die verbauten Clicky-Switches sind zu laut? Im Handumdrehen sind sie durch eine lineare Variante ausgetauscht. Die Individualisierungsmöglichkeiten sind vielfältig, können aber auch getrost ignoriert werden, wenn man möchte.

Was gilt es bei den Tastaturgrößen zu beachten?

Mechanische Tastaturen gibt es in unterschiedlichen Größen, die teilweise eine Umgewöhnung erfordern, wenn man zuvor nur regulär große Keyboards verwendet hat. Man unterteilt die Größen dabei überwiegend in Prozente. Je nach Hersteller sind die Layouts der Tastaturen etwas anders, bewegen sich aber fast alle im selben prozentualen Bereich. Folgend beschreiben wir die gängigsten Formfaktoren:

Die 100-Prozent-Tastatur (fullsize) ist, wie der Name schon sagt, eine vollwertige Tastatur. Bei ihr vermisst man keinerlei Tasten, sie ist dafür aber auch besonders platzraubend auf dem Schreibtisch.

96-Prozent-Tastaturen sind im Prinzip 100-Prozent-Tastaturen, bei denen einzelne, meist selten genutzte, Tasten wie die Druck- oder Pause-Taste fehlen. Je nach Hersteller rücken Tastenfelder auch näher zusammen, um ungenutzte Fläche zu vermeiden. Dadurch ist das Layout der Tastatur etwas platzsparender, während man den Großteil der Funktionen beibehält.

TKL (auch 80 Prozent) steht für Tenkeyless und beschreibt Tastaturen, bei denen das Numpad fehlt. Man behält in diesem Design die wichtigsten Tasten der Peripherie bei, während durch das Entfernen des Numpads Platz gespart wird. TKL-Keyboards eignen sich besonders gut zum Zocken, da man so mehr Raum auf dem Schreibtisch für Mausbewegungen hat.

Größenunterschied zwischen einer 100-Prozent-Tastatur und einer TKL-Tastatur

75-Prozent-Keyboards verzichten neben den Zifferntasten auch auf einzelne Navigationstasten, ähnlich wie beim 96-Prozent-Layout. Das ermöglicht ein noch kompakteres Design, bei dem so wenig dead space wie möglich auf der Tastatur übrig bleibt. Optisch kann das Ganze etwas zusammengequetscht wirken.

65-Prozent-Tastaturen sind deutlich kompakter und erfordern in der Regel eine Umgewöhnung, da sie komplett auf die F-Tasten verzichten. Stattdessen sind die Funktionen dieser auf die Tastenreihe darunter ausgelagert. Mithilfe der Fn-Taste, die immer bei 65-Prozent-Layouts vorhanden ist, greift man so weiter auf sie zu.

Mit 60-Prozent-Tastaturen erreicht man das Minimum an Tasten und Tastaturgröße, mit dem es sich noch sinnvoll arbeiten lässt. Im Vergleich zum etwas größeren 65-Prozent-Layout vermisst man hier zusätzlich noch die Pfeiltasten. Das kompakte Layout wurde vor allem in der Shooter-Szene durch Tastaturen des Herstellers Ducky populär. Für Büroarbeiten sind solche Modelle oft unpraktisch, weil viele Tasten fehlen oder nur über Hinzunahme der Fn-Ebene erreichbar sind.

Clicky, tactile oder doch linear – so unterscheiden sich Switches

Neben den Funktionen der Tastatur ist vorrangig die Wahl der Switches wichtig, denn sie verhalten sich alle unterschiedlich. Die drei am häufigsten verwendeten Switchtypen sind clicky, linear und tactile.

Drückt man eine Taste mit Tactile-Switch spürt man einen leichten Widerstand, wenn man am Auslösepunkt angekommen ist. Dieses taktile Feedback signalisiert also, dass die Taste erfolgreich anschlägt.

Clicky-Switches funktionieren ähnlich wie taktile Switches, mit dem Unterschied, dass zusätzlich zum taktilen Feedback auch ein deutlich hörbares Klick-Geräusch hinzukommt. Aufgrund dessen empfinden andere Menschen, die sich im gleichen Raum aufhalten, diese gerne mal als störend. Sie empfehlen sich daher zum Beispiel nicht unbedingt für den Bürogebrauch.

Linear-Switches sind häufig die beste Option, wenn man geräuscharmer tippen möchte, da ihnen sowohl taktiles als auch hörbares Feedback fehlen. Häufig erfordern sie eine niedrigere Betätigungskraft als die anderen Switches, was dazu führt, dass sie sich gut zum Zocken eignen.

Neben der Switch-Charakteristik sind vorrangig die Werte Betätigungskraft und Distanz zum Betätigungspunkt relevant. Die Betätigungskraft sagt aus, wie viel Kraft man ausübt, bis die Taste anschlägt. Die Distanz gibt an, wie weit der Switch sich bewegen muss, bis er am Betätigungspunkt ankommt. Wie hoch oder niedrig man die Werte haben möchte, ist zum einen Geschmackssache, zum anderen abhängig vom Verwendungszweck der Tastatur. Möchte man die Tastatur hauptsächlich zum Zocken verwenden, lohnen sich etwa Switches, deren Auslösekraft und Distanz zur Betätigung niedrig sind.

Vor allem bei Switches geht Probieren häufig über Studieren, da Videos einem zwar die Soundkulisse etwas näher bringen, jedoch nicht in der Lage sind, das haptische Schreibgefühl erlebbar zu machen.

Zu den regulären mechanischen Switchtypen gesellen sich die optischen und magnetisch-mechanischen Switches dazu.

Hall-Effect-Switches sind besonders im Gaming-Bereich beliebt, da sie aufgrund ihres Designs Möglichkeiten schaffen, den Betätigungspunkt individuell anzupassen. Das gelingt aufgrund der Magnete und Hall-Effekt-Sensoren im Inneren der Switches. Wird der Switch betätigt, drückt der Magnet nach unten, wodurch sich das magnetische Feld verändert, was wiederum vom Hall-Effekt-Sensor registriert wird.

Tastaturen mit dieser Art von Switch sind in der Lage, den Betätigungspunkt zwischen 0,1 mm und 4,0 mm festzulegen. Hinzu kommt, dass bei vielen Keyboards dieser Art auch die sogenannte Rapid-Trigger-Funktion zum Einsatz kommt. Aktiviert man diese, wird eine Verzögerung zwischen Tastendruck und dem Loslassen der Taste komplett aufgehoben und die Taste registriert beides bereits bei der leichtesten Veränderung des ausgeübten Drucks. Dadurch verschafft man sich natürlich primär beim Zocken enorme Vorteile, da so bestimmte Aktionen in sehr kurzen Abständen immer und immer wieder erfolgen können.

Hall-Effect-Keyboards haben den Vorteil, dass man per Software den Betätigungspunkt für jede Taste individuell bestimmen kann.

Die Wahl der Switches ist schlussendlich immer Geschmackssache, da sie sich alle anders anfühlen oder anhören. Manche Switches eignen sich besser zum Zocken, während sich andere beim Schreiben besser anfühlen. Ideal ist es, wenn man vor dem Kauf der Tastatur die Möglichkeit hat, verschiedene Switches auszuprobieren, um den besten Fit für sich selbst zu finden.

Optical-Switches funktionieren über eine Lichtschranke. Wenn der Switch betätigt wird, unterbricht die Schranke, wodurch das Infrarotlicht nicht mehr auf den Sensor trifft und der Tastendruck damit registriert wird. Da bei optischen Switches kein physischer Kontakt entstehen muss, um Tastenanschläge zu registrieren, sind sie potenziell deutlich langlebiger als reguläre mechanische Switches. Ähnlich wie Hall-Effect-Switches profitieren auch Optical-Switches von individuell einstellbaren Betätigungspunkten. Hersteller wie Razer setzen vermehrt auf diese Technologie.

Häufig verwendete Begriffe auf einen Blick

In der Welt der mechanischen Gaming-Tastaturen haben sich so manche Begriffe – in der Regel auf Englisch – etabliert, deren Bedeutung auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich ist. Wir haben daher die gängigsten einmal zusammengefasst:

N-Key-Rollover: Wenn bei den Spezifikationen einer Tastatur steht, dass sie N-Key-Rollover unterstützt, dann bedeutet das, dass sie in der Lage ist, alle Tasten auf der Tastatur gleichzeitig zu registrieren und zu verarbeiten. Steht bei einer Tastatur zum Beispiel 6-Key-Rollover, dann erkennt sie maximal sechs gleichzeitig gedrückte Tasten. Mit dem Key-Rollover Test stellt man rasch fest, ab wie vielen Tasten die eigene Tastatur Schluss macht.

Hot-Swapping: Spricht man von einer Tastatur, die Hot-Swapping unterstützt, dann sind die mechanischen Switches des Geräts während des laufenden Betriebs durch andere austauschbar. Das bringt direkt mehrere Vorteile mit sich: Zum einen erlaubt es, kaputte Switches problemlos durch neue zu ersetzen. Zum anderen ermöglicht es, die Tastatur den eigenen Wünschen anzupassen. Etwa wenn einem die von Werk aus verbauten Switches der Tastatur nicht gefallen, weil sie vielleicht zu laut sind oder sich nicht gut anfühlen beim Tippen. Mit einem Switch-Puller, einer Art Zange, löst man die Switches vom Board. Achtung: Nicht jeder Switch passt auf jedes Keyboard. In der Regel steht bei den Spezifikationen einer Tastatur mit Hot-Swap-Unterstützung, welche Arten von Switches sie unterstützt.

Pre-lubed Switches: Viele Hersteller werben mit pre-lubed (vorgeschmierten) Switches und/oder Stabilisatoren. Das Vorschmieren der Switches sorgt primär dafür, dass sie sich sanfter beim Schreiben anfühlen und somit ein besseres Tippgefühl ermöglichen sollen. Durch das Schmieren wird das Aufeinandertreffen der Komponenten entschärft und ein kratziges Geräusch vermieden. Je nach Keyboard ist es auch möglich, nachträglich selbst zu schmieren.

Double-Shot-PBT-Keycaps: PBT-Keycaps sind Tastenkappen aus PBT-Plastik (Polybutylenterephthalat). Double-Shot ist ein Verfahren, bei dem man zwei, oft verschiedenfarbig gegossene Tastenkappen aufeinanderstülpt. Eine der beiden dient dabei nur für die Beschriftung der Tasten, während die andere hauptsächlich für den Körper der Tastenkappe genutzt wird. Das Verfahren ist deswegen so beliebt, da die so entstehenden Keycaps deutlich länger lesbar bleiben und aufgrund des PBT-Materials generell langlebiger sind. Dafür sind PBT-Keycaps aber auch etwas teurer.

ABS-Keycaps: Günstiger sind Keycaps aus ABS-Plastik (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer). Sie fühlen sich glatter an als das PBT-Pendant und haben eine leicht glänzende Oberfläche im Vergleich zur matten Oberfläche der PBT-Tastenkappen. Leider nutzen sie auch deutlich schneller ab. Während PBT-Keycaps sehr langlebig sind, zeichnen sich bei ABS-Plastik bereits nach kürzerer Zeit Abnutzungen ab. Die Tasten haben dann häufig einen fettigen Look, den man auch nicht mehr aus dem Material bekommt.

Fazit

Die Welt der Gaming-Tastaturen ist vielfältig. Egal, ob man nur bunte Beleuchtung möchte, eine voll anpassbare Peripherie, die einen sowohl beim Zocken als auch beim Schreiben unterstützt, oder sich gar einen kompetitiven Vorteil durch die Wahl der Tastatur erhofft. Jeder wird über kurz oder lang fündig.

Neben schnellerer Reaktionszeit sprechen vorrangig eine gute Nachhaltigkeit durch austauschbare Switches sowie die nach Vorliebe auswählbare Tipp-Charakteristik für die Anschaffung einer mechanischen Tastatur. So kann man je nach Anspruch und Geschmack seine Wunsch-Tastatur auswählen und zusammenstellen. Zudem sind, wie unsere Bestenliste zeigt, mechanische Tastaturen nicht mehr zwangsläufig teuer. Im Gegenteil: Modelle von Royal Kludge beweisen, dass man selbst weit unter 100 Euro noch gute Tastaturen mit mechanischen Switches bekommt.

Wer preislich höher ins Regal greift, bekommt hochwertigere Materialien sowie zusätzliche, aber nicht für jedermann notwendige Premium-Funktionen, wie modulare Nummernblöcke und Multimedia-Displays oder magnetische Switches, mit denen man das Schreibverhalten der Tastatur bis ins kleinste Detail anpassen kann.

BESTENLISTE

Tastatur für 238 Euro im Test! Akko Mod 007 HE Year of Dragon ist unfassbar gut

Die Gaming-Tastatur Akko Mod 007 HE Year of Dragon mit Hall-Effect-Switches ist nicht nur stylish, sondern hat auch ordentlich was unter der Haube.

VORTEILE

  • herausragende Verarbeitung
  • schickes & hochwertiges Design
  • gute Hall-Effect-Einstellungsmöglichkeiten
  • 8000-Hz-Abtastrate
  • fantastisches Schreibgefühl

NACHTEILE

  • Web-App hat Verbesserungspotenzial

Die Gaming-Tastatur Akko Mod 007 HE Year of Dragon mit Hall-Effect-Switches ist nicht nur stylish, sondern hat auch ordentlich was unter der Haube.

Die Mod 007 HE Year of Dragon von Akko überrascht nicht nur durch ihre auffällige Optik. Von der Verarbeitung bis zur Ausstattung spielt die Gaming-Tastatur nämlich ganz vorn mit. Dank Hall-Effect-Technologie profitiert man von individuell einstellbaren Betätigungspunkten der Switches und weiterer damit zusammenhängender Funktionen, die sowohl das Gaming als auch das reguläre Tippen bereichern sollen. Mit einer 8000-Hz-Abtastrate ist die kabelgebundene Tastatur außerdem, zumindest auf dem Papier, äußerst verzögerungsfrei. Das Vollaluminium-Gehäuse mit extra verbautem Gewicht gibt der Tastatur nicht nur festen Halt auf dem Schreibtisch, sondern unterstützt auch die Akustik beim Tippen. Wir haben das aktuelle Modell der Akko Mod 007 HE Year of Dragon getestet und verraten, ob und für wen sich der Kauf lohnt. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Lieferumfang

Neben den fast schon zum Standard gehörenden Essentials wie Staubschutz, Keycap- und Switch-Puller sowie dem unentbehrlichen USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel wartet die Mod 007 HE Year of Dragon mit ein paar Überraschungen auf: Zusammen mit der Tastatur im DE-Layout bekommt man auch Tastenkappen-Sets für das UK- und FR-Layout sowie Mac-spezifische Keycaps. Zudem ist ein Keycap-Set mit alternativen Designs inkludiert, das sich optisch ebenfalls in die Year-of-the-Dragon-Thematik einordnet.

Ungewöhnlich ist die im Lieferumfang enthaltene FR4-Platte. Diese kann man, wenn gewünscht, durch die rigidere Aluminium-Platte im Inneren des Gehäuses austauschen, um das Schreibgefühl zu verändern. Den Inbusschlüssel, um das Gehäuse aufzuschrauben, gibt es mitsamt Ersatzschrauben ebenfalls dazu.

Design

Direkt beim Auspacken der Tastatur fallen uns zwei Dinge auf. Erstens: Was für ein schwerer Brocken. Und zweitens: Was für eine schicke Tastatur. Die Masse kommt nicht von irgendwo her, denn am Boden des Gehäuses ist ein PVD-Gewicht mit Spiegel-Finish installiert. So bringt das Keyboard trotz des 75-Prozent-Formfaktors mit den Maßen 333 x 141 x 33 mm stolze 2,2 kg auf die Waage.

Das chinesische Jahr des Drachen ist der thematische Fokus des Designs. Die Tasten sowie das Gehäuse sind mit entsprechenden Motiven bedruckt. Zeichnungen, die an traditionelle Darstellungen von Drachen erinnern, sowie unter anderem chinesische Schriftzeichen schmücken die Keycaps der Tastatur. Die obere Hälfte des dreifach eloxierten Gehäuses ist ebenfalls mit Drachenillustrationen bedruckt und komplettiert den Look. Akko verzichtet hierbei auf knallige Farben und setzt bei der Mod 007 HE Year of Dragon stattdessen auf reduzierte Blau-, Grün- und Gelb/Goldtöne, wobei das Gehäuse selbst schwarz ist. Das verschafft dem Keyboard einen edlen Look, der nicht sofort nach verspieltem Gaming schreit. Der goldfarbene Mittelrahmen, der die obere von der unteren Gehäusehälfte optisch trennt, unterstreicht die ohnehin schon hochwertige Optik des Keyboards.

Das spiegelnde Gewicht auf der Unterseite der Tastatur hat ebenfalls einen Drachenaufdruck spendiert bekommen – ein cooles Detail. Allerdings sammelt es Fingerabdrücke ohne Ende, weswegen wir das Keyboard auch prompt wieder umdrehen, um uns dieser Realität nicht weiter stellen zu müssen.

Ausstattung

Auch unter der Haube hat die Akko Mod 007 HE Year of Dragon einiges zu bieten. Wie bei leichten Gaming-Mäusen (Bestenliste) zeichnet sich bei Gaming-Keyboards der Trend hin zur 8000-Hz-Abtastrate ab. Die höhere Frequenz soll für weniger Verzögerung beim Tippen und Zocken sorgen und so die Arbeit mit der Peripherie flüssiger gestalten. Akko hat der Mod 007 HE Year of Dragon ebendiese spendiert. Da die hohe Polling-Rate aber auch der CPU des PCs mehr abverlangt, kann man die Abtastrate bei Bedarf in der Web-App herunterschalten. Um von den vielen Funktionen der Tastatur Gebrauch machen zu können, arbeitet ein 32-Bit-ARM-Cortex-M4-Prozessor im Inneren des Keyboards.

Als magnetische Hall-Effect-Switches kommen in der V2-Variante der Tastatur die hauseigenen Akko Astrolink zum Einsatz. Diese benötigen eine Initialkraft von 36±5 gf und haben einen Reiseweg von 3,4 mm. Den Betätigungspunkt stellt man via der Web-App ein. Hier steht ein Bereich von 0,1 mm bis 3,0 mm zur Verfügung.

Wie es sich für eine Gaming-Tastatur gehört, darf auch bei der Mod 007 HE Year of Dragon die Festbeleuchtung in Form von ARGB-LEDs nicht fehlen. Diese haben hier eine Wiederholfrequenz von 500 Hz, was angeblich Ermüdungserscheinungen verhindern soll. Ob und inwiefern das einen tatsächlichen Nutzen hat, können wir nicht beurteilen, allerdings haben die hier verbauten LEDs eine erstaunlich schwache Leuchtkraft und fallen tagsüber in gut beleuchteten Räumen ohnehin kaum auf, wozu auch die lichtundurchlässigen Keycaps beitragen. Uns stört das nicht, wer jedoch viel Wert auf eine intensive Leuchtkraft legt, muss sich nach einer anderen Tastatur umsehen.

Als Tastenkappen kommen Dye-Sub-PBTs im Cherry-Profil zum Einsatz, welche die gewohnt griffigere Textur im Vergleich zur günstigeren ABS-Alternative mit sich bringen.

Für eine feingetunte Akustik und ein ebenso abgestimmtes Tippgefühl sind mehrere Lagen an geräuschdämpfenden Materialien verbaut und die Aluminium-Platte der Tastatur mit Dichtungen versehen (Gasket-Mount). Neben einer Lage Poron-Schaumstoff unmittelbar unter der Aluminium-Platte gibt es eine weitere Lage, die den Boden des Gehäuses auskleidet. Eine PET-Schicht über der Leiterplatte und eine VHB-Schicht direkt darunter tragen ebenso zur Optimierung der Geräuschkulisse beim Tippen bei.

Software

Sämtliche Keyboard-Einstellungen sind auf eine Web-App ausgelagert. Neben der Tastenneubelegung und dem Makro-Editor finden sich Beleuchtungseinstellungen sowie Hall-Effect-Funktionen wieder. Sogar die Möglichkeit, selbst erstellte Beleuchtungskompositionen, Makros und Tastenkonfigurationen hochzuladen und so mit anderen Nutzern zu teilen, gibt es.

Um das Verhalten beim Tippen anzupassen, stehen Funktionen wie Dynamic Keystrokes, Mod-Tap, Toggle Key und Snap Key bereit. Selbstverständlich lässt sich auch der Betätigungspunkt jeder einzelnen Taste individuell verändern und die Rapid-Trigger-Funktion hinzuschalten. Über Dynamic Keystrokes richtet man für eine Taste bis zu vier unterschiedliche Aktionen ein, in Abhängigkeit der gedrückten Distanz. Beispielsweise gibt die D-Taste dann ab 0,7 mm die Funktion der Windows-Taste und beim kompletten Durchdrücken (3,2 mm) eine nochmals andere Funktion aus. Gleiches kann man auch für die Distanz beim Loslassen der gedrückten Taste konfigurieren.

Mod-Tap ermöglicht hingegen, einer Taste zwei unterschiedliche Funktionen zuzuordnen, abhängig davon, ob man sie nur kurz antippt oder gedrückt hält. So kann man etwa beim Spielen zwei unterschiedliche Fähigkeiten auf eine Taste legen und erspart sich eine zusätzliche Bewegung auf der Tastatur. Wie lange man die Taste gedrückt halten muss, damit die zweite Funktion aktiviert, legt man in der App fest.

Toggle Key aktiviert eine ausgewählte Taste immer wieder, ohne sie dauerhaft gedrückt halten zu müssen. Der erste Tastenanschlag startet dabei den Vorgang, der zweite beendet ihn wieder. Snap Key gibt bei zwei gleichzeitig gedrückten Tasten der zuletzt gedrückten Taste Priorität. Hält man also im Spiel A gedrückt, um nach links zu laufen, und drückt dann D für eine Bewegung nach rechts, ohne dabei die A-Taste loszulassen, registriert die Tastatur nur den Input der D-Taste.

Die Beleuchtungseinstellungen liefern wenig Überraschendes. Insgesamt gibt es 23 verschiedene Modi zur Auswahl, die ein Stück weit konfigurierbar sind. Überwiegend in Bezug auf Helligkeit, Geschwindigkeit, Farbauswahl und die Ausrichtung des Effekts. Selbstverständlich lassen sich alle Tasten einzeln und unterschiedlich farblich anpassen. Ein so erstelltes Beleuchtungsprofil kann man dann anschließend hochladen und so mit anderen Nutzern der Web-App teilen. Ebenso ist es möglich, Kreationen anderer auf das eigene Keyboard zu laden.

Leider ist die Übersetzung der App aus dem Chinesischen ins Englische und ins Deutsche nicht optimal. Auch Menüführung und generelle Benutzerfreundlichkeit könnten an manchen Stellen besser sein. Das sollte bei diesem Preis nicht so sein. Die Funktion Rapid Trigger hat beispielsweise keinen eigenen Menüpunkt und ist über einen leicht zu übersehenden Toggle hinzu schaltbar. Ebenso ist das Abspeichern des eigenen Layouts im Dropdown-Menü der einzelnen Layer versteckt.

Tippgefühl

Kurz und bündig: Schreiben auf der Akko Mod 007 HE Year of Dragon klingt fantastisch und fühlt sich phänomenal gut an. Die aufwendige Geräuschoptimierung durch die verschiedenen Lagen an dämpfenden Materialien zahlt sich aus, denn sie spendiert der Tastatur einen butterweichen und hellen Thock-Sound. Störender Hall, kratzende Geräusche und Key Wobble gibt es nicht. Möchte man ein etwas nachgebendes Gefühl beim Tastendrücken, tauscht man die vorinstallierte Aluminium-Platte mit der mitgelieferten FR4-Platte aus.

Preis

Die UVP der Akko Mod 007 HE Year of Dragon liegt bei 238 Euro. Derzeit ist sie im offiziellen Akkogear-Shop für 238 Euro erhältlich.

Fazit

Die Mod 007 HE Year of Dragon von Akko ist eine geniale, wenngleich teure, Hall-Effect-Tastatur, die uns mit ihrem edlen Design, der hochwertigen Verarbeitung und ihrem Funktionsumfang überzeugt. Als Gaming-Tastatur liefert sie dank 8000-Hz-Polling-Rate, Hall-Effect-Switches und praktischen Funktionen über die Web-App eine top Performance ab. Auf ihr zu tippen ist sowohl akustisch als auch haptisch ein Vergnügen. Den hohen Preis von 226 Euro kann und möchte nicht jeder für eine Tastatur stemmen, dafür bekommt man hier aber auch eine wirklich hervorragend abgestimmte Peripherie. Einzig die Web-App hat bezüglich Benutzerfreundlichkeit Verbesserungspotenzial, ist ansonsten aber problemlos nutzbar.

ROG Azoth 96 HE im Test: Gaming-Tastatur mit Akku, der die Apokalypse überdauert

Dank eines ausgeklügelten Stromsparmodus kann die ROG Azoth 96 HE problemlos mehrere Tage mit nur einer Akkuladung verwendet werden.

VORTEILE

  • extrem starke Akkuleistung dank Stromsparfunktion
  • farbiges OLED-Touchdisplay
  • Web-App mit vielen Einstellungsmöglichkeiten
  • guter Klang beim Tippen

NACHTEILE

  • sehr teuer
  • kein Vollaluminiumgehäuse
  • Funktionen der App nur teilweise oder gar nicht erklärt

Dank eines ausgeklügelten Stromsparmodus kann die ROG Azoth 96 HE problemlos mehrere Tage mit nur einer Akkuladung verwendet werden.

Mit der ROG Azoth 96 HE geht Asus nun auch den Weg der Hall-Effect-Tastaturen und spendiert der kabellosen 96-Prozent-Peripherie zudem eine 8000-Hz-Abtastrate. Besonders beeindruckend ist aber tatsächlich der ausgeklügelte Stromsparmodus, der die Akkulaufzeit enorm steigert. Wir haben das Keyboard im Arbeitsalltag und beim Zocken getestet und verraten, ob es einen Platz auf dem Schreibtisch verdient hat. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Lieferumfang

Mit der Tastatur bekommt man ein USB-C-zu-USB-C-Verbindungskabel samt USB-A-Adapter sowie den 2,4-GHz-Funkdongle inklusive Verlängerungsadapter. Da die Azoth 96 HE Hot-Swapping unterstützt, liegen der Tastatur ein Switch-Puller aus Plastik und ein Keycap-Puller aus Metall bei. Diese klicken praktischerweise platzsparend ineinander. Wie bei den anderen Azoth-Modellen bekommt man auch mit der 96 HE eine Handgelenkauflage aus Gummi, die leider nicht magnetisch an der Tastatur haftet und sich relativ leicht verschieben lässt.

Vier zusätzliche Tastenkappen – drei davon durchsichtig – liegen ebenfalls bei. Die vierte Keycap dient dazu, die vorinstallierte Menü-Taste mit Copilot-Aufdruck bei Bedarf gegen eine reguläre Ctrl-Tastenkappe (Strg) auszutauschen. Kurzanleitung und Sticker-Set runden das Paket ab.

Design

Mit ihrem 96-Prozent-Format misst die ROG Azoth 96 HE 382 x 42 x 136 mm und bringt etwa 1,37 kg auf die Waage. Die obere Hälfte des Gehäuses ist aus Aluminium, welches ihr Robustheit verleiht. Für den hohen Preis hätten wir hier definitiv ein Vollaluminiumgehäuse erwartet. Farblich bleibt es beim Gehäuse und den Tasten bei Grau und Schwarz. Letztere kommen aufgrund der RGB-Beleuchtung mit lichtdurchlässiger Beschriftung. Der OLED-Touchscreen samt Kontrollknopf befindet sich über dem Numpad. Die Verarbeitung ist makellos. Auch bei genauerer Inspektion finden wir keine Schönheitsfehler am Metall oder dem Plastik. Alles sitzt fest, nichts klappert.

Im Vergleich zu einer 100-Prozent-Tastatur ist die Azoth 96 HE etwas kompakter. Das liegt daran, dass selten genutzte Tasten wie Rollen, Einfg und Pos 1 entfernt und das Numpad sowie die Pfeiltasten zusammengerückt wurden. Die Funktionen der nun fehlenden Tasten erreicht man weiterhin per Fn-Ebene.

Ausstattung

Als kabellose Gaming-Tastatur verbindet sich die Asus ROG Azoth 96 HE per 2,4-GHz-Funk, Bluetooth und per USB-C-Kabel mit dem PC. Dabei hat sie eine Abtastrate von 8000 Hz, die was für eine äußerst niedrige Latenz sorgt. Im Gegensatz zu vielen anderen Tastaturen mit einer so hohen Abtastrate verwendet die Azoth 96 HE einen ausgeklügelten Stromsparmodus, bei dem jede Taste nur dann mit einer Abtastrate von 8000 Hz arbeitet, wenn sie gedrückt wird, und ansonsten auf 250 Hz zurückfällt. Wer lieber permanent 8000 Hz haben möchte, kann das in der Web-App festlegen.

In Kombination mit weiteren Stromsparanpassungen hat der Akku der Gaming-Tastatur eine beachtliche Laufzeit. Nach über zwei Tagen im täglichen Einsatz bei der Arbeit und abends beim Zocken hat der Akku immer noch 93 Prozent Ladung. Nach etwa fünf Tagen sind es noch 65 Prozent. Hier hängt es natürlich davon ab, wie stark die Beleuchtung der Tasten und des Touchdisplays eingestellt ist. Wir nutzen beides mit 50 Prozent Helligkeit.

Bei den Switches handelt es sich um ROG HFX V2 mit Hall-Effect-Technologie und einer Initialbetätigungskraft von 32 gf und einer Gesamtbetätigungskraft von 49 gf. Der Betätigungspunkt ist zwischen 0,1 mm und 3,5 mm vollständig anpassbar – sowohl über das Keyboard direkt als auch per Web-App. Die Tastenkappen sind aus PBT-Plastik im Doubleshot-Verfahren hergestellt, was sie robuster und griffiger macht als günstigere ABS-Alternativen. Da die Tastatur einen Windows- und einen Mac-Modus hat, sind auch die Tasten mit spezifischen Icons beider Betriebssysteme versehen.

Das OLED-Display kann per Touch gesteuert werden und wartet mit kräftigen Farben auf. Einen Screensaver oder separaten Timer, damit der Bildschirm abdunkelt oder ganz ausschaltet, gibt es leider nicht. Wir hoffen, dass das noch per Software-Update nachgereicht wird. Aktuell schaltet der Bildschirm nur dann aus, wenn auch die Tastatur in den Sleep-Modus wechselt.

Software

Anstatt der lokalen App Armoury Crate, wie sie bei älteren Produkten noch Verwendung findet, kommt bei der Azoth 96 HE die Web-App Gearlink zum Einsatz. Damit muss keine zusätzliche Software installiert werden und die Einstellungen sind Betriebssystem-übergreifend verfügbar. Die Verbindung mit der Tastatur funktioniert einwandfrei, sowohl per Kabel als auch über den Funkreceiver.

Neben Firmware-Updates für Receiver und Keyboard hält das Web-Tool auch Einstellungsmöglichkeiten für die Tastenbelegung, die Hall-Effect-Eigenschaften und die Beleuchtung bereit. Für die Tastenbelegung stehen die gängigen Funktionen wie Mediasteuerung, Mausklicks, Dynamic Keystroke, Toggle Trigger und Mod Tap parat. Makros kann man zwar über Gearlink aufzeichnen, wie man sie anschließend per Web-App auf die Tasten legt, konnten wir nicht herausfinden. Generell fehlt uns in der App das ein oder andere Tooltip für eine bessere Erklärung der verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten.

In 0,01er-Schritten legt man den Betätigungspunkt der Switches global oder nur für einzelne Tasten fest und auch die Deadzone ist anpassbar. Standardfeatures wie Rapid Trigger und Speed Tap kann man ebenfalls hinzuschalten und konfigurieren.

Die Beleuchtungseinstellungen bieten wenig Überraschendes. Insgesamt 10 verschiedene Effekte stehen zur Auswahl und lassen sich in Geschwindigkeit, Farbe und Helligkeit anpassen. Je nach Effekt kommen auch Ausrichtung und die Breite, also ob der Effekt die ganze Tastatur oder nur einen Teil gleichzeitig mit Farbe befüllt, hinzu.

Einstellungen für das OLED-Touchdisplay beinhalten verschiedene Hintergrundbilder und Animationen – eigene Elemente hochladen ist ebenfalls möglich. Auch, welche Informationen das Display anzeigen soll, stellt man hier ein. Uns hat hier die Anzeige der Tastenanschläge pro Sekunde gut gefallen. Selbstverständlich gibt es auch einen Musik-Modus sowie eine Datumsanzeige. Mit dem Kontrollknopf navigiert man durch verschiedene On-Board-Funktionen der Tastatur. Per App lassen sich auch individuelle Aktionen, losgelöst von den Voreinstellungen, auf die einzelnen Bedienelemente des Kontrollknopfs legen.

Im Großen und Ganzen liefert die App eine gute Auswahl an nützlichen Einstellungsmöglichkeiten, gerade erklärungsbedürftigen Funktionen fehlt es aber an Tooltips. Hier hoffen wir, dass zukünftige Updates die Benutzerfreundlichkeit verbessern.

Tippgefühl

Für das Schreiberlebnis hat die Asus ROG Azoth 96 HE das volle Programm der Soundoptimierung spendiert bekommen. Zusätzlich zu den Silikondichtungen kleiden mehrere Lagen sound- und vibrationsdämpfende Materialien wie Poron-Schaumstoff, ein Poron-Pad, ein IXPE-Switch-Pad und ein Silikon-Pad das Innere der Tastatur aus.

Beim Tippen liefert die Azoth 96 HE einen präzisen Thock-Sound ab, der dank erwähnter Dämpfungsmaßnahmen klar und prägnant ertönt. Weder Kratzen, Hallen noch Pings machen sich beim Tippen bemerkbar. Auch die Stabilisatoren der Enter- und Leertaste leisten hier ganze Arbeit und verhindern das gerne mal hohl klingende und hallende Zurückschnalzen der größeren Tasten.

Beim Zocken machen sich hingegen die 8000 Hz bemerkbar, die in Kombination mit den magnetischen Hall-Effect-Switches für schnelle und präzise Tastenanschläge sorgen.

Preis

Die UVP der Asus ROG Azoth 96 HE liegt bei 399 Euro. Aktuell kostet sie 351 Euro.

Fazit

Die Asus ROG Azoth 96 HE überzeugt mit einem unglaublich ergiebigen Akku, einer hervorragenden Verarbeitung und einem OLED-Touchdisplay, das mit kräftigen Farben aufwartet. Nützliche Funktionen, auf die entweder per Web-App oder über die Steuerung per Kontrollknopf direkt am Keyboard zugegriffen wird, bereichern die Tastatur ungemein. Beim Zocken fühlen sich Tasteneingaben knackig und präzise an, was nicht zuletzt an der 8000-Hz-Abtastrate und den fein justierbaren Hall-Effect-Switches liegt.

Dem gegenüber steht die sehr hohe UVP von 399 Euro, die aus der Gaming-Tastatur ein Enthusiasten-Produkt macht. Für den Preis bekommt man zudem ein nur teilweise aus Aluminium bestehendes Gehäuse. Das ändert zwar alles nichts daran, dass die Azoth 96 HE eine super gelungene, mit Features nur so vollgestopfte Tastatur ist, dürfte für die meisten aber ein klares Ausschlusskriterium beim nächsten Tastaturkauf sein.

Gaming-Tastatur Royal Kludge RK84 75% Wireless im Test: günstig, mechanisch, gut

Die Royal Kludge RK84 75% Wireless liefert ein erstaunlich umfassendes Gesamtpaket für ihre Preiskategorie. Ob sie wirklich rundum überzeugt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • günstig
  • drei Verbindungsmodi
  • hot swappable
  • zusätzlicher USB-Anschluss

NACHTEILE

  • halb gare Software
  • günstige ABS-Tasten

Die Royal Kludge RK84 75% Wireless liefert ein erstaunlich umfassendes Gesamtpaket für ihre Preiskategorie. Ob sie wirklich rundum überzeugt, zeigt der Test.

Royal Kludge hat sich als Anbieter preiswerter mechanischer Keyboards etabliert und bringt mit der RK84 75% Wireless eine kompakte all-round Gaming-Tastatur an den Start. Features wie Hot Swapping, mehrere Verbindungsmodi, programmierbare Tasten und pass-through USB-Ports am Keyboard sollen dabei die Peripherie von der Konkurrenz aus dem Budget-Tastaturen-Markt abheben. Inwiefern das gelingt, erklären wir im Test.

Lieferumfang

Die Royal Kludge RK84 75% kommt mit USB-C-auf-USB-C-Kabel, vier Ersatzswitches und einem 2-in-1 Tastenkappen- und Switch-Puller. Am Kabel befestigt ist zudem ein USB-A-Adapter, damit die Tastatur auch an PCs Anschluss findet, die nur über USB-A-Ports verfügen. Auch eine Betriebsanleitung ist im Paket inkludiert.

Der Rahmen der RK84 75% Wireless ist abnehmbar und löst sich, indem man von unten dagegen drückt. Anstatt fest verbauter Füßchen entschied man sich hier für die magnetisch anbringbare bzw. abnehmbare Variante. Leider gibt es keine Möglichkeit, diese in der Tastatur zu verstauen. Anders sieht es da beim Funk-Dongle aus. Für diesen gibt es eine Aussparung auf der Rückseite der Tastatur, in der er Platz findet. So besteht keine Gefahr, dass er leicht abhandenkommt.

Design

Die Royal Kludge RK84 75% Wireless kommt in zwei Farbvarianten – Schwarz und Weiß – daher. Als 75-Prozent-Tastatur fehlt ihr das Numpad und der Block an Funktionstasten ist vertikal neben Enter- und Pfeiltasten angeordnet.

Beim Rahmen hat man auf Magnete verzichtet, wodurch sich das Abnehmen beinahe so anfühlt, als würde man die Tastatur auseinanderreißen. Das ist verwunderlich, da bereits bei den Füßen und dem Funk-Dongle Magnete zum Einsatz kamen.

Das Gehäuse der Tastatur ist vollständig aus Plastik, was bei dem Preis aber normal ist. Die Tasten sind Double-Shot und aus günstigerem ABS-Plastik, was dazu führt, dass sie sich glatter beziehungsweise weicher anfühlen als das PBT-Pendant.

Auf der Rückseite des Keyboards befinden sich zwei Schalter – zum Ein- und Ausschalten der Tastatur und um zwischen dem Bluetooth- und Funkmodus zu wechseln.

Die zwei pass-through USB-A-Ports, die neben dem USB-C-Port platziert sind, erlauben es etwa weitere Peripherien anzuschließen, um sie am PC zu verwenden oder nur zu laden. Dafür muss die Tastatur jedoch im kabelgebundenen Modus sein. Während unseres Tests funktionierten nicht alle Geräte, die wir über die pass-through Ports angeschlossen hatten. Eine Razer-Maus funktionierte auf Anhieb problemlos, wohingegen eine Logitech-Maus nach dem Anschließen nicht ansprang. Leider ist es nicht ganz ersichtlich, welchen Datendurchsatz die pass-through USB-Ports haben, da man auch auf der Seite von Royal Kludge nicht näher auf deren Spezifikationen eingeht.

Inbetriebnahme

Die Royal Kludge RK84 75% Wireless ist theoretisch direkt nach dem Auspacken einsatzbereit. Man schließt sie entweder per Kabel an den PC, verwendet das Keyboard im Wireless-Mode per Funk-Receiver, der an einem USB-A-Port am PC Platz findet, oder wechselt in den Bluetooth-Modus.

Möchte man mehr aus seiner Tastatur herausholen, kommt man um die Royal Kludge Software nicht herum. Etwas verwirrend: Der angegebene Link in der Betriebsanleitung führt ins Leere, jedoch findet man die Download-Seite relativ schnell, wenn man eigenständig danach sucht.

Viel nerviger ist jedoch, dass nachdem man die Software heruntergeladen und installiert hat, diese direkt ein Update parat hat und es extremst langsam downloadet. In unserem Test hat es ganze 10 Minuten gedauert, bis der Download abgeschlossen war, und das bei einer 1 GBit-Leitung. Neben einem deutlich schnelleren Download wäre hier vor allem wünschenswert, dass die auf der Website zur Verfügung stehende Software immer die aktuellste Version darstellt.

Software

Von den niedrig auflösenden Icons bis hin zum rigiden Menü – die Royal-Kludge-App hat definitiv einen gewissen DIY-Charme. Das tut jedoch der Funktionalität zum Großteil keinen Abbruch. Zudem haben viele Keyboards in diesem Preissektor gar keine Software am Start.

Die App hat vier verschiedene Menüs, wobei zwei davon den RGB-Einstellungen gewidmet sind. Unter Profile passt man die Tastenbelegung des Keyboards an und kann dafür gleich mehrere von ihnen einrichten. Über die abgebildete Tastatur legt man neue Funktionen auf die gewünschten Tasten. Zur Wahl stehen Makros, Tastenkombinationen, einzelne Tasten sowie Windows-Programme und Media-Controls.

Insgesamt 21 unterschiedliche RGB-Effekte gibt es, die zumindest ein Stück weit individualisierbar sind. Das beschränkt sich auf Helligkeit, Geschwindigkeit und Farbe der LEDs. Zusätzlich zu den 21 Effekten gibt es im eigenständigen Menü Custom Lights acht weitere RGB-Settings, bei denen uns aber nicht ganz klar ist, warum man sie ausgelagert hat, da sie sich nicht wirklich von den anderen 21 unterscheiden und schlimmer noch – die Animationen dieser Custom Lights sind sehr abgehackt. Daran änderte auch das Anpassen der Animationsgeschwindigkeit nichts.

So tippt es sich auf der Royal Kludge RK84 75% Wireless

Die RK84 75% Wireless gibt es mit linear (red), clicky (blue) und tactile (brown) Switches. In unserem Exemplar sind taktile Schalter verbaut. Drückt man die Taste, erreicht man nach 2 mm einen Hubbel, den es zu überwinden gilt, damit sie anschlägt. Das bedeutet allerdings auch, dass sie eine höhere Betätigungskraft (55 g) benötigt, als etwa Tasten mit linearen Switches. Möchte man die Tastatur hauptsächlich zum Zocken verwenden, sollte man daher auf lineare Schalter zurückgreifen, da sie durch die geringere Betätigungskraft schneller aktivieren.

Für ein Keyboard dieser Preisklasse schreibt es sich auf der RK84 ziemlich rund und mit erstaunlich wenig Hall. Von der Lautstärke her verhalten sich die bei uns verwendeten braunen Schalter wie erwartet, da in der Tastatur keine speziellen Dämpfungsmaterialien verbaut sind. Hier gilt: Wer sich Büro oder Gaming-Zimmer mit anderen Personen teilt, sollte lieber aufgrund der Lautstärke zu den linearen Schaltern greifen.

Preis

Die Royal Kludge RK84 75% Wireless ist auf der Website von Royal Kludge für 62 Euro im ISO-DE-Layout erhältlich (Code heiseBestenlisten). Auf Amazon kostet die Tastatur aktuell 64 Euro.

Fazit

Mit der Royal Kludge RK84 75% Wireless holt man sich eine durchaus kompetente und vor allem günstige Hot-Swap-Tastatur ins Haus, bei der man das kleinere Budget an manchen Ecken und Kanten merkt. Abgesehen von den günstigeren ABS-Tasten ist es vor allem die Software, die an manchen Stellen etwas nervig und umständlich im Umgang ist. Da sie am Ende des Tages jedoch tut, was sie soll und das mit einer Ausnahme auch sehr zuverlässig, fällt die Kritik nicht so stark ins Gewicht.

Es ist generell erstaunlich, was man für den Preis mit der RK84 75% Wireless bekommt: Hot-Swapping, Pass-Through-USB, mehrere Verbindungsmöglichkeiten und eine dedizierte Software in Kombination mit einer für den Preisbereich soliden Verarbeitung.

Wenn man mit den Abstrichen einer Budget-Tastatur leben kann, dann bekommt man mit der Royal Kludge RK84 75% eine günstige mechanische Tastatur, die in einzelnen Bereichen durchaus auch mit teureren Konkurrenzprodukten mithalten kann.

Monsgeek M1 V5 TMR im Test: Gaming-Tastatur mit magnetischem Tunnelwiderstand

Die Monsgeek M1 V5 TMR kann dank Sensoren und des magnetischen Tunnelwiderstands deutlich präziser und schneller reagieren als andere Tastaturen.

VORTEILE

  • hochwertige Verarbeitung
  • hervorragendes Tippgefühl
  • praktische Web-App
  • Hot-Swapping mit magnetischen und mechanischen Switches

NACHTEILE

  • teuer
  • Modi-Schalter liegt unter der Caps-Lock-Taste

Die Monsgeek M1 V5 TMR kann dank Sensoren und des magnetischen Tunnelwiderstands deutlich präziser und schneller reagieren als andere Tastaturen.

Die Monsgeek M1 V5 TMR bedient sich des Effekts des magnetischen Tunnelwiderstands, und stellt bereits kleinste Veränderungen des Widerstands im Magnetfeld fest. Dadurch soll sie noch schneller, noch präziser und noch zuverlässiger arbeiten als herkömmliche Hall-Effect-Tastaturen. Wir haben die Peripherie getestet und berichten. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Lieferumfang

Mit der Monsgeek M1 V5 TMR kommen ein USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel und ein 2,4-GHz-Funkdongle für die drahtlose sowie kabelgebundene Verbindung zum PC. Zum Austauschen der Tastenkappen und Switches liegen außerdem Keycap- und Switch-Puller bei. Ein Staubschutz aus Kunststoff sowie eine Kurzanleitung komplettieren das Paket.

Design

Die Monsgeek M1 V5 TMR sieht so gar nicht nach Gaming aus. Würden die (wahlweise) bunt leuchtenden RGBs nicht zwischen den Tasten hervorblitzen, könnte man sie auf den ersten Blick für eine reine Office-Tastatur halten. Ein massiver, rau texturierter Aluminium-Block umschließt die Tasten. Oben rechts thront zudem ein ebenfalls aus Aluminium gefertigter Drehknopf.

Die Tastenkappen der 75-Prozent-Tastatur geben sich in Schwarz und Grau mit einer weißen, gut leserlichen Beschriftung. Sie sind nicht lichtdurchlässig, weswegen die RGB-Beleuchtung nur dezent zwischen den Tasten hervorleuchtet.

Auf der Rückseite der M1 V5 TMR befinden sich vier dünne Gummistreifen, die der Tastatur perfekten Halt auf dem Schreibtisch geben. Sehr unpraktisch ist, dass der Schalter, um zwischen kabellosem und USB-Modus zu wechseln, nicht am Gehäuse, sondern unter der Feststelltaste versteckt ist. Möchte man zwischen den Modi wechseln, muss man dafür jedes Mal die Tastenkappe vorher entfernen. Die fehlende Möglichkeit, den Funkdongle am Gehäuse zu verstauen, ist ebenfalls unpraktisch

Dafür kann sich die Verarbeitung aber mehr als sehen lassen: Die leicht raue Oberfläche des Aluminiums gefällt und verleiht der Tastatur vor allem bei Sonneneinstrahlung ein leichtes Glitzern. Schönheitsfehler können wir auf dem Keyboard keine finden. Die Tasten sitzen zudem alle sauber und gleichmäßig auf den Switches. Insgesamt wirkt die Monsgeek M1 V5 TMR äußerst hochwertig.

Ausstattung

Das Keyboard ist in der Lage, auf drei Wegen mit dem PC zu verbinden: per USB-Kabel, per 2,4-GHz-Funkdongle und via Bluetooth (5.0). Unter Windows 11 bemerken wir keine wirkliche Verzögerung im Funkmodus, wählen zum Zocken aber dennoch immer die Verbindung via Kabel. Auf die 8000-Hz-Abtastrate kann die M1 V5 TMR sowohl per USB als auch per Funk zugreifen. Über den Modi-Schalter wechselt man zudem zwischen Windows- und Mac-Tastenlayout.

Etwas irreführend ist die beworbene Scanrate von 32.000 Hz. Diese ist nämlich nur für die ANSI-Version (amerikanisches Tastenlayout) der M1 V5 TMR verfügbar. Das ISO-Modell arbeitet mit maximal 16.000 Hz, was jedoch nicht wirklich aus der Produktseite hervorgeht. Die Höhe der Scanrate legt fest, wie häufig das Keyboard Tastenzustände pro Sekunde registriert – 16.000 Mal im Falle der Monsgeek. Die Abtastrate (hier maximal 8000 Hz) sagt hingegen aus, wie häufig die Tastatur pro Sekunde mit dem PC kommuniziert.

Als TMR-Tastatur (Tunnel Magnetoresistance) misst die Monsgeek M1 V5 TMR über extrem sensible Sensoren auf der Platine noch so kleine Widerstandsveränderungen im Magnetfeld und bei der Betätigung einer Taste. Das bringt vor allem mit sich, dass sie so viel schneller (unter 0,2 ms) und viel präziser reagieren kann. Die auf Deutsch magnetischer Tunnelwiderstand genannte Technologie ist zudem noch etwas stromsparender als herkömmliche magnetische Hall-Effect-Tastaturen.

Davon profitiert letztendlich der 8000-mAh-Akku, der die Tastatur kabellos mit Strom versorgt. Während unseres Tests stand der Akku selbst mit eingeschalteten LEDs auch nach fünf Stunden noch bei 100 Prozent. Wir verwenden die Peripherie aufgrund des nervig platzierten Modi-Schalters allerdings hauptsächlich mit Kabel, weswegen wir hier keine Langzeitangaben machen können. Wer die Tastatur hauptsächlich zum Zocken verwendet, sollte im Idealfall ohnehin direkt zum Kabel greifen.

Die 75-Prozent-Tastatur misst 333 × 32,6 × 146 mm und wiegt in etwa 1,88 kg.

Software

Die M1 V5 TMR konfiguriert man über die Monsgeek-Web-App per Browser. Das geht sowohl mit als auch ohne angeschlossenes Kabel. Die Software macht auf den ersten Blick einen übersichtlich gestalteten Eindruck. Die Einstellungsmöglichkeiten beinhalten erwartungsgemäß die Tastenbelegung, die Auslösepunkte der Switches sowie die RGB-Beleuchtung.

Neben Media-Funktionen wie Pause/Play kann man auch Makros auf die Tasten legen. Diese lassen sich zuvor im integrierten Makro-Editor aufzeichnen. Für den Drehknopf kann man indes die Linksdrehung, Rechtsdrehung und das Drücken des Knopfes konfigurieren und hat dabei die gleiche Auswahl an Funktionen wie bei den regulären Tasten.

Insgesamt gibt es 23 verschiedene vorkonfigurierte Leuchteffekte, die man hauptsächlich in Bezug auf Geschwindigkeit und Helligkeit anpasst – wenn gewünscht. Wer mag, kann auch eigene Farbkombinationen kreieren und auf der Tastatur abspeichern, dann aber ohne speziellen Effekt.

Für die magnetischen Switches stehen die vertrauten Funktionen Rapid-Trigger, Mod-Tap, Dynamic-Keystroke und Snap-Tap bereit. So ermöglicht Dynamic-Keystroke etwa, dass vier unterschiedliche Aktionen bei vier unterschiedlichen Betätigungspunkten ausgelöst werden. Die Betätigungspunkte der einzelnen Switches sind zudem im Rahmen von 0,1 mm bis 3,3 mm individuell anpassbar.

Tippgefühl

Die Kombination aus den linearen Astroaim-Magnetic-Switches sowie den klangoptimierenden Maßnahmen, die Monsgeek hier getroffen hat, verleiht der Tastatur einen prägnanten Thock-Klang beim Tastenanschlag. Poron-Schaumstoff unten im Gehäuse sowie Poron-Plattenschaum unmittelbar über dem IXPE-Switch-Pad reduzieren ungewollte Geräusche wie Hall beim Anschlagen der Tasten. Die Tastenkappen aus PBT-Kunststoff im Double-Shot-Verfahren fühlen sich derweil super griffig und robust an.

Beim Zocken ist die Tastatur – wie beworben – äußerst präzise, schnell und zuverlässig. Die individuell eingestellten Betätigungspunkte fühlen sich während unseres Tests zudem nicht schwammig an. Einen drastischen Unterschied zu regulären HE-Tastaturen können wir aber dann doch nicht feststellen.

Die M1 V5 TMR unterstützt Hot-Swapping sowohl mit magnetischen als auch mit rein mechanischen Switches, wodurch sie natürlich unglaublich viel Flexibilität bietet.

Preis

Bei Akko kostet die Monsgeek M1 V5 TMR aktuell 182 Euro. Die UVP liegt bei 214 Euro.

Fazit

Die Monsgeek M1 V5 TMR glänzt mit einer hervorragenden Verarbeitung, einem hochwertigen Look und vielen Anpassungsmöglichkeiten via Web-App. Außerdem bietet sie einen ganzen Haufen starker Technologie: Als TMR-Tastatur profitiert man mit ihr von den individuell anpassbaren Switches und den damit einhergehenden Zusatzfunktionen durch die Software. Allerdings bieten diese auch die meisten regulären Hall-Effect-Tastaturen. Eine zumindest für uns merklich spürbare Leistungsverbesserung im Vergleich zu HE-Keyboards gab es nicht.

Sehr praktisch ist hingegen die Möglichkeit, auch jederzeit auf rein mechanische oder andere magnetische Switches ausweichen zu können, da das Keyboard Hot-Swapping unterstützt.

Neben dem Preis dürfte vor allem der unheimlich nervig platzierte Verbindungsmodus-Schalter stören, für den man jedes Mal die Tastenkappe der Feststelltaste entfernen muss.

Wer bereits eine Hall-Effect-Tastatur sein Eigen nennt und mit dieser zufrieden ist, braucht den Umstieg auf die Monsgeek M1 V5 TMR nicht unbedingt zu wagen. Alle anderen, die auf der Suche nach einer kompetenten und hochwertigen Tastatur mit starker Technik sind, können hier zuschlagen.

Logitech G Pro X TKL Rapid Gaming-Tastatur im Test – magnetisch, mechanisch, gut

Die Logitech G Pro X TKL Rapid ist die erste magnetisch-mechanische Tastatur des Peripherie-Herstellers und besticht neben den anpassbaren Auslösepunkten der Switches auch mit einer guten Software. Ob das Gesamtpaket überzeugt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • astreine RGB-Einstellungsmöglichkeiten
  • kompetente Software
  • gute Verarbeitung

NACHTEILE

  • Tasten ohne Beleuchtung nicht lesbar

Die Logitech G Pro X TKL Rapid ist die erste magnetisch-mechanische Tastatur des Peripherie-Herstellers und besticht neben den anpassbaren Auslösepunkten der Switches auch mit einer guten Software. Ob das Gesamtpaket überzeugt, zeigt der Test.

Auch Logitech wagt sich jetzt mit der G Pro X TKL Rapid an die Sparte der magnetisch-mechanischen Gaming-Tastaturen heran. Im Vergleich zu regulären mechanischen Keyboards bestechen diese vor allem durch den individuell anpassbaren Auslösepunkt, der gerade beim Zocken hilfreich ist. In der Vergangenheit gerne mal als Cheating verteufelt, ermöglicht die Technologie in erster Linie präzisere Bewegungen und schnellere Tasteneingaben, die natürlich bei kompetitiven Games wie Counter-Strike, Valorant oder Fortnite sehr vorteilhaft sind.

Wie es sich für ein Logitech-Produkt gehört, darf auch bei der G Pro X TKL Rapid die G-Hub-Integration nicht fehlen, über die man die meisten Funktionen der Tastatur steuert. Inwiefern das Keyboard davon profitiert, erklären wir in unserem Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Lieferumfang

Die Logitech G Pro X TKL Rapid kommt in überschaubarem Umfang daher. Öffnet man das Paket, blickt man auf die Tastatur samt USB-A-auf-USB-C-Verbindungskabel, und das war’s auch schon.

Design

Die Tastatur ist in schlichtem Schwarz gehalten, wobei das Tastenfeld von einem dünnen metallischen Rahmen umzogen ist. Der Rest des Keyboards ist jedoch aus Plastik. Über den F-Tasten befinden sich Media-Control-Buttons sowie ein Scrollrad. Zudem gibt es einen dedizierten Knopf, um die Helligkeit der Beleuchtung stufenweise zu regulieren und einen Button, um den Game-Mode ein- bzw. auszuschalten. Alles in allem fühlt sich die Tastatur sehr robust an. Alternativ gibt es das Keyboard auch in Weiß oder Pink.

Wie es sich für eine Gaming-Tastatur gehört, setzt man hier auf einen platzsparenden Formfaktor, nämlich dem beliebten Tenkeyless-Design, bei dem das Numpad fehlt. Alle übrig gebliebenen Tasten sind mit RGB-Beleuchtung ausgestattet, welche individuell einstellbar ist.

Man hat sich bei der Logitech Pro X TKL Rapid für das Double-Shot-Verfahren entschieden und auf eine transparente Beschriftung der PBT-Tastenkappen gesetzt. Dadurch kommt die RGB-Beleuchtung zwar hervorragend zur Geltung, ist diese jedoch deaktiviert, ist die Beschriftung der Tasten nicht mehr lesbar.

Das Keyboard ist mit analog-magnetischen Hall-Effect-Schaltern ausgestattet, welche vor allem in Kombination mit der Software ihre Magie wirken.

Inbetriebnahme

Wirft man einen Blick in die Verpackung der Pro X TKL Rapid, bekommt man in zwei Bildern erklärt, wie man die Tastatur das erste Mal in Betrieb nimmt. Schritt 1: Die Tastatur mit dem Kabel am PC verbinden. Schritt 2: Die Software G-Hub herunterladen und installieren. Anschließend ist die Tastatur einsatzbereit.

Software

Hinter G-Hub verbirgt sich die zentrale Software, die alle Logitech-Produkte steuert. Wenn man das Programm bereits mit anderen Peripherien des Herstellers verwendet, findet man sich sofort zurecht. Da die Menüs aber sehr einfach gehalten und verständlich aufgebaut sind, dürften auch Unerfahrene keine Probleme mit der App haben. Für jedes Menü gibt es zudem eine Kurzübersicht mit zusätzlichen Tutorialvideos, die einen an die verschiedenen Features heranführen.

Die Beleuchtungseffekte sind vielfältig und die Einstellungsmöglichkeiten beeindruckend granular. Vom Auswählen vordefinierter bis hin zum Erstellen eigener Effekte ist hier alles drin, was man braucht. Das geht sogar so weit, dass man wahlweise jeden einzelnen Frame der RGB-Animation konfiguriert. Da jede App ein eigenes Profil im G-Hub erhält, spricht auch nichts dagegen, spielespezifische Beleuchtungseffekte einzurichten.

Erwartungsgemäß ermöglicht G-Hub auch, Tasten neu zu belegen, Macros einzurichten und sogar programmspezifische Aktionen auf bestimmte Tasten zu legen. Mit G Shift eröffnet sich zu der Fn-, Shift- und STRG-Taste eine zusätzliche Ebene, deren Betätigung man etwa auf den Button einer Logitech-Maus legt. Im Game-Mode legt man fest, ob und welche Tasten deaktiviert werden, wenn man den Button auf der Tastatur drückt. Das kann etwa nützlich sein, wenn man während hitziger Gefechte aus Versehen auf bestimmte Tasten kommt.

Wie auch bei anderen Tastaturen mit magnetischen Schaltern passt man Betätigungspunkt und Rapid-Trigger-Sensibilität wahlweise für jeden Switch einzeln an oder direkt für alle Tasten des Keyboards gleichzeitig. Außerdem spannend: Mit der Funktion Key Priority legt man fest, welche von zwei im Vorfeld definierten Tasten die Tastatur zuerst registrieren soll. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, der am weitesten gedrückten Taste die Priorität zu geben. Das Tool warnt jedoch davor, dass die Technologie in bestimmten Spielen verboten ist und man somit auf eigene Gefahr hin handelt.

Über den Onboard-Speicher der Tastatur greift man jederzeit auf die hinterlegten Einstellungen zu. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Tastatur nicht nur am heimischen Rechner Verwendung findet.

So tippt es sich auf der Logitech G Pro X TKL Rapid

Wer bereits auf einer magnetisch-mechanischen Tastatur geschrieben hat, für den bringt die Pro X TKL Rapid keine neue Offenbarung. Mit den linearen Schaltern tippt es sich einwandfrei und das Geräuschprofil lässt sich am besten als angenehmes Klackern beschreiben. Wer ein taktiles Feedback sucht, der muss zur regulären Logitech Pro X TKL ohne magnetische Schalter greifen oder bei anderen Herstellern fündig werden, verzichtet dann aber logischerweise auf die Vorzüge der Hall-Effect-Technologie.

Preis

Die UVP der Logitech G Pro X TKL Rapid liegt bei 189 Euro, sie ist aber derzeit für 120 Euro erhältlich.

Fazit

Die Logitech G Pro X TKL Rapid richtet sich mit ihrem Design und ihren Funktionen in erster Linie an Zocker und gerade die holen am meisten aus der magnetisch-mechanischen Tastatur heraus – egal, ob aufgrund der individuellen Beleuchtungsprofile oder den Vorteilen, die die unterschiedlichen Betätigungspunkte beim Zocken verschaffen.

Positiv fällt im Gesamtpaket vor allem die Software G-Hub auf, die neben einer übersichtlichen Menüführung vor allem durch ihre RGB-Settings besticht. Die Einstellungsmöglichkeiten in Bezug auf die magnetischen Switches entsprechen mehr oder weniger dem Standard, mit Ausnahme der Key Priority. Die Tastatur ist solide verarbeitet, man greift dabei allerdings auf ein reines Plastikgehäuse zurück.

Insgesamt gibt es wenig an der Logitech G Pro X TKL Rapid auszusetzen. Der Funktionsumfang überzeugt, die magnetischen Switches tun, was sie sollen, und auch der Preis ist angenehm. Man bekommt hier ein gutes Gesamtpaket, das seine Stärken vor allem aus den Synergien mit der Software zieht. Es macht wenig Sinn, das Keyboard zu kaufen, wenn man nicht von den magnetischen Schaltern Gebrauch macht – da gibt es günstigere Alternativen. Ansonsten bekommt man mit der Logitech G Pro X TKL Rapid eine sehr gute magnetisch-mechanische Tastatur für unter 200 Euro.

Dark Project Alu81a Terra Nova im Test: Mechanische Tastatur mit Alugussgehäuse

Die mechanische Gaming-Tastatur Dark Project Alu81a Terra Nova fühlt sich wie eine hochwertige Gusseisenpfanne an. Auch das Weltall-Design ist äußerst schick.

VORTEILE

  • hochwertiger Look
  • Gehäuse aus Aluminiumguss
  • Software mit vielen Einstellungsmöglichkeiten
  • grandioses Tippgefühl

NACHTEILE

  • Firmware-Update ist umständlich
  • Funkverbindung erst nach erneutem Pairing zuverlässig

Die mechanische Gaming-Tastatur Dark Project Alu81a Terra Nova fühlt sich wie eine hochwertige Gusseisenpfanne an. Auch das Weltall-Design ist äußerst schick.

Die Dark Project Alu81a Terra Nova sticht sofort ins Auge, denn dem 75-Prozent-Keyboard wurde ein Gehäuse aus Aluminiumguss spendiert. Das wirkt nicht nur unglaublich wertig, sondern fühlt sich auch hervorragend an. Wie es um den Rest des Gesamtpakets bestellt ist, zeigen wir im Test. Die Tastatur hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Lieferumfang

Zur Tastatur gibt es ein 1,8 m langes, stoffummanteltes Verbindungskabel mit USB-A-zu-USB-C-Konnektoren. Für den kabellosen 2,4-GHz-Funkmodus liegt ein Funk-Receiver bei. Neben vier Ersatz-Switches gibt es ein 2-in-1-Werkzeug, um Keycaps und Switches bei Bedarf zu entfernen und auszutauschen. Ungewöhnlich sind die zusätzlichen neun Tastenkappen-Sets für Sonderzeichen anderer Sprachen. Ersatzteile kommen außerdem in Form von vier extra Gummifüßen und vier Ersatzschrauben. Ein Staubschutz für das Keyboard ist ebenfalls enthalten.

Design

Eins ist sofort klar: Die Dark Project Alu81a Terra Nova ist unheimlich stylish. Die Tastatur ist sowohl in Schwarz als auch in Weiß erhältlich. In beiden Fällen zieren Skizzenzeichnungen der Erde und anderer Planeten einige der Tasten und erzeugen ein stimmiges Gesamtbild. Das Gehäuse aus Aluminiumguss hat eine Textur, die der einer Gusseisenpfanne nahekommt. Auf der Rückseite sind weitere planetarische Skizzen eingraviert. Schade ist, dass es keine höhenverstellbaren Standfüße gibt. Stattdessen hat die Tastatur vier Gummifüße, die sie rutschfest machen.

Am oberen Rand der Tastatur befinden sich der USB-C-Port sowie zwei Schalter. Der Schalter links neben dem Port wechselt zwischen den Verbindungsmodi, während der Schalter rechts neben dem Port zwischen Layer (Ebene) 1 und 2 der Tastenbelegung wechselt.

Die Alu81a Terra Nova ist mit LEDs ausgestattet, deren Farben gut zur Geltung kommen. Dazu trägt vorwiegend die transparente Beschriftung der Keycaps bei, durch die die Farben scheinen können.

Generell lässt die Verarbeitung der 1,5 kg schweren Tastatur kaum Wünsche übrig. Alles ist sauber verarbeitet und sitzt fest. Der 75-Prozent-Formfaktor balanciert zudem die Wuchtigkeit des Vollaluminium-Gehäuses aus und spendiert der Peripherie die Maße 324 × 140 × 36 mm. Sie ist dadurch kompakt genug, um Zockern, die mit niedrigen DPI-Einstellungen spielen, ausreichend Platz auf dem Schreibtisch zu lassen. Einzig die fehlende Aufbewahrungsmöglichkeit am Keyboard für den Funk-Receiver ist ärgerlich, da dieser sehr klein ist und schnell mal abhandenkommen kann.

Ausstattung

Die Dark Project Alu81a Terra Nova ist sowohl kabellos als auch kabelgebunden im Einsatz. Neben dem bereits erwähnten 2,4-GHz-Funk-Modus steht auch eine Bluetooth-Verbindung zur Verfügung. Zum Zocken – primär in Online-Games – ist die aber aufgrund der höheren Latenz nicht zu empfehlen. Im Idealfall spielt man per Funkverbindung oder direkt kabelgebunden. Während unseres Tests hatten wir immer mal wieder das Problem, dass die Funkverbindung unterbrach und sich die Tastatur nicht wieder mit dem Receiver verbunden hatte. Den Receiver erneut mit dem Keyboard zu paaren, hat das Problem dann aber permanent behoben. Dafür muss man diesen aus dem Port am PC entfernen, das Keyboard auf den Funkmodus stellen und die Tasten Fn + 4 so lange gedrückt halten, bis die 4 schnell grün zu blinken anfängt. Dann steckt man den Funk-Dongle wieder in den USB-Port am PC, und der Receiver und die Tastatur sind erneut gepaart.

Der 8000-mAh-Akku versorgt das Keyboard mit ausreichendem Strom, um es mehrere Tage ohne Kabel und aktivem RGB-Licht zu verwenden. Wie bei allen kabellosen Tastaturen gilt: Je stärker und effektvoller die Beleuchtung eingestellt ist, desto mehr Strom zieht der Akku. Leider gibt es außer einer rot leuchtenden Escape-Taste keine wirkliche Anzeige für den Akkustand. Es ist zudem nicht bekannt, ab wie viel Prozent Restakkuladung die Taste anfängt, rot zu leuchten.

Für die Tasten der Alu81a Terra Nova verwendet Dark Project Tastenkappen aus PBT-Plastik mit CSA-Profil. Das Profil zeichnet sich durch eine rundere Form der Ränder aus. Durch die leichte Erhöhung nach außen hin sitzen die Finger zudem angenehm mittig auf der Taste.

Das Keyboard unterstützt Hot-Swapping, die Switches lassen sich also bei Bedarf jederzeit austauschen. Vorinstalliert sind die linearen vorgeschmierten G3ms Moonstone, die eine Betätigungskraft von 50 g haben.

Einstellungen wie die Beleuchtung lassen sich direkt über Tastenkombinationen auf der Tastatur verändern. Umfangreichere Möglichkeiten bietet hingegen die Software Vial.

Software

Die Dark Project Alu81a Terra Nova profitiert von der Open-Source-Software Vial, einem QMK-Ableger (Quantum Mechanical Keyboard). Sie läuft unter Windows, Linux und Mac – auch als Web-App. Das Firmware-Update der Tastatur erfolgt über die Software QMK Toolbox. Die Update-Datei, samt Anleitung, steht auf der Website von Dark Project zum Download bereit.

Ein Vorteil der Open-Source-Software Vial ist die Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten, die sie mitbringt. Natürlich gibt es Standardfunktionen wie das Verändern der Tastenbelegung, das Erstellen von Makros und das Anpassen der Beleuchtung, aber auch Funktionen wie Tap Dance und Key Override stehen zur Verfügung.

Tap Dance ermöglicht es, einer Taste mehrere Funktionen zuzuweisen. Abhängig davon, wie diese betätigt wird. Unterschieden wird hierbei zwischen einem einzelnen Tastendruck, einem doppelten Tastendruck, dem Halten der gedrückten Taste und einer Kombination aus Tastendruck und anschließendem Halten. Key Override erlaubt hingegen, die Funktionen regulärer Tastenkombinationen wie Strg + C mit selbst gewählten zu überschreiben.

Da Vial auf der Open-Source-Firmware QMK basiert, stehen einem über das Programm weitere QMK spezifische Einstellungen zur Verfügung, auf die man mittels des Tabs QMK Settings zugreift. Allerdings erfordern manche davon, dass man sich die Dokumentation online durchliest, da Tooltips oder ausführliche Beschreibungen fehlen.

Zusammenfassend bietet die Software die gängigsten Funktionen, die man für eine Gaming-Tastatur benötigt, und wartet dank Open-Source mit einigen zusätzlichen Einstellungsmöglichkeiten auf, die jedoch etwas Eigenrecherche und Experimentierfreude erfordern, um sie in vollen Zügen zu genießen. Sie ist nicht ganz so poliert und benutzerfreundlich wie manch anderes Software-Angebot, erfüllt ihren Zweck aber rundum.

Tippgefühl

Die Dark Project Alu81a Terra Nova bietet ein wunderbares Tipperlebnis – sowohl haptisch als auch akustisch. Das Zusammenspiel der linearen G3ms-Moonstone-Switches, der verwendeten Dichtungen, der geräuschdämpfenden Schichten und des Aluminiumgussgehäuses sorgt für ein wohlklingendes Tippen, das vom Soundprofil her zwischen creamy und thocky angesiedelt ist. Die Tastenkappen fühlen sich angenehm weich an und die Betätigungskraft von 50 g ist für uns genau richtig. Dank der vorgeschmierten Stabilisatoren und Switches scheppert und kratzt zudem nichts und auch Key-Wobble beim Drücken der Tasten ist kaum vorhanden. Wer lieber mit clicky oder taktilen Switches tippt und zockt, kann dank Hot-Swap-Unterstützung jederzeit umsteigen.

Wir sind rundum zufrieden mit dem feingetunten Schreiberlebnis, das uns die Terra Nova beschert.

Preis

Die Dark Project Alu81a Terra Nova kostet derzeit 103 Euro. Sie ist in Schwarz und Weiß erhältlich.

Fazit

Die Dark Project Alu81a Terra Nova ist eine außergewöhnliche Tastatur. Das Gehäuse aus Aluminiumguss überzeugt sowohl visuell als auch haptisch und sorgt zudem für eine ganz eigene Akustik beim Tippen. Das Design ist stimmig und wird durch Details wie die gravierte Rückseite abgerundet. Die Terra Nova ist einwandfrei verarbeitet und wirkt äußerst hochwertig – vor allem für aktuell 97 Euro. Während Verarbeitung und Design auf höchstem Niveau sind, stolperten wir zu Beginn über die holprige Funkverbindung, die wir nachträglich stabilisieren konnten. Auch der etwas umständliche Update-Prozess der Firmware und die Open-Source-Software sind eventuell nicht jedermanns Geschmack.

Alles in allem überzeugt uns die Dark Project Alu81a Terra Nova aber in fast allen Punkten und ist eine klare Kaufempfehlung mit minimalen Abstrichen.

Steelseries Apex Pro TKL Wireless im Test: Gaming-Tastatur mit OLED-Display

Die Steelseries Apex Pro TKL besticht durch ein phänomenales Tippgefühl, hohe Individualisierbarkeit dank magnetisch-mechanischer Schalter und einer ausgereiften Software. Ob das den hohen Preis rechtfertigt, zeigt unser Test.

VORTEILE

  • hohe Individualisierbarkeit dank magnetischer Schalter
  • umfangreiche Software mit granularen Einstellungsmöglichkeiten
  • OLED-Display praktisch, um Änderungen schnell durchzuführen

NACHTEILE

  • teuer
  • Funktionen der Software teilweise schlecht erklärt

Die Steelseries Apex Pro TKL besticht durch ein phänomenales Tippgefühl, hohe Individualisierbarkeit dank magnetisch-mechanischer Schalter und einer ausgereiften Software. Ob das den hohen Preis rechtfertigt, zeigt unser Test.

Steelseries fährt mit der Apex Pro TKL Wireless harte Geschütze auf. Ausgestattet mit magnetisch-mechanischen Schaltern, einem OLED-Bildschirm und diversen Software-Funktionen, will die Tastatur das Zock- und Schreiberlebnis bereichern. Hier allen voran die variable Sensibilität der Schalter, die über die App Steelseries GG für jedes Spiel individuell eingestellt werden kann.

Die Steelseries Apex Pro TKL Wireless erschlägt einen fast mit Einstellungsmöglichkeiten und aufregend klingenden Features wie Rapid Trigger oder Protection Mode, die Vorteile beim Zocken verschaffen sollen. Wie nützlich diese sind und ob das Konzept der Tastatur aufgeht, verraten wir im Test.

Lieferumfang

Bereits die Verpackung der Apex Pro TKL Wireless lenkt die Aufmerksamkeit auf sich: in schrillem Orange und vollgepackt bis obenhin kommt die Tastatur bei einem daheim an. Öffnet man die Box, begrüßt einen zuerst die Tastatur in mattem Schwarz. Unmittelbar über ihr befinden sich zwei herausnehmbare Karton-Einlagen, ebenfalls in knalligem Orange, in denen sich der USB-C-Wireless-Dongle samt Erweiterungsadapter befindet und ein Tastenkappen-Entferner. Links daneben haust das von Nylon ummantelte USB-C- auf USB-A-Kabel, welches für den kabelgebundenen Betrieb der Tastatur benötigt wird. Alternativ findet es auch Gebrauch, wenn der PC nicht über einen direkten USB-C-Port verfügt. Dann wird der Adapter an das Kabel angeschlossen, um den Funkempfänger zu verbinden.

Im Karton direkt unter der Tastatur befindet sich zu guter Letzt noch eine magnetisch befestigte Handballenauflage.

Design

Die Tastatur gibt es in zwei Farben: Schwarz und Weiß. Ausgeschaltet wirkt sie recht schlicht. Das Gehäuse ist aus Plastik, was bei dem stolzen Preis, den sie kostet, etwas schade ist. Auf der Tastatur befinden sich Double-Shot PBT-Tastenkappen, die sich gewohnt gut beim Tippen anfühlen. Die verwendete Schriftart auf den Funktionstasten, etwa der Shift-Taste, ist etwas gewöhnungsbedürftig, da sie dem sonst eher schlichten Design der Tastatur bricht und einen förmlich anschreit.

Oben rechts, direkt neben der F12-Taste, ist ein OLED-Bildschirm in die Tastatur eingelassen. Wird er nicht gerade genutzt, zeigt dieser standardmäßig den Steelseries-Schriftzug und den derzeitigen Akkustand an. Bedient wird der Bildschirm über ein geriffeltes Scroll-Wheel und einen Button direkt darunter. Das OLED-Display hat mehrere Funktionen. Zum einen ist die Taste neben dem Bildschirm eine Media-Taste, mit der man Musik oder Videos starten, stoppen oder skippen kann. Über den Bildschirm lässt sich auch die Sensitivität der Tasten außerhalb der Software einstellen. Genauso können Makros aufgezeichnet und abgespeichert sowie Konfigurationen gespeichert und geladen werden. Auch die Helligkeit der RGB-Beleuchtung stellt man über den Bildschirm ein. Weitere Funktionen für bestimmte Apps und Spiele werden über Steelseries GG freigeschaltet.

Oben links an der Tastatur befindet sich ein Wipp-Schalter, über den man zwischen Bluetooth- und Funkverbindung wechseln kann oder sie ausschaltet, wenn sie kabellos genutzt wird.

Unter der Tastatur befinden sich ausklappbare Füße, die zwei Höheneinstellungen ermöglichen, und um den Rahmen herum mehrere gummierte Stellen, die dem Keyboard Halt geben.

Die Apex Pro TKL Wireless ist, wie es für Gaming-Tastaturen typisch ist, mit RGB-Beleuchtung ausgestattet. Diese wird über die Software Steelseries GG gesteuert und bietet unzählige Möglichkeiten der Individualisierung.

Als Tastatur im TKL-Design ist die Apex Pro kürzer als eine vollständige Tastatur. Schließlich fehlt bei ihr das Numpad, wodurch sie im Umkehrschluss jedoch platzsparender ist und mehr Raum für Mausbewegungen auf dem Schreibtisch zulässt.

Steelseries hat in der Apex Pro TKL Wireless sogenannte Omnipoint 3.0 Schalter verbaut. Dabei handelt es sich um mechanisch-magnetische Schalter, durch die es möglich ist, den Betätigungspunkt jeder Taste anzupassen. Im Klartext ist damit gemeint, wie stark man eine Taste drücken muss, bis diese reagiert. Die Schalter sind nicht hot-swappable, was in diesem Fall einleuchtend ist, da die Funktionalität der Tastatur größtenteils von ihnen abhängt und es wenig sinnvoll erscheint, sie durch nicht magnetische Schalter zu ersetzen.

Im Inneren der Tastatur wurde eine dreilagige Schaumstoffmatte verbaut, um Geräusche beim Tippen zu reduzieren. Außerdem sind alle Schalter von Werk aus geschmiert und Stabilisatoren sorgen zum Beispiel bei der Leertaste dafür, dass diese nicht zu sehr wackelt.

Die mitgelieferte Handballenstütze ist zwar eine nette Dreingabe, aber leider nicht sonderlich bequem, da sie nicht gepolstert ist. Leider sind die Magnete, die an der Stütze angebracht sind, etwas zu schwach, wodurch diese beim Bewegen der Tastatur leicht aus der Position kommen und wieder an die richtige Stelle geschoben werden müssen. Da man die Tastatur im Idealfall aber nicht dauernd durch die Gegend schiebt, sollte sich der Frust in Grenzen halten.

Inbetriebnahme

Theoretisch kann die Tastatur direkt aus der Verpackung heraus genutzt werden. Hat man sie das erste Mal mit dem PC verbunden, ob kabelgebunden oder über Bluetooth oder Funk im Wireless-Mode, ist sie einsatzbereit. Um sie jedoch im vollen Umfang nutzen zu können, muss die Software Steelseries GG installiert werden. Sie schaltet nicht nur den vollen Funktionsumfang der Apex Pro TKL Wireless frei, sondern ermöglicht es auch, Firmware-Updates durchzuführen. Achtung: Wenn der Funk-Dongle ebenfalls ein Update erhält, muss ein zweites USB-A auf USB-C-Kabel vorhanden sein. Ein passendes Kabel haben wir unten im Preisvergleich verlinkt.

Geladen wird das Keyboard mittels des USB-A auf USB-C-Kabels. Dieses wird einfach an einen USB-Port am PC angeschlossen und mit der Tastatur verbunden. Laut Hersteller reicht eine Akku-Ladung im Funk-Betrieb 37,5 Stunden, was in der Praxis stimmt. Im Bluetooth-Modus soll eine Ladung sogar bis zu 45 Stunden reichen.

Software

Mit dem Programm Steelseries GG konfiguriert man die Tastatur vollumfänglich. Die zwei für die Tastatur relevanten Hauptkomponenten des Programms finden sich in der Kategorie Engine wieder. Hier stellt man zum einen die Funktionen der Tasten sowie die Sensitivität der Tastenanschläge ein, zum anderen passt man über Prism die Beleuchtung der Tastatur bis ins Detail an. Leider wird in der Software selbst nur wenig erklärt, weswegen man bei bestimmten Settings etwas herumdoktern oder gleich im Internet recherchieren muss. Eine Einführung oder Ähnliches gibt es nicht. Besonders Funktionen wie die duale Bindung würden stark von einem Erklärtext profitieren.

Das Besondere an der Steelseries Apex Pro TKL Wireless sind die magnetisch-mechanischen Schalter, die im Detail über die Software angepasst werden können. Das geht sogar so weit, dass man für jede Taste die Sensitivität einzeln einstellen kann. Beim Zocken kann das beispielhaft bedeuten, dass eine Fähigkeit auf der E-Taste schneller gezündet werden kann, weil die Taste schneller reagiert. Genauso kann einer Taste eine niedrigere Sensitivität zugewiesen werden, wenn man diese zum Beispiel nur sehr gezielt einsetzen möchte. Die Vielzahl an Möglichkeiten ist genial, und die Umsetzung in der Praxis hat im Test reibungslos funktioniert.

Im Rahmen von Steelseries GG profitiert die Tastatur von zwei weiteren Funktionen, nämlich dem sogenannten Rapid Trigger und dem Schutzmodus. Rapid Trigger ist eine Funktion, bei der man sich fast schon fragen muss: Ist das bereits Cheaten? Denn ist Rapid Trigger für eine Taste aktiviert, setzt sich diese sofort zurück, sobald man von der Taste loslässt. Bei den meisten anderen Tastaturen gibt es eine feste Distanz, die die Taste wandern muss, bis sie zurückgesetzt wird. Rapid Trigger eliminiert diese im Prinzip, wodurch präzisere Bewegungen in Spielen versprochen werden. Auch hier kann die Sensitivität nach Wahl auch selbst eingestellt werden.

Der Protection Mode geht in die entgegengesetzte Richtung. Ist dieser für eine Taste aktiviert, wird die Sensitivität der darum liegenden Tasten reduziert. Fat-Fingering, also aus Versehen im Eifer des Gefechts auf die falsche Taste zu kommen, soll durch dieses Feature eliminiert werden. Da dem Tester dies häufig genug in Valorant passiert, hat er sich unheimlich über diese Funktion gefreut und möchte sie nicht mehr missen.

Selbstverständlich ist die Software in der Lage, Makros einzuprogrammieren und Tasten doppelt zu belegen. Selbst die Art, wie eine eingespeicherte Funktion getriggert werden soll, also ob beim Herunterdrücken oder Loslassen der Taste, ist individuell anpassbar.

Prism steuert die Beleuchtung der Apex Pro TKL Wireless. Insgesamt gibt es drei Ebenen, auf denen die Farben eingestellt werden können. Auf der aktiven Ebene wird der automatisch laufende Effekt eingerichtet. Hier gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Farbmodi, die natürlich auch für jede Taste individuell einrichtbar sind. Auf der reaktiven Ebene geht es um Effekte, die beim Tippen der Tasten zu sehen sind. Die Leerlaufebene verhält sich im Prinzip wie ein Bildschirmschoner und startet dann, wenn die Tastatur eine vordefinierte Zeit nicht in Benutzung ist. Insgesamt überzeugt die Auswahl an Effekten und Einstellungsmöglichkeiten der RGB-Beleuchtung und erlaubt jedem, das Farbspiel den eigenen Wünschen entsprechend anzupassen.

Eine Auswahl an Apps kann mit der Tastatur verknüpft werden, wodurch das OLED-Display neue Funktionen erhält. Verknüpft man unter anderem den Musik-Service Tidal mit dem Keyboard, zeigt das Display den derzeit laufenden Interpreten und den Namen des Lieds an. Das Gros der verknüpfbaren Apps sind jedoch Spiele. In diesem Fall zeigt der Bildschirm dann spielrelevante Informationen wie zum Beispiel Kills oder die Rundenanzahl an.

Tippgefühl

Das Tippen auf der Steelseries Apex Pro TKL Wireless macht unglaublich Spaß. Zumindest wenn man lineare Schalter mag, denn die Omnipoint 3.0 erzeugen keinen spürbaren Widerstand, wie es taktile Schalter tun würden und auch kein lautes Klicken, wie man es von clicky Schaltern gewohnt ist. Die Geräusche, die das Keyboard beim Tippen von sich gibt, sind dank dämpfendem Schaumstoff, vorgeschmierten Switches und den Stabilisatoren äußerst präzise und ohne Knarz- beziehungsweise Kratzgeräusche.

Preis

Der Preis der Apex Pro TKL Wireless ist nicht ohne. Die UVP der kabellosen Tastatur liegt bei 290 Euro, aktuell ist sie für 213 Euro erhältlich.

Fazit

Die Steelseries Apex Pro TKL Wireless bietet ein ansprechendes Gesamtpaket für diejenigen, die bereit sind, tief in die Tasche zu greifen. Dafür bekommt man jedoch auch einiges geboten. Besonders der hohe Grad an Individualisierbarkeit sticht hier positiv hervor. Die einzeln konfigurierbaren Tasten, das Programmieren von Makros und die verstellbare Sensibilität der magnetischen Schalter sind besonders für Zocker interessant und genau die soll das Produkt auch ansprechen. Interessiert man sich nur bedingt für diese Features, ergibt es wenig Sinn, dafür so tief in die Tasche zu greifen. Hat man jedoch Spaß daran, die Tastatur nach den eigenen Vorstellungen zu individualisieren, um am Ende in Valorant schneller seinen Ultimate zünden zu können, dann erhält man mit der Steelseries Apex Pro TKL Wireless sehr viel für sein Geld.

Erzeugt Kribbeln im Kopf: Mechanische Tastatur Wobkey Rainy 75 DE ISO im Test

Die mechanische Tastatur Wobkey Rainy 75 DE ISO ist eine akustische Meisterleistung. Es gibt sie erstmals auch mit deutschem Layout.

VORTEILE

  • sensationell gute Akustik beim Schreiben
  • hochwertige Verarbeitung mit Liebe zum Detail
  • Energiesparmodus und Low-Latency-Modus

NACHTEILE

  • Akkuschalter umständlich zu erreichen
  • teuer

Die mechanische Tastatur Wobkey Rainy 75 DE ISO ist eine akustische Meisterleistung. Es gibt sie erstmals auch mit deutschem Layout.

Die Rainy 75 von Wobkey macht ihrem Namen alle Ehre: Das Tippen auf ihr erinnert tatsächlich an prasselnden Regen. Ermöglicht wird das durch eine durchdachte Installation verschiedener geräuschoptimierender Materialien im Inneren der Tastatur. Für 140 Euro bietet sie neben der hervorragenden Akustik aber auch eine schicke Optik mitsamt hochwertigem Vollaluminiumgehäuse. Im Test nehmen wir sie genauer unter die Lupe.

Lieferumfang

Die 75-Prozent-Tastatur kommt mit einem USB-Verbindungskabel (USB-A-zu-USB-C), einem Tastenkappen- und Switch-Puller, drei Ersatz-Switches, einem Staubschutz sowie einem Quick-Start-Guide und einer Betriebsanleitung.

Design

Das Design der Rainy 75 macht schlicht und ergreifend Spaß und zudem auf dem Schreibtisch einiges her. Die Kombination aus Vollaluminiumgehäuse und dem auf der Unterseite installierten Gewicht verschafft dem Keyboard beachtliche 1,95 kg auf der Waage. Die Tastatur fühlt sich unheimlich wertig an und glänzt durch eine astreine Verarbeitung, Schönheitsfehler sucht man vergebens. Regnerisch geht es auf der Oberfläche der Tastatur zu: Details wie die in das Gehäuse gestanzte Regenwolke neben den Pfeiltasten oder die gefrästen Regenwolken auf der Rückseite zieren das Äußere der Peripherie. Anders als die US-Version, die es mittlerweile in verschiedenen Farben zu kaufen gibt, steht für die deutsche Variante nur eine Farbkombination zur Verfügung.

Die Tasten sind in dunklem Blau, in Grau und in Beige gehalten, die Beschriftungen hingegen in Gold, Weiß und Schwarz und erzeugen so ein stimmiges Zusammenspiel. Das Gewicht auf der Rückseite kommt in einer Optik von zerbrochenem Glas mit rauer Texturierung. In den Ecken befinden sich vier Gummistreifen, die die Tastatur rutschfest machen. Eine Möglichkeit, den Winkel der Tastatur anzupassen, gibt es nicht. Beim Schreiben hat uns das allerdings überhaupt nicht gestört und beim Zocken fiel es auch nicht ins Gewicht. Aufgrund des nach hinten steileren Gehäuses sind die Tasten der vordersten Reihe etwa 3,3 cm hoch, die der hintersten Reihe gut 4,7 cm.

Leider gibt es für den mitgelieferten Funk-Receiver keine Verstaumöglichkeit an der Tastatur. Wenn er nicht gerade am PC verwendet wird, muss man aufgrund seiner Größe ganz schön aufpassen, ihn nicht aus Versehen zu verlegen.

Ausstattung

Die Tasten der Rainy 75 sind aus robustem PBT-Kunststoff und fühlen sich gewohnt gut an. Als 75-Prozent-Tastatur (83 Tasten) fehlt ihr das Numpad, während die Navigationstasten seitlich neben der Enter-Taste positioniert wurden, um Platz zu sparen.

Für die drahtlose Verbindung stehen 2,4-GHz-Funk per Funk-Receiver und Bluetooth 5.0 zur Verfügung. Mit Fn + Tab-Taste wechselt man problemlos zwischen kabelgebundener, Funk- und Bluetooth-Verbindung. Letztere sollte man aber nicht zum Zocken verwenden, da hier die Verzögerung zu stark ist. Apropos Verzögerung: Die Wobkey Rainy 75 verfügt über einen Low-Latency-Mode (Fn + H), der die Verzögerung beim Tippen reduziert. Das ist natürlich besonders beim Spielen hilfreich.

Im kabellosen Betrieb greift die Tastatur auf einen 7000-mAh-Akku zurück, der bis zu 900 Stunden Betriebszeit pro Ladung verspricht – mit deaktivierter Beleuchtung versteht sich. Während unseres Tests macht der Akku einen guten Eindruck und hält – wie erwartet – bei permanent aktivierter Beleuchtung deutlich kürzer. Nach drei Tagen im täglichen Dauereinsatz auf der Arbeit und abends beim Zocken hat er noch 40 Prozent Ladung. Ohne Beleuchtung bietet er hingegen nach einer Woche noch 70 Prozent Restladung. Den Akkustand kann man sich jederzeit per Fn + Leertaste anzeigen lassen. Sehr nervig ist allerdings, dass der An-/Aus-Schalter des Akkus unter der Caps-Lock-Taste versteckt ist. Man muss die Taste immer erst entfernen, um an den Schalter zu gelangen. Ein dedizierter Schalter am Gehäuse wäre hier definitiv die bessere Lösung gewesen, auch wenn die Tastatur bei längerer Inaktivität automatisch in den Standby-Modus wechselt.

Die Beleuchtung mit südlich ausgerichteten LEDs kommt trotz lichtundurchlässiger Tastenkappen hervorragend zur Geltung und besticht durch kräftige Farben.

In der Rainy 75 stecken vorgeschmierte lineare Kailh-Cocoa-Switches (Lebensspanne von 70 Millionen Anschlägen) mit einer Betätigungskraft von 45±5 gf. Für Akustik und Tippgefühl verwendet man 14 PCB-Dichtungen (Gasket-Mount), eine FR4-Platte, zwei Lagen Schaumstoff und ein EPDM-Dämpfungspad zur Geräuschunterdrückung. Ein PET-Pad liegt unmittelbar über dem Akku zur Wärmeisolierung.

Software

Die Tastatur läuft mit der auf Quantum Mechanical Keyboard (QMK) basierenden Open-Source-App VIA. Eingangs muss man sich die betreffende JSON-Datei von der Wobkey-Website herunterladen. Zuvor sollte man allerdings ein Firmware-Update durchführen. Die Anleitung dafür sowie die benötigte Datei stehen ebenfalls zum Download bereit. In der Web-App VIA lädt man anschließend die JSON-Datei hoch und kann ab dann die Tastatur konfigurieren.

In der Software kann man dabei Tastenbelegungen verändern, Makros erstellen und die Beleuchtung anpassen. Die Bedienoberfläche ist leicht verständlich und aufgeräumt. Insgesamt gibt es 18 unterschiedliche Beleuchtungseffekte, die man in puncto Helligkeit, Geschwindigkeit und Farbe anpassen kann. Bis zu 16 Makros lassen sich auf Tasten legen. Der integrierte Makro-Editor ermöglicht sowohl Echtzeit-Aufzeichnungen als auch die Erstellung per Textfeld.

Tippgefühl

Beim Schreiben hat uns die Rainy 75 umgehauen. Tatsächlich kommt das Klackern der Tasten sehr nahe an das Geräusch des an die Fensterscheibe prasselnden Regens heran. Das kommt gerade bei längerem Tippen auf der Tastatur super zur Geltung und hat bei manchen von uns sogar zu einem angenehmen Kribbeln im Kopf geführt. Wer zugänglich für ASMR-Videos ist, wird das Gefühl kennen.

Die bereits erwähnte Riege an geräuschoptimierenden Maßnahmen im Inneren der mechanischen Tastatur sorgt für einen runden und prägnanten Sound. Hier kratzt, klappert oder hallt nichts beim Tippen. Bravo.

Preis

Die Wobkey Rainy 75 DE ISO kostet regulär 140 Euro.

Fazit

Die Wobkey Rainy 75 DE ISO überzeugt mit ihrem süchtig machenden Sound, der tatsächlich an prasselnden Regen erinnert. Auch das Schreibgefühl auf ihr ist unglaublich gut und sucht seinesgleichen. Beim Zocken macht sie ebenfalls eine gute Figur, wenngleich sie nicht als reine Gaming-Tastatur ausgelegt ist. Wer mehr Gaming-spezifische Funktionen möchte, greift besser zu einer anderen Tastatur, beispielsweise mit Hall-Effect-Technologie. Für 169 Euro bietet sie ein robustes und hochwertiges Gehäuse mit exzellenter Verarbeitung und viel Liebe zum Detail. Der umständlich zu erreichende Akkuschalter stört und wäre besser außen am Gehäuse aufgehoben anstatt unter einer Taste versteckt. Der Preis ist zwar nicht günstig, angesichts der hohen Qualität für uns aber durchaus nachvollziehbar.

Asus Rog Azoth X Test: Hochwertige mechanische Gaming-Tastatur mit OLED-Display

Die mechanische Gaming-Tastatur Asus Rog Azoth X ist ein Refresh der bereits veröffentlichten Rog Azoth. Ob und für wen sich das Update lohnt, zeigt der Test.

VORTEILE

  • hochwertige Verarbeitung und Materialien
  • neue, leise und angenehme Switches
  • mehr Keycap-Kompatibilität durch südlich gerichtete LEDs
  • Drei Verbindungsmodi & Hot-Swap-Support

NACHTEILE

  • hoher Preis
  • OLED-Display nur Schwarz-Weiß
  • Armoury Crate weiterhin träge/problematisch
  • kaum große Neuerungen gegenüber dem Vorgänger

Die mechanische Gaming-Tastatur Asus Rog Azoth X ist ein Refresh der bereits veröffentlichten Rog Azoth. Ob und für wen sich das Update lohnt, zeigt der Test.

Mit der Rog Azoth X bringt Asus ein Refresh der bereits bekannten mechanischen Gaming-Tastatur Asus Rog Azoth Wireless (Testbericht) auf den Markt. Die 75-Prozent-Tastatur präsentiert sich nun in einem weißen Gehäuse mit PBT-Tastenkappen im Weltall-Sternen-Look und richtet sich weiterhin an das Premium-Segment.

Vom Vorgängermodell wurden das OLED-Display sowie die drei Verbindungsmodi für kabelgebundenen, 2,4-GHz- und Bluetooth-Betrieb übernommen. Neu sind dagegen ein südlich ausgerichtetes PCB sowie die linearen Nx Snow V2 Switches. Ob sich der Aufpreis für die Asus Rog Azoth X lohnt, klären wir im Test.

Ausstattung & Design

Im Lieferumfang der Asus Rog Azoth X ist die Tastatur, das USB-A-auf-USB-C-Verbindungskabel, der Funk-Receiver samt Erweiterungsadapter, Keycap- sowie Switch-Puller, vier Ersatz-Switches plus CTRL-Tastenkappe und eine wuchtige Silikon-Handballenauflage enthalten. Ein Schmierset wie beim Vorgänger gibt es nicht. Der Keycap-Puller ist zudem nicht wirklich zu gebrauchen, da er kaum um die Tastenkappen herum kommt. Wir empfehlen hier, einen deutlich flexibleren zu verwenden.

Der offensichtlichste Unterschied zur Azoth Wireless sind die PBT-Tastenkappen, die zum einen durch den Weltall-Print auffallen und zum anderen durch ihre Teiltransparenz. Wie auch bei der Azoth Wireless ist die verwendete Schriftart Geschmackssache, passt aber unserer Meinung nach deutlich besser zum hier verwendeten futuristischen Design der Tasten. Sowohl das weiße Gehäuse als auch die Oberschale aus Aluminium gab es schon beim Vorgänger, gerade letzteres trägt aber auch bei der X zum hochwertigen Look und Feel bei.

Auch bei der Azoth X setzt man auf den 75-Prozent-Formfaktor, welcher der Tastatur die Maße 325,42 × 136,16 × 40,05 mm beschert. Neu ist das südlich ausgerichtete PCB, bei dem die LEDs, wie der Name suggeriert, unterhalb und nicht oberhalb des Switch-Steckplatzes angebracht sind. Dadurch geht die Leuchtkraft etwas verloren, die Tastatur ist so aber deutlich flexibler und kompatibel mit einer Vielzahl von Tastenkappen. Zum neuen PCB gibt es die linearen Rog Nx Snow V2 Switches.

Ebenfalls stehen dem Keyboard wieder drei Verbindungsmodi zur Verfügung: kabelgebunden, worüber die Tastatur auch direkt geladen wird, per 2,4-GHz-Funk-Receiver oder via Bluetooth. Für den Funk-Receiver liegt ein Erweiterungsadapter bei, der am USB-C-Ende des Verbindungskabels angeschlossen wird. Das ist gerade dann praktisch, wenn der PC etwa unter dem Tisch oder ein Stück entfernt vom Schreibtisch steht.

Der OLED-Bildschirm dient ebenfalls wieder hauptsächlich dazu, Einstellungen an der Tastatur vorzunehmen, wie die Beleuchtung zu verändern oder sich System-Informationen anzeigen zu lassen. Das kann unter anderem die CPU- oder GPU-Temperatur sein. Leider ist das OLED-Display weiterhin nur in Schwarz-Weiß.

Software

Wie die meisten Peripherie-Produkte der Rog-Reihe von Asus läuft auch die Azoth X so wie das Vorgängermodell mit der Armoury Crate. In unserem Test der Azoth Wireless berichteten wir von frustrierenden Schwierigkeiten mit der Software beim Versuch, die Firmware der Tastatur zu aktualisieren.

Beim laufenden Betrieb sah es zeitweise nicht besser aus: Das Programm fror regelmäßig ein. Während es mit der Azoth X bei Weitem nicht so viele Probleme verursacht, läuft es nach wie vor nicht wirklich hundert Prozent rund. Das bemerken wir primär beim Updaten der Firmware, bei dem es mehrere Anläufe benötigt, bis der Download bzw. Update-Prozess startet.

Eine Neuerung ist jedoch die Web-App Gear Link. Diese benötigt keinen extra Download, sondern öffnet sich ganz einfach über den Internetbrowser. Mit ihr können zwar nicht alle, aber zumindest ein Großteil der Einstellungen vorgenommen werden, die man auch in Armoury Crate vorfindet. Das ist besonders praktisch, wenn man die Tastatur an einem anderen Computer oder außer Haus verwenden möchte, ohne die Software installieren zu müssen.

Neue Funktionen sind mit der Azoth X nicht hinzugekommen. In Armoury Crate richtet man Beleuchtungseffekte ein, mit der zusätzlichen Software Aura Creator geht man damit sogar noch einmal in die Tiefe und kreiert per Editor angepasste Effekte. Makros erstellt man entweder in der Software oder zeichnet sich direkt über das Keyboard auf.

Das Bedienelement des OLED-Displays sowie die Anzeige des OLED-Displays konfiguriert man ebenfalls über Armoury Crate. Auch die Tastenbelegung stellt man hier nach wie vor den eigenen Wünschen entsprechend ein.

So tippt es sich auf der Asus Rog Azoth X

Die Asus Rog Azoth X wurde nach dem Gasket-Mount-Prinzip konstruiert. Dabei liegen Silikondichtungen zwischen der Platte mit den Switches und dem Gehäuse der Tastatur. Diese sollen Vibrationen absorbieren und so ein besseres Schreibgefühl erzeugen. Bei der Azoth X sind zudem eine Silikonplatte und vier Poron-Schaumstoff-Schichten verbaut.

Die linearen Schalter Rog Nx Snow V2 haben eine Betätigungskraft von 45 g und benötigen 53 g, um die Taste bis zum Anschlag durchzudrücken. Lineare Switches eignen sich aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Betätigungskraft gut für den Einsatz in Gaming-Keyboards.

Im Vergleich zur Azoth, die mit linearen Rog Nx Red Switches ausgestattet ist, welche ein helles Klackern erzeugen, liefern die Snow V2 einen tieferen Thock-Sound. Sowohl Switches als auch Stabilisatoren sind pre-lubed (vorgeschmiert).

Die Azoth X unterstützt Hot-Swapping. Somit spricht nichts dagegen, die von Werk aus installierten linearen Switches gegen andere auszutauschen. Bei den Keycaps setzt man auf PBT-Plastik im Dye-Sub-Verfahren. Das Ergebnis ist schick, den Tastenkappen fehlt aber die etwas rauere Textur, die PBT-Keycaps im Double-Shot-Verfahren normalerweise haben. Genügend Halt beim Tippen bieten sie aber allemal.

Die Handballenauflage aus Silikon ist rutschfest und unserer Meinung nach nicht zu hart, haftet jedoch nicht magnetisch und muss daher manuell mit geschoben werden, wenn man die Tastatur anderweitig auf dem Schreibtisch platziert. Wir bevorzugen aber generell das Tippen ohne Handballenauflage.

Preis

Fazit

Mit der ROG Azoth X liefert Asus ein Update der bereits sehr kompetenten Azoth Wireless. Die nun südlich ausgerichteten LEDs machen das hochwertige Keyboard zu deutlich mehr Tastenkappen kompatibel als zuvor, während das Space-Design der installierten Keycaps schick, aber definitiv nicht jedermanns Geschmack ist. Die neuen Switches sorgen sowohl für ein deutlich anderes Schreibgefühl als auch eine andere Soundkulisse, die weg vom Klackern der Azoth Wireless und hin zum tieferen Thock-Sound geht – ebenfalls eine Frage der persönlichen Präferenz.

Vieles bleibt jedoch auch beim Alten. Dazu gehört etwa der OLED-Bildschirm. Hier wäre zumindest ein Update von Schwarz-Weiß zu Farbe schön gewesen. Ebenso hat die Software Armoury Crate, trotz ihrer vielen nützlichen Funktionen, weiterhin Verbesserungspotenzial, gerade im Hinblick auf die Performance. Auch der hohe Preis von knapp 293 Euro dürfte für viele eine schwer zu schluckende Pille sein.

Nennt man die Azoth Wireless bereits sein Eigen, ist ein Upgrade auf die Asus Rog Azoth X mit Blick auf den hohen Preis und die überschaubaren Neuerungen wirklich nur bedingt oder kaum zu empfehlen. Neukunden, die auf der Suche nach einer hochwertigen und kompakten Tastatur mit gutem Schreibfeeling und nützlichen Funktionen sind, bekommen mit der Azoth X ein gutes mechanisches Keyboard – wenn man bereit ist, dafür tief in die Tasche zu greifen.

Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed im Test: Gaming-Tastatur mit KI-Taste

Die Gaming-Tastatur Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed ist nicht nur flach, sondern kommt mit zusätzlichen programmierbaren Tasten und einem KI-Button.

VORTEILE

  • Verarbeitung top
  • vier dedizierte Makro-Tasten
  • gute Akkuleistung
  • klickbares Drehrad ist vollständig anpassbar

NACHTEILE

  • teuer
  • höhere Abtastrate nur durch separat erhältlichen Dongle

Die Gaming-Tastatur Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed ist nicht nur flach, sondern kommt mit zusätzlichen programmierbaren Tasten und einem KI-Button.

Mechanische Tastaturen können mit ihren hohen Tasten und ebenso hohen Gehäusen oft sehr klobig wirken. Nicht so die Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed. Als Gaming-Tastatur wählt Razer mit ihr den Weg des flachen Designs und rüstet sie mit deutlich schlankeren Tasten und ebenso schlankem Gehäuse aus. Trotz alledem wartet sie mit einem performanten Akku und einigen nützlichen Funktionen auf. Was die 100-Prozent-Tastatur alles kann, verraten wir im Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Lieferumfang

Die Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed kommt mit USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel, einem 2,4-GHz-Funkdongle inklusive Adapter und einer Anleitung.

Design

Die 100-Prozent-Tastatur kommt nicht nur mit Low-Profile-Switches und -Tastenkappen, sondern bietet mit 460 × 35 × 161 mm (Standfüße voll ausgeklappt) generell ein extrem flaches Design. Sie bringt etwa 1 kg auf die Waage, was unter anderem auch an der Aluminium-Abdeckung liegt, die die Tasten umschließt.

Farblich greift man hier auf das vertraute Schwarz zurück. Bunt wird es dank der RGB-Beleuchtung, die beim Anschließen der Tastatur auch prompt los feuert. Die Beschriftung der Tasten ist lichtdurchlässig. Das ist gut, denn da die Tasten nicht frei stehen, muss die Beleuchtung etwas kämpfen, um zwischen den Keycaps hindurchzuschimmern.

Zum Verstauen des Funkdongles dient ein Fach auf der Rückseite der Tastatur mit abnehmbarer Klappe. Die Standfüße lassen sich im 6-Grad- und 9-Grad-Winkel ausklappen. Fünf zusätzliche Gummistreifen machen die Peripherie rutschfest.

Insgesamt gibt es wenig an der Verarbeitung der 100-Prozent-Tastatur auszusetzen. Sie fühlt sich robust an und sitzt fest auf dem Schreibtisch. Hier klappert nichts. Einzig, dass man sich beim Drehrad für Kunststoff anstatt Aluminium entschieden hat, ist schade.

Ausstattung

Razer hat der Blackwidow V4 Pro Low-Profile Hyperspeed einige zusätzliche Tasten spendiert. Zusätzlich zu den vier dedizierten Makro-Tasten M1 bis M4 gibt es eine Rewind-, Pause/Play- sowie eine Forward-Taste. Direkt daneben ruht ein klickbarer Drehregler, welcher standardmäßig die Lautstärke am PC regelt.

Vier weitere Buttons befinden sich unter dem Drehrad. Zwei davon dienen dazu, zwischen der Funk- und Bluetooth-Verbindung zu wechseln, während der AI-Button den AI-Prompt-Manager über Razer Synapse öffnet. Die Batterie-Taste zeigt derweil den Akkustand an und aktiviert bei längerem Gedrückthalten des Buttons den Energiesparmodus der Peripherie.

Die Gaming-Tastatur arbeitet mit einer maximalen Abtastrate von 1000 Hz und kann sowohl via 2,4-GHz-Funk als auch Bluetooth kabellos betrieben werden. Kauft man den Razer Hyperpolling-Dongle für 35 Euro hinzu, kann man die Abtastrate auf bis zu 4000 Hz erhöhen. Selbstverständlich lässt sich das Keyboard auch kabelgebunden nutzen. Offiziell unterstützt die Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed nur PCs mit Windows 10 und aufwärts.

Als Switches kommen Razer-Low-Profile-Orange zum Einsatz. Deren Auslösepunkt liegt bei 1,6 mm, während sie eine Auslösekraft von 45 g benötigen. Sie sind zudem taktil und bringen den spürbaren Bump mit sich, den man beim Drücken der Tasten fühlt. Die Tastatur unterstützt allerdings kein Hot-Swapping, weswegen die prognostizierte Lebensdauer von 80 Millionen Anschlägen pro Switch wichtig ist. Das bedeutet leider auch, dass bereits bei einem defekten Switch die komplette Tastatur ausgetauscht werden muss.

Für die Tastenkappen kommt Double-Shot-PBT-Kunststoff zum Einsatz. Dieser ist robuster und rauer als weichere Materialien wie ABS-Kunststoff und bietet so ein griffigeres Tippen.

Razer verspricht bis zu 980 Stunden Einsatzzeit pro Akkuladung im Energiesparmodus. Das bedeutet allerdings, dass die Abtastrate heruntergeschraubt wird und man auf die RGB-Beleuchtung sowie die Verbindung zu Razer Synapse verzichten muss. Wir verwenden die Peripherie mit aktivierter Beleuchtung bei 25 Prozent Helligkeit per 2,4-GHz-Funk ohne Energiesparmodus und kommen problemlos durch die Woche. Hier performt der Akku deutlich besser als bei der ebenfalls von uns getesteten Razer Black Widow V4 Pro 75 (Testbericht).

Software

Razer Synapse dient auch für die Blackwidow V4 als allumfassender Software-Hub. Das Programm ermöglicht von vornherein, Tastenbelegungen zu verändern, Beleuchtungseinstellungen und Energiesparfunktionen zu verändern. Tools wie den Makro-Editor oder Razer Chroma Studio als vollwertigen RGB-Editor kann man unkompliziert dazu installieren.

Alle Tasten des Keyboards, mit Ausnahme der Verbindungsmodi-Buttons und der Akkutaste, kann man den eigenen Wünschen anpassen. Etwa das Aufrufen von Programmen oder Webseiten per Knopfdruck ist so möglich. Genauso kann man Makros aufzeichnen und abspielen lassen oder auch Windows-Shortcuts auf die Tasten legen.

Ebenfalls Teil von Razer Synapse ist der AI-Prompt-Manager. Diesen ruft man standardmäßig über die dedizierte AI-Taste des Keyboards auf. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Maske, in die man einen Prompt eintippt, welcher dann beispielsweise von ChatGPT verarbeitet wird.

So soll man während des Spielens etwa schnell nach dem besten Build für den aktuell gewählten Charakter fragen können, ohne auf den Desktop wechseln zu müssen. Der Button funktioniert aber auch außerhalb von Spielen. Neben den hinterlegten Aufgaben wie dem Umformulieren und Zusammenfassen von Texten oder dem Aufsetzen von E-Mails kann man zudem eigene Prompts anlegen.

Die Bedienung von Razer Synapse ist gewohnt benutzerfreundlich und mit vielen Tooltips und Tutorials versehen. Der AI-Prompt-Manager ist zwar eine nette Funktion, wirklich Gebrauch machen wir von ihm allerdings nicht. Praktisch: Wer das Feature nicht benötigt, kann den AI-Button wie auch die anderen Tasten mit einer der bereits erwähnten anderen Aktionen belegen.

Tippgefühl

Die Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed liefert einen überwiegend guten Sound beim Tippen, wenngleich die Tasten beim Anschlagen leicht klappern und so das Soundprofil etwas beeinträchtigen. Die vorgeschmierten, orangen Razer-Low-Profile-Switches liefern einen gut hörbaren, hellen Thock-Sound. Für die Soundoptimierung verwendet Razer vorgeschmierte Stabilisatoren sowie eine Switch-Platte aus rostfreiem Stahl samt darunter liegender Schaumstofflage. Zusätzlich befindet sich unten im Gehäuse eine weitere Lage Schaumstoff.

Beim Zocken profitiert man währenddessen von den kürzeren Tasten und Switches, deren Betätigungspunkt bei gerade mal 1,6 mm liegt. Ob und inwiefern das letztlich einen Vorteil beim Spielen verschafft, sei mal dahingestellt. Das flachere Design fühlt sich aber tatsächlich etwas flinker an beim Tippen als auf regulär großen Switches und Tastenkappen.

Preis

Die Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed kostet aktuell 215 Euro mit deutschem Tastaturlayout. Mit US-Layout gibt es sie derzeit für etwa 206 Euro – dann auch mit mehr Switches zur Auswahl. Die UVP der Tastatur liegt bei 220 Euro.

Fazit

Die Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed bietet mit ihren flachen Tasten und Switches eine gute Alternative zu regulär großen Pendants. Von der Riege an anpassbaren Tasten kann man sowohl beim Arbeiten als auch beim Zocken profitieren. Die Verarbeitung ist hervorragend, wenngleich etwas mehr Aluminium für den Preis schön gewesen wäre. Der Akku bringt selbst ohne aktivierten Energiesparmodus einiges an Kapazität mit und wappnet die Tastatur so für ausladende Gaming-Sessions.

Schade ist, dass man zusätzlich einen speziellen Dongle kaufen muss, um von einer höheren Abtastrate Gebrauch machen zu können. Für etwa 215 Euro ist sie zudem auch nicht gerade günstig und bietet keine sonderlich essenziellen Funktionen, die günstigere Tastaturen nicht auch mit sich bringen würden. Wer jedoch gerne im Razer-Ökosystem bleiben möchte, bekommt mit der Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed eine vollkommen solide Gaming-Tastatur.

ZUSÄTZLICH GETESTET

Cherry Xtrfy MX 10.1 Wireless

Razer Huntsman V3 Pro TKL

Be Quiet Light Mount

Be Quiet Dark Mount

Sharkoon Crystal Shark

Asus Rog Azoth Wireless

Epomaker RT85

Keychron C3 Pro 8K QMK

Epomaker x Aula F75

Sharkoon Purewriter W65

Razer Blackwidow V4 Pro 75 %

Gamakay TK75HE V2

Akko Mod68 HE

Sharkoon Skiller SGk50 S4 Gen2 Wood PBT

Royal Kludge S98

Keychron K2 HE Special Edition

Endorfy Celeris 1800



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Künstliche Intelligenz

Medizinregistergesetz: Maximale Löschfrist mit 100 Jahren praktisch unbefristet


Das geplante Medizinregistergesetz (MRG) stößt bei Fachleuten zwar grundsätzlich auf Zustimmung, in der öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestages überwogen jedoch die Forderungen nach Nachbesserungen. Vertreter von Forschungseinrichtungen, Registerbetreibern, Patientenorganisationen, Industrie und Datenschutz begrüßten zwar den Versuch, die Nutzung medizinischer Daten zu verbessern. Zugleich machten sie deutlich, dass aus ihrer Sicht erhebliche Probleme bei der Datenqualität, Finanzierung, Datenschutz und Governance ungelöst bleiben. Auch die vorgesehene Nutzung von Teilen der Krankenversichertennummer (KVNR) als Grundlage für eine Forschungskennziffer blieb umstritten.

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Ein zentrales Ziel des Gesetzes ist es, die Nutzung und Verknüpfung von Daten aus Medizinregistern zu erleichtern. Dr. Anne Regierer, Sprecherin der Arbeitsgruppe Register der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung (TMF), begrüßte insbesondere die Möglichkeit der Datenverknüpfung und die geplante Qualitätsentwicklung von Registern.

Kritik gibt es dafür, dass laut MRG-Entwurf künftig der unveränderbare Teil der KVNR genutzt werden soll, um daraus Forschungskennziffern beziehungsweise Pseudonyme für die Verknüpfung von Registerdaten zu erzeugen. Zwar wird die KVNR von einigen Akteuren als pragmatische Lösung angesehen, weil sie bereits in großen Teilen des Gesundheitswesens verfügbar ist. In der Anhörung und den begleitenden Stellungnahmen wurden jedoch Zweifel laut, ob sie den Anforderungen einer langfristigen Gesundheitsdateninfrastruktur gerecht werden kann.

Experten verweisen darauf, dass zahlreiche für die Forschung relevante Datenbestände außerhalb der klassischen Gesundheitsversorgung liegen und dort keine KVNR verwendet wird. Das betrifft etwa Daten aus der Prävention, Rehabilitation, Sozialforschung oder der gesetzlichen Unfallversicherung. Bereits im Vorfeld der Anhörung hatte der IT-Sicherheitsrechtler Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker gewarnt, eine Forschungskennziffer greife zu kurz, „solange sie nicht wirklich sektorübergreifend angelegt ist und Datenverknüpfungen etwa für Präventions- oder Pandemieforschung ermöglicht“.

Auch die Koordinierungsgruppe Gesundheitsforschungsdateninfrastrukturen (GFDI) kritisiert die Konzentration auf die KVNR. Sie warnt vor einer Situation, in der unterschiedliche Gesetze verschiedene Identifikatoren voraussetzen – von der KVNR über die Steuer-ID bis zu europäischen Identitäten. Für Registerbetreiber entstünden dadurch zusätzliche technische und organisatorische Aufwände. Zudem sei die KVNR für manche Registerformen nur eingeschränkt nutzbar. Als Beispiele werden Obduktionsregister oder Lebendspenderegister genannt. Mehrere Fachvertreter stellten deshalb die Frage, ob die KVNR allenfalls eine Übergangslösung sein könne und langfristig ein sektorübergreifender Identifikator benötigt werde.

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Innerhalb der Register-Community gibt es erhebliche Zweifel, ob die vorgesehene Qualifizierung tatsächlich angenommen wird. Regierer berichtete, dass in einer Befragung der Registerbetreiber kaum jemand Interesse gezeigt habe, das geplante Qualifizierungsverfahren unter den aktuellen Bedingungen zu durchlaufen. „Eigentlich keiner der anwesenden Registerbetreiber hat gesagt: Zum jetzigen Zeitpunkt würden wir das Qualifizierungsverfahren für uns in Betracht ziehen“, sagte sie. Als Hauptproblem nannte sie die fehlende langfristige Finanzierung. Viele Register würden bislang über Projektmittel oder Spenden finanziert. Deshalb müsse geprüft werden, ob qualifizierte Register künftig als echte Forschungsinfrastruktur über zentrale Finanzierungsmodelle unterstützt werden könnten. Regierer und Dr. Anna Niemeyer vom Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung sprachen sich für eine stärker wissenschaftlich geprägte Einrichtung aus, die Register aktiv bei Qualitätsentwicklung, Standardisierung und Methodik unterstützt.

Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht Potenzial in dem Gesetz. Der stellvertretende Leiter des Ressorts Arzneimittelbewertung, Dr. Andreas Vervölgyi, betonte, dass Register künftig deutlich stärker für Forschungsvorhaben genutzt werden könnten. Gerade registerbasierte Studien seien in anderen Ländern längst etabliert, in Deutschland bislang aber kaum möglich. Dafür benötige es jedoch zusätzliche Unterstützung bei Methodik, Planung und Durchführung solcher Studien.

Besonders deutlich fiel die Kritik der unparteiischen Mitglieder des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus. Dr. Rimma Berenstein machte deutlich, dass das Gesetz zwar technische und datenschutzrechtliche Verbesserungen bringe, das eigentliche Problem aber nicht löse: die Qualität der Daten. „Die Datenplattform bringt eben nichts, wenn die Daten, die dort erhoben werden, die relevante Fragestellung gar nicht beantworten können“, sagte sie. Viele bestehende Register seien ursprünglich für wissenschaftliche Fragestellungen aufgebaut worden und enthielten nicht die Informationen, die beispielsweise für Nutzenbewertungen neuer Arzneimittel benötigt würden. Oft fehlten wichtige Angaben zu Patientenmerkmalen, Folgetherapien oder Langzeitverläufen.

Der G-BA fordert deshalb weitergehende Eingriffsmöglichkeiten. So solle der Ausschuss künftig die Möglichkeit erhalten, bestimmte krankheits- oder therapiebezogene Register selbst zu initiieren oder bestehende Register entsprechend weiterzuentwickeln. Zudem sprach sich Berenstein für Meldepflichten der Leistungserbringer sowie für Datenerhebungen mit Widerspruchslösung aus, um möglichst vollständige Datensätze zu erhalten. Nur mit qualitativ hochwertigen und vollständigen Daten könnten Register tatsächlich dazu beitragen, Versorgungsentscheidungen zu verbessern oder die Wirksamkeit neuer Therapien zu bewerten.

Aus Sicht des G-BA würden solche Register zudem dazu beitragen, Evidenzlücken nach der Markteinführung neuer Arzneimittel zu schließen. Berenstein verwies darauf, dass Hersteller häufig kein unmittelbares Interesse daran hätten, zusätzliche Daten zu bestimmten Fragestellungen zu erheben. Insbesondere bei hochpreisigen und komplexen Therapien fehle es oft an vergleichenden Langzeitdaten, etwa dazu, welche Patienten tatsächlich profitieren oder wie sich verschiedene Behandlungsoptionen im Versorgungsalltag schlagen. Unabhängige Register könnten hier Transparenz schaffen und die Datengrundlage für Nutzenbewertungen deutlich verbessern.

Unterstützung erhielt diese Position vom GKV-Spitzenverband. Dessen Abteilungsleiter Medizin, Dr. Bernhard Egger, verwies darauf, dass Registerdaten künftig zwar grundsätzlich für Nutzenbewertungen nutzbar würden, viele Register aber derzeit nicht die erforderlichen Informationen erfassten. Der vom G-BA vorgeschlagene Ansatz sei deshalb ein sinnvoller Weg, um Register stärker an den tatsächlichen Anforderungen der Versorgung auszurichten.

Eine besondere Rolle spielten in der Anhörung die Belange von Menschen mit seltenen Erkrankungen. Prof. Annette Grüters-Kieslich von der Eva Luise und Horst Köhler Stiftung begrüßte das Gesetz grundsätzlich, kritisierte jedoch, dass seltene Erkrankungen im Entwurf bislang nicht ausdrücklich berücksichtigt werden. Gerade für diese Patientengruppe seien Register von zentraler Bedeutung, da es häufig nur sehr wenige Betroffene gebe und andere Datenquellen oft fehlten. Register seien oftmals die wichtigste Grundlage, um Erkenntnisse über Krankheitsverläufe, Therapieeffekte und die tatsächliche Versorgungssituation zu gewinnen.

Dr. Christine Mundlos von der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) forderte darüber hinaus eine verbindliche Beteiligung von Patientenorganisationen bei der Gestaltung von Registern und deren Governance-Strukturen. Patienten würden häufig andere Fragestellungen als Wissenschaftler oder Behörden als relevant ansehen. Daher müssten ihre Perspektiven bereits bei der Entwicklung von Registern berücksichtigt werden. Zudem sprach sie sich für hohe Datenschutzstandards aus, da bei ultraseltenen Erkrankungen das Risiko einer Re-Identifizierung besonders hoch sei.

Datenschutzrechtliche Fragen nahmen einen breiten Raum in der Anhörung ein. Die meisten Fragen gingen an den Datenschutzexperten Dr. Thilo Weichert, der erhebliche Bedenken gegen mehrere Regelungen des Gesetzentwurfs äußerte. Besonders kritisch sieht er die vorgesehenen Speicherfristen von bis zu 100 Jahren sowie Einschränkungen bei den Rechten der Betroffenen. „Die maximale Löschungsfrist ist mit 100 Jahren praktisch unbefristet“, sagte Weichert.

Besonders kritisch äußerte sich Weichert auch zur geplanten Forschungskennziffer auf Basis der KVNR. Die Gefahr einer Re-Identifizierung sei real. „Die Gefahr besteht natürlich. Sie besteht anhand der Krankenversichertennummer beziehungsweise Forschungskennziffer“, sagte er. Wenn diese Kennziffer bei vielen verschiedenen Stellen bekannt sei, könne sie genutzt werden, um Daten wieder konkreten Personen zuzuordnen. Hinzu komme, dass durch die Verknüpfung umfangreicher Datensätze bereits wenige zusätzliche Informationen ausreichen könnten, um pseudonymisierte Daten wieder einer Person zuzuordnen.

Auch die vorgesehenen Widerspruchsmöglichkeiten hält Weichert nur unter bestimmten Bedingungen für sinnvoll. Grundsätzlich sei ein Widerspruchsmodell praktikabler als die bisherige Einwilligungslösung, weil Einwilligungen in der Forschung häufig nicht eingeholt werden könnten. Voraussetzung sei jedoch, dass die Betroffenen umfassend informiert werden. „Dieser Widerspruch ergibt nur dann Sinn, wenn die Betroffenen auch informiert werden über das Recht des Widerspruchs. Und nicht nur einmal, sondern bei jeder Gelegenheit, wo die Daten von ihnen genutzt werden“, sagte Weichert. Genau dies sei im Gesetzentwurf bislang nicht vorgesehen. Nach seiner Auffassung werden zentrale Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung nicht ausreichend berücksichtigt. „Der pauschale gesetzliche Ausschluss von Betroffenenrechten, so wie das bisher im Gesetz vorgesehen ist, ist meines Erachtens eindeutig europarechtswidrig,“ so Weichert. Er zeigte sich „sehr skeptisch“, dass die Regelungen „vor dem Europäischen Gerichtshof oder auch dem Bundesverfassungsgericht standhalten“ würden.

Das geplante Zentrum für Medizinregister (ZMR) wurde von mehreren Sachverständigen kritisch bewertet. Während viele Experten die Einrichtung einer zentralen Anlauf- und Koordinierungsstelle grundsätzlich begrüßten, äußerte insbesondere Weichert Zweifel daran, dass das Zentrum in der vorgesehenen Form seine Aufgaben erfüllen könne. Nach seiner Einschätzung ist die personelle Ausstattung deutlich zu knapp bemessen. In der Anhörung verwies er darauf, dass das ZMR nach den bisherigen Planungen mit lediglich vier Stellen auskommen solle. Angesichts der vorgesehenen Aufgaben – von der Registerqualifizierung über Beratungsleistungen bis zu Kontroll- und Koordinierungsfunktionen – sei dies nicht realistisch. „Wie wollen Sie die notwendige Kompetenz, fachliche Kompetenz und die Manpower oder Womanpower über vier Personen zusammenbekommen?“, fragte Weichert. Auch andere Sachverständige plädierten dafür, das ZMR nicht als reine Verwaltungs- oder Genehmigungsbehörde auszugestalten.

Die technische Umsetzung der Datenverknüpfung wurde ebenfalls intensiv diskutiert. Prof. Fabian Prasser von der Charité betonte, dass vor allem einheitliche Verfahren für die Verknüpfung von Daten notwendig seien. Ob diese zentral über eine Vertrauensstelle oder dezentral organisiert würden, sei dagegen weniger entscheidend. Eine zentrale Stelle könne zwar für einheitliche Standards sorgen, gleichzeitig aber auch einen besonders sensiblen Angriffspunkt darstellen. Dezentrale Verfahren würden Risiken verteilen, könnten jedoch die technische Standardisierung erschweren.

Aus Sicht der Patientenvertreter ist Transparenz entscheidend. Siiri Duker von der BAG SELBSTHILFE betonte, dass viele Patienten durchaus bereit seien, ihre Daten für Forschungszwecke bereitzustellen. Voraussetzung sei jedoch, dass sie verständlich informiert würden und ihre Rechte einfach ausüben könnten. Wichtig seien „einfach verständliche und barrierefreie Informationen“, außerdem müssten Widerspruchsmöglichkeiten „möglichst einfach und gut handhabbar“ ausgestaltet werden. Duker sprach sich daher für eine zentrale Stelle aus, über die Patienten Auskünfte erhalten sowie Einwilligungen oder Widersprüche verwalten können.

Während sich die meisten Beteiligten in der Anhörung vor allem um die Qualitätssicherung, die Finanzierung der Registerlandschaft und den Datenschutz sorgten, wurde gegen Ende bereits über mögliche Finanzierungsmodelle diskutiert. SPD-Gesundheitspolitiker Matthias Mieves lotete dabei mit mehreren Sachverständigen aus, wie sich Pharmaunternehmen und Medizinproduktehersteller künftig an Betrieb, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Register beteiligen könnten. Seine Fragen zielten auf konkrete Modelle für Fonds- und Umlagesysteme, bei denen die Industrie neben Staat und Kostenträgern zur Finanzierung der Infrastruktur beitragen würde.

Marcel Fritz vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) erklärte, die Branche sei grundsätzlich bereit, sich an einem transparenten und nachhaltigen Finanzierungsmodell zu beteiligen. Voraussetzung seien klare Regeln und diskriminierungsfreie Zugangsbedingungen. Auch Dr. Philipp Kachel vom Institut für digitale Gesundheitsdaten sprach sich für einen zentralen Finanzierungsfonds aus, der sich aus Bundesmitteln, Beiträgen der Kostenträger sowie Beteiligungen von Pharma- und Medizintechnikunternehmen speisen könnte. Richard Bildat vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte darüber hinaus standardisierte Antragsverfahren, verbindliche Datenstandards und eine stärkere Rolle des geplanten Zentrums für Medizinregister bei der Koordinierung registerübergreifender Datennutzungen.

Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte herrschte unter den Sachverständigen weitgehend Einigkeit darüber, dass Deutschland eine leistungsfähigere Gesundheitsdateninfrastruktur benötigt. Das Medizinregistergesetz wird dabei von den meisten Beteiligten als wichtiger erster Schritt angesehen.


(mack)



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Künstliche Intelligenz

Top 10: Die beste Handykamera im Test – Vivo schlägt Apple und Xiaomi


Immer dabei und vernetzt mit anderen: Smartphones sind im Alltag eine praktische Alternative zur Digitalkamera. Wir zeigen die besten Handykameras.

Smartphones haben Digitalkameras längst den Rang abgelaufen: Laut dem Worldwide Image Capture Forecast 2024 entsteht die große Mehrheit aller Fotos mittlerweile mit dem Handy – Tendenz weiter steigend. Während frühere Modelle vor allem für Schnappschüsse taugten, liefern aktuelle Top-Smartphones beeindruckende Aufnahmen in nahezu jeder Situation: Lichtstarke Sensoren ermöglichen gelungene Fotos selbst bei Dunkelheit, Teleobjektive holen entfernte Motive heran, und Ultraweitwinkellinsen erfassen ganze Räume.

An die Bildqualität einer DSLR oder spiegellosen Systemkamera kommen sie wegen der kleineren Sensoren zwar nicht heran. Dafür sind sie immer dabei, sofort einsatzbereit und teilen Fotos in Sekunden. In dieser Bestenliste zeigen wir die aus unserer Sicht besten Kamera-Smartphones.

Welche ist derzeit die beste Handykamera?

Bei der Auswahl der hier gezeigten Smartphones stützen wir uns auf unsere eigenen Erfahrungen und gleichen diese mit den Erkenntnissen aus den Kamera-Tests der Kolleginnen und Kollegen der c’t ab. Wir zeigen hier nur Mobilgeräte, die wir auch selbst getestet haben.

Unser Testsieger ist das Vivo X300 Ultra für stolze 1900 Euro. Das Kamerasystem wurde in Zusammenarbeit mit Zeiss entwickelt und setzt mit 35 mm Brennweite bei der Hauptlinse und dem Teleobjektiv sowie optionalem Zubehör Maßstäbe. Die Kamera liefert sehr natürlich wirkende Aufnahmen.

Knapp dahinter reiht sich das Oppo Find X9 Ultra als Technologiesieger ein. Es bietet gleich zwei Telelinsen, eine davon sogar mit bis zu 10-fachem optischem Zoom. Der Preis von rund 1510 Euro ist allerdings hoch.

Preis-Leistungs-Sieger ist das Vivo X300 Pro ab 1026 Euro. Wem das Ultra-Modell zu teuer ist, bekommt hier ebenfalls eine Smartphone-Kamera mit ausgewogener Farbwiedergabe.

Hinweis: Im Test zeigte sich bei beiden Vivo-Smartphones ein Problem im Zusammenspiel mit Google Fotos: Teilweise wurden Aufnahmen offenbar synchronisiert, bevor die Bildverarbeitung abgeschlossen war. In solchen Fällen landeten Bilder nur in deutlich reduzierter Qualität in der Cloud – besonders bei starkem Tele-Zoom, hoher Auflösung und wenig Licht.

Als Workaround empfiehlt es sich, die automatische Synchronisierung in Google Fotos zu deaktivieren. Vorübergehend half im Test auch das Leeren von Cache und Speicher der App. Trotz dieses Software-Mankos zählen beide Modelle für uns zu den derzeit besten Kamera-Smartphones.

Anmerkung: Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert, stellt aber eine Momentaufnahme dar. Das gilt insbesondere für die Preise, die sich jederzeit ändern können.

Geht es allein um die Kamera, liefert das Huawei Pura 80 Ultra für knapp 1240 Euro derzeit eines der besten Kamerasysteme – speziell für Fotos. Weil das Smartphone infolge der US-Sanktionen jedoch ohne 5G, leistungsstarken Prozessor und Google-Dienste auskommen muss, führen wir es nicht mehr in unserer Bestenliste auf.

Richtig gut ist das Apple iPhone 17 Pro Max – bei Fotos kann es zwar nicht ganz mit der chinesischen Konkurrenz mithalten, bleibt bei Videoaufnahmen aber führend. Das Samsung Galaxy S26 Ultra kann bei der Kamera mittlerweile nicht ganz mit der chinesischen Übermacht mithalten – bietet aber einen überzeugenden Zoom und starke Videoaufnahmen.

Die Stiftung Warentest erklärte wiederum das iPhone 16 Pro Max gefolgt vom Apple iPhone 17 Pro Max sowie Samsung Galaxy S25 Ultra zu den besten Kamerahandys – wobei das iPhone als Gesamtsieger abschneidet. Die Auswertung berücksichtigt bisher einige der hier gelisteten, aktuellen Modelle nicht.

KURZÜBERSICHT

Das Vivo X300 Ultra liefert natürlich wirkende Foto- und Videoaufnahmen auf Spitzenniveau und überzeugt mit starker Performance, langer Akkulaufzeit und exzellentem Display. Für Flaggschiff-Fans und ambitionierte Hobbyfotografen ist es eine hervorragende Wahl – mit 1900 Euro allerdings auch eine der teuersten.

VORTEILE

  • starke Performance
  • lange Akkulaufzeit
  • exzellente Kamera für Fotos und Videos

NACHTEILE

  • kostenintensiv
  • Kamerazubehör teuer und sperrig
  • Probleme mit Google Fotos

Das Oppo Find X9 Ultra liefert das aktuell technisch beste Gesamtpaket ab: viel Power, starker Akku, brillantes und helles Display und exzellente Kamera mit zwei Telelinsen. Mit Preisen ab 1510 Euro für die Variante mit 512 GB und 1999 Euro für die Version mit 1 TB ist es aber kostenintensiv.

VORTEILE

  • lange Akkulaufzeit
  • rasante Performance
  • hervorragendes und helles Display
  • exzellente Kamera mit bis zu zehnfachem optischem Zoom

NACHTEILE

  • richtig teuer
  • recht wuchtig
  • keine zwei eSIMs gleichzeitig
  • Drosselung wegen Hitze bei längerer Auslastung

Das Vivo X300 Pro bietet seine herausragende Zeiss-Kamera mit Teleobjektiv und Zubehör, die Maßstäbe in der Smartphone-Fotografie setzt. Auch Display, Leistung und Akkulaufzeit sind auf Topniveau – ein starkes Flaggschiff für Fotografie-Fans schon ab 1026 Euro.

VORTEILE

  • fantastische Smartphone-Kamera mit 200-MP-Teleobjektiv
  • Kamera-Zubehör-Set mit Griff und Zoom
  • lange Akkulaufzeit
  • starke Performance
  • exzellentes Display

NACHTEILE

  • gelegentliche Software-Bugs
  • kleinerer Akku in Europa (5440 vs. 6510 mAh)
  • Probleme mit Google Fotos

Ratgeber

Worauf kommt es bei einer Smartphone-Kamera an?

Die Bildqualität bei der Smartphone-Fotografie hängt von mehreren Faktoren ab – nicht nur von der Megapixel-Zahl. Entscheidend sind auch die Sensorgröße, die Blende und die Bildverarbeitung durch die Software. Während Mittelklasse-Handys häufig noch mit einer Dual-Kamera auskommen, setzen Top-Smartphones inzwischen meist auf eine Triple-Kamera. Einige Premium-Modelle bieten sogar vier Objektive.

Typisch ist dabei eine Kombination aus einer Hauptkamera mit Weitwinkel, einer Ultraweitwinkel-Linse sowie einem oder sogar zwei Teleobjektiven. Dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass Smartphones je nach Motiv flexibel reagieren und eine deutlich bessere Bildqualität liefern. Wie alle Smartphones verfügen diese zusätzlich über eine Frontkamera für Selfies – die hochwertigen Top-Modelle bieten dabei oft eine 50-MP-Frontkamera.

Sensor: Das Herzstück der Kamera

Es gilt die einfache Formel: je größer der Sensor, desto besser die Bildqualität bei der Smartphone-Fotografie. Ein größerer Kamerasensor fängt mehr Licht ein – Bilder werden besonders bei schlechten Lichtverhältnissen rauschärmer und detailreicher. Zudem steigt der Dynamikumfang: Die Kamera kann also mehr Details in hellen und dunklen Bereichen gleichzeitig darstellen.

Einige Top-Modelle setzen auf besonders große 1-Zoll-Sensoren. Dazu gehören etwa das Xiaomi 17 Ultra und Oppo Find X9 Ultra. Der 1-Zoll-Sensor liefert bessere Lichtempfindlichkeit, weniger Bildrauschen, einen höheren Dynamikumfang und schönere Unschärfeeffekte dank besserem Freistellungspotenzial.

Blende und Lichtstärke

Die Blende ist die Öffnung im Objektiv, durch die Licht auf den Sensor fällt. Ihre Größe wird als f-Wert angegeben, etwa f/1.8 – dabei gilt: Je kleiner die Zahl, desto größer die Öffnung und desto mehr Licht erreicht den Sensor. Eine lichtstarke Blende ist vorwiegend bei wenig Umgebungslicht entscheidend, um scharfe Fotos aus der Hand zu ermöglichen.

Anders als bei klassischen Kameras lässt sich die Blende bei den meisten Smartphones nicht verstellen – sie arbeiten mit einer festen Öffnung als Kompromiss zwischen Lichtstärke und Schärfe. Eine Ausnahme ist das Huawei Pura 80 Ultra mit seiner verstellbaren Blende: Bei viel Licht schließt sie für mehr Schärfentiefe, bei wenig Licht öffnet sie vollständig. Zusätzlich erzeugt eine offene Blende ein natürliches Bokeh – eine Hintergrundunschärfe, die andere Smartphones nur per Software simulieren.

Vivo X300 Ultra

Megapixel und Pixel-Binning

Die reine Megapixel-Zahl (MP) ist ein beliebtes Marketing-Argument, für die Bildqualität aber nicht allein entscheidend. Eine höhere Auflösung bedeutet zwar theoretisch mehr Details, doch viele kleine Pixel auf einem kleinen Sensor können zu Bildrauschen führen – jedes einzelne Pixel nimmt dann weniger Licht auf.

Hier kommt Pixel-Binning ins Spiel: Bei dieser Technik fasst der Sensor mehrere benachbarte Pixel zu einem größeren virtuellen Pixel zusammen. So erzeugt etwa ein 200-MP-Sensor ein rauschärmeres 12,5-MP-Bild, weil die erhöhte Pixelgröße deutlich effektiver Licht sammeln. Das verbessert die Bildqualität bei schwachem Licht erheblich.

Bildstabilisierung

Eine Bildstabilisierung verhindert verwackelte Fotos und ruckelige Videos. Dabei unterscheidet man zwei Verfahren:

  • Optische Bildstabilisierung (OIS): Eine beweglich gelagerte Linse oder der Sensor selbst gleicht Handbewegungen mechanisch aus. OIS ist besonders effektiv bei längeren Belichtungszeiten – etwa bei Nachtaufnahmen – und bei der Verwendung von Teleobjektiven.
  • Elektronische Bildstabilisierung (EIS): Diese Methode korrigiert Verwacklungen per Software, indem das Bild zugeschnitten und verschoben wird. Das geht allerdings zulasten des Bildausschnitts.

OIS gilt bei Fotos und längeren Belichtungszeiten als besonders effektiv. Moderne Smartphones kombinieren OIS und EIS meist für optimale Ergebnisse bei Videoaufnahmen. Sämtliche Smartphones in dieser Bestenliste bieten OIS zumindest bei der Hauptlinse und meistens auch bei der Telelinse.

Videos

Handykameras kommen längst auch in professionellen Filmproduktion zum Einsatz. Den Kinofilm „28 Years Later“ drehte das Team maßgeblich mit dem iPhone – allerdings mit Rigs, Objektivaufsätzen und Stabilisierungssystemen, nicht aus der Hand.

Für Social Media und Influencer zählt vor allem die „Out-of-the-Cam“-Qualität: Fotos und Videoaufnahmen, die ohne Nachbearbeitung überzeugen. Verantwortlich dafür ist die automatische Bildverarbeitung. Maßstab ist seit Jahren das Apple iPhone: starke Stabilisierung, Prores-Codec und Dolby Vision HDR liefern Top-Qualität direkt aus der Kamera. Samsungs Galaxy-Ultra-Modelle halten mit umfangreichem Pro-Video-Modus dagegen.

Gute Videoqualität hängt von mehr ab als der Auflösung. Aktuelle Flaggschiffe filmen in 4K mit bis zu 60 FPS, das iPhone 17 Pro Max sogar mit 120 FPS für flüssige Zeitlupen. Viele Top-Smartphones beherrschen auch 8K-Videoaufnahmen mit 30 FPS. Ebenso wichtig sind eine wirksame Bildstabilisierung (OIS und EIS) sowie ein hoher Dynamikumfang über HDR10+ oder Dolby Vision – damit helle Bereiche nicht überstrahlen und dunkle Details nicht absaufen. Profis nutzen zudem manuelle Einstellungen und Log-Profile.

Chinesische Hersteller haben aufgeholt: Das Vivo X300 Ultra, Xiaomi 17 Ultra, Oppo Find X9 Ultra und das Honor Magic 8 Pro überzeugen mit leistungsstarken Sensoren und effektiver Stabilisierung der Videoaufnahmen – eine überzeugende Antwort auf die bisherige Vormachtstellung von Apple und Samsung. Das Google Pixel punktet zudem mit natürlicher Farbwiedergabe.

Welches günstige Smartphone hat die beste Kamera?

Wer keine vierstelligen Summen ausgeben will, muss auf Kameraqualität nicht verzichten – auch wenn gewisse Abstriche unvermeidlich sind. Eine gute Alternative ist ein Mittelklasse-Handy. Zwei Smartphones stechen in der erschwinglichen Preisklasse besonders hervor:

Das Google Pixel 10 ist mit knapp 540 Euro eine attraktive Alternative zu den teureren Pro-Modellen. Die 50-MP-Hauptlinse liefert überzeugende Aufnahmen, und erstmals verbaut Google auch eine Telelinse mit 10,5 MP und 5-fachem optischen Zoom in der Nicht-Pro-Version.

Noch günstiger ist das Honor 400 Pro ab rund 459 Euro: Es hat den Sprung in die Bestenliste nur knapp verpasst, bietet eine starke Hauptlinse mit 200 MP und OIS sowie eine Telelinse mit 50 MP – eine Ausstattung, die vor wenigen Jahren noch Flagship-Smartphones vorbehalten war. Auch das Xiaomi 15T Pro mit 5-fachem optischem Zoom gehört zu den besten bezahlbaren Fotohandys.

Welche Handykamera ist die beste für Nachtaufnahmen?

Die wahre Qualität einer Smartphone-Kamera zeigt sich erst bei Dunkelheit – bei Tageslicht liefern die meisten aktuellen Handys nämlich gute Ergebnisse. Entscheidend für gelungene Nachtaufnahmen sind primär drei Faktoren: ein großer, lichtempfindlicher Sensor, eine offene Blende (kleiner F-Wert) sowie eine effektive optische Bildstabilisierung (OIS).

Mindestens ebenso wichtig ist mittlerweile die Software: Moderne Nachtmodi setzen mehrere Einzelaufnahmen zu einem hellen und rauscharmen Bild zusammen und erreichen so eine hohe Low-Light-Performance. Als eines der besten Smartphones für Bilder bei wenig Licht gilt das Google Pixel 10 Pro XL. Aber auch das Xiaomi 17 Ultra und das Oppo Find X9 Ultra punkten dank großer Sensoren sowie auch das Vivo X300 Pro und Vivo X300 Ultra. Hier trifft leistungsfähige Hardware auf ausgereifte Bildverarbeitung, die bei Tag und Nacht tolle Bilder liefert.

Xiaomi 17 Ultra - Originalaufnahmen

Welches Kamera-Handy hat den besten Zoom?

Den stärksten Zoom in dieser Bestenliste liefert das Oppo Find X9 Ultra. Das erste Teleobjektiv mit 200 Megapixeln erreicht einen 3-fachen Zoom, das zweite mit 50 Megapixeln erreicht sogar einen 10-fachen optischen Zoom. Stark ist auch das Huawei Pura 80 Ultra mit Dual-Teleobjektiv-Kamera und zwei optischen Zoomstufen: 3,7-fach (83 mm) und 9,4-fach (212 mm). Ein bewegliches Prisma schaltet zwischen den beiden Brennweiten um und liefert sowohl bei nahen als auch bei weit entfernten Motiven eine hohe Bildqualität.

Das Apple iPhone 17 Pro Max setzt auf ein Tetraprisma-Teleobjektiv mit 4-fachem optischen Zoom (100 mm). Über den sogenannten „Fusion-Zoom“ erreicht es zusätzlich eine achtfache Vergrößerung (200 mm) in nahezu optischer Qualität: Der hochauflösende 48-MP-Sensor ermöglicht es, einen Ausschnitt aus der Bildmitte in guter Qualität zu vergrößern – ohne zusätzliches Objektiv.

Einen anderen Weg gehen das Honor Magic 8 Pro, das Xiaomi 17 Ultra sowie das Vivo X300 Pro: Sie setzen bei ihrer Telelinse auf besonders hochauflösende 200-MP-Sensoren. Der Vorteil: Die Kamera kann einen Ausschnitt aus dem hochauflösenden Bild vergrößern und erreicht so hohe Zoomstufen ohne nennenswerte Qualitätseinbußen. Zusätzlich verbessert Pixel-Binning – das Zusammenfassen mehrerer Pixel zu einem größeren – die Lichtempfindlichkeit und reduziert das Bildrauschen bei Tele-Aufnahmen.

Neben der Hardware wird die Software immer wichtiger – auch bei Zoomaufnahmen. Google nutzt beim Pixel 10 Pro den Pro-Resolution-Zoom. Dieser ermöglicht eine bis zu 100-fache Vergrößerung mithilfe generativer KI, die Details intelligent berechnet. Samsungs Antwort darauf ist der Space Zoom: Auch hier sind bis zu 100-fache Vergrößerungen möglich, kombiniert aus optischen Linsen, hochauflösenden Sensoren und KI.

Auch bei Portrait-Fotos spielen moderne Kamerasysteme ihre Stärken aus, indem sie hochauflösende Teleobjektive mit intelligenter Software kombinieren. So gelingt eine präzise Freistellung des Motivs mit weichem Bokeh, das selbst feine Details wie Haare sauber vom Hintergrund trennt.

Oppo Find X9 Ultra

Fazit

Die Bildqualität einer Smartphone-Kamera hängt von weit mehr ab als der Megapixel-Zahl. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Sensorgröße, Lichtstärke der Blende und effektiver Bildstabilisierung. Ein großer Sensor fängt mehr Licht ein und liefert rauschärmere Bilder, Pixel-Binning verbessert die Qualität zusätzlich. Alle Smartphones in dieser Bestenliste bieten OIS bei der Hauptlinse und meist auch bei der Telelinse – wer auf diese Faktoren achtet, findet hier das passende Modell.

Wer nicht gerade ausgewiesener Hobbyfotograf ist, kann nach unserer Einschätzung auf eine dedizierte Digitalkamera vorwiegend verzichten. Mit einer professionellen Systemkamera und mehreren Objektiven können Smartphones zwar nicht mithalten – doch für Urlaubsfotos und gelegentliche Streetfotografie liefern aktuelle Modelle überzeugende Ergebnisse.

Weitere Bestenlisten rund um Mobilgeräte:

BESTENLISTE

Vivo X300 Ultra im Test: Überragendes Smartphone für Foto und Video

Top-Hardware und eine Kamera, die exzellente Fotos schießt und Videos aufzeichnet. Das Vivo X300 Ultra zeigt im Test, was es als Flaggschiff bietet.

VORTEILE

  • starke Performance
  • lange Akkulaufzeit
  • exzellente Kamera für Fotos und Videos

NACHTEILE

  • kostenintensiv
  • Kamerazubehör teuer und sperrig
  • Probleme mit Google Fotos

Top-Hardware und eine Kamera, die exzellente Fotos schießt und Videos aufzeichnet. Das Vivo X300 Ultra zeigt im Test, was es als Flaggschiff bietet.

Mit dem Vivo X300 Pro präsentierte der Hersteller bereits ein Smartphone, das ambitionierte Fotografen ansprechen soll. Mit dem Ultra-Modell legt Vivo nun nach und zeigt erneut in Kooperation mit Zeiss, wie leistungsfähig ein High-End-Smartphone bei Fotos und Videos sein kann.

Design

Optisch orientiert sich das Vivo X300 Ultra am Pro-Modell der X300-Reihe. Dominant ist auch hier das große, runde Kameraelement auf der Rückseite samt Zeiss-Logo – beim Ultra fällt es allerdings noch eine Nummer größer, dicker und selbstbewusster aus. Stolze 8 mm ragt es aus dem Gehäuse heraus.

Mit Abmessungen von 163 × 76,8 × 8,2 mm und einem Gewicht von 232 g ist das Smartphone in Schwarz ein veritabler Brocken. Das grüne Modell ist sogar nochmals 0,3 mm dicker und wiegt 5 g mehr – was an der anderen Glasbeschichtung liegt. In der Hand liegt es satt, in der Hosentasche macht es sich deutlich bemerkbar. Einhändige Bedienung ist damit kaum noch möglich. Auf dem Tisch wackelt das Gerät dank mittig platzierter Kameraeinheit zwar kaum, liegt aber nicht plan auf, sondern leicht schräg.

Der Rahmen besteht aus Aluminium, die Rückseite aus Glas. Dank IP68- und IP69-Zertifizierung trotzt das Gerät Staub und Wasser. Die Rückseite unseres Testmusters zeigt sich in mattem Glas in dezentem Grün, das untere Viertel ist farblich leicht abgesetzt. Der Herstellerschriftzug ist fürs Querformat ausgerichtet – ein klarer Hinweis darauf, wofür Vivo das Gerät vor allem gebaut hat.

Verarbeitung und Materialanmutung überzeugen auf ganzer Linie. Das X300 Ultra klappert hörbar, wenn man es schüttelt: Die Objektive mit optischer Bildstabilisierung sitzen beweglich im Gehäuse – bei solchen Kamerasystemen normal, hier aber auffällig laut.

Display

Auch das Display wächst beim Ultra-Modell: Die Diagonale misst jetzt üppige 6,82 Zoll, die Auflösung steigt auf 3168 × 1440 Pixel im 20:9-Format. Bei einer Pixeldichte von 510 ppi wirkt das Bild gestochen scharf. Dank LTPO-Technik regelt das Panel seine Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1 und 144 Hz – das sorgt für eine geschmeidige Darstellung und schont zugleich den Akku.

Auch sonst spielt das AMOLED-Panel in der Oberliga: Farben leuchten kräftig, die Kontraste überzeugen, Schwarz erscheint tiefschwarz. Sämtliche gängigen HDR-Formate werden unterstützt, darunter HDR10+, HDR Vivid und Dolby Vision.

Im Test ließ sich der Bildschirm selbst bei direktem Sonnenlicht gut ablesen. Die c’t bemängelte allerdings, dass die Helligkeitsautomatik mitunter träge reagiert – uns ist das weniger aufgefallen. Mit gemessenen 1680 cd/m² ist das Display in jeder Lichtsituation gut ablesbar, sofern es die Spitzenhelligkeit zuverlässig abruft – einige Mitbewerber leuchten allerdings noch heller.

Kamera

Zum Einsatz kommt eine Triple-Kamera, die von einem Multispektralsensor mit 5 Megapixeln unterstützt wird. Das Hauptobjektiv löst mit bis zu 200 Megapixeln auf und bietet einen optischen Bildstabilisator (OIS) sowie eine Lichtstärke von f/1.85. Dazu kommen ein Ultraweitwinkelobjektiv mit 50 Megapixeln, OIS und f/2.0 sowie eine Periskop-Telelinse mit 200 Megapixeln bei einer Lichtstärke von f/2.67 und OIS, die einen 3,7-fachen optischen Zoom bietet.

Die Hauptkamera setzt auf 35 mm Brennweite (Kleinbildäquivalent) statt der bei Smartphones üblichen 24 mm. Die 35-mm-Brennweite gilt als Klassiker für Reportagen, Porträts mit Umgebung und Streetfotografie. Sie verzerrt Nahaufnahmen weniger als die üblichen 24 mm, fängt dafür bei Innenraumaufnahmen etwas weniger vom Motiv ein. Das wird aber durch den hochauflösenden Ultraweitwinkel-Sensor flexibel kompensiert. Hinter allen drei Objektiven sitzen ausladende Sensoren, die viel Licht einfangen. Selten ist zudem, dass auch die Ultraweitwinkellinse optisch stabilisiert ist und Verwacklungen ausgleicht.

In der Praxis spielt die Hauptkamera in der Top-Liga – sofern man die 12-Megapixel-Stufe meidet, in der Artefakte sichtbar an Konturen nagen. Bei voller Auflösung belegt jedes Bild über 50 MB. Der sinnvolle Kompromiss liegt bei 50 Megapixeln und rund 17 MB. Farben, Dynamik, Kontraste und Schärfe überzeugen dann auf ganzer Linie.

Die Telelinse mit umgerechnet rund 85 mm Brennweite gerät noch eine Spur knackiger. Der 3,7-fache Zoom bezieht sich dabei nicht auf die 35-mm-Hauptkamera, sondern auf die klassischen 24 mm. Der Ultraweitwinkel fällt deutlicher ab – weniger Details, bei viel Licht zu hell, bei wenig Licht etwas matschig. Immerhin bleibt die Farbabstimmung über alle drei Objektive konsistent.

Videos nimmt das Vivo X300 Ultra mit allen drei Rückkameras in 4K mit bis zu 120 fps im 10-Bit-Log-Format auf. Log-Material wirkt zunächst milchig – das ist gewollt und auf die Farbkorrektur in der Postproduktion ausgelegt. Gespeichert wird als MP4; neben H.264 und H.265 unterstützt das Smartphone auch 4:2:2 im APV-Codec. Der Pro-Video-Modus liefert zahlreiche manuelle Einstellungen und virtuelle Filter. Insgesamt ist die Videoqualität hervorragend und nahezu filmreif.

Hinweis aus dem Test: Beim Vivo X300 Ultra fiel uns wiederholt ein Zusammenspiel-Problem mit Google Fotos auf: Bilder wurden mitunter bereits in die Cloud hochgeladen, bevor die Bildverarbeitung abgeschlossen war – und landeten dort nur in reduzierter Qualität. Besonders auffällig war das bei Aufnahmen mit Tele-Zoom, hoher Auflösung und wenig Licht. Am zuverlässigsten ließ sich das Problem umgehen, indem wir die automatische Synchronisierung deaktivierten. Vorübergehend half es zudem, Cache und Speicher der App zu leeren.

Mit Zubehör wird aus dem Smartphone eine richtige Foto- oder Videokamera. Vivo bietet für stolze 599 Euro das X300 Fotografie-Set an: Hülle, Kameragriff mit Zusatzakku und ein 400-mm-Teleobjektiv von Zeiss. Der 248 g schwere Klopper liefert dank langer Brennweite schöne, sehr scharfe Aufnahmen mit ansprechendem Schärfeverlauf – sofern das Motiv passt.

Die Handhabung ist allerdings umständlich: Zuerst muss die Schutzhülle montiert und der passende Ring um das Kameramodul geschraubt werden. Anschließend dockt man das Objektiv an – nachdem man den Deckel abgenommen hat, was reichlich fummelig ausfällt. Per App den Telekonvertermodus starten – bis dahin dürfte so mancher schnelle Schnappschuss verpasst sein. Wer Haupt- oder Ultraweitwinkelkamera nutzen will, muss das Teleobjektiv zudem erst wieder abschrauben, sonst ragt es wie ein Kanonenrohr ins Bild.

Für ambitionierte Handyfilmer gibt es zudem das X300 Ultra Pro Video Rig Kit für 499 Euro. Es enthält einen Rahmen zum sicheren Halten des Smartphones sowie einen kleinen Lüfter gegen die Hitzeentwicklung beim Filmen.

Ausstattung

Als Antrieb dient im Vivo X300 Ultra Qualcomms aktuelles Topmodell, der Snapdragon 8 Elite Gen 5. Der Achtkerner taktet mit bis zu 4,6 GHz und greift auf 16 GB Arbeitsspeicher zu – mehr ist bei Smartphones derzeit kaum drin. Für die Bildverarbeitung spendiert Vivo zusätzlich einen KI-Co-Prozessor mit bis zu 80 TOPS (Trillion Operations per Second).

In den Benchmarks reiht sich das Vivo X300 Ultra erwartungsgemäß weit oben ein, bleibt damit allerdings hinter dem Samsung Galaxy S26 Ultra oder dem Oppo Find X9 Ultra zurück. Im 3DMark Wild Life Extreme erreicht es etwa „nur“ 6500 Punkte. Das ist Jammern auf hohem Niveau: Im Alltag liegt die Spitzenleistung nahezu gleichauf, Apps, Spiele, Menüs und Videos laufen geschmeidig und ohne Verzögerung.

Das Vivo X300 Ultra hält seine Leistung auch unter Dauerlast stabil: 60 Prozent Leistungsstabilität sind ein guter Wert – besser als bei vielen Konkurrenten. Offenbar hat Vivo bewusst auf eine ausgewogene Performance gesetzt. Auch das Kühlsystem überzeugt. Unter Volllast wird die Rückseite zwar bis zu 47 Grad warm, die thermische Drosselung fällt aber moderat aus.

Beim Speicher bleibt es bei maximal 1 TB (UFS 4.1) – einen Slot für microSD-Karten gibt es nicht, eine Erweiterung ist also nicht möglich. In Sachen Konnektivität lässt das Vivo X300 Ultra hingegen keine Wünsche offen: An Bord sind Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC, ein Infrarot-Port sowie USB-C 3.2 mit Displayport-Ausgabe.

Die Satellitennavigation deckt mit GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und Navic sämtliche relevanten Systeme ab, was zu einer präzisen Ortung mit einer Genauigkeit von rund 3 m laut GPS-Test führt. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor reagiert schnell und zuverlässig, selbst bei feuchten Fingern. Die Stereolautsprecher liefern einen satten und räumlichen Klang.

Software

Als Software kommt Vivos Android-Oberfläche Origin OS zum Einsatz, zum Testzeitpunkt auf Basis des aktuellen Android 16. Vivo verspricht sieben Jahre Sicherheitsupdates (ab 2026) sowie fünf neue Android-Versionen bis hin zu Android 21.

Das Interface wirkt clean und modern. Vivo setzt weitgehend auf die offiziellen Google-Apps und installiert nur wenige eigene Programme vor – darunter einen Sprachrekorder, der Aufnahmen auf Wunsch in Text umwandelt. Voraussetzung dafür ist allerdings ein kostenloses Vivo-Konto. Hinzu kommen acht vorinstallierte Drittanbieter-Apps aus den Bereichen Social Media, Streaming und Onlineshopping, die sich aber per Fingertipp entfernen lassen. Praktisch: Origin OS beherrscht App-Klonen und erlaubt so die parallele Nutzung einer Anwendung mit zwei Konten.

Akku

Der 6600-mAh-Akku mit Silizium-Kohlenstoff-Anode liefert eine hervorragende Ausdauer. Im WLAN-Streaming-Test der Kollegen hält das Vivo X300 Ultra über 20 Stunden durch – ein Top-Wert. Im PCMark Battery Test sind es 16 Stunden, hier liegt das Oppo Find X9 Pro deutlich vorn. Auffällig: Beim Streaming bricht die Laufzeit über 5G stärker ein als via WLAN. Andere Geräte mit demselben Chip zeigen das nicht – ein Hinweis auf ein schwächeres Antennendesign.

Im Alltag reicht eine Ladung für rund zwei Tage. Wer viel fotografiert und filmt, muss früher an die Steckdose gehen: Sensor, Bildprozessor und Display gehören zu den größten Stromfressern. Geladen wird schnell – mit bis zu 100 W ist der Akku in knapp einer Stunde voll. Kabellos sind per Vivo-eigener Technik 40 W möglich, per Qi geht es langsamer.

Preis

Die UVP beträgt stolze 2000 Euro, die Straßenpreise starten bei 1900 Euro. Es gibt nur eine Ausführung mit 1 TB, als Farben stehen in Europa Grün und Schwarz zur Auswahl. Weiteres Zubehör wie das Fotografy-Kit für 599 Euro oder das Pro Video Rig Kit für 499 Euro – derzeit bei Alza schon ab 199 Euro – treiben den Preis weiter nach oben. Wer „sparen will“ bekommt das Vivo X300 Ultra im Bundle mit dem Fotografie-Kit „schon“ für 2319 Euro.

Fazit

Das Vivo X300 Ultra ist ein exzellentes Smartphone, das vor allem Foto- und Videofans begeistern dürfte. Die Kamera liefert natürlich wirkende Aufnahmen – im klassischen Reportagestil mit 35 mm oder mit dem 3,7-fachen Zoom bei 85 mm. Wem das nicht reicht, der greift zum professionellen Zubehör mit 400-mm-Teleobjektiv zum Aufstecken oder einer Halterung fürs Filmen.

Auch die Performance überzeugt. In Benchmarks schneiden andere Geräte zwar stärker ab, dafür punktet das X300 Ultra mit Stabilität und geringer Wärmeentwicklung. Die Akkulaufzeit ist gut, das Display nahezu über jeden Zweifel erhaben – abgesehen von einer etwas trägen Helligkeitsautomatik. Damit zählt es derzeit zu den besten Smartphones für Fotografie und Video. Allerdings hat das Vivo X300 Ultra seinen Preis: Mit Zubehör kratzt es schon an der 3000-Euro-Grenze. Zudem vermissen wir eine zweite Telelinse mit höherem optischen Zoom.

Oppo Find X9 Ultra im Test: Glänzt bei Leistung, Kamera und Akku

Brachiale Leistung, ausdauernder Akku und eine Top-Kamera mit zwei Telelinsen und zehnfachem optischen Zoom: Das Oppo Find X9 Ultra setzt im Test Maßstäbe.

VORTEILE

  • lange Akkulaufzeit
  • rasante Performance
  • hervorragendes und helles Display
  • exzellente Kamera mit bis zu zehnfachem optischem Zoom

NACHTEILE

  • richtig teuer
  • recht wuchtig
  • keine zwei eSIMs gleichzeitig
  • Drosselung wegen Hitze bei längerer Auslastung

Brachiale Leistung, ausdauernder Akku und eine Top-Kamera mit zwei Telelinsen und zehnfachem optischen Zoom: Das Oppo Find X9 Ultra setzt im Test Maßstäbe.

Wenn Oppo derzeit etwas kann, dann Kamera-Smartphones bauen. Das Find X9 Pro hat das schon angedeutet – das neue Find X9 Ultra setzt für Foto-Enthusiasten noch eins drauf und zeigt ziemlich kompromisslos, wohin die Reise in der Oberklasse geht. Die Kollegen der c’t haben das Gerät ausführlich durch den Testparcours geschickt. Wir konnten das Gerät ebenfalls kurz ausprobieren und fassen die wichtigsten Erkenntnisse aus dem c’t-Test hier zusammen.

Design

Das Find X9 Ultra fällt schon beim Auspacken auf: Die Rückseite kommt wahlweise in knalligem Orange aus faserverstärktem Verbundwerkstoff oder in Dunkelgrau aus Kunstleder. Dezent ist sonst aber wenig an diesem Smartphone. Mit 163,2 × 77 × 9,1 mm und 236 g gehört es klar zur Fraktion der Brocken – in der Hosentasche macht sich das Gewicht deutlich bemerkbar.

Hauptverantwortlich für den massigen Auftritt ist der riesige, runde Kamerabuckel auf der Rückseite, der über 6 mm aufträgt. Beim Hineinschieben in die Tasche nervt das gelegentlich, in der Hand entpuppt sich der Buckel aber als überraschend praktische Fingerablage: Das Smartphone liegt damit sicher und gut ausbalanciert. Gegen Wasser und Staub ist das Find X9 Ultra nach IP68 und IP69 zertifiziert.

Mit der auffälligen orangenen Taste spendiert Oppo dem Find X9 Ultra eine zusätzliche Kamerasteuerung. Sie startet per Doppeldruck die Kamera-App. Ein leichter Druck fokussiert das Motiv, ein fester löst aus. Im Querformat wird aus der Taste per Wischgeste ein stufenlosen Zoom-Slider.

Display

Das 6,82 Zoll große AMOLED-Panel macht keine halben Sachen: 3168 × 1440 Pixel sorgen für eine knackscharfe Darstellung (510 ppi), die Farben wirken kräftig und natürlich. Auch in der prallen Sonne bleibt der Bildschirm gut ablesbar: Bis zu 1800 cd/m² soll die Helligkeit in der Fläche betragen, gemessen haben die Kollegen im Schnitt 1100 cd/m². Die HDR-Peak-Leistung beträgt laut Hersteller 3600 cd/m².

Die Bildwiederholrate passt sich dank LTPO flexibel zwischen 1 und 144 Hertz an, die Abtastrate liegt bei 300 Hertz. HDR10+ und Dolby Vision sind ebenso an Bord wie Gorilla Glass Victus 2 als Kratzschutz. Wer mag, justiert in den Systemeinstellungen Farbtemperatur und weitere Parameter nach eigenem Geschmack.

Kamera

Oppo bleibt seiner Liaison mit Hasselblad treu. Auf der Rückseite des Find X9 Ultra sitzen vier Objektive plus ein monochromer Multispektralsensor. Den Ton gibt die 200-MP-Hauptkamera mit lichtstarker Blende, großem Sensor und optischer Bildstabilisierung (OIS) an. Dazu kommen ein Dreifach-Tele (ebenfalls 200 MP, mit OIS), ein Zehnfach-Tele (50 MP, mit OIS) und ein Ultraweitwinkel (50 MP). Der zusätzliche 3,2-MP-Multispektralsensor dient in erster Linie der präziseren Farberfassung und Weißabstimmung. Vorn wartet eine weitere 50-MP-Kamera auf Selfies.

Die Hauptkamera liefert feine Details, Schärfe bis in die Ecken und einen hohen Dynamikumfang. Auch der Nachtmodus überzeugt – an die Klassenspitze (Xiaomi 17 Ultra, Google Pixel 10 Pro) reicht er laut den c’t-Kollegen aber nicht ganz heran. Die vollen 200 MP braucht es nicht, 50 MP genügen fürs Croppen allemal. Das Zehnfach-Tele bleibt bei Details und Dynamikumfang etwas hinter dem Fünffach-Zoom zurück, hat aber seine Stärken bei starker Vergrößerung. Das Ultraweitwinkel fällt etwas ab und bietet einen knapperen Bildwinkel als die Konkurrenz.

In der Kamera-App gibt es Filter für den Hasselblad-Look. Der Master-Modus zügelt die sonst übliche Smartphone-Farbpracht und orientiert sich an der Anmutung großer Kameras. Weniger Knallbonbon, mehr Kamera.

Das Zubehör aus Griff samt Objektiven heißt sperrig „Find X9 Ultra Hasselblad Earth Explorer Photography Kit“ und ist hierzulande nur schwer zu bekommen. Das Aufsteck-Tele eröffnet kreative Spielräume – im Zoo, Stadion oder bei Konzerten. Bildschärfe und Bokeh überzeugen. Im Alltag bleibt es aber meist in der Schublade: Dann sind die anderen Kameras blockiert, außerdem sind eine Hülle mit Adapterplatte und der passende App-Modus zwingend nötig.

Auch ohne Objektiv ist die Kamerahülle praktisch: Zweistufiger Auslöser und Zoom-Wippe arbeiten zuverlässig, sobald sie per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt ist. Eine schmale LED am Rand zeigt den Ladestand des integrierten Akkus an.

Ausstattung

Im Find X9 Ultra steckt Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5 – aktuell das Maß der Dinge bei mobilen Prozessoren. Flankiert wird der mit bis zu 4,6 GHz taktende Achtkerner von 12 GB RAM. Für richtig viel Leistung ist damit gesorgt: Bei 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Oppo Find X9 Ultra bärenstarke 7700 Punkte. Bei Solar Bay sind es 13.300 Punkte laut der Tests der Kollegen. Schneller sind hier aber das Samsung Galaxy S26 Ultra, das eine etwas übertaktete Variante des Prozessors nutzt, sowie das Redmagic 11 Pro und 11S Pro.

Schwächen offenbart das Find X9 Ultra allerdings beim Thermomanagement. Unter Dauerlast drosselt es deutlich stärker als die Konkurrenz. In den vier Dauertests von 3DMark bleiben am Ende nur rund 40 Prozent der Ausgangsleistung übrig, beim Vivo X300 Ultra sind es hingegen über 60 Prozent. Auch die Gehäusetemperatur fällt mit bis zu 50,5 °C höher aus als beim Vivo mit 47 °C.

Als Speicher gibt es wahlweise 512 GB oder 1 TB nach flottem UFS-4.1-Standard. Auch bei der Konnektivität bleiben keine Wünsche offen: USB-C 3.2, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC sowie ein Infrarot-Port sind an Bord. Im Alltag arbeitet das Smartphone entsprechend zügig, Apps starten verzögerungsfrei, Spiele laufen auf Wunsch mit 144 Hertz – ein Unterschied zu 120 Hertz, der sich auf dem Display kaum ausmachen lässt. Das Gerät ist zwar eSIM-fähig, Dual-eSIM wird aber nicht unterstützt: Für den Dual-SIM-Betrieb braucht es mindestens eine physische Karte.

Software

Auf dem Find X9 Ultra läuft Oppos Android-Oberfläche Color OS – modern, aufgeräumt und mit erträglich wenig Bloatware. Bei den Systemanwendungen setzt Oppo überwiegend auf Googles Angebot inklusive des KI-Assistenten Gemini. Eigene KI-Funktionen gibt es aber auch: Im „Mind Space“ landen Screenshots, Notizen und andere Schnipsel, zudem hilft die KI beim Schreiben, Übersetzen und Diktieren. Oppo versorgt das Find X9 Ultra ab 2026 für fünf Jahre mit OS-Updates und für sechs Jahre mit Sicherheitsupdates.

Akku

Mit 7050 mAh Kapazität ist der Silizium-Kohlenstoff-Akku des Find X9 Ultra zwar etwas kleiner als der des Pro-Modells, hält aber kaum kürzer durch. Im Test der c’t-Kollegen lief das Smartphone beim Videostreaming per WLAN über 24 Stunden, im Alltag musste das Ladekabel erst am zweiten Abend ran.

Wieder voll ist der Akku in rund einer Stunde – die vollen 100 W gibt es allerdings nur mit einem Netzteil von Oppo. Über die verbreiteten USB-Standards Power Delivery (PD) und PPS lädt das Smartphone zwar ebenfalls schnell mit bis zu 55 W via PPS, aber eben nicht die maximal mögliche Ladeleistung. Kabelloses Laden ist möglich, mit einem entsprechenden Wireless-Ladegerät von Oppo dann sogar mit bis zu 50 W.

Preis

Die UVP startet bei überaus happigen 1700 Euro für das Modell mit 512 GB – das lässt selbst das iPhone plötzlich wie ein Schnäppchen wirken. Die Straßenpreise beginnen bei 1510 Euro für die 512-GB-Variante. Mit 1 TB werden sogar 1999 Euro fällig. Zur Wahl stehen zwei Farben: Dunkelgrau oder Orange.

Fazit

Das Oppo Find X9 Ultra zeigt, was in der Smartphone-Oberklasse aktuell technisch möglich ist: brachiale Performance, ein extrem ausdauernder Akku, ein brillantes Display und eine vielseitige Kamera mit zwei Telelinsen und bis zu zehnfachem optischen Zoom. Stand jetzt liefert es das technisch beste Gesamtpaket am Markt.

Allerdings ist es kostspielig und ziemlich wuchtig. Wer nicht ganz so viel ausgeben will, aber dennoch hervorragende Fotos mit starkem Zoom schießen möchte, sollte sich das Xiaomi 17 Ultra ansehen. Deutlich günstiger ist zudem das Samsung Galaxy S26 Ultra mit ebenfalls starker Hardware und guter Kamera.

Vivo X300 Pro im Test: Top-Smartphone mit faszinierend guter Zoom-Kamera

Das Vivo X300 Pro will mit der besten Smartphone-Kamera, starker Performance, einem fantastischen Display und einer langen Akkulaufzeit punkten.

VORTEILE

  • fantastische Smartphone-Kamera mit 200-MP-Teleobjektiv
  • Kamera-Zubehör-Set mit Griff und Zoom
  • lange Akkulaufzeit
  • starke Performance
  • exzellentes Display

NACHTEILE

  • gelegentliche Software-Bugs
  • kleinerer Akku in Europa (5440 vs. 6510 mAh)
  • Probleme mit Google Fotos

Das Vivo X300 Pro will mit der besten Smartphone-Kamera, starker Performance, einem fantastischen Display und einer langen Akkulaufzeit punkten.

Nach zwei Jahren Funkstille ist Vivo zurück in Deutschland. Die Patentstreitigkeiten mit Nokia, die 2023 zum dramatischen Verkaufsstopp führten, sind Geschichte. Seit November 2025 gibt es das Vivo X300 Pro offiziell bei Amazon sowie weiteren Händlern – und das Warten hat sich gelohnt. Das Flaggschiff-Smartphone setzt kompromisslos auf Fotografie und will mit einer Zeiss-Kamera neue Maßstäbe setzen, die selbst das Samsung Galaxy S25 Ultra und das Pixel 10 Pro alt aussehen lassen.

Im Vergleich zum kleineren X300 packt das Pro-Modell mehr Leistung und ein größeres Display in das Gehäuse. Gegenüber dem hervorragenden Vorgänger X200 Pro trumpft es mit verbesserter Prozessorleistung, besserer Kamera-Dynamik und größerem Akku auf. Das Sahnehäubchen: Nur das X300 Pro unterstützt das außergewöhnliche Erweiterungsset mit Zeiss-Zoomobjektiv und Kameragriff.

Design und Verarbeitung

Das Vivo X300 Pro misst 161,2 × 75,5 × 8 mm bei 226 g. Damit spielt es in der Liga der größeren Smartphones mit, ohne zum unhandlichen Klotz zu werden. Der kantige Aluminiumrahmen trifft auf Gorilla Armor Glass vorn und matte Glasrückseite – eine Kombination, die Premium-Gefühle weckt.

Der kreisrunde Kamerablock dominiert die Rückseite. Er ist markant größer als bei den meisten Konkurrenten und zeigt sofort: Hier steckt richtig viel Foto-Handy drin. Die Farboptionen beschränken sich auf Phantom Black und Dune Brown in Europa, während globale Modelle zusätzlich Cloud White und Mist Blue bieten. Unser braunes Testgerät wirkt allerdings etwas zu zurückhaltend – hier hätte Vivo gerne mutiger sein können.

Die Verarbeitung überzeugt mit hochwertiger Aluminiumlegierung und robustem Glas. Die IP69-Zertifizierung schützt gegen das Eindringen von Staub und Wasser. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor unter dem Display reagiert blitzschnell und funktioniert auch mit feuchten Fingern zuverlässig.

Eine 3,5-mm-Klinke sucht man vergebens, dafür bieten die Stereo-Lautsprecher klaren und lauten Sound. Trotz der stattlichen Abmessungen liegt das Gerät gut in der Hand und wackelt dank des mittigen Kameramoduls nicht auf dem Tisch.

Vivo X300 Pro

Display: Wie gut ist der Bildschirm des Vivo X300 Pro?

Das 6,78-Zoll-AMOLED-Display mit LTPO-Technologie setzt Maßstäbe. Mit 120 Hz Bildwiederholrate, 2160 Hz PWM-Dimmung und Unterstützung für HDR10+, HDR Vivid sowie Dolby Vision lässt es technisch keine Wünsche offen. Die Auflösung von 1260 × 2800 Pixeln erreicht scharfe 452 PPI bei einem modernen 20:9-Verhältnis.

Die maximale Helligkeit ist so hoch, dass selbst direktes Sonnenlicht kaum stört. Auch die automatische Helligkeitsanpassung arbeitet präzise, während die minimale Helligkeit dunkel genug ist, um nachts nicht zu stören. Zudem sind die Displayränder mit nur 1,1 mm äußerst schmal.

Die Farbdarstellung orientiert sich am sRGB-Standard, mit Optionen für dynamische Anpassung je nach Inhalt. Im Vergleich zum kleineren X300 (6,31 Zoll) ist es heller, gegenüber dem X200 Pro bieten die dünneren Ränder ein moderneres Erscheinungsbild.

Kamera: Wie gut sind Fotos mit dem Vivo X300 Pro?

Hier beginnt das X300 Pro der Konkurrenz davonzueilen. Das Dreifach-Kamerasystem mit Zeiss-Optik ist schlichtweg das Beste, was uns bisher untergekommen ist. Die Hauptkamera nutzt einen 50-Megapixel-Sensor (Sony-LYT-828; 1/1,28 Zoll, f/1,6, 24 mm) mit OIS, PDAF und 1,22 µm Pixeln. Der Dynamikumfang umfasst 10,5 Blendenstufen.

Das Teleobjektiv arbeitet mit satten 200 Megapixel (Samsung HPB; 1/1,4 Zoll, f/2,7, 85 mm) und bietet 3,7-fachen optischen Zoom sowie Makro-Funktionen im Verhältnis 2,7:1. Die Ultraweitwinkelkamera löst mit 50 Megapixel auf (f/2,0, 15 mm, 119°) und verfügt über Autofokus.

Die Zeiss-Optik mit T*-Beschichtung und APO-Linse sorgt für natürliches Bokeh ohne störende Lens-Flares. Zusätzliche Features wie Laser-AF, Farbspektrum-Sensor, 3D-LUT-Import, HDR und Panorama-Funktionen machen das System komplett. Auffällig: Die Zoomlinse erzeugt oft bessere Bilder als die Hauptkamera.

Gegenüber dem Google Pixel 10 Pro XL gewinnt das X300 Pro deutlich. Fotos wirken farbenfroher, schärfer und ästhetischer in allen Szenarien – egal ob normaler Tag, Nacht, Makro oder Selfies.

Die Kamera-App bietet endlose Einstellungsmöglichkeiten für Foto-Nerds, aber auch einen vereinfachten Modus für Gelegenheitsknipser. Die automatische Szenenerkennung schlägt passende Modi für Essen oder Konzerte vor – und das Umstellen lohnt sich, da die Bilder dann nochmals eine Schippe drauflegen.

Vivo X300 Pro

Das optionale Kamera-Zubehör-Set setzt dem noch einen darauf. Die Teleobjektiv-Verlängerung bietet zusätzliche 2,35-fache Vergrößerung bis 300 mm Brennweite und ermöglicht bis zu 1600-fachen Hybrid-Zoom. Der Griff mit physischen Bedienelementen (Auslöser, Zoomhebel, Belichtung), Stativgewinde und integriertem 2300-mAh-Akku verwandelt das Smartphone fast in eine echte Kamera. Topp für Straßenfotografie und Zoom-Aufnahmen weit entfernter Objekte, sogar bei Nacht.

Videos entstehen in 8K bei 30 FPS oder 4K bei 120 FPS mit Dolby Vision und 10-Bit-Log. Zeitlupe funktioniert in 4K bei 120 FPS, Porträt-Videos in 4K bei 60 FPS. Die Stabilisierung kombiniert Gimbal-ähnliches OIS mit Software-Stabilisierung und hält selbst wackelige Hände ruhig. Die 50-Megapixel-Frontkamera (f/2,0, 20 mm, AF, HDR) nimmt Videos bis 4K bei 60 FPS auf und lässt Selfiesticks arbeitslos werden.

Hinweis: Beim Vivo X300 Pro fiel uns vereinzelt ein Synchronisationsproblem mit Google Fotos auf. Gelegentlich landeten Aufnahmen in reduzierter Qualität in der Cloud, da sie offenbar hochgeladen wurden, bevor die Bildverarbeitung abgeschlossen war. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die automatische Synchronisierung in der App vorerst deaktivieren.

Hardware: Wie stark ist das Vivo X300 Pro?

Der MediaTek Dimensity 9500 ist ein Kraftpaket. Der Octa-Core-Prozessor mit 1 × 4,21 GHz, 3 × 3,5 GHz und 4 × 2,7 GHz wird von einer Arm-G1-Ultra-GPU und den speziellen Coprozessoren V3+/VS1 für Bildverarbeitung unterstützt. Das ist mehr Rechenpower, als manche Laptops bieten.

Vivo X300 Pro

Mit 16 GB Arbeitsspeicher und 512 GB UFS-4.1-Speicher ist das Gerät für die nächsten Jahre gerüstet. Ein Erweiterungsslot fehlt, aber bei dieser Kapazität wird ihn kaum jemand vermissen. In Benchmarks erreicht das X300 Pro 6690 Punkte bei 3DMark Wild Life Extreme (Vulkan) – ein Wert, der selbst Gaming-Smartphones erröten lässt. Im Vergleich zum X200 Pro (Dimensity 9300) arbeitet der neue Chip sparsamer, gegenüber dem kleineren X300 bietet das Pro-Modell deutlich mehr Speicher.

Die Konnektivität lässt keine Wünsche offen: Wi-Fi 7 (Dual-Band), Bluetooth 5.4/6 (aptX HD, LHDC 5), GPS (mehrere Bänder), NFC, Infrarot-Blaster und USB-C 3.2 (OTG). Easyshare ermöglicht Dateitransfer zu PCs, Macs und iPhones via NFC/Bluetooth/WLAN. KI-Features wie generative Bildbearbeitung runden die Ausstattung ab.

Software

Das Vivo X300 Pro läuft mit Origin OS 6 auf Basis von Android 16 – eine Premiere für Europa. Bisher bekam der Kontinent eine abgespeckte Funtouch-OS-Variante, jetzt erhalten alle Regionen das vollwertige System. Vivo verspricht fünf Jahre Hauptupdates und sieben Jahre Sicherheitsaktualisierungen.

Die umfangreichen Anpassungen umfassen intelligente Stromspar-Modi, KI-gestützte Kamera-Features wie Fokus-Tracking und sogar Integration zu Apple-Produkten mit Drag-and-drop. Die Nutzung gefällt mit eleganten Öffnungsanimationen und bietet unzählige Optionen.

Das Design überzeugt mit vielen Anpassungsmöglichkeiten. Apps lassen sich in Fenstern zusammenfassen, im Sperrbildschirm verschwindet die Uhr künstlerisch hinter Hintergrundbildern. Die Origin-Insel um die Frontkamera ähnelt Apples Dynamic Island, ein programmierbarer Hardware-Knopf bietet schnellen Zugriff auf Lieblingsfunktionen. Die intelligente Seitenleiste macht wichtige Features schneller verfügbar.

Nach drei Wochen intensiver Nutzung zeigt sich die Kehrseite: OriginOS ist mächtig und kommt mit vielen innovativen Funktionen, ist aber nicht fehlerfrei. Die Kamera öffnet sich gelegentlich nicht über den Schnellzugriff, geschossene Bilder lassen sich nicht sofort teilen, Screenshots können nicht direkt zugeschnitten werden. Die Origin-Insel setzt manchmal aus, Apps laufen nicht so geschmeidig wie bei Pixel-Handys oder iPhones. Hier zeigt sich: Software-Perfektion ist schwerer als Hardware-Excellence.

Akku: Wie lange hält das Vivo X300 Pro durch?

Der Akku fasst 5440 mAh in Europa – weniger als die globale Version mit 6510 mAh. Schuld ist ein EU-Gesetz, das Vivo höhere Einfuhrgebühren bescheren würde. Die Si/C-Li-Ion-Technik sorgt trotzdem für beeindruckende Effizienz.

Das Laden erfolgt mit bis zu 90 W – allerdings nur mit Vivos nicht beiliegendem, speziellem Netzteil für 55 Euro. Das X300 Pro lädt mit normalen Schnellladegeräten immerhin noch mit 45 Watt. Drahtloses Laden funktioniert mit maximal 40 W, umgekehrtes Laden funktioniert sowohl verkabelt als auch drahtlos.

Die Laufzeit beeindruckt: Zwei volle Tage mit einer Ladung sind problemlos möglich. Das zuvor genutzte Google Pixel 9 Pro musste viel schneller wieder ans Netz. Selbst in der gedrosselten europäischen Variante bietet das X300 Pro eine hervorragende Ausdauer.

Preis

In Europa hat das Vivo X300 Pro mit 512 GB und 16 GB RAM eine UVP von 1399 Euro. Der aktuelle Straßenpreis liegt bei 1026 Euro. Das Kamera-Zubehör schlägt mit 309 Euro zu Buche.

Fazit

Das Vivo X300 Pro ist ein fotografisches Meisterwerk im Smartphone-Format. Die Zeiss-Kamera mit dem außergewöhnlichen Teleobjektiv und dem optionalen Zubehör-Set bietet Möglichkeiten, die derzeit kaum ein anderes Smartphone erreicht. Die beste Handy-Kamera, die wir je getestet haben, stellt selbst das Google Pixel 10 Pro XL locker in den Schatten.

Display, Performance und Akkulaufzeit spielen ebenfalls in der Champions League mit. Die Rückkehr nach Europa nach den Nokia-Querelen ist mehr als gelungen – Vivo liefert ein echtes Flaggschiff für Foto-Enthusiasten, welches keine Kompromisse eingeht.

Die Software-Bugs trüben den sonst makellosen Eindruck, zeigen aber auch: Perfektion ist ein Prozess, kein Zustand. Wer bereit ist, gelegentliche Ruckler zu verkraften, bekommt das derzeit beste Fotografie-Smartphone.

Xiaomi 17 Ultra im Test: High-End-Smartphone mit bärenstarker Telelinse

Leica-Kamera mit 200-Megapixel-Tele, riesiger Akku und Top-Performance – das Xiaomi 17 Ultra ist ein Traum für Fotografen. Gibt es auch Schwächen?

VORTEILE

  • exzellente Kamera von Leica
  • strahlend helles Display
  • Top-Performance
  • lange Akkulaufzeit

NACHTEILE

  • kostenintensiv
  • groß und schwer
  • kürzerer Update-Zeitraum als bei Konkurrenz

Leica-Kamera mit 200-Megapixel-Tele, riesiger Akku und Top-Performance – das Xiaomi 17 Ultra ist ein Traum für Fotografen. Gibt es auch Schwächen?

Das neue Flaggschiff-Smartphone von Xiaomi lässt die Herzen von Fotofans höher schlagen. Dank der Kooperation mit Leica liefern die Chinesen gemeinsam mit dem deutschen Foto-Pionier eine exzellente Kamera – insbesondere die Telelinse mit sehr hoher Auflösung sucht ihresgleichen. Dazu kommen die üblichen Superlative: strahlend helles Display, Top-Performance und ein üppiger Akku.

Wie gut sich das Xiaomi 17 Ultra in der Praxis schlägt, zeigt unser Testbericht. Die Kollegen der c’t haben das Premium-Smartphone ebenfalls getestet. Wir gleichen unsere Erkenntnisse mit deren Ergebnissen ab. Den vollständigen Test der Kollegen gibt es in diesem Plus-Artikel zu lesen: Smartphone mit Leica-Kamera – Xiaomi 17 Ultra im Test.

Design

Rein vom Design her hat sich nicht allzu viel getan: Das Xiaomi 17 Ultra ist erneut ein ziemlicher Brocken, und das kreisrunde Kameraelement auf der Rückseite macht sich nach wie vor unübersehbar breit. Mit Abmessungen von 162,9 × 77,6 × 8,3 mm bei einem Gewicht von 219 g ist es entsprechend groß und mit einer Hand kaum vernünftig zu bedienen. Wie schon beim Vorgänger ist das Smartphone wegen des schweren Kameraelements zudem recht kopflastig.

Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig: Der Rahmen besteht aus gebürstetem Aluminium, die Rückseite aus mattem Glas. Letzteres ist allerdings so dünn, dass es sich tatsächlich wie Kunststoff anfühlt – ein kleiner Dämpfer beim ersten Anfassen, weil man unweigerlich an billigeres Material denkt.

Die Tasten bieten einen knackigen Druckpunkt und lassen sich gut ertasten. Das Gehäuse ist nach IP68 gegen Staub, Untertauchen in Süßwasser bis 30 Minuten in anderthalb Metern Tiefe sowie gegen Strahlwasser unter Hochdruck nach IP69 geschützt. Als Farben stehen Schwarz, Weiß und Grün zur Auswahl. Letzteres bietet ein auffälliges Design mit einer speziellen Oberflächenstruktur mit glitzernden Partikeln.

Display

Das OLED-Panel des Xiaomi 17 Ultra misst 6,9 Zoll in der Diagonale und löst mit 2608 × 1200 Pixeln gestochen scharf auf. Bei der Helligkeit hat Xiaomi gegenüber dem Vorgänger nochmals nachgelegt: 1905 cd/m² im Regelbetrieb und über 3300 cd/m² Punkthelligkeit sorgen dafür, dass der Bildschirm in allen Lebenslagen mehr als hell genug strahlt. Die Farbdarstellung ist ab Werk eher knallig-bunt als natürlich abgestimmt – wer es dezenter mag, kann in den Systemeinstellungen nachregeln.

Kamera

Bei der Kamera fährt das Xiaomi 17 Ultra schwere Geschütze auf. Auf der Rückseite sitzen drei Objektive: Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln bei f/1.67 auf und bringt Phasenvergleichs-AF, Laser-AF sowie OIS mit. Daneben ein 50-Megapixel-Weitwinkel mit f/2.4. Das Highlight ist die Telelinse mit 200 Megapixeln und 4,3-fachem optischem Zoom – dank Periskop-Konstruktion mit beweglichem Linsenschlitten trotz flachem Gehäuse möglich. Die Frontkamera bringt ebenfalls 50 Megapixel mit.

Im Herzen der Hauptkamera arbeitet ein 1-Zoll-LOFIC-Sensor von Omnivision. Seine Spezialität: Ein Kondensator fängt überschüssige Ladung aus überbelichteten Pixeln ab, was längere Belichtungszeiten ohne Überstrahlungen erlaubt. Das zahlt sich primär bei schwierigen Lichtverhältnissen aus – mit besserer Lichtausbeute, höherem Dynamikumfang und weniger Bildrauschen.

Die Praxis bestätigt die Theorie: Nachtfotos gelingen mit hohem Dynamikumfang und starkem Kontrast, ohne dass Lichter ausfressen oder Schatten zulaufen. Im Vergleich mit dem Google Pixel 10 Pro behielt das Xiaomi 17 Ultra in kniffligen Szenen die Nase vorn – besonders beim Weißabgleich unter Mischlicht, wo warmes Laternengelb auf kaltes Neonlicht trifft. Während das Pixel hier ins Straucheln geriet, lieferte das Xiaomi 17 Ultra durchweg ausgewogene Farben.

Im Alltag fotografiert das Xiaomi 17 Ultra wahlweise mit 12 oder 50 Megapixeln. Wer maximale Details will, greift zum 200-Megapixel-Modus der Telekamera. Das erfordert jedoch eine ruhige Hand: Die Kamera verarbeitet das Bild abschnittsweise über mehrere Sekunden. Bewegte Objekte stören dabei erstaunlich wenig, etwas Übung braucht es trotzdem. Die Detailausbeute belohnt die Mühe: Selbst bei Nacht lieferte der 200-Megapixel-Modus sichtbar mehr Feinzeichnung als das Google Pixel 10 Pro.

Dank der Leica-Kooperation stehen zwölf Bildfilter zur Verfügung – von „Kino“ über „Sepia“ bis „Goldene Vibes“. Die Looks verleihen den Fotos eine sanfte Tönung und erhalten dabei weitgehend die Bilddetails. Einziges Manko: Bei Farbverläufen im Himmel traten gelegentlich sichtbare Bänder auf. Wichtig: Die Filter werden direkt ins Foto eingebacken – wer flexibel bleiben will, sollte neutrale JPEGs oder Raw-Aufnahmen wählen.

Auch beim Video überzeugt das Xiaomi 17 Ultra: Aufnahmen sind in bis zu 8K bei 30 FPS oder 4K bei bis zu 120 FPS möglich. Im 4K-Modus stehen ein Logprofil sowie Dolby Vision mit bis zu 12 Bit Farbtiefe bereit und liefern damit deutlich mehr Spielraum als etwa HDR10. Die Frontkamera filmt in bis zu 5K bei 60 FPS, für Selfie-Videos mehr als üppig. Besonders bei schwachem Licht überzeugten die Videoaufnahmen.

Ausstattung

Der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 mit 16 GB Arbeitsspeicher lässt im Xiaomi 17 Ultra die Muskeln spielen. Das Smartphone pflügt durch Webseiten, Apps und Menüs ohne jedes Zögern, Leistungsreserven sind im Überfluss vorhanden. Die flüssigen Animationen der Software tun ihr Übriges für einen rundum geschmeidigen Eindruck.

Die Benchmarks bestätigen das Bauchgefühl: Im 3DMark Wild Life Extreme erreicht das 17 Ultra starke 6700 Punkte – absolut Gaming-tauglich. Im Stresstest landen noch 65 Prozent der Ausgangsleistung auf dem Konto, das ist ein ordentlicher Wert. Das Gerät wird dabei spürbar warm, aber nicht unangenehm heiß. Bei anhaltender Volllast drosselt der Prozessor erwartungsgemäß die Leistung – ein altbekanntes Muster bei Xiaomi-Flaggschiffen.

Neben 512 GB bekommt man das teure Smartphone auch mit 1 TB. Bei der Konnektivität ist alles an Bord, was man 2026 erwarten darf: USB-C 3.2 mit DisplayPort, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 und NFC. Nettes Extra: ein Infrarot-Port, mit dem sich der Fernseher steuern lässt. Mobilfunk reicht bis 5G, bei der Navigation werden alle gängigen Satellitensysteme unterstützt und liefern eine präzise Ortung.

Software

Als Software kommt Hyper OS 3 auf Basis von Android 16 zum Einsatz. Der Sicherheitspatch stammte zum Testzeitpunkt im März aus dem Februar – hinreichend aktuell. Optisch erinnert die Oberfläche allerdings auffällig an Apples iOS – Eigenständigkeit sieht anders aus.

Xiaomi verspricht fünf Jahre Android-Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches. Das klingt zunächst ordentlich: Samsung, Honor und Google bieten aber bei ihren Flaggschiffen jeweils sieben Jahre für beides. Hier hinkt Xiaomi der Konkurrenz etwas hinterher.

Immerhin: So dreist mit Bloatware vollgestopft wie die günstigeren Modelle ist das Xiaomi 17 Ultra nicht. Ganz lassen kann es der Hersteller aber nicht: Diverse Shopping- und Social-Media-Apps sowie Spiele finden sich vorinstalliert auf dem Gerät. Und wer den hauseigenen Mi Store öffnet, wird sofort mit App-Vorschlägen bombardiert. Bei einem Smartphone jenseits der 1000-Euro-Marke wirkt das schlicht deplatziert.

Akku

Der 6000-mAh-Akku des Xiaomi 17 Ultra ist ein echtes Kraftpaket. Die Kollegen der c’t ermittelten je nach Nutzungsszenario zwischen 14 und 27 Stunden Laufzeit. Beim PCMark Battery Test erreichten wir mit dem Gerät hervorragende 18,5 Stunden – ein exzellenter Top-Wert, der die meisten Flaggschiffe locker in die Tasche steckt.

In der Praxis bedeutet das: Bei mäßiger Nutzung sind locker zwei Tage drin, bei intensivem Einsatz hält der Akku bequem einen vollen Tag durch. Aufgeladen wird mit bis zu 90 Watt per Kabel oder 50 Watt kabellos – die Mittagspause reicht also locker für eine Vollladung. Ein passendes Ladegerät muss man aber dazukaufen.

Preis

Das Xiaomi 17 Ultra ist kein Schnäppchen: Die UVP für das 512-GB-Modell startet bei 1500 Euro, für 1 TB werden 1700 Euro fällig. Als Farben stehen Schwarz, Weiß und Grün zur Auswahl.

Die besten Angebote starten mittlerweile bei 1146 Euro für 512 GB. Mit 1 TB ist das Gerät aktuell für 1360 Euro zu haben.

Fazit

Das Xiaomi 17 Ultra ist vor allem eines: eine herausragende Kamera, an die ein Smartphone dran gebaut wurde. Die Leica-Kooperation zahlt sich aus – insbesondere bei Nachtaufnahmen ist das Xiaomi 17 Ultra der Konkurrenz von Apple und Google überlegen. Dazu kommen ein extrem helles Display, brachiale Performance und ein Akku, der locker zwei Tage durchhält.

Schwächen gibt es dennoch: Das Gerät ist groß und kopflastig, bei der Update-Politik hinkt Xiaomi der Konkurrenz hinterher, und die vorinstallierte Bloatware wirkt in dieser Preisklasse deplatziert. Vor allem aber ist das Xiaomi 17 Ultra mit 1500 Euro (512 GB) oder 1700 Euro (1 TB) kein Schnäppchen.

Wer sich aber regelmäßig ärgert, dass statt der Systemkamera nur das Smartphone im Gepäck ist, findet im Xiaomi 17 Ultra einen würdigen Ersatz – und muss dafür nicht einmal auf Top-Performance oder Akkulaufzeit verzichten.

Apple iPhone 17 Pro Max im Test: Eines der besten Smartphones

Wie gut ist Apples Top-Smartphone wirklich? Der Test zeigt, wo das iPhone 17 Pro Max überzeugt. Aktuell gibt es das Smartphone günstig wie lange nicht mehr.

VORTEILE

  • brachiale Power
  • hervorragende Kamera
  • hohe Qualität
  • lange Akkulaufzeit

NACHTEILE

  • kostenintensiv
  • Dynamic Island verdeckt Inhalte

Wie gut ist Apples Top-Smartphone wirklich? Der Test zeigt, wo das iPhone 17 Pro Max überzeugt. Aktuell gibt es das Smartphone günstig wie lange nicht mehr.

Optisch hebt sich das neue iPhone 17 deutlich vom Vorgänger ab. Während derzeit vielerorts über mögliche Probleme mit Kratzern diskutiert wird, hat die Redaktion von Mac & i das neue Apple-Flaggschiff gründlich getestet und zeigt, was sich alles verbessert hat.

Design

Apple spendiert dem iPhone 17 Pro Max ein neues Unibody-Gehäuse aus Aluminium, das nun auch Teile der Rückseite einbezieht. Dadurch soll die Wärmeableitung effizienter funktionieren als beim bisherigen Titanrahmen – etwas, das sich im Alltag bemerkbar machen dürfte. Allerdings geht das leichtere Material geringfügig zulasten der Stabilität.

Auffällig ist vorwiegend die Rückseite: Das breite Kameraplateau mit LED-Blitz und Lidar-Scanner dominiert das Design, während die drei Objektive deutlich hervorstehen und dem Pro Max seinen charakteristischen Look verleihen.

Damit wächst die Dicke auf 13,3 mm. Die Abmessungen liegen insgesamt bei 163,4 × 78 × 8,8 mm, das Gewicht bei 231 g. Die IP68-Zertifizierung ist wieder an Bord.

Display

Größe und Auflösung bleiben unverändert: Das 6,9-Zoll-OLED mit LTPO-Technik löst mit 2868 × 1320 Pixeln bei 458 PPI auf und bietet eine variable Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hertz. Die maximale Helligkeit steigt jedoch von 2000 auf 3000 Nits deutlich. Im Test der Kollegen erreichte es 803 Nits im Innenraum, 1403 Nits bei HDR und bis zu 2810 Nits unter direkter Sonneneinstrahlung.

Kamera

Das iPhone 17 Pro Max bringt deutliche Fortschritte bei der Kamera. Das Teleobjektiv erhält wie auch der Haupt- und Ultraweitwinkel einen 48-Megapixel-Sensor samt Tetraprisma und bis zu achtfachen optischen Zoom. Die Frontkamera löst mit 18 Megapixeln auf.

Standardmäßig erzeugt die Kamera per Pixel Binning Aufnahmen mit 24 Megapixeln, die aus mehreren Sensordaten kombiniert werden. Im Test von Mac & i lieferte die Telelinse im Vergleich zum iPhone 16 Pro sichtbar schärfere Ergebnisse, selbst bei wenig Licht. Besonders beeindruckt zeigte sich die Redaktion vom Bildstabilisator, der selbst bei 200 Millimetern Brennweite und Belichtungszeit von einer Zehntelsekunde noch verwacklungsfreie Fotos ermöglicht.

Auch bei Videos setzt das iPhone 17 Pro Max Maßstäbe: 4K mit Dolby Vision gelingt nun mit 120 FPS, außerdem unterstützt das Gerät Prores RAW, Log 2 und Genlock. Damit richtet sich das Pro-Modell noch stärker als bisher an ambitionierte Filmer und Profis.

Ausstattung

Der A19 Pro verleiht den iPhone‑17‑Pro-Modellen eine deutlich stärkere Performance, vorrangig bei Multi-Core-Aufgaben. Damit schlägt der Chip laut Mac & i auch die schnellsten Android-Smartphones. Die GPU mit sechs Kernen profitiert von neuen KI-Beschleunigern und verdoppelt die AI-Leistung gegenüber dem 16 Pro. Im Geekbench-AI-Benchmark legte das iPhone 17 Pro Max im GPU-Modus deutlich zu und steigerte die Punktzahl von 7144 auf 16.428 gegenüber dem 16 Pro. Im Test überzeugte das SoC mit dauerhaft hoher Geschwindigkeit ohne Hitzeprobleme.

Zudem gibt es mehr Arbeitsspeicher (12 statt 8 GB) und einen vergrößerten L2-Cache (6 statt 4 MB). Der interne Speicher startet bei 256 GB und reicht über 512 GB und 1 TB bis 2 TB.

Akku

Dank größerem Akku und effizienterem A19 Pro steigern die iPhone‑17‑Pro-Max-Modelle ihre Laufzeiten spürbar: Videos laufen nun knapp 32 Stunden, 3D-Spiele rund 15 Stunden. Die Surfzeiten bleiben nahezu unverändert gegenüber dem Vorgänger. Beim Schnellladen erreichte das Pro Max in 20 Minuten 41 Prozent – solide Werte, auch wenn Apples Versprechen von „50 Prozent“ knapp verfehlt wird.

Preis

So viel Qualität hat ihren Preis. Das iPhone 17 Pro Max wird mit Speichergrößen von 256 GB bis 2 TB angeboten, die unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) liegen zwischen 1499 und 2449 Euro. Straßenpreise beginnen derzeit bei 1269 Euro. 512 GB gibt es ab 1604 Euro, für 1 TB sind 1698 Euro fällig, 2 TB kosten 1995 Euro. Erhältlich ist es in den Farben Silber, Cosmic Orange und Tiefblau.

Fazit

Im Test von Mac & i überzeugte das iPhone 17 Pro Max mit starker Performance dank A19 Pro, einer auf 48 Megapixel aufgerüsteten Tele-Kamera und verbessertem Wärmemanagement durch das neue Unibody-Design. Dazu kommen das noch hellere Display, längere Akkulaufzeiten und neue Profi‑Video-Features. Letztlich liefert Apple ein rundes Update, das vorrangig für Foto- und Videoenthusiasten ebenso wie für Power-User spannend ist.

Oppo Find X9 Pro im Test: Smartphone mit Riesen-Akku und Top-Kamera

Mit Hasselblad-Kamera, 7500-mAh-Akku und Dimensity 9500 fährt das Oppo Find X9 Pro starke Hardware auf. Wie es sich im Alltag schlägt, offenbart der c’t-Test.

VORTEILE

  • sehr lange Akkulaufzeit
  • starke Performance
  • tolle Kamera

NACHTEILE

  • Display weniger hell als bei Konkurrenz
  • Kamerazubehör überzeugt weniger
  • hoher Stromverbrauch bei 5G-Nutzung

Mit Hasselblad-Kamera, 7500-mAh-Akku und Dimensity 9500 fährt das Oppo Find X9 Pro starke Hardware auf. Wie es sich im Alltag schlägt, offenbart der c’t-Test.

Das Oppo Find X8 Pro überraschte uns als starkes Smartphone mit einer hervorragenden Kamera. Der Nachfolger tritt nun in diese Fußstapfen und bietet erneut eine Top-Ausstattung samt Hasselblad-Kamera und spannendem Zubehör. Das Gerät haben die Kollegen der c’t getestet – wir fassen hier für Heise Bestenlisten die Ergebnisse zusammen.

Mehr über das Top-Smartphone samt Benchmark-Ergebnissen und Erfahrungen mit der Kamera findet sich in den Plus-Artikeln der Kollegen:

Design

Das Design des Oppo Find X9 Pro wurde gegenüber dem Vorgänger stark überarbeitet. Auffälligstes Merkmal ist das Kameramodul: Ein nahezu quadratisches Element mit abgerundeten Ecken beherbergt drei Linsen. Mit Abmessungen von 161,3 × 76,5 × 8,3 mm und einem Gewicht von 224 g fällt das Smartphone eher groß und schwer aus – typisch für aktuelle Top-Smartphones. Die Verarbeitung ist mit Metallrahmen und Glasrückseite hochwertig, zudem ist das Gerät nach IP69 staub- und wasserdicht.

Display

Das 6,78 Zoll große, flache AMOLED-Display des Oppo Find X9 Pro löst mit 2772 × 1272 Pixeln (450 ppi) auf. Dank LTPO-Technik passt das Panel die Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1 und 120 Hz an. Es wird von Gorilla Glass Victus 2 geschützt und unterstützt sowohl HDR10+ als auch Dolby Vision.

Im c’t-Testlabor erreichte der Bildschirm eine Helligkeit von über 1000 Nits, wodurch er auch bei direktem Sonnenlicht gut ablesbar bleibt. Den vom Hersteller beworbenen kurzfristigen Spitzenwert („Peak Brightness“) von 3600 Nits konnten die Kollegen im Alltagstest jedoch nicht reproduzieren. Insgesamt ist das Display sehr gut, aktuelle Flaggschiffe von Xiaomi oder Honor strahlen allerdings noch deutlich heller

Oppo Find X9 Pro

Kamera

Das Oppo Find X9 Pro setzt auf ein Triple-Kamerasystem mit Hasselblad-Branding. Die Hauptkamera löst mit 50 MP bei f/1.5 auf und bietet Phasenvergleichs- sowie Laser-Autofokus, optische Bildstabilisierung und einen Quad-LED-Blitz – Videos nimmt sie in bis zu 4K bei 120 fps auf. Dazu kommen eine 50-MP-Weitwinkelkamera (f/2.0) und ein Periskop-Teleobjektiv mit 200 MP (f/2.1), 3-fach optischem Zoom und OIS.

Die Fotos überzeugen mit stimmigen Farben und guter Belichtung – bei starker Vergrößerung fallen zwar Schärfungsartefakte auf, dem Gesamteindruck schaden sie aber kaum. Besonders gelungen ist die Kamera-App: Der Master-Modus bietet umfangreiche manuelle Einstellungen und zahlreiche Filter mit regelbarer Intensität.

Als Zubehör bietet Oppo ein rund zehn Zentimeter langes Teleobjektiv mit 200 mm Brennweite an. Die Bildqualität übertrifft dabei den Digitalzoom deutlich. Die Idee klingt spannend, scheitert im Test aber an der umständlichen Handhabung: Das Smartphone muss in eine spezielle Hülle, darauf kommt ein Adapter mit Bajonett – der allerdings die anderen Kameramodule verdeckt. Zusammen mit dem nötigen Wechsel in einen speziellen App-Modus dürfte das teure Zubehör im Alltag selten zum Einsatz kommen. Mehr über die Erfahrungen der Kollegen schildert der Heise-Plus-Artikel.

Ausstattung

Angetrieben wird das Oppo Find X9 Pro vom MediaTek Dimensity 9500 mit aktuellen ARM-Kernen und einer G1-Ultra-GPU. In den Grafik-Benchmarks von 3DMark setzt es sich an die Spitze – nur das Samsung Galaxy S26 Ultra liegt in einem Test leicht vorn. Bei CPU-Aufgaben ordnet sich das Oppo knapp hinter der Konkurrenz ein, lediglich das Google Pixel 10 Pro XL mit seinem Tensor G5 ist deutlich langsamer. Die Kehrseite: Bei längerer Belastung drosselt das Find X9 Pro stärker als die Mitbewerber.

Der Arbeitsspeicher beträgt 16 GB, der interne Speicher 512 GB. Bei den Schnittstellen ist das Find X9 Pro bestens ausgestattet: USB-C 3.2, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 mit aptX HD, LDAC und LHDC sowie NFC und ein Infrarot-Port. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor arbeitet schnell und zuverlässig.

Software

Das Find X9 Pro läuft mit Android 16 und Oppos Oberfläche Color OS, die sich umfangreich anpassen lässt und optisch frisch und modern wirkt. Software-Updates verspricht Oppo bis weit ins Jahr 2032 – ein erfreulich langer Support, auch wenn die Update-Geschwindigkeit je nach Hersteller variiert.

Akku

Das Oppo Find X9 Pro glänzt mit fabelhaften Akkulaufzeiten – wenig überraschend bei einem Silizium-Kohlenstoff-Akku mit satten 7500 mAh. Beim WLAN-Streaming bei einer Helligkeit von 200 cd/m² hält das Mobilgerät starke 30 Stunden durch – ein exzellenter Wert und deutlich vor dem Xiaomi 17 Ultra und dem Honor Magic 8 Pro. Das Modem im Oppo Find X9 Pro ist allerdings stromhungrig: Beim Videostreaming über 5G sank die Laufzeit im Test der c’t-Kollegen um rund ein Drittel im Vergleich zur Messung über WLAN.

Das Oppo Find X9 Pro lädt drahtlos mit bis zu 50 Watt – allerdings nur mit proprietärer Ladeschale. Per USB-C sind es 80 Watt. In knapp 30 Minuten ist der Akku halb voll, ein vollständiger Ladevorgang dauert hingegen 90 Minuten.

Preis

Das Oppo Find X9 Pro ist teuer. Die UVP liegt bei 1300 Euro, aktuell ist es bei einigen Händlern ab etwa 1099 Euro erhältlich. Das Smartphone gibt es in Weiß und Dunkelgrau, jeweils ausschließlich mit 512 GB Speicher.

Fazit

Das Oppo Find X9 Pro ist ein rundum überzeugendes High-End-Smartphone, das in einigen Bereichen die Konkurrenz hinter sich lässt. Der riesige 7500-mAh-Akku sorgt für herausragende Laufzeiten, die GPU-Leistung des Dimensity 9500 setzt Maßstäbe und die Hasselblad-Kamera liefert stimmige, gut belichtete Fotos mit einer gelungenen App. Verarbeitung, Ausstattung und der lange Software-Support bis 2032 runden das Paket ab.

Schwächen zeigt das Find X9 Pro beim Display, das bei der Helligkeit hinter der Konkurrenz von Xiaomi und Honor zurückbleibt, sowie beim Throttling unter Dauerlast. Das spannende Teleobjektiv-Zubehör überzeugt zwar optisch, ist in der Handhabung aber zu umständlich für den Alltag und teuer.

Motorola Signature im Test: Dünnes Top-Smartphone mit hervorragender Kamera

Top-Kamera, dünn und trotzdem ausdauernd: Das Motorola Signature ist vielleicht die zarteste Versuchung, seit es Smartphones gibt.

VORTEILE

  • Top-Kamera
  • starke Performance
  • exzellentes Display
  • lädt schnell
  • wunderschönes und flaches Design

NACHTEILE

  • nicht der schnellste Qualcomm-Chip
  • KI nur mit Account (aber kostenlos)

Top-Kamera, dünn und trotzdem ausdauernd: Das Motorola Signature ist vielleicht die zarteste Versuchung, seit es Smartphones gibt.

Mit dem Signature bringt Motorola erstmals seit Jahren ein echtes Smartphone-Flaggschiff heraus. Bislang richtete sich die Edge-Reihe des Herstellers eher an Käufer der gehobenen Mittelklasse – echte Spitzenklasse suchte man im Portfolio vergeblich. Das Signature ändert das: Es ist geradezu absurd dünn, packt aber trotzdem eine vollwertige Top-Kamera-Ausstattung samt Periskop-Telelinse ins Gehäuse.

Warum das Motorola Signature unser Geheimtipp unter den High-End-Smartphones ist, klären wir in diesem Testbericht.

Design

Einen Preis hat Motorola mit dem Signature bereits gewonnen: Es ist definitiv das schönste Smartphone, das wir in den vergangenen Jahren getestet haben. Der Hersteller setzt seine Design-Sprache konsequent fort. Das Gerät mutet dank einer Rückseite, die an textile Materialien wie Twill erinnert, angenehm organisch an. Wie gewohnt spendiert Motorola dem Gerät auch eine Duftnote – was allerdings Geschmackssache sein dürfte. Wer sich daran stören sollte: Der Geruch verfliegt schnell.

Die Verarbeitung ist erstklassig. Der Rahmen besteht aus gebürstetem Aluminium – ein solches Gerät möchte man eigentlich nicht in eine Schutzhülle packen. Muss man auch nicht unbedingt, denn das flache Smartphone ist robuster, als es vielleicht den Eindruck erweckt. Es erfüllt einige Tests der US-Militärnorm MIL-STD-810H – zumindest einen Sturz aus Hüfthöhe sollte das Gerät also problemlos überstehen. Zudem ist es staub- und wasserdicht nach IP68 – kann also 30 Minuten in 1,5 m Tiefe baden gehen – sowie nach IP69, was sogar den Einsatz von Hochdruckreinigern erlaubt.

Trotz dieser Robustheit bleibt das Gerät bemerkenswert filigran. Während Apple mit dem iPhone Air und Samsung mit dem Galaxy S25 Edge wenig Erfolg hatten, weil große Kompromisse bei Kamera und Akkugröße eingegangen wurden, bleibt das Signature hauchdünn, ohne auf Top-Ausstattung verzichten zu müssen. Das Handy ist mit Abmessungen von 162,1 × 76,4 mm zwar ausladend, aber mit einer Dicke von 7 mm sehr dünn und mit 186 g zudem angenehm leicht.

Display

Absolut erstklassig ist zudem das OLED-Display mit LTPO-Technologie. Dieses regelt die Aktualisierungsrate dynamisch und stufenweise von 1 bis 165 Hz – das sorgt für eine geschmeidige Bildbewegung bei hoher Energieeffizienz. Die Diagonale beträgt 6,8 Zoll bei einer messerscharfen Auflösung von 2.780 × 1.264 Pixeln (449 PPI).

Die Bildqualität ist exzellent: tiefes Schwarz, ausgewogene Kontraste und kräftige Farben. Auch unter Sonnenschein bleibt die Anzeige stets ablesbar – laut Motorola sind kurzzeitig bis zu 6200 Nits möglich.

Kamera

Als Kamera setzt Motorola auf ein Triple-Setup – alle drei Linsen lösen mit 50 Megapixeln auf. Das Hauptobjektiv nutzt eine f/1.6-Blende sowie optische Bildstabilisierung (OIS). Das Periskop-Teleobjektiv bietet ebenfalls OIS und einen dreifachen optischen Zoom. Dazu gesellt sich die Ultraweitwinkellinse mit f/2.0 und Autofokus – allerdings ohne OIS. Auch die Selfie-Kamera löst mit 50 Megapixeln auf.

Die Fotos können sich wirklich sehen lassen – für uns ist das Signature schon jetzt die Kamera-Überraschung des Jahres. Bei Tageslicht gelingen mit der Hauptlinse exzellente Aufnahmen: Bilddetails sind ausgewogen, der Dynamikumfang sehr stimmig. Auch bei Dunkelheit hellt die Kamera Motive effektiv auf, ohne den Betrachter mit übermäßigem Bildrauschen zu quälen. Etwas Unschärfe ist vorhanden, das Ergebnis insgesamt aber dennoch gut.

Noch besser hat uns die Telelinse gefallen. Diese holt Objekte verlustfrei bis zum Faktor drei heran. Aber auch beim hybriden Zoom mit digitaler Verstärkung sehen höhere Zoomstufen wirklich gut aus – nahezu verlustfrei bei sechsfacher Vergrößerung, aber auch noch mehr als ordentlich bei zehnfachem Zoom. Selbst Motive mit 30-facher Vergrößerung sahen überraschend brauchbar aus. Auch bei Dunkelheit macht die Telelinse eine gute Figur.

Die Ultraweitwinkellinse weicht farblich nicht von der Hauptlinse ab und bietet ordentliche Bilddetails. Sie kommt zudem auch als Makrolinse zum Einsatz. Lediglich bei Dunkelheit kann die Ultraweitwinkellinse mangels OIS nicht mehr ganz mitspielen. Selfies gelingen ebenfalls und überzeugen mit natürlicher Farbgebung und hoher Bildschärfe – wenn auch nicht ganz auf dem Niveau der Flaggschiffe der Konkurrenz. Videos sind in 4K bei 60 FPS sowie in 8K bei 30 FPS in wirklich guter Qualität möglich.

Ausstattung

Kommen wir zur vielleicht ersten „Schwachstelle“ des Signature: An Bord arbeitet als Prozessor der Qualcomm Snapdragon 8 Gen 5 (SM8845) – Achtung, Verwechslungsgefahr! Es handelt sich also nicht um den Snapdragon 8 Elite Gen 5 (SM8850-AC), sondern um den Gen 5 ganz ohne den Zusatz „Elite“. Das ist also nicht der schnellste Chip aus dem Hause Qualcomm, sondern eine leicht abgespeckte Variante.

Diese bietet eine vergleichbare Performance wie der Top-Chipsatz des letzten Jahres, bei etwas höherer Effizienz. Im Alltag dürfte kaum jemand einen echten Unterschied feststellen – das Signature arbeitet rasant und ist auch voll Gaming-tauglich. Lediglich Benchmark-Fetischisten könnten hier unruhig werden. Für alle anderen liefert das Smartphone hohe Leistung auf Jahre hinaus. Das belegen auch die starken Benchmark-Werte – etwa 20.000 Punkte bei PCMark sowie 5800 Punkte bei 3DMark Wild Life Extreme. Im Stresstest erreicht es dabei eine solide Effizienz von etwa 69 Prozent.

Der flotte Speicher nach UFS 4.1 bietet 512 GB bei 16 GB RAM. Eine Variante mit 1 TB gibt es aktuell allerdings nicht, zudem ist die Erweiterung per microSD-Karte nicht möglich. Im Hinblick auf Schnittstellen ist alles auf neuestem Stand: USB-C 3.2, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 sowie NFC und sogar UWB. Die Ortung mittels Multiband-GNSS ist gewohnt präzise.

Software

Das Motorola Signature läuft bereits mit Android 16. Die Bedienoberfläche erinnert stark an Vanilla-Android, ist aber mit zusätzlichen praktischen Gesten gespickt – etwa dreimal schütteln, um den LED-Blitz als Taschenlampe zu aktivieren, oder zweimal herumdrehen, um die Kamera zu starten.

Sehr untypisch für Motorola: Der Hersteller verspricht tatsächlich Android-Updates sowie Sicherheits-Patches für sieben Jahre – also auf Augenhöhe mit Samsung, Google und Honor. Bislang stand Motorola eher nicht für besonders lange Update-Zeiträume, die Edge-Reihe muss mit deutlich kürzeren Update-Zyklen leben. Umso erfreulicher, dass das Signature hier die volle Sieben bekommt. Zum Testzeitpunkt war der Sicherheits-Patch entsprechend auch aktuell.

Die Software läuft zudem geschmeidig, der Play Store macht keine Zicken. Interessant: Motorola legt ein umfangreiches KI-Paket bei – die hauseigenen „Moto AI“-Features plus satte sechs Jahre Perplexity Pro. Den Zugang gibt es aber nur mit kostenlosem Motorola-Account.

Akku

Trotz des dünnen Gehäuses kommt das Signature auf ordentliche 5.200 mAh – Silizium-Karbon-Technologie macht es möglich. Damit wird es zwar nicht zum Dauerläufer, aber es übertrifft andere schlanke Smartphones wie das Samsung Galaxy S25 Edge deutlich.

Beim PCMark Battery Test kamen wir im simulierten Betrieb auf rund 14 Stunden. Das ist ein starker Wert und auf Augenhöhe mit den meisten Flagship-Smartphones der letzten Jahre. Einen Tag schafft das Signature problemlos, bei sparsamerer Nutzung auch etwas mehr. Flott geladen ist es ebenfalls: Kabelgebunden sind bis zu 90 W möglich, per Induktion immerhin 50 W.

Preis

Die UVP für das Motorola Signature fällt mit 999 Euro erstaunlich niedrig aus. Mittlerweile bekommt man es bereits ab 779 Euro. Für ein derart schlankes High-End-Smartphone ist das ein attraktiver Preis. Als Farben stehen Olivgrün und Schwarz zur Auswahl. Es gibt allerdings nur eine Speichervariante mit 16/512 GB.

Fazit

Das Motorola Signature ist das dünnste und schönste Top-Smartphone, das man derzeit bekommen kann. Das Display ist erstklassig, die Kamera ebenfalls – und für genügend Performance ist gesorgt, auch wenn nicht der Top-Prozessor von Qualcomm zum Einsatz kommt, sondern nur eine leicht abgespeckte Variante.

Motorola ist der erste Versuch eines Flaggschiff-Smartphones sichtlich gelungen. Besonders zeigt der Hersteller, dass dünne Smartphones nicht bei der Akkulaufzeit oder der Telelinse schwächeln müssen. Nennenswerte Schwächen sehen wir bei dem Gerät keine – zudem ist es deutlich günstiger als die Konkurrenz. Das macht es zu einer überaus charmanten Alternative zu Xiaomi, Samsung oder Honor.

Honor Magic 8 Pro im Test: Dieses Smartphone ist einfach großartig

Das Honor Magic 8 Pro bleibt beim bewährten Design. Es setzt auf eine starke 200-Megapixel-Telekamera und einen großen Akku.

VORTEILE

  • starke Performance
  • exzellente Kamera
  • lange Akkulaufzeit
  • hervorragendesDisplay
  • 3D-Gesichtserkennung

NACHTEILE

  • teuer
  • Kalender-App synchronisiert verzögert

Das Honor Magic 8 Pro bleibt beim bewährten Design. Es setzt auf eine starke 200-Megapixel-Telekamera und einen großen Akku.

Seit Jahren überzeugt uns Honors Flaggschiff, insbesondere mit seiner starken Kamera. Für den Spitzenplatz fehlten meistens nur Kleinigkeiten gegenüber Samsung, Xiaomi oder Apple. Jetzt hat es geklappt: Das Honor Magic 8 Pro erklimmt die Spitze unserer Smartphone-Bestenliste – vorerst.

Der Fokus des Mobilgeräts liegt erneut auf der Telekamera. Technisch hat sich zwar wenig geändert. Das Feintuning sitzt dieses Mal aber punktgenau. Honor liefert hier keine Revolution, sondern Präzisionsarbeit.

Hinzu kommen ein widerstandsfähiges Gehäuse und ein ausdauernder Akku. Letzterer hält nicht nur auf dem Papier durch, sondern auch im Alltag. Das ist weniger spektakulär, aber deutlich angenehmer.

Wir haben das Honor Magic 8 Pro Ende letzten Jahres ausführlich getestet. Auch die Kolleginnen und Kollegen der c’t haben das High-End-Smartphone intensiv geprüft. In diesem Artikel fassen wir unsere Ergebnisse mit den Erfahrungen der c’t-Redaktion zusammen. Der vollständige Testbericht der c’t findet sich hier: Honor Magic 8 Pro und Magic 8 Lite – Android-Smartphones im Vergleich.

Design

Optisch hat sich tatsächlich wenig getan. Honor bleibt der bekannten Designsprache mit dem großen, runden Kameramodul treu. Die Unterschiede zum Vorgänger fallen minimal aus. Das runde Kameramodul wirkt lediglich etwas präsenter. Dieses findet sich inzwischen aber auch bei anderen Herstellern wie Xiaomi oder Vivo wieder. Für einen eigenständigen Look mit hohem Wiedererkennungswert reicht das nicht.

Allerdings sind die Abmessungen und Display-Diagonale etwas geringer: Das Honor Magic 8 Pro misst 161,2 × 75 × 8,3 mm und bringt 219 g auf die Waage. In einer ähnlichen Größenklasse und Gewichtsklasse bewegt sich auch das Xiaomi 15 Ultra. Die Verarbeitung ist erstklassig. Die Glasrückseite trifft auf einen dunklen Metallrahmen. Das fühlt sich hochwertig an und sieht auch so aus.

So filigran das Magic 8 Pro wirkt, so robust zeigt es sich. Vor Flüssigkeiten muss man sich kaum sorgen. Honor kombiniert IP68 und IP69 und erfüllt zusätzlich die IP69K-Norm. Das bedeutet, das Smartphone übersteht selbst Hochdruckreinigungen mit heißem Wasser. Eine Eigenschaft, die man hoffentlich nie benötigt.

Neu hinzugekommen ist eine sogenannte KI-Taste, die an den Action-Button des iPhone erinnert. Standardmäßig öffnet sie einen KI-Agenten, lässt sich jedoch auch mit weiteren Funktionen belegen – etwa zum Starten der Kamera oder vollständig deaktivieren, falls der Nutzer von einer solchen Taste nicht gestört werden will. Insgesamt können bis zu drei Aktionen zugewiesen werden, ausgelöst durch kurzes, doppeltes oder langes Drücken. Anders als bei Apple unterscheidet das System allerdings keine verschiedenen Druckstärken.

Display

Erstklassig präsentiert sich erneut das OLED-Display mit LTPO-Technologie und einer Diagonale von 6,71 Zoll. Damit fällt es minimal kleiner aus als beim Vorgänger mit 6,8 Zoll. Die Bildwiederholrate passt sich dynamisch zwischen 1 und 120 Hz an, was sowohl für eine flüssige Darstellung als auch für einen geringeren Energieverbrauch im Always-on-Betrieb sorgt.

Mit 2808 × 1256 Pixeln ist die Auflösung sehr hoch und liefert eine entsprechend scharfe Darstellung. Zudem erreicht das Panel eine außergewöhnlich hohe Helligkeit: Laut Hersteller sind im HDR-Modus bis zu 6000 Nits möglich. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung blieb das Display im Test gut ablesbar.

Die Bildqualität überzeugt mit satten Farben, hohem Kontrast, tiefen Schwarzwerten und stabilen Blickwinkeln. Nutzer können verschiedene Farbtemperaturen wählen, standardmäßig ist der Modus „Lebhaft“ aktiviert. Dank hochfrequentem PWM-Dimming mit bis zu 4320 Hz gilt das Display zudem als besonders augenfreundlich, was durch eine Zertifizierung des TÜV-Rheinland bestätigt wird.

Kamera

Die Hauptkamera setzt erneut auf drei Objektive: eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit f/1,6-Blende und optischer Bildstabilisierung (OIS), ein 50-Megapixel-Weitwinkelobjektiv mit f/2,0-Blende, das zugleich für Makroaufnahmen genutzt wird, sowie ein Periskop-Teleobjektiv mit 200 Megapixeln, f/2,6-Blende, OIS und 3,7-fachem optischem Zoom.

Für Selfies stehen zwei Frontkameras zur Verfügung. Die eigentliche Aufnahmekamera löst mit 50 Megapixeln bei f/2,0 auf, während das zweite Modul ausschließlich zur Erfassung von Tiefeninformationen dient. Zudem bietet das Frontkamerasystem in einer etwas breiteren Notch auch 3D-Gesichtserkennung wie das iPhone – selten bei Android-Smartphones. Das ist sicherer als Gesichtserkennung mit 2D-Technologie.

Bei Tageslicht gelingen exzellente Aufnahmen. Die Hauptkamera liefert detailreiche, ausgewogene Bilder mit hohem Dynamikumfang. Damit schließt das Honor Magic 8 Pro zur Spitzengruppe auf und kann problemlos mit dem iPhone 17 Pro und dem Samsung Galaxy S25 Ultra mithalten. Lediglich aktuelle Pixel-Modelle sowie das Vivo X300 Pro und das Huawei Pura 80 Ultra liegen hier noch hauchdünn vorn.

Der eigentliche Star des Kamerasystems ist jedoch das hochauflösende Teleobjektiv. Während viele Hersteller die höchste Sensorauflösung der Hauptkamera vorbehalten, setzt Honor erneut auf das Zoommodul – mit überzeugenden Ergebnissen. Selbst Aufnahmen mit zehnfacher Vergrößerung wirken noch scharf und detailreich.

Zusätzlich kann das Magic 8 Pro Fotos per KI nachschärfen, was allerdings eine aktive Internetverbindung erfordert. Ein bis zu 100-facher Zoom ist zumindest theoretisch möglich, wirkt dann jedoch trotz KI-Unterstützung sichtbar grobpixelig. Mit an Bord sind erneut die Porträtfilter, die in Zusammenarbeit mit dem französischen Fotostudio Harcourt entstanden sind und je nach Auswahl stimmungsvolle Aufnahmen im Vintage-Look erzeugen.

Auch bei Nacht überzeugt die Kamera mit einer effektiven Aufhellung der Aufnahmen. Lediglich das Ultraweitwinkelobjektiv fällt mangels optischer Bildstabilisierung etwas ab und liefert weniger scharfe Ergebnisse. Leichtes Bildrauschen bei höheren Zoomstufen lässt sich nicht vollständig vermeiden, insgesamt bleibt die Bildqualität jedoch auf hohem Niveau.

Auch für Videoaufnahmen eignet sich das Magic 8 Pro hervorragend. In 4K sind hohe Bildraten von bis zu 120 Bildern pro Sekunde möglich, auf 8K-Video verzichtet Honor allerdings. Ebenfalls überzeugend fallen die Selfies aus: Die Frontkamera liefert ansprechende Porträts mit natürlicher Anmutung.

Ausstattung

Als Antrieb kommt das derzeit Beste zum Einsatz, was Qualcomm zu bieten hat: der Snapdragon 8 Elite Gen 5. Mehr Rechenleistung gibt es aktuell in der Android-Welt nicht, lediglich Apples A19-Pro-Chip liegt noch etwas darüber. Im Alltag präsentiert sich das Magic 8 Pro jederzeit schnell und geschmeidig und dürfte auch auf lange Sicht über ausreichende Leistungsreserven verfügen. Das unterstreichen die fantastischen Ergebnisse im PCMark-Benchmark mit rund 23.000 Punkten.

Auch für Gaming ist das Magic 8 Pro uneingeschränkt geeignet. Im Grafik-Benchmark 3DMark Wild Life Extreme erreichten wir – ebenso wie die Kollegen der c’t – Spitzenwerte zwischen 6.800 und 7.100 Punkten. Bei Geekbench 6 wurden zudem rund 3.500 Punkte im Single-Core- sowie etwa 5.070 Punkte im Multi-Core-Test gemessen.

Unter Dauerlast wird das Gerät zwar spürbar warm, erreicht dabei jedoch eine insgesamt gute Effizienz von knapp über 60 Prozent. Noch etwas stärker – trotz identischem Chipsatz – schnitt allerdings das Gaming-Smartphone Redmagic 11 Pro ab, das im 3DMark Wild Life über 8.000 Punkte erzielte.

Als interner Speicher stehen grundsätzlich 512 GB zur Verfügung, der Arbeitsspeicher beträgt 12 GB RAM. Die Schnittstellen entsprechen dem aktuellen Stand der Technik und umfassen USB-C 3.2, Wi-Fi 7, 5G, Bluetooth 6.0 (inklusive aptX Adaptive, aptX Lossless, LDAC, LHDC, AAC, SBC und LC3), NFC sowie einen Infrarot-Port zum Steuern von kompatiblem TV oder Audio-Geräten. Für die Ortung setzt das Magic 8 Pro auf GPS, Glonass, Beidou und Galileo.

Einen microSD-Slot zur Speichererweiterung gibt es nicht, dafür unterstützt das Gerät Dual-SIM – wahlweise auch mit zwei eSIMs. Der unter dem Display integrierte Fingerabdrucksensor arbeitet schnell und zuverlässig, auch der Klang des Lautsprechers überzeugt.

Software

Das Magic 8 Pro wird bereits mit Magic OS 10 auf Basis von Android 16 ausgeliefert. Standardmäßig verzichtet die Oberfläche auf einen App-Drawer und orientiert sich damit stärker an iOS als an klassischem Android. Auf Wunsch kann man diesen aber einblenden.

Wie üblich installiert Honor zahlreiche eigene Apps als Alternativen zu Google-Diensten, darunter einen eigenen Kalender und einen App-Store. Der Umfang fällt üppig aus, nicht alle Zusatz-Apps können deinstalliert werden. Der Kalender unterstützt neben Google-Konten auch Exchange, zeigte sich in der Praxis jedoch gelegentlich mit verzögerter Synchronisierung. Zudem ist standardmäßig stets der lokale Telefonkalender vorausgewählt.

Bei der Update-Versorgung verspricht Honor bis zu sieben Jahre lang monatliche Sicherheitspatches und Android-Upgrades und liegt damit auf Augenhöhe mit Samsung und Google. Zum Testzeitpunkt stammte der Sicherheitspatch von Ende November und war damit hinreichend aktuell.

Die wichtigste Neuerung von Magic OS 10 ist ein KI-Agent, der dabei helfen soll, Systemeinstellungen per Spracheingabe oder Kontext anzupassen. Statt sich durch teils verschachtelte Menüs zu arbeiten, lassen sich etwa Display- oder Konnektivitätsoptionen direkt per KI ändern.

Zur Ausstattung gehören außerdem eine Multi-Window-Funktion, die seitlich einblendbare „Magic Sidebar“ mit häufig genutzten Apps sowie das „Magic Portal“. Darüber lassen sich Inhalte wie Adressen aus Textnachrichten markieren und direkt an passende Apps wie Google Maps übergeben. Alternativ kann per Kreisbewegung mit dem Fingerknöchel ein Bildausschnitt markiert werden – Honors Pendant zu Samsungs „Circle to Search“. Der markierte Bereich lässt sich teilen oder zur Objekterkennung an Google übergeben.

Die KI-Funktionen basieren weitgehend auf Google Gemini und sind tief ins System integriert. Dazu zählen unter anderem ein Fotoradierer, Übersetzungsfunktionen sowie die automatische Zusammenfassung von Mitschriften und Transkripten in der Notizen-App. Einige dieser Dienste sind langfristig kostenpflichtig, abhängig von den jeweiligen Google-Tarifen.

Akku

Dank Lithium-Carbon-Technologie bietet das Magic 8 Pro trotz schlanken Gehäuses eine sehr hohe Akkukapazität von 6270 mAh – ein klarer Vorteil gegenüber vergleichbaren Samsung-Modellen. In asiatischen Varianten fällt der Akku mit bis zu 7100 mAh sogar noch größer aus. Aufgrund von EU-Vorgaben zur Akkulogistik musste Honor hierzulande allerdings einen Kompromiss eingehen, der dennoch eine üppige Kapazität ermöglicht.

Die Akkulaufzeit fällt entsprechend beeindruckend aus. Im Alltag hält das Magic 8 Pro bis zu zwei Tage durch. Im PCMark Battery Test erreichten wir im simulierten Dauerbetrieb rund 15 Stunden. Die Kollegen der c’t kamen im Streaming-Test auf etwa 22 Stunden über WLAN und rund 20 Stunden über 5G. Auch beim Spielen hielt das Gerät lange durch, selbst die kontinuierliche Wiedergabe von 4K-Video ist bis zu 16 Stunden möglich.

Beim Laden zeigt sich das Magic 8 Pro ebenfalls sehr leistungsfähig: Kabelgebunden sind bis zu 100 Watt möglich, womit der Akku in rund 45 Minuten vollständig geladen ist. Kabelloses Laden unterstützt Honor mit bis zu 80 Watt – entsprechende, kompatible Ladegeräte vorausgesetzt.

Preis

Die UVP liegt bei 1299 Euro. Allerdings gibt es bereits Straßenpreise, die bei knapp 900 Euro starten. Als Farben gibt es Schwarz, Gold und Hellblau.

Fazit

Auf den ersten Blick hat sich wenig getan, tatsächlich ist Honor mit dem Magic 8 Pro jedoch ein starkes Update seiner Flaggschiff-Reihe gelungen. Das Gerät beseitigt die Schwächen des Vorgängers konsequent und präsentiert sich insgesamt so ausgereift, dass es derzeit zu den besten Smartphones am Markt zählt.

Das exzellente Display, der sehr leistungsstarke Prozessor und die hochwertige Verarbeitung überzeugen. Herausragend ist zudem das Kamerasystem, das auf Augenhöhe mit der Spitze agiert – insbesondere das Teleobjektiv. Hinzu kommt der große Akku, der für eine sehr lange Laufzeit sorgt.

Nur wenige Schwächen trüben den Gesamteindruck. Am ehesten betrifft dies die Software mit zahlreichen vorinstallierten Apps, die nicht immer den Komfort der Google-Pendants bieten. Der Einstiegspreis fällt hoch aus, dürfte sich am Markt aber rasch relativieren. Android-Enthusiasten, die ein starkes Gesamtpaket mit exzellenter Zoom-Kamera suchen, finden im Honor Magic 8 Pro ein nahezu perfektes Smartphone.

Google Pixel 10 Pro XL im Test: KI-Dolmetscher mit eigener Stimme & Top-Kamera

Das Google Pixel 10 Pro XL setzt auf eine starke Kamera, ein riesiges Display und massenhaft tatsächlich sinnvolle KI-Funktionen.

VORTEILE

  • exzellentes Display
  • hervorragende Kamera mit 100x-KI-Zoom
  • 16 GB RAM standardmäßig
  • 7 Jahre Updates
  • Magnetisches Qi2.2-Laden

NACHTEILE

  • Tensor G5-Chip recht langsam
  • Akkulaufzeit nur durchschnittlich
  • unhandlich für kleine Hände
  • teuer

Das Google Pixel 10 Pro XL setzt auf eine starke Kamera, ein riesiges Display und massenhaft tatsächlich sinnvolle KI-Funktionen.

Das Pixel 10 Pro XL im 6,8-Zoll-Format richtet sich an Nutzer, die maximale Bildschirmfläche wollen – und bereit sind, dafür beide Hände einzusetzen. Herzstück sind der neue Tensor G5-Chip und erweiterte KI-Funktionen. Im Vergleich zum kompakteren Pixel 10 Pro bietet das XL-Modell mehr Display, einen größeren Akku und standardmäßig 16 GB RAM. Das kleinere Pixel 10 muss bei der Kamera Abstriche machen – es bietet nur zweifachen statt fünffachen optischen Zoom und weniger KI-Features.

Design und Verarbeitung

Google bleibt seinem Designkredo treu – und das ist auch gut so. Das Pixel 10 Pro XL wirkt mit seinem Kamerabalken vertraut, das Design hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht verändert. Die matte Oberfläche mit den abgerundeten Ecken zeigt keine Fingerabdrücke und sorgt für einen sicheren Griff. Mit 220 g und Abmessungen von 162,8 × 76,6 × 8,5 mm gehört es zu den Schwergewichten – einhändige Bedienung ist meist aussichtslos.

Die Verarbeitung liegt auf Spitzenniveau. Gorilla Glass Victus 2 schützt Vorder- und Rückseite vor den Tücken des Alltags. Der Aluminiumrahmen verleiht die nötige Stabilität. Die IP68-Zertifizierung gewährleistet Schutz vor Wasser und Staub bis 1,5 Meter Tiefe für 30 Minuten – perfekt für unfreiwillige Tauchgänge.

Neu sind die integrierten Magnete für Pixelsnap-Zubehör, das mit dem Qi2-Standard kompatibel ist. Google übernimmt hier das von Apple geprägte Magsafe-Konzept – und macht es richtig gut. Die verfügbaren Farben Moonstone, Jade, Porcelain und Obsidian wirken dezent bis langweilig. Google hat sich nicht getraut, dem Pixel 10 Pro XL knalligere Farben zu spendieren – schade, aber die meisten werden ihr Telefon ohnehin in einer Hülle verstecken.

Die Stereo-Lautsprecher liefern klaren und lauten Sound ohne Verzerrungen. Hier hat Google insbesondere am Ohrmuschel-Lautsprecher nachgebessert. Das sorgt für noch satteren Klang und ist richtig gut. Das haptische Feedback gehört zur Spitzenklasse. Die Tasten haben einen präzisen Druckpunkt. Ein Nachteil des markanten, hervorstehenden Kamerabalkens ist, dass sich dort gerne in den Ritzen Staub sammelt.

Display: Wie gut ist der Bildschirm des Pixel 10 Pro XL?

Das 6,8-Zoll-OLED-Display ist schlicht spektakulär. Mit QHD+-Auflösung (1344 × 2992 Pixel) zeigt es gestochen scharfe Inhalte. Die 120 Hz Bildwiederholrate sorgt für butterweiche Animationen.

Die Spitzenhelligkeit von 2200 cd/m², partiell gar 2600 cd/m², ist ein echter Gamechanger. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt alles ablesbar. Gleichzeitig wird das Display auf Wunsch angenehm dunkel für nächtliche Netflix-Sessions. Dabei hat Google die bisherige Option „Extradunkel“ abgeschafft und erlaubt nun, den Helligkeitsregler weiter herunterzustellen. Die adaptive Helligkeit arbeitet zuverlässig, ohne dass man ständig nachjustieren muss.

Die Farbwiedergabe wirkt natürlich und lebendig, ohne ins Knallige abzudriften. HDR10+-Inhalte kommen perfekt zur Geltung. Das Always-On-Display informiert dezent über Benachrichtigungen. Für Medienkonsum und Multitasking bietet das große Display Vorteile gegenüber dem Pixel 10 Pro mit seinen 6,3 Zoll. Split-Screen-Apps sind so besser nutzbar.

Google Pixel 10 Pro XL

Kamera: Wie gut sind Fotos mit dem Pixel 10 Pro XL?

Google stattet das Pixel 10 Pro XL mit einer Quad-Kamera aus, die technisch identisch zum Pixel 10 Pro ist. Die 50-MP-Hauptkamera (f/1.68) mit optischer Stabilisierung liefert exzellente Aufnahmen. Der Dynamikumfang ist beeindruckend, die Farben wirken natürlich ohne Googles frühere Tendenz zu übersättigten Tönen. Besonders bei Essen-Aufnahmen zeigt sie ihre Stärken – Gerichte wirken natürlicher und leckerer als bei der Konkurrenz. Auch Produktbilder profitieren vom höheren Dynamikumfang.

Die 48-MP-Ultraweitwinkelkamera (f/1.7) erfasst mit 123° Bildwinkel weitläufige Szenen. Die Details bleiben auch an den Rändern scharf, Verzerrungen hält Google geschickt in Grenzen. Bei Tag entstehen hervorragende Aufnahmen, bei schwachem Licht zeigt sich minimales Bildrauschen.

Highlight ist die 48-MP-Periskop-Telelinse mit fünffachem optischen Zoom und f/2.8-Blende. Bis zum zehnfachen Zoom bleiben Aufnahmen beeindruckend scharf. Ansonsten unterstützt die KI-Funktion Pro Res Zoom bis zu 100-facher Vergrößerung. Die generative KI ergänzt dabei Details und vermeidet Verzerrungen bei Gesichtern – ein cleverer Kniff. Allerdings macht sie aus Text unlesbares Kauderwelsch und funktioniert nicht bei Personen. Das Pixel 10 muss sich mit nur zweifachem optischem Zoom begnügen – ein deutlicher Nachteil.

Dank der 42-MP-Frontkamera (f/2.2) mit Autofokus gelingen scharfe Selfies. Der Autofokus arbeitet zuverlässig. KI-Features wie Best Take wählen automatisch die besten Gesichtsausdrücke.

Videos entstehen standardmäßig in 10-Bit-Qualität bei 4K mit 60 fps. Die Stabilisierung arbeitet perfekt, Motion Deblur reduziert Bewegungsunschärfe effektiv. Der Audio Magic Eraser entfernt störende Hintergrundgeräusche aus Clips. Video Boost verbessert die Qualität über die Cloud, benötigt aber eine Internetverbindung.

Hardware: Wie stark ist das Pixel 10 Pro XL?

Der neue Tensor G5-Chip von TSMC bringt verbesserte Effizienz und läuft kühler als der Vorgänger. Das ist auch bitter nötig – frühere auf Basis von Samsungs Exynos-SoCs gefertigte Tensor-Chips verwandelten Pixel-Phones gerne in Handwärmer. Mit standardmäßig 16 GB RAM ist das XL-Modell bestens für Multitasking gerüstet. Die Speicheroptionen reichen von 256 GB bis zu 1 TB.

Im 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Gerät 3323 Punkte – ein ordentlicher, aber nicht überragender Wert. Das ist kaum besser als beim Pixel 9, zeigt aber Googles entspannte Haltung zu Benchmark-Rennen. Für anspruchsvolle Games reicht die Leistung nicht – hier dominiert weiterhin Snapdragon und Co. Im Alltag arbeitet das Gerät aber flüssig und ohne Ruckler. Trotzdem sehen wir den Prozessor als Schwachstelle. Von einem Flagship-Smartphone dieser Preisklasse erwarten wir mehr.

Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor unter dem Display reagiert schnell und zuverlässig. Bei der Konnektivität ist alles auf dem neuesten Stand: 5G, Wi-Fi 7, das brandneue Bluetooth 6 und NFC funktionieren tadellos. Sogar als Auracast-Sender fungiert das Smartphone auf Wunsch. Auch der Funkstandard UWB (Ultra Wideband) für eine sehr präzise Positionsbestimmung ist an Bord. Diese ist von Apples Air Tags bekannt und erlaubt dort, den Tracker innerhalb der eigenen Wohnung gezielt orten zu können. Bei Android sind die konkreten Anwendungsfelder aber bis dato rar gesät, so gibt es bisher nur einen UWB-Tracker für Googles Suchnetzwerk-Pendant Find Hub.

Die KI-Funktionen profitieren spürbar vom größeren Arbeitsspeicher. Während das Pixel 10 Pro mit 12 oder 16 GB RAM auskommen muss und das Pixel 10 nur 12 GB bekommt, läuft die KI-Verarbeitung beim XL merklich schneller. Gemini Nano arbeitet vollständig auf dem Gerät für Sprachübersetzung und Bildbearbeitung. Der Tensor G5 bleibt jedoch die größte Schwäche – von einem Flagship-Smartphone dieser Preisklasse erwarten wir mehr.

Software

Das Pixel 10 Pro XL wird mit Android 16 ausgeliefert. Google verspricht sieben Jahre Updates bis 2032. Die Material-3-Expressive-Oberfläche wirkt modern, mit flüssigen Animationen und lässt sich umfangreich personalisieren. Die Bedienoberfläche reagiert flüssig und ohne Verzögerungen.

Googles KI-Features sind tief integriert und funktionieren größtenteils gut. Der Magic Editor verbessert Fotos automatisch mit beeindruckenden Ergebnissen. Add Me fügt nachträglich Personen in Fotos ein – perfekt für den Fotografen, der immer hinter der Kamera steht. Detail Recovery verbessert Gruppenaufnahmen automatisch.

Call Assist screent unerwünschte Anrufe intelligent – eine Funktion, die jeder Smartphone-Hersteller kopieren sollte. Die Pixel-exklusiven Tools wie Anrufscreening machen den Alltag spürbar angenehmer.

Beeindruckt hat uns auch der lokale KI-Dolmetscher, der während Telefonaten die eigene und die Fremdstimme übersetzt. Dabei nutzt die KI tatsächlich die echte Originalstimme. Vorbei sind die Zeiten, in denen eine generische KI-Stimme die Übersetzung vorliest. Allerdings übersetzt die KI zuweilen noch Quatsch. Für Business-Gespräche ist diese Lösung noch nicht geeignet, im privaten Umfeld dagegen schon. Vor der Erstverwendung muss man die Funktion in der Telefon-App aktivieren und das über 1 GB große Datenpaket für die lokale KI-Verarbeitung herunterladen.

Akku: Wie lange hält das Pixel 10 Pro XL durch?

Der 5200-mAh-Akku ist eine deutliche Verbesserung. Im PCMark Battery Test erreicht das Gerät solide 15,5 Stunden. In unserem Praxiseinsatz über die letzten Wochen kamen wir meist auf etwa 5 bis 6 Stunden Displayzeit. Das ist weniger als bei der Konkurrenz mit ähnlicher Akkukapazität.

Das reicht für einen Tag normaler Nutzung. Power-User müssen abends nachladen, was bei der Größe des Geräts keine Überraschung ist. Das Pixel 10 Pro mit 4870 mAh und das Pixel 10 mit 4970 mAh halten etwas kürzer durch.

Die Ladegeschwindigkeit legt endlich etwas zu, bleibt aber immer noch unter dem Niveau von schnell ladenden Smartphones von Motorola, Xiaomi und Co. Mit 45 Watt erreicht das Gerät in 30 Minuten 70 Prozent Akkustand. Dafür benötigt man ein PPS-Netzteil mit 21 Volt und mindestens 2 Ampere – unser Ladegerät-Testsieger Novoo RG100 (Testbericht) für nur 22 Euro kann das und funktioniert hier perfekt.

Kabelloses Laden funktioniert mit bis zu 25 Watt über Qi2.2-Standard – deutlich schneller als die anderen Pixel 10-Modelle. Zudem ist es abwärtskompatibel mit Qi2-Zubehör sowie früherem Magsafe-Ladeequipment, dann aber mit deutlich geringerer Ladegeschwindigkeit (15 Watt oder weniger). Umgekehrtes Laden zum Laden kleiner Gadgets auf dem Smartphone gibt es im Unterschied zum Vorgänger nicht mehr, das liegt an den Magneten. Die magnetische Pixelsnap-Technik erleichtert die Positionierung auf kabellosen Ladestationen – endlich kein Fummelei mehr im Dunkeln.

Preis

Die UVP von 1299 Euro ist happig. Mittlerweile sind die Preise gesunken. Für die 256-GB-Variante sind mindestens 850 Euro fällig, angesichts der Ausstattung gerechtfertigt. Die 512-GB-Version kostet rund 1000 Euro, die 1-TB-Variante schlägt schon mit teuren 1399 Euro zu Buche. Google positioniert sich damit im Premium-Segment. Beim Kauf gewährt Google ein Jahr lang den kostenfreien Zugang zu seinem KI-Abo Google One Pro.

Fazit

Das Google Pixel 10 Pro XL ist Googles bisher bestes Smartphone. Das 6,8-Zoll-Display setzt Maßstäbe, die exzellente Kamera mit cleveren KI-Features sucht ihresgleichen. Sieben Jahre Updates sind vorbildlich, die Verarbeitung liegt auf Spitzenniveau.

Das Design wirkt zeitlos elegant, ohne aufdringlich zu sein. Die KI-Funktionen sind größtenteils nützlich und arbeiten dank 16 GB RAM flüssig. Google hat endlich ein Smartphone gebaut, das in allen Bereichen überzeugt – fast.

Schwächen zeigen sich beim Tensor G5-Chip, der bei anspruchsvollen Aufgaben nicht mit Snapdragon oder Apple Silicon mithalten kann. Die Akkulaufzeit fällt trotz großer Kapazität nur durchschnittlich aus. Der hohe Preis macht das Gerät zu einer kostspieligen Investition, die sich nicht jeder leisten kann oder will.

Wer Googles KI-Features schätzt, ein großes Display benötigt und bereit ist, viel Geld auf den Tisch zu legen, erhält ein hervorragendes Smartphone. Alle anderen greifen zum kompakteren Pixel 10 Pro oder warten auf Preissenkungen.

Samsung Galaxy S26 Ultra im Test: Top-Smartphone mit Privatsphäre-Display

Samsung setzt beim S26 Ultra auf Software-Optimierungen statt Hardware-Sprünge. Das Privacy Display ist ein Alleinstellungsmerkmal – erfordert aber Kompromisse.

VORTEILE

  • Top-Performance dank Snapdragon 8 Elite Gen 5
  • innovative Privatsphäre-Funktion beim Display
  • Kamera mit starkem Zoom und verbesserten Nachtaufnahmen
  • lädt jetzt mit 60 W
  • 7 Jahre Software-Updates

NACHTEILE

  • aktives Privatsphäre-Display verschlechtert Bildqualität
  • seit Jahren wenig verändertes Kamera-Setup
  • weniger Akkukapazität als bei Konkurrenz

Samsung setzt beim S26 Ultra auf Software-Optimierungen statt Hardware-Sprünge. Das Privacy Display ist ein Alleinstellungsmerkmal – erfordert aber Kompromisse.

Mit dem Galaxy S26 Ultra setzt Samsung vorrangig dank des neuartigen Privacy-Displays ein Ausrufezeichen. Die Technik schränkt den seitlichen Blickwinkel auf Knopfdruck ein – neugierige Sitznachbarn im Zug schauen künftig in die Röhre. Ansonsten liefert das Ultra-Modell solide Kost: Top-Performance, eine starke Kamera mit zwei Telelinsen und verbesserter Nachtfotografie, lange Akkulaufzeit, langjährige Updates und KI-Features.

Große Sprünge bei den Kamera-Sensoren? Silizium-Karbon-Akkus? Fehlanzeige. Samsung poliert am Lack und setzt vorwiegend auf Software-Anpassungen, während die chinesische Konkurrenz teils mit ganz neuen Motoren vorfährt. Ob das reicht, zeigt unser Testbericht.

Design

Optisch nähert sich das Galaxy S26 Ultra weiter den übrigen Modellen der Reihe. Das Gehäuse bleibt kantig, die Ecken sind nun stärker abgerundet. Die drei Kameralinsen sitzen auf einem ovalen Element – ein Designmerkmal, das Samsung beim Samsung Galaxy Z Fold 7 (Testbericht) eingeführt hat und so auch beim Galaxy S26 und S26+ nutzt. Mit 163,6 × 78,1 × 7,9 mm und 214 g ist das S26 Ultra das bisher dünnste Modell der Reihe.

Statt Titan kommt nur noch Aluminium zum Einsatz – eine Sparmaßnahme, die in der Hand kaum auffällt. Glasrückseite und Rahmen sind erstklassig verarbeitet, dank IP68-Zertifizierung ist das Gerät staub- und wasserdicht.

Der S-Pen verschwindet nahtlos im Gehäuse, wirkt mit seiner hellgrauen Kunststoff-Optik aber weniger hochwertig als der Rest. Sein hinteres Ende ist leicht angeschrägt, um dem neuen Eckenradius zu folgen – dadurch lässt sich der Stift auch falsch herum einschieben. Bündig sitzt er dann nicht, funktioniert aber trotzdem.

Display

Das 6,9 Zoll große OLED-Display nimmt nahezu die komplette Front ein – nur ein schmaler Rahmen bleibt. Die Auflösung liegt bei 3120 × 1440 Pixeln, ab Werk stellt Samsung allerdings auf 2340 × 1080 Pixel ein. Besonders robustes Gorilla Glass Armor 2 mit spezieller Anti-Reflex-Schicht schützt das Panel. Bei der Helligkeit messen die Kollegen der c’t 1466 cd/m² im Regelbetrieb – etwas weniger als der Vorgänger mit knapp 1600 cd/m². Im Alltag fällt das beim 120-Hz-Panel nicht ins Gewicht: Hell genug ist es allemal.

Das eigentliche Highlight des Galaxy S26 Ultra steckt im Display selbst: Privacy Display – von Samsung etwas sperrig „Datenschutzanzeige“ genannt. Die Funktion verdunkelt den Bildschirm für seitliche Blicke, sodass nebenstehende Personen nur noch ein nahezu schwarzes Panel sehen. Dafür hat Samsung die Pixelmatrix umgebaut: Die Hälfte der Bildpunkte sitzt hinter feinen Lochblenden, die Licht gezielt nach vorn kanalisieren. Fünf Jahre Entwicklungszeit, kein anderer Hersteller bietet derzeit Vergleichbares.

Die Funktion kann man in zwei Intensitätsstufen einstellen und entweder global aktivieren, für einzelne Apps automatisch einschalten oder nur auf eingehende Benachrichtigungen beschränken. Wirklich blickdicht ist es allerdings erst ab Stufe 2 – in der ersten Stufe können Personen direkt neben einem selbst noch mitlesen.

Der Schutz hat seinen Preis: Bei aktivem Privacy Display sinkt die Helligkeit um fast ein Viertel, Schwarztöne wirken eher dunkelgrau. Und auch bei deaktivierter Funktion hinterlässt die neue Pixelmatrix Spuren – die Blickwinkelstabilität ist im Vergleich zum Galaxy S25 Ultra schlechter, Farben wirken von der Seite weniger strahlend. Zudem schluckt die Anti-Reflex-Schicht weniger Reflexionen als beim Vorgänger. Privatsphäre gibt es hier also nicht zum Nulltarif.

Kamera

An den Sensoren hat sich wenig getan – Samsung setzt seit drei Jahren auf das gleiche Setup. Immerhin bekommen die 200-Megapixel-Hauptkamera und das 50-Megapixel-Fünffach-Tele größere Blenden für mehr Lichtausbeute. Das Dreifach-Tele verharrt bei mageren 10 Megapixeln, Ultraweitwinkel (50 Megapixel) und Selfie-Kamera (12 Megapixel) bleiben unverändert.

Bei der Bildqualität spielt Samsung weiterhin vorn mit. Die Hauptkamera liefert scharfe, kontrastreiche Bilder, der neue Bildsignalprozessor im Snapdragon produziert weniger Artefakte als der Vorgänger. Samsung belichtet tendenziell heller als etwa Apple – das kostet etwas Plastizität, bewahrt dafür mehr Details in dunklen Bereichen.

Bei den Tele-Aufnahmen ziehen Konkurrenten wie das Honor Magic 8 Pro mit natürlicheren Farben und mehr Details vorbei. Auch bei Nahaufnahmen hat etwa das Xiaomi 17 Ultra mit seinem LOFIC-Sensor die Nase vorn. Die Ultraweitwinkelkamera zählt dagegen wieder zu den Besseren am Markt.

Für das Aufnehmen von Videos hat Samsung einen neuen Stabilisator integriert: Er hält das Bild auch bei unruhigen Händen verlässlich stabil und orientiert sich an der zu Beginn eingefangenen Position – besonders nützlich, wenn man sich beim Filmen selbst bewegt.

Ausstattung

An der Leistung gibt es nichts zu meckern. Im Galaxy S26 Ultra arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 in der Variante „For Galaxy“ – mit leicht höheren Taktraten bei CPU und GPU als die Standardversion. Damit erreicht das Galaxy S26 Ultra bei 3DMark Wild Life Extreme überaus starke 8000 Punkte. Das sorgt für etwas größere Leistungsreserven als bei der Konkurrenz, auch wenn es in der Praxis kaum einen spürbaren Vorteil liefert.

Der Snapdragon erledigt alle Aufgaben spielend, das Smartphone läuft in jeder Lage flüssig und schnell. Das vergrößerte Kühlelement hält die Leistung auch unter Dauerlast auf hohem Niveau – in den 3DMark-Dauertests drosselt das S26 Ultra weniger als der Vorgänger und bleibt kühler als manch anderes Top-Smartphone, wenn auch spürbar warm. Bei der Effizienz im Stresstest ist mit knapp 50 Prozent allerdings noch Luft nach oben.

Als interner Speicher stehen 256 GB, 512 GB und 1 TB nach UFS 4.0 zur Auswahl, flankiert von 12 GB RAM. Einen microSD-Slot gibt es nicht. Bei den Schnittstellen ist alles auf dem neuesten Stand: USB-C 3.2 mit Displayport, Wi-Fi 7, 5G, Bluetooth 6.0, NFC und UWB. Auch die Ortung per GPS, Glonass, Beidou und Galileo arbeitet hinreichend präzise – im GPS-Test landen wir bei rund drei Metern Genauigkeit.

Die Sprachqualität beim Telefonieren ist gut – Stimmen kommen klar und verständlich an. Auch die Stereo-Lautsprecher überzeugen mit sauberem Klang. Der Fingerabdruckleser unter dem Display arbeitet schnell und zuverlässig, alternativ lässt sich das Gerät per Gesichtserkennung entsperren – die setzt allerdings nur auf 2D-Technik und ist damit weniger sicher. Mangels Bluetooth-Support kann man den S-Pen wie schon beim S25 Ultra nicht mehr als Fernauslöser für die Kamera nutzen.

Software

One UI 8.5 kommt in gewohnter Optik, an den Grundlagen hat Samsung nichts verändert. Erfahrene Nutzer fühlen sich sofort zu Hause, Neulinge finden sich schnell zurecht. Beim Update-Versprechen bleibt Samsung auf Kurs: sieben Jahre Android-Upgrades und Sicherheits-Patches, gerade bei den High-End-Modellen von Samsung erfahrungsgemäß schneller als bei den meisten Konkurrenten.

Bei den KI-Funktionen legt Samsung nach. Der tot geglaubte Assistent Bixby wurde aufpoliert und kümmert sich nun um die lokale Suche auf dem Gerät, neben Gemini ist außerdem Perplexity vorinstalliert. Sämtliche Galaxy-AI-Funktionen lassen sich einzeln aktivieren – wer möchte, kappt den Cloud-Zugriff komplett. Dann wird alles lokal verarbeitet, einige Features wie der digitale Radierer fallen allerdings weg.

Neu ist Now Nudge: Der proaktive KI-Assistent analysiert Bildschirminhalte in Echtzeit und schlägt kontextbezogen passende Aktionen vor – etwa einen Kalendereintrag bei Terminabsprachen, das Teilen passender Urlaubsfotos im Chat oder das automatische Ausfüllen von Formularen. In unserem Test blieb Now Nudge allerdings stumm. Und wie bei vielen Samsung-KI-Features gilt: Außerhalb der hauseigenen Apps passiert wenig.

Praktischer ist die Anrufprüfung: Ein Assistent nimmt Anrufe von unbekannten Nummern entgegen, prüft auf Spam und Scam und stellt verdächtige Telefonate gar nicht erst durch.

Akku

Einen Silizium-Karbon-Akku, wie ihn die chinesische Konkurrenz zunehmend verbaut, sucht man hier vergebens. Die Kapazität bleibt unverändert bei 5000 mAh – damit liegt Samsung deutlich hinter chinesischen Wettbewerbern, die teils 6000 mAh und mehr bieten.

Samsung steuert mit Software und Effizienz dagegen: Im Dauertest der c’t-Kollegen hält der Akku rund 20 Stunden WLAN-Streaming durch. Im simulierten Betrieb mit dem PCMark Battery Test erreichen wir 16,5 Stunden – der bisher beste Wert für ein Galaxy-Gerät. Zwar kommt hier das Xiaomi 17 Ultra auf mehr als 18 Stunden, dennoch ist das eine solide Akkulaufzeit beim Koreaner. Im Alltag reicht das locker für einen vollen Tag, bei mäßiger Nutzung auch für annähernd zwei.

Erstmals lässt sich das S26 Ultra mit bis zu 60 Watt laden – von 20 auf 100 Prozent in 45 Minuten, komplett voll in knapp einer Stunde. Kabellos sind bis zu 15 Watt via Qi 2 möglich.

Preis

Das Galaxy S26 Ultra startet ab 1449 Euro mit 256 GB Speicher. Die 512-GB-Version kostet 1649 Euro, das 1-TB-Modell mit 16 GB RAM schlägt mit 1949 Euro zu Buche – jeweils spürbar teurer als beim Vorgänger.

Die Straßenpreise fallen allerdings rasant: Kurz nach Release gibt es das Galaxy S26 Ultra mit 256 GB bereits ab 930 Euro, die 512-GB-Version startet derzeit bei 1049 Euro. Bei 1199 Euro liegt die 1-TB-Variante. Angesichts der Preisdifferenz lohnt sich der Griff zur 512-GB-Version besonders – hier sollte man schnell zuschlagen. Verfügbare Farben sind Schwarz, Violett, Hellblau, Silber und Pinkgold.

Fazit

Das Samsung Galaxy S26 Ultra hinterlässt gemischte Gefühle. Einerseits ist es zweifellos eines der besten Smartphones auf dem Markt: Die Performance ist absolut top, die Verarbeitung erstklassig, dazu kommt eine ausgewogene Ausstattung – insbesondere bei Software und KI. Auch die Kamera liefert jetzt bessere Aufnahmen bei Nacht.

Andererseits wagt Samsung kaum Neues. Die einzige nennenswerte Hardware-Innovation ist das Privacy Display – im Test mit guten Ansätzen, aber auf Kosten der generellen Displayqualität. Bei Akku und Kamera hat die chinesische Konkurrenz mächtig aufgeholt und teils überholt. Die neuen Software-Features taugen nur bedingt als Kaufargument, da sie größtenteils per Update auch auf älteren Modellen landen werden.

Schlussendlich ist das S26 Ultra ein hervorragendes Smartphone, aber kein großer Wurf gegenüber dem Vorgänger. Samsung rettet sich aktuell mit Software-Optimierung und hoher Effizienz – für künftige Generationen muss aber deutlich mehr Innovation her, sonst droht der Anschluss verloren zu gehen.

ZUSÄTZLICH GETESTET

Apple iPhone 16 Pro

Apple iPhone 16 Pro Max

Google Pixel 10 Pro

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Google Pixel 10

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Huawei Pura 80 Pro

Huawei Pura 80 Ultra

Samsung Galaxy S25 Ultra

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Antrag der Linken abgelehnt: Das Neun-Euro-Ticket kommt nicht wieder


Das Neun-Euro-Ticket kommt nicht zurück. Der Verkehrsausschuss des Bundestags hat einen Antrag der Bundestagesfraktion der Partei Die Linke abgelehnt, das bundesweite Billigticket für den Nahverkehr wieder aufleben zu lassen.

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Anfang des Jahres beantragte die Linken-Fraktion im Verkehrsausschuss, das Neun-Euro Ticket „als sofort wirksame Entlastungsmaßnahme“ für Haushalte mit mittleren und geringen Einkommen wieder einzuführen. Für Schüler, Studenten, Auszubildende und Senioren sollte das Ticket kostenlos sein. Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) sei „keine Wirtschaftsleistung, sondern eine gesellschaftliche Infrastruktur“, argumentierte die Partei in ihrem Antrag.

Damit scheiterte sie jedoch. Der Verkehrsausschuss hat den Antrag mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD abgelehnt. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen enthielt sich. Sie unterstützen die Forderung der Linken zwar grundsätzlich, kritisierten aber, dass der Antrag der Linken keinen Vorschlag zur Finanzierung ihres Vorhabens enthielt. Dort ist nur davon die Rede, dass der Bund die Hälfte der Mehrkosten tragen sollte. Die Grünen schlugen nun vor, das 40-Euro-Ticket wieder einzuführen sowie ein Sozialticket für Bedürftige.

Grund für die Ablehnung sei die Finanzierung, teilte der Bundestag mit. „Übereinstimmend“ hätten die Regierungsfraktionen sowie die oppositionelle AfD „auf das Problem der Finanzierung eines Neun-Euro-Tickets oder gar eines Null-Euro-Tickets“ verwiesen. Zur Finanzierung wollte die Linke Steuern für Verursacher der Klimawandels einführen und „Übergewinne“ der Mineralölkonzerne abschöpfen, die derzeit wegen hoher Spritpreise in der Kritik stehen.

In der aktuellen Fassung kostet das Deutschland-Ticket 63 Euro im Monat und wird von Bund und Ländern mit drei Milliarden Euro gefördert. Insgesamt subventioniert der Bund den ÖPNV im Jahr mit 15 Milliarden Euro. Ein Neun- respektive Null-Euro-Ticket, wie die Linke es fordert, würde nach Ansicht der CDU/CSU weitere zehn Milliarden Euro kosten. Zudem bieten laut SPD bereits einige Bundesländer das Deutschland-Ticket für Schüler, Studenten und Azubis günstiger an.

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(wpl)



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