Künstliche Intelligenz
Top 10: Die beste Gaming-Tastatur im Test – Testsieger Akko vor Logitech & Razer
Gaming-Tastaturen haben besondere Anforderungen. Wir zeigen die besten Keyboards mit mechanischen und magnetischen Switches aus 30 Tests.
Beim Begriff Gaming-Tastatur hat wohl jeder eine etwas andere Vorstellung. Für manche ist die Optik mit bunter RGB-Beleuchtung ausschlaggebendes Kriterium. Für andere sind es Funktionen wie das Erstellen von Makros sowie das Neu- oder Mehrfachbelegen von Tasten. Auch die Wahl der Switches spielt in diesem Zusammenhang für viele eine Rolle.
Der Markt mechanischer und magnetischer Gaming-Tastaturen (Hall Effect) hat in den vergangenen Jahren immer mehr Zuwachs bekommen und ist von der Enthusiast-Nische in den Mainstream gewandert. Regelmäßig werben Hersteller mit neuen Funktionen und technologischen Durchbrüchen bei der Soft- und Hardware um die Gunst der Kunden.
Wir zeigen in dieser Bestenliste die besten Gaming-Tastaturen mit mechanischen sowie magnetischen Switches (Hall Effect), die uns durch ihre Funktionen, ihren einsteigerfreundlichen Preis oder ihr stimmiges Gesamtpaket überzeugen.
Welche ist die beste Gaming-Tastatur?
Die Akko Mod 007 HE Year of Dragon für 238 Euro ist unser Testsieger, da sie mit ihrem stimmigen Design, ihrem Funktionsumfang und der hochwertigen Verarbeitung ein exzellentes Schreib- und Gaming-Erlebnis schafft.
Der Technologiesieger ist die Asus ROG Azoth 96 HE, die mit Hall-Effect-Switches, einem Touch-Display und unglaublich starkem Akku für 351 Euro überzeugt.
Preis-Leistungs-Sieger ist die Royal Kludge RK84 für 63 Euro (Code heiseBestenlisten) – nicht zuletzt durch den preiswerten Einstieg in die Welt des Hot-Swapping.
Hinweis: Bei den in dieser Auflistung sowie in den Artikeln verlinkten Preisen handelt es sich um Momentaufnahmen, die sich jederzeit ändern können. Wir aktualisieren unsere Bestenlisten in der Regel mehrmals pro Jahr mit neuen Produkten und passen in diesem Zusammenhang auch immer die Preise an. Unsere Bestpreis-Widgets innerhalb der Bestenliste und der Einzeltests aktualisieren sich hingegen selbstständig und zeigen den tagesaktuellen Bestpreis des jeweiligen Produkts an.
Für 238 Euro bekommt man mit der Akko Mod 007 HE Year of Dragon eine fantastische Gaming-Tastatur mit Hall-Effect-Switches. Ihre hochwertige Verarbeitung, ihr edles Design und das perfekt abgestimmte Schreibfeeling bereiten wahre Freude auf dem Schreibtisch, egal ob beim Arbeiten oder Zocken. Die vielen Einstellungsmöglichkeiten der Switches ermöglichen zudem, die Tastatur den eigenen Wünschen entsprechend anzupassen.
- herausragende Verarbeitung
- schickes & hochwertiges Design
- gute Hall-Effect-Einstellungsmöglichkeiten
- 8000-Hz-Abtastrate
- fantastisches Schreibgefühl
- Web-App hat Verbesserungspotenzial
Die Asus ROG Azoth 96 HE kommt für 351 Euro mit starker Ausstattung: Hall-Effect-Switches, 8000-Hz-Abtastrate und einem OLED-Touchdisplay. Clevere Stromsparfunktionen verleihen dem Akku zudem eine äußerst lange Laufzeit, und die praktische Web-App vereinfacht die Einrichtung der Gaming-Peripherie ungemein.
- extrem starke Akkuleistung dank Stromsparfunktion
- farbiges OLED-Touchdisplay
- Web-App mit vielen Einstellungsmöglichkeiten
- guter Klang beim Tippen
- sehr teuer
- kein Vollaluminiumgehäuse
- Funktionen der App nur teilweise oder gar nicht erklärt
Die Royal Kludge RK84 75% Wireless bietet für 62 Euro (Code heiseBestenlisten) eine äußerst kompetente und überraschend gut verarbeitete mechanische Gaming-Tastatur. Sie ist nicht nur hot-swap-fähig und unterstützt drei verschiedene Verbindungsmodi, sondern hat auch einen pass-through USB-A-Port, mit dem man z.B. Geräte laden oder in bestimmten Fällen sogar Peripherien anschließen und verwenden kann.
- günstig
- drei Verbindungsmodi
- hot swappable
- zusätzlicher USB-Anschluss
- halb gare Software
- günstige ABS-Tasten
Ratgeber
Warum zu einer mechanischen Gaming-Tastatur greifen?
Im Grunde machen alle Tastaturen auf den ersten Blick dasselbe: Drückt man eine Taste, wird der Buchstabe ausgegeben oder der Charakter in eine bestimmte Richtung bewegt. Der Unterschied liegt allerdings darin, wie gut die Tastatur das macht.
Mechanische Tastaturen gehören im Gaming-Bereich seit Jahren zum Standard. Der Unterschied zu klassischen Membran-Tastaturen, wie sie oft im Büro stehen, liegt in den sogenannten Switches: Statt einer durchgehenden Gummimatte sitzt unter jeder Taste ein eigener mechanischer Switch. Das sorgt für ein klareres Tippgefühl, schnellere Reaktionen und mehr Präzision – entscheidend beim Spielen.
Ein weiterer Pluspunkt: Die Tasten halten länger und lassen sich bei vielen mechanischen Keyboards einzeln austauschen. Außerdem gibt es verschiedene Switch-Typen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Welche Variante am besten passt, hängt vom persönlichen Geschmack und Einsatzzweck ab.
Neben den technischen Aspekten ist vor allem auch die Individualisierbarkeit von mechanischen Tastaturen für viele ein Kaufgrund. Angefangen bei unterschiedlichen Formfaktoren hin zum Design der Tastatur. Die Tastenkappen der meisten mechanischen Keyboards sind austauschbar – da genormt – und viele Geräte unterstützen auch den Austausch der darunterliegenden Switches.
Gefällt das Design der Tastenkappen (Keycaps im Englischen) nicht? Kein Problem: einfach durch ein neues Set ersetzen. Die verbauten Clicky-Switches sind zu laut? Im Handumdrehen sind sie durch eine lineare Variante ausgetauscht. Die Individualisierungsmöglichkeiten sind vielfältig, können aber auch getrost ignoriert werden, wenn man möchte.
Was gilt es bei den Tastaturgrößen zu beachten?
Mechanische Tastaturen gibt es in unterschiedlichen Größen, die teilweise eine Umgewöhnung erfordern, wenn man zuvor nur regulär große Keyboards verwendet hat. Man unterteilt die Größen dabei überwiegend in Prozente. Je nach Hersteller sind die Layouts der Tastaturen etwas anders, bewegen sich aber fast alle im selben prozentualen Bereich. Folgend beschreiben wir die gängigsten Formfaktoren:
Die 100-Prozent-Tastatur (fullsize) ist, wie der Name schon sagt, eine vollwertige Tastatur. Bei ihr vermisst man keinerlei Tasten, sie ist dafür aber auch besonders platzraubend auf dem Schreibtisch.
96-Prozent-Tastaturen sind im Prinzip 100-Prozent-Tastaturen, bei denen einzelne, meist selten genutzte, Tasten wie die Druck- oder Pause-Taste fehlen. Je nach Hersteller rücken Tastenfelder auch näher zusammen, um ungenutzte Fläche zu vermeiden. Dadurch ist das Layout der Tastatur etwas platzsparender, während man den Großteil der Funktionen beibehält.
TKL (auch 80 Prozent) steht für Tenkeyless und beschreibt Tastaturen, bei denen das Numpad fehlt. Man behält in diesem Design die wichtigsten Tasten der Peripherie bei, während durch das Entfernen des Numpads Platz gespart wird. TKL-Keyboards eignen sich besonders gut zum Zocken, da man so mehr Raum auf dem Schreibtisch für Mausbewegungen hat.
75-Prozent-Keyboards verzichten neben den Zifferntasten auch auf einzelne Navigationstasten, ähnlich wie beim 96-Prozent-Layout. Das ermöglicht ein noch kompakteres Design, bei dem so wenig dead space wie möglich auf der Tastatur übrig bleibt. Optisch kann das Ganze etwas zusammengequetscht wirken.
65-Prozent-Tastaturen sind deutlich kompakter und erfordern in der Regel eine Umgewöhnung, da sie komplett auf die F-Tasten verzichten. Stattdessen sind die Funktionen dieser auf die Tastenreihe darunter ausgelagert. Mithilfe der Fn-Taste, die immer bei 65-Prozent-Layouts vorhanden ist, greift man so weiter auf sie zu.
Mit 60-Prozent-Tastaturen erreicht man das Minimum an Tasten und Tastaturgröße, mit dem es sich noch sinnvoll arbeiten lässt. Im Vergleich zum etwas größeren 65-Prozent-Layout vermisst man hier zusätzlich noch die Pfeiltasten. Das kompakte Layout wurde vor allem in der Shooter-Szene durch Tastaturen des Herstellers Ducky populär. Für Büroarbeiten sind solche Modelle oft unpraktisch, weil viele Tasten fehlen oder nur über Hinzunahme der Fn-Ebene erreichbar sind.
Clicky, tactile oder doch linear – so unterscheiden sich Switches
Neben den Funktionen der Tastatur ist vorrangig die Wahl der Switches wichtig, denn sie verhalten sich alle unterschiedlich. Die drei am häufigsten verwendeten Switchtypen sind clicky, linear und tactile.
Drückt man eine Taste mit Tactile-Switch spürt man einen leichten Widerstand, wenn man am Auslösepunkt angekommen ist. Dieses taktile Feedback signalisiert also, dass die Taste erfolgreich anschlägt.
Clicky-Switches funktionieren ähnlich wie taktile Switches, mit dem Unterschied, dass zusätzlich zum taktilen Feedback auch ein deutlich hörbares Klick-Geräusch hinzukommt. Aufgrund dessen empfinden andere Menschen, die sich im gleichen Raum aufhalten, diese gerne mal als störend. Sie empfehlen sich daher zum Beispiel nicht unbedingt für den Bürogebrauch.
Linear-Switches sind häufig die beste Option, wenn man geräuscharmer tippen möchte, da ihnen sowohl taktiles als auch hörbares Feedback fehlen. Häufig erfordern sie eine niedrigere Betätigungskraft als die anderen Switches, was dazu führt, dass sie sich gut zum Zocken eignen.
Neben der Switch-Charakteristik sind vorrangig die Werte Betätigungskraft und Distanz zum Betätigungspunkt relevant. Die Betätigungskraft sagt aus, wie viel Kraft man ausübt, bis die Taste anschlägt. Die Distanz gibt an, wie weit der Switch sich bewegen muss, bis er am Betätigungspunkt ankommt. Wie hoch oder niedrig man die Werte haben möchte, ist zum einen Geschmackssache, zum anderen abhängig vom Verwendungszweck der Tastatur. Möchte man die Tastatur hauptsächlich zum Zocken verwenden, lohnen sich etwa Switches, deren Auslösekraft und Distanz zur Betätigung niedrig sind.
Vor allem bei Switches geht Probieren häufig über Studieren, da Videos einem zwar die Soundkulisse etwas näher bringen, jedoch nicht in der Lage sind, das haptische Schreibgefühl erlebbar zu machen.
Zu den regulären mechanischen Switchtypen gesellen sich die optischen und magnetisch-mechanischen Switches dazu.
Hall-Effect-Switches sind besonders im Gaming-Bereich beliebt, da sie aufgrund ihres Designs Möglichkeiten schaffen, den Betätigungspunkt individuell anzupassen. Das gelingt aufgrund der Magnete und Hall-Effekt-Sensoren im Inneren der Switches. Wird der Switch betätigt, drückt der Magnet nach unten, wodurch sich das magnetische Feld verändert, was wiederum vom Hall-Effekt-Sensor registriert wird.
Tastaturen mit dieser Art von Switch sind in der Lage, den Betätigungspunkt zwischen 0,1 mm und 4,0 mm festzulegen. Hinzu kommt, dass bei vielen Keyboards dieser Art auch die sogenannte Rapid-Trigger-Funktion zum Einsatz kommt. Aktiviert man diese, wird eine Verzögerung zwischen Tastendruck und dem Loslassen der Taste komplett aufgehoben und die Taste registriert beides bereits bei der leichtesten Veränderung des ausgeübten Drucks. Dadurch verschafft man sich natürlich primär beim Zocken enorme Vorteile, da so bestimmte Aktionen in sehr kurzen Abständen immer und immer wieder erfolgen können.
Hall-Effect-Keyboards haben den Vorteil, dass man per Software den Betätigungspunkt für jede Taste individuell bestimmen kann. heise bestenlisten
Die Wahl der Switches ist schlussendlich immer Geschmackssache, da sie sich alle anders anfühlen oder anhören. Manche Switches eignen sich besser zum Zocken, während sich andere beim Schreiben besser anfühlen. Ideal ist es, wenn man vor dem Kauf der Tastatur die Möglichkeit hat, verschiedene Switches auszuprobieren, um den besten Fit für sich selbst zu finden.
Optical-Switches funktionieren über eine Lichtschranke. Wenn der Switch betätigt wird, unterbricht die Schranke, wodurch das Infrarotlicht nicht mehr auf den Sensor trifft und der Tastendruck damit registriert wird. Da bei optischen Switches kein physischer Kontakt entstehen muss, um Tastenanschläge zu registrieren, sind sie potenziell deutlich langlebiger als reguläre mechanische Switches. Ähnlich wie Hall-Effect-Switches profitieren auch Optical-Switches von individuell einstellbaren Betätigungspunkten. Hersteller wie Razer setzen vermehrt auf diese Technologie.
Häufig verwendete Begriffe auf einen Blick
In der Welt der mechanischen Gaming-Tastaturen haben sich so manche Begriffe – in der Regel auf Englisch – etabliert, deren Bedeutung auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich ist. Wir haben daher die gängigsten einmal zusammengefasst:
N-Key-Rollover: Wenn bei den Spezifikationen einer Tastatur steht, dass sie N-Key-Rollover unterstützt, dann bedeutet das, dass sie in der Lage ist, alle Tasten auf der Tastatur gleichzeitig zu registrieren und zu verarbeiten. Steht bei einer Tastatur zum Beispiel 6-Key-Rollover, dann erkennt sie maximal sechs gleichzeitig gedrückte Tasten. Mit dem Key-Rollover Test stellt man rasch fest, ab wie vielen Tasten die eigene Tastatur Schluss macht.
Hot-Swapping: Spricht man von einer Tastatur, die Hot-Swapping unterstützt, dann sind die mechanischen Switches des Geräts während des laufenden Betriebs durch andere austauschbar. Das bringt direkt mehrere Vorteile mit sich: Zum einen erlaubt es, kaputte Switches problemlos durch neue zu ersetzen. Zum anderen ermöglicht es, die Tastatur den eigenen Wünschen anzupassen. Etwa wenn einem die von Werk aus verbauten Switches der Tastatur nicht gefallen, weil sie vielleicht zu laut sind oder sich nicht gut anfühlen beim Tippen. Mit einem Switch-Puller, einer Art Zange, löst man die Switches vom Board. Achtung: Nicht jeder Switch passt auf jedes Keyboard. In der Regel steht bei den Spezifikationen einer Tastatur mit Hot-Swap-Unterstützung, welche Arten von Switches sie unterstützt.
Pre-lubed Switches: Viele Hersteller werben mit pre-lubed (vorgeschmierten) Switches und/oder Stabilisatoren. Das Vorschmieren der Switches sorgt primär dafür, dass sie sich sanfter beim Schreiben anfühlen und somit ein besseres Tippgefühl ermöglichen sollen. Durch das Schmieren wird das Aufeinandertreffen der Komponenten entschärft und ein kratziges Geräusch vermieden. Je nach Keyboard ist es auch möglich, nachträglich selbst zu schmieren.
Double-Shot-PBT-Keycaps: PBT-Keycaps sind Tastenkappen aus PBT-Plastik (Polybutylenterephthalat). Double-Shot ist ein Verfahren, bei dem man zwei, oft verschiedenfarbig gegossene Tastenkappen aufeinanderstülpt. Eine der beiden dient dabei nur für die Beschriftung der Tasten, während die andere hauptsächlich für den Körper der Tastenkappe genutzt wird. Das Verfahren ist deswegen so beliebt, da die so entstehenden Keycaps deutlich länger lesbar bleiben und aufgrund des PBT-Materials generell langlebiger sind. Dafür sind PBT-Keycaps aber auch etwas teurer.
ABS-Keycaps: Günstiger sind Keycaps aus ABS-Plastik (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer). Sie fühlen sich glatter an als das PBT-Pendant und haben eine leicht glänzende Oberfläche im Vergleich zur matten Oberfläche der PBT-Tastenkappen. Leider nutzen sie auch deutlich schneller ab. Während PBT-Keycaps sehr langlebig sind, zeichnen sich bei ABS-Plastik bereits nach kürzerer Zeit Abnutzungen ab. Die Tasten haben dann häufig einen fettigen Look, den man auch nicht mehr aus dem Material bekommt.
Fazit
Die Welt der Gaming-Tastaturen ist vielfältig. Egal, ob man nur bunte Beleuchtung möchte, eine voll anpassbare Peripherie, die einen sowohl beim Zocken als auch beim Schreiben unterstützt, oder sich gar einen kompetitiven Vorteil durch die Wahl der Tastatur erhofft. Jeder wird über kurz oder lang fündig.
Neben schnellerer Reaktionszeit sprechen vorrangig eine gute Nachhaltigkeit durch austauschbare Switches sowie die nach Vorliebe auswählbare Tipp-Charakteristik für die Anschaffung einer mechanischen Tastatur. So kann man je nach Anspruch und Geschmack seine Wunsch-Tastatur auswählen und zusammenstellen. Zudem sind, wie unsere Bestenliste zeigt, mechanische Tastaturen nicht mehr zwangsläufig teuer. Im Gegenteil: Modelle von Royal Kludge beweisen, dass man selbst weit unter 100 Euro noch gute Tastaturen mit mechanischen Switches bekommt.
Wer preislich höher ins Regal greift, bekommt hochwertigere Materialien sowie zusätzliche, aber nicht für jedermann notwendige Premium-Funktionen, wie modulare Nummernblöcke und Multimedia-Displays oder magnetische Switches, mit denen man das Schreibverhalten der Tastatur bis ins kleinste Detail anpassen kann.
Akko Mod 007 HE Year of Dragon
Die Gaming-Tastatur Akko Mod 007 HE Year of Dragon mit Hall-Effect-Switches ist nicht nur stylish, sondern hat auch ordentlich was unter der Haube.
- herausragende Verarbeitung
- schickes & hochwertiges Design
- gute Hall-Effect-Einstellungsmöglichkeiten
- 8000-Hz-Abtastrate
- fantastisches Schreibgefühl
- Web-App hat Verbesserungspotenzial
Tastatur für 238 Euro im Test! Akko Mod 007 HE Year of Dragon ist unfassbar gut
Die Gaming-Tastatur Akko Mod 007 HE Year of Dragon mit Hall-Effect-Switches ist nicht nur stylish, sondern hat auch ordentlich was unter der Haube.
Die Mod 007 HE Year of Dragon von Akko überrascht nicht nur durch ihre auffällige Optik. Von der Verarbeitung bis zur Ausstattung spielt die Gaming-Tastatur nämlich ganz vorn mit. Dank Hall-Effect-Technologie profitiert man von individuell einstellbaren Betätigungspunkten der Switches und weiterer damit zusammenhängender Funktionen, die sowohl das Gaming als auch das reguläre Tippen bereichern sollen. Mit einer 8000-Hz-Abtastrate ist die kabelgebundene Tastatur außerdem, zumindest auf dem Papier, äußerst verzögerungsfrei. Das Vollaluminium-Gehäuse mit extra verbautem Gewicht gibt der Tastatur nicht nur festen Halt auf dem Schreibtisch, sondern unterstützt auch die Akustik beim Tippen. Wir haben das aktuelle Modell der Akko Mod 007 HE Year of Dragon getestet und verraten, ob und für wen sich der Kauf lohnt. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Neben den fast schon zum Standard gehörenden Essentials wie Staubschutz, Keycap- und Switch-Puller sowie dem unentbehrlichen USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel wartet die Mod 007 HE Year of Dragon mit ein paar Überraschungen auf: Zusammen mit der Tastatur im DE-Layout bekommt man auch Tastenkappen-Sets für das UK- und FR-Layout sowie Mac-spezifische Keycaps. Zudem ist ein Keycap-Set mit alternativen Designs inkludiert, das sich optisch ebenfalls in die Year-of-the-Dragon-Thematik einordnet.
Ungewöhnlich ist die im Lieferumfang enthaltene FR4-Platte. Diese kann man, wenn gewünscht, durch die rigidere Aluminium-Platte im Inneren des Gehäuses austauschen, um das Schreibgefühl zu verändern. Den Inbusschlüssel, um das Gehäuse aufzuschrauben, gibt es mitsamt Ersatzschrauben ebenfalls dazu.
Design
Direkt beim Auspacken der Tastatur fallen uns zwei Dinge auf. Erstens: Was für ein schwerer Brocken. Und zweitens: Was für eine schicke Tastatur. Die Masse kommt nicht von irgendwo her, denn am Boden des Gehäuses ist ein PVD-Gewicht mit Spiegel-Finish installiert. So bringt das Keyboard trotz des 75-Prozent-Formfaktors mit den Maßen 333 x 141 x 33 mm stolze 2,2 kg auf die Waage.
Akko Mod 007 HE Year of Dragon – Bilder
Das chinesische Jahr des Drachen ist der thematische Fokus des Designs. Die Tasten sowie das Gehäuse sind mit entsprechenden Motiven bedruckt. Zeichnungen, die an traditionelle Darstellungen von Drachen erinnern, sowie unter anderem chinesische Schriftzeichen schmücken die Keycaps der Tastatur. Die obere Hälfte des dreifach eloxierten Gehäuses ist ebenfalls mit Drachenillustrationen bedruckt und komplettiert den Look. Akko verzichtet hierbei auf knallige Farben und setzt bei der Mod 007 HE Year of Dragon stattdessen auf reduzierte Blau-, Grün- und Gelb/Goldtöne, wobei das Gehäuse selbst schwarz ist. Das verschafft dem Keyboard einen edlen Look, der nicht sofort nach verspieltem Gaming schreit. Der goldfarbene Mittelrahmen, der die obere von der unteren Gehäusehälfte optisch trennt, unterstreicht die ohnehin schon hochwertige Optik des Keyboards.
Das spiegelnde Gewicht auf der Unterseite der Tastatur hat ebenfalls einen Drachenaufdruck spendiert bekommen – ein cooles Detail. Allerdings sammelt es Fingerabdrücke ohne Ende, weswegen wir das Keyboard auch prompt wieder umdrehen, um uns dieser Realität nicht weiter stellen zu müssen.
Ausstattung
Auch unter der Haube hat die Akko Mod 007 HE Year of Dragon einiges zu bieten. Wie bei leichten Gaming-Mäusen (Bestenliste) zeichnet sich bei Gaming-Keyboards der Trend hin zur 8000-Hz-Abtastrate ab. Die höhere Frequenz soll für weniger Verzögerung beim Tippen und Zocken sorgen und so die Arbeit mit der Peripherie flüssiger gestalten. Akko hat der Mod 007 HE Year of Dragon ebendiese spendiert. Da die hohe Polling-Rate aber auch der CPU des PCs mehr abverlangt, kann man die Abtastrate bei Bedarf in der Web-App herunterschalten. Um von den vielen Funktionen der Tastatur Gebrauch machen zu können, arbeitet ein 32-Bit-ARM-Cortex-M4-Prozessor im Inneren des Keyboards.
Als magnetische Hall-Effect-Switches kommen in der V2-Variante der Tastatur die hauseigenen Akko Astrolink zum Einsatz. Diese benötigen eine Initialkraft von 36±5 gf und haben einen Reiseweg von 3,4 mm. Den Betätigungspunkt stellt man via der Web-App ein. Hier steht ein Bereich von 0,1 mm bis 3,0 mm zur Verfügung.
Wie es sich für eine Gaming-Tastatur gehört, darf auch bei der Mod 007 HE Year of Dragon die Festbeleuchtung in Form von ARGB-LEDs nicht fehlen. Diese haben hier eine Wiederholfrequenz von 500 Hz, was angeblich Ermüdungserscheinungen verhindern soll. Ob und inwiefern das einen tatsächlichen Nutzen hat, können wir nicht beurteilen, allerdings haben die hier verbauten LEDs eine erstaunlich schwache Leuchtkraft und fallen tagsüber in gut beleuchteten Räumen ohnehin kaum auf, wozu auch die lichtundurchlässigen Keycaps beitragen. Uns stört das nicht, wer jedoch viel Wert auf eine intensive Leuchtkraft legt, muss sich nach einer anderen Tastatur umsehen.
Als Tastenkappen kommen Dye-Sub-PBTs im Cherry-Profil zum Einsatz, welche die gewohnt griffigere Textur im Vergleich zur günstigeren ABS-Alternative mit sich bringen.
Für eine feingetunte Akustik und ein ebenso abgestimmtes Tippgefühl sind mehrere Lagen an geräuschdämpfenden Materialien verbaut und die Aluminium-Platte der Tastatur mit Dichtungen versehen (Gasket-Mount). Neben einer Lage Poron-Schaumstoff unmittelbar unter der Aluminium-Platte gibt es eine weitere Lage, die den Boden des Gehäuses auskleidet. Eine PET-Schicht über der Leiterplatte und eine VHB-Schicht direkt darunter tragen ebenso zur Optimierung der Geräuschkulisse beim Tippen bei.
Software
Sämtliche Keyboard-Einstellungen sind auf eine Web-App ausgelagert. Neben der Tastenneubelegung und dem Makro-Editor finden sich Beleuchtungseinstellungen sowie Hall-Effect-Funktionen wieder. Sogar die Möglichkeit, selbst erstellte Beleuchtungskompositionen, Makros und Tastenkonfigurationen hochzuladen und so mit anderen Nutzern zu teilen, gibt es.
Um das Verhalten beim Tippen anzupassen, stehen Funktionen wie Dynamic Keystrokes, Mod-Tap, Toggle Key und Snap Key bereit. Selbstverständlich lässt sich auch der Betätigungspunkt jeder einzelnen Taste individuell verändern und die Rapid-Trigger-Funktion hinzuschalten. Über Dynamic Keystrokes richtet man für eine Taste bis zu vier unterschiedliche Aktionen ein, in Abhängigkeit der gedrückten Distanz. Beispielsweise gibt die D-Taste dann ab 0,7 mm die Funktion der Windows-Taste und beim kompletten Durchdrücken (3,2 mm) eine nochmals andere Funktion aus. Gleiches kann man auch für die Distanz beim Loslassen der gedrückten Taste konfigurieren.
Mod-Tap ermöglicht hingegen, einer Taste zwei unterschiedliche Funktionen zuzuordnen, abhängig davon, ob man sie nur kurz antippt oder gedrückt hält. So kann man etwa beim Spielen zwei unterschiedliche Fähigkeiten auf eine Taste legen und erspart sich eine zusätzliche Bewegung auf der Tastatur. Wie lange man die Taste gedrückt halten muss, damit die zweite Funktion aktiviert, legt man in der App fest.
Akko Mod 007 HE Year of Dragon – Bilder App
Toggle Key aktiviert eine ausgewählte Taste immer wieder, ohne sie dauerhaft gedrückt halten zu müssen. Der erste Tastenanschlag startet dabei den Vorgang, der zweite beendet ihn wieder. Snap Key gibt bei zwei gleichzeitig gedrückten Tasten der zuletzt gedrückten Taste Priorität. Hält man also im Spiel A gedrückt, um nach links zu laufen, und drückt dann D für eine Bewegung nach rechts, ohne dabei die A-Taste loszulassen, registriert die Tastatur nur den Input der D-Taste.
Die Beleuchtungseinstellungen liefern wenig Überraschendes. Insgesamt gibt es 23 verschiedene Modi zur Auswahl, die ein Stück weit konfigurierbar sind. Überwiegend in Bezug auf Helligkeit, Geschwindigkeit, Farbauswahl und die Ausrichtung des Effekts. Selbstverständlich lassen sich alle Tasten einzeln und unterschiedlich farblich anpassen. Ein so erstelltes Beleuchtungsprofil kann man dann anschließend hochladen und so mit anderen Nutzern der Web-App teilen. Ebenso ist es möglich, Kreationen anderer auf das eigene Keyboard zu laden.
Leider ist die Übersetzung der App aus dem Chinesischen ins Englische und ins Deutsche nicht optimal. Auch Menüführung und generelle Benutzerfreundlichkeit könnten an manchen Stellen besser sein. Das sollte bei diesem Preis nicht so sein. Die Funktion Rapid Trigger hat beispielsweise keinen eigenen Menüpunkt und ist über einen leicht zu übersehenden Toggle hinzu schaltbar. Ebenso ist das Abspeichern des eigenen Layouts im Dropdown-Menü der einzelnen Layer versteckt.
Tippgefühl
Kurz und bündig: Schreiben auf der Akko Mod 007 HE Year of Dragon klingt fantastisch und fühlt sich phänomenal gut an. Die aufwendige Geräuschoptimierung durch die verschiedenen Lagen an dämpfenden Materialien zahlt sich aus, denn sie spendiert der Tastatur einen butterweichen und hellen Thock-Sound. Störender Hall, kratzende Geräusche und Key Wobble gibt es nicht. Möchte man ein etwas nachgebendes Gefühl beim Tastendrücken, tauscht man die vorinstallierte Aluminium-Platte mit der mitgelieferten FR4-Platte aus.
Preis
Die UVP der Akko Mod 007 HE Year of Dragon liegt bei 238 Euro. Derzeit ist sie im offiziellen Akkogear-Shop für 238 Euro erhältlich.
Fazit
Die Mod 007 HE Year of Dragon von Akko ist eine geniale, wenngleich teure, Hall-Effect-Tastatur, die uns mit ihrem edlen Design, der hochwertigen Verarbeitung und ihrem Funktionsumfang überzeugt. Als Gaming-Tastatur liefert sie dank 8000-Hz-Polling-Rate, Hall-Effect-Switches und praktischen Funktionen über die Web-App eine top Performance ab. Auf ihr zu tippen ist sowohl akustisch als auch haptisch ein Vergnügen. Den hohen Preis von 226 Euro kann und möchte nicht jeder für eine Tastatur stemmen, dafür bekommt man hier aber auch eine wirklich hervorragend abgestimmte Peripherie. Einzig die Web-App hat bezüglich Benutzerfreundlichkeit Verbesserungspotenzial, ist ansonsten aber problemlos nutzbar.
Asus ROG Azoth 96 HE
Dank eines ausgeklügelten Stromsparmodus kann die ROG Azoth 96 HE problemlos mehrere Tage mit nur einer Akkuladung verwendet werden.
- extrem starke Akkuleistung dank Stromsparfunktion
- farbiges OLED-Touchdisplay
- Web-App mit vielen Einstellungsmöglichkeiten
- guter Klang beim Tippen
- sehr teuer
- kein Vollaluminiumgehäuse
- Funktionen der App nur teilweise oder gar nicht erklärt
ROG Azoth 96 HE im Test: Gaming-Tastatur mit Akku, der die Apokalypse überdauert
Dank eines ausgeklügelten Stromsparmodus kann die ROG Azoth 96 HE problemlos mehrere Tage mit nur einer Akkuladung verwendet werden.
Mit der ROG Azoth 96 HE geht Asus nun auch den Weg der Hall-Effect-Tastaturen und spendiert der kabellosen 96-Prozent-Peripherie zudem eine 8000-Hz-Abtastrate. Besonders beeindruckend ist aber tatsächlich der ausgeklügelte Stromsparmodus, der die Akkulaufzeit enorm steigert. Wir haben das Keyboard im Arbeitsalltag und beim Zocken getestet und verraten, ob es einen Platz auf dem Schreibtisch verdient hat. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Mit der Tastatur bekommt man ein USB-C-zu-USB-C-Verbindungskabel samt USB-A-Adapter sowie den 2,4-GHz-Funkdongle inklusive Verlängerungsadapter. Da die Azoth 96 HE Hot-Swapping unterstützt, liegen der Tastatur ein Switch-Puller aus Plastik und ein Keycap-Puller aus Metall bei. Diese klicken praktischerweise platzsparend ineinander. Wie bei den anderen Azoth-Modellen bekommt man auch mit der 96 HE eine Handgelenkauflage aus Gummi, die leider nicht magnetisch an der Tastatur haftet und sich relativ leicht verschieben lässt.
Vier zusätzliche Tastenkappen – drei davon durchsichtig – liegen ebenfalls bei. Die vierte Keycap dient dazu, die vorinstallierte Menü-Taste mit Copilot-Aufdruck bei Bedarf gegen eine reguläre Ctrl-Tastenkappe (Strg) auszutauschen. Kurzanleitung und Sticker-Set runden das Paket ab.
Design
Mit ihrem 96-Prozent-Format misst die ROG Azoth 96 HE 382 x 42 x 136 mm und bringt etwa 1,37 kg auf die Waage. Die obere Hälfte des Gehäuses ist aus Aluminium, welches ihr Robustheit verleiht. Für den hohen Preis hätten wir hier definitiv ein Vollaluminiumgehäuse erwartet. Farblich bleibt es beim Gehäuse und den Tasten bei Grau und Schwarz. Letztere kommen aufgrund der RGB-Beleuchtung mit lichtdurchlässiger Beschriftung. Der OLED-Touchscreen samt Kontrollknopf befindet sich über dem Numpad. Die Verarbeitung ist makellos. Auch bei genauerer Inspektion finden wir keine Schönheitsfehler am Metall oder dem Plastik. Alles sitzt fest, nichts klappert.
ROG Azoth 96 HE – Bilder
Im Vergleich zu einer 100-Prozent-Tastatur ist die Azoth 96 HE etwas kompakter. Das liegt daran, dass selten genutzte Tasten wie Rollen, Einfg und Pos 1 entfernt und das Numpad sowie die Pfeiltasten zusammengerückt wurden. Die Funktionen der nun fehlenden Tasten erreicht man weiterhin per Fn-Ebene.
Ausstattung
Als kabellose Gaming-Tastatur verbindet sich die Asus ROG Azoth 96 HE per 2,4-GHz-Funk, Bluetooth und per USB-C-Kabel mit dem PC. Dabei hat sie eine Abtastrate von 8000 Hz, die was für eine äußerst niedrige Latenz sorgt. Im Gegensatz zu vielen anderen Tastaturen mit einer so hohen Abtastrate verwendet die Azoth 96 HE einen ausgeklügelten Stromsparmodus, bei dem jede Taste nur dann mit einer Abtastrate von 8000 Hz arbeitet, wenn sie gedrückt wird, und ansonsten auf 250 Hz zurückfällt. Wer lieber permanent 8000 Hz haben möchte, kann das in der Web-App festlegen.
In Kombination mit weiteren Stromsparanpassungen hat der Akku der Gaming-Tastatur eine beachtliche Laufzeit. Nach über zwei Tagen im täglichen Einsatz bei der Arbeit und abends beim Zocken hat der Akku immer noch 93 Prozent Ladung. Nach etwa fünf Tagen sind es noch 65 Prozent. Hier hängt es natürlich davon ab, wie stark die Beleuchtung der Tasten und des Touchdisplays eingestellt ist. Wir nutzen beides mit 50 Prozent Helligkeit.
Bei den Switches handelt es sich um ROG HFX V2 mit Hall-Effect-Technologie und einer Initialbetätigungskraft von 32 gf und einer Gesamtbetätigungskraft von 49 gf. Der Betätigungspunkt ist zwischen 0,1 mm und 3,5 mm vollständig anpassbar – sowohl über das Keyboard direkt als auch per Web-App. Die Tastenkappen sind aus PBT-Plastik im Doubleshot-Verfahren hergestellt, was sie robuster und griffiger macht als günstigere ABS-Alternativen. Da die Tastatur einen Windows- und einen Mac-Modus hat, sind auch die Tasten mit spezifischen Icons beider Betriebssysteme versehen.
Das OLED-Display kann per Touch gesteuert werden und wartet mit kräftigen Farben auf. Einen Screensaver oder separaten Timer, damit der Bildschirm abdunkelt oder ganz ausschaltet, gibt es leider nicht. Wir hoffen, dass das noch per Software-Update nachgereicht wird. Aktuell schaltet der Bildschirm nur dann aus, wenn auch die Tastatur in den Sleep-Modus wechselt.
Software
Anstatt der lokalen App Armoury Crate, wie sie bei älteren Produkten noch Verwendung findet, kommt bei der Azoth 96 HE die Web-App Gearlink zum Einsatz. Damit muss keine zusätzliche Software installiert werden und die Einstellungen sind Betriebssystem-übergreifend verfügbar. Die Verbindung mit der Tastatur funktioniert einwandfrei, sowohl per Kabel als auch über den Funkreceiver.
Neben Firmware-Updates für Receiver und Keyboard hält das Web-Tool auch Einstellungsmöglichkeiten für die Tastenbelegung, die Hall-Effect-Eigenschaften und die Beleuchtung bereit. Für die Tastenbelegung stehen die gängigen Funktionen wie Mediasteuerung, Mausklicks, Dynamic Keystroke, Toggle Trigger und Mod Tap parat. Makros kann man zwar über Gearlink aufzeichnen, wie man sie anschließend per Web-App auf die Tasten legt, konnten wir nicht herausfinden. Generell fehlt uns in der App das ein oder andere Tooltip für eine bessere Erklärung der verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten.
In 0,01er-Schritten legt man den Betätigungspunkt der Switches global oder nur für einzelne Tasten fest und auch die Deadzone ist anpassbar. Standardfeatures wie Rapid Trigger und Speed Tap kann man ebenfalls hinzuschalten und konfigurieren.
ROG Azoth 96 HE – Bilder App
Die Beleuchtungseinstellungen bieten wenig Überraschendes. Insgesamt 10 verschiedene Effekte stehen zur Auswahl und lassen sich in Geschwindigkeit, Farbe und Helligkeit anpassen. Je nach Effekt kommen auch Ausrichtung und die Breite, also ob der Effekt die ganze Tastatur oder nur einen Teil gleichzeitig mit Farbe befüllt, hinzu.
Einstellungen für das OLED-Touchdisplay beinhalten verschiedene Hintergrundbilder und Animationen – eigene Elemente hochladen ist ebenfalls möglich. Auch, welche Informationen das Display anzeigen soll, stellt man hier ein. Uns hat hier die Anzeige der Tastenanschläge pro Sekunde gut gefallen. Selbstverständlich gibt es auch einen Musik-Modus sowie eine Datumsanzeige. Mit dem Kontrollknopf navigiert man durch verschiedene On-Board-Funktionen der Tastatur. Per App lassen sich auch individuelle Aktionen, losgelöst von den Voreinstellungen, auf die einzelnen Bedienelemente des Kontrollknopfs legen.
Im Großen und Ganzen liefert die App eine gute Auswahl an nützlichen Einstellungsmöglichkeiten, gerade erklärungsbedürftigen Funktionen fehlt es aber an Tooltips. Hier hoffen wir, dass zukünftige Updates die Benutzerfreundlichkeit verbessern.
Tippgefühl
Für das Schreiberlebnis hat die Asus ROG Azoth 96 HE das volle Programm der Soundoptimierung spendiert bekommen. Zusätzlich zu den Silikondichtungen kleiden mehrere Lagen sound- und vibrationsdämpfende Materialien wie Poron-Schaumstoff, ein Poron-Pad, ein IXPE-Switch-Pad und ein Silikon-Pad das Innere der Tastatur aus.
Beim Tippen liefert die Azoth 96 HE einen präzisen Thock-Sound ab, der dank erwähnter Dämpfungsmaßnahmen klar und prägnant ertönt. Weder Kratzen, Hallen noch Pings machen sich beim Tippen bemerkbar. Auch die Stabilisatoren der Enter- und Leertaste leisten hier ganze Arbeit und verhindern das gerne mal hohl klingende und hallende Zurückschnalzen der größeren Tasten.
Beim Zocken machen sich hingegen die 8000 Hz bemerkbar, die in Kombination mit den magnetischen Hall-Effect-Switches für schnelle und präzise Tastenanschläge sorgen.
Preis
Die UVP der Asus ROG Azoth 96 HE liegt bei 399 Euro. Aktuell kostet sie 351 Euro.
Fazit
Die Asus ROG Azoth 96 HE überzeugt mit einem unglaublich ergiebigen Akku, einer hervorragenden Verarbeitung und einem OLED-Touchdisplay, das mit kräftigen Farben aufwartet. Nützliche Funktionen, auf die entweder per Web-App oder über die Steuerung per Kontrollknopf direkt am Keyboard zugegriffen wird, bereichern die Tastatur ungemein. Beim Zocken fühlen sich Tasteneingaben knackig und präzise an, was nicht zuletzt an der 8000-Hz-Abtastrate und den fein justierbaren Hall-Effect-Switches liegt.
Dem gegenüber steht die sehr hohe UVP von 399 Euro, die aus der Gaming-Tastatur ein Enthusiasten-Produkt macht. Für den Preis bekommt man zudem ein nur teilweise aus Aluminium bestehendes Gehäuse. Das ändert zwar alles nichts daran, dass die Azoth 96 HE eine super gelungene, mit Features nur so vollgestopfte Tastatur ist, dürfte für die meisten aber ein klares Ausschlusskriterium beim nächsten Tastaturkauf sein.
Royal Kludge RK84 75% Wireless
Die Royal Kludge RK84 75% Wireless liefert ein erstaunlich umfassendes Gesamtpaket für ihre Preiskategorie. Ob sie wirklich rundum überzeugt, zeigt der Test.
- günstig
- drei Verbindungsmodi
- hot swappable
- zusätzlicher USB-Anschluss
- halb gare Software
- günstige ABS-Tasten
Gaming-Tastatur Royal Kludge RK84 75% Wireless im Test: günstig, mechanisch, gut
Die Royal Kludge RK84 75% Wireless liefert ein erstaunlich umfassendes Gesamtpaket für ihre Preiskategorie. Ob sie wirklich rundum überzeugt, zeigt der Test.
Royal Kludge hat sich als Anbieter preiswerter mechanischer Keyboards etabliert und bringt mit der RK84 75% Wireless eine kompakte all-round Gaming-Tastatur an den Start. Features wie Hot Swapping, mehrere Verbindungsmodi, programmierbare Tasten und pass-through USB-Ports am Keyboard sollen dabei die Peripherie von der Konkurrenz aus dem Budget-Tastaturen-Markt abheben. Inwiefern das gelingt, erklären wir im Test.
Lieferumfang
Die Royal Kludge RK84 75% kommt mit USB-C-auf-USB-C-Kabel, vier Ersatzswitches und einem 2-in-1 Tastenkappen- und Switch-Puller. Am Kabel befestigt ist zudem ein USB-A-Adapter, damit die Tastatur auch an PCs Anschluss findet, die nur über USB-A-Ports verfügen. Auch eine Betriebsanleitung ist im Paket inkludiert.
Der Rahmen der RK84 75% Wireless ist abnehmbar und löst sich, indem man von unten dagegen drückt. Anstatt fest verbauter Füßchen entschied man sich hier für die magnetisch anbringbare bzw. abnehmbare Variante. Leider gibt es keine Möglichkeit, diese in der Tastatur zu verstauen. Anders sieht es da beim Funk-Dongle aus. Für diesen gibt es eine Aussparung auf der Rückseite der Tastatur, in der er Platz findet. So besteht keine Gefahr, dass er leicht abhandenkommt.
Design
Die Royal Kludge RK84 75% Wireless kommt in zwei Farbvarianten – Schwarz und Weiß – daher. Als 75-Prozent-Tastatur fehlt ihr das Numpad und der Block an Funktionstasten ist vertikal neben Enter- und Pfeiltasten angeordnet.
Beim Rahmen hat man auf Magnete verzichtet, wodurch sich das Abnehmen beinahe so anfühlt, als würde man die Tastatur auseinanderreißen. Das ist verwunderlich, da bereits bei den Füßen und dem Funk-Dongle Magnete zum Einsatz kamen.
Royal Kludge RK84 75% Wireless – Bilder
Das Gehäuse der Tastatur ist vollständig aus Plastik, was bei dem Preis aber normal ist. Die Tasten sind Double-Shot und aus günstigerem ABS-Plastik, was dazu führt, dass sie sich glatter beziehungsweise weicher anfühlen als das PBT-Pendant.
Auf der Rückseite des Keyboards befinden sich zwei Schalter – zum Ein- und Ausschalten der Tastatur und um zwischen dem Bluetooth- und Funkmodus zu wechseln.
Die zwei pass-through USB-A-Ports, die neben dem USB-C-Port platziert sind, erlauben es etwa weitere Peripherien anzuschließen, um sie am PC zu verwenden oder nur zu laden. Dafür muss die Tastatur jedoch im kabelgebundenen Modus sein. Während unseres Tests funktionierten nicht alle Geräte, die wir über die pass-through Ports angeschlossen hatten. Eine Razer-Maus funktionierte auf Anhieb problemlos, wohingegen eine Logitech-Maus nach dem Anschließen nicht ansprang. Leider ist es nicht ganz ersichtlich, welchen Datendurchsatz die pass-through USB-Ports haben, da man auch auf der Seite von Royal Kludge nicht näher auf deren Spezifikationen eingeht.
Inbetriebnahme
Die Royal Kludge RK84 75% Wireless ist theoretisch direkt nach dem Auspacken einsatzbereit. Man schließt sie entweder per Kabel an den PC, verwendet das Keyboard im Wireless-Mode per Funk-Receiver, der an einem USB-A-Port am PC Platz findet, oder wechselt in den Bluetooth-Modus.
Möchte man mehr aus seiner Tastatur herausholen, kommt man um die Royal Kludge Software nicht herum. Etwas verwirrend: Der angegebene Link in der Betriebsanleitung führt ins Leere, jedoch findet man die Download-Seite relativ schnell, wenn man eigenständig danach sucht.
Viel nerviger ist jedoch, dass nachdem man die Software heruntergeladen und installiert hat, diese direkt ein Update parat hat und es extremst langsam downloadet. In unserem Test hat es ganze 10 Minuten gedauert, bis der Download abgeschlossen war, und das bei einer 1 GBit-Leitung. Neben einem deutlich schnelleren Download wäre hier vor allem wünschenswert, dass die auf der Website zur Verfügung stehende Software immer die aktuellste Version darstellt.
Software
Von den niedrig auflösenden Icons bis hin zum rigiden Menü – die Royal-Kludge-App hat definitiv einen gewissen DIY-Charme. Das tut jedoch der Funktionalität zum Großteil keinen Abbruch. Zudem haben viele Keyboards in diesem Preissektor gar keine Software am Start.
Die App hat vier verschiedene Menüs, wobei zwei davon den RGB-Einstellungen gewidmet sind. Unter Profile passt man die Tastenbelegung des Keyboards an und kann dafür gleich mehrere von ihnen einrichten. Über die abgebildete Tastatur legt man neue Funktionen auf die gewünschten Tasten. Zur Wahl stehen Makros, Tastenkombinationen, einzelne Tasten sowie Windows-Programme und Media-Controls.
Insgesamt 21 unterschiedliche RGB-Effekte gibt es, die zumindest ein Stück weit individualisierbar sind. Das beschränkt sich auf Helligkeit, Geschwindigkeit und Farbe der LEDs. Zusätzlich zu den 21 Effekten gibt es im eigenständigen Menü Custom Lights acht weitere RGB-Settings, bei denen uns aber nicht ganz klar ist, warum man sie ausgelagert hat, da sie sich nicht wirklich von den anderen 21 unterscheiden und schlimmer noch – die Animationen dieser Custom Lights sind sehr abgehackt. Daran änderte auch das Anpassen der Animationsgeschwindigkeit nichts.
So tippt es sich auf der Royal Kludge RK84 75% Wireless
Die RK84 75% Wireless gibt es mit linear (red), clicky (blue) und tactile (brown) Switches. In unserem Exemplar sind taktile Schalter verbaut. Drückt man die Taste, erreicht man nach 2 mm einen Hubbel, den es zu überwinden gilt, damit sie anschlägt. Das bedeutet allerdings auch, dass sie eine höhere Betätigungskraft (55 g) benötigt, als etwa Tasten mit linearen Switches. Möchte man die Tastatur hauptsächlich zum Zocken verwenden, sollte man daher auf lineare Schalter zurückgreifen, da sie durch die geringere Betätigungskraft schneller aktivieren.
Für ein Keyboard dieser Preisklasse schreibt es sich auf der RK84 ziemlich rund und mit erstaunlich wenig Hall. Von der Lautstärke her verhalten sich die bei uns verwendeten braunen Schalter wie erwartet, da in der Tastatur keine speziellen Dämpfungsmaterialien verbaut sind. Hier gilt: Wer sich Büro oder Gaming-Zimmer mit anderen Personen teilt, sollte lieber aufgrund der Lautstärke zu den linearen Schaltern greifen.
Preis
Die Royal Kludge RK84 75% Wireless ist auf der Website von Royal Kludge für 62 Euro im ISO-DE-Layout erhältlich (Code heiseBestenlisten). Auf Amazon kostet die Tastatur aktuell 64 Euro.
Fazit
Mit der Royal Kludge RK84 75% Wireless holt man sich eine durchaus kompetente und vor allem günstige Hot-Swap-Tastatur ins Haus, bei der man das kleinere Budget an manchen Ecken und Kanten merkt. Abgesehen von den günstigeren ABS-Tasten ist es vor allem die Software, die an manchen Stellen etwas nervig und umständlich im Umgang ist. Da sie am Ende des Tages jedoch tut, was sie soll und das mit einer Ausnahme auch sehr zuverlässig, fällt die Kritik nicht so stark ins Gewicht.
Es ist generell erstaunlich, was man für den Preis mit der RK84 75% Wireless bekommt: Hot-Swapping, Pass-Through-USB, mehrere Verbindungsmöglichkeiten und eine dedizierte Software in Kombination mit einer für den Preisbereich soliden Verarbeitung.
Wenn man mit den Abstrichen einer Budget-Tastatur leben kann, dann bekommt man mit der Royal Kludge RK84 75% eine günstige mechanische Tastatur, die in einzelnen Bereichen durchaus auch mit teureren Konkurrenzprodukten mithalten kann.
Monsgeek M1 V5 TMR
Die Monsgeek M1 V5 TMR kann dank Sensoren und des magnetischen Tunnelwiderstands deutlich präziser und schneller reagieren als andere Tastaturen.
- hochwertige Verarbeitung
- hervorragendes Tippgefühl
- praktische Web-App
- Hot-Swapping mit magnetischen und mechanischen Switches
- teuer
- Modi-Schalter liegt unter der Caps-Lock-Taste
Monsgeek M1 V5 TMR im Test: Gaming-Tastatur mit magnetischem Tunnelwiderstand
Die Monsgeek M1 V5 TMR kann dank Sensoren und des magnetischen Tunnelwiderstands deutlich präziser und schneller reagieren als andere Tastaturen.
Die Monsgeek M1 V5 TMR bedient sich des Effekts des magnetischen Tunnelwiderstands, und stellt bereits kleinste Veränderungen des Widerstands im Magnetfeld fest. Dadurch soll sie noch schneller, noch präziser und noch zuverlässiger arbeiten als herkömmliche Hall-Effect-Tastaturen. Wir haben die Peripherie getestet und berichten. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Mit der Monsgeek M1 V5 TMR kommen ein USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel und ein 2,4-GHz-Funkdongle für die drahtlose sowie kabelgebundene Verbindung zum PC. Zum Austauschen der Tastenkappen und Switches liegen außerdem Keycap- und Switch-Puller bei. Ein Staubschutz aus Kunststoff sowie eine Kurzanleitung komplettieren das Paket.
Design
Die Monsgeek M1 V5 TMR sieht so gar nicht nach Gaming aus. Würden die (wahlweise) bunt leuchtenden RGBs nicht zwischen den Tasten hervorblitzen, könnte man sie auf den ersten Blick für eine reine Office-Tastatur halten. Ein massiver, rau texturierter Aluminium-Block umschließt die Tasten. Oben rechts thront zudem ein ebenfalls aus Aluminium gefertigter Drehknopf.
Die Tastenkappen der 75-Prozent-Tastatur geben sich in Schwarz und Grau mit einer weißen, gut leserlichen Beschriftung. Sie sind nicht lichtdurchlässig, weswegen die RGB-Beleuchtung nur dezent zwischen den Tasten hervorleuchtet.
Monsgeek M1 V5 TMR – Bilder
Auf der Rückseite der M1 V5 TMR befinden sich vier dünne Gummistreifen, die der Tastatur perfekten Halt auf dem Schreibtisch geben. Sehr unpraktisch ist, dass der Schalter, um zwischen kabellosem und USB-Modus zu wechseln, nicht am Gehäuse, sondern unter der Feststelltaste versteckt ist. Möchte man zwischen den Modi wechseln, muss man dafür jedes Mal die Tastenkappe vorher entfernen. Die fehlende Möglichkeit, den Funkdongle am Gehäuse zu verstauen, ist ebenfalls unpraktisch
Dafür kann sich die Verarbeitung aber mehr als sehen lassen: Die leicht raue Oberfläche des Aluminiums gefällt und verleiht der Tastatur vor allem bei Sonneneinstrahlung ein leichtes Glitzern. Schönheitsfehler können wir auf dem Keyboard keine finden. Die Tasten sitzen zudem alle sauber und gleichmäßig auf den Switches. Insgesamt wirkt die Monsgeek M1 V5 TMR äußerst hochwertig.
Ausstattung
Das Keyboard ist in der Lage, auf drei Wegen mit dem PC zu verbinden: per USB-Kabel, per 2,4-GHz-Funkdongle und via Bluetooth (5.0). Unter Windows 11 bemerken wir keine wirkliche Verzögerung im Funkmodus, wählen zum Zocken aber dennoch immer die Verbindung via Kabel. Auf die 8000-Hz-Abtastrate kann die M1 V5 TMR sowohl per USB als auch per Funk zugreifen. Über den Modi-Schalter wechselt man zudem zwischen Windows- und Mac-Tastenlayout.
Etwas irreführend ist die beworbene Scanrate von 32.000 Hz. Diese ist nämlich nur für die ANSI-Version (amerikanisches Tastenlayout) der M1 V5 TMR verfügbar. Das ISO-Modell arbeitet mit maximal 16.000 Hz, was jedoch nicht wirklich aus der Produktseite hervorgeht. Die Höhe der Scanrate legt fest, wie häufig das Keyboard Tastenzustände pro Sekunde registriert – 16.000 Mal im Falle der Monsgeek. Die Abtastrate (hier maximal 8000 Hz) sagt hingegen aus, wie häufig die Tastatur pro Sekunde mit dem PC kommuniziert.
Als TMR-Tastatur (Tunnel Magnetoresistance) misst die Monsgeek M1 V5 TMR über extrem sensible Sensoren auf der Platine noch so kleine Widerstandsveränderungen im Magnetfeld und bei der Betätigung einer Taste. Das bringt vor allem mit sich, dass sie so viel schneller (unter 0,2 ms) und viel präziser reagieren kann. Die auf Deutsch magnetischer Tunnelwiderstand genannte Technologie ist zudem noch etwas stromsparender als herkömmliche magnetische Hall-Effect-Tastaturen.
Davon profitiert letztendlich der 8000-mAh-Akku, der die Tastatur kabellos mit Strom versorgt. Während unseres Tests stand der Akku selbst mit eingeschalteten LEDs auch nach fünf Stunden noch bei 100 Prozent. Wir verwenden die Peripherie aufgrund des nervig platzierten Modi-Schalters allerdings hauptsächlich mit Kabel, weswegen wir hier keine Langzeitangaben machen können. Wer die Tastatur hauptsächlich zum Zocken verwendet, sollte im Idealfall ohnehin direkt zum Kabel greifen.
Die 75-Prozent-Tastatur misst 333 × 32,6 × 146 mm und wiegt in etwa 1,88 kg.
Software
Die M1 V5 TMR konfiguriert man über die Monsgeek-Web-App per Browser. Das geht sowohl mit als auch ohne angeschlossenes Kabel. Die Software macht auf den ersten Blick einen übersichtlich gestalteten Eindruck. Die Einstellungsmöglichkeiten beinhalten erwartungsgemäß die Tastenbelegung, die Auslösepunkte der Switches sowie die RGB-Beleuchtung.
Neben Media-Funktionen wie Pause/Play kann man auch Makros auf die Tasten legen. Diese lassen sich zuvor im integrierten Makro-Editor aufzeichnen. Für den Drehknopf kann man indes die Linksdrehung, Rechtsdrehung und das Drücken des Knopfes konfigurieren und hat dabei die gleiche Auswahl an Funktionen wie bei den regulären Tasten.
Insgesamt gibt es 23 verschiedene vorkonfigurierte Leuchteffekte, die man hauptsächlich in Bezug auf Geschwindigkeit und Helligkeit anpasst – wenn gewünscht. Wer mag, kann auch eigene Farbkombinationen kreieren und auf der Tastatur abspeichern, dann aber ohne speziellen Effekt.
Für die magnetischen Switches stehen die vertrauten Funktionen Rapid-Trigger, Mod-Tap, Dynamic-Keystroke und Snap-Tap bereit. So ermöglicht Dynamic-Keystroke etwa, dass vier unterschiedliche Aktionen bei vier unterschiedlichen Betätigungspunkten ausgelöst werden. Die Betätigungspunkte der einzelnen Switches sind zudem im Rahmen von 0,1 mm bis 3,3 mm individuell anpassbar.
Tippgefühl
Die Kombination aus den linearen Astroaim-Magnetic-Switches sowie den klangoptimierenden Maßnahmen, die Monsgeek hier getroffen hat, verleiht der Tastatur einen prägnanten Thock-Klang beim Tastenanschlag. Poron-Schaumstoff unten im Gehäuse sowie Poron-Plattenschaum unmittelbar über dem IXPE-Switch-Pad reduzieren ungewollte Geräusche wie Hall beim Anschlagen der Tasten. Die Tastenkappen aus PBT-Kunststoff im Double-Shot-Verfahren fühlen sich derweil super griffig und robust an.
Beim Zocken ist die Tastatur – wie beworben – äußerst präzise, schnell und zuverlässig. Die individuell eingestellten Betätigungspunkte fühlen sich während unseres Tests zudem nicht schwammig an. Einen drastischen Unterschied zu regulären HE-Tastaturen können wir aber dann doch nicht feststellen.
Die M1 V5 TMR unterstützt Hot-Swapping sowohl mit magnetischen als auch mit rein mechanischen Switches, wodurch sie natürlich unglaublich viel Flexibilität bietet.
Preis
Bei Akko kostet die Monsgeek M1 V5 TMR aktuell 182 Euro. Die UVP liegt bei 214 Euro.
Fazit
Die Monsgeek M1 V5 TMR glänzt mit einer hervorragenden Verarbeitung, einem hochwertigen Look und vielen Anpassungsmöglichkeiten via Web-App. Außerdem bietet sie einen ganzen Haufen starker Technologie: Als TMR-Tastatur profitiert man mit ihr von den individuell anpassbaren Switches und den damit einhergehenden Zusatzfunktionen durch die Software. Allerdings bieten diese auch die meisten regulären Hall-Effect-Tastaturen. Eine zumindest für uns merklich spürbare Leistungsverbesserung im Vergleich zu HE-Keyboards gab es nicht.
Sehr praktisch ist hingegen die Möglichkeit, auch jederzeit auf rein mechanische oder andere magnetische Switches ausweichen zu können, da das Keyboard Hot-Swapping unterstützt.
Neben dem Preis dürfte vor allem der unheimlich nervig platzierte Verbindungsmodus-Schalter stören, für den man jedes Mal die Tastenkappe der Feststelltaste entfernen muss.
Wer bereits eine Hall-Effect-Tastatur sein Eigen nennt und mit dieser zufrieden ist, braucht den Umstieg auf die Monsgeek M1 V5 TMR nicht unbedingt zu wagen. Alle anderen, die auf der Suche nach einer kompetenten und hochwertigen Tastatur mit starker Technik sind, können hier zuschlagen.
Logitech G Pro X TKL Rapid
Die Logitech G Pro X TKL Rapid ist die erste magnetisch-mechanische Tastatur des Peripherie-Herstellers und besticht neben den anpassbaren Auslösepunkten der Switches auch mit einer guten Software. Ob das Gesamtpaket überzeugt, zeigt der Test.
- astreine RGB-Einstellungsmöglichkeiten
- kompetente Software
- gute Verarbeitung
- Tasten ohne Beleuchtung nicht lesbar
Logitech G Pro X TKL Rapid Gaming-Tastatur im Test – magnetisch, mechanisch, gut
Die Logitech G Pro X TKL Rapid ist die erste magnetisch-mechanische Tastatur des Peripherie-Herstellers und besticht neben den anpassbaren Auslösepunkten der Switches auch mit einer guten Software. Ob das Gesamtpaket überzeugt, zeigt der Test.
Auch Logitech wagt sich jetzt mit der G Pro X TKL Rapid an die Sparte der magnetisch-mechanischen Gaming-Tastaturen heran. Im Vergleich zu regulären mechanischen Keyboards bestechen diese vor allem durch den individuell anpassbaren Auslösepunkt, der gerade beim Zocken hilfreich ist. In der Vergangenheit gerne mal als Cheating verteufelt, ermöglicht die Technologie in erster Linie präzisere Bewegungen und schnellere Tasteneingaben, die natürlich bei kompetitiven Games wie Counter-Strike, Valorant oder Fortnite sehr vorteilhaft sind.
Wie es sich für ein Logitech-Produkt gehört, darf auch bei der G Pro X TKL Rapid die G-Hub-Integration nicht fehlen, über die man die meisten Funktionen der Tastatur steuert. Inwiefern das Keyboard davon profitiert, erklären wir in unserem Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Die Logitech G Pro X TKL Rapid kommt in überschaubarem Umfang daher. Öffnet man das Paket, blickt man auf die Tastatur samt USB-A-auf-USB-C-Verbindungskabel, und das war’s auch schon.
Design
Die Tastatur ist in schlichtem Schwarz gehalten, wobei das Tastenfeld von einem dünnen metallischen Rahmen umzogen ist. Der Rest des Keyboards ist jedoch aus Plastik. Über den F-Tasten befinden sich Media-Control-Buttons sowie ein Scrollrad. Zudem gibt es einen dedizierten Knopf, um die Helligkeit der Beleuchtung stufenweise zu regulieren und einen Button, um den Game-Mode ein- bzw. auszuschalten. Alles in allem fühlt sich die Tastatur sehr robust an. Alternativ gibt es das Keyboard auch in Weiß oder Pink.
Wie es sich für eine Gaming-Tastatur gehört, setzt man hier auf einen platzsparenden Formfaktor, nämlich dem beliebten Tenkeyless-Design, bei dem das Numpad fehlt. Alle übrig gebliebenen Tasten sind mit RGB-Beleuchtung ausgestattet, welche individuell einstellbar ist.
Logitech G Pro X TKL Rapid im Test – Bilder
Man hat sich bei der Logitech Pro X TKL Rapid für das Double-Shot-Verfahren entschieden und auf eine transparente Beschriftung der PBT-Tastenkappen gesetzt. Dadurch kommt die RGB-Beleuchtung zwar hervorragend zur Geltung, ist diese jedoch deaktiviert, ist die Beschriftung der Tasten nicht mehr lesbar.
Das Keyboard ist mit analog-magnetischen Hall-Effect-Schaltern ausgestattet, welche vor allem in Kombination mit der Software ihre Magie wirken.
Inbetriebnahme
Wirft man einen Blick in die Verpackung der Pro X TKL Rapid, bekommt man in zwei Bildern erklärt, wie man die Tastatur das erste Mal in Betrieb nimmt. Schritt 1: Die Tastatur mit dem Kabel am PC verbinden. Schritt 2: Die Software G-Hub herunterladen und installieren. Anschließend ist die Tastatur einsatzbereit.
Software
Hinter G-Hub verbirgt sich die zentrale Software, die alle Logitech-Produkte steuert. Wenn man das Programm bereits mit anderen Peripherien des Herstellers verwendet, findet man sich sofort zurecht. Da die Menüs aber sehr einfach gehalten und verständlich aufgebaut sind, dürften auch Unerfahrene keine Probleme mit der App haben. Für jedes Menü gibt es zudem eine Kurzübersicht mit zusätzlichen Tutorialvideos, die einen an die verschiedenen Features heranführen.
Die Beleuchtungseffekte sind vielfältig und die Einstellungsmöglichkeiten beeindruckend granular. Vom Auswählen vordefinierter bis hin zum Erstellen eigener Effekte ist hier alles drin, was man braucht. Das geht sogar so weit, dass man wahlweise jeden einzelnen Frame der RGB-Animation konfiguriert. Da jede App ein eigenes Profil im G-Hub erhält, spricht auch nichts dagegen, spielespezifische Beleuchtungseffekte einzurichten.
Erwartungsgemäß ermöglicht G-Hub auch, Tasten neu zu belegen, Macros einzurichten und sogar programmspezifische Aktionen auf bestimmte Tasten zu legen. Mit G Shift eröffnet sich zu der Fn-, Shift- und STRG-Taste eine zusätzliche Ebene, deren Betätigung man etwa auf den Button einer Logitech-Maus legt. Im Game-Mode legt man fest, ob und welche Tasten deaktiviert werden, wenn man den Button auf der Tastatur drückt. Das kann etwa nützlich sein, wenn man während hitziger Gefechte aus Versehen auf bestimmte Tasten kommt.
Logitech G Pro X TKL Rapid im Test – Bilder App
Wie auch bei anderen Tastaturen mit magnetischen Schaltern passt man Betätigungspunkt und Rapid-Trigger-Sensibilität wahlweise für jeden Switch einzeln an oder direkt für alle Tasten des Keyboards gleichzeitig. Außerdem spannend: Mit der Funktion Key Priority legt man fest, welche von zwei im Vorfeld definierten Tasten die Tastatur zuerst registrieren soll. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel, der am weitesten gedrückten Taste die Priorität zu geben. Das Tool warnt jedoch davor, dass die Technologie in bestimmten Spielen verboten ist und man somit auf eigene Gefahr hin handelt.
Über den Onboard-Speicher der Tastatur greift man jederzeit auf die hinterlegten Einstellungen zu. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Tastatur nicht nur am heimischen Rechner Verwendung findet.
So tippt es sich auf der Logitech G Pro X TKL Rapid
Wer bereits auf einer magnetisch-mechanischen Tastatur geschrieben hat, für den bringt die Pro X TKL Rapid keine neue Offenbarung. Mit den linearen Schaltern tippt es sich einwandfrei und das Geräuschprofil lässt sich am besten als angenehmes Klackern beschreiben. Wer ein taktiles Feedback sucht, der muss zur regulären Logitech Pro X TKL ohne magnetische Schalter greifen oder bei anderen Herstellern fündig werden, verzichtet dann aber logischerweise auf die Vorzüge der Hall-Effect-Technologie.
Preis
Die UVP der Logitech G Pro X TKL Rapid liegt bei 189 Euro, sie ist aber derzeit für 120 Euro erhältlich.
Fazit
Die Logitech G Pro X TKL Rapid richtet sich mit ihrem Design und ihren Funktionen in erster Linie an Zocker und gerade die holen am meisten aus der magnetisch-mechanischen Tastatur heraus – egal, ob aufgrund der individuellen Beleuchtungsprofile oder den Vorteilen, die die unterschiedlichen Betätigungspunkte beim Zocken verschaffen.
Positiv fällt im Gesamtpaket vor allem die Software G-Hub auf, die neben einer übersichtlichen Menüführung vor allem durch ihre RGB-Settings besticht. Die Einstellungsmöglichkeiten in Bezug auf die magnetischen Switches entsprechen mehr oder weniger dem Standard, mit Ausnahme der Key Priority. Die Tastatur ist solide verarbeitet, man greift dabei allerdings auf ein reines Plastikgehäuse zurück.
Insgesamt gibt es wenig an der Logitech G Pro X TKL Rapid auszusetzen. Der Funktionsumfang überzeugt, die magnetischen Switches tun, was sie sollen, und auch der Preis ist angenehm. Man bekommt hier ein gutes Gesamtpaket, das seine Stärken vor allem aus den Synergien mit der Software zieht. Es macht wenig Sinn, das Keyboard zu kaufen, wenn man nicht von den magnetischen Schaltern Gebrauch macht – da gibt es günstigere Alternativen. Ansonsten bekommt man mit der Logitech G Pro X TKL Rapid eine sehr gute magnetisch-mechanische Tastatur für unter 200 Euro.
Dark Project Alu81a Terra Nova
Die mechanische Gaming-Tastatur Dark Project Alu81a Terra Nova fühlt sich wie eine hochwertige Gusseisenpfanne an. Auch das Weltall-Design ist äußerst schick.
- hochwertiger Look
- Gehäuse aus Aluminiumguss
- Software mit vielen Einstellungsmöglichkeiten
- grandioses Tippgefühl
- Firmware-Update ist umständlich
- Funkverbindung erst nach erneutem Pairing zuverlässig
Dark Project Alu81a Terra Nova im Test: Mechanische Tastatur mit Alugussgehäuse
Die mechanische Gaming-Tastatur Dark Project Alu81a Terra Nova fühlt sich wie eine hochwertige Gusseisenpfanne an. Auch das Weltall-Design ist äußerst schick.
Die Dark Project Alu81a Terra Nova sticht sofort ins Auge, denn dem 75-Prozent-Keyboard wurde ein Gehäuse aus Aluminiumguss spendiert. Das wirkt nicht nur unglaublich wertig, sondern fühlt sich auch hervorragend an. Wie es um den Rest des Gesamtpakets bestellt ist, zeigen wir im Test. Die Tastatur hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Zur Tastatur gibt es ein 1,8 m langes, stoffummanteltes Verbindungskabel mit USB-A-zu-USB-C-Konnektoren. Für den kabellosen 2,4-GHz-Funkmodus liegt ein Funk-Receiver bei. Neben vier Ersatz-Switches gibt es ein 2-in-1-Werkzeug, um Keycaps und Switches bei Bedarf zu entfernen und auszutauschen. Ungewöhnlich sind die zusätzlichen neun Tastenkappen-Sets für Sonderzeichen anderer Sprachen. Ersatzteile kommen außerdem in Form von vier extra Gummifüßen und vier Ersatzschrauben. Ein Staubschutz für das Keyboard ist ebenfalls enthalten.
Design
Eins ist sofort klar: Die Dark Project Alu81a Terra Nova ist unheimlich stylish. Die Tastatur ist sowohl in Schwarz als auch in Weiß erhältlich. In beiden Fällen zieren Skizzenzeichnungen der Erde und anderer Planeten einige der Tasten und erzeugen ein stimmiges Gesamtbild. Das Gehäuse aus Aluminiumguss hat eine Textur, die der einer Gusseisenpfanne nahekommt. Auf der Rückseite sind weitere planetarische Skizzen eingraviert. Schade ist, dass es keine höhenverstellbaren Standfüße gibt. Stattdessen hat die Tastatur vier Gummifüße, die sie rutschfest machen.
Am oberen Rand der Tastatur befinden sich der USB-C-Port sowie zwei Schalter. Der Schalter links neben dem Port wechselt zwischen den Verbindungsmodi, während der Schalter rechts neben dem Port zwischen Layer (Ebene) 1 und 2 der Tastenbelegung wechselt.
Dark Project Alu81a Terra Nova – Bilder
Die Alu81a Terra Nova ist mit LEDs ausgestattet, deren Farben gut zur Geltung kommen. Dazu trägt vorwiegend die transparente Beschriftung der Keycaps bei, durch die die Farben scheinen können.
Generell lässt die Verarbeitung der 1,5 kg schweren Tastatur kaum Wünsche übrig. Alles ist sauber verarbeitet und sitzt fest. Der 75-Prozent-Formfaktor balanciert zudem die Wuchtigkeit des Vollaluminium-Gehäuses aus und spendiert der Peripherie die Maße 324 × 140 × 36 mm. Sie ist dadurch kompakt genug, um Zockern, die mit niedrigen DPI-Einstellungen spielen, ausreichend Platz auf dem Schreibtisch zu lassen. Einzig die fehlende Aufbewahrungsmöglichkeit am Keyboard für den Funk-Receiver ist ärgerlich, da dieser sehr klein ist und schnell mal abhandenkommen kann.
Ausstattung
Die Dark Project Alu81a Terra Nova ist sowohl kabellos als auch kabelgebunden im Einsatz. Neben dem bereits erwähnten 2,4-GHz-Funk-Modus steht auch eine Bluetooth-Verbindung zur Verfügung. Zum Zocken – primär in Online-Games – ist die aber aufgrund der höheren Latenz nicht zu empfehlen. Im Idealfall spielt man per Funkverbindung oder direkt kabelgebunden. Während unseres Tests hatten wir immer mal wieder das Problem, dass die Funkverbindung unterbrach und sich die Tastatur nicht wieder mit dem Receiver verbunden hatte. Den Receiver erneut mit dem Keyboard zu paaren, hat das Problem dann aber permanent behoben. Dafür muss man diesen aus dem Port am PC entfernen, das Keyboard auf den Funkmodus stellen und die Tasten Fn + 4 so lange gedrückt halten, bis die 4 schnell grün zu blinken anfängt. Dann steckt man den Funk-Dongle wieder in den USB-Port am PC, und der Receiver und die Tastatur sind erneut gepaart.
Der 8000-mAh-Akku versorgt das Keyboard mit ausreichendem Strom, um es mehrere Tage ohne Kabel und aktivem RGB-Licht zu verwenden. Wie bei allen kabellosen Tastaturen gilt: Je stärker und effektvoller die Beleuchtung eingestellt ist, desto mehr Strom zieht der Akku. Leider gibt es außer einer rot leuchtenden Escape-Taste keine wirkliche Anzeige für den Akkustand. Es ist zudem nicht bekannt, ab wie viel Prozent Restakkuladung die Taste anfängt, rot zu leuchten.
Für die Tasten der Alu81a Terra Nova verwendet Dark Project Tastenkappen aus PBT-Plastik mit CSA-Profil. Das Profil zeichnet sich durch eine rundere Form der Ränder aus. Durch die leichte Erhöhung nach außen hin sitzen die Finger zudem angenehm mittig auf der Taste.
Das Keyboard unterstützt Hot-Swapping, die Switches lassen sich also bei Bedarf jederzeit austauschen. Vorinstalliert sind die linearen vorgeschmierten G3ms Moonstone, die eine Betätigungskraft von 50 g haben.
Einstellungen wie die Beleuchtung lassen sich direkt über Tastenkombinationen auf der Tastatur verändern. Umfangreichere Möglichkeiten bietet hingegen die Software Vial.
Software
Die Dark Project Alu81a Terra Nova profitiert von der Open-Source-Software Vial, einem QMK-Ableger (Quantum Mechanical Keyboard). Sie läuft unter Windows, Linux und Mac – auch als Web-App. Das Firmware-Update der Tastatur erfolgt über die Software QMK Toolbox. Die Update-Datei, samt Anleitung, steht auf der Website von Dark Project zum Download bereit.
Ein Vorteil der Open-Source-Software Vial ist die Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten, die sie mitbringt. Natürlich gibt es Standardfunktionen wie das Verändern der Tastenbelegung, das Erstellen von Makros und das Anpassen der Beleuchtung, aber auch Funktionen wie Tap Dance und Key Override stehen zur Verfügung.
Tap Dance ermöglicht es, einer Taste mehrere Funktionen zuzuweisen. Abhängig davon, wie diese betätigt wird. Unterschieden wird hierbei zwischen einem einzelnen Tastendruck, einem doppelten Tastendruck, dem Halten der gedrückten Taste und einer Kombination aus Tastendruck und anschließendem Halten. Key Override erlaubt hingegen, die Funktionen regulärer Tastenkombinationen wie Strg + C mit selbst gewählten zu überschreiben.
Dark Project Alu81a Terra Nova – Bilder App
Da Vial auf der Open-Source-Firmware QMK basiert, stehen einem über das Programm weitere QMK spezifische Einstellungen zur Verfügung, auf die man mittels des Tabs QMK Settings zugreift. Allerdings erfordern manche davon, dass man sich die Dokumentation online durchliest, da Tooltips oder ausführliche Beschreibungen fehlen.
Zusammenfassend bietet die Software die gängigsten Funktionen, die man für eine Gaming-Tastatur benötigt, und wartet dank Open-Source mit einigen zusätzlichen Einstellungsmöglichkeiten auf, die jedoch etwas Eigenrecherche und Experimentierfreude erfordern, um sie in vollen Zügen zu genießen. Sie ist nicht ganz so poliert und benutzerfreundlich wie manch anderes Software-Angebot, erfüllt ihren Zweck aber rundum.
Tippgefühl
Die Dark Project Alu81a Terra Nova bietet ein wunderbares Tipperlebnis – sowohl haptisch als auch akustisch. Das Zusammenspiel der linearen G3ms-Moonstone-Switches, der verwendeten Dichtungen, der geräuschdämpfenden Schichten und des Aluminiumgussgehäuses sorgt für ein wohlklingendes Tippen, das vom Soundprofil her zwischen creamy und thocky angesiedelt ist. Die Tastenkappen fühlen sich angenehm weich an und die Betätigungskraft von 50 g ist für uns genau richtig. Dank der vorgeschmierten Stabilisatoren und Switches scheppert und kratzt zudem nichts und auch Key-Wobble beim Drücken der Tasten ist kaum vorhanden. Wer lieber mit clicky oder taktilen Switches tippt und zockt, kann dank Hot-Swap-Unterstützung jederzeit umsteigen.
Wir sind rundum zufrieden mit dem feingetunten Schreiberlebnis, das uns die Terra Nova beschert.
Preis
Die Dark Project Alu81a Terra Nova kostet derzeit 103 Euro. Sie ist in Schwarz und Weiß erhältlich.
Fazit
Die Dark Project Alu81a Terra Nova ist eine außergewöhnliche Tastatur. Das Gehäuse aus Aluminiumguss überzeugt sowohl visuell als auch haptisch und sorgt zudem für eine ganz eigene Akustik beim Tippen. Das Design ist stimmig und wird durch Details wie die gravierte Rückseite abgerundet. Die Terra Nova ist einwandfrei verarbeitet und wirkt äußerst hochwertig – vor allem für aktuell 97 Euro. Während Verarbeitung und Design auf höchstem Niveau sind, stolperten wir zu Beginn über die holprige Funkverbindung, die wir nachträglich stabilisieren konnten. Auch der etwas umständliche Update-Prozess der Firmware und die Open-Source-Software sind eventuell nicht jedermanns Geschmack.
Alles in allem überzeugt uns die Dark Project Alu81a Terra Nova aber in fast allen Punkten und ist eine klare Kaufempfehlung mit minimalen Abstrichen.
Steelseries Apex Pro TKL
Die Steelseries Apex Pro TKL besticht durch ein phänomenales Tippgefühl, hohe Individualisierbarkeit dank magnetisch-mechanischer Schalter und einer ausgereiften Software. Ob das den hohen Preis rechtfertigt, zeigt unser Test.
- hohe Individualisierbarkeit dank magnetischer Schalter
- umfangreiche Software mit granularen Einstellungsmöglichkeiten
- OLED-Display praktisch, um Änderungen schnell durchzuführen
- teuer
- Funktionen der Software teilweise schlecht erklärt
Steelseries Apex Pro TKL Wireless im Test: Gaming-Tastatur mit OLED-Display
Die Steelseries Apex Pro TKL besticht durch ein phänomenales Tippgefühl, hohe Individualisierbarkeit dank magnetisch-mechanischer Schalter und einer ausgereiften Software. Ob das den hohen Preis rechtfertigt, zeigt unser Test.
Steelseries fährt mit der Apex Pro TKL Wireless harte Geschütze auf. Ausgestattet mit magnetisch-mechanischen Schaltern, einem OLED-Bildschirm und diversen Software-Funktionen, will die Tastatur das Zock- und Schreiberlebnis bereichern. Hier allen voran die variable Sensibilität der Schalter, die über die App Steelseries GG für jedes Spiel individuell eingestellt werden kann.
Die Steelseries Apex Pro TKL Wireless erschlägt einen fast mit Einstellungsmöglichkeiten und aufregend klingenden Features wie Rapid Trigger oder Protection Mode, die Vorteile beim Zocken verschaffen sollen. Wie nützlich diese sind und ob das Konzept der Tastatur aufgeht, verraten wir im Test.
Lieferumfang
Bereits die Verpackung der Apex Pro TKL Wireless lenkt die Aufmerksamkeit auf sich: in schrillem Orange und vollgepackt bis obenhin kommt die Tastatur bei einem daheim an. Öffnet man die Box, begrüßt einen zuerst die Tastatur in mattem Schwarz. Unmittelbar über ihr befinden sich zwei herausnehmbare Karton-Einlagen, ebenfalls in knalligem Orange, in denen sich der USB-C-Wireless-Dongle samt Erweiterungsadapter befindet und ein Tastenkappen-Entferner. Links daneben haust das von Nylon ummantelte USB-C- auf USB-A-Kabel, welches für den kabelgebundenen Betrieb der Tastatur benötigt wird. Alternativ findet es auch Gebrauch, wenn der PC nicht über einen direkten USB-C-Port verfügt. Dann wird der Adapter an das Kabel angeschlossen, um den Funkempfänger zu verbinden.
Im Karton direkt unter der Tastatur befindet sich zu guter Letzt noch eine magnetisch befestigte Handballenauflage.
Design
Die Tastatur gibt es in zwei Farben: Schwarz und Weiß. Ausgeschaltet wirkt sie recht schlicht. Das Gehäuse ist aus Plastik, was bei dem stolzen Preis, den sie kostet, etwas schade ist. Auf der Tastatur befinden sich Double-Shot PBT-Tastenkappen, die sich gewohnt gut beim Tippen anfühlen. Die verwendete Schriftart auf den Funktionstasten, etwa der Shift-Taste, ist etwas gewöhnungsbedürftig, da sie dem sonst eher schlichten Design der Tastatur bricht und einen förmlich anschreit.
Oben rechts, direkt neben der F12-Taste, ist ein OLED-Bildschirm in die Tastatur eingelassen. Wird er nicht gerade genutzt, zeigt dieser standardmäßig den Steelseries-Schriftzug und den derzeitigen Akkustand an. Bedient wird der Bildschirm über ein geriffeltes Scroll-Wheel und einen Button direkt darunter. Das OLED-Display hat mehrere Funktionen. Zum einen ist die Taste neben dem Bildschirm eine Media-Taste, mit der man Musik oder Videos starten, stoppen oder skippen kann. Über den Bildschirm lässt sich auch die Sensitivität der Tasten außerhalb der Software einstellen. Genauso können Makros aufgezeichnet und abgespeichert sowie Konfigurationen gespeichert und geladen werden. Auch die Helligkeit der RGB-Beleuchtung stellt man über den Bildschirm ein. Weitere Funktionen für bestimmte Apps und Spiele werden über Steelseries GG freigeschaltet.
Oben links an der Tastatur befindet sich ein Wipp-Schalter, über den man zwischen Bluetooth- und Funkverbindung wechseln kann oder sie ausschaltet, wenn sie kabellos genutzt wird.
Unter der Tastatur befinden sich ausklappbare Füße, die zwei Höheneinstellungen ermöglichen, und um den Rahmen herum mehrere gummierte Stellen, die dem Keyboard Halt geben.
Die Apex Pro TKL Wireless ist, wie es für Gaming-Tastaturen typisch ist, mit RGB-Beleuchtung ausgestattet. Diese wird über die Software Steelseries GG gesteuert und bietet unzählige Möglichkeiten der Individualisierung.
Als Tastatur im TKL-Design ist die Apex Pro kürzer als eine vollständige Tastatur. Schließlich fehlt bei ihr das Numpad, wodurch sie im Umkehrschluss jedoch platzsparender ist und mehr Raum für Mausbewegungen auf dem Schreibtisch zulässt.
Steelseries hat in der Apex Pro TKL Wireless sogenannte Omnipoint 3.0 Schalter verbaut. Dabei handelt es sich um mechanisch-magnetische Schalter, durch die es möglich ist, den Betätigungspunkt jeder Taste anzupassen. Im Klartext ist damit gemeint, wie stark man eine Taste drücken muss, bis diese reagiert. Die Schalter sind nicht hot-swappable, was in diesem Fall einleuchtend ist, da die Funktionalität der Tastatur größtenteils von ihnen abhängt und es wenig sinnvoll erscheint, sie durch nicht magnetische Schalter zu ersetzen.
Im Inneren der Tastatur wurde eine dreilagige Schaumstoffmatte verbaut, um Geräusche beim Tippen zu reduzieren. Außerdem sind alle Schalter von Werk aus geschmiert und Stabilisatoren sorgen zum Beispiel bei der Leertaste dafür, dass diese nicht zu sehr wackelt.
Die mitgelieferte Handballenstütze ist zwar eine nette Dreingabe, aber leider nicht sonderlich bequem, da sie nicht gepolstert ist. Leider sind die Magnete, die an der Stütze angebracht sind, etwas zu schwach, wodurch diese beim Bewegen der Tastatur leicht aus der Position kommen und wieder an die richtige Stelle geschoben werden müssen. Da man die Tastatur im Idealfall aber nicht dauernd durch die Gegend schiebt, sollte sich der Frust in Grenzen halten.
Inbetriebnahme
Theoretisch kann die Tastatur direkt aus der Verpackung heraus genutzt werden. Hat man sie das erste Mal mit dem PC verbunden, ob kabelgebunden oder über Bluetooth oder Funk im Wireless-Mode, ist sie einsatzbereit. Um sie jedoch im vollen Umfang nutzen zu können, muss die Software Steelseries GG installiert werden. Sie schaltet nicht nur den vollen Funktionsumfang der Apex Pro TKL Wireless frei, sondern ermöglicht es auch, Firmware-Updates durchzuführen. Achtung: Wenn der Funk-Dongle ebenfalls ein Update erhält, muss ein zweites USB-A auf USB-C-Kabel vorhanden sein. Ein passendes Kabel haben wir unten im Preisvergleich verlinkt.
Geladen wird das Keyboard mittels des USB-A auf USB-C-Kabels. Dieses wird einfach an einen USB-Port am PC angeschlossen und mit der Tastatur verbunden. Laut Hersteller reicht eine Akku-Ladung im Funk-Betrieb 37,5 Stunden, was in der Praxis stimmt. Im Bluetooth-Modus soll eine Ladung sogar bis zu 45 Stunden reichen.
Software
Mit dem Programm Steelseries GG konfiguriert man die Tastatur vollumfänglich. Die zwei für die Tastatur relevanten Hauptkomponenten des Programms finden sich in der Kategorie Engine wieder. Hier stellt man zum einen die Funktionen der Tasten sowie die Sensitivität der Tastenanschläge ein, zum anderen passt man über Prism die Beleuchtung der Tastatur bis ins Detail an. Leider wird in der Software selbst nur wenig erklärt, weswegen man bei bestimmten Settings etwas herumdoktern oder gleich im Internet recherchieren muss. Eine Einführung oder Ähnliches gibt es nicht. Besonders Funktionen wie die duale Bindung würden stark von einem Erklärtext profitieren.
Das Besondere an der Steelseries Apex Pro TKL Wireless sind die magnetisch-mechanischen Schalter, die im Detail über die Software angepasst werden können. Das geht sogar so weit, dass man für jede Taste die Sensitivität einzeln einstellen kann. Beim Zocken kann das beispielhaft bedeuten, dass eine Fähigkeit auf der E-Taste schneller gezündet werden kann, weil die Taste schneller reagiert. Genauso kann einer Taste eine niedrigere Sensitivität zugewiesen werden, wenn man diese zum Beispiel nur sehr gezielt einsetzen möchte. Die Vielzahl an Möglichkeiten ist genial, und die Umsetzung in der Praxis hat im Test reibungslos funktioniert.
Im Rahmen von Steelseries GG profitiert die Tastatur von zwei weiteren Funktionen, nämlich dem sogenannten Rapid Trigger und dem Schutzmodus. Rapid Trigger ist eine Funktion, bei der man sich fast schon fragen muss: Ist das bereits Cheaten? Denn ist Rapid Trigger für eine Taste aktiviert, setzt sich diese sofort zurück, sobald man von der Taste loslässt. Bei den meisten anderen Tastaturen gibt es eine feste Distanz, die die Taste wandern muss, bis sie zurückgesetzt wird. Rapid Trigger eliminiert diese im Prinzip, wodurch präzisere Bewegungen in Spielen versprochen werden. Auch hier kann die Sensitivität nach Wahl auch selbst eingestellt werden.
Der Protection Mode geht in die entgegengesetzte Richtung. Ist dieser für eine Taste aktiviert, wird die Sensitivität der darum liegenden Tasten reduziert. Fat-Fingering, also aus Versehen im Eifer des Gefechts auf die falsche Taste zu kommen, soll durch dieses Feature eliminiert werden. Da dem Tester dies häufig genug in Valorant passiert, hat er sich unheimlich über diese Funktion gefreut und möchte sie nicht mehr missen.
Selbstverständlich ist die Software in der Lage, Makros einzuprogrammieren und Tasten doppelt zu belegen. Selbst die Art, wie eine eingespeicherte Funktion getriggert werden soll, also ob beim Herunterdrücken oder Loslassen der Taste, ist individuell anpassbar.
Prism steuert die Beleuchtung der Apex Pro TKL Wireless. Insgesamt gibt es drei Ebenen, auf denen die Farben eingestellt werden können. Auf der aktiven Ebene wird der automatisch laufende Effekt eingerichtet. Hier gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Farbmodi, die natürlich auch für jede Taste individuell einrichtbar sind. Auf der reaktiven Ebene geht es um Effekte, die beim Tippen der Tasten zu sehen sind. Die Leerlaufebene verhält sich im Prinzip wie ein Bildschirmschoner und startet dann, wenn die Tastatur eine vordefinierte Zeit nicht in Benutzung ist. Insgesamt überzeugt die Auswahl an Effekten und Einstellungsmöglichkeiten der RGB-Beleuchtung und erlaubt jedem, das Farbspiel den eigenen Wünschen entsprechend anzupassen.
Eine Auswahl an Apps kann mit der Tastatur verknüpft werden, wodurch das OLED-Display neue Funktionen erhält. Verknüpft man unter anderem den Musik-Service Tidal mit dem Keyboard, zeigt das Display den derzeit laufenden Interpreten und den Namen des Lieds an. Das Gros der verknüpfbaren Apps sind jedoch Spiele. In diesem Fall zeigt der Bildschirm dann spielrelevante Informationen wie zum Beispiel Kills oder die Rundenanzahl an.
Tippgefühl
Das Tippen auf der Steelseries Apex Pro TKL Wireless macht unglaublich Spaß. Zumindest wenn man lineare Schalter mag, denn die Omnipoint 3.0 erzeugen keinen spürbaren Widerstand, wie es taktile Schalter tun würden und auch kein lautes Klicken, wie man es von clicky Schaltern gewohnt ist. Die Geräusche, die das Keyboard beim Tippen von sich gibt, sind dank dämpfendem Schaumstoff, vorgeschmierten Switches und den Stabilisatoren äußerst präzise und ohne Knarz- beziehungsweise Kratzgeräusche.
Preis
Der Preis der Apex Pro TKL Wireless ist nicht ohne. Die UVP der kabellosen Tastatur liegt bei 290 Euro, aktuell ist sie für 213 Euro erhältlich.
Fazit
Die Steelseries Apex Pro TKL Wireless bietet ein ansprechendes Gesamtpaket für diejenigen, die bereit sind, tief in die Tasche zu greifen. Dafür bekommt man jedoch auch einiges geboten. Besonders der hohe Grad an Individualisierbarkeit sticht hier positiv hervor. Die einzeln konfigurierbaren Tasten, das Programmieren von Makros und die verstellbare Sensibilität der magnetischen Schalter sind besonders für Zocker interessant und genau die soll das Produkt auch ansprechen. Interessiert man sich nur bedingt für diese Features, ergibt es wenig Sinn, dafür so tief in die Tasche zu greifen. Hat man jedoch Spaß daran, die Tastatur nach den eigenen Vorstellungen zu individualisieren, um am Ende in Valorant schneller seinen Ultimate zünden zu können, dann erhält man mit der Steelseries Apex Pro TKL Wireless sehr viel für sein Geld.
Wobkey Rainy 75 DE ISO
Die mechanische Tastatur Wobkey Rainy 75 DE ISO ist eine akustische Meisterleistung. Es gibt sie erstmals auch mit deutschem Layout.
- sensationell gute Akustik beim Schreiben
- hochwertige Verarbeitung mit Liebe zum Detail
- Energiesparmodus und Low-Latency-Modus
- Akkuschalter umständlich zu erreichen
- teuer
Erzeugt Kribbeln im Kopf: Mechanische Tastatur Wobkey Rainy 75 DE ISO im Test
Die mechanische Tastatur Wobkey Rainy 75 DE ISO ist eine akustische Meisterleistung. Es gibt sie erstmals auch mit deutschem Layout.
Die Rainy 75 von Wobkey macht ihrem Namen alle Ehre: Das Tippen auf ihr erinnert tatsächlich an prasselnden Regen. Ermöglicht wird das durch eine durchdachte Installation verschiedener geräuschoptimierender Materialien im Inneren der Tastatur. Für 140 Euro bietet sie neben der hervorragenden Akustik aber auch eine schicke Optik mitsamt hochwertigem Vollaluminiumgehäuse. Im Test nehmen wir sie genauer unter die Lupe.
Lieferumfang
Die 75-Prozent-Tastatur kommt mit einem USB-Verbindungskabel (USB-A-zu-USB-C), einem Tastenkappen- und Switch-Puller, drei Ersatz-Switches, einem Staubschutz sowie einem Quick-Start-Guide und einer Betriebsanleitung.
Design
Das Design der Rainy 75 macht schlicht und ergreifend Spaß und zudem auf dem Schreibtisch einiges her. Die Kombination aus Vollaluminiumgehäuse und dem auf der Unterseite installierten Gewicht verschafft dem Keyboard beachtliche 1,95 kg auf der Waage. Die Tastatur fühlt sich unheimlich wertig an und glänzt durch eine astreine Verarbeitung, Schönheitsfehler sucht man vergebens. Regnerisch geht es auf der Oberfläche der Tastatur zu: Details wie die in das Gehäuse gestanzte Regenwolke neben den Pfeiltasten oder die gefrästen Regenwolken auf der Rückseite zieren das Äußere der Peripherie. Anders als die US-Version, die es mittlerweile in verschiedenen Farben zu kaufen gibt, steht für die deutsche Variante nur eine Farbkombination zur Verfügung.
Die Tasten sind in dunklem Blau, in Grau und in Beige gehalten, die Beschriftungen hingegen in Gold, Weiß und Schwarz und erzeugen so ein stimmiges Zusammenspiel. Das Gewicht auf der Rückseite kommt in einer Optik von zerbrochenem Glas mit rauer Texturierung. In den Ecken befinden sich vier Gummistreifen, die die Tastatur rutschfest machen. Eine Möglichkeit, den Winkel der Tastatur anzupassen, gibt es nicht. Beim Schreiben hat uns das allerdings überhaupt nicht gestört und beim Zocken fiel es auch nicht ins Gewicht. Aufgrund des nach hinten steileren Gehäuses sind die Tasten der vordersten Reihe etwa 3,3 cm hoch, die der hintersten Reihe gut 4,7 cm.
Leider gibt es für den mitgelieferten Funk-Receiver keine Verstaumöglichkeit an der Tastatur. Wenn er nicht gerade am PC verwendet wird, muss man aufgrund seiner Größe ganz schön aufpassen, ihn nicht aus Versehen zu verlegen.
Ausstattung
Die Tasten der Rainy 75 sind aus robustem PBT-Kunststoff und fühlen sich gewohnt gut an. Als 75-Prozent-Tastatur (83 Tasten) fehlt ihr das Numpad, während die Navigationstasten seitlich neben der Enter-Taste positioniert wurden, um Platz zu sparen.
Für die drahtlose Verbindung stehen 2,4-GHz-Funk per Funk-Receiver und Bluetooth 5.0 zur Verfügung. Mit Fn + Tab-Taste wechselt man problemlos zwischen kabelgebundener, Funk- und Bluetooth-Verbindung. Letztere sollte man aber nicht zum Zocken verwenden, da hier die Verzögerung zu stark ist. Apropos Verzögerung: Die Wobkey Rainy 75 verfügt über einen Low-Latency-Mode (Fn + H), der die Verzögerung beim Tippen reduziert. Das ist natürlich besonders beim Spielen hilfreich.
Im kabellosen Betrieb greift die Tastatur auf einen 7000-mAh-Akku zurück, der bis zu 900 Stunden Betriebszeit pro Ladung verspricht – mit deaktivierter Beleuchtung versteht sich. Während unseres Tests macht der Akku einen guten Eindruck und hält – wie erwartet – bei permanent aktivierter Beleuchtung deutlich kürzer. Nach drei Tagen im täglichen Dauereinsatz auf der Arbeit und abends beim Zocken hat er noch 40 Prozent Ladung. Ohne Beleuchtung bietet er hingegen nach einer Woche noch 70 Prozent Restladung. Den Akkustand kann man sich jederzeit per Fn + Leertaste anzeigen lassen. Sehr nervig ist allerdings, dass der An-/Aus-Schalter des Akkus unter der Caps-Lock-Taste versteckt ist. Man muss die Taste immer erst entfernen, um an den Schalter zu gelangen. Ein dedizierter Schalter am Gehäuse wäre hier definitiv die bessere Lösung gewesen, auch wenn die Tastatur bei längerer Inaktivität automatisch in den Standby-Modus wechselt.
Die Beleuchtung mit südlich ausgerichteten LEDs kommt trotz lichtundurchlässiger Tastenkappen hervorragend zur Geltung und besticht durch kräftige Farben.
In der Rainy 75 stecken vorgeschmierte lineare Kailh-Cocoa-Switches (Lebensspanne von 70 Millionen Anschlägen) mit einer Betätigungskraft von 45±5 gf. Für Akustik und Tippgefühl verwendet man 14 PCB-Dichtungen (Gasket-Mount), eine FR4-Platte, zwei Lagen Schaumstoff und ein EPDM-Dämpfungspad zur Geräuschunterdrückung. Ein PET-Pad liegt unmittelbar über dem Akku zur Wärmeisolierung.
Software
Die Tastatur läuft mit der auf Quantum Mechanical Keyboard (QMK) basierenden Open-Source-App VIA. Eingangs muss man sich die betreffende JSON-Datei von der Wobkey-Website herunterladen. Zuvor sollte man allerdings ein Firmware-Update durchführen. Die Anleitung dafür sowie die benötigte Datei stehen ebenfalls zum Download bereit. In der Web-App VIA lädt man anschließend die JSON-Datei hoch und kann ab dann die Tastatur konfigurieren.
In der Software kann man dabei Tastenbelegungen verändern, Makros erstellen und die Beleuchtung anpassen. Die Bedienoberfläche ist leicht verständlich und aufgeräumt. Insgesamt gibt es 18 unterschiedliche Beleuchtungseffekte, die man in puncto Helligkeit, Geschwindigkeit und Farbe anpassen kann. Bis zu 16 Makros lassen sich auf Tasten legen. Der integrierte Makro-Editor ermöglicht sowohl Echtzeit-Aufzeichnungen als auch die Erstellung per Textfeld.
Tippgefühl
Beim Schreiben hat uns die Rainy 75 umgehauen. Tatsächlich kommt das Klackern der Tasten sehr nahe an das Geräusch des an die Fensterscheibe prasselnden Regens heran. Das kommt gerade bei längerem Tippen auf der Tastatur super zur Geltung und hat bei manchen von uns sogar zu einem angenehmen Kribbeln im Kopf geführt. Wer zugänglich für ASMR-Videos ist, wird das Gefühl kennen.
Die bereits erwähnte Riege an geräuschoptimierenden Maßnahmen im Inneren der mechanischen Tastatur sorgt für einen runden und prägnanten Sound. Hier kratzt, klappert oder hallt nichts beim Tippen. Bravo.
Preis
Die Wobkey Rainy 75 DE ISO kostet regulär 140 Euro.
Fazit
Die Wobkey Rainy 75 DE ISO überzeugt mit ihrem süchtig machenden Sound, der tatsächlich an prasselnden Regen erinnert. Auch das Schreibgefühl auf ihr ist unglaublich gut und sucht seinesgleichen. Beim Zocken macht sie ebenfalls eine gute Figur, wenngleich sie nicht als reine Gaming-Tastatur ausgelegt ist. Wer mehr Gaming-spezifische Funktionen möchte, greift besser zu einer anderen Tastatur, beispielsweise mit Hall-Effect-Technologie. Für 169 Euro bietet sie ein robustes und hochwertiges Gehäuse mit exzellenter Verarbeitung und viel Liebe zum Detail. Der umständlich zu erreichende Akkuschalter stört und wäre besser außen am Gehäuse aufgehoben anstatt unter einer Taste versteckt. Der Preis ist zwar nicht günstig, angesichts der hohen Qualität für uns aber durchaus nachvollziehbar.
Asus ROG Azoth X
Die mechanische Gaming-Tastatur Asus Rog Azoth X ist ein Refresh der bereits veröffentlichten Rog Azoth. Ob und für wen sich das Update lohnt, zeigt der Test.
- hochwertige Verarbeitung und Materialien
- neue, leise und angenehme Switches
- mehr Keycap-Kompatibilität durch südlich gerichtete LEDs
- Drei Verbindungsmodi & Hot-Swap-Support
- hoher Preis
- OLED-Display nur Schwarz-Weiß
- Armoury Crate weiterhin träge/problematisch
- kaum große Neuerungen gegenüber dem Vorgänger
Asus Rog Azoth X Test: Hochwertige mechanische Gaming-Tastatur mit OLED-Display
Die mechanische Gaming-Tastatur Asus Rog Azoth X ist ein Refresh der bereits veröffentlichten Rog Azoth. Ob und für wen sich das Update lohnt, zeigt der Test.
Mit der Rog Azoth X bringt Asus ein Refresh der bereits bekannten mechanischen Gaming-Tastatur Asus Rog Azoth Wireless (Testbericht) auf den Markt. Die 75-Prozent-Tastatur präsentiert sich nun in einem weißen Gehäuse mit PBT-Tastenkappen im Weltall-Sternen-Look und richtet sich weiterhin an das Premium-Segment.
Vom Vorgängermodell wurden das OLED-Display sowie die drei Verbindungsmodi für kabelgebundenen, 2,4-GHz- und Bluetooth-Betrieb übernommen. Neu sind dagegen ein südlich ausgerichtetes PCB sowie die linearen Nx Snow V2 Switches. Ob sich der Aufpreis für die Asus Rog Azoth X lohnt, klären wir im Test.
Ausstattung & Design
Im Lieferumfang der Asus Rog Azoth X ist die Tastatur, das USB-A-auf-USB-C-Verbindungskabel, der Funk-Receiver samt Erweiterungsadapter, Keycap- sowie Switch-Puller, vier Ersatz-Switches plus CTRL-Tastenkappe und eine wuchtige Silikon-Handballenauflage enthalten. Ein Schmierset wie beim Vorgänger gibt es nicht. Der Keycap-Puller ist zudem nicht wirklich zu gebrauchen, da er kaum um die Tastenkappen herum kommt. Wir empfehlen hier, einen deutlich flexibleren zu verwenden.
Der offensichtlichste Unterschied zur Azoth Wireless sind die PBT-Tastenkappen, die zum einen durch den Weltall-Print auffallen und zum anderen durch ihre Teiltransparenz. Wie auch bei der Azoth Wireless ist die verwendete Schriftart Geschmackssache, passt aber unserer Meinung nach deutlich besser zum hier verwendeten futuristischen Design der Tasten. Sowohl das weiße Gehäuse als auch die Oberschale aus Aluminium gab es schon beim Vorgänger, gerade letzteres trägt aber auch bei der X zum hochwertigen Look und Feel bei.
Asus Rog Azoth X – Bilder
Auch bei der Azoth X setzt man auf den 75-Prozent-Formfaktor, welcher der Tastatur die Maße 325,42 × 136,16 × 40,05 mm beschert. Neu ist das südlich ausgerichtete PCB, bei dem die LEDs, wie der Name suggeriert, unterhalb und nicht oberhalb des Switch-Steckplatzes angebracht sind. Dadurch geht die Leuchtkraft etwas verloren, die Tastatur ist so aber deutlich flexibler und kompatibel mit einer Vielzahl von Tastenkappen. Zum neuen PCB gibt es die linearen Rog Nx Snow V2 Switches.
Ebenfalls stehen dem Keyboard wieder drei Verbindungsmodi zur Verfügung: kabelgebunden, worüber die Tastatur auch direkt geladen wird, per 2,4-GHz-Funk-Receiver oder via Bluetooth. Für den Funk-Receiver liegt ein Erweiterungsadapter bei, der am USB-C-Ende des Verbindungskabels angeschlossen wird. Das ist gerade dann praktisch, wenn der PC etwa unter dem Tisch oder ein Stück entfernt vom Schreibtisch steht.
Der OLED-Bildschirm dient ebenfalls wieder hauptsächlich dazu, Einstellungen an der Tastatur vorzunehmen, wie die Beleuchtung zu verändern oder sich System-Informationen anzeigen zu lassen. Das kann unter anderem die CPU- oder GPU-Temperatur sein. Leider ist das OLED-Display weiterhin nur in Schwarz-Weiß.
Software
Wie die meisten Peripherie-Produkte der Rog-Reihe von Asus läuft auch die Azoth X so wie das Vorgängermodell mit der Armoury Crate. In unserem Test der Azoth Wireless berichteten wir von frustrierenden Schwierigkeiten mit der Software beim Versuch, die Firmware der Tastatur zu aktualisieren.
Beim laufenden Betrieb sah es zeitweise nicht besser aus: Das Programm fror regelmäßig ein. Während es mit der Azoth X bei Weitem nicht so viele Probleme verursacht, läuft es nach wie vor nicht wirklich hundert Prozent rund. Das bemerken wir primär beim Updaten der Firmware, bei dem es mehrere Anläufe benötigt, bis der Download bzw. Update-Prozess startet.
Asus Rog Azoth X – Bilder Gear Link Web-App
Man kann über Gear Link zwar keine eigenen Animationen hochladen, da muss Armoury Crate ran, aber zwischen den vorinstallierten immerhin wechseln.
Die Beleuchtungseffekte stellt man zumindest zu einem gewissen Grad ebenfalls über Gear Link ein. Für detaillierte Anpassungen nutzt man die Software Aura Creator.
In den Power-Settings stellt man unter anderem ein, ab wie viel Minuten die Tastatur in den Standby-Modus wechselt.
Eine Neuerung ist jedoch die Web-App Gear Link. Diese benötigt keinen extra Download, sondern öffnet sich ganz einfach über den Internetbrowser. Mit ihr können zwar nicht alle, aber zumindest ein Großteil der Einstellungen vorgenommen werden, die man auch in Armoury Crate vorfindet. Das ist besonders praktisch, wenn man die Tastatur an einem anderen Computer oder außer Haus verwenden möchte, ohne die Software installieren zu müssen.
Neue Funktionen sind mit der Azoth X nicht hinzugekommen. In Armoury Crate richtet man Beleuchtungseffekte ein, mit der zusätzlichen Software Aura Creator geht man damit sogar noch einmal in die Tiefe und kreiert per Editor angepasste Effekte. Makros erstellt man entweder in der Software oder zeichnet sich direkt über das Keyboard auf.
Das Bedienelement des OLED-Displays sowie die Anzeige des OLED-Displays konfiguriert man ebenfalls über Armoury Crate. Auch die Tastenbelegung stellt man hier nach wie vor den eigenen Wünschen entsprechend ein.
So tippt es sich auf der Asus Rog Azoth X
Die Asus Rog Azoth X wurde nach dem Gasket-Mount-Prinzip konstruiert. Dabei liegen Silikondichtungen zwischen der Platte mit den Switches und dem Gehäuse der Tastatur. Diese sollen Vibrationen absorbieren und so ein besseres Schreibgefühl erzeugen. Bei der Azoth X sind zudem eine Silikonplatte und vier Poron-Schaumstoff-Schichten verbaut.
Die linearen Schalter Rog Nx Snow V2 haben eine Betätigungskraft von 45 g und benötigen 53 g, um die Taste bis zum Anschlag durchzudrücken. Lineare Switches eignen sich aufgrund ihrer vergleichsweise niedrigen Betätigungskraft gut für den Einsatz in Gaming-Keyboards.
Im Vergleich zur Azoth, die mit linearen Rog Nx Red Switches ausgestattet ist, welche ein helles Klackern erzeugen, liefern die Snow V2 einen tieferen Thock-Sound. Sowohl Switches als auch Stabilisatoren sind pre-lubed (vorgeschmiert).
Die Azoth X unterstützt Hot-Swapping. Somit spricht nichts dagegen, die von Werk aus installierten linearen Switches gegen andere auszutauschen. Bei den Keycaps setzt man auf PBT-Plastik im Dye-Sub-Verfahren. Das Ergebnis ist schick, den Tastenkappen fehlt aber die etwas rauere Textur, die PBT-Keycaps im Double-Shot-Verfahren normalerweise haben. Genügend Halt beim Tippen bieten sie aber allemal.
Die Handballenauflage aus Silikon ist rutschfest und unserer Meinung nach nicht zu hart, haftet jedoch nicht magnetisch und muss daher manuell mit geschoben werden, wenn man die Tastatur anderweitig auf dem Schreibtisch platziert. Wir bevorzugen aber generell das Tippen ohne Handballenauflage.
Preis
Fazit
Mit der ROG Azoth X liefert Asus ein Update der bereits sehr kompetenten Azoth Wireless. Die nun südlich ausgerichteten LEDs machen das hochwertige Keyboard zu deutlich mehr Tastenkappen kompatibel als zuvor, während das Space-Design der installierten Keycaps schick, aber definitiv nicht jedermanns Geschmack ist. Die neuen Switches sorgen sowohl für ein deutlich anderes Schreibgefühl als auch eine andere Soundkulisse, die weg vom Klackern der Azoth Wireless und hin zum tieferen Thock-Sound geht – ebenfalls eine Frage der persönlichen Präferenz.
Vieles bleibt jedoch auch beim Alten. Dazu gehört etwa der OLED-Bildschirm. Hier wäre zumindest ein Update von Schwarz-Weiß zu Farbe schön gewesen. Ebenso hat die Software Armoury Crate, trotz ihrer vielen nützlichen Funktionen, weiterhin Verbesserungspotenzial, gerade im Hinblick auf die Performance. Auch der hohe Preis von knapp 293 Euro dürfte für viele eine schwer zu schluckende Pille sein.
Nennt man die Azoth Wireless bereits sein Eigen, ist ein Upgrade auf die Asus Rog Azoth X mit Blick auf den hohen Preis und die überschaubaren Neuerungen wirklich nur bedingt oder kaum zu empfehlen. Neukunden, die auf der Suche nach einer hochwertigen und kompakten Tastatur mit gutem Schreibfeeling und nützlichen Funktionen sind, bekommen mit der Azoth X ein gutes mechanisches Keyboard – wenn man bereit ist, dafür tief in die Tasche zu greifen.
Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed
Die Gaming-Tastatur Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed ist nicht nur flach, sondern kommt mit zusätzlichen programmierbaren Tasten und einem KI-Button.
- Verarbeitung top
- vier dedizierte Makro-Tasten
- gute Akkuleistung
- klickbares Drehrad ist vollständig anpassbar
- teuer
- höhere Abtastrate nur durch separat erhältlichen Dongle
Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed im Test: Gaming-Tastatur mit KI-Taste
Die Gaming-Tastatur Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed ist nicht nur flach, sondern kommt mit zusätzlichen programmierbaren Tasten und einem KI-Button.
Mechanische Tastaturen können mit ihren hohen Tasten und ebenso hohen Gehäusen oft sehr klobig wirken. Nicht so die Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed. Als Gaming-Tastatur wählt Razer mit ihr den Weg des flachen Designs und rüstet sie mit deutlich schlankeren Tasten und ebenso schlankem Gehäuse aus. Trotz alledem wartet sie mit einem performanten Akku und einigen nützlichen Funktionen auf. Was die 100-Prozent-Tastatur alles kann, verraten wir im Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Die Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed kommt mit USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel, einem 2,4-GHz-Funkdongle inklusive Adapter und einer Anleitung.
Design
Die 100-Prozent-Tastatur kommt nicht nur mit Low-Profile-Switches und -Tastenkappen, sondern bietet mit 460 × 35 × 161 mm (Standfüße voll ausgeklappt) generell ein extrem flaches Design. Sie bringt etwa 1 kg auf die Waage, was unter anderem auch an der Aluminium-Abdeckung liegt, die die Tasten umschließt.
Farblich greift man hier auf das vertraute Schwarz zurück. Bunt wird es dank der RGB-Beleuchtung, die beim Anschließen der Tastatur auch prompt los feuert. Die Beschriftung der Tasten ist lichtdurchlässig. Das ist gut, denn da die Tasten nicht frei stehen, muss die Beleuchtung etwas kämpfen, um zwischen den Keycaps hindurchzuschimmern.
Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed – Bilder
Zum Verstauen des Funkdongles dient ein Fach auf der Rückseite der Tastatur mit abnehmbarer Klappe. Die Standfüße lassen sich im 6-Grad- und 9-Grad-Winkel ausklappen. Fünf zusätzliche Gummistreifen machen die Peripherie rutschfest.
Insgesamt gibt es wenig an der Verarbeitung der 100-Prozent-Tastatur auszusetzen. Sie fühlt sich robust an und sitzt fest auf dem Schreibtisch. Hier klappert nichts. Einzig, dass man sich beim Drehrad für Kunststoff anstatt Aluminium entschieden hat, ist schade.
Ausstattung
Razer hat der Blackwidow V4 Pro Low-Profile Hyperspeed einige zusätzliche Tasten spendiert. Zusätzlich zu den vier dedizierten Makro-Tasten M1 bis M4 gibt es eine Rewind-, Pause/Play- sowie eine Forward-Taste. Direkt daneben ruht ein klickbarer Drehregler, welcher standardmäßig die Lautstärke am PC regelt.
Vier weitere Buttons befinden sich unter dem Drehrad. Zwei davon dienen dazu, zwischen der Funk- und Bluetooth-Verbindung zu wechseln, während der AI-Button den AI-Prompt-Manager über Razer Synapse öffnet. Die Batterie-Taste zeigt derweil den Akkustand an und aktiviert bei längerem Gedrückthalten des Buttons den Energiesparmodus der Peripherie.
Die Gaming-Tastatur arbeitet mit einer maximalen Abtastrate von 1000 Hz und kann sowohl via 2,4-GHz-Funk als auch Bluetooth kabellos betrieben werden. Kauft man den Razer Hyperpolling-Dongle für 35 Euro hinzu, kann man die Abtastrate auf bis zu 4000 Hz erhöhen. Selbstverständlich lässt sich das Keyboard auch kabelgebunden nutzen. Offiziell unterstützt die Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed nur PCs mit Windows 10 und aufwärts.
Als Switches kommen Razer-Low-Profile-Orange zum Einsatz. Deren Auslösepunkt liegt bei 1,6 mm, während sie eine Auslösekraft von 45 g benötigen. Sie sind zudem taktil und bringen den spürbaren Bump mit sich, den man beim Drücken der Tasten fühlt. Die Tastatur unterstützt allerdings kein Hot-Swapping, weswegen die prognostizierte Lebensdauer von 80 Millionen Anschlägen pro Switch wichtig ist. Das bedeutet leider auch, dass bereits bei einem defekten Switch die komplette Tastatur ausgetauscht werden muss.
Für die Tastenkappen kommt Double-Shot-PBT-Kunststoff zum Einsatz. Dieser ist robuster und rauer als weichere Materialien wie ABS-Kunststoff und bietet so ein griffigeres Tippen.
Razer verspricht bis zu 980 Stunden Einsatzzeit pro Akkuladung im Energiesparmodus. Das bedeutet allerdings, dass die Abtastrate heruntergeschraubt wird und man auf die RGB-Beleuchtung sowie die Verbindung zu Razer Synapse verzichten muss. Wir verwenden die Peripherie mit aktivierter Beleuchtung bei 25 Prozent Helligkeit per 2,4-GHz-Funk ohne Energiesparmodus und kommen problemlos durch die Woche. Hier performt der Akku deutlich besser als bei der ebenfalls von uns getesteten Razer Black Widow V4 Pro 75 (Testbericht).
Software
Razer Synapse dient auch für die Blackwidow V4 als allumfassender Software-Hub. Das Programm ermöglicht von vornherein, Tastenbelegungen zu verändern, Beleuchtungseinstellungen und Energiesparfunktionen zu verändern. Tools wie den Makro-Editor oder Razer Chroma Studio als vollwertigen RGB-Editor kann man unkompliziert dazu installieren.
Alle Tasten des Keyboards, mit Ausnahme der Verbindungsmodi-Buttons und der Akkutaste, kann man den eigenen Wünschen anpassen. Etwa das Aufrufen von Programmen oder Webseiten per Knopfdruck ist so möglich. Genauso kann man Makros aufzeichnen und abspielen lassen oder auch Windows-Shortcuts auf die Tasten legen.
Ebenfalls Teil von Razer Synapse ist der AI-Prompt-Manager. Diesen ruft man standardmäßig über die dedizierte AI-Taste des Keyboards auf. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Maske, in die man einen Prompt eintippt, welcher dann beispielsweise von ChatGPT verarbeitet wird.
Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed – Bilder App
So soll man während des Spielens etwa schnell nach dem besten Build für den aktuell gewählten Charakter fragen können, ohne auf den Desktop wechseln zu müssen. Der Button funktioniert aber auch außerhalb von Spielen. Neben den hinterlegten Aufgaben wie dem Umformulieren und Zusammenfassen von Texten oder dem Aufsetzen von E-Mails kann man zudem eigene Prompts anlegen.
Die Bedienung von Razer Synapse ist gewohnt benutzerfreundlich und mit vielen Tooltips und Tutorials versehen. Der AI-Prompt-Manager ist zwar eine nette Funktion, wirklich Gebrauch machen wir von ihm allerdings nicht. Praktisch: Wer das Feature nicht benötigt, kann den AI-Button wie auch die anderen Tasten mit einer der bereits erwähnten anderen Aktionen belegen.
Tippgefühl
Die Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed liefert einen überwiegend guten Sound beim Tippen, wenngleich die Tasten beim Anschlagen leicht klappern und so das Soundprofil etwas beeinträchtigen. Die vorgeschmierten, orangen Razer-Low-Profile-Switches liefern einen gut hörbaren, hellen Thock-Sound. Für die Soundoptimierung verwendet Razer vorgeschmierte Stabilisatoren sowie eine Switch-Platte aus rostfreiem Stahl samt darunter liegender Schaumstofflage. Zusätzlich befindet sich unten im Gehäuse eine weitere Lage Schaumstoff.
Beim Zocken profitiert man währenddessen von den kürzeren Tasten und Switches, deren Betätigungspunkt bei gerade mal 1,6 mm liegt. Ob und inwiefern das letztlich einen Vorteil beim Spielen verschafft, sei mal dahingestellt. Das flachere Design fühlt sich aber tatsächlich etwas flinker an beim Tippen als auf regulär großen Switches und Tastenkappen.
Preis
Die Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed kostet aktuell 215 Euro mit deutschem Tastaturlayout. Mit US-Layout gibt es sie derzeit für etwa 206 Euro – dann auch mit mehr Switches zur Auswahl. Die UVP der Tastatur liegt bei 220 Euro.
Fazit
Die Razer Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed bietet mit ihren flachen Tasten und Switches eine gute Alternative zu regulär großen Pendants. Von der Riege an anpassbaren Tasten kann man sowohl beim Arbeiten als auch beim Zocken profitieren. Die Verarbeitung ist hervorragend, wenngleich etwas mehr Aluminium für den Preis schön gewesen wäre. Der Akku bringt selbst ohne aktivierten Energiesparmodus einiges an Kapazität mit und wappnet die Tastatur so für ausladende Gaming-Sessions.
Schade ist, dass man zusätzlich einen speziellen Dongle kaufen muss, um von einer höheren Abtastrate Gebrauch machen zu können. Für etwa 215 Euro ist sie zudem auch nicht gerade günstig und bietet keine sonderlich essenziellen Funktionen, die günstigere Tastaturen nicht auch mit sich bringen würden. Wer jedoch gerne im Razer-Ökosystem bleiben möchte, bekommt mit der Blackwidow V4 Low-Profile Hyperspeed eine vollkommen solide Gaming-Tastatur.
ZUSÄTZLICH GETESTET
Cherry Xtrfy MX 10.1 Wireless
Cherry Xtrfy MX 10.1 Wireless
Die Cherry Xtrfy MX 10.1 Wireless ist mit ihren flachen Tasten als mechanische Gaming-Tastatur eher eine Seltenheit. Zudem tippt es sich auf ihr angenehm leise.
- hervorragende Verarbeitung
- hochwertiger Look
- 8000-Hz-Abtastrate (kabelgebunden) und 4000 Hz per Dongle
Cherry Xtrfy MX 10.1 Wireless im Test: Leise Gaming-Tastatur mit flachen Tasten
Die Cherry Xtrfy MX 10.1 Wireless ist mit ihren flachen Tasten als mechanische Gaming-Tastatur eher eine Seltenheit. Zudem tippt es sich auf ihr angenehm leise.
Mit der Xtrfy MX 10.1 liefert Cherry eine kabellose mechanische Gaming-Tastatur im 100-Prozent-Formfaktor, die vor allem aufgrund ihrer flachen Tasten ins Auge stechen dürfte. Der schlichte Look im edlen Vollaluminium-Gehäuse macht sie zudem auch bürotauglich, vorausgesetzt, man schaltet die RGB-Beleuchtung vorher aus. Das geht relativ unkompliziert dank des verbauten LCD-Bildschirms samt Drehknopf. Ob die Gaming-Tastatur aus dem Hause Cherry den 189 Euro Einkaufspreis wert ist, klären wir im Test.
Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Der Lieferumfang der Xtrfy MX 10.1 ist überschaubar: Geliefert wird die Tastatur mit einem 1,8 m langen USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel, einer Bedienungsanleitung und einem 2,4-GHz-Funk-Dongle.
Design
Die Xtrfy MX 10.1 gibt sich schlicht, aber dennoch edel. Das robuste, ultraschlanke Gehäuse ist vollständig aus Aluminium und überzeugt mit einer astreinen Verarbeitung. Man hat zudem darauf geachtet, so wenig Platz wie möglich zu verschwenden und Zwischenräume der einzelnen Tastenreihen zu minimieren. Das Resultat kann gequetscht wirken, wir bevorzugen diese minimal kompaktere Variante jedoch dem regulären 100-Prozent-Keyboard gegenüber.
Trotz leichter Platzeinsparungen misst das Keyboard immer noch 427 × 27 × 134 mm und bringt dabei etwas mehr als 1,1 kg auf die Waage.
Cherry Xtrfy MX 10.1 Wireless – Bilder
Über dem Numpad thront ein kleines LCD, welches mit einem Drehknopf, ebenfalls aus Aluminium, bedient wird. Anders als die sonst üblichen separat ausklappbaren Standfüße ist der der Cherry Xtrfy MX 10.1 aus einem Guss. Dank der rutschfesten Gummierung, die das Aluminium hier an zwei Stellen umschließt, lässt sich das Standbein in so ziemlich jedem Winkel ausrichten und klappt, zumindest während unseres Tests, unter dem Gewicht der Tastatur nicht ein.
Die RGB-Beleuchtung ist trotz der frei stehenden Tasten mit voller Leuchtkraft nicht zu knallig und schimmert angenehm unter den lichtundurchlässigen Tastenkappen (Keycaps) hervor. Das ist Geschmackssache – wir bevorzugen diese Art der dezenten Beleuchtung gegenüber grellem Farbfeuerwerk.
Sowohl die Tasten als auch die Switches der Xtrfy MX 10.1 haben ein niedriges Profil und sind somit deutlich flacher als die der meisten anderen mechanischen Tastaturen. Das muss man mögen, denn das Tippgefühl verändert sich dadurch ungemein.
Ausstattung
Die 100-Prozent-Tastatur arbeitet sowohl kabelgebunden als auch kabellos, dann entweder per 2,4-GHz-Funk oder per Bluetooth (5.3). Ausgestattet mit einem 4000-mAh-Akku sollen so bis zu 50 Stunden Laufzeit im Funk- und bis zu 900 Stunden Laufzeit im Bluetooth-Modus möglich sein. Letztere erklärt sich durch die typischerweise auf 125 Hz begrenzte und somit stromsparende Abtastrate via Bluetooth. Kabelgebunden unterstützt die Cherry Xtrfy MX 10.1 bis zu 8000 Hz, wodurch Verzögerungen bei der Eingabe auf ein Minimum reduziert werden sollen. Zum Vergleich: Die nach wie vor gängigste Abtastrate bei Gaming-Tastaturen ist 1000 Hz. Per Funk unterstützt das Keyboard dank des mitgelieferten Dongles bis zu 4000 Hz. Während unseres Tests nutzen wir das Keyboard per Funk-Verbindung mit RGB-Beleuchtung auf 100 Prozent und permanent mit 4000-Hz-Abtastrate sowohl tagsüber beim Arbeiten als auch abends beim Zocken. Den Sleep-Timer des Displays stellen wir auf eine Minute ein. So kommen wir problemlos auf drei bis vier Tage, bis wir die MX 10.1 wieder ans Verbindungskabel hängen. Die angegebenen 50 Stunden klingen bei ausgeschalteter Beleuchtung also durchaus plausibel.
Für eine Gaming-Tastatur ungewöhnlich sind die Low-Profile-Tastenkappen und -Switches. Die Tasten sind aus PBT-Plastik und fühlen sich erwartet griffig an beim Schreiben. Der Auslösepunkt der verbauten Cherry-MX-Low-Profile-2.0-Red-Switches liegt bei 45 cN, was ungefähr 48,8 gf entspricht. Während sich die Betätigungskraft der linearen Switches nicht wirklich von denen mit normalem Profil unterscheidet, ist die Reisedistanz bis zum Auslösen der Taste (1,2 mm) und bis zum Durchdrücken der Taste (3,2 mm) hier verkürzt. Zum Vergleich: die Reisedistanz der linearen Switches Creamy Jade, die in der Epomaker RT85 verbaut sind, liegt hier bei 1,6 mm und 3,6 mm.
Der Aluminium-Drehknopf steuert zum einen die Lautstärke, zum anderen die Keyboard-Einstellungen mit Hilfe des Displays. Die Steuerung durch die einzelnen Untermenüs ist aber relativ umständlich und so ist es, bis auf die Lautstärkeregelung, meist schneller, die betreffenden Anpassungen direkt über die Software vorzunehmen. Praktischer wäre etwa gewesen, die Funktion des Drehknopfs per gedrückter Fn-Taste zu erweitern. So müsste man zum Beispiel nicht extra in das Media-Menü navigieren, um auf Funktionen wie Pause und Play zuzugreifen, sondern könnte den Drehknopf dafür verwenden.
Software
Die Software der Xtrfy MX 10.1 Wireless trägt den Namen Cherry Utility und ist bei einer so hochpreisigen Tastatur leider sehr ernüchternd. Insgesamt gibt es nur elf verschiedene Beleuchtungseffekte, mit einem Zwölften für eigene Farbkreationen. Bei letzterem ist die Steuerung aber so unintuitiv, dass wir zuerst dachten, wir können nur eine einzige Farbe auf die Tasten legen.
Auch bei der Tastenbelegung könnte die Menüführung benutzerfreundlicher sein. Möchte man, dass eine Taste etwas anderes ausgibt, wählt man zuerst die Taste auf dem interaktiven Keyboard aus und tippt dann in ein Textfeld den gewünschten neuen Output ein, sodass aus Q etwa K wird. Andere Hersteller lösen das deutlich besser, indem sie von vornherein alle zur Verfügung stehenden Tasten grafisch separat auflisten und man diese per Klick einfach auf eine gewünschte Taste legt. In der Cherry Utility Software ist zudem nicht auf einen Blick ersichtlich, was auf einer neu konfigurierten Taste liegt. Stattdessen muss man auf die erstellte Aktion in der Liste klicken, woraufhin sich das Textfeld mit dem hinterlegten Input öffnet – sehr umständlich. Neben einem integrierten Makro-Editor gibt es auch PC-Funktionen, die man per Knopfdruck auslösen kann. So etwa der Windows-Taschenrechner.
Für den Bildschirm kann man eigene Bilder hochladen, GIFs werden allerdings nicht unterstützt. Die Abtastrate steuert sich über das Performance-Menü. Standardmäßig ist sie auf 1000 Hz eingestellt, lässt sich aber auf maximal 4000 Hz (Funk-Verbindung) und 8000 Hz (kabelgebunden) einstellen.
Tippgefühl
Wer sich das Zimmer mit anderen teilt, dürfte sich freuen, denn die Xtrfy MX 10.1 Wireless ist beim Tippen angenehm leise. Die vorgeschmierten linearen Low-Profile-Switches geben ein super gedämpftes, dumpfes Geräusch von sich, wodurch sich die Tastatur theoretisch auch prima für die Arbeit im Büro eignet. Wir tippen persönlich zwar lieber mit regulär hohen Tasten, das Schreiben auf den flachen Keycaps der MX 10.1 Wireless ist aber zugegebenermaßen echt angenehm. Ob die flacheren Tasten am Ende auch zu schnelleren Reaktionen beim Zocken führen, sei mal dahin gestellt.
Preis
Die UVP der Cherry Xtrfy MX 10.1 Wireless liegt bei 199 Euro. Aktuell gibt es sie für 189 Euro.
Fazit
Die Cherry Xtrfy MX 10.1 Wireless besticht mit ihrer makellosen Verarbeitung und einem edlen Design. Die flachen Tasten der robusten 100-Prozent-Tastatur sind Geschmackssache, fühlen sich aber beim Schreiben angenehm an. Leider hat die Software Cherry Utility einiges an Verbesserungsbedarf und wirkt bis dato eher mager. Das LCD mit Drehknopf ist praktisch, manche Funktionen lassen sich jedoch schneller über den PC steuern.
Wer eine mechanische Gaming-Tastatur mit flachen Tasten sucht und kein Problem mit einer schwachen Software hat, bekommt mit der Cherry Xtrfy MX 10.1 am Ende eine hochwertige, wenngleich teure Tastatur, die man dank geringer Lautstärke auch prima im Büro einsetzen kann.
Razer Huntsman V3 Pro TKL
Razer Huntsman V3 Pro TKL
Die Razer Huntsman V3 Pro TKL ist dank ihrer analogen optischen Schalter in der Lage, das Verhalten eines Gamepads zu imitieren. Was sie sonst noch drauf hat, zeigt der Test.
- Software bietet sinnvolle Synergien zu anderen Razer-Produkten
- Viele Einstellungsoptionen
- Onboard-Speicher und Möglichkeit, Funktionen ohne App zu steuern
- optische Switches überzeugen durch ihre Präzision & Sensibilität
- Kein gutes Schreibgefühl
- frustrierender Einrichtungsprozess
- Verarbeitung spiegelt nicht den hohen Preis wider
Razer Huntsman V3 Pro TKL im Test: Diese Gaming-Tastatur ersetzt das Gamepad
Die Razer Huntsman V3 Pro TKL ist dank ihrer analogen optischen Schalter in der Lage, das Verhalten eines Gamepads zu imitieren. Was sie sonst noch drauf hat, zeigt der Test.
Die analogen optischen Switches in der Razer Huntsman V3 Pro TKL sind aufgrund ihrer lichtbasierten Aktivierung vor allem eins: äußerst präzise. Sie sind in der Lage, feinste Unterschiede in der Betätigung zu registrieren und wiederzugeben, wodurch schnellere Reaktionen – zum Beispiel beim Zocken – möglich sind.
Während das vorrangig bei kompetitiven Games zum Tragen kommt, ist die Technologie auch imstande, das Verhalten eines Gamepads mit der Tastatur zu simulieren. So fühlt sich etwa die Steuerung von Charakteren mit WASD ähnlich an, als würde man einen analogen Stick benutzen. Inwiefern auch der Rest der Tastatur überzeugen kann, zeigt sich in unserem Test.
Lieferumfang
Die Razer Huntsman V3 Pro TKL kommt mit Verbindungskabel im Format USB-A-auf-USB-C, einer Betriebsanleitung, einem Quick Guide und einer magnetischen Handballenauflage.
Design
Nimmt man die Razer Huntsman V3 Pro TKL das erste Mal aus der Verpackung, fällt auf, dass sie ein ziemliches Leichtgewicht ist. Das ist sicherlich nicht zuletzt auch dem Plastikgehäuse geschuldet, in welchem die Elektronikinnereien der Peripherie Platz finden.
Bei den Keycaps entschied man sich für die klassischen Cherry-Profil PBT-Tastenkappen im Double-Shot-Verfahren mit lichtdurchlässigem Aufdruck. Unter den Keycaps befinden sich frei stehende analoge Razer Optical Switches der zweiten Generation.
Razer Huntsman V3 Pro TKL Tastatur im Test – Bilder
Oben rechts blickt man auf zwei Buttons – einen Macro- und einen Media-Button – sowie einen Media-Drehknopf, mit dem man die Lautstärke regelt oder stumm schaltet.
Die Anzeige über den Pfeiltasten gibt zum einen Aufschluss, ob bestimmte Tasten oder Modi der Tastatur derzeit aktiviert sind und dient außerdem als visuelle Hilfe bei der Einstellung der Betätigungspunkte, wenn man diese nicht über die Software einrichtet.
Die Oberfläche der Tastatur ist aus einer dünnen Schicht gebürstetem Aluminium. Auf der Rückseite befinden sich zwei Standfüße, die im 6-Grad- oder 9-Grad-Winkel ausklappbar sind.
Einrichtung
Nachdem man die Tastatur am PC angeschlossen hat, kann es theoretisch direkt mit Zocken oder Schreiben losgehen. Mit den Programmen Razer Synapse und Razer Chroma holt man jedoch noch mehr aus der Huntsman V3 Pro TKL. Das Problem: Razer Synapse, die Software, mit der man die Funktionen der Tastatur steuert und einrichtet, sorgte dafür, dass unser Keyboard zuerst nicht richtig funktionierte. Manche Tasteneingaben registrierte die Peripherie nicht oder gab diese auch gerne mal doppelt aus.
Erst nachdem wir die Software deinstalliert, unsere selbst erstellten Profile wieder gelöscht und manuell die Firmware upgedatet hatten, funktionierte die Tastatur wieder einwandfrei. Ein frustrierender Prozess, der bei einem Keyboard in dieser Preisklasse sehr enttäuscht.
Software
Vorneweg zu loben ist, dass die Razer Huntsman V3 Pro TKL viele Einstellungen auch ohne Software über das Keyboard ermöglicht. Möchte man das Ganze dennoch mit einem grafischen Interface modifizieren, lädt man die Programme Razer Synapse und Razer Chroma herunter. Beide Apps dienen als Schnittstelle für die meisten Geräte aus dem Razer-Ökosystem. Razer Chroma regelt dabei die RGB-Beleuchtung und Synapse die Funktionen der Tastatur.
Synapse bietet Einstellungsmöglichkeiten für die Huntsman V3 Pro TKL, die man auch von Herstellern magnetischer Hall-Effect-Tastaturen kennt, viel mehr aber nicht. Dazu zählt die individuelle Anpassung des Betätigungspunkts der verbauten Switches, Rapid Trigger sowie die Last-Key-Priority-Funktion – bei Razer Snap Tap genannt. Letztere sorgt dafür, dass immer die zuletzt gedrückte von zwei unterschiedlichen Tasten registriert wird. Hält man etwa die A-Taste gedrückt, um in einem Spiel nach links zu laufen und drückt anschließend die D-Taste, um nach rechts zu gehen, überschreibt der letzte Input den ersten, obwohl beide Tasten gedrückt sind.
Razer Huntsman V3 Pro TKL Tastatur im Test – Bilder App
Über ein in Synapse eingeblendetes Gamepad legt man die entsprechenden Funktionen per Drag & Drop auf die Tasten des Keyboards. Zudem gibt es die Möglichkeit, die Sensitivität der simulierten Joysticks und Trigger anzupassen. Anschließend verhalten sich die auserkorenen Tasten wie die Joysticks eines Gamepads. Leichtes Drücken bewegt den simulierten Stick nur ein kleines Stück weit in eine Richtung, während das Durchdrücken den Stick maximal in eine Richtung schwenkt. Dieses Feature gibt es zwar auch bei anderen Tastaturen wie etwa der Keychron K2 HE Special Edition (Testbericht), allerdings ist es generell noch wenig verbreitet.
Razer Chroma bietet eine Auswahl an Beleuchtungseffekten, die man über ein Ebenen-System einrichtet. Insgesamt gibt es zwölf verschiedene Effekte, die einen jedoch zum Großteil nicht vom Hocker hauen. Die Einstellungsmöglichkeiten der Effekte dafür umso mehr: So ist es etwa möglich, bei manchen sogar den Winkel, die Breite, Pausen sowie Auslösetaste zu bestimmen. Hat man mehrere Geräte mit Chroma-Kompatibilität, kann man diese alle mit der gleichen Software steuern und ihnen dort eine virtuelle Position zuweisen – sodass die Anordnung innerhalb des Tools der entspricht, in der sie sich auch auf dem Schreibtisch befinden. Zudem kann man die Beleuchtung der einzelnen Peripherien visuell besser aufeinander abstimmen.
So tippt es sich auf der Razer Huntsman V3 Pro TKL
Zuallererst ist uns die hohe Lautstärke, die die Tasten der Huntsman V3 Pro TKL beim Schreiben erzeugen, aufgefallen. Es klappert und scheppert ganz schön und an manchen Stellen erzeugte auch die Feder im Inneren der Schalter beim Zurückspringen ein metallenes Geräusch. Eine feingetunte Geräuschkulisse klingt anders. Die PBT-Tastenkappen fühlen sich jedoch gewohnt gut beim Tippen an. Zum Zocken sind Tasten und Schalter ideal, beim längeren Schreiben könnte einem das Geratter und Geschepper der Tasten jedoch auf die Nerven gehen.
Preis
Die UVP der Razer Huntsman V3 Pro TKL liegt bei 250 Euro. Aktuell bekommt man sie bereits für 161 Euro.
Fazit
Die Razer Huntsman V3 Pro TKL macht auf dem Papier einiges richtig: Features wie Rapid Trigger und Snap Tap unterstützen einen beim Zocken und bringen ein Spielgefühl mit sich, wie man es von herkömmlichen mechanischen Tastaturen nicht kennt. An dieser Front überzeugt die Huntsman V3 Pro TKL, erfindet das Rad allerdings auch nicht neu. Manche Features von Razer Synapse und Razer Chroma sind vor allem für diejenigen interessant, die bereits Teil des Razer-Ökosystems sind oder planen, es in Zukunft zu werden. Enttäuschend ist vor allem die Ersteinrichtung der 250-Euro-Tastatur, die zumindest in unserem Test hauptsächlich durch Konflikte mit Razer Synapse ganz und gar nicht reibungslos verlief. Das darf in dieser Preiskategorie einfach nicht sein.
Scheppernde und hallende Tasten sowie ein hauptsächlich aus Plastik bestehendes Gehäuse lassen leider nicht vermuten, dass es sich um eine Premium-Tastatur handelt. Auf der technischen Seite gibt es jedoch einige Aspekte, die gefallen: etwa die Möglichkeit, auch ohne Software über die Tastatur direkt Macros aufzuzeichnen oder die Auslösepunkte der Switches einzurichten. Hat man die Ersteinrichtung überstanden, liefert die Software jedoch viel Spielraum, das Keyboard zu individualisieren und den eigenen Gaming-Bedürfnissen anzupassen. Wenn man bereits im Razer-Ökosystem ist, kann die Huntsman V3 Pro TKL aufgrund ihrer Integration in ebendieses sicherlich eine sinnvolle Ergänzung sein, für alle anderen ist der Blick zu anderen Herstellern eventuell ratsamer.
Be Quiet Light Mount
Be Quiet Light Mount
Mit der Light Mount liefert Be Quiet eine günstigere Alternative zur Dark Mount. Weniger modular, aber genauso präzise und leise beim Schreiben. Wir bringen Licht ins Dunkel und zeigen, wie sie sich im Gesamtpaket schlägt.
- sehr leise
- optimiertes Schreiberlebnis
- RGB-Beleuchtung kommt dank LED-Strip besser zur Geltung
- Keine TKL-Variante erhältlich
- teuer für das, was sie mitbringt
- Auswahl an RGB-Effekten lässt zu wünschen übrig
Be Quiet Light Mount Gaming-Tastatur im Test: leise beim Zocken und im Büro
Mit der Light Mount liefert Be Quiet eine günstigere Alternative zur Dark Mount. Weniger modular, aber genauso präzise und leise beim Schreiben. Wir bringen Licht ins Dunkel und zeigen, wie sie sich im Gesamtpaket schlägt.
Mit Light Mount und Dark Mount (Einzeltest) liefert Be Quiet ein Doppelpack an Tastaturen, die laut Hersteller vor allem eins versprechen: leise zu sein. Das gelingt auch vollends. Abgesehen davon sollen die Tastaturen aber auch ideal beim Zocken unterstützen – nicht zuletzt auch durch die mitgelieferte Software. In welchen Punkten sich die kostengünstigere Light Mount unterscheidet und ob sie trotz mancher Abstriche eine gute Figur macht, zeigt der Test.
Lieferumfang
Neben der Tastatur liegt das USB-A-auf-USB-C-Kabel mit Nylon-Ummantelung zum Anschließen der Peripherie bei. Für den Komfort ist außerdem eine Handballenauflage mit Schaumstoffpolsterung inkludiert. Ein 2-in-1 Tastenkappen- und Schalterzieher ist ebenfalls Teil des Gesamtpakets.
Design
Im Vergleich zur deutlich teureren Schwester ist die Light Mount ein vollwertiges 100-%-Keyboard (mit ein paar Extras). Ein weiterer Unterschied sind die fehlenden Komponenten, die aus dem Dark Mount ein modulares Keyboard machen. Das macht die Light Mount aber nicht weniger schick – im Gegenteil. Auch hier gefällt das gebürstete Aluminium, welches das Gros der Oberfläche bedeckt. Besonders sticht jedoch der breite LED-Streifen, der sich am oberen Rand des Keyboards entlang zieht, hervor. Im Vergleich zur Dark Mount, bei der sich die LEDs seitlich um das gesamte Keyboard ziehen, wird man hier direkt frontal beleuchtet. Das muss man natürlich mögen.
Auch die Light Mount hat diverse Multimedia-Steuerungsmöglichkeiten. Allen voran der Aluminiumdrehknopf, welcher oben links neben der Escape-Taste Platz findet. Dieser fühlt sich – dank der geriffelten Oberfläche – nicht nur gut an, sondern gibt beim Drehen auch ein befriedigendes Klicken von sich. Oben auf dem Knopf befindet sich ein darin eingelassener Mute-Button sowie ein LED-Ring. Direkt unter dem Drehkopf sind fünf senkrecht aufgereihte M-Tasten platziert. Auf ihnen sind standardmäßig Media-Control-Funktionen wie Pause und Skip hinterlegt. Dank der Software programmiert man die Funktionen der Tasten aber jederzeit wahlweise um.
Unter dem Keyboard befinden sich zwei kurze LED-Streifen, die jeweils an der linken und rechten Seite angebracht sind. Die Idee ist nett, der LED-Rahmen des teureren Pendants unterstreicht die Festbeleuchtung der Tasten allerdings einfach besser.
Bei der Light Mount verwendet man ebenfalls PBT-Double-Shot-Tastenkappen mit transparenter Schrift, wodurch sich die RGB-Beleuchtung einwandfrei ihren Weg bahnt.
Für die Füße der Tastatur wählt Be Quiet die fest verbaute Variante, ausklappbar in zwei Höhenstufen.
Trotz fehlender modularer Bestandteile überzeugt auch die Light Mount im Großen und Ganzen mit ihrem Design, wenngleich wir uns für das günstigere Modell ebenfalls einen voll umfassenden LED-Rahmen gewünscht hätten. Der Drehknopf fügt sich jedoch gut in die edle Optik der gebürsteten Aluminiumoberfläche ein. Schade ist, dass es die Tastatur ausschließlich im 100-Prozent-Format gibt und keine TKL-Variante angeboten wird.
Be Quiet Light Mount im Test – Bilder
Inbetriebnahme
Wie bei anderen Keyboards mit Software-Unterstützung sollte auch hier zuerst die Installation der App erfolgen, bevor man die Tastatur verwendet. Das liegt vordergründig daran, dass über die Software häufig das Firmware-Update des Keyboards erfolgt. Per mitgeliefertem USB-Kabel verbindet sich die Tastatur mit dem PC. In der Regel weist die Software IO Center automatisch auf ein verfügbares Update hin. Ist die Tastatur aktualisiert, stehen auch die anderen Funktionen der App vollständig zur Verfügung.
Software
Das IO Center liefert für die Light Mount dieselben Funktionen wie für die Dark Mount, aber natürlich ohne die der modularen Komponenten.
Die Beleuchtungseinstellungen ermöglichen es, die Farben aller Tasten anzupassen und über sieben verschiedene Ebenen hinweg einzurichten. So leuchten zum Beispiel, wenn man möchte, die Tasten W, A, S und D in einem statischen Pink, während die restlichen Tasten in pulsierendem Grün erstrahlen.
Da es sich um die gleiche Software wie bei der Dark Mount handelt, gibt es auch hier nur sechs verschiedene Effekte – das finden wir schade. Der reaktive Effekt kommt zudem kaum zur Geltung, da die gedrückte Taste nur kurz in einer anderen Farbe aufleuchtet. Hier wäre eine optionale kaskadierende Bewegung schön gewesen, die sich auf die darum liegenden Tasten ausbreitet.
Über das Key-Binding-Menü verändert man die Tastenbelegung der Light Mount. Besonders spannend ist hier, dass auch dem Drehknopf andere Funktionen zuweisbar sind. Dazu bietet die Fn-Taste eine zusätzliche Möglichkeit, Tasten doppelt zu belegen. Funktionen wie Ordner öffnen und Mausinteraktionen wie Scrollen oder Links- und Rechtsklick sind unter anderem vorhanden.
Das IO Center ist außerdem in der Lage, Makros mit oder ohne Verzögerung aufzuzeichnen. Anschließend legt man die erstellten Makros über das Key-Binding-Menü auf eine beliebige Taste. Das Ganze funktioniert problemlos und ist schnell umgesetzt.
Interessanterweise machte die Software bei der Light Mount keine Probleme und behielt, im Gegensatz zur Dark Mount, die abgespeicherten Beleuchtungsprofile bei. Auch hing sie sich nicht auf, wie es ebenfalls bei der Dark Mount der Fall war.
Ohne diese Probleme macht die Software einen guten Job. Die Bedienoberfläche ist verständlich aufgebaut und die Tooltips geben weitere Informationen zu den einzelnen Menüpunkten.
Tippgefühl
In unserer Light Mount wurden lineare Orange-Linear-Switches verbaut, die dank der Hot-Swap-Unterstützung des Keyboards aber jederzeit bei Bedarf den Platz mit anderen 5-Pin-MX-Schaltern wechseln. Mag man es lieber taktil, gibt es die Light Mount auch mit Black-Tactile-Switches zu kaufen.
Die linearen Silent-Schalter, die sich in der Light Mount befinden, werden ihrem Namen mehr als gerecht, denn sie sind wahrlich leise und komplimentieren die verwendete Geräuschdämmung. Im Vergleich zur taktilen Variante verzichten lineare Schalter auf den spürbaren Widerstand beim Tippen. Das bedeutet zum einen, dass sie einfacher zu betätigen sind, da sie eine geringere Auslösekraft erfordern und zum anderen, dass sie dadurch auch minimal schneller ausgelöst werden.
Be Quiet hat neben den Switches auch die Stabilisatoren vorgeschmiert, um die Geräusche beim Tippen auf ein Minimum zu reduzieren. Das Gesamtpaket überzeugt: Das Betätigen der Tasten fühlt sich präzise an und es entsteht kein Hall. Besonders fällt das bei der Leertaste auf, die bei anderen Keyboards gerne mal knarzt oder hallt, wenn sie in ihre Ausgangsposition zurückspringt. Logischerweise ist das nicht jedermanns Geschmack. Wenn man auf Geräusche beim Tippen steht, ist man hier definitiv falsch beraten.
Preis
Die UVP der Light Mount liegt bei knapp 170 Euro, derzeit ist sie jedoch schon für 140 Euro zu bekommen. Wie auch bei der Dark Mount macht die Wahl der Switches beim Preis keinen Unterschied.
Fazit
Mit der Light Mount liefert Be Quiet eine kostengünstigere Alternative zur deutlich umfangreicheren Dark Mount. Während man sich bei beiden Versionen auf präzises und leises Tippen freuen kann, wird das Gesamtpaket der Light Mount von der Dark Mount etwas in den Schatten gestellt. Zwar macht die Software bei ihr einen deutlich besseren Job als bei der Dark Mount, jedoch bleiben Kritikpunkte wie eine geringe Auswahl an Beleuchtungseffekten weiterhin bestehen.
Zieht man all das ab, was die teurere Schwester hervorstechen lässt, bleibt bei der Light Mount das zugegebenermaßen ausgezeichnete Schreiberlebnis und die solide Verarbeitung des Keyboards zurück. Das kann für viele auch schon Kaufgrund genug sein, jedoch ist die unverbindliche Preisempfehlung von knapp 170 Euro trotz Hot-Swap-Unterstützung nicht gerade ein Schnäppchen. Stört einen der Preis und die fehlende Flexibilität nicht, kann man hier durchaus zuschlagen. Möchte man mehr Funktionen, greift man besser bei der teureren Dark Mount zu oder schaut sich bei anderen Herstellern um.
Be Quiet Dark Mount
Be Quiet Dark Mount
Mit der modularen Tastatur Dark Mount wagt das deutsche Unternehmen Be Quiet den ersten Versuch, auf dem Keyboard-Markt Fuß zu fassen. Ob das ungewöhnliche Konzept aufgeht, verrät der Test.
- Zuschaltbare Funktionen dank modularem Design
- Sehr leise durch aufwendige Geräuschdämmung
- Individualisierbare Display-Tasten
- Software noch unausgereift
- Geringe Auswahl an Beleuchtungseffekten
Das Schweigen der Finger: Mechanische Tastatur Be Quiet Dark Mount im Test
Mit der modularen Tastatur Dark Mount wagt das deutsche Unternehmen Be Quiet den ersten Versuch, auf dem Keyboard-Markt Fuß zu fassen. Ob das ungewöhnliche Konzept aufgeht, verrät der Test.
Die Be Quiet Dark Mount verspricht, geräuscharmes Tippen mit innovativem modularem Design zu verbinden und damit eine hoch individualisierbare Tastatur zu liefern. Im Klartext bedeutet das, dass aus der kompakteren TKL-Tastatur im Handumdrehen ein vollwertiges Keyboard wird. Die dafür benötigten Komponenten werden mitgeliefert. So soll das Gerät den Bedürfnissen anpassbar sein. Möchte man einen First Person Shooter spielen, verzichtet man auf das Numpad, um mehr Platz auf dem Tisch für die Mausbewegungen zu haben. Zockt man ein MMORPG, fügt man den Ziffernblock an der Tastatur an, um auf die zusätzlichen Display-Tasten zugreifen zu können. Die Idee klingt super auf dem Papier, doch wie schlägt sich die wandelbare Tastatur in der Praxis?
Lieferumfang
Bestellt man sich die Be Quiet Dark Mount nach Hause, erhält man eine wahrlich – im positiven Sinne – vollgestopfte Box. Während einen nach dem Öffnen der Verpackung zuerst die Tastatur begrüßt, befinden sich auf den Ebenen darunter die ganzen Einzelteile, die aus der TKL-Tastatur ein modulares Keyboard machen. Verbunden wird das Gerät mit einem USB-A-auf-USB-C-Kabel, welches dank Nylonbestoffung sehr robust ist.
Die weitaus spannenderen Komponenten des Gesamtpakets bilden jedoch das Media-Dock und das Numpad, welche wahlweise links oder rechts an der Tastatur Platz finden oder eben gar nicht, wenn man sie vorerst als reines TKL-Keyboard nutzen möchte.
Ebenfalls Teil der Ausstattung ist eine zweigeteilte Handballenstütze mit Schaumstoffpolsterung, die sich per Magnet an die Dark Mount anheftet. Um die Ergonomie der Tastatur auszubauen, gibt es acht mit Magneten versehene Plastikkappen, die als Füßchen der Tastatur dienen und wie auch die Handballenauflage magnetisch an der Dark Mount Halt finden.
Design
Die Dark Mount von Be quiet versteht sich als modulare Tastatur. Das bedeutet, dass sie durch zusätzliche Komponenten erweiterbar ist. Ohne diese ist sie ein TKL-Keyboard und somit etwas platzsparender als eine regulär große 100-Prozent-Tastatur. Während der Großteil des Gehäuses aus Plastik ist, erhält die Oberfläche der Peripherie eine Schicht aus gebürstetem Aluminium. Das sieht auch schick aus, kommt aber dank des RGB-Leuchtfeuers nicht so gut zur Geltung. Im Unterschied zu den meisten anderen TKL-Tastaturen ist sie nach oben hin deutlich länger, um Platz für das Media-Dock zu schaffen.
Unmittelbar unter der Aluminiumoberfläche befindet sich ein LED-Rahmen, der einmal komplett um die Tastatur herum gefasst ist. An der linken und rechten Seite des Keyboards findet sich jeweils eine magnetische Abdeckung, hinter der sich ein USB-C-Anschluss verbirgt. An diesen passt das mitgelieferte Numpad.
Hier zeigt sich auch das hervorragend durchdachte Design der Dark Mount, denn das Numpad kann dank eines Schiebemechanismus sowohl links als auch rechts am Keyboard angebracht werden. Durch Hereindrücken des Schiebereglers bewegt man diesen in eine der beiden Richtungen, wodurch ein USB-C-Konnektor herausfährt. Dieser verbindet die Tastatur mit dem Numpad und die eingelassenen Magnete geben zusätzlichen Halt. Die Oberfläche des Numpads ist ebenfalls aus gebürstetem Aluminium und wie auch bei der Tastatur ist es von LEDs umrahmt.
Weniger wertig fühlt sich hingegen das Media-Dock an. Im Vergleich zum Numpad wirkt dieses sehr fummelig und verzichtet obendrein auf die ansonsten verwendete Aluminiumoberfläche. Platz findet es am oberen Rand der Tastatur. Hier ist jeweils links und rechts ein USB-C-Port eingelassen, um das Dock zu verbinden.
Bei den Tasten hat man sich für PBT-Plastik im Double-Shot-Verfahren und eine transparente Beschriftung, durch die die darunter liegende RGB-Beleuchtung hindurch scheint, entschieden.
Die mitgelieferte Handballenauflage ist dank Schaumstoffpolsterung nicht nur bequem, sondern fügt sich durch die in ihr verarbeiteten Magnete mit einem befriedigenden Klick an die Tastatur an. Auch an dieser Stelle hat man beim Design mitgedacht, denn die Handballenauflage ist zweigeteilt. Das zusätzliche Stück findet, wenn das Numpad im Betrieb ist, unter diesem Platz und erweitert so die Auflage bei Bedarf.
Generell merkt man, dass sich Be Quiet im Hinblick auf das Design viele Gedanken gemacht hat. Nur das Media-Dock reiht sich nicht in das ansonsten schlüssige Design-Konzept ein und fällt aufgrund seines billig wirkenden Plastikgehäuses negativ auf.
Be Quiet Dark Mount im Test – Bilder
Inbetriebnahme
Wie auch bei anderen Tastaturen mit Software ist es ratsam, die Be Quiet Dark Mount zuerst auf die aktuellste Firmware upzudaten. Da es sich bei ihr um eine rein kabelgebundene Tastatur handelt, wird sie ohnehin per mitgeliefertem USB-A-auf-USB-C-Kabel mit dem PC verbunden. Zuvor sollte man jedoch das IO Center installiert haben. Dahinter verbirgt sich die Software, mit der man das Keyboard nach eigenem Ermessen konfiguriert. Über den Menüpunkt Produkteinstellungen bringt man die Firmware auf den neuesten Stand. Das Updaten kann unter Umständen etwas länger dauern, anschließend ist die Tastatur allerdings in vollem Umfang einsatzbereit. Der ganze Prozess verlief erwartungsgemäß unkompliziert.
Software
Beim ersten Starten des IO Centers erhält man eine kurze Übersicht zu den Funktionen der App und kann danach auch schon direkt loslegen. Aufgeteilt ist die Software in die Rubriken Beleuchtung, Key Binding, Media Dock und Produkteinstellungen.
Für die Beleuchtung der Dark Mount gibt es verschiedene Voreinstellungen; wer sich kreativ austoben möchte, kann Farbkompositionen und -effekte selbst zusammenstellen. Jede Taste ist theoretisch einzeln farblich anpassbar. Da nach sieben unterschiedlichen Ebenen jedoch Schluss ist, macht es mehr Sinn, ganze Tasten-Cluster auszuwählen. Das geht über die in der Software abgebildete Tastatur. Insgesamt liefert das Tool allerdings nur sechs unterschiedliche Effekte, was etwas zu wünschen übrig lässt.
Neben der Beleuchtung der Tasten sind vor allem die Key-Binding-Optionen interessant. Zusätzlich zu den regulären Tasten richtet man hier die Display-Tasten über dem Numpad ein. Jeder der acht transparenten Buttons erhält dabei – wenn gewünscht – eine dedizierte Funktion und ein eigenes Icon. Möglich ist zum Beispiel, ein Programm zu starten, einen Ordner zu öffnen oder ein Makro auszuführen. Gerade für häufig gebrauchte Anwendungen oder Tastenkombinationen ist das natürlich hilfreich – außerdem sieht es einfach cool aus. Die Icons wählt man entweder aus der vorhandenen Bibliothek aus, die jedoch zum Zeitpunkt des Tests nur eine sehr beschränkte Anzahl zur Verfügung stellt, oder lädt selbst welche hoch. Auch die vier beleuchteten Buttons des Media-Docks richtet man über dieses Menü ein.
Selbst das Media-Dock kann individualisiert werden: Über den Menüpunkt Media Dock verändert man die Farbe der Schrift und lädt ein eigenes Bild für den Bildschirmschoner des Docks hoch. Auch das klappt reibungslos.
Während des Tests lief sich die Software leider nicht ganz rund. Wurde der PC neu gestartet oder normal hochgefahren, registrierte das Programm regelmäßig die bereits eingerichtete Tastatur fälschlicherweise als neues Gerät. An und für sich nicht dramatisch, da sich dann immer ein Dialogfenster öffnete, um Einstellungen der Tastatur beizubehalten oder von der Software zu importieren, dennoch nervig. Weitaus frustrierender war die Tatsache, dass das von Hand eingerichtete Beleuchtungsprofil immer wieder in den Standardmodus wechselte. Das Ganze wirkte sehr willkürlich, da dies manchmal beim Spielen passierte, manchmal beim Tippen im Webbrowser oder sogar, wenn die Tastatur gar nicht aktiv im Einsatz war. Sogar während des Schreibens dieser Zeilen konnten wir aktiv beobachten, wie die Beleuchtung wieder ins Standardprofil wechselte.
Außerdem passierte es mehrmals, dass sich die Tastatur kurzzeitig aufhing, während wir die Beleuchtung einrichteten und einmal sogar komplett vom PC abgesteckt werden musste, um sie wieder in Betrieb zu nehmen.
Während die Einrichtung der Tastenbelegung problemlos funktionierte, sorgte die Beleuchtung der Tastatur für Frustration und zeigte deutliche Schwächen der Software auf, die den Spaß der versprochenen Individualisierungsmöglichkeiten zum Teil ausbremsten. Besonders in dieser Preisklasse darf man hier mehr erwarten.
Tippgefühl
Nachdem die Software für Ernüchterung sorgt, holt die Tastatur einen beim Tippen wieder ab. Durch die dreifache Dämpfung via Schaumstoffmatten und Silikonschicht werden Geräusche fast vollständig unterdrückt – übrig bleibt einzig ein wohlig klingendes “Tonk“ beim Tastenanschlag. Durch die herausragende Geräuschisolierung, die vorgeschmierten Schalter und die Stabilisatoren gibt es auch keinen hohl klingenden Hall, wenn die Taste zurück in ihre Ausgangsposition springt. Wer eine Gaming-Tastatur sucht, mit der man ohne Probleme auch im Büro arbeiten kann, findet mit der Dark Mount definitiv eine ideale Kombilösung.
An die taktilen Switches muss man sich gewöhnen, wenn man – wie der Tester – für den Eigengebrauch hauptsächlich lineare Schalter verwendet, da taktile Schalter eine höhere Auslösekraft erfordern. Während des Tests ist es eingangs häufig passiert, dass manche Tasten nicht mit ausreichend Druck angeschlagen wurden, wodurch die Tastatur Buchstaben oder teilweise ganze Wörter nicht registrierte. Das ist jedoch kein Defekt des Geräts, sondern gänzlich auf das zu Beginn ungewohnte Tippgefühl zurückzuführen.
Zum Vergleich: Der Tester nutzt im Alltag eine Tastatur mit linearen Cherry-MX-Silent-Red-Switches, deren Betätigungskraft bei 45 g liegt, während die Betätigungskraft der von Be Quiet ganz simpel getauften Black-Tactile-Schalter bei 55 g liegt. Der Unterschied ist spürbar und liefert – nicht zuletzt auch dem taktilen “Bump“ geschuldet – ein gänzlich anderes Schreibgefühl. Fakt ist jedoch, dass man sich zügig daran gewöhnt.
Am Ende kommt es auf die eigene Präferenz an, ob man das taktile Feedback des Schalters mag oder nicht. Für die, die lieber mit linearen Switches arbeiten, gibt es die Tastatur auch mit Linear-Orange-Schaltern. Ansonsten tauscht man sie einfach direkt gegen andere aus – dank der Hot-Swap-Unterstützung geht das super einfach. Die Dark Mount akzeptiert hierbei 5-Pin-MX-Switches.
Preis
Die UVP der Be Quiet Dark Mount liegt bei rund 260 Euro, unabhängig davon, für welchen Switch-Typ man sich entscheidet. Aktuell kostet sie 235 Euro.
Fazit
Be Quiet liefert mit der Dark Mount nicht nur ein kompetentes, gut durchdachtes und hochwertig verarbeitetes Keyboard, sondern wagt mit ihr auch den ersten Schritt auf den Tastatur-Markt. Dieser gelingt jedoch nicht ganz ohne zu stolpern, denn die Software schränkt derzeit das Potenzial der mechanischen Tastatur mehr ein, als es zu entfalten. Zwar beeinträchtigen die Probleme dieser nicht die wichtigsten Funktionen der Tastatur, sind bei einem Preis von rund 260 Euro aber nur schwer zu ignorieren.
Genau diese Funktionen sind es auch, die die Dark Mount attraktiv machen. Der modulare Aufbau der Peripherie überzeugt durch die reibungslose Inbetriebnahme, das gut durchdachte Design und die daraus entstehenden Individualisierungsmöglichkeiten. Gepaart mit den gewollt leisen Tastenanschlägen ist sie sowohl im Büro als auch beim Zocken einsetzbar. Wer keinen Wert auf die Erweiterbarkeit der Tastatur legt, bekommt trotz alledem ein hervorragendes Schreiberlebnis geboten, muss sich jedoch fragen, ob das alleine den Preis rechtfertigt. Alle anderen bekommen mit der Be Quiet Dark Mount eine vielseitig einsetzbare, hochwertige Tastatur, deren von Kinderkrankheiten geplagte Software den Spaß derzeit etwas ausbremst.
Sharkoon Crystal Shark
Sharkoon Crystal Shark
Die Sharkoon Crystal Shark besticht mit ihrem transparenten Design und austauschbaren Schaltern, die die RGB-Beleuchtung hervorheben. Überzeugt auch das Gesamtpaket?
- Auffälliger Transparent-Look, der RGB-Beleuchtung hervorhebt
- Hot-Swap-Tastatur zu einem angenehmen Preis
- Tools zum Entfernen von Tastenkappen und Schaltern werden mitgeliefert
- Tastenkappen anfällig für Fett- und Fingerabdrücke
- Tastaturabdeckung stört beim Tippen und Zocken
Sharkoon Crystal Shark im Test: Transparente Tastatur mit viel Bling-Bling
Die Sharkoon Crystal Shark besticht mit ihrem transparenten Design und austauschbaren Schaltern, die die RGB-Beleuchtung hervorheben. Überzeugt auch das Gesamtpaket?
Die Crystal Shark vom deutschen Hersteller Sharkoon bringt neben ihrem auffälligen Look auch ein immer mehr gefragtes und von Käufern erwartetes Feature mit sich – das Hot Swapping. Es ist nicht nur deswegen praktisch, weil man abgenutzte Schalter jederzeit während des laufenden Betriebs gegen neue austauschen kann, sondern auch, weil man so die Tastatur nach den eigenen Vorstellungen anpassen kann. Damit liefert sie etwas, das man sonst bei Sharkoon-Tastaturen häufig vermisst. Abgesehen davon kommt sie mit den gewohnten Einschränkungen einer Sharkoon-Tastatur daher. Für wen die Crystal Shark schlussendlich etwas ist, zeigt der Test.
Lieferumfang
Die Sharkoon Crystal Shark kommt im schlicht gehaltenen Karton daheim an. Top: Auf Plastik wird bei der Verpackung gänzlich verzichtet. Neben der Tastatur erhält man ein USB-A-auf-USB-C-Verbindungskabel mitsamt Dongle für den 2,4-GHz-Funk-Modus. Positiv zu erwähnen ist hier, dass der Dongle per Halterung am Verbindungskabel befestigt ist, wenn er nicht gerade am PC steckt. Dadurch entgeht man dem Verlegen des winzigen Sticks. Ebenfalls dem Keyboard beiliegend sind ein Tastenkappen- und Schalterentferner. Obendrein gibt es zu guter Letzt noch zwei Ersatz-Schalter.
Auf der Tastatur selbst liegt eine magnetische Gehäuseabdeckung, deren Magnete unerwartet stark sind. Nimmt man diese ab, stehen die Tasten frei, was vorrangig nützlich ist, wenn man die Keycaps oder die Schalter austauschen möchte. Eine Betriebsanleitung liegt der Tastatur allerdings nicht bei, diese muss man aus dem Internet herunterladen.
Design
Das Erste, was bei der Sharkoon Crystal Shark ins Auge fällt, sind die Polycarbonat-Tasten. Diese leicht transparenten Tasten geben dem Keyboard nicht nur einen auffälligen Look, sondern fühlen sich auch deutlich anders an beim Tippen als Keycaps aus PBT-Plastik. Generell erinnert die gesamte Optik der Tastatur etwas an die Unterhaltungselektronik aus den Neunzigern und frühen Zweitausendern, wie die Gameboys, die teilweise auch mit transparentem Gehäuse daherkamen. Das Keyboard ist jeweils in Schwarz und in Weiß verfügbar. Die obere Hälfte der Tastatur ist in einer durchgängigen Farbe gehalten, wohingegen die untere Hälfte den gleichen Transparent-Look hat wie die Tasten.
Dreht man die Sharkoon Crystal Shark um, blickt man dank des durchsichtigen Gehäuses auf die Platine des Keyboards. Auch die RGB-Beleuchtung blitzt hier auf – sofern sie denn aktiv ist. Die Crystal Shark hat, wie es standardmäßig der Fall ist, zwei ausklappbare Füße, um die Höhe der Tastatur in zwei Stufen anzupassen.
Die magnetische Gehäuseabdeckung platziert sich mit einem befriedigenden Klicken auf der Tastatur und sitzt danach auch bombenfest. Ärgerlich: Liegt die Abdeckung auf der Tastatur, reibt sich in unserem Fall die Strg-Taste häufig an ihr, was sich beim Tippen nicht gut anfühlt und manchmal dafür sorgt, dass die Taste auf halbem Weg hängen bleibt. Besonders beim Zocken ist das nervig, da dort die Strg-Taste häufiger Verwendung findet. Ist die Abdeckung aber entfernt, macht auch die Taste keine Probleme mehr.
Oben links, zwischen der Esc-Taste und der F1-Taste, befinden sich drei LEDs. Diese zeigen an, ob die Capslock-Taste aktiv ist, die Windows-Taste gesperrt ist und wie es um den Akkustand der Tastatur steht.
Entlang des oberen Rands der Crystal Shark ist ein Wipp-Schalter platziert, mit dem man die Tastatur einschaltet und zwischen den Verbindungsmodi wechselt. Dieser ist jedoch etwas widerspenstig, und so ist es beim Ausschalten der Tastatur regelmäßig passiert, dass man über die Position hinausschießt und das Keyboard stattdessen in den kabellosen oder kabelgebundenen Verbindungsmodus wechselt.
Etwas neben dem Wipp-Schalter befindet sich ein USB-C-Port, über welchen sich das Keyboard mit dem PC verbindet und den Akku auflädt. Bereits nach zwei Tagen im Gebrauch rieb sich jedoch die aufgedruckte Schrift über dem Wipp-Schalter fast gänzlich ab, was schade ist. Eine Radierung der Schrift in das Gehäuse wäre an dieser Stelle deutlich sinnvoller.
Die Polycarbonat-Tasten sind definitiv ein Blickfang, haben aber auch ihre Nachteile. Das Material ist anfällig für Fett-Flecken und Fingerabdrücke, die durch die natürlichen Öle der Haut entstehen können. Bereits nach einem Tag im Gebrauch konnte man diese deutlich auf der ausgeschalteten Tastatur wahrnehmen. Wenn einen das sehr stört, sollte man auf andere Tastenkappen wechseln oder eine gänzlich andere Tastatur kaufen. Auch Kratzer sind aufgrund des weicheren Plastiks im Vergleich zu PBT-Keycaps nach längerem Gebrauch eine Begleiterscheinung. Ein Austausch der Tastenkappen ist dank des mitgelieferten Werkzeugs jedoch schnell und einfach erledigt.
Wie es sich für Tastaturen gehört, die sich primär an Zocker richten, verfügt auch die Crystal Shark über eine RGB-Beleuchtung. Diese wird, wie es bei Sharkoon-Tastaturen üblich ist, nicht über eine Software gesteuert, sondern ausschließlich über Tastenkombinationen auf der Tastatur. Insgesamt 18 Beleuchtungseffekte bringt das Keyboard mit sich, wobei auch eine selbsterstellte Beleuchtung möglich ist. Die RGB-Effekte kommen dank der transparenten Keycaps viel besser zur Geltung und komplimentieren so das Gesamtdesign der Tastatur.
Als TKL-Tastatur (Tenkeyless) fehlt ihr traditionell das Numpad. Wer also auf dieses angewiesen ist, muss auf ein externes Numpad zurückgreifen.
Inbetriebnahme
Der Ersteinsatz der Sharkoon Crystal Shark ist denkbar einfach. Da es für die Tastatur keine Software gibt, steckt man ganz simpel den Dongle am PC ein oder verbindet sie per mitgeliefertem USB-Kabel mit ebendiesem. Anschließend schaltet man das Keyboard ein. Nach wenigen Sekunden hat der PC die Tastatur erkannt und eingerichtet – mehr ist nicht nötig.
Die insgesamt 18 verschiedenen Beleuchtungseffekte steuert man über die Fn-Taste. Auch die Frequenz und Intensität der Beleuchtung verändert man so. Wie auch bei der Sharkoon Purewriter W65 (Testbericht) ist die Auswahl an vorhandenen Effekten zufriedenstellend, liefert jedoch nichts Weltbewegendes. Der Workflow ist dafür leicht verständlich und schnell verinnerlicht. Man tauscht hier ganz klar die Vielfalt an Einstellungsmöglichkeiten einer dedizierten Software gegen die schnelle und einfache Handhabung der Effekte per Knopfdruck ein. Das Einrichten von Makros oder umprogrammierbare Tasten sucht man bei der Crystal Shark vergebens.
Der Wechsel von kabelgebunden zu kabellos funktioniert, ist jedoch nicht immer ganz so reibungslos wie gewünscht. Auffällig war, dass es dann passierte, wenn die Tastatur vom kabelgebundenen Zustand in den kabellosen versetzt wurde. Andersherum gab es keine Probleme.
Achtung: Das Keyboard unterstützt laut Anleitung nur PCs, die mit Windows betrieben werden. Linux-, Mac- oder Android-Nutzer gehen hier leider leer aus. Verwirrend ist jedoch, dass weiter hinten in der Anleitung von einer Tastenkombination zum Umschalten der Tastatur zwischen Mac und Windows-PC die Rede ist. Drückt man diese, passiert jedoch augenscheinlich nichts. Da während des Tests kein Mac-Gerät zur Verfügung stand, konnte die Funktion jedoch nicht vollständig getestet werden.
Wie tippt es sich auf der Sharkoon Crystal Shark?
Die Crystal Shark ist von Werk aus mit linearen, geschmierten Schaltern von KTT ausgestattet. In Kombination mit den Polycarbonat-Tasten sorgen sie für ein angenehmes Klackern beim Tippen. Die Schalter weisen eine Auslösekraft von 43 ± 5 g auf, mit einer Distanz zum Auslösepunkt von 1,9 ± 0,3 mm. Das bedeutet primär, dass sie beim Tippen einfacher betätigt werden, es kann aber auch dafür sorgen, dass ungewollte Tasteneingaben stattfinden, wenn man zuvor mit einer höheren Auslösekraft gearbeitet hat. Schließlich sind Auslösekraft und Distanz Geschmackssache, wobei beim Zocken häufiger lineare Schalter aufgrund der schnelleren Betätigung bevorzugt werden.
Die Tasten selbst sind etwas gewöhnungsbedürftig, was nicht zuletzt der sehr glatten Oberfläche geschuldet ist, die den starken Kontrast zu den sonst eher rau texturierten PBT-Keycaps darstellt. Der Vorteil der Crystal Shark ist hier natürlich ganz klar, dass man sowohl Tasten als auch Schalter jederzeit austauschen und sie somit dem eigenen Geschmack anpassen kann. Das Keyboard akzeptiert 3- oder 5-Pin-Schalter.
Preis
Regulär kostet die Sharkoon Crystal Shark 80 Euro – derzeit liegt der Preis jedoch bei 45 Euro. Sie zählt damit definitiv zu den günstigeren Optionen, wenn es um mechanische Hot-Swap-Tastaturen geht, preiswertere Alternativen gibt es aber dennoch.
Fazit
Die Sharkoon Crystal Shark sticht vorwiegend durch ihr Design hervor. Die transparenten Polycarbonat-Tasten sieht man nicht alle Tage auf einer Tastatur und sie erweisen sich definitiv als ein Hingucker, vorrangig in Kombination mit der RGB-Beleuchtung, die dadurch perfekt zur Geltung kommt – das Tippen auf ihnen muss man jedoch mögen. Nicht alles am Design geht auf, da die abnehmbare Tastaturabdeckung eher stört und zumindest während des Tests das Tippen beeinträchtigt hat.
Mit der Crystal Shark bekommt man eine Tastatur ohne viel drumherum, die tut, was sie soll und die dank Hot Swapping sogar ein gutes Stück individualisierbarer ist als andere Produkte des deutschen Unternehmens. Wenn der fehlende Software-Support nicht stört und das Design trotz Makel gefällt, kann man hier zuschlagen.
Asus Rog Azoth Wireless
Asus Rog Azoth Wireless
Die Asus Rog Azoth Wireless bietet DIY-Charme, Schmierset und Top-Verarbeitung. Ob die Gaming-Tastatur auch funktional überzeugt, klärt unser Test.
- wertige Verarbeitung
- hervorragendes Schreibgefühl
- anpassbares OLED-Display liefert nützliche Informationen
- DIY-Schmierset & Werkzeuge als Teil des Gesamtpakets
- Software sorgt regelmäßig für Frust durch Abstürze & Performance-Probleme
Asus Rog Azoth Wireless im Test: Mechanische Gaming-Tastatur wie geschmiert
Die Asus Rog Azoth Wireless bietet DIY-Charme, Schmierset und Top-Verarbeitung. Ob die Gaming-Tastatur auch funktional überzeugt, klärt unser Test.
Neben den mechanischen Gaming-Tastaturen, die man vollständig und ganz unkompliziert online oder im Laden kaufen kann, gibt es auch – vorwiegend in Enthusiasten-Kreisen – den Drang, sein eigenes Keyboard von Grund auf selbst zusammenzubauen, die Komponenten aufeinander abzustimmen und zu individualisieren.
Mit der Rog Azoth Wireless liefert Asus, ganz untypisch für einen Massenproduzenten, eine Einstiegsmöglichkeit in die Welt der Keyboard-Tüftler. Denn die Tastatur kommt mit einem umfangreichen Schmierset, welches einem zumindest schon mal erste Werkzeuge an die Hand gibt, um sich auszuprobieren. Inwiefern sie sonst noch überzeugen kann, zeigt der Test.
Lieferumfang
Die 75-Prozent-Tastatur Rog Azoth Wireless kommt mit ungewohnt viel Inhalt daher. Zur Tastatur erhält man Tastenkappen- und Switch-Entferner, eine Silikon-Handballenauflage sowie ein Schmierset, um die verbauten Switches bei Bedarf nachzuschmieren. Das Set besteht aus Pinsel, Schmiermittel, einem Switch-Öffner und einer Schmierstation, um die geöffneten Switches zu fixieren und zu bearbeiten.
Mit dem mitgelieferten USB-A-auf-USB-C-Verbindungskabel oder dem 2,4-GHz-Funk-Dongle verwendet man die Tastatur kabelgebunden oder wireless. Sie unterstützt zudem von Haus aus Bluetooth und sowohl Windows als auch Mac OS.
Design
Das Gehäuse der Azoth Wireless ist aus Aluminium und Plastik. Im Vergleich zu vielen anderen Herstellern handelt es sich hierbei aber nicht um eine hauchdünne Schicht des Leichtmetalls, sondern um einen gut 1 cm dicken Rahmen. Dieser trägt nicht nur zum wuchtigen Design der mechanischen Tastatur bei, sondern auch zu deren 1,15 kg Kampfgewicht.
Farblich gibt es die Asus Rog Azoth Wireless in Grau/Schwarz und Silber/Weiß. Die Double-Shot-PBT-Tastenkappen haben eine lichtdurchlässige Beschriftung, wobei die Typografie für uns etwas gewöhnungsbedürftig ist.
Asus Rog Azoth Wireless – Bilder
Oben rechts auf der Tastatur befindet sich ein OLED-Display mitsamt Drehknopf-Steuerung. Direkt darüber befindet sich entlang des Rands der Tri-Connection-Wippschalter, um zwischen den unterschiedlichen Verbindungsmodi kabelgebunden, Funk oder Bluetooth zu wechseln. Daneben ist eine Aussparung, in der man den Funk-Dongle verstaut, wenn er nicht im Einsatz ist. Der USB-C-Port für das Verbindungskabel befindet sich oben links am Keyboard. Auf der Rückseite der Tastatur sind zwei Standfüße verbaut, welche in zwei unterschiedlichen Winkeln ausklappen – der Standard.
Im Inneren der Peripherie befinden sich mehrere Lagen an geräuschdämpfenden Materialien wie Silikondichtungen, -pads und -schaum sowie Schaumstoff, um ungewollte Geräusche zu eliminieren.
Einrichtung
Beim Einrichten der Asus Rog Azoth Wireless sorgte bereits der Installationsprozess für Verwirrung. Mit der Software Armoury Crate konfiguriert man die Tastatur samt ihren Funktionen. Sucht man nach dieser im Zusammenhang mit der Azoth findet man auf der offiziellen Seite einen Installer, der partout nicht installieren wollte und immer bei 95 Prozent Fortschritt stehen blieb. Nach mehrmaligen erfolglosen Anläufen und einer weiteren Google-Suche stießen wir dann auf einen separaten – vermeintlich allgemeinen – Installer für Armoury Crate, welcher das Programm dann endlich installierte.
Dann das zweite Ärgernis: Beim Versuch, erst einmal sämtliche Firmware-Updates für Dongle und Keyboard durchzuführen, spuckte die Software regelmäßig Fehlermeldungen aus. Mal gab es einen Fehler bei der Firmware-Erkennung, mal hing das Update für den Dongle, woraufhin wir es händisch abbrechen mussten.
Nach mehreren Anläufen funktionierte es dann, nachdem wir jede Komponente einzeln in der Software ausgewählt hatten – ein alles in allem sehr frustrierendes Unterfangen.
Software
Nach der holprigen Installation liefert Armoury Crate jedoch ein paar nette Funktionen und vor allem der inkludierte Aura Creator – welcher streng genommen eine eigene App ist – überrascht. Leider ist die Performance der Armoury Crate sehr durchwachsen. Regelmäßig kommt sie ins Stocken und benötigt etwas, bis bestimmte Menüs geladen sind.
Über das Menü Devices gelangt man zu den Einstellungen der Tastatur. Hier verändert man die Tastenbelegungen den eigenen Wünschen nach: Es stehen die erwarteten Alternativen wie Mausfunktionen, Makros, das Öffnen von Apps oder Websites sowie Windows-Shortcuts zur Verfügung. Ungewöhnlich ist hier die dedizierte Microsoft Copilot-Funktion. Außer den Tastenbelegungen finden sich unter Devices auch die Einstellungsmöglichkeiten zur Beleuchtung, hier jedoch sehr rudimentär, des OLED-Bildschirms und des Drehknopfes. Letzterer hat eine zuschaltbare Ebene, die man, genau wie die regulären Tasten, mit nützlichen Funktionen versieht. Für den OLED-Bildschirm wählt man eine der vorhandenen Animationen oder lädt seine eigene hoch, wechselt in den Musik-Modus und stellt ein, welche Systeminformationen der Bildschirm einem anzeigen soll.
Mit Aura Sync und Aura Creator bekommt man ein sehr umfangreiches Programm an die Hand, um die Beleuchtungseffekte der Asus Rog Azoth Wireless anzupassen. Der Aura Creator ist ein Editor, mit dem man seine eigenen Beleuchtungskompositionen erstellt. Das Ganze geht über eine Zeitlinie, wie man sie etwa aus Programmen der Adobe Suite kennt. Zuerst wählt man die Tasten aus, die man farblich anpassen möchte, erstellt eine neue Ebene für diese und platziert dann die gewünschten Effekte für diese Ebene auf der Timeline. Anschließend justiert man die Effekte in Bezug auf Farbe, Geschwindigkeit und andere Parameter wie den Winkel.
Der Vorgang ist recht simpel und leicht verständlich, allerdings machte auch hier die durchwachsene Performance der App einen Strich durch unsere Rechnung, da sie zwischendrin ohne Vorwarnung einfach abstürzte und wir unsere Einstellungen vorher nicht abgespeichert hatten.
So tippt es sich auf der Asus Rog Azoth Wireless
Beim Schreiben auf dem 75-Prozent-Keyboard merkt man sofort die geräuschdämpfenden Maßnahmen, die das Unternehmen ergriffen hat. Jeder Tastenanschlag fühlt sich extrem präzise an und von wackelnden, hallenden oder gar scheppernden Tasten fehlt jede Spur. Die Federn geben kein metallisches Kratzen von sich und auch die Stabilisatoren für die größeren oder längeren Tasten machen ihren Job einwandfrei. Übrig bleibt ein leises, aber angenehmes Klackern beim Schreiben, das von der Lautstärke her auch in einem Büro völlig in Ordnung ist.
Die verbauten Rog NX Red linear Switches verhalten sich so, wie man es von linearen Tastern erwartet. Sie sind leise und entsprechen mit einer benötigten Betätigungskraft von 40 g (50 g, um die Taste komplett durchzudrücken) und einer Betätigungsdistanz von 1,8 mm der Norm. Als Hot-Swap-Tastatur und mit den gelieferten Werkzeugen sowie dem DIY-Schmierset steht einem jedoch nichts im Wege, auch andere Switches zu verwenden.
Preis
Die UVP der Asus Rog Azoth Wireless liegt bei 299 Euro, derzeit kostet sie jedoch nur 176 Euro.
Fazit
Die Asus Rog Azoth Wireless ist eine hochwertige, top verarbeitete mechanische Tastatur, die in einem umfangreichen Gesamtpaket daherkommt. Sie liefert ein rundum zufriedenstellendes Schreiberlebnis, welches durch Funktionen wie das Aufnehmen von Makros über die Tastatur, die umfangreichen RGB-Einstellungen und das nützliche OLED-Display ergänzt wird.
So stimmig und gut durchdacht die Funktionen der Tastatur auch sind – die Software Armoury Crate sticht dabei besonders negativ hervor. Regelmäßige Abstürze, Probleme beim Updaten der Firmware und eingefrorene Menüs waren während unseres Tests ein immer wieder auftretendes Ärgernis. Das darf bei einer UVP von 299 Euro nicht sein.
Selbst mit halb garer Software ist die Asus Rog Azoth Wireless jedoch eine gelungene Tastatur. Der Ansatz, mit dem Gesamtpaket einen Einstieg in das DIY-Tastaturgebastel zu liefern, ist erfrischend und gefällt und auch Menschen ohne Tüftlerdrang werden mit dem Keyboard ihre Freude haben – vorausgesetzt man kann über die Probleme mit der Software hinwegsehen.
Epomaker RT85
Epomaker RT85
Ausgestattet mit einem Display und Joystick, bietet die Epomaker RT85 ein paar spannende Design-Elemente, die Spaß machen.
- TFT-Bildschirm mit überraschend gutem Bild
- hervorragendes Schreiberlebnis
- stimmiges Design
- gute Verarbeitung
- RGB-Beleuchtung komplett auszuschalten ist umständlich
- ANSI-Layout ist nicht für jeden ideal
Mechanische Gaming-Tastatur unter 80 € im Test: Epomaker RT85 klingt himmlisch
Ausgestattet mit einem Display und Joystick, bietet die Epomaker RT85 ein paar spannende Design-Elemente, die Spaß machen.
Die Epomaker RT85 fällt direkt nach dem Auspacken auf: Das schlichte, militärisch angehauchte Design steht in starkem Kontrast zur bunten RGB-Beleuchtung, die die Tastatur nach dem Einschalten abfeuert. Ob das Konzept des verhältnismäßig günstigen mechanischen Keyboards aufgeht, zeigen wir im Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Als kabellose Tastatur stehen der Peripherie drei Verbindungsmodi zur Verfügung: Bluetooth, Kabel und Funk. Für die kabelgebundene Verbindung liegt dem Keyboard ein 1,8 m langes USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel bei. Die Funkverbindung wird per 2,4-GHz-Funk-Receiver hergestellt, der ebenfalls inkludiert ist.
Eine Handvoll Ersatz-Switches sowie ein 2-in-1 Keycap- und Switch-Puller sind ebenfalls dabei. Auch der Quick-Start-Guide darf hier nicht fehlen. Dieser gibt Aufschluss über die wichtigsten Tastenkürzel und Konfigurationsmöglichkeiten der Tastatur. Gegen Staub hilft die mitgelieferte Plastikabdeckung.
Design
In der Farbvariante Green White hat die Epomaker RT85 einen gewissen Retro-Militär-Tech-Look. Die Tasten der 75-Prozent-Tastatur geben sich in Weiß, Grün und Grau, während das Gehäuse gänzlich in Olivgrün gehalten ist.
Das Vollplastik-Gehäuse ist etwas biegsam, fühlt sich aber dennoch robust genug an. Der An-Aus-Knopf dient wie bei den meisten kabellosen Tastaturen auch hier als Schalter, um zwischen den Verbindungsmodi zu wechseln. Epomaker platziert ihn allerdings prominent auf dem Keyboard. Direkt darunter befindet sich der Stauraum für den Funk-Receiver, abgedeckt durch ein Metallstück, welches magnetisch an Ort und Stelle fixiert wird. Durch eine Schiebebewegung löst sich die Abdeckung und offenbart den ebenfalls magnetisch fixierten Funk-Receiver. Dieser etwas ausgefallenere Ansatz fügt sich super ins visuelle Konzept ein, ist in der Praxis aber etwas umständlich.
Epomaker RT85 – Bilder
Auf der gegenüberliegenden Seite der Tastatur fällt der Blick unweigerlich auf das LCD und den darunter liegenden Joystick. Letzteren umschließt ein permanent leuchtender LED-Ring. Hier kommt jedoch für uns die erste Verwirrung: Instinktiv gehen wir davon aus, dass der Joystick zur Steuerung des Bildschirms dient. Dem ist aber nicht so. Bewegt man ihn hoch und runter, regelt man die Lautstärke des PCs, während das Drücken des Joysticks das Audio stumm stellt. Eine Bewegung nach links oder rechts wechselt zwischen den Beleuchtungseffekten hin und her. Die Steuerung des Bildschirms erfolgt indes per Fn-Taste in Kombination mit den Pfeiltasten links und rechts.
Ausstattung
Die RT85 verfügt über einen 8000-mAh-Akku, der bei permanent aktivierter Beleuchtung und Bildschirm 24 Stunden Betriebszeit verspricht, was wir bestätigen können. Ohne Beleuchtung und mit ausgeschaltetem Bildschirm sollen laut Epomaker hier 320 Stunden Laufzeit möglich sein.
Ohne Kabel bringt die 75-Prozent-Tastatur mit den Maßen 36 × 13,8 × 4 cm knapp 1 kg auf die Waage. Der TFT-Bildschirm misst hingegen 1,47 Zoll. Dank der ausklappbaren gummierten Standfüße sowie zwei zusätzlicher gummierter Flächen steht die Tastatur rutschfest auf dem Schreibtisch.
Das Keyboard ist derzeit nur im amerikanischen ANSI-Format erhältlich. Die Umgewöhnung ist minimal, da sich die Tastenbelegung nach der Sprache des Betriebssystems richtet. Umlaute und Sonderzeichen wie das ß befinden sich an denselben Positionen wie bei einer Tastatur mit deutschem Layout.
Der TFT-Bildschirm gibt standardmäßig Uhrzeit, Datum und Akkustand wieder. Außerdem zeigt er den aktuellen Verbindungsmodus sowie das derzeit gewählte Betriebssystem (Windows oder Mac) und die Menüsprache der Tastatur (Englisch oder Chinesisch) an. Per Fn-Taste + linker oder rechter Pfeiltaste navigiert man durch das Bildschirm-Menü, während man mittels der Enter-Taste bestätigt. Der Bildschirm dient so als zusätzliches Interface für Einstellungen, die man auch nur per Tastenkombinationen direkt auf der Tastatur vornehmen könnte. Per Software lassen sich zudem Bilder oder GIFs auf die Tastatur hochladen, die dann über den Bildschirm angezeigt werden.
Die Tastenkappen (Keycaps) sind aus robustem PBT-Kunststoff im Double-Shot-Verfahren gefertigt. Sie sind lichtundurchlässig, was aber die RGB-Beleuchtung wenig daran hindert, kräftig zwischen den Tasten durchzuscheinen. Selbstverständlich lässt sich diese aber auch komplett ausschalten. In unserem Testexemplar befinden sich lineare vorgeschmierte 5-Pin-Creamy-Jade-Switches mit einer Betätigungskraft von 45±5 gf. Alternativ stehen auch lineare Wisteria-v2-Switches mit einer Betätigungskraft von 45±3 gf zur Auswahl. Die RT85 unterstützt zudem Hot-Swapping mit 5-Pin-Switches anderer Hersteller.
Software
Für die Keyboard-Einstellungen steht die Software Epomaker Driver parat. Tastenbelegungen verändern, Makros erstellen und die Beleuchtung anpassen ist mit ihr möglich. Sie bietet keine großen Überraschungen, funktioniert dafür aber anstandslos. Für den TFT-Bildschirm kann man über das Programm Bilder oder GIFs auf die Tastatur hochladen, die dann auf dem Bildschirm angezeigt werden.
Wer sich zusätzlich noch verkünsteln möchte, kann sogar in der Software ein Bild zeichnen und es auf die Tastatur übertragen. Es ist sogar möglich, Bilder, Animationen, Beleuchtungseffekte, Makros und Keyboard-Konfigurationen für andere Nutzer hochzuladen und sie über den Menüpunkt Community Share zu teilen. Genauso lassen sich Kreationen anderer hierüber auf die eigene Tastatur laden.
Epomaker RT85 – Bilder App
Insgesamt 21 verschiedene Beleuchtungseffekte gibt es für die Tastatur und vier für den Joystick. Etwas umständlich ist es, wenn man die Beleuchtung der Tastatur vollständig deaktivieren möchte. Während sich die der Tasten direkt über das Keyboard ausschalten lässt, muss man extra in die Software, um die RGBs des Joysticks zu deaktivieren. Eine unpraktische Lösung, die hoffentlich in Zukunft per Firmware-Update erleichtert wird.
Die Übersetzung der App vom Chinesischen ins Englische ist nicht perfekt, aber problemlos verständlich und brachte uns an manchen Stellen zum Schmunzeln. Etwa beim Beleuchtungseffekt „Kill Two Birds“.
Tippgefühl
Direkt vornweg: Die Akustik der Epomaker RT85 ist verdammt gut – primär für die Preisklasse. Dank Gasket-Mount-Design sowie mehrerer Lagen an geräuschdämpfenden Materialien wie Schaumstoff und Silikon erhält die RT85 ein Geräuschprofil, das sich zwischen Creamy und Thocky bewegt. Dieses kommt dank fehlender Störgeräusche wie Kratzen oder Hallen beim Tippen auch hervorragend zur Geltung. Epomaker hat hier ganze Arbeit geleistet, um das Schreiberlebnis zu optimieren. Die im Testgerät eingebauten linearen Creamy-Jade-Switches haben einen für uns idealen Betätigungspunkt und eignen sich problemlos zum Zocken.
Preis
Im offiziellen Store von Epomaker gibt es die RT85 im ANSI-Layout für rund 77 Euro. Auf Amazon kostet sie mit knapp 100 Euro etwas mehr. Ob es in Zukunft eine Version mit deutschem Tastaturlayout geben wird, ist uns derzeit nicht bekannt.
Fazit
Epomaker hat mit dem RT85 ein gelungenes mechanisches 75-Prozent-Keyboard abgeliefert. Vom Look bis zum Schreiberlebnis kommt man hier für gerade einmal 77 Euro voll auf seine Kosten. Der TFT-Bildschirm bietet für den Preis ein überraschend gutes Bild, gleichzeitig macht die abgestimmte Akustik das Schreiben zum Vergnügen.
Der Joystick ist zwar ein nettes Gimmick und auch ein Blickfang, der sich in das Gesamtkonzept der Tastatur einfügt, bringt aber nicht wirklich einen Mehrwert im Vergleich zu einem herkömmlichen Drehknopf. Die RGB-Beleuchtung vollständig zu deaktivieren ist umständlich, da nur über die Software möglich. Hat man mit dem ANSI-Layout kein Problem, macht man mit der RT85 von Epomaker wenig falsch.
Keychron C3 Pro 8K QMK
Keychron C3 Pro 8K QMK
Die mechanische Tastatur Keychron C3 Pro 8k QMK ist mit einer 8000-Hz-Abtastrate bestens für Gaming ausgestattet und ist zudem verhältnismäßig günstig.
- günstig
- top Verarbeitung
- umfangreiche Software
- 8000-Hz-Abtastrate
- Firmware-Update frustrierend
- nur kabelgebunden einsetzbar
Keychron C3 Pro 8k QMK im Test: günstige mechanische Tastatur für Windows & Mac
Die mechanische Tastatur Keychron C3 Pro 8k QMK ist mit einer 8000-Hz-Abtastrate bestens für Gaming ausgestattet und ist zudem verhältnismäßig günstig.
Die kabelgebundene Keychron C3 Pro 8k QMK wartet mit einigen attraktiven Funktionen auf: Hot-Swapping, eine umfangreiche Open-Source-Software sowie eine 8000-Hz-Abtastrate und das für 76 Euro. Inwiefern das Keyboard im Einsatz überzeugt, verraten wir im Test.
Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Die Keychron C3 Pro 8k QMK kommt mit einem Nylon-ummantelten USB-C-zu-USB-C-Verbindungskabel, einem Quick-Start-Guide, einer Betriebsanleitung, einem 2-in-1-Keycap-und-Switch-Puller sowie einem Satz extra Tastenkappen mit Windows-Beschriftung, um diese bei Bedarf gegen die vorinstallierten mit Mac-Aufdruck auszutauschen. Ein USB-A-Adapter ist ebenfalls enthalten, um die Tastatur auch an PCs ohne einen USB-C-Port anschließen zu können.
Design
Optisch sticht die Keychron C3 Pro 8k QMK im TKL-Format nicht sonderlich aus der Masse hervor. Das Gehäuse ist aus Plastik und schwarz. Mit Ausnahme der knallig roten Escape-Taste sind die Tasten ebenfalls allesamt in Schwarz. Sie ist außerdem derzeit nur im Qwerty-Layout (ANSI) erhältlich. Das erfordert zwar kurz etwas Umgewöhnung, ist unserer Erfahrung nach aber nicht wirklich schlimm, da die Tastenbelegung abhängig von der Sprache des Betriebssystems ist. Zudem kann man über die Web-App die Anordnung der Tasten jederzeit den eigenen Bedürfnissen anpassen. Mit Umlauten beschriftete Tasten zum Austauschen sind nicht im Lieferumfang enthalten. Da man die Tastenkappen aber problemlos mit dem beigefügten Werkzeug entfernen kann, ist ein Austausch durch hinzugekaufte nicht schwer. Lediglich die Enter-Taste lässt sich nicht durch eine mit deutschem Layout ersetzen.
Keychron C3 Pro 8k QMK – Bilder
Zusätzlich hat die C3 Pro 8k QMK eine dedizierte Beleuchtungstaste, die per Knopfdruck zwischen den vorhandenen Effekten wechselt. Drei LEDs auf der rechten Seite zeigen an, ob die Capslock-Taste gedrückt ist und in welchem Betriebssystemmodus (Windows oder Mac) sich die Tastatur gerade befindet. Ein nettes Detail sind die seitlich angebrachten LED-Streifen, die entsprechend dem gewählten Effekt im Einklang mit den Tasten leuchten.
Generell ist die Verarbeitung der Tastatur einwandfrei. Das Keyboard gibt jedoch etwas nach, wenn man Druck ausübt. Die Standfüße lassen sich in zwei verschiedene Positionen ausrichten oder komplett einklappen. Ein Kabeltunnel auf der Rückseite der Peripherie ermöglicht zudem, das Kabel auch seitlich einzufädeln. Das sorgt für einen etwas aufgeräumten Look.
Ausstattung
Das Besondere an der Keychron C3 Pro 8k steckt bereits im Namen: Die 8000-Hz-Polling-Rate (Abtastrate), die die Tastatur um einiges reaktionsschneller macht. Der Standard bei Gaming-Tastaturen liegt hier bei 1000 Hz. Über den Web-Launcher schaltet man bei Bedarf von 125 bis maximal 8000 Hz durch.
Die Tasten sind aus PBT-Plastik, im Double-Shot-Verfahren gefertigt und haben das Cherry-Profil. Die Beschriftung ist transparent, damit die Beleuchtung durchscheinen kann.
Als Switches stehen lineare Keychron Super Red, taktile Keychron Super Brown und taktile Keychron Super Banana zur Auswahl. Der Unterschied zwischen den beiden taktilen Switches ist die etwas höhere Betätigungskraft der Super Banana sowie deren gut 6,3 mm längere Zwei-Phasen-Feder. Ebenso haben sie eine rund 0,4 mm kürzere Distanz zum Betätigungspunkt. Die C3 Pro 8k QMK unterstützt zudem Hot-Swapping, der Austausch der Switches ist also jederzeit möglich.
Die LEDs sind südlich, also nach unten, ausgerichtet. Das ist vor allem deswegen praktisch, weil das Keyboard dadurch kompatibel mit deutlich mehr Keycap-Profilen ist (das Cherry-Profil etwa beißt sich mit nördlich ausgerichteten LEDs).
Die Tastatur läuft mit Linux-, Windows- und Mac-Systemen. Da man Einstellungen an der C3 Pro 8k QMK per Web-App vornimmt, muss man auch nichts lokal installieren. Zugriff auf die Browser Chrome, Opera oder Edge ist jedoch zwingend notwendig.
Software
Die Web-App Keychron-Launcher liefert einige nützliche Funktionen und basiert auf der Open-Source-Firmware QMK (Quantum Mechanical Keyboard). So kann jede Taste neu belegt werden – etwa mit Makros – und das über zwei Ebenen hinweg. Auch spezielle Aktionen, wie das E-Mail-Programm zu öffnen, sind möglich.
Last Key Priority ist eine Einstellung, die vor allem beim Zocken nützlich ist. Drückt man beispielsweise beim Laufen in einem Spiel zwei Tasten gleichzeitig, etwa W und D, registriert die Tastatur die letzte der beiden gedrückten Tasten. Lässt man diese los, während man die andere weiterhin gedrückt hält, wird automatisch der Input der weiterhin gedrückten Taste registriert.
Auch die Optionen für die RGB-Beleuchtung können sich sehen lassen. Wenn gewünscht, lässt sich jede Taste farblich individuell konfigurieren. Hinzu kommen 23 weitere Beleuchtungseffekte. Die LED-Strips an der Seite kann man jedoch nicht bearbeiten. Mit Mix RGB richtet man zwei Zonen auf der Tastatur ein, mit bis zu fünf unterschiedlichen Beleuchtungseffekten pro Zone, die jeweils eigene Intervalle haben.
Der Makro-Editor ist ebenfalls erfreulich umfangreich: Bis zu 15 Makros lassen sich über den Web-Launcher erstellen und per Knopfdruck auf dem internen Speicher der Tastatur abspeichern. Neben der Live-Aufzeichnung kann man zudem Code in den integrierten Text-Editor reinkopieren oder händisch eintragen, um das Makro zu erstellen.
Das Firmware-Update stellte sich leider als besonders frustrierend heraus. Während es bei anderen Keychron-Tastaturen problemlos vonstattenging, stellte sich die C3 Pro 8k QMK mitsamt des Web-Launchers quer. Der reguläre Weg über die QMK-Toolbox ist auf unserem Rechner mit Windows 11 nicht ohne Weiteres möglich und erfordert die Verwendung des Command Prompts, um das Update auf Umwegen aufzuspielen. Die Anleitung dafür liefert uns ein Reddit-Beitrag.
Tippgefühl
Die Keychron C3 Pro 8k QMK liefert ein abgestimmtes Sounddesign dank einer Kombination aus Dichtungen, einer Silikoneinlage, zwei PET-Schichten und Akustikschaumstoff sowie geräuschdämpfendem Schaumstoff. In Kombination mit den verwendeten Tastenkappen und den taktilen Super-Banana-Switches erzeugt sie einen prägnanten Thock-Sound beim Tippen. Der mehrschichtige Aufbau und die vorgeschmierten Stabilisatoren verhindern zudem unschöne Geräusche wie Kratzen oder Hallen und auch Key-Wobble beim Drücken der Tasten können wir nicht feststellen.
Die Super-Banana-Switches bescheren den typischen taktilen Bump. Wer hingegen weniger Widerstand bevorzugt, greift hier lieber zur Variante mit den linearen Super-Red-Switches. Die Cherry-Profil-Tastenkappen aus PBT-Plastik fühlen sich hervorragend an und bieten dank ihrer etwas gröberen Textur ausgezeichneten Halt beim Schreiben.
Preis
Die Keychron C3 Pro 8K QMK gibt es derzeit ausschließlich im Keychron-Shop und nur mit ANSI-Layout zu kaufen. Dort kostet sie 76 Euro.
Fazit
Für 76 Euro bietet die Keychron C3 Pro 8k QMK eine ordentliche Menge an Funktionen sowie ein stimmiges Tippgefühl. Die 8000-Hz-Abtastrate machen sie zudem zu einer performanten Gaming-Tastatur. Der von Keychron gewohnte Web-Launcher liefert Flexibilität und eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten, um die Tastatur den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Probleme mit dem Firmware-Update sorgen jedoch für Frustration. Wer sich damit nicht auseinandersetzen will oder es aufgrund fehlender Computerkenntnisse nicht kann, sollte besser zu einer anderen Tastatur greifen.
Fehlende kabellose Verbindungsmöglichkeiten fallen für uns weniger stark ins Gewicht, rauben der ansonsten gut aufgestellten Tastatur jedoch etwas Flexibilität. Ein kabelloser Betrieb mit 1000-Hz-Abtastrate wäre praktisch gewesen.
Letztlich macht die Keychron C3 8k QMK vieles richtig und stellt eine verhältnismäßig günstige mechanische Gaming-Tastatur mit vielen Einstellungsmöglichkeiten dar – wenn man über die fehlende Benutzerfreundlichkeit hinwegsehen kann.
Epomaker x Aula F75
Epomaker x Aula F75
Die mechanische Gaming-Tastatur Epomaker x Aula F75 ist nicht nur schick, sondern auch kompakt und erschwinglich. Wir testen, ob sie im Einsatz überzeugt.
- angenehmes Tippgefühl
- schickes Design
- guter Einsteiger-Preis
- Kratzer auf den Tastenkappen
- Software etwas simpel
Mechanische Gaming-Tastatur Epomaker x Aula F75 im Test: kompakt & günstig
Die mechanische Gaming-Tastatur Epomaker x Aula F75 ist nicht nur schick, sondern auch kompakt und erschwinglich. Wir testen, ob sie im Einsatz überzeugt.
Die mechanische Hot-Swap-Gaming-Tastatur F75 von den Keyboard-Herstellern Epomaker und Aula vereint ansprechendes Design mit einem kompakten 75-Prozent-Formfaktor. Zudem kommt die Budget-Tastatur mit drei Verbindungsmodi und einer dedizierten Software, um Beleuchtung, Makros und Tastenbelegungen zu konfigurieren. Ob das Gesamtpaket überzeugen kann, zeigt der Test.
Die Tastatur hat uns Epomaker zur Verfügung gestellt.
Ausstattung & Design
Mit ihrem 75-Prozent-Formfaktor und den Maßen 322,7 × 143,2 × 43,1 mm sitzt die Epomaker x Aula F75 relativ platzsparend auf dem Schreibtisch, bringt aber dennoch gut 975 g auf die Waage. Für das Gewicht verantwortlich sind unter anderem der verbaute Akku mit einer Kapazität von 4000 mAh sowie mehrere Dämpfungsschichten im Inneren der Tastatur.
Im Lieferumfang ist neben der Tastatur ein USB-A-auf-USB-C-Ladekabel, ein Funk-Receiver, eine Handvoll Ersatz-Switches und ein 2-in-1-Werkzeug enthalten, um sowohl Tastenkappen als auch Switches entfernen zu können. Auch ein Staubschutz aus Plastik, den man auf die Tastatur legen kann, gehört zum Lieferumfang.
Epomaker x Aula F75 – Bilder
Die F75 gibt es in mehreren Farb- und Schalterkombinationen – unser Testmodell ist in Schwarz und hat die linearen Switches Leobog Graywood V3. Die PBT-Tastenkappen setzen Akzente in Schwarz, Dunkelblau und Gelb und sorgen alles in allem für ein stimmiges Design. Den Media-Drehbutton haben alle Varianten der Tastatur. Mit ihm regelt man entweder die Lautstärke oder verändert die Helligkeit und die Art der RGB-Beleuchtung. Eine Tastenkombination wechselt zwischen den beiden Modi. Praktisch: Die Capslock-LED blinkt auf, wenn man die höchste oder niedrigste Helligkeitsstufe erreicht hat. Auch der Akkustand hat eine dedizierte LED, allerdings hat sich uns während des Tests nicht ganz erschlossen, wie diese zu interpretieren ist.
Epomaker und Aula attestieren dem 4000-mAh-Akku eine Ausdauer von um die 17 Stunden bei permanent angeschalteter RGB-Beleuchtung und bis zu 265 Stunden, wenn diese aus ist. Nachdem die Tastatur über zwei Wochen bei uns im täglichen Einsatz gewesen ist, können wir diese Angaben bestätigen.
Verbinden kann man die Tastatur auf drei Arten: Per Kabel direkt am PC, via 2,4-GHz-Funk-Receiver, den man an den USB-Port am PC steckt oder per Bluetooth. Per Kabelverbindung wird die Tastatur auch gleichzeitig geladen. Für den Funk-Receiver gibt es eine Einbuchtung an der Tastatur, wo er magnetisch verstaut wird.
Während uns die Verarbeitung für den Preis größtenteils gefällt, bemerken wir, dass einige der Tasten – hauptsächlich die aus der Mitte des Keyboards – Kratzer nach unten hin aufweisen. Wir vermuten hier ein Montagsmodell erwischt zu haben, da es unserer Meinung nach aufgrund der Position der Kratzer fast unmöglich erscheint, dass diese durch den Transport entstanden sind.
Software
Die RGB-Beleuchtung, Tastenbelegung und Makros steuert und konfiguriert man allesamt mit der etwas unkreativ betitelten Software Aula F75. Im Großen und Ganzen bekommt man mit ihr alles, was man für die Tastatur benötigt – wenn auch etwas unpoliert. Tasten und Tastenkombinationen können mit anderen Funktionen belegt werden. Makros erstellt man entweder, indem man diese Schritt für Schritt über ein Menü einträgt oder mittels der Record-Funktion die Tastenbetätigungen live aufzeichnet.
Die RGB-Effekte kann man zu einem gewissen Grad anpassen. Das beschränkt sich jedoch hauptsächlich auf die Geschwindigkeit, Helligkeit und Farbwahl. Nett sind die zusätzlichen, auf Audiosignale reagierenden Lichteffekte.
In den globalen Einstellungen der Software richtet man etwa den Sleep-Timer der Tastatur ein, legt die Startup-Einstellungen fest oder setzt die Tastatur auf Werkseinstellungen zurück.
So tippt es sich auf der Epomaker x Aula F75
Insgesamt fünf geräusch- und schockabsorbierende Lagen, bestehend unter anderem aus Silikon und Poron-Schaumstoff sitzen zwischen den Schaltern und dem Gehäuse. In Kombination mit verbauten Stabilisatoren und den vorgeschmierten Switches werden so ungewollte Geräusche wie ein Hallen der Tasten oder Kratzen der Schalter minimiert. Was bei der Epomaker x Aula F75 und den bei uns verwendeten Schaltern Leobog Graywood V3 zurückbleibt, ist ein präzises und wohlig klingendes Thock-Geräusch, das uns beim Tippen sehr gefällt.
Man bekommt hier für den Preis ein abgerundetes und feingetuntes Tipperlebnis. Die linearen Schalter haben dabei eine niedrige Betätigungskraft von 40 g und eignen sich somit hervorragend zum Zocken. Dank Hot Swap kann man die Switches der Tastatur jederzeit gegen andere austauschen. Unterstützt werden 3- und 5-Pin-Switches.
Preis
Die Epomaker x Aula F75 gibt es in verschiedenen Farb- und Switch-Kombinationen. Mit deutschem ISO-DE-Layout ist sie derzeit nicht mehr erhältlich. In unserer Konfiguration mit ANSI-Layout, schwarzem Gehäuse und den Schaltern Leobog Graywood V3 kostet die Tastatur 90 Euro.
Fazit
Die Epomaker x Aula F75 überzeugt mit einer Mischung aus ansprechendem Design und gutem Tippgefühl zu einem fairen Preis. Die Software ist nicht überragend, bietet aber grundlegende Funktionen, die man bei einer mechanischen Gaming-Tastatur erwartet. Sie sticht hauptsächlich mit ihrem feingetunten Schreibgefühl heraus, das dank der fünflagigen Dichtung kaum Wünsche offen lässt. Unschön waren die Kratzer auf unseren Tastenkappen, bei denen es sich im besten Fall um ein Montagsmodell handelt und im schlimmsten Fall um eine durchwachsene Qualitätskontrolle. Ohne die beschädigten Tastenkappen würde die Epomaker x Aula F75 von uns 4 Sterne erhalten, so sind es 3.5. Von den Schönheitsmakeln abgesehen bietet sie ein rundes Gesamtpaket, das vorwiegend für Einsteiger in die Welt der mechanischen Keyboards interessant sein dürfte.
Sharkoon Purewriter W65
Sharkoon Purewriter W65
Die Sharkoon Purewriter W65 zeichnet sich vor allem durch ihre abgeflachten Tasten aus, die man sonst eher von einer Laptop-Tastatur gewohnt ist. Wie sie sich beim Tippen und Zocken anfühlt, zeigt der Test.
- Dank Wireless-Mode und wenig Gewicht sehr portabel
- Solide Auswahl an Beleuchtungseffekten
- Stabiles Aluminium-Gehäuse
- Nur zwei Schalter-Typen zur Auswahl
- Zu laut für eine reine Bürotastatur
Sharkoon Purewriter W65 im Test: Mechanische Gaming-Tastatur mit flachen Tasten
Die Sharkoon Purewriter W65 zeichnet sich vor allem durch ihre abgeflachten Tasten aus, die man sonst eher von einer Laptop-Tastatur gewohnt ist. Wie sie sich beim Tippen und Zocken anfühlt, zeigt der Test.
In zweifacher Ausführung präsentiert sich die Purewriter W65. Nicht nur farblich – man bekommt sie in Schwarz und Weiß. Für Gamer interessanter sind die unterschiedlichen Schalter, die das Tippgefühl und auch die Geräuschkulisse verändern. Als kleine, kompakte und vor allem leichte Tastatur ist sie ideal, um mit ihr auf Reisen zu gehen. Ob sie leise genug ist, um damit im Ruheabteil zu tippen, zeigt der Test.
Lieferumfang
Die Sharkoon Purewriter W65 kommt in einer unscheinbaren Verpackung mit reduziertem Design daher, das sich an der gewählten Farbe der Tastatur orientiert. Diese gibt es entweder in Schwarz oder Weiß. Mitgeliefert wird zur Tastatur noch ein robustes, 180 cm langes USB-Spiralkabel mit Nylonbestoffung, welches entweder zum Laden des Geräts verwendet wird, oder um die Tastatur kabelgebunden mit dem PC zu nutzen. An der Rückseite der Tastatur ist der 2,4-GHz-Funk-Empfänger befestigt, der per USB an den Laptop oder den Desktop-PC angeschlossen wird.
Mehr gibt es nicht, aber mehr braucht es auch nicht, um sie in Betrieb zu nehmen, denn die Tastatur hat alles Weitere an Bord.
Design
Die Tastatur kommt erfreulicherweise im Aluminium-Rahmen daher, der ihr Stabilität verleiht. Das Besondere an der Purewriter W65 sind die abgeflachten Tasten. Sie machen das kleine Keyboard reisefreundlicher und vor allem schmaler. Bei den Tasten hat sich der Hersteller für ABS-Plastik entschieden. Im Vergleich zu Tastenkappen aus PBT-Plastik sind diese anfälliger für Gebrauchsspuren wie Kratzer und fühlen sich – so zumindest die Meinung des Testers – nicht so hochwertig an wie die PBT-Alternative. Das ist allerdings auch immer Geschmackssache, da PBT-Keycaps wiederum mehr Textur haben und wuchtiger daherkommen. Unter den flachen Tasten befinden sich ebenso flache Kailh Choc V2 low profile Schalter, die in linear red oder tactile brown zur Auswahl stehen. Dazu später mehr.
Auch das Gehäuse an sich kommt in zwei Farben daher, und zwar ganz klassisch in Schwarz oder Weiß. Wesentlich bunter sind dagegen die RGB-Lichteffekte, die sich mithilfe der Fn-Taste in verschiedensten Intervallen und Farben einstellen lassen. Insgesamt gibt es 18 unterschiedliche Beleuchtungseffekte, bei denen wiederum die Helligkeit, Geschwindigkeit und Richtung des Farbwechsels eingestellt werden können. Die Purewriter W65 bietet zwar nicht die vielfältigen RGB-Einstellungsmöglichkeiten, die man bei einer softwaregestützten Tastatur bekommt, die vorhandenen Beleuchtungseffekte und Farbvariationen können sich dennoch sehen lassen.
Der 65-Prozent-Formfaktor der Purewriter W65 bedeutet, dass einige Tasten keinen Platz mehr auf der reduzierten Fläche gefunden haben. Neben dem Numpad sind das allen voran die F-Tasten. Über die Fn-Taste, hier durch das Sharkoon-Logo gekennzeichnet, greift man auf die fehlenden Tasten zu. Im Fall der F-Tasten sind diese über die Zahlenreihe erreichbar. Die Arbeitsweise mit der Fn-Taste erfordert zu Beginn etwas Umgewöhnung, ist aber schnell verinnerlicht. Die Tastatur unterstützt zudem N-Key-Rollover, was bedeutet, dass es kein Limit an gleichzeitig gedrückten Tasten gibt. Das ist vor allem beim Zocken relevant, wo es schon mal vorkommen kann, dass viele Tasten gleichzeitig gedrückt werden.
Inbetriebnahme
Um die Purewriter W65 einzuschalten, legt man den Wipp-Schalter auf der linken Seite der Tastatur um. Direkt daneben befindet sich ein weiterer Schalter, mit welchem die Tastatur zwischen Windows- und Mac-Funktionalitäten wechselt. Soll sie kabellos genutzt werden, muss der Funk-Empfänger zuvor am PC angesteckt werden.
Nach kurzem Ersteinrichten, wie bei jedem neu angeschlossenen USB-Gerät, ist die Tastatur sofort einsatzbereit. Eine Software gibt es nicht. Alle Funktionen sind an Bord. Neben den bereits erwähnten RGB-Einstellungen gibt es da jedoch nicht mehr viel. Features wie Makros oder das Umprogrammieren von Tasten fehlen hier komplett.
So tippt es sich auf der Purewriter W65
Die Purewriter W65 macht einen passablen Job, fühlte sich für den Tester beim Tippen aber einfach nicht befriedigend an. Das lag vor allem an den abgeflachten Tasten. Während das Aluminium-Gehäuse Stabilität liefert, fühlen sich die gekürzten Tasten etwas flimsig an. Das ist am Ende des Tages natürlich Geschmackssache und sollte im Idealfall selbst ausprobiert werden. Wer lieber mit flachen Tasten tippt, kommt hier aber definitiv mehr auf seine Kosten.
Die beiden zur Auswahl stehenden Schalter verhalten sich, wie man es erwartet. Der lineare Choc-V2-Red-Switch ist etwas leiser als das taktile braune Pendant, aber nicht annähernd so geräuscharm wie ein Silent-Switch, da hier die Dämpfer fehlen. Bedeutet: Wer sich die lineare Variante holen möchte, in der Hoffnung leise zu tippen, wird enttäuscht werden. Die taktilen braunen Schalter geben einen leichten, dennoch spürbaren Widerstand beim Drücken der Taste. Dadurch verändert sich auch minimal die Betätigungskraft im Vergleich zum linearen Schalter. Auch hier kommt es wieder auf den Geschmack des Einzelnen an. Der Tester tippt zum Beispiel am liebsten auf linearen Silent-Switches und kann taktilen oder clicky Schaltern wenig abgewinnen.
Wer die Purewriter W65 im Büro einsetzen will, tut seinen Kollegen damit keinen Gefallen. Wie zu erwarten, geben die ungedämpften Kailh Choc V2 Brown und Red-Schalter ordentlich Geräusche von sich. Beim Zocken alleine stellt das kein Problem dar, sobald man sich aber im selben Raum mit jemand anderem befindet, kann das je nach Person ziemlich stören.
Beim Spielen ist in erster Linie der 65-Prozent-Formfaktor ideal, da dieser der Maus mehr Platz auf dem Schreibtisch einräumt. Die Tasten selbst machen einen soliden Eindruck während einer Runde Team Deathmatch in Valorant, persönlich bevorzugt wird aber weiterhin das Spielen mit regulär hohen Tasten.
Preis
Derzeit gibt es die Sharkoon Purewriter W65 für 90 Euro.
Fazit
Die Sharkoon Purewriter W65 ist aufgrund des Plug-and-play-Designs ein gutes Einsteigermodell unter den mechanischen Tastaturen. Ihr Formfaktor eignet sich ideal zum Zocken und durch die abgeflachten Tasten und das geringe Gewicht ist sie portabel. Die Tastenkappen aus billigerem ABS-Plastik muss man mögen, genauso wie das Tippen mit den flachen Tasten.
Als eine reine Bürotastatur – vor allem im gleichen Raum mit anderen Menschen – ist sie zu laut. Wer eine Tastatur sucht, mit der man Makros programmieren oder individuelle Beleuchtungseffekte per Software erstellen kann, wird mit der Sharkoon Purewriter W65 nicht fündig. Möchte man hingegen eine kompetente Tastatur ohne viel Schnickschnack für den Einstieg in die Welt der mechanischen Keyboards, kann man bei der Sharkoon Purewriter W65 zuschlagen.
Razer Blackwidow V4 Pro 75 %
Razer Blackwidow V4 Pro 75 %
Die Razer Blackwidow V4 Pro 75 überzeugt sowohl beim Schreiben als auch beim Zocken. Allerdings bremst der Preis die Freude etwas aus.
- starke Beleuchtung mit vielen Effekten
- Scrollrad mit nützlichen Funktionen belegbar
- super Verarbeitung
- angenehmes taktiles Tippen
- sehr teuer
- Akku schnell leer
- nur teilweise aus Aluminium
Razer Blackwidow V4 Pro 75 im Test: Richtig gute Gaming-Tastatur – aber zu teuer
Die Razer Blackwidow V4 Pro 75 überzeugt sowohl beim Schreiben als auch beim Zocken. Allerdings bremst der Preis die Freude etwas aus.
Die Razer Blackwidow V4 Pro 75 hat so einiges im Gepäck: 4000-Hz-Abtastrate, schickes OLED-Display, ein programmierbares Scrollrad und eine starke RGB-Beleuchtung. Die taktilen Switches sorgen zudem sowohl haptisch als auch akustisch für Freude beim Tippen. Wir haben die 75-Prozent-Tastatur getestet und verraten, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Die mechanische Gaming-Tastatur kommt mit einem 2-in-1-Keycap-und-Switch-Puller, einem USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel, dem 2,4-GHz-Razer-Hyperpolling-Funkdongle sowie einer magnetischen Handgelenkstütze. Ein Quick-Start-Guide, eine ausführlichere Betriebsanleitung und drei Ersatz-Switches liegen ebenfalls bei.
Design
Sowohl das Gehäuse als auch die Tasten der Razer Blackwidow V4 Pro 75 sind klassisch schwarz. Für etwas Farbe sorgt bei der 75-Prozent-Tastatur die üppige RGB-Beleuchtung. Zusätzlich zur Beleuchtung der Tasten hat die Blackwidow auch zwei LED-Streifen, einen auf der linken und einen auf der rechten Seite, spendiert bekommen. Die Oberfläche ist teilweise aus Aluminium, das betrifft jedoch nur eine dünne Schicht oben auf dem Keyboard. Der Großteil des Produkts besteht aus Kunststoff.
Zusätzliche Bedienelemente wie der Verbindungsmodusschalter hinten an der Tastatur, das Scrollrad sowie der daneben positionierte Modus-Button sind ebenfalls aus Aluminium und mit einer geriffelten Textur versehen. Diese verleiht Griffigkeit, sammelt dank der rauen Beschaffenheit aber auch sofort Hautpartikel.
Razer Blackwidow V4 Pro 75 – Bilder
Die mit Fauxleder überzogene Handgelenkstütze klickt magnetisch an die Blackwidow, ist angenehm weich und dank zusätzlicher Antirutschfüßchen auch sehr stabil auf dem Schreibtisch platziert. Das OLED-Display befindet sich erwartungsgemäß oben rechts am Keyboard und fügt sich problemlos in die Gesamtoptik ein.
Insgesamt ist die Verarbeitung der Blackwidow makellos. Sie fühlt sich äußerst robust an und die Aluminiumoberfläche verleiht ihr Wertigkeit, wenngleich wir für den Preis hier definitiv ein Vollaluminiumgehäuse erwartet hätten, anstatt 90 Prozent Plastik. Immerhin wiegt sie aufgrund dessen nur etwa 984 g (ohne Kabel).
Ausstattung
Die Razer Blackwidow V4 Pro 75 kann auf drei Verbindungsarten verwendet werden: kabelgebunden per USB-C sowie kabellos per 2,4-GHz-Funk und per Bluetooth (5.1). Für den Funkmodus kommt der Razer-Hyperpolling-Dongle zum Einsatz, der dem Keyboard eine Abtastrate von bis zu 4000 Hz beschert. Kabelgebunden ist sie auf 1000 Hz beschränkt. Per Funk stellen wir keine merkbaren Verzögerungen fest. Sie reagiert schnell und präzise auf unsere Eingaben.
Der 4200-mAh-Akku der Blackwidow schwächelt leider stark und ist selbst mit auf 50 Prozent heruntergeschraubter Helligkeit des OLED-Displays und der RGB-Beleuchtung nach gut 5 Stunden schon zur Hälfte leer. Razer verspricht bis zu 2100 Stunden mit einer Akkuladung, wenn man den Energiesparmodus per Fn- + Esc-Taste aktiviert. Dieser deaktiviert allerdings den OLED-Bildschirm, die Beleuchtung und den Zugang zu den Software-Einstellungen. Der schwächelnde Akku wäre auch nicht ganz so tragisch, wenn man durch Anschließen des Ladekabels nicht auf die 4000-Hz-Abtastrate verzichten müsste.
Richtig praktisch ist hingegen die Kombination OLED-Display und Scrollrad. Das von Razer „Command Dial“ getaufte Bedienelement lässt sich sowohl drehen als auch klicken. Per Software Razer Synapse kann man sich so drei unterschiedliche Aktionen drauflegen. Das OLED-Display kann zudem auch Informationen wie die CPU-Temperatur anzeigen.
Bei den Tasten verwendet Razer PBT-Plastik im Doubleshot-Verfahren. Die Keycaps haben daher die typische leicht raue Textur und eine gute Griffigkeit. Die Beschriftung ist lichtdurchlässig, wodurch die Beleuchtung besser zur Geltung kommen kann. Das Keyboard gibt es zum Testzeitpunkt ausschließlich mit UK- und US-Layout und wird so auch offiziell in Deutschland vertrieben. Mit dem britischen Layout sind zwar die Tasten anders beschriftet, Enter- und Shift-Taste haben aber die gleiche Form und Größe wie beim deutschen Layout.
Software
Um die Blackwidow V4 Pro 75 zu konfigurieren, steht die produktübergreifende App Razer Synapse am Start. Mit ihr konfiguriert man die Tastenbelegung des Keyboards, die Beleuchtungseinstellungen, die OLED-Anzeige und die Stromsparfunktionen.
Für das Scrollrad kann man zu den vorkonfigurierten Aktionen auch bis zu 100 eigene anlegen. Das Aufzeichnen einzelner Tasten oder Tastenkombinationen erlaubt zum Beispiel, häufig genutzte Aktionen in Spielen oder anderen Programmen auf eine der drei Bewegungen des Scrollrads (hochscrollen, runterscrollen oder klicken) zu legen.
Hinzu kommen noch eine Liste weiterer Aktionen, etwa Mausfunktionen und Windows-Shortcuts, aus denen man ebenfalls wählen kann. Die Einrichtung geht ausgesprochen einfach von der Hand und die Steuerung des Scrollrads fühlt sich richtig gut an.
Die Beleuchtungseinstellungen über Razer Synapse halten sich in Grenzen und bieten insgesamt zwölf Effekte, zwischen denen man wechseln kann. Das liegt daran, dass Razer mit Chroma Studio einen eigenständigen Editor für Beleuchtungseffekte hat, den man bequem über Synapse installiert. Mit dem Programm kann man 13 verschiedene Effekte in mehreren Ebenen übereinanderlegen sowie Farben, Geschwindigkeit, Winkel und mehr individuell anpassen. Wer Spaß daran hat, seine Beleuchtung zu individualisieren, kommt hier uneingeschränkt auf seine Kosten.
Auch bei der Blackwidow V4 Pro 75 überzeugt uns die App Razer Synapse mit ihrem benutzerfreundlichen Aufbau und sinnvollen Einstellungsmöglichkeiten.
Tippgefühl
Mit vorgeschmierten taktilen Razer-Orange-Switches der dritten Generation ausgestattet, bietet die Tastatur Tippen mit charakteristischem spürbarem „Bump“. Der macht uns insbesondere beim Schreiben mit der Peripherie Freude. Die taktilen Switches benötigen hier eine Betätigungskraft von 50 g und sind damit etwas schwerer zu aktivieren als lineare. Letztere werden deswegen häufig bei Gaming-Tastaturen bevorzugt. Die Reisedistanz bis zum Auslösepunkt der Razer-Orange-Switches beträgt 2 mm.
Durch die Verwendung von Poron-Dichtungen zwischen Gehäuse und FR4-Platte (Gasket-Mount) und dämpfendem Schaumstoff an mehreren Stellen im Gehäuse bekommt die Razer Blackwidow V4 Pro 75 einen abgestimmten Sound beim Tippen. Das Gros der Tasten bietet ein helles Klackern, während die Leertaste mit einem tiefen und prägnanten Thock beim Anschlag erklingt. Entsprechend den Dämpfungsmaßnahmen und den Stabilisatoren kommt der Sound ohne störende Nebengeräusche wie Kratzen oder Hallen beim Ohr an. Jeder Tastenanschlag fühlt sich zudem präzise an.
Als Hot-Swapping-Tastatur unterstützt die Blackwidow V4 Pro 75 auch 3-Pin- und 5-Pin-Switches anderer Hersteller. Wer noch mehr am Soundprofil und Tippgefühl verändern möchte, dürfte sich über das einfach zu öffnende Gehäuse freuen. Dafür muss man lediglich die sieben Schrauben auf der Rückseite des Gehäuses öffnen.
Preis
Die UVP der Razer Blackwidow V4 Pro 75 liegt bei 350 Euro. Aktuell gibt es sie für etwa 287 Euro mit UK-Layout, obwohl die offizielle Amazon-Seite fälschlicherweise von einem ISO-US-Layout spricht. Mit dem amerikanischen ANSI-Layout kostet die Tastatur derzeit mit 261 Euro etwas weniger.
Fazit
Die Razer Blackwidow V4 Pro 75 bereitet sowohl beim Tippen als auch beim Zocken viel Freude. Das nützliche programmierbare Scrollrad bereichert die Tastatur ungemein und die intensive RGB-Beleuchtung überzeugt ebenfalls auf ganzer Linie. Hinzu kommt das gute taktile Tippgefühl, das uns beim Schreiben mit der Peripherie sehr gefallen hat. Auch für die Blackwidow bietet Razer mit der Software Synapse viele Einstellungsmöglichkeiten, mit denen man die 75-Prozent-Tastatur den eigenen Wünschen anpasst.
Allerdings stellt sich die Frage, ob eine UVP von kostenintensiven 350 Euro hier gerechtfertigt ist. Denn das Gehäuse besteht zum Großteil aus Plastik, der Akku macht verhältnismäßig schnell schlapp – und auch sonst sind keine wirklich innovativen Neuerungen mit an Bord, die einen so hohen Preis erklären würden. Das ist schade, denn letztlich ist die Razer Blackwidow V4 Pro 75 eine echt gute mechanische Tastatur, die uns im Test viel Freude bereitet hat. Aktuell würden wir aber definitiv empfehlen, auf eine Preissenkung zu warten.
Gamakay TK75HE V2
Gamakay TK75HE V2
Für 69 Euro ist die Gamakay TK75HE V2 eine preiswerte Hall-Effect-Tastatur, die zudem auch noch ausgesprochen leise tippt.
- günstig für eine Hall-Effect-Tastatur
- gut verarbeitet
- super leises Tippen
- Tasten stark anfällig für Fingerabdrücke, Staub etc.
- Software wenig benutzerfreundlich
Gamakay TK75HE V2 im Test: Günstige und leise Gaming-Tastatur mit Hall-Effect
Für 69 Euro ist die Gamakay TK75HE V2 eine preiswerte Hall-Effect-Tastatur, die zudem auch noch ausgesprochen leise tippt.
Hall-Effect-Tastaturen gibt es zwar immer häufiger, so günstig wie die Gamakay TK75HE V2 sind sie aber selten. Neben magnetisch-mechanischen Switches bietet das 75-Prozent-Keyboard zudem eine Abtastrate von 8000 Hz und drei Verbindungsmodi. Ob sie mit den teureren Modellen mithalten kann, zeigen wir im Test.
Das Testgerät hat uns Banggood zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Das Keyboard kommt mit einem 1,5-m-langen USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel und einem 2-in-1-Werkzeug zum Entfernen der Tastenkappen und der Switches. Für die kabellose 2,4-GHz-Verbindung liegt ein Funk-Receiver bei.
Design
Die 75-Prozent-Tastatur ist in schlichtem Schwarz gehalten. Trotz Vollplastikgehäuse wirkt sie super robust und auch die Verarbeitung kann sich sehen lassen. Mit Ausnahme des Schalters für die Verbindungsmodi, der etwas flimsig wirkt, sitzt alles fest und ist sauber montiert. Nichts knarzt oder wackelt, und Spaltmaße sucht man ebenfalls vergebens.
Ein LED-Streifen ziert den Freiraum zwischen der Enter-Taste und den drei Navigationstasten und sorgt bei angeschalteter Tastatur für zusätzliche Farbbeschallung. Die Gamakay TK75 HE V2 ist außerdem mit einem Drehknauf, ebenfalls aus Plastik, und einem 0,8 Zoll großen LCD ausgestattet.
Gamakay TK75HE V2 – Bilder
Auf der Unterseite der Tastatur befinden sich nebst vier Gummistreifen für die Rutschfestigkeit auch zwei ausklappbare Standfüße, mit jeweils zwei unterschiedlichen Ausrichtungsmöglichkeiten. Klappt man den linken Standfuß ganz aus, offenbart dieser den 2,4-GHz-Funk-Receiver, der dort sicher verstaut ist. Hier wäre ein etwas stärkerer Magnet jedoch sinnvoll gewesen, da der Funk-Receiver bei vollständig ausgeklapptem Fuß prompt herausfällt.
Ausstattung
Die Gamakay TK75HE ist nicht nur eine Hall-Effect-Tastatur, sondern unterstützt auch Hot-Swapping. Magnetische Switches anderer Hersteller lassen sich so problemlos in die Tastatur einsetzen. In unserem Testgerät sind die hauseigenen Silent-Switches Gamakay Magnetic Phoenix verbaut. Betätigungspunkte stellt man im Rahmen 0,1 mm bis 3,7 mm per Software ein.
Kabelgebunden arbeitet sie mit einer Abtastrate von bis zu 8000 Hz, die man natürlich auch herunterschrauben kann, um die CPU des PCs etwas zu entlasten. Im Funkmodus sind es dann standardmäßige 1000 Hz.
Kabellos arbeitet sie mit einem 4000-mAh-Akku, der ganz regulär per mitgeliefertem USB-Kabel über den PC aufgeladen wird. Wie bei allen kabellosen Tastaturen mit RGB-Beleuchtung gilt auch hier: Schaltet man die Beleuchtung aus, hält der Akku auch weitaus länger durch, bevor man ihn erneut laden muss. Wir kommen aber auch mit eingeschalteter Beleuchtung locker mehrere Tage aus, bevor wir die Tastatur erneut laden müssen. Neben der 2,4-GHz-Funkverbindung lässt sich die Gamakay TK75HE auch per Bluetooth mit dem PC verbinden. Zum Zocken dürfte hier jedoch via Bluetooth erfahrungsgemäß die Latenz zu hoch sein.
Die Tasten sind im Cherry-Profil und aus günstigem ABS-Plastik. Das macht sich bereits nach einem Tag in Aktion bemerkbar, da ABS-Tasten deutlich anfälliger für Fingerabdrücke, Staub und Schmutz sind. Auf längere Sicht gesehen nutzen sie sich zudem auch schneller ab als die robusteren Tasten aus PBT-Plastik. Im Vergleich zur Version mit amerikanischem ANSI-Layout, die wahlweise auch mit PBT-Tasten gekauft werden kann, gibt es für die deutsche Variante nur ABS-Tasten – schade.
Das LC-Display zeigt Uhrzeit, Datum und Akkustand an, hat aber noch ein paar weitere nützliche Funktionen. Per Drehknauf steuert man so durch verschiedene Menüs der Tastatur, wie die Beleuchtungseinstellungen der Tasten und des LED-Streifens.
Software
Die Software der Gamakay TK75HE V2 basiert auf der Open-Source-Firmware Quantum Mechanical Keyboard (QMK) und nennt sich Gamakay Driver V4. Über das Programm stellt man gewohnt alles rund um die Tastenbelegung, die Betätigungspunkte, die Beleuchtung und im Falle der TK75HE V2 auch den Bildschirm ein. Die Sprachauswahl der Software beschränkt sich auf Englisch und Chinesisch.
Für die RGB-Beleuchtung stehen 21 Effekte zur Verfügung, der LED-Streifen hat hingegen fünf Effekte zur Auswahl. Hier macht sich auch die etwas durchwachsene Benutzerfreundlichkeit des Programms bemerkbar, denn während es für den Streifen einen Ausschalt-Button gibt, fehlt dieser für die Beleuchtung der Tasten. Hier muss man die Helligkeit herunterschrauben, um die Leuchteffekte gänzlich auszuschalten.
Für das LCD kann man per integriertem Editor ein eigenes Bild malen, welches dann auf dem 0,8-Zoll-Display angezeigt wird. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, eines aus dem Internet hochzuladen oder eines aus dem Community-Tab zu verwenden. Unterstützt werden JPEG-, PNG- und GIF-Dateien.
Am spannendsten sind natürlich die Hall-Effect-Optionen. Hier finden sich die Standards wie Dynamic Keystroke, Toggle Switch, Snap Tap und Rapid Trigger wieder. Die Einstellung der Betätigungspunkte funktioniert, stellt sich in unserem Fall aber als eine Herausforderung dar. Zu Beginn will uns das Programm den Schieberegler nicht freigeben, um die Anpassung vornehmen zu können. Erst nach mehrmaligem Wechsel in andere Profile, Zurücksetzen der Tasten und Abspeichern des Profils können wir die Betätigungspunkte verändern. Das frustriert und auch hier wünschen wir uns einen einfacheren Umgang und mehr Benutzerfreundlichkeit.
Tippgefühl
Die Gamakay TK75HE V2 mit Magnetic-Phoenix-Switches tippt unheimlich geräuscharm. Ein leichtes gedämpftes Thock kommt beim Tastenanschlag durch. Die verwendeten Dichtungen (Gasket-Mount-Design) und vorgeschmierten Stabilisatoren reduzieren Vibrationen und verhindern störende Geräusche wie Hall. Auch Key Wobble gibt es keinen. Die Leertaste ist allerdings etwas lauter beim Tippen als die restlichen Tasten. Extrem störend ist das jetzt nicht, andere Hersteller haben hier aber einen einheitlicheren Job hinbekommen.
Die Gamakay TK75HE V2 ist zum Testzeitpunkt definitiv die leiseste Hall-Effect-Tastatur, die wir bisher getestet haben.
Preis
Auf Banggood kostet die Tastatur 66 Euro, mit Coupon BG358f29 (EU-Warenhaus). Wer lieber bei Amazon bestellt, muss in diesem Fall knapp 100 Euro bezahlen.
Hinweis: Für Anbieter wie Banggood, Aliexpress und Co., die außerhalb der EU agieren, gelten häufig andere Bedingungen als für Händler innerhalb der EU. Gewohnte Konsumentenrechte wie die Rückgabe und Erstattung von Artikeln sind so nicht immer garantiert. Es ist daher immer ratsam, vor einem Kauf die jeweiligen Geschäftsbedingungen zu prüfen.
Fazit
Die Gamakay TK75HE V2 ist für gerade mal 66 Euro (Coupon BG358f29; EU-Warenhaus) eine super erschwingliche Hall-Effect-Tastatur. Sie kommt mit allen gewohnten Vorzügen einer magnetisch-mechanischen Gaming-Tastatur und überzeugt zudem mit einer soliden Verarbeitung und einem äußerst leisen Tippen. Die Software des Keyboards ist jedoch an mehreren Stellen recht benutzerunfreundlich und erfordert teilweise etwas Geduld. Wer damit kein Problem hat, bekommt hier eine super solide und verhältnismäßig günstige Hall-Effect-Tastatur mit ein paar Abstrichen.
Akko Mod68 HE
Akko Mod68 HE
Hall-Effect-Switches im kleinen Formfaktor zum erschwinglichen Preis verspricht Akko mit dem Gaming-Keyboard Mod68 HE.
- günstige Hall-Effect-Tastatur
- hochwertige Verarbeitung
- 8000-Hz-Abtastrate
- praktische Funktionen via Web-App
- Web-App mangelt es teilweise an Benutzerfreundlichkeit
Gaming-Tastatur Akko Mod68 HE im Test: Für 90 € mit Hall-Effect traumhaft tippen
Hall-Effect-Switches im kleinen Formfaktor zum erschwinglichen Preis verspricht Akko mit dem Gaming-Keyboard Mod68 HE.
Als Hall-Effect-Tastatur für Einsteiger bezeichnet Akko die Mod68 HE und bepreist das 65-Prozent-Keyboard mit 8000-Hz-Abtastrate dementsprechend kompetitiv. Weniger Tasten, dafür deutlich mehr Flexibilität beim Zocken – magnetische Switches machen es möglich. Wie die Tastatur sich schlägt, zeigen wir im Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Hinweis: Unser Testgerät hat das amerikanische ANSI-Format, die Tastatur ist aber auch in der deutschen ISO-DE-Variante verfügbar. Beide Versionen haben den gleichen Funktionsumfang und unterscheiden sich ausschließlich im Layout, wie uns Akko versichert.
Lieferumfang
Der Paketinhalt ist überschaubar: Die kompakte Gaming-Tastatur kommt mit einem USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel (1,8 m), einem Tastenkappenzieher mit integriertem Switchzieher, einem Staubschutz aus Plastik sowie einem Quick-Start-Guide.
Design
Die Mod68 HE gibt es sowohl in der kabellosen als auch kabelgebundenen Variante. Zum Launch der Tastatur im ISO-DE-Format steht nur die Farbe „Black Transparent“ zur Verfügung, weitere Farben sollen laut Akko folgen. Im ANSI-Format gibt es neben „Black Transparent“ noch „Misty White“, „Misty Black & Brown“, „White Transparent“ sowie die zwei etwas zusammengewürfelt wirkenden „Gradient Hybrid Black Transparent“ und „Gradient Hybrid White Transparent“.
In der Farbgebung „Misty White“ kommt die Tastatur im weißen Aluminiumgehäuse und die Tasten im namensgebenden vernebelten Weiß. Der Look wirkt aufgeräumt und dezent – und hätte das Keyboard nicht die typische RGB-Beleuchtung, würde man sie auf den ersten Blick eher in ein Büro anstatt ins Gaming-Zimmer verorten. Durch die Kombination von durchsichtigen und weißen Tastenkappen bei der Herstellung im Double-Shot-Verfahren entsteht ein gewollt milchiger Effekt.
Akko Mod68 HE – Bilder
Die kompaktere Form der Tastatur fordert jedoch ihren Tribut: Das Numpad und die Reihe der F-Tasten wurden gestrichen und Pfeiltasten sowie die Home-, Entf-, Bild-hoch- und Bild-runter-Tasten wurden zusammengerückt. Die auf den fehlenden Tasten hinterlegten Funktionen ruft man über die Fn-Taste ab. Das macht die Bedienung jedoch etwas umständlicher – beim Zocken stört das weniger, bei der Arbeit dann doch mehr. Allerdings bleibt dank der Mini-Tastatur mehr Platz auf dem Schreibtisch, was besonders Freunden der niedrigen DPI zusagen dürfte.
Die Verarbeitung lässt wenig zu wünschen übrig: Das Keyboard wirkt hochwertig und robust, der Aluminiumrahmen sitzt bombenfest und weist keine Schönheitsmakel auf. Der Beleuchtung der Tastatur fehlt es erneut an Leuchtkraft, was wir aber ganz und gar nicht schlimm finden, weil es zum aufgeräumten und zurückhaltenden Look der Peripherie passt.
Ausstattung
Auch die Mod68 HE hat eine Abtastrate von 8000 Hz spendiert bekommen und ist damit noch einmal etwas reaktionsschneller als das Gros der Gaming-Tastaturen, die sonst mit 1000 Hz unterwegs sind. Unter der Haube befindet sich zudem eine ARM Cortex-M4-CPU.
Dank Gasket-Mount-Design, also der Verwendung von Dichtungen (Gaskets) bei der Montage der Tastatur, scheppert bei der Mod68 HE nichts. Zur Geräuschoptimierung und -reduzierung kommen zwei Poron-Schaumstoffschichten zum Einsatz.
Die magnetischen Akko-Astroaim-Switches benötigen eine Initialkraft von 35gf und 55gf bis zum Durchschlag. Die maximale Reisedistanz liegt bei 3,5±0,1 mm. Das Keyboard unterstützt Hot-Swapping mit magnetischen Switches anderer Hersteller. Die zur Verfügung stehenden Modelle werden in der Web-App angezeigt. Ein Feature, das andere Keyboard-Hersteller nach wie vor eher selten anbieten. Die LEDs sind südlich ausgerichtet, aufgrund der lichtundurchlässigen Tasten und Beschriftung strahlen diese aber nur schwach zwischen den Tasten hervor.
Auf der Misty-White-Version befinden sich Tasten aus Polycarbonat im Cherry-Profil. Die schwarze Beschriftung auf den weißen Keycaps (Tastenkappen) liest sich zudem hervorragend.
Software
Wie schon die MOD007 Year of Dragon HE bedient sich auch die Mod68 HE der Akko Web-App. Nach der Installation des IOT-Treibers über die Website benötigt man fortan nur noch einen Browser mit Internetverbindung, um an der Tastatur schalten und walten zu können.
Dank der Hall-Effect-Ausstattung lassen sich die Betätigungspunkte der Tasten per Software individuell anpassen. Das bedeutet im Klartext, dass Tasten, wenn gewünscht, schon bei ganz leichtem Antippen aktivieren oder eben erst, wenn man die Taste durchdrückt. Von Haus aus liegt der Betätigungspunkt bei 2 mm und ist auf mindestens 0,1 und maximal 3,0 mm einstellbar. Damit einhergehen praktische Funktionen: Dynamic Keystroke (DKS) etwa, womit vier verschiedene Aktionen einer einzelnen Taste zuweisbar sind.
Drückt man in einem Spiel die Q-Taste 0,5 mm weit runter, aktiviert sich Fähigkeit 1, drückt man weiter bis zum Anschlag, startet die zweite Fähigkeit. Selbes Spiel dann beim Loslassen der Taste. Weitere Standards wie Rapid Trigger und Last Key Priority, hier Snap Key genannt, stehen ebenfalls zur Auswahl. Generell bietet die Mod68 HE die gleichen Hall-Effect-Funktionen wie die Mod 007 Year of Dragon HE (Testbericht). Einen Makro-Editor sowie die Möglichkeit, Tasten neu zu belegen, gibt die Web-App selbstverständlich auch her. Die Abtastrate ist regulär auf 8000 Hz eingestellt, lässt sich aber bei Bedarf auf bis zu 125 Hz herunterschalten.
Akko Mod68 HE – Bilder App
Das Share-Menü wartet mit von der Community hochgeladenen Tastaturprofilen, selbst konfigurierten Beleuchtungsprofilen und Makros auf, die man sich auf die eigene Tastatur laden kann. Hier grätscht jedoch die etwas umständliche und teilweise schwer verständliche Menüführung dazwischen, die wir schon bei der Mod 007 Year of Dragon HE bemängelt haben. Das macht die Web-App zwar nicht unbrauchbar, beeinträchtigt jedoch die Benutzerfreundlichkeit.
An der Beleuchtungsfront findet sich eine Auswahl gängiger Effekte, darunter permanent leuchtende oder auf Tastendruck reagierende. Der Audiovisualizer-Effekt hingegen lässt die Lichter zur Musik auf dem PC tanzen. Insgesamt 23 unterschiedliche Beleuchtungsarten gibt die Software her. Wer das nicht benötigt, schaltet die Beleuchtung einfach komplett aus.
Tippgefühl
Schreiben und Zocken macht auf der Mod68 HE richtig Spaß – Gasket-Mount sei Dank. Wackelige Tasten, Kratzen oder Hallen beim Schreiben gibt es nicht. Stattdessen bekommt man präzises und stabiles, wenngleich nicht gerade leises Tippen mit Thock-Sound. Die Stabilisatoren und dämpfenden Schichten in der Tastatur leisten gute Arbeit. Obwohl sie glatter und auch etwas weicher sind als die von uns bevorzugten PBT-Keycaps, bieten die hier verwendeten Polycarbonat-Tastenkappen eine gute Griffigkeit.
Preis
Die Akko Mod68 HE kabelgebunden mit deutschem Layout kostet derzeit knapp 86 Euro mit dem Code 25BFCM im offiziellen Akko-Shop. Wireless kostet sie momentan 95 Euro, ebenfalls unter Verwendung von 25BFCM.
Fazit
Die Gaming-Tastatur Akko Mod68 HE bietet erstaunlich viel für vergleichsweise wenig Geld: Die Hall-Effect-Tastatur bietet alle Vorzüge der Technologie nur in einem etwas kompakteren Formfaktor. Eine tadellose Verarbeitung, gepaart mit einem schicken Design, machen die Tastatur zu einer idealen Gaming-Peripherie. Die 8000-Hz-Abtastrate reduziert indes Verzögerungen beim Tippen.
Die Web-App könnte in puncto Benutzerfreundlichkeit zwar noch optimiert werden. Wer sich jedoch am kompakten 65-Prozent-Formfaktor nicht stört, erhält mit der Mod68 HE eine hervorragende und preisgünstige Hall-Effect-Tastatur, die sich hinter teureren Modellen nicht verstecken muss.
Sharkoon Skiller SGk50 S4 Gen2 Wood PBT
Sharkoon Skiller SGk50 S4 Gen2 Wood PBT
Die Sharkoon Skiller SGK50 S4 Gen2 Wood kommt im kompakten Holzgehäuse und mit ordentlich Wumms in den Tasten.
- Holzgehäuse ist schick und robust
- Einrichtung benutzerfreundlicher dank QMK-Unterstützung
- solide Haptik beim Schreiben
- Betätigungskraft von 50 gf nicht ideal für Gaming
- erhöhtes Gehäuse führt zu Ermüdungserscheinungen
Kompakte Gaming-Tastatur aus Holz: Sharkoon Skiller SGK50 S4 Gen2 Wood im Test
Die Sharkoon Skiller SGK50 S4 Gen2 Wood kommt im kompakten Holzgehäuse und mit ordentlich Wumms in den Tasten.
Das Gehäuse aus Holz macht die Sharkoon Skiller SGK50 S4 Gen2 Wood zu einem Blickfang auf dem Schreibtisch. Als 60-Prozent-Tastatur beansprucht sie zudem nur wenig Platz, während sie die wichtigsten Tasten zum Zocken beibehält. Die Software-Unterstützung in Form der Open-Source-Firmware QMK macht das Keyboard flexibler. Wir klären auf, ob sie uns im Test überzeugen kann.
Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.
Lieferumfang
Zusammen mit der kabelgebundenen 60-Prozent-Tastatur gibt es ein 1,5 m langes USB-A-zu-USB-C-Verbindungskabel, einen Keycap- und einen Switch-Puller sowie zwei zusätzliche Tastenkappen, um die Leertaste und die Escape-Taste in brauner Holzoptik gegen regulär schwarze austauschen zu können. Vier Ersatzgummifüße sind ebenfalls enthalten.
Eine Betriebsanleitung im traditionellen Sinne gibt es nicht. Stattdessen liegt ein einseitiger Quick-Start-Guide bei.
Design
Das Gehäuse der kleinen Tastatur besteht vollständig aus Holz, wodurch sich die Peripherie äußerst robust anfühlt. Die Kombination aus dunkelbraunem Holz mit glänzendem Finish und schwarzen Tasten mit weißer Beschriftung funktioniert hier hervorragend.
Sharkoon Skiller SGK50 S4 Gen2 Wood – Bilder
Als 60-Prozent-Tastatur fehlen der S4 Gen2 Wood einige Tasten, deren Funktionen aber über die Fn-Taste (hier mit Sharkoon-Logo) erhalten bleiben. Beispielsweise erreicht man die fehlenden Tasten F1 bis F12 über die Zahlenreihe. Fn + 1 ergibt dann F1, Fn + 2 wird zu F2 und so weiter. Die Pfeiltasten haben sich ebenfalls verabschiedet. Deren Funktion liegt jetzt auf den Tasten I, J, K und L bei gedrückter Fn-Taste.
Die Maße der S4 Gen2 Wood fallen mit 305 x 118 x 40 mm erwartungsgemäß kompakt aus. Mit 737 g ohne Kabel und etwas mehr als 807 g mit Kabel ist sie trotz Holzkörper zudem auch verhältnismäßig leicht. Sharkoon verzichtet bei der S4 Gen2 Wood auf ausklappbare Standfüße aus Plastik und verwendet stattdessen Gumminoppen. Die Tasten liegen relativ weit oben, was dazu führt, dass man die Hände je nach Sitzhaltung ziemlich anwinkeln muss. Das kann bei längerem Tippen auch unbequem sein und zu Ermüdungserscheinungen im Handgelenk führen.
Ausstattung
Die Tasten sind aus PBT-Plastik und fühlen sich robust und griffig an. Als Switches verwendet Sharkoon hier lineare G Pro 3.0 Yellow von Gateron. Diese haben eine Betätigungskraft von 50±15 gf. Wir mussten uns tatsächlich erst einmal an die höhere Betätigungskraft gewöhnen, da wir privat in der Regel mit linearen Switches, die um die 45 gf Betätigungskraft haben, arbeiten. Da das Keyboard Hot-Swapping unterstützt, hier mit 3- oder 5-Pin-Switches, steht einem theoretisch aber nichts im Weg, leichter zu betätigende Switches einzusetzen und die Tastatur dem eigenen Gusto anzupassen.
Für die Soundoptimierung hat Sharkoon eine Polycarbonat-Platte zwischen Tasten und PCB gepackt und den Boden des Gehäuses mit einem Silikon-Pad ausgekleidet.
Die RGB-Beleuchtung ist bei Sharkoon selbstverständlich mit am Start und lässt sich per Tastenkombination verändern oder ganz ausschalten. Alternativ unterstützt das 60-Prozent-Keyboard die Open-Source-Firmware QMK/VIA über die man über das grafische Interface der Web-App Einstellungen an der Tastatur vornehmen kann.
Software
Im Vergleich zu anderen Sharkoon Keyboards, die wir in der Vergangenheit getestet haben, lässt sich die SGK50 S4 Gen2 Wood per Software konfigurieren. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein Programm aus dem Hause Sharkoon, sondern um die Open-Source-Firmware QMK (Quantum Mechanical Keyboard), welche über die Web-App VIA ein grafisches Interface erhält und dadurch um einiges benutzerfreundlicher wird.
Über die App greift man etwa auf die 46 Beleuchtungseffekte zu und kann für die meisten von ihnen neben Geschwindigkeit und Helligkeit auch die Farbe festlegen. Auch die Tastenbelegung lässt sich nach den eigenen Wünschen anpassen. Zur Auswahl stehen hier neben den regulären Tasten des Keyboards auch Funktionen von Media-Tasten (Pause, Play) und Aktionen wie Copy & Paste. Einen Reiter für bis zu 16 erstellte Makros gibt es ebenfalls, der dafür benötigte Makro-Editor ist nur ein Klick entfernt. Alternativ bietet die SGK50 S4 Gen2 Wood auch die Möglichkeit, bis zu zwei Makros per Tastenkombination direkt auf der Tastatur aufzuzeichnen und abzuspeichern.
Die Unterstützung von QMK ist ein Segen: Obwohl viele Funktionen direkt über das Keyboard steuerbar sind, ist es viel unkomplizierter, das Ganze in wenigen Klicks im Browser abzuhandeln. Beleuchtungseffekte können etwa gezielt mit wenig Aufwand angesteuert werden, anstatt sie händisch an der Tastatur durchgehen zu müssen. Weiterhin können so auch Nutzer mit anderen Betriebssystemen, wie Linux, die Software nutzen und werden nicht ausgesperrt.
Tippgefühl
Das Schreiben auf der Skiller SGK50 S4 Gen2 Wood fühlt sich dank der Kombination aus PBT-Tastenkappen und Gateron-G-Pro-3.0-Yellow-Switches wuchtig an. Begleitet wird das Ganze von einem tiefen Thock-Sound, der dank der bereits erwähnten PC-Platte und dem Silikonpad im Inneren der Tastatur nicht in einem Hall endet.
Da es sich um lineare Switches handelt, gibt es keinen Widerstand beim Tippen, allerdings erfordern die Yellow Switches mit 50±15 gf ordentlich Kraft, um zum Betätigungspunkt zu gelangen. Das erfordert zu Beginn definitiv etwas Umgewöhnung. Generell bieten sich für Gaming-Tastaturen unserer Meinung nach lineare Switches an, die mit einer niedrigeren Betätigungskraft aufwarten und dadurch etwas schneller auslösen. Am Ende des Tages spielt hier aber auch viel persönliche Präferenz mit hinein. Ihren Job erledigen die hier verbauten Switches allemal.
Ein Problem hatten wir jedoch während unseres Tests mit der Gen2 Wood: Die Tasten liegen ziemlich hoch, was bei längerem Schreiben auf dem Keyboard zu Ermüdungserscheinungen in den Handgelenken führte. Wer plant, mit der Sharkoon Skiller SGK50 S4 Gen2 Wood viel zu schreiben, sollte über eine Handgelenkstütze nachdenken.
Preis
Aktuell gibt es die Sharkoon Skiller SGK50 S4 Gen2 Wood für 144 Euro auf Amazon. Die UVP liegt bei knapp 150 Euro. Eine günstigere Version ohne Holzgehäuse gibt es für rund 80 Euro. Wer neben dem Holzgehäuse auch noch auf die hochwertigeren PBT-Keycaps verzichten kann, bekommt die Tastatur sogar schon für gut 70 Euro.
Fazit
Ein schickes, robustes Gehäuse, guter Sound beim Tippen und deutlich flexibler als die meisten bisherigen Tastaturen aus dem Hause Sharkoon: Die Skiller SGK50 S4 Gen2 Wood macht vieles richtig. Dank der QMK-Unterstützung wird das Keyboard um einiges benutzerfreundlicher und flexibler. Das 60-Prozent-Format wird nicht jedem zusagen, ist aber super platzsparend und zum Zocken hervorragend geeignet. Die verbauten Switches benötigen für unseren Geschmack etwas zu viel Betätigungskraft, um auf ihnen etwa kompetitive Shooter zu spielen. Für entspanntere Gaming-Sessions sind sie aber vollkommen in Ordnung. Der größte Kritikpunkt gilt jedoch dem erhöhten Gehäuse, das uns beim längeren Schreiben Ermüdungserscheinungen in den Handgelenken beschert.
Zum Zocken bietet sich die Skiller SGK50 S4 Gen2 Wood überwiegend an, längeres Schreiben sollte man unter Umständen auf eine andere Tastatur auslagern. Mit 144 Euro ist sie nicht gerade günstig und man zahlt hier überwiegend für die edlere Optik. Wer auf das Holz verzichten kann, greift unter Umständen lieber zur Plastikvariante für 80 Euro. Diese ist mit 103 mm auch etwas niedriger und damit vielleicht nicht ganz so anstrengend für die Handgelenke.
Royal Kludge S98
Royal Kludge S98
Die Royal Kludge S98 kommt als kabellose 96-Prozent-Tastatur mit LCD, tollem Sound und einer schicken Optik daher. Wie sie sich schlägt, zeigt der Test.
- fantastischer Thock-Sound beim Tippen
- hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
- solide Verarbeitung
- Bildschirm nützlich als Übersicht & zum Einstellen der Tastatur
- Akku etwas schwach, wenn Beleuchtung aktiv
- Software könnte verständlicher erklärt sein
Royal Kludge S98 für 86 Euro im Test: Diese Gaming-Tastatur klappert königlich
Die Royal Kludge S98 kommt als kabellose 96-Prozent-Tastatur mit LCD, tollem Sound und einer schicken Optik daher. Wie sie sich schlägt, zeigt der Test.
Royal Kludge hat sich als Hersteller preiswerter, aber solider mechanischer Tastaturen etabliert und auch die Royal Kludge S98 bietet wieder eine gute Balance bei der Preis-Leistung. Mit 96 Tasten ist sie fast eine Vollformat-Tastatur, die vorwiegend durch neu arrangierte Tasten und das Entfernen ungenutzter Fläche etwas kompakter daherkommt.
Mit drei Verbindungsmodi, einem LCD-Bildschirm und einem Drehknopf ist sie für den flexiblen Einsatz ausgestattet und ihr Drei-Farben-Design macht sie zum Hingucker auf dem Schreibtisch. Wie sich das Keyboard für 106 Euro (Code heiseBestenlisten) schlägt, zeigt der Testbericht.
Lieferumfang
Zusammen mit der Tastatur gibt es ein USB-C-Verbindungskabel mit einem USB-A-Adapter, der am Kabel befestigt ist. Eine sinnvolle Inklusion, die sich gerne mehr Keyboard-Hersteller abschauen dürfen. Der 2,4-GHz-Funk-Dongle ist seitlich am Keyboard verstaut. Neben vier Ersatz-Switches ist auch ein 2-in-1 Switch- und Keycap-Puller im Lieferumfang enthalten. Besonders positiv hat uns aber der beigefügte Staubschutz für die Tastatur überrascht – keine Selbstverständlichkeit und vor allem nicht in diesem Preissektor.
Design
Die Royal Kludge S98 gibt es in zwei Farbvariationen – genannt Lavendel Lila und Himmelblau – sowie mit den zwei unterschiedlichen Switches: Linear Viridian und Pale Green Tactile. Wir haben die Tastatur in Lavendel Lila mit Linear-Viridian-Switches getestet.
Beim Auspacken fällt sofort das ordentliche Kampfgewicht von 1,8 kg auf. Dieses kommt nicht zuletzt durch die vier schalldämpfenden Schichten im Inneren des Gehäuses zustande und verleiht der Tastatur zusätzliche Stabilität. Zusammen mit den Maßen 40,89 × 13,97 × 4,06 cm macht es das Keyboard nicht unbedingt zum geeigneten Begleiter für unterwegs, der Transport vom Arbeits- ins Wohnzimmer gelingt jedoch problemlos.
Royal Kludge S98 – Bilder
Das wuchtige Vollplastik-Gehäuse ist äußerst stabil und überzeugt durch seine ausgezeichnete Verarbeitung. Wie der Name vermuten lässt, setzt die Farbvariante Lavendel Lila auf eben genau diese Farbakzente. Die Tasten sind dabei in Eierschalen-Weiß und hellem sowie dunklem Lila gehalten. Das Gehäuse setzt den Look fort und präsentiert sich ebenfalls im Off-White-Ton mit Lila-Akzent.
Ausstattung
Die Tastatur hat einen USB-C-Anschluss, worüber sie sich im kabelgebundenen Modus mit dem PC verbindet. Direkt daneben ist ein USB-A-Passthrough-Port über den man unter anderem Geräte laden oder Peripherien anschließen kann.
Die S98 verbindet sich entweder per Kabel, per 2,4-GHz-Funk oder via Bluetooth, genauer Bluetooth 5.0. Für den Dongle gibt es links an der Tastatur einen magnetischen Steckplatz. Über einen Hebeltaster an der oberen linken Kante der Peripherie wechselt man zwischen den Verbindungsmodi.
Im Inneren des Keyboards befindet sich ein 3750-mAh-Akku, der sie im Wireless-Mode mit Strom versorgt. Dieser ist jedoch mit aktivierter Beleuchtung etwas schwachbrüstig. Nutzt man die Tastatur tagsüber zum Arbeiten und dann abends zum Zocken, kann man davon ausgehen, sie ungefähr alle zwei Tage aufzuladen. Schaltet man die Beleuchtung aus, hält der Akku jedoch deutlich länger.
Das LC-Display am Keyboard zeigt Datum und Uhrzeit sowie den Akkustand der S98 an. Zudem verändert man hierüber unter anderem die RGB-Beleuchtung samt Geschwindigkeit und Helligkeit, schaltet zwischen Windows- oder Mac-Layout oder wechselt – alternativ zum Hebeltaster – zwischen den Verbindungsmodi hin und her. Das Ganze steuert sich über den Aluminium-Drehknopf, der bei jeder Bewegung ein angenehmes Klicken von sich gibt. Ist man nicht im Menü des Keyboards, regelt man durch Drehen des Knopfs die Lautstärke am Computer.
Software
Wie bei der Royal Kludge RK84 findet auch bei der S98 die Royal Kludge Software ihren Einsatz. Was uns direkt positiv auffällt: Die Software erkennt das Keyboard auch im Funk-Modus. Bei der RK84 funktionierte das hingegen nicht. Das Programm ist nach wie vor einfach gestrickt, erfüllt aber seinen Zweck. Tasten neu belegen, Makros erstellen und die RGB-Beleuchtung einrichten – alles vorhanden, wenngleich nicht mit dem benutzerfreundlichsten Interface.
Neu hinzugekommen ist der Menüpunkt TFT. Hier lädt man eine GIF hoch und bearbeitet sie wahlweise minimal, die dann auf dem Bildschirm des Keyboards abspielt. Generell wäre eine Erklärung zum System hilfreich gewesen, man blickt aber nach kurzem Herumprobieren auch selbst durch. Der Upload der GIF von der Software auf den Speicher des Keyboards dauert etwas, das Ganze kann aber getrost im Hintergrund laufen, während man die Tastatur verwendet.
Tippgefühl
Beim Schreiben sticht die Royal Kludge S98 besonders hervor. Die in unserer Version verbauten vorgeschmierten Switches Linear Viridian erzeugen in Kombination mit der vierlagigen Schalldämpfung und den Stabilisatoren einen verdammt guten und sauberen Thock-Sound, bei dem es Spaß macht zu tippen. Ein Hallen oder Kratzen der Schalter ist weder hör- noch spürbar – eine rundum gelungene Verarbeitung. Wir hätten zwar anstatt der hier verwendeten ABS-Tastenkappen, welche aus PBT bevorzugt, das ist aber nach wie vor Geschmackssache. Zudem hindert einen nichts daran, diese nachträglich selbstständig auszutauschen.
Alternativ gibt es das Keyboard auch mit taktilen Switches, welche dann den bekannten fühlbaren Bump beim Drücken der Taste mit sich bringen.
Möchte man den Sound des Keyboards oder dessen Tippgefühl anpassen, ist das dank Hot Swapping kein Problem. Die S98 unterstützt sowohl Drei-Pin- als auch Fünf-Pin-Switches, die man via des mitgelieferten Werkzeugs in wenigen Sekunden austauscht.
Preis
Die Royal Kludge S98 bekommt man mit Code heiseBestenlisten beim Check-out schon für 106 Euro im DE-Layout.
Fazit
Royal Kludge liefert mit der S98 eine Tastatur, die das Rad zwar nicht neu erfindet, dafür aber mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und einer hochwertigen Verarbeitung überzeugt. Mit Details wie dem seitlich angebrachten Hebeltaster, dem USB-Passthrough-Port und dem integrierten LC-Display setzt der Hersteller nicht nur designtechnische Akzente, sondern kombiniert diese Elemente zu einem stimmigen Gesamtkonzept.
Abgerundet wird der positive Eindruck durch das angenehme Tippgefühl, das die vorgeschmierten, durch Schalldämpfung und Stabilisatoren unterstützten Schalter erzeugen. Lediglich die begrenzte Akkulaufzeit bei aktivierter Beleuchtung trübt das Gesamtbild leicht, ebenso wie die funktionale, aber ausbaufähige Software. Dennoch bietet die Royal Kludge S98 eine gelungene Budget-Tastatur, die sich in vielen Bereichen nicht hinter deutlich teureren Modellen verstecken muss.
Keychron K2 HE Special Edition
Keychron K2 HE Special Edition
Die Hall-Effect Gaming-Tastatur Keychron K2 HE Special Edition bringt die Vorzüge von magnetischen Switches und einer edlen Optik, die sich nicht im Zockerstübchen verstecken muss, zusammen. Im Test zeigen wir, ob das Gesamtpaket überzeugt.
- edles Design
- hervorragende Verarbeitung
- gute Auswahl an Hall-Effect-Einstellungsmöglichkeiten
- sensationelles Schreibfeeling
- Hot Swap beschränkt sich auf Gateron Double-Rail Switches
Keychron K2 HE Special Edition Test: Geniale Gaming-Tastatur mit Holz und Alu
Die Hall-Effect Gaming-Tastatur Keychron K2 HE Special Edition bringt die Vorzüge von magnetischen Switches und einer edlen Optik, die sich nicht im Zockerstübchen verstecken muss, zusammen. Im Test zeigen wir, ob das Gesamtpaket überzeugt.
Hall-Effect-Tastaturen sind im Gaming-Bereich aufgrund ihrer individuell einstellbaren Auslösepunkte nach wie vor sehr beliebt. Auch Keychron versucht sich mit der K2 HE Special Edition an den Hall-Effect-Wunderwaffen und liefert dabei eine unglaublich schicke Tastatur, auf der sowohl Schreiben als auch Zocken Spaß macht. Welche Makel auch die schicke Optik nicht kaschieren kann, zeigt der Test.
Lieferumfang
Zusammen mit der Tastatur erhält man zusätzliche Keycaps, um zwischen den Windows- und Mac-spezifischen Tasten zu wechseln, einen 2-in-1 Keycap- und Switchpuller sowie ein Nylon bestofftes USB-A-auf-USB-C-Verbindungskabel. Um die Keychron K2 HE Special Edition im 2,4-GHz-Wireless-Modus zu verwenden, ist ein Funk-Dongle samt Verlängerungsteil inkludiert.
Neben der Betriebsanleitung, die zumindest die wichtigsten Settings wie die Verbindungsmodi anreißt, gibt es zudem einen Quick Start Guide, der das Ganze noch einmal plakativ auf einer einzigen Seite zusammenfasst.
Ungewöhnlich: Für die Tüftler hat man Schraubenzieher und Inbusschlüssel beigelegt, um die Tastatur problemlos auseinanderzunehmen.
Design
Die Keychron K2 HE Special Edition ist ein echter Hingucker im 75-Prozent-Formfaktor. Mit einem Aluminium-Gehäuse und Holz-Seitenteilen sieht sie sehr edel aus und fügt sich als Gaming-Tastatur trotzdem optisch hervorragend in ein Büro oder Arbeitszimmer ein.
Auf der Rückseite der Tastatur befinden sich die fest verbauten Standfüße, die man in zwei unterschiedlichen Höhenstufen ausklappt. Schade: Für den Funk-Dongle gibt es nirgends an der Tastatur eine Verstaumöglichkeit, wie man sie sonst häufig bei anderen Keyboards vorfindet.
Keychron K2 HE Special Edition – Bilder
Die Double-Shot-PBT-Tasten haben das OSA-Profil und sind damit höher als die gängigen Cherry-Profil-Tasten. Sie zeichnen sich zudem durch ihre rundere Form aus.
Auf der linken Seite der K2 HE Special Edition befindet sich der USB-C-Port für den kabelgebundenen Modus sowie zwei texturierte Wipp-Schalter, mit denen man zwischen der Mac-/iOS- oder Windows-/Android-Funktionalität schaltet sowie die Verbindungsmodi wechselt. Nur mit Kraftaufwand zieht man den USB-C-Stecker des Verbindungskabels unschöner Weise aus der Tastatur. Unterstützt wird neben 2,4-GHz-Funk auch Bluetooth als kabellose Verbindungsmöglichkeit.
Die RGB-Beleuchtung scheint dezent zwischen den lichtundurchlässigen Tastenkappen hervor.
Die reguläre K2 HE hat im Unterschied zur Special Edition keine Rosenholz-Seitenteile sondern ist komplett aus Aluminium. Außerdem werden Cherry-Profil PBT-Tastenkappen mit lichtdurchlässiger Beschriftung verwendet anstatt den OSA-Profil-Tastenkappen der Special Edition.
Inbetriebnahme
Die Keychron K2 HE Special Edition ist direkt nach dem Auspacken einsatzbereit. Stört man sich an den von Werk aus installierten Mac-Tasten, tauscht man diese nach dem Auspacken mit den mitgelieferten Windows-Alternativen und dem ebenfalls inkludierten Werkzeug problemlos aus.
Den Funk-Dongle bringt man entweder direkt an einen USB-A-Port am PC an oder verwendet das mitgelieferte Verlängerungsstück, um ihn mit dem Verbindungskabel näher an die Tastatur zu bringen – sofern man sie kabellos verwenden möchte. Für Bluetooth muss man die Tastatur per Tastenkombination Fn + 1, 2 oder 3 mit einem kompatiblen Gerät pairen.
Software
Der Keychron Launcher ist eine Web-App, die ausschließlich über den Browser erreichbar ist. Die App unterstützt zum Zeitpunkt des Tests die aktuellsten Versionen von Chrome, Opera und Edge. Um die Tastatur zu konfigurieren, muss sie per Kabel mit dem PC verbunden sein.
Das „HE“ im Menü HE Mode steht für Hall Effect und meint damit die in der Keychron K2 HE verbauten Switches. In diesem justiert man neben der Betätigungsdistanz auch die Rapid-Trigger-Sensitivität. Hier zeigt sich, warum Hall-Effect-Switches das Nonplusultra in der Gaming-Szene sind. Es ist beispielsweise möglich, dass man für eine Taste mehrere Funktionen bei unterschiedlichen Positionen festlegt (drückt man sie 0,5 mm tief, passiert X, bei 1,0 mm passiert Y usw.).
Rapid Trigger ist für kompetitive Spiele sehr beliebt, da dieser die Distanz zwischen Betätigung und Reset einer Taste extrem verkürzt und so erlaubt, schneller zu reagieren. Enttäuschend ist jedoch, dass es keine Möglichkeit gibt, die Hall-Effect-Einstellungen auch per Tastenbefehl ohne die Software zu verändern. Das machen andere Tastaturen besser.
Keychron K2 HE Special Edition Bilder – App
Spannend ist die Gamepad-Analog-Funktion. Aufgrund der sehr hohen Präzision der Hall-Effect-Sensoren ist die Tastatur in der Lage, das Gefühl eines Gamepads und dessen Analog-Sticks und Trigger zu simulieren. Ist sie aktiviert, reagieren Keyboard und Spiel darauf, wie stark man eine Taste drückt. Bei leichtem Drücken geht der Charakter dann beispielhaft, während er bei stärker gedrückter Taste rennt.
Keymap- und Macro-Menü bieten die erwarteten Funktionen, wobei das Macro-Menü hier mit der Option hervorsticht, Macros nicht nur einzeln händisch einzutragen oder sie aufzuzeichnen, sondern auch das Erstellen über die Eingabe von Keycodes in ein Textfeld ermöglicht.
Mittels Backlight stellt man die RGB-Beleuchtung der Keychron K2 HE Special Edition ein. Hier erwarten einen keine Überraschungen. Im Gegenteil: Einstellungsmöglichkeiten gibt es enttäuschend wenig. Insgesamt 21 Effekte stehen zur Auswahl, wobei man bei den meisten nur die Helligkeit und Geschwindigkeit anpasst.
So tippt es sich auf der Keychron K2 HE Special Edition
Die K2 HE Special Edition ist mit Gateron Nebula Double Rail Switches ausgestattet. Durch die Doppel-Schienen-Bauart sind sie sehr stabil, wodurch kein Wackeln der Tasten entsteht. Das sorgt wiederum dafür, dass es eine wahre Freude ist, mit ihnen zu tippen. Unterstützt wird das haptische Erlebnis durch die bereits erwähnten OSA-Profil-Tasten. Die Tastatur gibt den sehr beliebten Thock-Sound wieder, welcher die Ohren dank vorgeschmierter Schalter und Stabilisatoren ganz ohne Kratzgeräusche und Hall erreicht.
Die Keychron K2 HE ist zudem eine Hot-Swap-Tastatur – die Switches sind also austauschbar. Der Haken: Kompatibel ist das Keyboard nur mit den Gateron Magnetic Double Rail Switches. Diese gibt es zwar in drei Varianten mit unterschiedlichen Betätigungskräften im Keychron-Shop zu kaufen, schöner wäre es jedoch gewesen, wenn man auch magnetische Schalter anderer Hersteller unterstützt hätte.
Preis
Die Keychron K2 HE Special Edition kostet 160 Euro. Die reguläre Version kostet 157 Euro (nur im ANSI-Layout erhältlich).
Fazit
Die Keychron K2 HE Special Edition ist nicht nur unglaublich schick, sondern überzeugt auch mit ihren Gaming-Features. Außerhalb eines hitzigen Ranked-Matches stellt sie ein kompetentes Schreibutensil dar, das durch die verbauten Double-Rail-Switches sowie den Keycaps im OSA-Profil für einen tollen Sound beim Tippen sorgt und sich auch nach mehreren Stunden Schreiben gut anfühlt.
RGB-Enthusiasten vermissen eventuell das ein oder andere Feature, und auch Hot-Swapping ist nur eingeschränkt möglich. Das Gesamtpaket ist trotz alledem hervorragend. Wer auf der Suche nach einer kompetenten Hall-Effect-Tastatur im Premium-Look ist und das für einen verhältnismäßig angenehmen Preis – der kann hier bedenkenlos zuschlagen.
Endorfy Celeris 1800
Endorfy Celeris 1800
Die mechanische Tastatur Endorfy Celeris 1800 macht den optischen Spagat zwischen Büro-Utensil und Gaming-Peripherie. Wie sie sich schlägt, zeigt der Test.
- gutes Tippgefühl beim Zocken und Schreiben
- aufgeräumtes Design eignet sich auch fürs Büro
- günstig
- solide Verarbeitung
- User-Interface der Software könnte besser sein
- Gehäuse nicht wirklich robust
Endorfy Celeris 1800 im Test: Mechanische Tastatur für Büro & Gaming
Die mechanische Tastatur Endorfy Celeris 1800 macht den optischen Spagat zwischen Büro-Utensil und Gaming-Peripherie. Wie sie sich schlägt, zeigt der Test.
Die 96-Prozent-Tastatur Endorfy Celeris 1800 zum Budget-Preis vereint reduziertes Design mit farblichen Akzenten und ist – zumindest optisch – sowohl im Büro als auch im Zockerstübchen einsatzbereit. Ob selbiges auch für ihre Funktionen gilt, haben wir uns im Test angeschaut. Die Tastatur hat uns Endorfy zur Verfügung gestellt.
Ausstattung & Design
Die Endorfy Celeris 1800 kommt zusammen mit einem USB-A-auf-USB-C-Verbindungskabel mit Nylon-Gewebe. Auf der Rückseite der Tastatur sind ein Keycap-Puller sowie der Funk-Receiver für den 2,4-GHz-Funkmodus verstaut. Zusätzlich zum Keycap-Puller ist ein 2-in-1-Werkzeug im Lieferumfang enthalten, womit man auch die Switches entfernen kann. Zwei Ersatz-Switches sind ebenfalls dabei. Da die Tastatur sowohl Windows als auch Mac OS unterstützt, gibt es ein Set Tastenkappen mit Mac-OS-Beschriftung dazu. Wer lieber eine ganzheitlich graue Tastatur haben möchte, tauscht die gelbe Enter- sowie Escape-Taste durch die ebenfalls inkludierten grauen Ersatz-Tastenkappen aus.
Die Tastatur misst 384 × 129,5 × 44,6 mm und bringt rund 1,1 kg auf die Waage. Als 96-Prozent-Keyboard stehen der Endorfy Celeris 1800 fast alle Tasten einer regulären Fullsize-Tastatur zur Verfügung. Um dennoch etwas Platz auf dem Schreibtisch zu sparen, sind Nummernblock und Pfeiltasten näher zusammengerückt, um so viel ungenutzte Fläche wie möglich zu eliminieren. Selbiges gilt für die Reihe der F-Tasten, die nun mit der darunterliegenden Tastenreihe kuschelt. Das Resultat mag für den einen oder anderen etwas gedrängt wirken, stört uns allerdings überhaupt nicht.
Endorfy Celeris 1800 – Bilder
Das Plastikgehäuse der Tastatur wirkt solide verarbeitet, übt man etwas Druck mit den Händen auf das Gehäuse aus, gibt dieses jedoch nach und biegt sich mit. Am rechten Rand der Tastatur befinden sich zwei Schalter. Der obere Schalter wechselt zwischen den drei Verbindungsmodi kabelgebunden, Funk und Bluetooth. Der kabelgebundene Modus fungiert gleichzeitig auch als Aus-Schalter, wenn man die Tastatur mit Funk- oder Bluetooth-Verbindung verwendet. Mit dem unteren Schalter wechselt man indes zwischen den Windows- und Mac-Funktionen.
Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich eine Lautstärke-Wippe sowie ein Mute-Button. Deren Funktionen lassen sich per Software nach Bedarf neu belegen.
Das schlichte graue Design der Tastatur mit den gelben Akzenten gefällt. Sie wirkt dadurch auch im Büro nicht fehl am Platz. Möchte man mehr Farbe, schaltet man die RGB-Beleuchtung hinzu, die dezent zwischen den Tasten und durch die transparente Beschriftung dieser hervorscheint.
Software
Um die Tastatur zu konfigurieren, steht die gleichnamige Software Endorfy Celeris 1800 zur Verfügung. Wie von preiswerteren Tastaturen gewohnt, ist die Software recht rudimentär, erfüllt aber die meisten Anforderungen. So stellt man die Beleuchtungseffekte des Keyboards ein, passt die Tastenbelegungen nach Wunsch an oder erstellt Makros.
Dem User-Interface würden ein paar erklärende Tooltips nicht schaden. Gerade beim Makro-Editor erschließt sich uns auch nach mehrmaligen Ausprobieren nicht, ob und wie man ohne eine Live-Aufzeichnung die Tastenkombinationen einpflegt. Das Menü lässt uns nur Mausrichtungen ohne eine Live-Aufzeichnung in den Makro-Editor eintragen. Genauso erschließt sich uns nicht, was die Option Exchange Keys, die man im Menü Other anklicken kann, bewirkt. Praktisch ist hingegen, dass die Tastatur auch kabellos von der Software erkannt wird.
Besonders unkompliziert ist hingegen das Menü der Beleuchtungseffekte. Hier wählt man aus einer Handvoll unterschiedlicher Effekte aus und passt – je nach Effekt – Geschwindigkeit, Helligkeit, Farbe und die Richtung an, in die sich der Farbverlauf bewegt.
Schreibgefühl
Zwei Lagen Silikon sowie ein IXPE-Schaumstoff-Pad regeln die Akustik im Inneren der Celeris 1800 und sorgen für einen hellen, knackigen Sound beim Tippen. Die FR4-Platte, auf die die vorgeschmierten Switches gesteckt werden, sorgt hingegen für ein weiches Gefühl beim Tippen. Dank vorgeschmierter Stabilisatoren für die größeren Tasten lösen diese ohne Geklapper und Hall aus und runden das Schreibgefühl ab.
Bei den Switches handelt es sich um Endorfy Yellow von Gateron. Um die linearen Taster komplett durchzudrücken, benötigt es eine Betriebskraft von 49±15 gf. Wie man es von linearen Switches gewohnt ist, betätigen sie leichter als das clicky oder taktile Pendant, wodurch sie sich besser zum Zocken eignen. Am Ende des Tages ist das aber immer auch Geschmackssache.
Unserer Meinung nach erzeugt die Celeris 1800 eine angenehme, fokussierte Geräuschkulisse beim Schreiben, die zwar hörbar, aber nicht störend laut ist. Empfindliche Ohren könnten das Tippen auf Dauer – besonders im Büroumfeld – jedoch als störend empfinden. Wer also auf Nummer sicher gehen will, legt sich das Keyboard erst einmal fürs Homeoffice zu und testet dann vorsichtig, ob ein Einsatz im Büro mit den Kollegen zu vereinbaren ist.
Dank Hot Swapping tauscht man die Taster bei Bedarf gegen andere aus. Unterstützt werden 5-Pin- und 3-Pin-Switches.
Preis
Die Endorfy Celeris 1800 gibt es bereits für 99 Euro auf Amazon. Sie kommt im ISO-DE-Layout. Alternativ gibt es sie auch im ANSI-Layout und mit tschechischem Tastaturen-Layout.
Fazit
Die Endorfy Celeris 1800 macht dank ihres schlichten und dennoch schicken Designs sowohl auf dem Schreibtisch im Büro als auch daheim am Gaming-PC eine gute Figur. Für 99 Euro bekommt man mit ihr eine hervorragende mechanische Tastatur mit abgestimmter Akustik und angenehmem Tippgefühl. Die Software könnte gerade in Bezug auf die Benutzerfreundlichkeit ein Update vertragen, und auch wenn die Verarbeitung der Tastatur an sich gut ist, wirkt sie leider nicht sehr robust. Dennoch bekommt man mit der 96-Prozent-Tastatur einen guten Begleiter für die tägliche Arbeit im Büro und die nächste Gaming-Session.
Das könnte Ihnen gefallen
-
Top 10: Die beste Handykamera im Test – Vivo schlägt Apple und Xiaomi
-
CB-Funk-Podcast #173: Apple, Siri AI und die EU – wird das jetzt endlich was?
-
Studie: Hohe Verbreitung von Loyalty-Apps schmälert die Kundenbindung
-
Angriff auf den ADAC: Das ist die erste Serviceplan-Kampagne für den Auto Club Europa
-
Eiswürfelmaschine Ice Cube Maker Qexreed im Test: 9 Eiswürfel in 8 Minuten
-
Jugendverbote für Social Media sind die falsche Antwort
Künstliche Intelligenz
Medizinregistergesetz: Maximale Löschfrist mit 100 Jahren praktisch unbefristet
Das geplante Medizinregistergesetz (MRG) stößt bei Fachleuten zwar grundsätzlich auf Zustimmung, in der öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestages überwogen jedoch die Forderungen nach Nachbesserungen. Vertreter von Forschungseinrichtungen, Registerbetreibern, Patientenorganisationen, Industrie und Datenschutz begrüßten zwar den Versuch, die Nutzung medizinischer Daten zu verbessern. Zugleich machten sie deutlich, dass aus ihrer Sicht erhebliche Probleme bei der Datenqualität, Finanzierung, Datenschutz und Governance ungelöst bleiben. Auch die vorgesehene Nutzung von Teilen der Krankenversichertennummer (KVNR) als Grundlage für eine Forschungskennziffer blieb umstritten.
Weiterlesen nach der Anzeige
Ein zentrales Ziel des Gesetzes ist es, die Nutzung und Verknüpfung von Daten aus Medizinregistern zu erleichtern. Dr. Anne Regierer, Sprecherin der Arbeitsgruppe Register der Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung (TMF), begrüßte insbesondere die Möglichkeit der Datenverknüpfung und die geplante Qualitätsentwicklung von Registern.
Krankenversichertennummer als Basis für Forschungskennziffer umstritten
Kritik gibt es dafür, dass laut MRG-Entwurf künftig der unveränderbare Teil der KVNR genutzt werden soll, um daraus Forschungskennziffern beziehungsweise Pseudonyme für die Verknüpfung von Registerdaten zu erzeugen. Zwar wird die KVNR von einigen Akteuren als pragmatische Lösung angesehen, weil sie bereits in großen Teilen des Gesundheitswesens verfügbar ist. In der Anhörung und den begleitenden Stellungnahmen wurden jedoch Zweifel laut, ob sie den Anforderungen einer langfristigen Gesundheitsdateninfrastruktur gerecht werden kann.
Experten verweisen darauf, dass zahlreiche für die Forschung relevante Datenbestände außerhalb der klassischen Gesundheitsversorgung liegen und dort keine KVNR verwendet wird. Das betrifft etwa Daten aus der Prävention, Rehabilitation, Sozialforschung oder der gesetzlichen Unfallversicherung. Bereits im Vorfeld der Anhörung hatte der IT-Sicherheitsrechtler Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker gewarnt, eine Forschungskennziffer greife zu kurz, „solange sie nicht wirklich sektorübergreifend angelegt ist und Datenverknüpfungen etwa für Präventions- oder Pandemieforschung ermöglicht“.
Auch die Koordinierungsgruppe Gesundheitsforschungsdateninfrastrukturen (GFDI) kritisiert die Konzentration auf die KVNR. Sie warnt vor einer Situation, in der unterschiedliche Gesetze verschiedene Identifikatoren voraussetzen – von der KVNR über die Steuer-ID bis zu europäischen Identitäten. Für Registerbetreiber entstünden dadurch zusätzliche technische und organisatorische Aufwände. Zudem sei die KVNR für manche Registerformen nur eingeschränkt nutzbar. Als Beispiele werden Obduktionsregister oder Lebendspenderegister genannt. Mehrere Fachvertreter stellten deshalb die Frage, ob die KVNR allenfalls eine Übergangslösung sein könne und langfristig ein sektorübergreifender Identifikator benötigt werde.
Forscher fordern langfristige Finanzierung der Register
Weiterlesen nach der Anzeige
Innerhalb der Register-Community gibt es erhebliche Zweifel, ob die vorgesehene Qualifizierung tatsächlich angenommen wird. Regierer berichtete, dass in einer Befragung der Registerbetreiber kaum jemand Interesse gezeigt habe, das geplante Qualifizierungsverfahren unter den aktuellen Bedingungen zu durchlaufen. „Eigentlich keiner der anwesenden Registerbetreiber hat gesagt: Zum jetzigen Zeitpunkt würden wir das Qualifizierungsverfahren für uns in Betracht ziehen“, sagte sie. Als Hauptproblem nannte sie die fehlende langfristige Finanzierung. Viele Register würden bislang über Projektmittel oder Spenden finanziert. Deshalb müsse geprüft werden, ob qualifizierte Register künftig als echte Forschungsinfrastruktur über zentrale Finanzierungsmodelle unterstützt werden könnten. Regierer und Dr. Anna Niemeyer vom Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung sprachen sich für eine stärker wissenschaftlich geprägte Einrichtung aus, die Register aktiv bei Qualitätsentwicklung, Standardisierung und Methodik unterstützt.
Auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sieht Potenzial in dem Gesetz. Der stellvertretende Leiter des Ressorts Arzneimittelbewertung, Dr. Andreas Vervölgyi, betonte, dass Register künftig deutlich stärker für Forschungsvorhaben genutzt werden könnten. Gerade registerbasierte Studien seien in anderen Ländern längst etabliert, in Deutschland bislang aber kaum möglich. Dafür benötige es jedoch zusätzliche Unterstützung bei Methodik, Planung und Durchführung solcher Studien.
Zweifel an Datenqualität
Besonders deutlich fiel die Kritik der unparteiischen Mitglieder des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) aus. Dr. Rimma Berenstein machte deutlich, dass das Gesetz zwar technische und datenschutzrechtliche Verbesserungen bringe, das eigentliche Problem aber nicht löse: die Qualität der Daten. „Die Datenplattform bringt eben nichts, wenn die Daten, die dort erhoben werden, die relevante Fragestellung gar nicht beantworten können“, sagte sie. Viele bestehende Register seien ursprünglich für wissenschaftliche Fragestellungen aufgebaut worden und enthielten nicht die Informationen, die beispielsweise für Nutzenbewertungen neuer Arzneimittel benötigt würden. Oft fehlten wichtige Angaben zu Patientenmerkmalen, Folgetherapien oder Langzeitverläufen.
Der G-BA fordert deshalb weitergehende Eingriffsmöglichkeiten. So solle der Ausschuss künftig die Möglichkeit erhalten, bestimmte krankheits- oder therapiebezogene Register selbst zu initiieren oder bestehende Register entsprechend weiterzuentwickeln. Zudem sprach sich Berenstein für Meldepflichten der Leistungserbringer sowie für Datenerhebungen mit Widerspruchslösung aus, um möglichst vollständige Datensätze zu erhalten. Nur mit qualitativ hochwertigen und vollständigen Daten könnten Register tatsächlich dazu beitragen, Versorgungsentscheidungen zu verbessern oder die Wirksamkeit neuer Therapien zu bewerten.
Registerlandschaft gegen Evidenzlücken
Aus Sicht des G-BA würden solche Register zudem dazu beitragen, Evidenzlücken nach der Markteinführung neuer Arzneimittel zu schließen. Berenstein verwies darauf, dass Hersteller häufig kein unmittelbares Interesse daran hätten, zusätzliche Daten zu bestimmten Fragestellungen zu erheben. Insbesondere bei hochpreisigen und komplexen Therapien fehle es oft an vergleichenden Langzeitdaten, etwa dazu, welche Patienten tatsächlich profitieren oder wie sich verschiedene Behandlungsoptionen im Versorgungsalltag schlagen. Unabhängige Register könnten hier Transparenz schaffen und die Datengrundlage für Nutzenbewertungen deutlich verbessern.
Unterstützung erhielt diese Position vom GKV-Spitzenverband. Dessen Abteilungsleiter Medizin, Dr. Bernhard Egger, verwies darauf, dass Registerdaten künftig zwar grundsätzlich für Nutzenbewertungen nutzbar würden, viele Register aber derzeit nicht die erforderlichen Informationen erfassten. Der vom G-BA vorgeschlagene Ansatz sei deshalb ein sinnvoller Weg, um Register stärker an den tatsächlichen Anforderungen der Versorgung auszurichten.
Eine besondere Rolle spielten in der Anhörung die Belange von Menschen mit seltenen Erkrankungen. Prof. Annette Grüters-Kieslich von der Eva Luise und Horst Köhler Stiftung begrüßte das Gesetz grundsätzlich, kritisierte jedoch, dass seltene Erkrankungen im Entwurf bislang nicht ausdrücklich berücksichtigt werden. Gerade für diese Patientengruppe seien Register von zentraler Bedeutung, da es häufig nur sehr wenige Betroffene gebe und andere Datenquellen oft fehlten. Register seien oftmals die wichtigste Grundlage, um Erkenntnisse über Krankheitsverläufe, Therapieeffekte und die tatsächliche Versorgungssituation zu gewinnen.
Dr. Christine Mundlos von der Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) forderte darüber hinaus eine verbindliche Beteiligung von Patientenorganisationen bei der Gestaltung von Registern und deren Governance-Strukturen. Patienten würden häufig andere Fragestellungen als Wissenschaftler oder Behörden als relevant ansehen. Daher müssten ihre Perspektiven bereits bei der Entwicklung von Registern berücksichtigt werden. Zudem sprach sie sich für hohe Datenschutzstandards aus, da bei ultraseltenen Erkrankungen das Risiko einer Re-Identifizierung besonders hoch sei.
Viele Fragen an Datenschützer
Datenschutzrechtliche Fragen nahmen einen breiten Raum in der Anhörung ein. Die meisten Fragen gingen an den Datenschutzexperten Dr. Thilo Weichert, der erhebliche Bedenken gegen mehrere Regelungen des Gesetzentwurfs äußerte. Besonders kritisch sieht er die vorgesehenen Speicherfristen von bis zu 100 Jahren sowie Einschränkungen bei den Rechten der Betroffenen. „Die maximale Löschungsfrist ist mit 100 Jahren praktisch unbefristet“, sagte Weichert.
Besonders kritisch äußerte sich Weichert auch zur geplanten Forschungskennziffer auf Basis der KVNR. Die Gefahr einer Re-Identifizierung sei real. „Die Gefahr besteht natürlich. Sie besteht anhand der Krankenversichertennummer beziehungsweise Forschungskennziffer“, sagte er. Wenn diese Kennziffer bei vielen verschiedenen Stellen bekannt sei, könne sie genutzt werden, um Daten wieder konkreten Personen zuzuordnen. Hinzu komme, dass durch die Verknüpfung umfangreicher Datensätze bereits wenige zusätzliche Informationen ausreichen könnten, um pseudonymisierte Daten wieder einer Person zuzuordnen.
Opt-in oder Opt-out?
Auch die vorgesehenen Widerspruchsmöglichkeiten hält Weichert nur unter bestimmten Bedingungen für sinnvoll. Grundsätzlich sei ein Widerspruchsmodell praktikabler als die bisherige Einwilligungslösung, weil Einwilligungen in der Forschung häufig nicht eingeholt werden könnten. Voraussetzung sei jedoch, dass die Betroffenen umfassend informiert werden. „Dieser Widerspruch ergibt nur dann Sinn, wenn die Betroffenen auch informiert werden über das Recht des Widerspruchs. Und nicht nur einmal, sondern bei jeder Gelegenheit, wo die Daten von ihnen genutzt werden“, sagte Weichert. Genau dies sei im Gesetzentwurf bislang nicht vorgesehen. Nach seiner Auffassung werden zentrale Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung nicht ausreichend berücksichtigt. „Der pauschale gesetzliche Ausschluss von Betroffenenrechten, so wie das bisher im Gesetz vorgesehen ist, ist meines Erachtens eindeutig europarechtswidrig,“ so Weichert. Er zeigte sich „sehr skeptisch“, dass die Regelungen „vor dem Europäischen Gerichtshof oder auch dem Bundesverfassungsgericht standhalten“ würden.
Das geplante Zentrum für Medizinregister (ZMR) wurde von mehreren Sachverständigen kritisch bewertet. Während viele Experten die Einrichtung einer zentralen Anlauf- und Koordinierungsstelle grundsätzlich begrüßten, äußerte insbesondere Weichert Zweifel daran, dass das Zentrum in der vorgesehenen Form seine Aufgaben erfüllen könne. Nach seiner Einschätzung ist die personelle Ausstattung deutlich zu knapp bemessen. In der Anhörung verwies er darauf, dass das ZMR nach den bisherigen Planungen mit lediglich vier Stellen auskommen solle. Angesichts der vorgesehenen Aufgaben – von der Registerqualifizierung über Beratungsleistungen bis zu Kontroll- und Koordinierungsfunktionen – sei dies nicht realistisch. „Wie wollen Sie die notwendige Kompetenz, fachliche Kompetenz und die Manpower oder Womanpower über vier Personen zusammenbekommen?“, fragte Weichert. Auch andere Sachverständige plädierten dafür, das ZMR nicht als reine Verwaltungs- oder Genehmigungsbehörde auszugestalten.
Die technische Umsetzung der Datenverknüpfung wurde ebenfalls intensiv diskutiert. Prof. Fabian Prasser von der Charité betonte, dass vor allem einheitliche Verfahren für die Verknüpfung von Daten notwendig seien. Ob diese zentral über eine Vertrauensstelle oder dezentral organisiert würden, sei dagegen weniger entscheidend. Eine zentrale Stelle könne zwar für einheitliche Standards sorgen, gleichzeitig aber auch einen besonders sensiblen Angriffspunkt darstellen. Dezentrale Verfahren würden Risiken verteilen, könnten jedoch die technische Standardisierung erschweren.
Patienten wollen Daten spenden, aber sicher
Aus Sicht der Patientenvertreter ist Transparenz entscheidend. Siiri Duker von der BAG SELBSTHILFE betonte, dass viele Patienten durchaus bereit seien, ihre Daten für Forschungszwecke bereitzustellen. Voraussetzung sei jedoch, dass sie verständlich informiert würden und ihre Rechte einfach ausüben könnten. Wichtig seien „einfach verständliche und barrierefreie Informationen“, außerdem müssten Widerspruchsmöglichkeiten „möglichst einfach und gut handhabbar“ ausgestaltet werden. Duker sprach sich daher für eine zentrale Stelle aus, über die Patienten Auskünfte erhalten sowie Einwilligungen oder Widersprüche verwalten können.
Mieves lotet Finanzierungsmodelle mit Pharmaindustrie aus
Während sich die meisten Beteiligten in der Anhörung vor allem um die Qualitätssicherung, die Finanzierung der Registerlandschaft und den Datenschutz sorgten, wurde gegen Ende bereits über mögliche Finanzierungsmodelle diskutiert. SPD-Gesundheitspolitiker Matthias Mieves lotete dabei mit mehreren Sachverständigen aus, wie sich Pharmaunternehmen und Medizinproduktehersteller künftig an Betrieb, Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der Register beteiligen könnten. Seine Fragen zielten auf konkrete Modelle für Fonds- und Umlagesysteme, bei denen die Industrie neben Staat und Kostenträgern zur Finanzierung der Infrastruktur beitragen würde.
Marcel Fritz vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) erklärte, die Branche sei grundsätzlich bereit, sich an einem transparenten und nachhaltigen Finanzierungsmodell zu beteiligen. Voraussetzung seien klare Regeln und diskriminierungsfreie Zugangsbedingungen. Auch Dr. Philipp Kachel vom Institut für digitale Gesundheitsdaten sprach sich für einen zentralen Finanzierungsfonds aus, der sich aus Bundesmitteln, Beiträgen der Kostenträger sowie Beteiligungen von Pharma- und Medizintechnikunternehmen speisen könnte. Richard Bildat vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte darüber hinaus standardisierte Antragsverfahren, verbindliche Datenstandards und eine stärkere Rolle des geplanten Zentrums für Medizinregister bei der Koordinierung registerübergreifender Datennutzungen.
Trotz unterschiedlicher Schwerpunkte herrschte unter den Sachverständigen weitgehend Einigkeit darüber, dass Deutschland eine leistungsfähigere Gesundheitsdateninfrastruktur benötigt. Das Medizinregistergesetz wird dabei von den meisten Beteiligten als wichtiger erster Schritt angesehen.
(mack)
Künstliche Intelligenz
Top 10: Die beste Handykamera im Test – Vivo schlägt Apple und Xiaomi
Immer dabei und vernetzt mit anderen: Smartphones sind im Alltag eine praktische Alternative zur Digitalkamera. Wir zeigen die besten Handykameras.
Smartphones haben Digitalkameras längst den Rang abgelaufen: Laut dem Worldwide Image Capture Forecast 2024 entsteht die große Mehrheit aller Fotos mittlerweile mit dem Handy – Tendenz weiter steigend. Während frühere Modelle vor allem für Schnappschüsse taugten, liefern aktuelle Top-Smartphones beeindruckende Aufnahmen in nahezu jeder Situation: Lichtstarke Sensoren ermöglichen gelungene Fotos selbst bei Dunkelheit, Teleobjektive holen entfernte Motive heran, und Ultraweitwinkellinsen erfassen ganze Räume.
An die Bildqualität einer DSLR oder spiegellosen Systemkamera kommen sie wegen der kleineren Sensoren zwar nicht heran. Dafür sind sie immer dabei, sofort einsatzbereit und teilen Fotos in Sekunden. In dieser Bestenliste zeigen wir die aus unserer Sicht besten Kamera-Smartphones.
Welche ist derzeit die beste Handykamera?
Bei der Auswahl der hier gezeigten Smartphones stützen wir uns auf unsere eigenen Erfahrungen und gleichen diese mit den Erkenntnissen aus den Kamera-Tests der Kolleginnen und Kollegen der c’t ab. Wir zeigen hier nur Mobilgeräte, die wir auch selbst getestet haben.
Unser Testsieger ist das Vivo X300 Ultra für stolze 1900 Euro. Das Kamerasystem wurde in Zusammenarbeit mit Zeiss entwickelt und setzt mit 35 mm Brennweite bei der Hauptlinse und dem Teleobjektiv sowie optionalem Zubehör Maßstäbe. Die Kamera liefert sehr natürlich wirkende Aufnahmen.
Knapp dahinter reiht sich das Oppo Find X9 Ultra als Technologiesieger ein. Es bietet gleich zwei Telelinsen, eine davon sogar mit bis zu 10-fachem optischem Zoom. Der Preis von rund 1510 Euro ist allerdings hoch.
Preis-Leistungs-Sieger ist das Vivo X300 Pro ab 1026 Euro. Wem das Ultra-Modell zu teuer ist, bekommt hier ebenfalls eine Smartphone-Kamera mit ausgewogener Farbwiedergabe.
Hinweis: Im Test zeigte sich bei beiden Vivo-Smartphones ein Problem im Zusammenspiel mit Google Fotos: Teilweise wurden Aufnahmen offenbar synchronisiert, bevor die Bildverarbeitung abgeschlossen war. In solchen Fällen landeten Bilder nur in deutlich reduzierter Qualität in der Cloud – besonders bei starkem Tele-Zoom, hoher Auflösung und wenig Licht.
Als Workaround empfiehlt es sich, die automatische Synchronisierung in Google Fotos zu deaktivieren. Vorübergehend half im Test auch das Leeren von Cache und Speicher der App. Trotz dieses Software-Mankos zählen beide Modelle für uns zu den derzeit besten Kamera-Smartphones.
Anmerkung: Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert, stellt aber eine Momentaufnahme dar. Das gilt insbesondere für die Preise, die sich jederzeit ändern können.
Geht es allein um die Kamera, liefert das Huawei Pura 80 Ultra für knapp 1240 Euro derzeit eines der besten Kamerasysteme – speziell für Fotos. Weil das Smartphone infolge der US-Sanktionen jedoch ohne 5G, leistungsstarken Prozessor und Google-Dienste auskommen muss, führen wir es nicht mehr in unserer Bestenliste auf.
Richtig gut ist das Apple iPhone 17 Pro Max – bei Fotos kann es zwar nicht ganz mit der chinesischen Konkurrenz mithalten, bleibt bei Videoaufnahmen aber führend. Das Samsung Galaxy S26 Ultra kann bei der Kamera mittlerweile nicht ganz mit der chinesischen Übermacht mithalten – bietet aber einen überzeugenden Zoom und starke Videoaufnahmen.
Die Stiftung Warentest erklärte wiederum das iPhone 16 Pro Max gefolgt vom Apple iPhone 17 Pro Max sowie Samsung Galaxy S25 Ultra zu den besten Kamerahandys – wobei das iPhone als Gesamtsieger abschneidet. Die Auswertung berücksichtigt bisher einige der hier gelisteten, aktuellen Modelle nicht.
Das Vivo X300 Ultra liefert natürlich wirkende Foto- und Videoaufnahmen auf Spitzenniveau und überzeugt mit starker Performance, langer Akkulaufzeit und exzellentem Display. Für Flaggschiff-Fans und ambitionierte Hobbyfotografen ist es eine hervorragende Wahl – mit 1900 Euro allerdings auch eine der teuersten.
- starke Performance
- lange Akkulaufzeit
- exzellente Kamera für Fotos und Videos
- kostenintensiv
- Kamerazubehör teuer und sperrig
- Probleme mit Google Fotos
- lange Akkulaufzeit
- rasante Performance
- hervorragendes und helles Display
- exzellente Kamera mit bis zu zehnfachem optischem Zoom
- richtig teuer
- recht wuchtig
- keine zwei eSIMs gleichzeitig
- Drosselung wegen Hitze bei längerer Auslastung
Das Vivo X300 Pro bietet seine herausragende Zeiss-Kamera mit Teleobjektiv und Zubehör, die Maßstäbe in der Smartphone-Fotografie setzt. Auch Display, Leistung und Akkulaufzeit sind auf Topniveau – ein starkes Flaggschiff für Fotografie-Fans schon ab 1026 Euro.
- fantastische Smartphone-Kamera mit 200-MP-Teleobjektiv
- Kamera-Zubehör-Set mit Griff und Zoom
- lange Akkulaufzeit
- starke Performance
- exzellentes Display
- gelegentliche Software-Bugs
- kleinerer Akku in Europa (5440 vs. 6510 mAh)
- Probleme mit Google Fotos
Ratgeber
Worauf kommt es bei einer Smartphone-Kamera an?
Die Bildqualität bei der Smartphone-Fotografie hängt von mehreren Faktoren ab – nicht nur von der Megapixel-Zahl. Entscheidend sind auch die Sensorgröße, die Blende und die Bildverarbeitung durch die Software. Während Mittelklasse-Handys häufig noch mit einer Dual-Kamera auskommen, setzen Top-Smartphones inzwischen meist auf eine Triple-Kamera. Einige Premium-Modelle bieten sogar vier Objektive.
Typisch ist dabei eine Kombination aus einer Hauptkamera mit Weitwinkel, einer Ultraweitwinkel-Linse sowie einem oder sogar zwei Teleobjektiven. Dieses Zusammenspiel sorgt dafür, dass Smartphones je nach Motiv flexibel reagieren und eine deutlich bessere Bildqualität liefern. Wie alle Smartphones verfügen diese zusätzlich über eine Frontkamera für Selfies – die hochwertigen Top-Modelle bieten dabei oft eine 50-MP-Frontkamera.
Sensor: Das Herzstück der Kamera
Es gilt die einfache Formel: je größer der Sensor, desto besser die Bildqualität bei der Smartphone-Fotografie. Ein größerer Kamerasensor fängt mehr Licht ein – Bilder werden besonders bei schlechten Lichtverhältnissen rauschärmer und detailreicher. Zudem steigt der Dynamikumfang: Die Kamera kann also mehr Details in hellen und dunklen Bereichen gleichzeitig darstellen.
Einige Top-Modelle setzen auf besonders große 1-Zoll-Sensoren. Dazu gehören etwa das Xiaomi 17 Ultra und Oppo Find X9 Ultra. Der 1-Zoll-Sensor liefert bessere Lichtempfindlichkeit, weniger Bildrauschen, einen höheren Dynamikumfang und schönere Unschärfeeffekte dank besserem Freistellungspotenzial.
Blende und Lichtstärke
Die Blende ist die Öffnung im Objektiv, durch die Licht auf den Sensor fällt. Ihre Größe wird als f-Wert angegeben, etwa f/1.8 – dabei gilt: Je kleiner die Zahl, desto größer die Öffnung und desto mehr Licht erreicht den Sensor. Eine lichtstarke Blende ist vorwiegend bei wenig Umgebungslicht entscheidend, um scharfe Fotos aus der Hand zu ermöglichen.
Anders als bei klassischen Kameras lässt sich die Blende bei den meisten Smartphones nicht verstellen – sie arbeiten mit einer festen Öffnung als Kompromiss zwischen Lichtstärke und Schärfe. Eine Ausnahme ist das Huawei Pura 80 Ultra mit seiner verstellbaren Blende: Bei viel Licht schließt sie für mehr Schärfentiefe, bei wenig Licht öffnet sie vollständig. Zusätzlich erzeugt eine offene Blende ein natürliches Bokeh – eine Hintergrundunschärfe, die andere Smartphones nur per Software simulieren.
Megapixel und Pixel-Binning
Die reine Megapixel-Zahl (MP) ist ein beliebtes Marketing-Argument, für die Bildqualität aber nicht allein entscheidend. Eine höhere Auflösung bedeutet zwar theoretisch mehr Details, doch viele kleine Pixel auf einem kleinen Sensor können zu Bildrauschen führen – jedes einzelne Pixel nimmt dann weniger Licht auf.
Hier kommt Pixel-Binning ins Spiel: Bei dieser Technik fasst der Sensor mehrere benachbarte Pixel zu einem größeren virtuellen Pixel zusammen. So erzeugt etwa ein 200-MP-Sensor ein rauschärmeres 12,5-MP-Bild, weil die erhöhte Pixelgröße deutlich effektiver Licht sammeln. Das verbessert die Bildqualität bei schwachem Licht erheblich.
Bildstabilisierung
Eine Bildstabilisierung verhindert verwackelte Fotos und ruckelige Videos. Dabei unterscheidet man zwei Verfahren:
- Optische Bildstabilisierung (OIS): Eine beweglich gelagerte Linse oder der Sensor selbst gleicht Handbewegungen mechanisch aus. OIS ist besonders effektiv bei längeren Belichtungszeiten – etwa bei Nachtaufnahmen – und bei der Verwendung von Teleobjektiven.
- Elektronische Bildstabilisierung (EIS): Diese Methode korrigiert Verwacklungen per Software, indem das Bild zugeschnitten und verschoben wird. Das geht allerdings zulasten des Bildausschnitts.
OIS gilt bei Fotos und längeren Belichtungszeiten als besonders effektiv. Moderne Smartphones kombinieren OIS und EIS meist für optimale Ergebnisse bei Videoaufnahmen. Sämtliche Smartphones in dieser Bestenliste bieten OIS zumindest bei der Hauptlinse und meistens auch bei der Telelinse.
Videos
Handykameras kommen längst auch in professionellen Filmproduktion zum Einsatz. Den Kinofilm „28 Years Later“ drehte das Team maßgeblich mit dem iPhone – allerdings mit Rigs, Objektivaufsätzen und Stabilisierungssystemen, nicht aus der Hand.
Für Social Media und Influencer zählt vor allem die „Out-of-the-Cam“-Qualität: Fotos und Videoaufnahmen, die ohne Nachbearbeitung überzeugen. Verantwortlich dafür ist die automatische Bildverarbeitung. Maßstab ist seit Jahren das Apple iPhone: starke Stabilisierung, Prores-Codec und Dolby Vision HDR liefern Top-Qualität direkt aus der Kamera. Samsungs Galaxy-Ultra-Modelle halten mit umfangreichem Pro-Video-Modus dagegen.
Gute Videoqualität hängt von mehr ab als der Auflösung. Aktuelle Flaggschiffe filmen in 4K mit bis zu 60 FPS, das iPhone 17 Pro Max sogar mit 120 FPS für flüssige Zeitlupen. Viele Top-Smartphones beherrschen auch 8K-Videoaufnahmen mit 30 FPS. Ebenso wichtig sind eine wirksame Bildstabilisierung (OIS und EIS) sowie ein hoher Dynamikumfang über HDR10+ oder Dolby Vision – damit helle Bereiche nicht überstrahlen und dunkle Details nicht absaufen. Profis nutzen zudem manuelle Einstellungen und Log-Profile.
Chinesische Hersteller haben aufgeholt: Das Vivo X300 Ultra, Xiaomi 17 Ultra, Oppo Find X9 Ultra und das Honor Magic 8 Pro überzeugen mit leistungsstarken Sensoren und effektiver Stabilisierung der Videoaufnahmen – eine überzeugende Antwort auf die bisherige Vormachtstellung von Apple und Samsung. Das Google Pixel punktet zudem mit natürlicher Farbwiedergabe.
Welches günstige Smartphone hat die beste Kamera?
Wer keine vierstelligen Summen ausgeben will, muss auf Kameraqualität nicht verzichten – auch wenn gewisse Abstriche unvermeidlich sind. Eine gute Alternative ist ein Mittelklasse-Handy. Zwei Smartphones stechen in der erschwinglichen Preisklasse besonders hervor:
Das Google Pixel 10 ist mit knapp 540 Euro eine attraktive Alternative zu den teureren Pro-Modellen. Die 50-MP-Hauptlinse liefert überzeugende Aufnahmen, und erstmals verbaut Google auch eine Telelinse mit 10,5 MP und 5-fachem optischen Zoom in der Nicht-Pro-Version.
Noch günstiger ist das Honor 400 Pro ab rund 459 Euro: Es hat den Sprung in die Bestenliste nur knapp verpasst, bietet eine starke Hauptlinse mit 200 MP und OIS sowie eine Telelinse mit 50 MP – eine Ausstattung, die vor wenigen Jahren noch Flagship-Smartphones vorbehalten war. Auch das Xiaomi 15T Pro mit 5-fachem optischem Zoom gehört zu den besten bezahlbaren Fotohandys.
Welche Handykamera ist die beste für Nachtaufnahmen?
Die wahre Qualität einer Smartphone-Kamera zeigt sich erst bei Dunkelheit – bei Tageslicht liefern die meisten aktuellen Handys nämlich gute Ergebnisse. Entscheidend für gelungene Nachtaufnahmen sind primär drei Faktoren: ein großer, lichtempfindlicher Sensor, eine offene Blende (kleiner F-Wert) sowie eine effektive optische Bildstabilisierung (OIS).
Mindestens ebenso wichtig ist mittlerweile die Software: Moderne Nachtmodi setzen mehrere Einzelaufnahmen zu einem hellen und rauscharmen Bild zusammen und erreichen so eine hohe Low-Light-Performance. Als eines der besten Smartphones für Bilder bei wenig Licht gilt das Google Pixel 10 Pro XL. Aber auch das Xiaomi 17 Ultra und das Oppo Find X9 Ultra punkten dank großer Sensoren sowie auch das Vivo X300 Pro und Vivo X300 Ultra. Hier trifft leistungsfähige Hardware auf ausgereifte Bildverarbeitung, die bei Tag und Nacht tolle Bilder liefert.
Welches Kamera-Handy hat den besten Zoom?
Den stärksten Zoom in dieser Bestenliste liefert das Oppo Find X9 Ultra. Das erste Teleobjektiv mit 200 Megapixeln erreicht einen 3-fachen Zoom, das zweite mit 50 Megapixeln erreicht sogar einen 10-fachen optischen Zoom. Stark ist auch das Huawei Pura 80 Ultra mit Dual-Teleobjektiv-Kamera und zwei optischen Zoomstufen: 3,7-fach (83 mm) und 9,4-fach (212 mm). Ein bewegliches Prisma schaltet zwischen den beiden Brennweiten um und liefert sowohl bei nahen als auch bei weit entfernten Motiven eine hohe Bildqualität.
Das Apple iPhone 17 Pro Max setzt auf ein Tetraprisma-Teleobjektiv mit 4-fachem optischen Zoom (100 mm). Über den sogenannten „Fusion-Zoom“ erreicht es zusätzlich eine achtfache Vergrößerung (200 mm) in nahezu optischer Qualität: Der hochauflösende 48-MP-Sensor ermöglicht es, einen Ausschnitt aus der Bildmitte in guter Qualität zu vergrößern – ohne zusätzliches Objektiv.
Einen anderen Weg gehen das Honor Magic 8 Pro, das Xiaomi 17 Ultra sowie das Vivo X300 Pro: Sie setzen bei ihrer Telelinse auf besonders hochauflösende 200-MP-Sensoren. Der Vorteil: Die Kamera kann einen Ausschnitt aus dem hochauflösenden Bild vergrößern und erreicht so hohe Zoomstufen ohne nennenswerte Qualitätseinbußen. Zusätzlich verbessert Pixel-Binning – das Zusammenfassen mehrerer Pixel zu einem größeren – die Lichtempfindlichkeit und reduziert das Bildrauschen bei Tele-Aufnahmen.
Neben der Hardware wird die Software immer wichtiger – auch bei Zoomaufnahmen. Google nutzt beim Pixel 10 Pro den Pro-Resolution-Zoom. Dieser ermöglicht eine bis zu 100-fache Vergrößerung mithilfe generativer KI, die Details intelligent berechnet. Samsungs Antwort darauf ist der Space Zoom: Auch hier sind bis zu 100-fache Vergrößerungen möglich, kombiniert aus optischen Linsen, hochauflösenden Sensoren und KI.
Auch bei Portrait-Fotos spielen moderne Kamerasysteme ihre Stärken aus, indem sie hochauflösende Teleobjektive mit intelligenter Software kombinieren. So gelingt eine präzise Freistellung des Motivs mit weichem Bokeh, das selbst feine Details wie Haare sauber vom Hintergrund trennt.
Fazit
Die Bildqualität einer Smartphone-Kamera hängt von weit mehr ab als der Megapixel-Zahl. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Sensorgröße, Lichtstärke der Blende und effektiver Bildstabilisierung. Ein großer Sensor fängt mehr Licht ein und liefert rauschärmere Bilder, Pixel-Binning verbessert die Qualität zusätzlich. Alle Smartphones in dieser Bestenliste bieten OIS bei der Hauptlinse und meist auch bei der Telelinse – wer auf diese Faktoren achtet, findet hier das passende Modell.
Wer nicht gerade ausgewiesener Hobbyfotograf ist, kann nach unserer Einschätzung auf eine dedizierte Digitalkamera vorwiegend verzichten. Mit einer professionellen Systemkamera und mehreren Objektiven können Smartphones zwar nicht mithalten – doch für Urlaubsfotos und gelegentliche Streetfotografie liefern aktuelle Modelle überzeugende Ergebnisse.
Weitere Bestenlisten rund um Mobilgeräte:
Vivo X300 Ultra
Top-Hardware und eine Kamera, die exzellente Fotos schießt und Videos aufzeichnet. Das Vivo X300 Ultra zeigt im Test, was es als Flaggschiff bietet.
- starke Performance
- lange Akkulaufzeit
- exzellente Kamera für Fotos und Videos
- kostenintensiv
- Kamerazubehör teuer und sperrig
- Probleme mit Google Fotos
Vivo X300 Ultra im Test: Überragendes Smartphone für Foto und Video
Top-Hardware und eine Kamera, die exzellente Fotos schießt und Videos aufzeichnet. Das Vivo X300 Ultra zeigt im Test, was es als Flaggschiff bietet.
Mit dem Vivo X300 Pro präsentierte der Hersteller bereits ein Smartphone, das ambitionierte Fotografen ansprechen soll. Mit dem Ultra-Modell legt Vivo nun nach und zeigt erneut in Kooperation mit Zeiss, wie leistungsfähig ein High-End-Smartphone bei Fotos und Videos sein kann.
Design
Optisch orientiert sich das Vivo X300 Ultra am Pro-Modell der X300-Reihe. Dominant ist auch hier das große, runde Kameraelement auf der Rückseite samt Zeiss-Logo – beim Ultra fällt es allerdings noch eine Nummer größer, dicker und selbstbewusster aus. Stolze 8 mm ragt es aus dem Gehäuse heraus.
Mit Abmessungen von 163 × 76,8 × 8,2 mm und einem Gewicht von 232 g ist das Smartphone in Schwarz ein veritabler Brocken. Das grüne Modell ist sogar nochmals 0,3 mm dicker und wiegt 5 g mehr – was an der anderen Glasbeschichtung liegt. In der Hand liegt es satt, in der Hosentasche macht es sich deutlich bemerkbar. Einhändige Bedienung ist damit kaum noch möglich. Auf dem Tisch wackelt das Gerät dank mittig platzierter Kameraeinheit zwar kaum, liegt aber nicht plan auf, sondern leicht schräg.
Der Rahmen besteht aus Aluminium, die Rückseite aus Glas. Dank IP68- und IP69-Zertifizierung trotzt das Gerät Staub und Wasser. Die Rückseite unseres Testmusters zeigt sich in mattem Glas in dezentem Grün, das untere Viertel ist farblich leicht abgesetzt. Der Herstellerschriftzug ist fürs Querformat ausgerichtet – ein klarer Hinweis darauf, wofür Vivo das Gerät vor allem gebaut hat.
Verarbeitung und Materialanmutung überzeugen auf ganzer Linie. Das X300 Ultra klappert hörbar, wenn man es schüttelt: Die Objektive mit optischer Bildstabilisierung sitzen beweglich im Gehäuse – bei solchen Kamerasystemen normal, hier aber auffällig laut.
Vivo X300 Ultra: Bilder aus dem Test
Display
Auch das Display wächst beim Ultra-Modell: Die Diagonale misst jetzt üppige 6,82 Zoll, die Auflösung steigt auf 3168 × 1440 Pixel im 20:9-Format. Bei einer Pixeldichte von 510 ppi wirkt das Bild gestochen scharf. Dank LTPO-Technik regelt das Panel seine Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1 und 144 Hz – das sorgt für eine geschmeidige Darstellung und schont zugleich den Akku.
Auch sonst spielt das AMOLED-Panel in der Oberliga: Farben leuchten kräftig, die Kontraste überzeugen, Schwarz erscheint tiefschwarz. Sämtliche gängigen HDR-Formate werden unterstützt, darunter HDR10+, HDR Vivid und Dolby Vision.
Im Test ließ sich der Bildschirm selbst bei direktem Sonnenlicht gut ablesen. Die c’t bemängelte allerdings, dass die Helligkeitsautomatik mitunter träge reagiert – uns ist das weniger aufgefallen. Mit gemessenen 1680 cd/m² ist das Display in jeder Lichtsituation gut ablesbar, sofern es die Spitzenhelligkeit zuverlässig abruft – einige Mitbewerber leuchten allerdings noch heller.
Kamera
Zum Einsatz kommt eine Triple-Kamera, die von einem Multispektralsensor mit 5 Megapixeln unterstützt wird. Das Hauptobjektiv löst mit bis zu 200 Megapixeln auf und bietet einen optischen Bildstabilisator (OIS) sowie eine Lichtstärke von f/1.85. Dazu kommen ein Ultraweitwinkelobjektiv mit 50 Megapixeln, OIS und f/2.0 sowie eine Periskop-Telelinse mit 200 Megapixeln bei einer Lichtstärke von f/2.67 und OIS, die einen 3,7-fachen optischen Zoom bietet.
Die Hauptkamera setzt auf 35 mm Brennweite (Kleinbildäquivalent) statt der bei Smartphones üblichen 24 mm. Die 35-mm-Brennweite gilt als Klassiker für Reportagen, Porträts mit Umgebung und Streetfotografie. Sie verzerrt Nahaufnahmen weniger als die üblichen 24 mm, fängt dafür bei Innenraumaufnahmen etwas weniger vom Motiv ein. Das wird aber durch den hochauflösenden Ultraweitwinkel-Sensor flexibel kompensiert. Hinter allen drei Objektiven sitzen ausladende Sensoren, die viel Licht einfangen. Selten ist zudem, dass auch die Ultraweitwinkellinse optisch stabilisiert ist und Verwacklungen ausgleicht.
In der Praxis spielt die Hauptkamera in der Top-Liga – sofern man die 12-Megapixel-Stufe meidet, in der Artefakte sichtbar an Konturen nagen. Bei voller Auflösung belegt jedes Bild über 50 MB. Der sinnvolle Kompromiss liegt bei 50 Megapixeln und rund 17 MB. Farben, Dynamik, Kontraste und Schärfe überzeugen dann auf ganzer Linie.
Die Telelinse mit umgerechnet rund 85 mm Brennweite gerät noch eine Spur knackiger. Der 3,7-fache Zoom bezieht sich dabei nicht auf die 35-mm-Hauptkamera, sondern auf die klassischen 24 mm. Der Ultraweitwinkel fällt deutlicher ab – weniger Details, bei viel Licht zu hell, bei wenig Licht etwas matschig. Immerhin bleibt die Farbabstimmung über alle drei Objektive konsistent.
Videos nimmt das Vivo X300 Ultra mit allen drei Rückkameras in 4K mit bis zu 120 fps im 10-Bit-Log-Format auf. Log-Material wirkt zunächst milchig – das ist gewollt und auf die Farbkorrektur in der Postproduktion ausgelegt. Gespeichert wird als MP4; neben H.264 und H.265 unterstützt das Smartphone auch 4:2:2 im APV-Codec. Der Pro-Video-Modus liefert zahlreiche manuelle Einstellungen und virtuelle Filter. Insgesamt ist die Videoqualität hervorragend und nahezu filmreif.
Hinweis aus dem Test: Beim Vivo X300 Ultra fiel uns wiederholt ein Zusammenspiel-Problem mit Google Fotos auf: Bilder wurden mitunter bereits in die Cloud hochgeladen, bevor die Bildverarbeitung abgeschlossen war – und landeten dort nur in reduzierter Qualität. Besonders auffällig war das bei Aufnahmen mit Tele-Zoom, hoher Auflösung und wenig Licht. Am zuverlässigsten ließ sich das Problem umgehen, indem wir die automatische Synchronisierung deaktivierten. Vorübergehend half es zudem, Cache und Speicher der App zu leeren.
Vivo X300 Ultra: Originalaufnahmen aus dem Test
Mit Zubehör wird aus dem Smartphone eine richtige Foto- oder Videokamera. Vivo bietet für stolze 599 Euro das X300 Fotografie-Set an: Hülle, Kameragriff mit Zusatzakku und ein 400-mm-Teleobjektiv von Zeiss. Der 248 g schwere Klopper liefert dank langer Brennweite schöne, sehr scharfe Aufnahmen mit ansprechendem Schärfeverlauf – sofern das Motiv passt.
Die Handhabung ist allerdings umständlich: Zuerst muss die Schutzhülle montiert und der passende Ring um das Kameramodul geschraubt werden. Anschließend dockt man das Objektiv an – nachdem man den Deckel abgenommen hat, was reichlich fummelig ausfällt. Per App den Telekonvertermodus starten – bis dahin dürfte so mancher schnelle Schnappschuss verpasst sein. Wer Haupt- oder Ultraweitwinkelkamera nutzen will, muss das Teleobjektiv zudem erst wieder abschrauben, sonst ragt es wie ein Kanonenrohr ins Bild.
Für ambitionierte Handyfilmer gibt es zudem das X300 Ultra Pro Video Rig Kit für 499 Euro. Es enthält einen Rahmen zum sicheren Halten des Smartphones sowie einen kleinen Lüfter gegen die Hitzeentwicklung beim Filmen.
Ausstattung
Als Antrieb dient im Vivo X300 Ultra Qualcomms aktuelles Topmodell, der Snapdragon 8 Elite Gen 5. Der Achtkerner taktet mit bis zu 4,6 GHz und greift auf 16 GB Arbeitsspeicher zu – mehr ist bei Smartphones derzeit kaum drin. Für die Bildverarbeitung spendiert Vivo zusätzlich einen KI-Co-Prozessor mit bis zu 80 TOPS (Trillion Operations per Second).
In den Benchmarks reiht sich das Vivo X300 Ultra erwartungsgemäß weit oben ein, bleibt damit allerdings hinter dem Samsung Galaxy S26 Ultra oder dem Oppo Find X9 Ultra zurück. Im 3DMark Wild Life Extreme erreicht es etwa „nur“ 6500 Punkte. Das ist Jammern auf hohem Niveau: Im Alltag liegt die Spitzenleistung nahezu gleichauf, Apps, Spiele, Menüs und Videos laufen geschmeidig und ohne Verzögerung.
Das Vivo X300 Ultra hält seine Leistung auch unter Dauerlast stabil: 60 Prozent Leistungsstabilität sind ein guter Wert – besser als bei vielen Konkurrenten. Offenbar hat Vivo bewusst auf eine ausgewogene Performance gesetzt. Auch das Kühlsystem überzeugt. Unter Volllast wird die Rückseite zwar bis zu 47 Grad warm, die thermische Drosselung fällt aber moderat aus.
Beim Speicher bleibt es bei maximal 1 TB (UFS 4.1) – einen Slot für microSD-Karten gibt es nicht, eine Erweiterung ist also nicht möglich. In Sachen Konnektivität lässt das Vivo X300 Ultra hingegen keine Wünsche offen: An Bord sind Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC, ein Infrarot-Port sowie USB-C 3.2 mit Displayport-Ausgabe.
Die Satellitennavigation deckt mit GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und Navic sämtliche relevanten Systeme ab, was zu einer präzisen Ortung mit einer Genauigkeit von rund 3 m laut GPS-Test führt. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor reagiert schnell und zuverlässig, selbst bei feuchten Fingern. Die Stereolautsprecher liefern einen satten und räumlichen Klang.
Software
Als Software kommt Vivos Android-Oberfläche Origin OS zum Einsatz, zum Testzeitpunkt auf Basis des aktuellen Android 16. Vivo verspricht sieben Jahre Sicherheitsupdates (ab 2026) sowie fünf neue Android-Versionen bis hin zu Android 21.
Das Interface wirkt clean und modern. Vivo setzt weitgehend auf die offiziellen Google-Apps und installiert nur wenige eigene Programme vor – darunter einen Sprachrekorder, der Aufnahmen auf Wunsch in Text umwandelt. Voraussetzung dafür ist allerdings ein kostenloses Vivo-Konto. Hinzu kommen acht vorinstallierte Drittanbieter-Apps aus den Bereichen Social Media, Streaming und Onlineshopping, die sich aber per Fingertipp entfernen lassen. Praktisch: Origin OS beherrscht App-Klonen und erlaubt so die parallele Nutzung einer Anwendung mit zwei Konten.
Akku
Der 6600-mAh-Akku mit Silizium-Kohlenstoff-Anode liefert eine hervorragende Ausdauer. Im WLAN-Streaming-Test der Kollegen hält das Vivo X300 Ultra über 20 Stunden durch – ein Top-Wert. Im PCMark Battery Test sind es 16 Stunden, hier liegt das Oppo Find X9 Pro deutlich vorn. Auffällig: Beim Streaming bricht die Laufzeit über 5G stärker ein als via WLAN. Andere Geräte mit demselben Chip zeigen das nicht – ein Hinweis auf ein schwächeres Antennendesign.
Im Alltag reicht eine Ladung für rund zwei Tage. Wer viel fotografiert und filmt, muss früher an die Steckdose gehen: Sensor, Bildprozessor und Display gehören zu den größten Stromfressern. Geladen wird schnell – mit bis zu 100 W ist der Akku in knapp einer Stunde voll. Kabellos sind per Vivo-eigener Technik 40 W möglich, per Qi geht es langsamer.
Preis
Die UVP beträgt stolze 2000 Euro, die Straßenpreise starten bei 1900 Euro. Es gibt nur eine Ausführung mit 1 TB, als Farben stehen in Europa Grün und Schwarz zur Auswahl. Weiteres Zubehör wie das Fotografy-Kit für 599 Euro oder das Pro Video Rig Kit für 499 Euro – derzeit bei Alza schon ab 199 Euro – treiben den Preis weiter nach oben. Wer „sparen will“ bekommt das Vivo X300 Ultra im Bundle mit dem Fotografie-Kit „schon“ für 2319 Euro.
Fazit
Das Vivo X300 Ultra ist ein exzellentes Smartphone, das vor allem Foto- und Videofans begeistern dürfte. Die Kamera liefert natürlich wirkende Aufnahmen – im klassischen Reportagestil mit 35 mm oder mit dem 3,7-fachen Zoom bei 85 mm. Wem das nicht reicht, der greift zum professionellen Zubehör mit 400-mm-Teleobjektiv zum Aufstecken oder einer Halterung fürs Filmen.
Auch die Performance überzeugt. In Benchmarks schneiden andere Geräte zwar stärker ab, dafür punktet das X300 Ultra mit Stabilität und geringer Wärmeentwicklung. Die Akkulaufzeit ist gut, das Display nahezu über jeden Zweifel erhaben – abgesehen von einer etwas trägen Helligkeitsautomatik. Damit zählt es derzeit zu den besten Smartphones für Fotografie und Video. Allerdings hat das Vivo X300 Ultra seinen Preis: Mit Zubehör kratzt es schon an der 3000-Euro-Grenze. Zudem vermissen wir eine zweite Telelinse mit höherem optischen Zoom.
Oppo Find X9 Ultra
Brachiale Leistung, ausdauernder Akku und eine Top-Kamera mit zwei Telelinsen und zehnfachem optischen Zoom: Das Oppo Find X9 Ultra setzt im Test Maßstäbe.
- lange Akkulaufzeit
- rasante Performance
- hervorragendes und helles Display
- exzellente Kamera mit bis zu zehnfachem optischem Zoom
- richtig teuer
- recht wuchtig
- keine zwei eSIMs gleichzeitig
- Drosselung wegen Hitze bei längerer Auslastung
Oppo Find X9 Ultra im Test: Glänzt bei Leistung, Kamera und Akku
Brachiale Leistung, ausdauernder Akku und eine Top-Kamera mit zwei Telelinsen und zehnfachem optischen Zoom: Das Oppo Find X9 Ultra setzt im Test Maßstäbe.
Wenn Oppo derzeit etwas kann, dann Kamera-Smartphones bauen. Das Find X9 Pro hat das schon angedeutet – das neue Find X9 Ultra setzt für Foto-Enthusiasten noch eins drauf und zeigt ziemlich kompromisslos, wohin die Reise in der Oberklasse geht. Die Kollegen der c’t haben das Gerät ausführlich durch den Testparcours geschickt. Wir konnten das Gerät ebenfalls kurz ausprobieren und fassen die wichtigsten Erkenntnisse aus dem c’t-Test hier zusammen.
Design
Das Find X9 Ultra fällt schon beim Auspacken auf: Die Rückseite kommt wahlweise in knalligem Orange aus faserverstärktem Verbundwerkstoff oder in Dunkelgrau aus Kunstleder. Dezent ist sonst aber wenig an diesem Smartphone. Mit 163,2 × 77 × 9,1 mm und 236 g gehört es klar zur Fraktion der Brocken – in der Hosentasche macht sich das Gewicht deutlich bemerkbar.
Hauptverantwortlich für den massigen Auftritt ist der riesige, runde Kamerabuckel auf der Rückseite, der über 6 mm aufträgt. Beim Hineinschieben in die Tasche nervt das gelegentlich, in der Hand entpuppt sich der Buckel aber als überraschend praktische Fingerablage: Das Smartphone liegt damit sicher und gut ausbalanciert. Gegen Wasser und Staub ist das Find X9 Ultra nach IP68 und IP69 zertifiziert.
Mit der auffälligen orangenen Taste spendiert Oppo dem Find X9 Ultra eine zusätzliche Kamerasteuerung. Sie startet per Doppeldruck die Kamera-App. Ein leichter Druck fokussiert das Motiv, ein fester löst aus. Im Querformat wird aus der Taste per Wischgeste ein stufenlosen Zoom-Slider.
Display
Das 6,82 Zoll große AMOLED-Panel macht keine halben Sachen: 3168 × 1440 Pixel sorgen für eine knackscharfe Darstellung (510 ppi), die Farben wirken kräftig und natürlich. Auch in der prallen Sonne bleibt der Bildschirm gut ablesbar: Bis zu 1800 cd/m² soll die Helligkeit in der Fläche betragen, gemessen haben die Kollegen im Schnitt 1100 cd/m². Die HDR-Peak-Leistung beträgt laut Hersteller 3600 cd/m².
Die Bildwiederholrate passt sich dank LTPO flexibel zwischen 1 und 144 Hertz an, die Abtastrate liegt bei 300 Hertz. HDR10+ und Dolby Vision sind ebenso an Bord wie Gorilla Glass Victus 2 als Kratzschutz. Wer mag, justiert in den Systemeinstellungen Farbtemperatur und weitere Parameter nach eigenem Geschmack.
Kamera
Oppo bleibt seiner Liaison mit Hasselblad treu. Auf der Rückseite des Find X9 Ultra sitzen vier Objektive plus ein monochromer Multispektralsensor. Den Ton gibt die 200-MP-Hauptkamera mit lichtstarker Blende, großem Sensor und optischer Bildstabilisierung (OIS) an. Dazu kommen ein Dreifach-Tele (ebenfalls 200 MP, mit OIS), ein Zehnfach-Tele (50 MP, mit OIS) und ein Ultraweitwinkel (50 MP). Der zusätzliche 3,2-MP-Multispektralsensor dient in erster Linie der präziseren Farberfassung und Weißabstimmung. Vorn wartet eine weitere 50-MP-Kamera auf Selfies.
Die Hauptkamera liefert feine Details, Schärfe bis in die Ecken und einen hohen Dynamikumfang. Auch der Nachtmodus überzeugt – an die Klassenspitze (Xiaomi 17 Ultra, Google Pixel 10 Pro) reicht er laut den c’t-Kollegen aber nicht ganz heran. Die vollen 200 MP braucht es nicht, 50 MP genügen fürs Croppen allemal. Das Zehnfach-Tele bleibt bei Details und Dynamikumfang etwas hinter dem Fünffach-Zoom zurück, hat aber seine Stärken bei starker Vergrößerung. Das Ultraweitwinkel fällt etwas ab und bietet einen knapperen Bildwinkel als die Konkurrenz.
In der Kamera-App gibt es Filter für den Hasselblad-Look. Der Master-Modus zügelt die sonst übliche Smartphone-Farbpracht und orientiert sich an der Anmutung großer Kameras. Weniger Knallbonbon, mehr Kamera.
Das Zubehör aus Griff samt Objektiven heißt sperrig „Find X9 Ultra Hasselblad Earth Explorer Photography Kit“ und ist hierzulande nur schwer zu bekommen. Das Aufsteck-Tele eröffnet kreative Spielräume – im Zoo, Stadion oder bei Konzerten. Bildschärfe und Bokeh überzeugen. Im Alltag bleibt es aber meist in der Schublade: Dann sind die anderen Kameras blockiert, außerdem sind eine Hülle mit Adapterplatte und der passende App-Modus zwingend nötig.
Auch ohne Objektiv ist die Kamerahülle praktisch: Zweistufiger Auslöser und Zoom-Wippe arbeiten zuverlässig, sobald sie per Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt ist. Eine schmale LED am Rand zeigt den Ladestand des integrierten Akkus an.
Ausstattung
Im Find X9 Ultra steckt Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5 – aktuell das Maß der Dinge bei mobilen Prozessoren. Flankiert wird der mit bis zu 4,6 GHz taktende Achtkerner von 12 GB RAM. Für richtig viel Leistung ist damit gesorgt: Bei 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Oppo Find X9 Ultra bärenstarke 7700 Punkte. Bei Solar Bay sind es 13.300 Punkte laut der Tests der Kollegen. Schneller sind hier aber das Samsung Galaxy S26 Ultra, das eine etwas übertaktete Variante des Prozessors nutzt, sowie das Redmagic 11 Pro und 11S Pro.
Schwächen offenbart das Find X9 Ultra allerdings beim Thermomanagement. Unter Dauerlast drosselt es deutlich stärker als die Konkurrenz. In den vier Dauertests von 3DMark bleiben am Ende nur rund 40 Prozent der Ausgangsleistung übrig, beim Vivo X300 Ultra sind es hingegen über 60 Prozent. Auch die Gehäusetemperatur fällt mit bis zu 50,5 °C höher aus als beim Vivo mit 47 °C.
Als Speicher gibt es wahlweise 512 GB oder 1 TB nach flottem UFS-4.1-Standard. Auch bei der Konnektivität bleiben keine Wünsche offen: USB-C 3.2, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC sowie ein Infrarot-Port sind an Bord. Im Alltag arbeitet das Smartphone entsprechend zügig, Apps starten verzögerungsfrei, Spiele laufen auf Wunsch mit 144 Hertz – ein Unterschied zu 120 Hertz, der sich auf dem Display kaum ausmachen lässt. Das Gerät ist zwar eSIM-fähig, Dual-eSIM wird aber nicht unterstützt: Für den Dual-SIM-Betrieb braucht es mindestens eine physische Karte.
Software
Auf dem Find X9 Ultra läuft Oppos Android-Oberfläche Color OS – modern, aufgeräumt und mit erträglich wenig Bloatware. Bei den Systemanwendungen setzt Oppo überwiegend auf Googles Angebot inklusive des KI-Assistenten Gemini. Eigene KI-Funktionen gibt es aber auch: Im „Mind Space“ landen Screenshots, Notizen und andere Schnipsel, zudem hilft die KI beim Schreiben, Übersetzen und Diktieren. Oppo versorgt das Find X9 Ultra ab 2026 für fünf Jahre mit OS-Updates und für sechs Jahre mit Sicherheitsupdates.
Akku
Mit 7050 mAh Kapazität ist der Silizium-Kohlenstoff-Akku des Find X9 Ultra zwar etwas kleiner als der des Pro-Modells, hält aber kaum kürzer durch. Im Test der c’t-Kollegen lief das Smartphone beim Videostreaming per WLAN über 24 Stunden, im Alltag musste das Ladekabel erst am zweiten Abend ran.
Wieder voll ist der Akku in rund einer Stunde – die vollen 100 W gibt es allerdings nur mit einem Netzteil von Oppo. Über die verbreiteten USB-Standards Power Delivery (PD) und PPS lädt das Smartphone zwar ebenfalls schnell mit bis zu 55 W via PPS, aber eben nicht die maximal mögliche Ladeleistung. Kabelloses Laden ist möglich, mit einem entsprechenden Wireless-Ladegerät von Oppo dann sogar mit bis zu 50 W.
Preis
Die UVP startet bei überaus happigen 1700 Euro für das Modell mit 512 GB – das lässt selbst das iPhone plötzlich wie ein Schnäppchen wirken. Die Straßenpreise beginnen bei 1510 Euro für die 512-GB-Variante. Mit 1 TB werden sogar 1999 Euro fällig. Zur Wahl stehen zwei Farben: Dunkelgrau oder Orange.
Fazit
Das Oppo Find X9 Ultra zeigt, was in der Smartphone-Oberklasse aktuell technisch möglich ist: brachiale Performance, ein extrem ausdauernder Akku, ein brillantes Display und eine vielseitige Kamera mit zwei Telelinsen und bis zu zehnfachem optischen Zoom. Stand jetzt liefert es das technisch beste Gesamtpaket am Markt.
Allerdings ist es kostspielig und ziemlich wuchtig. Wer nicht ganz so viel ausgeben will, aber dennoch hervorragende Fotos mit starkem Zoom schießen möchte, sollte sich das Xiaomi 17 Ultra ansehen. Deutlich günstiger ist zudem das Samsung Galaxy S26 Ultra mit ebenfalls starker Hardware und guter Kamera.
Vivo X300 Pro
Das Vivo X300 Pro will mit der besten Smartphone-Kamera, starker Performance, einem fantastischen Display und einer langen Akkulaufzeit punkten.
- fantastische Smartphone-Kamera mit 200-MP-Teleobjektiv
- Kamera-Zubehör-Set mit Griff und Zoom
- lange Akkulaufzeit
- starke Performance
- exzellentes Display
- gelegentliche Software-Bugs
- kleinerer Akku in Europa (5440 vs. 6510 mAh)
- Probleme mit Google Fotos
Vivo X300 Pro im Test: Top-Smartphone mit faszinierend guter Zoom-Kamera
Das Vivo X300 Pro will mit der besten Smartphone-Kamera, starker Performance, einem fantastischen Display und einer langen Akkulaufzeit punkten.
Nach zwei Jahren Funkstille ist Vivo zurück in Deutschland. Die Patentstreitigkeiten mit Nokia, die 2023 zum dramatischen Verkaufsstopp führten, sind Geschichte. Seit November 2025 gibt es das Vivo X300 Pro offiziell bei Amazon sowie weiteren Händlern – und das Warten hat sich gelohnt. Das Flaggschiff-Smartphone setzt kompromisslos auf Fotografie und will mit einer Zeiss-Kamera neue Maßstäbe setzen, die selbst das Samsung Galaxy S25 Ultra und das Pixel 10 Pro alt aussehen lassen.
Im Vergleich zum kleineren X300 packt das Pro-Modell mehr Leistung und ein größeres Display in das Gehäuse. Gegenüber dem hervorragenden Vorgänger X200 Pro trumpft es mit verbesserter Prozessorleistung, besserer Kamera-Dynamik und größerem Akku auf. Das Sahnehäubchen: Nur das X300 Pro unterstützt das außergewöhnliche Erweiterungsset mit Zeiss-Zoomobjektiv und Kameragriff.
Design und Verarbeitung
Das Vivo X300 Pro misst 161,2 × 75,5 × 8 mm bei 226 g. Damit spielt es in der Liga der größeren Smartphones mit, ohne zum unhandlichen Klotz zu werden. Der kantige Aluminiumrahmen trifft auf Gorilla Armor Glass vorn und matte Glasrückseite – eine Kombination, die Premium-Gefühle weckt.
Der kreisrunde Kamerablock dominiert die Rückseite. Er ist markant größer als bei den meisten Konkurrenten und zeigt sofort: Hier steckt richtig viel Foto-Handy drin. Die Farboptionen beschränken sich auf Phantom Black und Dune Brown in Europa, während globale Modelle zusätzlich Cloud White und Mist Blue bieten. Unser braunes Testgerät wirkt allerdings etwas zu zurückhaltend – hier hätte Vivo gerne mutiger sein können.
Die Verarbeitung überzeugt mit hochwertiger Aluminiumlegierung und robustem Glas. Die IP69-Zertifizierung schützt gegen das Eindringen von Staub und Wasser. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor unter dem Display reagiert blitzschnell und funktioniert auch mit feuchten Fingern zuverlässig.
Eine 3,5-mm-Klinke sucht man vergebens, dafür bieten die Stereo-Lautsprecher klaren und lauten Sound. Trotz der stattlichen Abmessungen liegt das Gerät gut in der Hand und wackelt dank des mittigen Kameramoduls nicht auf dem Tisch.
Display: Wie gut ist der Bildschirm des Vivo X300 Pro?
Das 6,78-Zoll-AMOLED-Display mit LTPO-Technologie setzt Maßstäbe. Mit 120 Hz Bildwiederholrate, 2160 Hz PWM-Dimmung und Unterstützung für HDR10+, HDR Vivid sowie Dolby Vision lässt es technisch keine Wünsche offen. Die Auflösung von 1260 × 2800 Pixeln erreicht scharfe 452 PPI bei einem modernen 20:9-Verhältnis.
Die maximale Helligkeit ist so hoch, dass selbst direktes Sonnenlicht kaum stört. Auch die automatische Helligkeitsanpassung arbeitet präzise, während die minimale Helligkeit dunkel genug ist, um nachts nicht zu stören. Zudem sind die Displayränder mit nur 1,1 mm äußerst schmal.
Die Farbdarstellung orientiert sich am sRGB-Standard, mit Optionen für dynamische Anpassung je nach Inhalt. Im Vergleich zum kleineren X300 (6,31 Zoll) ist es heller, gegenüber dem X200 Pro bieten die dünneren Ränder ein moderneres Erscheinungsbild.
Kamera: Wie gut sind Fotos mit dem Vivo X300 Pro?
Hier beginnt das X300 Pro der Konkurrenz davonzueilen. Das Dreifach-Kamerasystem mit Zeiss-Optik ist schlichtweg das Beste, was uns bisher untergekommen ist. Die Hauptkamera nutzt einen 50-Megapixel-Sensor (Sony-LYT-828; 1/1,28 Zoll, f/1,6, 24 mm) mit OIS, PDAF und 1,22 µm Pixeln. Der Dynamikumfang umfasst 10,5 Blendenstufen.
Vivo X300 Pro Fotos
Das Teleobjektiv arbeitet mit satten 200 Megapixel (Samsung HPB; 1/1,4 Zoll, f/2,7, 85 mm) und bietet 3,7-fachen optischen Zoom sowie Makro-Funktionen im Verhältnis 2,7:1. Die Ultraweitwinkelkamera löst mit 50 Megapixel auf (f/2,0, 15 mm, 119°) und verfügt über Autofokus.
Die Zeiss-Optik mit T*-Beschichtung und APO-Linse sorgt für natürliches Bokeh ohne störende Lens-Flares. Zusätzliche Features wie Laser-AF, Farbspektrum-Sensor, 3D-LUT-Import, HDR und Panorama-Funktionen machen das System komplett. Auffällig: Die Zoomlinse erzeugt oft bessere Bilder als die Hauptkamera.
Gegenüber dem Google Pixel 10 Pro XL gewinnt das X300 Pro deutlich. Fotos wirken farbenfroher, schärfer und ästhetischer in allen Szenarien – egal ob normaler Tag, Nacht, Makro oder Selfies.
Die Kamera-App bietet endlose Einstellungsmöglichkeiten für Foto-Nerds, aber auch einen vereinfachten Modus für Gelegenheitsknipser. Die automatische Szenenerkennung schlägt passende Modi für Essen oder Konzerte vor – und das Umstellen lohnt sich, da die Bilder dann nochmals eine Schippe drauflegen.
Das optionale Kamera-Zubehör-Set setzt dem noch einen darauf. Die Teleobjektiv-Verlängerung bietet zusätzliche 2,35-fache Vergrößerung bis 300 mm Brennweite und ermöglicht bis zu 1600-fachen Hybrid-Zoom. Der Griff mit physischen Bedienelementen (Auslöser, Zoomhebel, Belichtung), Stativgewinde und integriertem 2300-mAh-Akku verwandelt das Smartphone fast in eine echte Kamera. Topp für Straßenfotografie und Zoom-Aufnahmen weit entfernter Objekte, sogar bei Nacht.
Videos entstehen in 8K bei 30 FPS oder 4K bei 120 FPS mit Dolby Vision und 10-Bit-Log. Zeitlupe funktioniert in 4K bei 120 FPS, Porträt-Videos in 4K bei 60 FPS. Die Stabilisierung kombiniert Gimbal-ähnliches OIS mit Software-Stabilisierung und hält selbst wackelige Hände ruhig. Die 50-Megapixel-Frontkamera (f/2,0, 20 mm, AF, HDR) nimmt Videos bis 4K bei 60 FPS auf und lässt Selfiesticks arbeitslos werden.
Hinweis: Beim Vivo X300 Pro fiel uns vereinzelt ein Synchronisationsproblem mit Google Fotos auf. Gelegentlich landeten Aufnahmen in reduzierter Qualität in der Cloud, da sie offenbar hochgeladen wurden, bevor die Bildverarbeitung abgeschlossen war. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die automatische Synchronisierung in der App vorerst deaktivieren.
Hardware: Wie stark ist das Vivo X300 Pro?
Der MediaTek Dimensity 9500 ist ein Kraftpaket. Der Octa-Core-Prozessor mit 1 × 4,21 GHz, 3 × 3,5 GHz und 4 × 2,7 GHz wird von einer Arm-G1-Ultra-GPU und den speziellen Coprozessoren V3+/VS1 für Bildverarbeitung unterstützt. Das ist mehr Rechenpower, als manche Laptops bieten.
Mit 16 GB Arbeitsspeicher und 512 GB UFS-4.1-Speicher ist das Gerät für die nächsten Jahre gerüstet. Ein Erweiterungsslot fehlt, aber bei dieser Kapazität wird ihn kaum jemand vermissen. In Benchmarks erreicht das X300 Pro 6690 Punkte bei 3DMark Wild Life Extreme (Vulkan) – ein Wert, der selbst Gaming-Smartphones erröten lässt. Im Vergleich zum X200 Pro (Dimensity 9300) arbeitet der neue Chip sparsamer, gegenüber dem kleineren X300 bietet das Pro-Modell deutlich mehr Speicher.
Die Konnektivität lässt keine Wünsche offen: Wi-Fi 7 (Dual-Band), Bluetooth 5.4/6 (aptX HD, LHDC 5), GPS (mehrere Bänder), NFC, Infrarot-Blaster und USB-C 3.2 (OTG). Easyshare ermöglicht Dateitransfer zu PCs, Macs und iPhones via NFC/Bluetooth/WLAN. KI-Features wie generative Bildbearbeitung runden die Ausstattung ab.
Software
Das Vivo X300 Pro läuft mit Origin OS 6 auf Basis von Android 16 – eine Premiere für Europa. Bisher bekam der Kontinent eine abgespeckte Funtouch-OS-Variante, jetzt erhalten alle Regionen das vollwertige System. Vivo verspricht fünf Jahre Hauptupdates und sieben Jahre Sicherheitsaktualisierungen.
Vivo X300 Pro Screenshot
Die umfangreichen Anpassungen umfassen intelligente Stromspar-Modi, KI-gestützte Kamera-Features wie Fokus-Tracking und sogar Integration zu Apple-Produkten mit Drag-and-drop. Die Nutzung gefällt mit eleganten Öffnungsanimationen und bietet unzählige Optionen.
Das Design überzeugt mit vielen Anpassungsmöglichkeiten. Apps lassen sich in Fenstern zusammenfassen, im Sperrbildschirm verschwindet die Uhr künstlerisch hinter Hintergrundbildern. Die Origin-Insel um die Frontkamera ähnelt Apples Dynamic Island, ein programmierbarer Hardware-Knopf bietet schnellen Zugriff auf Lieblingsfunktionen. Die intelligente Seitenleiste macht wichtige Features schneller verfügbar.
Nach drei Wochen intensiver Nutzung zeigt sich die Kehrseite: OriginOS ist mächtig und kommt mit vielen innovativen Funktionen, ist aber nicht fehlerfrei. Die Kamera öffnet sich gelegentlich nicht über den Schnellzugriff, geschossene Bilder lassen sich nicht sofort teilen, Screenshots können nicht direkt zugeschnitten werden. Die Origin-Insel setzt manchmal aus, Apps laufen nicht so geschmeidig wie bei Pixel-Handys oder iPhones. Hier zeigt sich: Software-Perfektion ist schwerer als Hardware-Excellence.
Akku: Wie lange hält das Vivo X300 Pro durch?
Der Akku fasst 5440 mAh in Europa – weniger als die globale Version mit 6510 mAh. Schuld ist ein EU-Gesetz, das Vivo höhere Einfuhrgebühren bescheren würde. Die Si/C-Li-Ion-Technik sorgt trotzdem für beeindruckende Effizienz.
Das Laden erfolgt mit bis zu 90 W – allerdings nur mit Vivos nicht beiliegendem, speziellem Netzteil für 55 Euro. Das X300 Pro lädt mit normalen Schnellladegeräten immerhin noch mit 45 Watt. Drahtloses Laden funktioniert mit maximal 40 W, umgekehrtes Laden funktioniert sowohl verkabelt als auch drahtlos.
Die Laufzeit beeindruckt: Zwei volle Tage mit einer Ladung sind problemlos möglich. Das zuvor genutzte Google Pixel 9 Pro musste viel schneller wieder ans Netz. Selbst in der gedrosselten europäischen Variante bietet das X300 Pro eine hervorragende Ausdauer.
Preis
In Europa hat das Vivo X300 Pro mit 512 GB und 16 GB RAM eine UVP von 1399 Euro. Der aktuelle Straßenpreis liegt bei 1026 Euro. Das Kamera-Zubehör schlägt mit 309 Euro zu Buche.
Fazit
Das Vivo X300 Pro ist ein fotografisches Meisterwerk im Smartphone-Format. Die Zeiss-Kamera mit dem außergewöhnlichen Teleobjektiv und dem optionalen Zubehör-Set bietet Möglichkeiten, die derzeit kaum ein anderes Smartphone erreicht. Die beste Handy-Kamera, die wir je getestet haben, stellt selbst das Google Pixel 10 Pro XL locker in den Schatten.
Display, Performance und Akkulaufzeit spielen ebenfalls in der Champions League mit. Die Rückkehr nach Europa nach den Nokia-Querelen ist mehr als gelungen – Vivo liefert ein echtes Flaggschiff für Foto-Enthusiasten, welches keine Kompromisse eingeht.
Die Software-Bugs trüben den sonst makellosen Eindruck, zeigen aber auch: Perfektion ist ein Prozess, kein Zustand. Wer bereit ist, gelegentliche Ruckler zu verkraften, bekommt das derzeit beste Fotografie-Smartphone.
Xiaomi 17 Ultra
Leica-Kamera mit 200-Megapixel-Tele, riesiger Akku und Top-Performance – das Xiaomi 17 Ultra ist ein Traum für Fotografen. Gibt es auch Schwächen?
- exzellente Kamera von Leica
- strahlend helles Display
- Top-Performance
- lange Akkulaufzeit
- kostenintensiv
- groß und schwer
- kürzerer Update-Zeitraum als bei Konkurrenz
Xiaomi 17 Ultra im Test: High-End-Smartphone mit bärenstarker Telelinse
Leica-Kamera mit 200-Megapixel-Tele, riesiger Akku und Top-Performance – das Xiaomi 17 Ultra ist ein Traum für Fotografen. Gibt es auch Schwächen?
Das neue Flaggschiff-Smartphone von Xiaomi lässt die Herzen von Fotofans höher schlagen. Dank der Kooperation mit Leica liefern die Chinesen gemeinsam mit dem deutschen Foto-Pionier eine exzellente Kamera – insbesondere die Telelinse mit sehr hoher Auflösung sucht ihresgleichen. Dazu kommen die üblichen Superlative: strahlend helles Display, Top-Performance und ein üppiger Akku.
Wie gut sich das Xiaomi 17 Ultra in der Praxis schlägt, zeigt unser Testbericht. Die Kollegen der c’t haben das Premium-Smartphone ebenfalls getestet. Wir gleichen unsere Erkenntnisse mit deren Ergebnissen ab. Den vollständigen Test der Kollegen gibt es in diesem Plus-Artikel zu lesen: Smartphone mit Leica-Kamera – Xiaomi 17 Ultra im Test.
Design
Rein vom Design her hat sich nicht allzu viel getan: Das Xiaomi 17 Ultra ist erneut ein ziemlicher Brocken, und das kreisrunde Kameraelement auf der Rückseite macht sich nach wie vor unübersehbar breit. Mit Abmessungen von 162,9 × 77,6 × 8,3 mm bei einem Gewicht von 219 g ist es entsprechend groß und mit einer Hand kaum vernünftig zu bedienen. Wie schon beim Vorgänger ist das Smartphone wegen des schweren Kameraelements zudem recht kopflastig.
Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig: Der Rahmen besteht aus gebürstetem Aluminium, die Rückseite aus mattem Glas. Letzteres ist allerdings so dünn, dass es sich tatsächlich wie Kunststoff anfühlt – ein kleiner Dämpfer beim ersten Anfassen, weil man unweigerlich an billigeres Material denkt.
Die Tasten bieten einen knackigen Druckpunkt und lassen sich gut ertasten. Das Gehäuse ist nach IP68 gegen Staub, Untertauchen in Süßwasser bis 30 Minuten in anderthalb Metern Tiefe sowie gegen Strahlwasser unter Hochdruck nach IP69 geschützt. Als Farben stehen Schwarz, Weiß und Grün zur Auswahl. Letzteres bietet ein auffälliges Design mit einer speziellen Oberflächenstruktur mit glitzernden Partikeln.
Display
Das OLED-Panel des Xiaomi 17 Ultra misst 6,9 Zoll in der Diagonale und löst mit 2608 × 1200 Pixeln gestochen scharf auf. Bei der Helligkeit hat Xiaomi gegenüber dem Vorgänger nochmals nachgelegt: 1905 cd/m² im Regelbetrieb und über 3300 cd/m² Punkthelligkeit sorgen dafür, dass der Bildschirm in allen Lebenslagen mehr als hell genug strahlt. Die Farbdarstellung ist ab Werk eher knallig-bunt als natürlich abgestimmt – wer es dezenter mag, kann in den Systemeinstellungen nachregeln.
Kamera
Bei der Kamera fährt das Xiaomi 17 Ultra schwere Geschütze auf. Auf der Rückseite sitzen drei Objektive: Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln bei f/1.67 auf und bringt Phasenvergleichs-AF, Laser-AF sowie OIS mit. Daneben ein 50-Megapixel-Weitwinkel mit f/2.4. Das Highlight ist die Telelinse mit 200 Megapixeln und 4,3-fachem optischem Zoom – dank Periskop-Konstruktion mit beweglichem Linsenschlitten trotz flachem Gehäuse möglich. Die Frontkamera bringt ebenfalls 50 Megapixel mit.
Im Herzen der Hauptkamera arbeitet ein 1-Zoll-LOFIC-Sensor von Omnivision. Seine Spezialität: Ein Kondensator fängt überschüssige Ladung aus überbelichteten Pixeln ab, was längere Belichtungszeiten ohne Überstrahlungen erlaubt. Das zahlt sich primär bei schwierigen Lichtverhältnissen aus – mit besserer Lichtausbeute, höherem Dynamikumfang und weniger Bildrauschen.
Die Praxis bestätigt die Theorie: Nachtfotos gelingen mit hohem Dynamikumfang und starkem Kontrast, ohne dass Lichter ausfressen oder Schatten zulaufen. Im Vergleich mit dem Google Pixel 10 Pro behielt das Xiaomi 17 Ultra in kniffligen Szenen die Nase vorn – besonders beim Weißabgleich unter Mischlicht, wo warmes Laternengelb auf kaltes Neonlicht trifft. Während das Pixel hier ins Straucheln geriet, lieferte das Xiaomi 17 Ultra durchweg ausgewogene Farben.
Im Alltag fotografiert das Xiaomi 17 Ultra wahlweise mit 12 oder 50 Megapixeln. Wer maximale Details will, greift zum 200-Megapixel-Modus der Telekamera. Das erfordert jedoch eine ruhige Hand: Die Kamera verarbeitet das Bild abschnittsweise über mehrere Sekunden. Bewegte Objekte stören dabei erstaunlich wenig, etwas Übung braucht es trotzdem. Die Detailausbeute belohnt die Mühe: Selbst bei Nacht lieferte der 200-Megapixel-Modus sichtbar mehr Feinzeichnung als das Google Pixel 10 Pro.
Dank der Leica-Kooperation stehen zwölf Bildfilter zur Verfügung – von „Kino“ über „Sepia“ bis „Goldene Vibes“. Die Looks verleihen den Fotos eine sanfte Tönung und erhalten dabei weitgehend die Bilddetails. Einziges Manko: Bei Farbverläufen im Himmel traten gelegentlich sichtbare Bänder auf. Wichtig: Die Filter werden direkt ins Foto eingebacken – wer flexibel bleiben will, sollte neutrale JPEGs oder Raw-Aufnahmen wählen.
Auch beim Video überzeugt das Xiaomi 17 Ultra: Aufnahmen sind in bis zu 8K bei 30 FPS oder 4K bei bis zu 120 FPS möglich. Im 4K-Modus stehen ein Logprofil sowie Dolby Vision mit bis zu 12 Bit Farbtiefe bereit und liefern damit deutlich mehr Spielraum als etwa HDR10. Die Frontkamera filmt in bis zu 5K bei 60 FPS, für Selfie-Videos mehr als üppig. Besonders bei schwachem Licht überzeugten die Videoaufnahmen.
Xiaomi 17 Ultra – Originalaufnahmen
Ausstattung
Der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 mit 16 GB Arbeitsspeicher lässt im Xiaomi 17 Ultra die Muskeln spielen. Das Smartphone pflügt durch Webseiten, Apps und Menüs ohne jedes Zögern, Leistungsreserven sind im Überfluss vorhanden. Die flüssigen Animationen der Software tun ihr Übriges für einen rundum geschmeidigen Eindruck.
Die Benchmarks bestätigen das Bauchgefühl: Im 3DMark Wild Life Extreme erreicht das 17 Ultra starke 6700 Punkte – absolut Gaming-tauglich. Im Stresstest landen noch 65 Prozent der Ausgangsleistung auf dem Konto, das ist ein ordentlicher Wert. Das Gerät wird dabei spürbar warm, aber nicht unangenehm heiß. Bei anhaltender Volllast drosselt der Prozessor erwartungsgemäß die Leistung – ein altbekanntes Muster bei Xiaomi-Flaggschiffen.
Neben 512 GB bekommt man das teure Smartphone auch mit 1 TB. Bei der Konnektivität ist alles an Bord, was man 2026 erwarten darf: USB-C 3.2 mit DisplayPort, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 und NFC. Nettes Extra: ein Infrarot-Port, mit dem sich der Fernseher steuern lässt. Mobilfunk reicht bis 5G, bei der Navigation werden alle gängigen Satellitensysteme unterstützt und liefern eine präzise Ortung.
Software
Als Software kommt Hyper OS 3 auf Basis von Android 16 zum Einsatz. Der Sicherheitspatch stammte zum Testzeitpunkt im März aus dem Februar – hinreichend aktuell. Optisch erinnert die Oberfläche allerdings auffällig an Apples iOS – Eigenständigkeit sieht anders aus.
Xiaomi verspricht fünf Jahre Android-Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches. Das klingt zunächst ordentlich: Samsung, Honor und Google bieten aber bei ihren Flaggschiffen jeweils sieben Jahre für beides. Hier hinkt Xiaomi der Konkurrenz etwas hinterher.
Immerhin: So dreist mit Bloatware vollgestopft wie die günstigeren Modelle ist das Xiaomi 17 Ultra nicht. Ganz lassen kann es der Hersteller aber nicht: Diverse Shopping- und Social-Media-Apps sowie Spiele finden sich vorinstalliert auf dem Gerät. Und wer den hauseigenen Mi Store öffnet, wird sofort mit App-Vorschlägen bombardiert. Bei einem Smartphone jenseits der 1000-Euro-Marke wirkt das schlicht deplatziert.
Akku
Der 6000-mAh-Akku des Xiaomi 17 Ultra ist ein echtes Kraftpaket. Die Kollegen der c’t ermittelten je nach Nutzungsszenario zwischen 14 und 27 Stunden Laufzeit. Beim PCMark Battery Test erreichten wir mit dem Gerät hervorragende 18,5 Stunden – ein exzellenter Top-Wert, der die meisten Flaggschiffe locker in die Tasche steckt.
In der Praxis bedeutet das: Bei mäßiger Nutzung sind locker zwei Tage drin, bei intensivem Einsatz hält der Akku bequem einen vollen Tag durch. Aufgeladen wird mit bis zu 90 Watt per Kabel oder 50 Watt kabellos – die Mittagspause reicht also locker für eine Vollladung. Ein passendes Ladegerät muss man aber dazukaufen.
Preis
Das Xiaomi 17 Ultra ist kein Schnäppchen: Die UVP für das 512-GB-Modell startet bei 1500 Euro, für 1 TB werden 1700 Euro fällig. Als Farben stehen Schwarz, Weiß und Grün zur Auswahl.
Die besten Angebote starten mittlerweile bei 1146 Euro für 512 GB. Mit 1 TB ist das Gerät aktuell für 1360 Euro zu haben.
Fazit
Das Xiaomi 17 Ultra ist vor allem eines: eine herausragende Kamera, an die ein Smartphone dran gebaut wurde. Die Leica-Kooperation zahlt sich aus – insbesondere bei Nachtaufnahmen ist das Xiaomi 17 Ultra der Konkurrenz von Apple und Google überlegen. Dazu kommen ein extrem helles Display, brachiale Performance und ein Akku, der locker zwei Tage durchhält.
Schwächen gibt es dennoch: Das Gerät ist groß und kopflastig, bei der Update-Politik hinkt Xiaomi der Konkurrenz hinterher, und die vorinstallierte Bloatware wirkt in dieser Preisklasse deplatziert. Vor allem aber ist das Xiaomi 17 Ultra mit 1500 Euro (512 GB) oder 1700 Euro (1 TB) kein Schnäppchen.
Wer sich aber regelmäßig ärgert, dass statt der Systemkamera nur das Smartphone im Gepäck ist, findet im Xiaomi 17 Ultra einen würdigen Ersatz – und muss dafür nicht einmal auf Top-Performance oder Akkulaufzeit verzichten.
Apple iPhone 17 Pro Max
Wie gut ist Apples Top-Smartphone wirklich? Der Test zeigt, wo das iPhone 17 Pro Max überzeugt. Aktuell gibt es das Smartphone günstig wie lange nicht mehr.
- brachiale Power
- hervorragende Kamera
- hohe Qualität
- lange Akkulaufzeit
- kostenintensiv
- Dynamic Island verdeckt Inhalte
Apple iPhone 17 Pro Max im Test: Eines der besten Smartphones
Wie gut ist Apples Top-Smartphone wirklich? Der Test zeigt, wo das iPhone 17 Pro Max überzeugt. Aktuell gibt es das Smartphone günstig wie lange nicht mehr.
Optisch hebt sich das neue iPhone 17 deutlich vom Vorgänger ab. Während derzeit vielerorts über mögliche Probleme mit Kratzern diskutiert wird, hat die Redaktion von Mac & i das neue Apple-Flaggschiff gründlich getestet und zeigt, was sich alles verbessert hat.
Design
Apple spendiert dem iPhone 17 Pro Max ein neues Unibody-Gehäuse aus Aluminium, das nun auch Teile der Rückseite einbezieht. Dadurch soll die Wärmeableitung effizienter funktionieren als beim bisherigen Titanrahmen – etwas, das sich im Alltag bemerkbar machen dürfte. Allerdings geht das leichtere Material geringfügig zulasten der Stabilität.
Auffällig ist vorwiegend die Rückseite: Das breite Kameraplateau mit LED-Blitz und Lidar-Scanner dominiert das Design, während die drei Objektive deutlich hervorstehen und dem Pro Max seinen charakteristischen Look verleihen.
Damit wächst die Dicke auf 13,3 mm. Die Abmessungen liegen insgesamt bei 163,4 × 78 × 8,8 mm, das Gewicht bei 231 g. Die IP68-Zertifizierung ist wieder an Bord.
Display
Größe und Auflösung bleiben unverändert: Das 6,9-Zoll-OLED mit LTPO-Technik löst mit 2868 × 1320 Pixeln bei 458 PPI auf und bietet eine variable Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hertz. Die maximale Helligkeit steigt jedoch von 2000 auf 3000 Nits deutlich. Im Test der Kollegen erreichte es 803 Nits im Innenraum, 1403 Nits bei HDR und bis zu 2810 Nits unter direkter Sonneneinstrahlung.
Kamera
Das iPhone 17 Pro Max bringt deutliche Fortschritte bei der Kamera. Das Teleobjektiv erhält wie auch der Haupt- und Ultraweitwinkel einen 48-Megapixel-Sensor samt Tetraprisma und bis zu achtfachen optischen Zoom. Die Frontkamera löst mit 18 Megapixeln auf.
Standardmäßig erzeugt die Kamera per Pixel Binning Aufnahmen mit 24 Megapixeln, die aus mehreren Sensordaten kombiniert werden. Im Test von Mac & i lieferte die Telelinse im Vergleich zum iPhone 16 Pro sichtbar schärfere Ergebnisse, selbst bei wenig Licht. Besonders beeindruckt zeigte sich die Redaktion vom Bildstabilisator, der selbst bei 200 Millimetern Brennweite und Belichtungszeit von einer Zehntelsekunde noch verwacklungsfreie Fotos ermöglicht.
Auch bei Videos setzt das iPhone 17 Pro Max Maßstäbe: 4K mit Dolby Vision gelingt nun mit 120 FPS, außerdem unterstützt das Gerät Prores RAW, Log 2 und Genlock. Damit richtet sich das Pro-Modell noch stärker als bisher an ambitionierte Filmer und Profis.
Ausstattung
Der A19 Pro verleiht den iPhone‑17‑Pro-Modellen eine deutlich stärkere Performance, vorrangig bei Multi-Core-Aufgaben. Damit schlägt der Chip laut Mac & i auch die schnellsten Android-Smartphones. Die GPU mit sechs Kernen profitiert von neuen KI-Beschleunigern und verdoppelt die AI-Leistung gegenüber dem 16 Pro. Im Geekbench-AI-Benchmark legte das iPhone 17 Pro Max im GPU-Modus deutlich zu und steigerte die Punktzahl von 7144 auf 16.428 gegenüber dem 16 Pro. Im Test überzeugte das SoC mit dauerhaft hoher Geschwindigkeit ohne Hitzeprobleme.
Zudem gibt es mehr Arbeitsspeicher (12 statt 8 GB) und einen vergrößerten L2-Cache (6 statt 4 MB). Der interne Speicher startet bei 256 GB und reicht über 512 GB und 1 TB bis 2 TB.
Akku
Dank größerem Akku und effizienterem A19 Pro steigern die iPhone‑17‑Pro-Max-Modelle ihre Laufzeiten spürbar: Videos laufen nun knapp 32 Stunden, 3D-Spiele rund 15 Stunden. Die Surfzeiten bleiben nahezu unverändert gegenüber dem Vorgänger. Beim Schnellladen erreichte das Pro Max in 20 Minuten 41 Prozent – solide Werte, auch wenn Apples Versprechen von „50 Prozent“ knapp verfehlt wird.
Preis
So viel Qualität hat ihren Preis. Das iPhone 17 Pro Max wird mit Speichergrößen von 256 GB bis 2 TB angeboten, die unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) liegen zwischen 1499 und 2449 Euro. Straßenpreise beginnen derzeit bei 1269 Euro. 512 GB gibt es ab 1604 Euro, für 1 TB sind 1698 Euro fällig, 2 TB kosten 1995 Euro. Erhältlich ist es in den Farben Silber, Cosmic Orange und Tiefblau.
Fazit
Im Test von Mac & i überzeugte das iPhone 17 Pro Max mit starker Performance dank A19 Pro, einer auf 48 Megapixel aufgerüsteten Tele-Kamera und verbessertem Wärmemanagement durch das neue Unibody-Design. Dazu kommen das noch hellere Display, längere Akkulaufzeiten und neue Profi‑Video-Features. Letztlich liefert Apple ein rundes Update, das vorrangig für Foto- und Videoenthusiasten ebenso wie für Power-User spannend ist.
Oppo Find X9 Pro
Mit Hasselblad-Kamera, 7500-mAh-Akku und Dimensity 9500 fährt das Oppo Find X9 Pro starke Hardware auf. Wie es sich im Alltag schlägt, offenbart der c’t-Test.
- sehr lange Akkulaufzeit
- starke Performance
- tolle Kamera
- Display weniger hell als bei Konkurrenz
- Kamerazubehör überzeugt weniger
- hoher Stromverbrauch bei 5G-Nutzung
Oppo Find X9 Pro im Test: Smartphone mit Riesen-Akku und Top-Kamera
Mit Hasselblad-Kamera, 7500-mAh-Akku und Dimensity 9500 fährt das Oppo Find X9 Pro starke Hardware auf. Wie es sich im Alltag schlägt, offenbart der c’t-Test.
Das Oppo Find X8 Pro überraschte uns als starkes Smartphone mit einer hervorragenden Kamera. Der Nachfolger tritt nun in diese Fußstapfen und bietet erneut eine Top-Ausstattung samt Hasselblad-Kamera und spannendem Zubehör. Das Gerät haben die Kollegen der c’t getestet – wir fassen hier für Heise Bestenlisten die Ergebnisse zusammen.
Mehr über das Top-Smartphone samt Benchmark-Ergebnissen und Erfahrungen mit der Kamera findet sich in den Plus-Artikeln der Kollegen:
Design
Das Design des Oppo Find X9 Pro wurde gegenüber dem Vorgänger stark überarbeitet. Auffälligstes Merkmal ist das Kameramodul: Ein nahezu quadratisches Element mit abgerundeten Ecken beherbergt drei Linsen. Mit Abmessungen von 161,3 × 76,5 × 8,3 mm und einem Gewicht von 224 g fällt das Smartphone eher groß und schwer aus – typisch für aktuelle Top-Smartphones. Die Verarbeitung ist mit Metallrahmen und Glasrückseite hochwertig, zudem ist das Gerät nach IP69 staub- und wasserdicht.
Display
Das 6,78 Zoll große, flache AMOLED-Display des Oppo Find X9 Pro löst mit 2772 × 1272 Pixeln (450 ppi) auf. Dank LTPO-Technik passt das Panel die Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1 und 120 Hz an. Es wird von Gorilla Glass Victus 2 geschützt und unterstützt sowohl HDR10+ als auch Dolby Vision.
Im c’t-Testlabor erreichte der Bildschirm eine Helligkeit von über 1000 Nits, wodurch er auch bei direktem Sonnenlicht gut ablesbar bleibt. Den vom Hersteller beworbenen kurzfristigen Spitzenwert („Peak Brightness“) von 3600 Nits konnten die Kollegen im Alltagstest jedoch nicht reproduzieren. Insgesamt ist das Display sehr gut, aktuelle Flaggschiffe von Xiaomi oder Honor strahlen allerdings noch deutlich heller
Kamera
Das Oppo Find X9 Pro setzt auf ein Triple-Kamerasystem mit Hasselblad-Branding. Die Hauptkamera löst mit 50 MP bei f/1.5 auf und bietet Phasenvergleichs- sowie Laser-Autofokus, optische Bildstabilisierung und einen Quad-LED-Blitz – Videos nimmt sie in bis zu 4K bei 120 fps auf. Dazu kommen eine 50-MP-Weitwinkelkamera (f/2.0) und ein Periskop-Teleobjektiv mit 200 MP (f/2.1), 3-fach optischem Zoom und OIS.
Die Fotos überzeugen mit stimmigen Farben und guter Belichtung – bei starker Vergrößerung fallen zwar Schärfungsartefakte auf, dem Gesamteindruck schaden sie aber kaum. Besonders gelungen ist die Kamera-App: Der Master-Modus bietet umfangreiche manuelle Einstellungen und zahlreiche Filter mit regelbarer Intensität.
Als Zubehör bietet Oppo ein rund zehn Zentimeter langes Teleobjektiv mit 200 mm Brennweite an. Die Bildqualität übertrifft dabei den Digitalzoom deutlich. Die Idee klingt spannend, scheitert im Test aber an der umständlichen Handhabung: Das Smartphone muss in eine spezielle Hülle, darauf kommt ein Adapter mit Bajonett – der allerdings die anderen Kameramodule verdeckt. Zusammen mit dem nötigen Wechsel in einen speziellen App-Modus dürfte das teure Zubehör im Alltag selten zum Einsatz kommen. Mehr über die Erfahrungen der Kollegen schildert der Heise-Plus-Artikel.
Ausstattung
Angetrieben wird das Oppo Find X9 Pro vom MediaTek Dimensity 9500 mit aktuellen ARM-Kernen und einer G1-Ultra-GPU. In den Grafik-Benchmarks von 3DMark setzt es sich an die Spitze – nur das Samsung Galaxy S26 Ultra liegt in einem Test leicht vorn. Bei CPU-Aufgaben ordnet sich das Oppo knapp hinter der Konkurrenz ein, lediglich das Google Pixel 10 Pro XL mit seinem Tensor G5 ist deutlich langsamer. Die Kehrseite: Bei längerer Belastung drosselt das Find X9 Pro stärker als die Mitbewerber.
Der Arbeitsspeicher beträgt 16 GB, der interne Speicher 512 GB. Bei den Schnittstellen ist das Find X9 Pro bestens ausgestattet: USB-C 3.2, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 mit aptX HD, LDAC und LHDC sowie NFC und ein Infrarot-Port. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor arbeitet schnell und zuverlässig.
Software
Das Find X9 Pro läuft mit Android 16 und Oppos Oberfläche Color OS, die sich umfangreich anpassen lässt und optisch frisch und modern wirkt. Software-Updates verspricht Oppo bis weit ins Jahr 2032 – ein erfreulich langer Support, auch wenn die Update-Geschwindigkeit je nach Hersteller variiert.
Akku
Das Oppo Find X9 Pro glänzt mit fabelhaften Akkulaufzeiten – wenig überraschend bei einem Silizium-Kohlenstoff-Akku mit satten 7500 mAh. Beim WLAN-Streaming bei einer Helligkeit von 200 cd/m² hält das Mobilgerät starke 30 Stunden durch – ein exzellenter Wert und deutlich vor dem Xiaomi 17 Ultra und dem Honor Magic 8 Pro. Das Modem im Oppo Find X9 Pro ist allerdings stromhungrig: Beim Videostreaming über 5G sank die Laufzeit im Test der c’t-Kollegen um rund ein Drittel im Vergleich zur Messung über WLAN.
Das Oppo Find X9 Pro lädt drahtlos mit bis zu 50 Watt – allerdings nur mit proprietärer Ladeschale. Per USB-C sind es 80 Watt. In knapp 30 Minuten ist der Akku halb voll, ein vollständiger Ladevorgang dauert hingegen 90 Minuten.
Preis
Das Oppo Find X9 Pro ist teuer. Die UVP liegt bei 1300 Euro, aktuell ist es bei einigen Händlern ab etwa 1099 Euro erhältlich. Das Smartphone gibt es in Weiß und Dunkelgrau, jeweils ausschließlich mit 512 GB Speicher.
Fazit
Das Oppo Find X9 Pro ist ein rundum überzeugendes High-End-Smartphone, das in einigen Bereichen die Konkurrenz hinter sich lässt. Der riesige 7500-mAh-Akku sorgt für herausragende Laufzeiten, die GPU-Leistung des Dimensity 9500 setzt Maßstäbe und die Hasselblad-Kamera liefert stimmige, gut belichtete Fotos mit einer gelungenen App. Verarbeitung, Ausstattung und der lange Software-Support bis 2032 runden das Paket ab.
Schwächen zeigt das Find X9 Pro beim Display, das bei der Helligkeit hinter der Konkurrenz von Xiaomi und Honor zurückbleibt, sowie beim Throttling unter Dauerlast. Das spannende Teleobjektiv-Zubehör überzeugt zwar optisch, ist in der Handhabung aber zu umständlich für den Alltag und teuer.
Motorola Signature
Top-Kamera, dünn und trotzdem ausdauernd: Das Motorola Signature ist vielleicht die zarteste Versuchung, seit es Smartphones gibt.
- Top-Kamera
- starke Performance
- exzellentes Display
- lädt schnell
- wunderschönes und flaches Design
- nicht der schnellste Qualcomm-Chip
- KI nur mit Account (aber kostenlos)
Motorola Signature im Test: Dünnes Top-Smartphone mit hervorragender Kamera
Top-Kamera, dünn und trotzdem ausdauernd: Das Motorola Signature ist vielleicht die zarteste Versuchung, seit es Smartphones gibt.
Mit dem Signature bringt Motorola erstmals seit Jahren ein echtes Smartphone-Flaggschiff heraus. Bislang richtete sich die Edge-Reihe des Herstellers eher an Käufer der gehobenen Mittelklasse – echte Spitzenklasse suchte man im Portfolio vergeblich. Das Signature ändert das: Es ist geradezu absurd dünn, packt aber trotzdem eine vollwertige Top-Kamera-Ausstattung samt Periskop-Telelinse ins Gehäuse.
Warum das Motorola Signature unser Geheimtipp unter den High-End-Smartphones ist, klären wir in diesem Testbericht.
Design
Einen Preis hat Motorola mit dem Signature bereits gewonnen: Es ist definitiv das schönste Smartphone, das wir in den vergangenen Jahren getestet haben. Der Hersteller setzt seine Design-Sprache konsequent fort. Das Gerät mutet dank einer Rückseite, die an textile Materialien wie Twill erinnert, angenehm organisch an. Wie gewohnt spendiert Motorola dem Gerät auch eine Duftnote – was allerdings Geschmackssache sein dürfte. Wer sich daran stören sollte: Der Geruch verfliegt schnell.
Die Verarbeitung ist erstklassig. Der Rahmen besteht aus gebürstetem Aluminium – ein solches Gerät möchte man eigentlich nicht in eine Schutzhülle packen. Muss man auch nicht unbedingt, denn das flache Smartphone ist robuster, als es vielleicht den Eindruck erweckt. Es erfüllt einige Tests der US-Militärnorm MIL-STD-810H – zumindest einen Sturz aus Hüfthöhe sollte das Gerät also problemlos überstehen. Zudem ist es staub- und wasserdicht nach IP68 – kann also 30 Minuten in 1,5 m Tiefe baden gehen – sowie nach IP69, was sogar den Einsatz von Hochdruckreinigern erlaubt.
Trotz dieser Robustheit bleibt das Gerät bemerkenswert filigran. Während Apple mit dem iPhone Air und Samsung mit dem Galaxy S25 Edge wenig Erfolg hatten, weil große Kompromisse bei Kamera und Akkugröße eingegangen wurden, bleibt das Signature hauchdünn, ohne auf Top-Ausstattung verzichten zu müssen. Das Handy ist mit Abmessungen von 162,1 × 76,4 mm zwar ausladend, aber mit einer Dicke von 7 mm sehr dünn und mit 186 g zudem angenehm leicht.
Display
Absolut erstklassig ist zudem das OLED-Display mit LTPO-Technologie. Dieses regelt die Aktualisierungsrate dynamisch und stufenweise von 1 bis 165 Hz – das sorgt für eine geschmeidige Bildbewegung bei hoher Energieeffizienz. Die Diagonale beträgt 6,8 Zoll bei einer messerscharfen Auflösung von 2.780 × 1.264 Pixeln (449 PPI).
Die Bildqualität ist exzellent: tiefes Schwarz, ausgewogene Kontraste und kräftige Farben. Auch unter Sonnenschein bleibt die Anzeige stets ablesbar – laut Motorola sind kurzzeitig bis zu 6200 Nits möglich.
Kamera
Als Kamera setzt Motorola auf ein Triple-Setup – alle drei Linsen lösen mit 50 Megapixeln auf. Das Hauptobjektiv nutzt eine f/1.6-Blende sowie optische Bildstabilisierung (OIS). Das Periskop-Teleobjektiv bietet ebenfalls OIS und einen dreifachen optischen Zoom. Dazu gesellt sich die Ultraweitwinkellinse mit f/2.0 und Autofokus – allerdings ohne OIS. Auch die Selfie-Kamera löst mit 50 Megapixeln auf.
Die Fotos können sich wirklich sehen lassen – für uns ist das Signature schon jetzt die Kamera-Überraschung des Jahres. Bei Tageslicht gelingen mit der Hauptlinse exzellente Aufnahmen: Bilddetails sind ausgewogen, der Dynamikumfang sehr stimmig. Auch bei Dunkelheit hellt die Kamera Motive effektiv auf, ohne den Betrachter mit übermäßigem Bildrauschen zu quälen. Etwas Unschärfe ist vorhanden, das Ergebnis insgesamt aber dennoch gut.
Noch besser hat uns die Telelinse gefallen. Diese holt Objekte verlustfrei bis zum Faktor drei heran. Aber auch beim hybriden Zoom mit digitaler Verstärkung sehen höhere Zoomstufen wirklich gut aus – nahezu verlustfrei bei sechsfacher Vergrößerung, aber auch noch mehr als ordentlich bei zehnfachem Zoom. Selbst Motive mit 30-facher Vergrößerung sahen überraschend brauchbar aus. Auch bei Dunkelheit macht die Telelinse eine gute Figur.
Die Ultraweitwinkellinse weicht farblich nicht von der Hauptlinse ab und bietet ordentliche Bilddetails. Sie kommt zudem auch als Makrolinse zum Einsatz. Lediglich bei Dunkelheit kann die Ultraweitwinkellinse mangels OIS nicht mehr ganz mitspielen. Selfies gelingen ebenfalls und überzeugen mit natürlicher Farbgebung und hoher Bildschärfe – wenn auch nicht ganz auf dem Niveau der Flaggschiffe der Konkurrenz. Videos sind in 4K bei 60 FPS sowie in 8K bei 30 FPS in wirklich guter Qualität möglich.
Motorola Signature – Originalaufnahmen
Ausstattung
Kommen wir zur vielleicht ersten „Schwachstelle“ des Signature: An Bord arbeitet als Prozessor der Qualcomm Snapdragon 8 Gen 5 (SM8845) – Achtung, Verwechslungsgefahr! Es handelt sich also nicht um den Snapdragon 8 Elite Gen 5 (SM8850-AC), sondern um den Gen 5 ganz ohne den Zusatz „Elite“. Das ist also nicht der schnellste Chip aus dem Hause Qualcomm, sondern eine leicht abgespeckte Variante.
Diese bietet eine vergleichbare Performance wie der Top-Chipsatz des letzten Jahres, bei etwas höherer Effizienz. Im Alltag dürfte kaum jemand einen echten Unterschied feststellen – das Signature arbeitet rasant und ist auch voll Gaming-tauglich. Lediglich Benchmark-Fetischisten könnten hier unruhig werden. Für alle anderen liefert das Smartphone hohe Leistung auf Jahre hinaus. Das belegen auch die starken Benchmark-Werte – etwa 20.000 Punkte bei PCMark sowie 5800 Punkte bei 3DMark Wild Life Extreme. Im Stresstest erreicht es dabei eine solide Effizienz von etwa 69 Prozent.
Der flotte Speicher nach UFS 4.1 bietet 512 GB bei 16 GB RAM. Eine Variante mit 1 TB gibt es aktuell allerdings nicht, zudem ist die Erweiterung per microSD-Karte nicht möglich. Im Hinblick auf Schnittstellen ist alles auf neuestem Stand: USB-C 3.2, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 sowie NFC und sogar UWB. Die Ortung mittels Multiband-GNSS ist gewohnt präzise.
Software
Das Motorola Signature läuft bereits mit Android 16. Die Bedienoberfläche erinnert stark an Vanilla-Android, ist aber mit zusätzlichen praktischen Gesten gespickt – etwa dreimal schütteln, um den LED-Blitz als Taschenlampe zu aktivieren, oder zweimal herumdrehen, um die Kamera zu starten.
Sehr untypisch für Motorola: Der Hersteller verspricht tatsächlich Android-Updates sowie Sicherheits-Patches für sieben Jahre – also auf Augenhöhe mit Samsung, Google und Honor. Bislang stand Motorola eher nicht für besonders lange Update-Zeiträume, die Edge-Reihe muss mit deutlich kürzeren Update-Zyklen leben. Umso erfreulicher, dass das Signature hier die volle Sieben bekommt. Zum Testzeitpunkt war der Sicherheits-Patch entsprechend auch aktuell.
Die Software läuft zudem geschmeidig, der Play Store macht keine Zicken. Interessant: Motorola legt ein umfangreiches KI-Paket bei – die hauseigenen „Moto AI“-Features plus satte sechs Jahre Perplexity Pro. Den Zugang gibt es aber nur mit kostenlosem Motorola-Account.
Akku
Trotz des dünnen Gehäuses kommt das Signature auf ordentliche 5.200 mAh – Silizium-Karbon-Technologie macht es möglich. Damit wird es zwar nicht zum Dauerläufer, aber es übertrifft andere schlanke Smartphones wie das Samsung Galaxy S25 Edge deutlich.
Beim PCMark Battery Test kamen wir im simulierten Betrieb auf rund 14 Stunden. Das ist ein starker Wert und auf Augenhöhe mit den meisten Flagship-Smartphones der letzten Jahre. Einen Tag schafft das Signature problemlos, bei sparsamerer Nutzung auch etwas mehr. Flott geladen ist es ebenfalls: Kabelgebunden sind bis zu 90 W möglich, per Induktion immerhin 50 W.
Preis
Die UVP für das Motorola Signature fällt mit 999 Euro erstaunlich niedrig aus. Mittlerweile bekommt man es bereits ab 779 Euro. Für ein derart schlankes High-End-Smartphone ist das ein attraktiver Preis. Als Farben stehen Olivgrün und Schwarz zur Auswahl. Es gibt allerdings nur eine Speichervariante mit 16/512 GB.
Fazit
Das Motorola Signature ist das dünnste und schönste Top-Smartphone, das man derzeit bekommen kann. Das Display ist erstklassig, die Kamera ebenfalls – und für genügend Performance ist gesorgt, auch wenn nicht der Top-Prozessor von Qualcomm zum Einsatz kommt, sondern nur eine leicht abgespeckte Variante.
Motorola ist der erste Versuch eines Flaggschiff-Smartphones sichtlich gelungen. Besonders zeigt der Hersteller, dass dünne Smartphones nicht bei der Akkulaufzeit oder der Telelinse schwächeln müssen. Nennenswerte Schwächen sehen wir bei dem Gerät keine – zudem ist es deutlich günstiger als die Konkurrenz. Das macht es zu einer überaus charmanten Alternative zu Xiaomi, Samsung oder Honor.
Honor Magic 8 Pro
Das Honor Magic 8 Pro bleibt beim bewährten Design. Es setzt auf eine starke 200-Megapixel-Telekamera und einen großen Akku.
- starke Performance
- exzellente Kamera
- lange Akkulaufzeit
- hervorragendesDisplay
- 3D-Gesichtserkennung
- teuer
- Kalender-App synchronisiert verzögert
Honor Magic 8 Pro im Test: Dieses Smartphone ist einfach großartig
Das Honor Magic 8 Pro bleibt beim bewährten Design. Es setzt auf eine starke 200-Megapixel-Telekamera und einen großen Akku.
Seit Jahren überzeugt uns Honors Flaggschiff, insbesondere mit seiner starken Kamera. Für den Spitzenplatz fehlten meistens nur Kleinigkeiten gegenüber Samsung, Xiaomi oder Apple. Jetzt hat es geklappt: Das Honor Magic 8 Pro erklimmt die Spitze unserer Smartphone-Bestenliste – vorerst.
Der Fokus des Mobilgeräts liegt erneut auf der Telekamera. Technisch hat sich zwar wenig geändert. Das Feintuning sitzt dieses Mal aber punktgenau. Honor liefert hier keine Revolution, sondern Präzisionsarbeit.
Hinzu kommen ein widerstandsfähiges Gehäuse und ein ausdauernder Akku. Letzterer hält nicht nur auf dem Papier durch, sondern auch im Alltag. Das ist weniger spektakulär, aber deutlich angenehmer.
Wir haben das Honor Magic 8 Pro Ende letzten Jahres ausführlich getestet. Auch die Kolleginnen und Kollegen der c’t haben das High-End-Smartphone intensiv geprüft. In diesem Artikel fassen wir unsere Ergebnisse mit den Erfahrungen der c’t-Redaktion zusammen. Der vollständige Testbericht der c’t findet sich hier: Honor Magic 8 Pro und Magic 8 Lite – Android-Smartphones im Vergleich.
Design
Optisch hat sich tatsächlich wenig getan. Honor bleibt der bekannten Designsprache mit dem großen, runden Kameramodul treu. Die Unterschiede zum Vorgänger fallen minimal aus. Das runde Kameramodul wirkt lediglich etwas präsenter. Dieses findet sich inzwischen aber auch bei anderen Herstellern wie Xiaomi oder Vivo wieder. Für einen eigenständigen Look mit hohem Wiedererkennungswert reicht das nicht.
Allerdings sind die Abmessungen und Display-Diagonale etwas geringer: Das Honor Magic 8 Pro misst 161,2 × 75 × 8,3 mm und bringt 219 g auf die Waage. In einer ähnlichen Größenklasse und Gewichtsklasse bewegt sich auch das Xiaomi 15 Ultra. Die Verarbeitung ist erstklassig. Die Glasrückseite trifft auf einen dunklen Metallrahmen. Das fühlt sich hochwertig an und sieht auch so aus.
So filigran das Magic 8 Pro wirkt, so robust zeigt es sich. Vor Flüssigkeiten muss man sich kaum sorgen. Honor kombiniert IP68 und IP69 und erfüllt zusätzlich die IP69K-Norm. Das bedeutet, das Smartphone übersteht selbst Hochdruckreinigungen mit heißem Wasser. Eine Eigenschaft, die man hoffentlich nie benötigt.
Neu hinzugekommen ist eine sogenannte KI-Taste, die an den Action-Button des iPhone erinnert. Standardmäßig öffnet sie einen KI-Agenten, lässt sich jedoch auch mit weiteren Funktionen belegen – etwa zum Starten der Kamera oder vollständig deaktivieren, falls der Nutzer von einer solchen Taste nicht gestört werden will. Insgesamt können bis zu drei Aktionen zugewiesen werden, ausgelöst durch kurzes, doppeltes oder langes Drücken. Anders als bei Apple unterscheidet das System allerdings keine verschiedenen Druckstärken.
Display
Erstklassig präsentiert sich erneut das OLED-Display mit LTPO-Technologie und einer Diagonale von 6,71 Zoll. Damit fällt es minimal kleiner aus als beim Vorgänger mit 6,8 Zoll. Die Bildwiederholrate passt sich dynamisch zwischen 1 und 120 Hz an, was sowohl für eine flüssige Darstellung als auch für einen geringeren Energieverbrauch im Always-on-Betrieb sorgt.
Mit 2808 × 1256 Pixeln ist die Auflösung sehr hoch und liefert eine entsprechend scharfe Darstellung. Zudem erreicht das Panel eine außergewöhnlich hohe Helligkeit: Laut Hersteller sind im HDR-Modus bis zu 6000 Nits möglich. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung blieb das Display im Test gut ablesbar.
Die Bildqualität überzeugt mit satten Farben, hohem Kontrast, tiefen Schwarzwerten und stabilen Blickwinkeln. Nutzer können verschiedene Farbtemperaturen wählen, standardmäßig ist der Modus „Lebhaft“ aktiviert. Dank hochfrequentem PWM-Dimming mit bis zu 4320 Hz gilt das Display zudem als besonders augenfreundlich, was durch eine Zertifizierung des TÜV-Rheinland bestätigt wird.
Kamera
Die Hauptkamera setzt erneut auf drei Objektive: eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit f/1,6-Blende und optischer Bildstabilisierung (OIS), ein 50-Megapixel-Weitwinkelobjektiv mit f/2,0-Blende, das zugleich für Makroaufnahmen genutzt wird, sowie ein Periskop-Teleobjektiv mit 200 Megapixeln, f/2,6-Blende, OIS und 3,7-fachem optischem Zoom.
Für Selfies stehen zwei Frontkameras zur Verfügung. Die eigentliche Aufnahmekamera löst mit 50 Megapixeln bei f/2,0 auf, während das zweite Modul ausschließlich zur Erfassung von Tiefeninformationen dient. Zudem bietet das Frontkamerasystem in einer etwas breiteren Notch auch 3D-Gesichtserkennung wie das iPhone – selten bei Android-Smartphones. Das ist sicherer als Gesichtserkennung mit 2D-Technologie.
Bei Tageslicht gelingen exzellente Aufnahmen. Die Hauptkamera liefert detailreiche, ausgewogene Bilder mit hohem Dynamikumfang. Damit schließt das Honor Magic 8 Pro zur Spitzengruppe auf und kann problemlos mit dem iPhone 17 Pro und dem Samsung Galaxy S25 Ultra mithalten. Lediglich aktuelle Pixel-Modelle sowie das Vivo X300 Pro und das Huawei Pura 80 Ultra liegen hier noch hauchdünn vorn.
Der eigentliche Star des Kamerasystems ist jedoch das hochauflösende Teleobjektiv. Während viele Hersteller die höchste Sensorauflösung der Hauptkamera vorbehalten, setzt Honor erneut auf das Zoommodul – mit überzeugenden Ergebnissen. Selbst Aufnahmen mit zehnfacher Vergrößerung wirken noch scharf und detailreich.
Zusätzlich kann das Magic 8 Pro Fotos per KI nachschärfen, was allerdings eine aktive Internetverbindung erfordert. Ein bis zu 100-facher Zoom ist zumindest theoretisch möglich, wirkt dann jedoch trotz KI-Unterstützung sichtbar grobpixelig. Mit an Bord sind erneut die Porträtfilter, die in Zusammenarbeit mit dem französischen Fotostudio Harcourt entstanden sind und je nach Auswahl stimmungsvolle Aufnahmen im Vintage-Look erzeugen.
Auch bei Nacht überzeugt die Kamera mit einer effektiven Aufhellung der Aufnahmen. Lediglich das Ultraweitwinkelobjektiv fällt mangels optischer Bildstabilisierung etwas ab und liefert weniger scharfe Ergebnisse. Leichtes Bildrauschen bei höheren Zoomstufen lässt sich nicht vollständig vermeiden, insgesamt bleibt die Bildqualität jedoch auf hohem Niveau.
Auch für Videoaufnahmen eignet sich das Magic 8 Pro hervorragend. In 4K sind hohe Bildraten von bis zu 120 Bildern pro Sekunde möglich, auf 8K-Video verzichtet Honor allerdings. Ebenfalls überzeugend fallen die Selfies aus: Die Frontkamera liefert ansprechende Porträts mit natürlicher Anmutung.
Honor Magic 8 Pro – Originalaufnahmen
Ausstattung
Als Antrieb kommt das derzeit Beste zum Einsatz, was Qualcomm zu bieten hat: der Snapdragon 8 Elite Gen 5. Mehr Rechenleistung gibt es aktuell in der Android-Welt nicht, lediglich Apples A19-Pro-Chip liegt noch etwas darüber. Im Alltag präsentiert sich das Magic 8 Pro jederzeit schnell und geschmeidig und dürfte auch auf lange Sicht über ausreichende Leistungsreserven verfügen. Das unterstreichen die fantastischen Ergebnisse im PCMark-Benchmark mit rund 23.000 Punkten.
Auch für Gaming ist das Magic 8 Pro uneingeschränkt geeignet. Im Grafik-Benchmark 3DMark Wild Life Extreme erreichten wir – ebenso wie die Kollegen der c’t – Spitzenwerte zwischen 6.800 und 7.100 Punkten. Bei Geekbench 6 wurden zudem rund 3.500 Punkte im Single-Core- sowie etwa 5.070 Punkte im Multi-Core-Test gemessen.
Unter Dauerlast wird das Gerät zwar spürbar warm, erreicht dabei jedoch eine insgesamt gute Effizienz von knapp über 60 Prozent. Noch etwas stärker – trotz identischem Chipsatz – schnitt allerdings das Gaming-Smartphone Redmagic 11 Pro ab, das im 3DMark Wild Life über 8.000 Punkte erzielte.
Als interner Speicher stehen grundsätzlich 512 GB zur Verfügung, der Arbeitsspeicher beträgt 12 GB RAM. Die Schnittstellen entsprechen dem aktuellen Stand der Technik und umfassen USB-C 3.2, Wi-Fi 7, 5G, Bluetooth 6.0 (inklusive aptX Adaptive, aptX Lossless, LDAC, LHDC, AAC, SBC und LC3), NFC sowie einen Infrarot-Port zum Steuern von kompatiblem TV oder Audio-Geräten. Für die Ortung setzt das Magic 8 Pro auf GPS, Glonass, Beidou und Galileo.
Einen microSD-Slot zur Speichererweiterung gibt es nicht, dafür unterstützt das Gerät Dual-SIM – wahlweise auch mit zwei eSIMs. Der unter dem Display integrierte Fingerabdrucksensor arbeitet schnell und zuverlässig, auch der Klang des Lautsprechers überzeugt.
Software
Das Magic 8 Pro wird bereits mit Magic OS 10 auf Basis von Android 16 ausgeliefert. Standardmäßig verzichtet die Oberfläche auf einen App-Drawer und orientiert sich damit stärker an iOS als an klassischem Android. Auf Wunsch kann man diesen aber einblenden.
Wie üblich installiert Honor zahlreiche eigene Apps als Alternativen zu Google-Diensten, darunter einen eigenen Kalender und einen App-Store. Der Umfang fällt üppig aus, nicht alle Zusatz-Apps können deinstalliert werden. Der Kalender unterstützt neben Google-Konten auch Exchange, zeigte sich in der Praxis jedoch gelegentlich mit verzögerter Synchronisierung. Zudem ist standardmäßig stets der lokale Telefonkalender vorausgewählt.
Bei der Update-Versorgung verspricht Honor bis zu sieben Jahre lang monatliche Sicherheitspatches und Android-Upgrades und liegt damit auf Augenhöhe mit Samsung und Google. Zum Testzeitpunkt stammte der Sicherheitspatch von Ende November und war damit hinreichend aktuell.
Die wichtigste Neuerung von Magic OS 10 ist ein KI-Agent, der dabei helfen soll, Systemeinstellungen per Spracheingabe oder Kontext anzupassen. Statt sich durch teils verschachtelte Menüs zu arbeiten, lassen sich etwa Display- oder Konnektivitätsoptionen direkt per KI ändern.
Zur Ausstattung gehören außerdem eine Multi-Window-Funktion, die seitlich einblendbare „Magic Sidebar“ mit häufig genutzten Apps sowie das „Magic Portal“. Darüber lassen sich Inhalte wie Adressen aus Textnachrichten markieren und direkt an passende Apps wie Google Maps übergeben. Alternativ kann per Kreisbewegung mit dem Fingerknöchel ein Bildausschnitt markiert werden – Honors Pendant zu Samsungs „Circle to Search“. Der markierte Bereich lässt sich teilen oder zur Objekterkennung an Google übergeben.
Die KI-Funktionen basieren weitgehend auf Google Gemini und sind tief ins System integriert. Dazu zählen unter anderem ein Fotoradierer, Übersetzungsfunktionen sowie die automatische Zusammenfassung von Mitschriften und Transkripten in der Notizen-App. Einige dieser Dienste sind langfristig kostenpflichtig, abhängig von den jeweiligen Google-Tarifen.
Akku
Dank Lithium-Carbon-Technologie bietet das Magic 8 Pro trotz schlanken Gehäuses eine sehr hohe Akkukapazität von 6270 mAh – ein klarer Vorteil gegenüber vergleichbaren Samsung-Modellen. In asiatischen Varianten fällt der Akku mit bis zu 7100 mAh sogar noch größer aus. Aufgrund von EU-Vorgaben zur Akkulogistik musste Honor hierzulande allerdings einen Kompromiss eingehen, der dennoch eine üppige Kapazität ermöglicht.
Die Akkulaufzeit fällt entsprechend beeindruckend aus. Im Alltag hält das Magic 8 Pro bis zu zwei Tage durch. Im PCMark Battery Test erreichten wir im simulierten Dauerbetrieb rund 15 Stunden. Die Kollegen der c’t kamen im Streaming-Test auf etwa 22 Stunden über WLAN und rund 20 Stunden über 5G. Auch beim Spielen hielt das Gerät lange durch, selbst die kontinuierliche Wiedergabe von 4K-Video ist bis zu 16 Stunden möglich.
Beim Laden zeigt sich das Magic 8 Pro ebenfalls sehr leistungsfähig: Kabelgebunden sind bis zu 100 Watt möglich, womit der Akku in rund 45 Minuten vollständig geladen ist. Kabelloses Laden unterstützt Honor mit bis zu 80 Watt – entsprechende, kompatible Ladegeräte vorausgesetzt.
Preis
Die UVP liegt bei 1299 Euro. Allerdings gibt es bereits Straßenpreise, die bei knapp 900 Euro starten. Als Farben gibt es Schwarz, Gold und Hellblau.
Fazit
Auf den ersten Blick hat sich wenig getan, tatsächlich ist Honor mit dem Magic 8 Pro jedoch ein starkes Update seiner Flaggschiff-Reihe gelungen. Das Gerät beseitigt die Schwächen des Vorgängers konsequent und präsentiert sich insgesamt so ausgereift, dass es derzeit zu den besten Smartphones am Markt zählt.
Das exzellente Display, der sehr leistungsstarke Prozessor und die hochwertige Verarbeitung überzeugen. Herausragend ist zudem das Kamerasystem, das auf Augenhöhe mit der Spitze agiert – insbesondere das Teleobjektiv. Hinzu kommt der große Akku, der für eine sehr lange Laufzeit sorgt.
Nur wenige Schwächen trüben den Gesamteindruck. Am ehesten betrifft dies die Software mit zahlreichen vorinstallierten Apps, die nicht immer den Komfort der Google-Pendants bieten. Der Einstiegspreis fällt hoch aus, dürfte sich am Markt aber rasch relativieren. Android-Enthusiasten, die ein starkes Gesamtpaket mit exzellenter Zoom-Kamera suchen, finden im Honor Magic 8 Pro ein nahezu perfektes Smartphone.
Google Pixel 10 Pro XL
Das Google Pixel 10 Pro XL setzt auf eine starke Kamera, ein riesiges Display und massenhaft tatsächlich sinnvolle KI-Funktionen.
- exzellentes Display
- hervorragende Kamera mit 100x-KI-Zoom
- 16 GB RAM standardmäßig
- 7 Jahre Updates
- Magnetisches Qi2.2-Laden
- Tensor G5-Chip recht langsam
- Akkulaufzeit nur durchschnittlich
- unhandlich für kleine Hände
- teuer
Google Pixel 10 Pro XL im Test: KI-Dolmetscher mit eigener Stimme & Top-Kamera
Das Google Pixel 10 Pro XL setzt auf eine starke Kamera, ein riesiges Display und massenhaft tatsächlich sinnvolle KI-Funktionen.
Das Pixel 10 Pro XL im 6,8-Zoll-Format richtet sich an Nutzer, die maximale Bildschirmfläche wollen – und bereit sind, dafür beide Hände einzusetzen. Herzstück sind der neue Tensor G5-Chip und erweiterte KI-Funktionen. Im Vergleich zum kompakteren Pixel 10 Pro bietet das XL-Modell mehr Display, einen größeren Akku und standardmäßig 16 GB RAM. Das kleinere Pixel 10 muss bei der Kamera Abstriche machen – es bietet nur zweifachen statt fünffachen optischen Zoom und weniger KI-Features.
Design und Verarbeitung
Google bleibt seinem Designkredo treu – und das ist auch gut so. Das Pixel 10 Pro XL wirkt mit seinem Kamerabalken vertraut, das Design hat sich gegenüber dem Vorgänger nicht verändert. Die matte Oberfläche mit den abgerundeten Ecken zeigt keine Fingerabdrücke und sorgt für einen sicheren Griff. Mit 220 g und Abmessungen von 162,8 × 76,6 × 8,5 mm gehört es zu den Schwergewichten – einhändige Bedienung ist meist aussichtslos.
Die Verarbeitung liegt auf Spitzenniveau. Gorilla Glass Victus 2 schützt Vorder- und Rückseite vor den Tücken des Alltags. Der Aluminiumrahmen verleiht die nötige Stabilität. Die IP68-Zertifizierung gewährleistet Schutz vor Wasser und Staub bis 1,5 Meter Tiefe für 30 Minuten – perfekt für unfreiwillige Tauchgänge.
Neu sind die integrierten Magnete für Pixelsnap-Zubehör, das mit dem Qi2-Standard kompatibel ist. Google übernimmt hier das von Apple geprägte Magsafe-Konzept – und macht es richtig gut. Die verfügbaren Farben Moonstone, Jade, Porcelain und Obsidian wirken dezent bis langweilig. Google hat sich nicht getraut, dem Pixel 10 Pro XL knalligere Farben zu spendieren – schade, aber die meisten werden ihr Telefon ohnehin in einer Hülle verstecken.
Die Stereo-Lautsprecher liefern klaren und lauten Sound ohne Verzerrungen. Hier hat Google insbesondere am Ohrmuschel-Lautsprecher nachgebessert. Das sorgt für noch satteren Klang und ist richtig gut. Das haptische Feedback gehört zur Spitzenklasse. Die Tasten haben einen präzisen Druckpunkt. Ein Nachteil des markanten, hervorstehenden Kamerabalkens ist, dass sich dort gerne in den Ritzen Staub sammelt.
Display: Wie gut ist der Bildschirm des Pixel 10 Pro XL?
Das 6,8-Zoll-OLED-Display ist schlicht spektakulär. Mit QHD+-Auflösung (1344 × 2992 Pixel) zeigt es gestochen scharfe Inhalte. Die 120 Hz Bildwiederholrate sorgt für butterweiche Animationen.
Die Spitzenhelligkeit von 2200 cd/m², partiell gar 2600 cd/m², ist ein echter Gamechanger. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt alles ablesbar. Gleichzeitig wird das Display auf Wunsch angenehm dunkel für nächtliche Netflix-Sessions. Dabei hat Google die bisherige Option „Extradunkel“ abgeschafft und erlaubt nun, den Helligkeitsregler weiter herunterzustellen. Die adaptive Helligkeit arbeitet zuverlässig, ohne dass man ständig nachjustieren muss.
Die Farbwiedergabe wirkt natürlich und lebendig, ohne ins Knallige abzudriften. HDR10+-Inhalte kommen perfekt zur Geltung. Das Always-On-Display informiert dezent über Benachrichtigungen. Für Medienkonsum und Multitasking bietet das große Display Vorteile gegenüber dem Pixel 10 Pro mit seinen 6,3 Zoll. Split-Screen-Apps sind so besser nutzbar.
Kamera: Wie gut sind Fotos mit dem Pixel 10 Pro XL?
Google stattet das Pixel 10 Pro XL mit einer Quad-Kamera aus, die technisch identisch zum Pixel 10 Pro ist. Die 50-MP-Hauptkamera (f/1.68) mit optischer Stabilisierung liefert exzellente Aufnahmen. Der Dynamikumfang ist beeindruckend, die Farben wirken natürlich ohne Googles frühere Tendenz zu übersättigten Tönen. Besonders bei Essen-Aufnahmen zeigt sie ihre Stärken – Gerichte wirken natürlicher und leckerer als bei der Konkurrenz. Auch Produktbilder profitieren vom höheren Dynamikumfang.
Die 48-MP-Ultraweitwinkelkamera (f/1.7) erfasst mit 123° Bildwinkel weitläufige Szenen. Die Details bleiben auch an den Rändern scharf, Verzerrungen hält Google geschickt in Grenzen. Bei Tag entstehen hervorragende Aufnahmen, bei schwachem Licht zeigt sich minimales Bildrauschen.
Highlight ist die 48-MP-Periskop-Telelinse mit fünffachem optischen Zoom und f/2.8-Blende. Bis zum zehnfachen Zoom bleiben Aufnahmen beeindruckend scharf. Ansonsten unterstützt die KI-Funktion Pro Res Zoom bis zu 100-facher Vergrößerung. Die generative KI ergänzt dabei Details und vermeidet Verzerrungen bei Gesichtern – ein cleverer Kniff. Allerdings macht sie aus Text unlesbares Kauderwelsch und funktioniert nicht bei Personen. Das Pixel 10 muss sich mit nur zweifachem optischem Zoom begnügen – ein deutlicher Nachteil.
Dank der 42-MP-Frontkamera (f/2.2) mit Autofokus gelingen scharfe Selfies. Der Autofokus arbeitet zuverlässig. KI-Features wie Best Take wählen automatisch die besten Gesichtsausdrücke.
Videos entstehen standardmäßig in 10-Bit-Qualität bei 4K mit 60 fps. Die Stabilisierung arbeitet perfekt, Motion Deblur reduziert Bewegungsunschärfe effektiv. Der Audio Magic Eraser entfernt störende Hintergrundgeräusche aus Clips. Video Boost verbessert die Qualität über die Cloud, benötigt aber eine Internetverbindung.
Hardware: Wie stark ist das Pixel 10 Pro XL?
Der neue Tensor G5-Chip von TSMC bringt verbesserte Effizienz und läuft kühler als der Vorgänger. Das ist auch bitter nötig – frühere auf Basis von Samsungs Exynos-SoCs gefertigte Tensor-Chips verwandelten Pixel-Phones gerne in Handwärmer. Mit standardmäßig 16 GB RAM ist das XL-Modell bestens für Multitasking gerüstet. Die Speicheroptionen reichen von 256 GB bis zu 1 TB.
Im 3DMark Wild Life Extreme erreicht das Gerät 3323 Punkte – ein ordentlicher, aber nicht überragender Wert. Das ist kaum besser als beim Pixel 9, zeigt aber Googles entspannte Haltung zu Benchmark-Rennen. Für anspruchsvolle Games reicht die Leistung nicht – hier dominiert weiterhin Snapdragon und Co. Im Alltag arbeitet das Gerät aber flüssig und ohne Ruckler. Trotzdem sehen wir den Prozessor als Schwachstelle. Von einem Flagship-Smartphone dieser Preisklasse erwarten wir mehr.
Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor unter dem Display reagiert schnell und zuverlässig. Bei der Konnektivität ist alles auf dem neuesten Stand: 5G, Wi-Fi 7, das brandneue Bluetooth 6 und NFC funktionieren tadellos. Sogar als Auracast-Sender fungiert das Smartphone auf Wunsch. Auch der Funkstandard UWB (Ultra Wideband) für eine sehr präzise Positionsbestimmung ist an Bord. Diese ist von Apples Air Tags bekannt und erlaubt dort, den Tracker innerhalb der eigenen Wohnung gezielt orten zu können. Bei Android sind die konkreten Anwendungsfelder aber bis dato rar gesät, so gibt es bisher nur einen UWB-Tracker für Googles Suchnetzwerk-Pendant Find Hub.
Die KI-Funktionen profitieren spürbar vom größeren Arbeitsspeicher. Während das Pixel 10 Pro mit 12 oder 16 GB RAM auskommen muss und das Pixel 10 nur 12 GB bekommt, läuft die KI-Verarbeitung beim XL merklich schneller. Gemini Nano arbeitet vollständig auf dem Gerät für Sprachübersetzung und Bildbearbeitung. Der Tensor G5 bleibt jedoch die größte Schwäche – von einem Flagship-Smartphone dieser Preisklasse erwarten wir mehr.
Software
Das Pixel 10 Pro XL wird mit Android 16 ausgeliefert. Google verspricht sieben Jahre Updates bis 2032. Die Material-3-Expressive-Oberfläche wirkt modern, mit flüssigen Animationen und lässt sich umfangreich personalisieren. Die Bedienoberfläche reagiert flüssig und ohne Verzögerungen.
Googles KI-Features sind tief integriert und funktionieren größtenteils gut. Der Magic Editor verbessert Fotos automatisch mit beeindruckenden Ergebnissen. Add Me fügt nachträglich Personen in Fotos ein – perfekt für den Fotografen, der immer hinter der Kamera steht. Detail Recovery verbessert Gruppenaufnahmen automatisch.
Call Assist screent unerwünschte Anrufe intelligent – eine Funktion, die jeder Smartphone-Hersteller kopieren sollte. Die Pixel-exklusiven Tools wie Anrufscreening machen den Alltag spürbar angenehmer.
Beeindruckt hat uns auch der lokale KI-Dolmetscher, der während Telefonaten die eigene und die Fremdstimme übersetzt. Dabei nutzt die KI tatsächlich die echte Originalstimme. Vorbei sind die Zeiten, in denen eine generische KI-Stimme die Übersetzung vorliest. Allerdings übersetzt die KI zuweilen noch Quatsch. Für Business-Gespräche ist diese Lösung noch nicht geeignet, im privaten Umfeld dagegen schon. Vor der Erstverwendung muss man die Funktion in der Telefon-App aktivieren und das über 1 GB große Datenpaket für die lokale KI-Verarbeitung herunterladen.
Akku: Wie lange hält das Pixel 10 Pro XL durch?
Der 5200-mAh-Akku ist eine deutliche Verbesserung. Im PCMark Battery Test erreicht das Gerät solide 15,5 Stunden. In unserem Praxiseinsatz über die letzten Wochen kamen wir meist auf etwa 5 bis 6 Stunden Displayzeit. Das ist weniger als bei der Konkurrenz mit ähnlicher Akkukapazität.
Das reicht für einen Tag normaler Nutzung. Power-User müssen abends nachladen, was bei der Größe des Geräts keine Überraschung ist. Das Pixel 10 Pro mit 4870 mAh und das Pixel 10 mit 4970 mAh halten etwas kürzer durch.
Die Ladegeschwindigkeit legt endlich etwas zu, bleibt aber immer noch unter dem Niveau von schnell ladenden Smartphones von Motorola, Xiaomi und Co. Mit 45 Watt erreicht das Gerät in 30 Minuten 70 Prozent Akkustand. Dafür benötigt man ein PPS-Netzteil mit 21 Volt und mindestens 2 Ampere – unser Ladegerät-Testsieger Novoo RG100 (Testbericht) für nur 22 Euro kann das und funktioniert hier perfekt.
Kabelloses Laden funktioniert mit bis zu 25 Watt über Qi2.2-Standard – deutlich schneller als die anderen Pixel 10-Modelle. Zudem ist es abwärtskompatibel mit Qi2-Zubehör sowie früherem Magsafe-Ladeequipment, dann aber mit deutlich geringerer Ladegeschwindigkeit (15 Watt oder weniger). Umgekehrtes Laden zum Laden kleiner Gadgets auf dem Smartphone gibt es im Unterschied zum Vorgänger nicht mehr, das liegt an den Magneten. Die magnetische Pixelsnap-Technik erleichtert die Positionierung auf kabellosen Ladestationen – endlich kein Fummelei mehr im Dunkeln.
Preis
Die UVP von 1299 Euro ist happig. Mittlerweile sind die Preise gesunken. Für die 256-GB-Variante sind mindestens 850 Euro fällig, angesichts der Ausstattung gerechtfertigt. Die 512-GB-Version kostet rund 1000 Euro, die 1-TB-Variante schlägt schon mit teuren 1399 Euro zu Buche. Google positioniert sich damit im Premium-Segment. Beim Kauf gewährt Google ein Jahr lang den kostenfreien Zugang zu seinem KI-Abo Google One Pro.
Fazit
Das Google Pixel 10 Pro XL ist Googles bisher bestes Smartphone. Das 6,8-Zoll-Display setzt Maßstäbe, die exzellente Kamera mit cleveren KI-Features sucht ihresgleichen. Sieben Jahre Updates sind vorbildlich, die Verarbeitung liegt auf Spitzenniveau.
Das Design wirkt zeitlos elegant, ohne aufdringlich zu sein. Die KI-Funktionen sind größtenteils nützlich und arbeiten dank 16 GB RAM flüssig. Google hat endlich ein Smartphone gebaut, das in allen Bereichen überzeugt – fast.
Schwächen zeigen sich beim Tensor G5-Chip, der bei anspruchsvollen Aufgaben nicht mit Snapdragon oder Apple Silicon mithalten kann. Die Akkulaufzeit fällt trotz großer Kapazität nur durchschnittlich aus. Der hohe Preis macht das Gerät zu einer kostspieligen Investition, die sich nicht jeder leisten kann oder will.
Wer Googles KI-Features schätzt, ein großes Display benötigt und bereit ist, viel Geld auf den Tisch zu legen, erhält ein hervorragendes Smartphone. Alle anderen greifen zum kompakteren Pixel 10 Pro oder warten auf Preissenkungen.
Samsung Galaxy S26 Ultra
Samsung setzt beim S26 Ultra auf Software-Optimierungen statt Hardware-Sprünge. Das Privacy Display ist ein Alleinstellungsmerkmal – erfordert aber Kompromisse.
- Top-Performance dank Snapdragon 8 Elite Gen 5
- innovative Privatsphäre-Funktion beim Display
- Kamera mit starkem Zoom und verbesserten Nachtaufnahmen
- lädt jetzt mit 60 W
- 7 Jahre Software-Updates
- aktives Privatsphäre-Display verschlechtert Bildqualität
- seit Jahren wenig verändertes Kamera-Setup
- weniger Akkukapazität als bei Konkurrenz
Samsung Galaxy S26 Ultra im Test: Top-Smartphone mit Privatsphäre-Display
Samsung setzt beim S26 Ultra auf Software-Optimierungen statt Hardware-Sprünge. Das Privacy Display ist ein Alleinstellungsmerkmal – erfordert aber Kompromisse.
Mit dem Galaxy S26 Ultra setzt Samsung vorrangig dank des neuartigen Privacy-Displays ein Ausrufezeichen. Die Technik schränkt den seitlichen Blickwinkel auf Knopfdruck ein – neugierige Sitznachbarn im Zug schauen künftig in die Röhre. Ansonsten liefert das Ultra-Modell solide Kost: Top-Performance, eine starke Kamera mit zwei Telelinsen und verbesserter Nachtfotografie, lange Akkulaufzeit, langjährige Updates und KI-Features.
Große Sprünge bei den Kamera-Sensoren? Silizium-Karbon-Akkus? Fehlanzeige. Samsung poliert am Lack und setzt vorwiegend auf Software-Anpassungen, während die chinesische Konkurrenz teils mit ganz neuen Motoren vorfährt. Ob das reicht, zeigt unser Testbericht.
Design
Optisch nähert sich das Galaxy S26 Ultra weiter den übrigen Modellen der Reihe. Das Gehäuse bleibt kantig, die Ecken sind nun stärker abgerundet. Die drei Kameralinsen sitzen auf einem ovalen Element – ein Designmerkmal, das Samsung beim Samsung Galaxy Z Fold 7 (Testbericht) eingeführt hat und so auch beim Galaxy S26 und S26+ nutzt. Mit 163,6 × 78,1 × 7,9 mm und 214 g ist das S26 Ultra das bisher dünnste Modell der Reihe.
Statt Titan kommt nur noch Aluminium zum Einsatz – eine Sparmaßnahme, die in der Hand kaum auffällt. Glasrückseite und Rahmen sind erstklassig verarbeitet, dank IP68-Zertifizierung ist das Gerät staub- und wasserdicht.
Der S-Pen verschwindet nahtlos im Gehäuse, wirkt mit seiner hellgrauen Kunststoff-Optik aber weniger hochwertig als der Rest. Sein hinteres Ende ist leicht angeschrägt, um dem neuen Eckenradius zu folgen – dadurch lässt sich der Stift auch falsch herum einschieben. Bündig sitzt er dann nicht, funktioniert aber trotzdem.
Samsung Galaxy S26 Ultra – Bilder
Display
Das 6,9 Zoll große OLED-Display nimmt nahezu die komplette Front ein – nur ein schmaler Rahmen bleibt. Die Auflösung liegt bei 3120 × 1440 Pixeln, ab Werk stellt Samsung allerdings auf 2340 × 1080 Pixel ein. Besonders robustes Gorilla Glass Armor 2 mit spezieller Anti-Reflex-Schicht schützt das Panel. Bei der Helligkeit messen die Kollegen der c’t 1466 cd/m² im Regelbetrieb – etwas weniger als der Vorgänger mit knapp 1600 cd/m². Im Alltag fällt das beim 120-Hz-Panel nicht ins Gewicht: Hell genug ist es allemal.
Das eigentliche Highlight des Galaxy S26 Ultra steckt im Display selbst: Privacy Display – von Samsung etwas sperrig „Datenschutzanzeige“ genannt. Die Funktion verdunkelt den Bildschirm für seitliche Blicke, sodass nebenstehende Personen nur noch ein nahezu schwarzes Panel sehen. Dafür hat Samsung die Pixelmatrix umgebaut: Die Hälfte der Bildpunkte sitzt hinter feinen Lochblenden, die Licht gezielt nach vorn kanalisieren. Fünf Jahre Entwicklungszeit, kein anderer Hersteller bietet derzeit Vergleichbares.
Die Funktion kann man in zwei Intensitätsstufen einstellen und entweder global aktivieren, für einzelne Apps automatisch einschalten oder nur auf eingehende Benachrichtigungen beschränken. Wirklich blickdicht ist es allerdings erst ab Stufe 2 – in der ersten Stufe können Personen direkt neben einem selbst noch mitlesen.
Der Schutz hat seinen Preis: Bei aktivem Privacy Display sinkt die Helligkeit um fast ein Viertel, Schwarztöne wirken eher dunkelgrau. Und auch bei deaktivierter Funktion hinterlässt die neue Pixelmatrix Spuren – die Blickwinkelstabilität ist im Vergleich zum Galaxy S25 Ultra schlechter, Farben wirken von der Seite weniger strahlend. Zudem schluckt die Anti-Reflex-Schicht weniger Reflexionen als beim Vorgänger. Privatsphäre gibt es hier also nicht zum Nulltarif.
Kamera
An den Sensoren hat sich wenig getan – Samsung setzt seit drei Jahren auf das gleiche Setup. Immerhin bekommen die 200-Megapixel-Hauptkamera und das 50-Megapixel-Fünffach-Tele größere Blenden für mehr Lichtausbeute. Das Dreifach-Tele verharrt bei mageren 10 Megapixeln, Ultraweitwinkel (50 Megapixel) und Selfie-Kamera (12 Megapixel) bleiben unverändert.
Bei der Bildqualität spielt Samsung weiterhin vorn mit. Die Hauptkamera liefert scharfe, kontrastreiche Bilder, der neue Bildsignalprozessor im Snapdragon produziert weniger Artefakte als der Vorgänger. Samsung belichtet tendenziell heller als etwa Apple – das kostet etwas Plastizität, bewahrt dafür mehr Details in dunklen Bereichen.
Bei den Tele-Aufnahmen ziehen Konkurrenten wie das Honor Magic 8 Pro mit natürlicheren Farben und mehr Details vorbei. Auch bei Nahaufnahmen hat etwa das Xiaomi 17 Ultra mit seinem LOFIC-Sensor die Nase vorn. Die Ultraweitwinkelkamera zählt dagegen wieder zu den Besseren am Markt.
Für das Aufnehmen von Videos hat Samsung einen neuen Stabilisator integriert: Er hält das Bild auch bei unruhigen Händen verlässlich stabil und orientiert sich an der zu Beginn eingefangenen Position – besonders nützlich, wenn man sich beim Filmen selbst bewegt.
Samsung Galaxy S26 Ultra – Originalaufnahmen
Ausstattung
An der Leistung gibt es nichts zu meckern. Im Galaxy S26 Ultra arbeitet ein Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 in der Variante „For Galaxy“ – mit leicht höheren Taktraten bei CPU und GPU als die Standardversion. Damit erreicht das Galaxy S26 Ultra bei 3DMark Wild Life Extreme überaus starke 8000 Punkte. Das sorgt für etwas größere Leistungsreserven als bei der Konkurrenz, auch wenn es in der Praxis kaum einen spürbaren Vorteil liefert.
Der Snapdragon erledigt alle Aufgaben spielend, das Smartphone läuft in jeder Lage flüssig und schnell. Das vergrößerte Kühlelement hält die Leistung auch unter Dauerlast auf hohem Niveau – in den 3DMark-Dauertests drosselt das S26 Ultra weniger als der Vorgänger und bleibt kühler als manch anderes Top-Smartphone, wenn auch spürbar warm. Bei der Effizienz im Stresstest ist mit knapp 50 Prozent allerdings noch Luft nach oben.
Als interner Speicher stehen 256 GB, 512 GB und 1 TB nach UFS 4.0 zur Auswahl, flankiert von 12 GB RAM. Einen microSD-Slot gibt es nicht. Bei den Schnittstellen ist alles auf dem neuesten Stand: USB-C 3.2 mit Displayport, Wi-Fi 7, 5G, Bluetooth 6.0, NFC und UWB. Auch die Ortung per GPS, Glonass, Beidou und Galileo arbeitet hinreichend präzise – im GPS-Test landen wir bei rund drei Metern Genauigkeit.
Die Sprachqualität beim Telefonieren ist gut – Stimmen kommen klar und verständlich an. Auch die Stereo-Lautsprecher überzeugen mit sauberem Klang. Der Fingerabdruckleser unter dem Display arbeitet schnell und zuverlässig, alternativ lässt sich das Gerät per Gesichtserkennung entsperren – die setzt allerdings nur auf 2D-Technik und ist damit weniger sicher. Mangels Bluetooth-Support kann man den S-Pen wie schon beim S25 Ultra nicht mehr als Fernauslöser für die Kamera nutzen.
Software
One UI 8.5 kommt in gewohnter Optik, an den Grundlagen hat Samsung nichts verändert. Erfahrene Nutzer fühlen sich sofort zu Hause, Neulinge finden sich schnell zurecht. Beim Update-Versprechen bleibt Samsung auf Kurs: sieben Jahre Android-Upgrades und Sicherheits-Patches, gerade bei den High-End-Modellen von Samsung erfahrungsgemäß schneller als bei den meisten Konkurrenten.
Bei den KI-Funktionen legt Samsung nach. Der tot geglaubte Assistent Bixby wurde aufpoliert und kümmert sich nun um die lokale Suche auf dem Gerät, neben Gemini ist außerdem Perplexity vorinstalliert. Sämtliche Galaxy-AI-Funktionen lassen sich einzeln aktivieren – wer möchte, kappt den Cloud-Zugriff komplett. Dann wird alles lokal verarbeitet, einige Features wie der digitale Radierer fallen allerdings weg.
Neu ist Now Nudge: Der proaktive KI-Assistent analysiert Bildschirminhalte in Echtzeit und schlägt kontextbezogen passende Aktionen vor – etwa einen Kalendereintrag bei Terminabsprachen, das Teilen passender Urlaubsfotos im Chat oder das automatische Ausfüllen von Formularen. In unserem Test blieb Now Nudge allerdings stumm. Und wie bei vielen Samsung-KI-Features gilt: Außerhalb der hauseigenen Apps passiert wenig.
Praktischer ist die Anrufprüfung: Ein Assistent nimmt Anrufe von unbekannten Nummern entgegen, prüft auf Spam und Scam und stellt verdächtige Telefonate gar nicht erst durch.
Akku
Einen Silizium-Karbon-Akku, wie ihn die chinesische Konkurrenz zunehmend verbaut, sucht man hier vergebens. Die Kapazität bleibt unverändert bei 5000 mAh – damit liegt Samsung deutlich hinter chinesischen Wettbewerbern, die teils 6000 mAh und mehr bieten.
Samsung steuert mit Software und Effizienz dagegen: Im Dauertest der c’t-Kollegen hält der Akku rund 20 Stunden WLAN-Streaming durch. Im simulierten Betrieb mit dem PCMark Battery Test erreichen wir 16,5 Stunden – der bisher beste Wert für ein Galaxy-Gerät. Zwar kommt hier das Xiaomi 17 Ultra auf mehr als 18 Stunden, dennoch ist das eine solide Akkulaufzeit beim Koreaner. Im Alltag reicht das locker für einen vollen Tag, bei mäßiger Nutzung auch für annähernd zwei.
Erstmals lässt sich das S26 Ultra mit bis zu 60 Watt laden – von 20 auf 100 Prozent in 45 Minuten, komplett voll in knapp einer Stunde. Kabellos sind bis zu 15 Watt via Qi 2 möglich.
Preis
Das Galaxy S26 Ultra startet ab 1449 Euro mit 256 GB Speicher. Die 512-GB-Version kostet 1649 Euro, das 1-TB-Modell mit 16 GB RAM schlägt mit 1949 Euro zu Buche – jeweils spürbar teurer als beim Vorgänger.
Die Straßenpreise fallen allerdings rasant: Kurz nach Release gibt es das Galaxy S26 Ultra mit 256 GB bereits ab 930 Euro, die 512-GB-Version startet derzeit bei 1049 Euro. Bei 1199 Euro liegt die 1-TB-Variante. Angesichts der Preisdifferenz lohnt sich der Griff zur 512-GB-Version besonders – hier sollte man schnell zuschlagen. Verfügbare Farben sind Schwarz, Violett, Hellblau, Silber und Pinkgold.
Fazit
Das Samsung Galaxy S26 Ultra hinterlässt gemischte Gefühle. Einerseits ist es zweifellos eines der besten Smartphones auf dem Markt: Die Performance ist absolut top, die Verarbeitung erstklassig, dazu kommt eine ausgewogene Ausstattung – insbesondere bei Software und KI. Auch die Kamera liefert jetzt bessere Aufnahmen bei Nacht.
Andererseits wagt Samsung kaum Neues. Die einzige nennenswerte Hardware-Innovation ist das Privacy Display – im Test mit guten Ansätzen, aber auf Kosten der generellen Displayqualität. Bei Akku und Kamera hat die chinesische Konkurrenz mächtig aufgeholt und teils überholt. Die neuen Software-Features taugen nur bedingt als Kaufargument, da sie größtenteils per Update auch auf älteren Modellen landen werden.
Schlussendlich ist das S26 Ultra ein hervorragendes Smartphone, aber kein großer Wurf gegenüber dem Vorgänger. Samsung rettet sich aktuell mit Software-Optimierung und hoher Effizienz – für künftige Generationen muss aber deutlich mehr Innovation her, sonst droht der Anschluss verloren zu gehen.
ZUSÄTZLICH GETESTET
Apple iPhone 16 Pro
Apple iPhone 16 Pro
Das iPhone 16 Pro bietet Pro-Leistung im handlicheren Format – mit Top-Hardware und neuen Features. Wie es sich im Alltag schlägt, zeigt der Test.
- Top-Kamera
- exzellentes Display
- hochwertige Verarbeitung
- starke Leistungsfähigkeit
Apple iPhone 16 Pro im Test: Klein, aber oho
Das iPhone 16 Pro bietet Pro-Leistung im handlicheren Format – mit Top-Hardware und neuen Features. Wie es sich im Alltag schlägt, zeigt der Test.
Das iPhone 16 Pro ist das kompaktere Schwestermodell der aktuellen Pro-Serie von Apple – mit derselben starken Leistung und den neuesten Features des Top-Smartphones.
Design
Das Gehäuse misst 149,6 × 71,5 × 8,3 mm und wiegt 199 g. Neben der bekannten Farbe Titan Natur stehen nun Titan Weiß, Titan Schwarz und Titan Wüstensand zur Auswahl. Die matt beschichtete Oberfläche wirkt weniger kühl und ist unempfindlicher gegen Fingerabdrücke. Im Inneren setzt Apple auf eine Kombination aus Titan und Aluminium mit einer Grafit-Ummantelung, was die Wärmeableitung verbessern soll.
Wie beim Pro-Max-Modell ersetzt auch beim iPhone 16 Pro eine frei belegbare Action-Taste den klassischen Stummschalter. Neu hinzugekommen ist zudem ein separater Kamera-Button unter der Standby-Taste. Er ermöglicht per Klick, Druck oder Wischgeste das Öffnen der Kamera-App, das Zoomen und Aufnehmen von Fotos. Im Test funktionierte das Drücken präzise, Wischgesten zeigten sich teils noch etwas ungenau. Im Querformat verdecken Finger zudem gelegentlich die Linse. Entwickler können den neuen Button über eine API auch in eigene Apps integrieren.
Apple iPhone 16 Pro – Bilder
Display
Das iPhone 16 Pro nutzt den gewonnenen Platz durch schmalere Displayränder und bietet jetzt 6,3 Zoll Bilddiagonale bei einer Auflösung von 2622 × 1206 Pixeln (458 ppi). Die maximale Helligkeit liegt laut Apple bei 2000 Nits, im Test wurden rund 1800 Nits erreicht. Promotion sorgt weiterhin für adaptive Bildwiederholraten bis 120 Hz, während die LTPO-Technologie ein energiesparendes Always-On-Display mit 1 Hz ermöglicht. Bei schrägem Blickwinkel zeigt sich gelegentlich ein leichter Rosastich.
Kamera
Das iPhone 16 Pro hat ein deutliches Kamera-Upgrade erhalten: Neben dem Hauptsensor löst nun auch die Ultraweitwinkelkamera mit 48 Megapixeln auf, was für detailreichere Makroaufnahmen sorgt. Die Telelinse übernimmt den fünffachen optischen Zoom, der bisher dem Pro-Max-Modell vorbehalten war. Alle Objektive sind optisch stabilisiert. Videos lassen sich erstmals in 4K mit 120 Bildern pro Sekunde aufnehmen.
Ausstattung
Das iPhone 16 Pro wird vom neuen A18 Pro‑Chip angetrieben, der auf eine effizientere Architektur und eine überarbeitete GPU setzt. In ersten Benchmarks liegt die CPU-Leistung rund 10 bis 15 Prozent über dem Vorgänger A17 Pro, während die GPU‑Performance je nach Anwendung um bis zu 20 Prozent steigt. Der neue Bildsignalprozessor und Video‑Encoder arbeiten schneller und energieeffizienter, ohne dass Apple genaue Werte nennt. In KI‑Tests zeigt die optimierte Neural Engine eine deutlich höhere Leistung als beim iPhone 15 Pro.
Akku
Der Akku des iPhone 16 Pro wächst von 12,70 auf 13,94 Wh und bietet damit etwas mehr Kapazität als beim Vorgängermodell. In der Praxis führt das zu einer längeren Laufzeit, insbesondere beim Videostreaming. Beim Spielen zeigt sich hingegen ein leichter Rückgang. Beim Surfen erreicht es gute, aber keine Spitzenwerte. Insgesamt verbessert sich die Ausdauer, wenn das Gerät nicht dauerhaft stark ausgelastet wird.
Preis
Als Speicher stehen 128 GB, 256 GB, 512 GB und 1 TB zur Auswahl. Am günstigsten ist derzeit das iPhone 16 Pro mit 128 GB für 979 Euro. Für 256 GB sind es 1119 Euro. Mit 512 GB kostet es 1399 Euro. 1 TB gibt es ab 1459 Euro.
Fazit
Das iPhone 16 Pro überzeugt mit starker Hardware und einer überarbeiteten Triple-Kamera samt fünffachem optischen Zoom. Die Videoqualität ist beeindruckend, der neue A18 Pro‑Chip bringt spürbare Leistungszuwächse bei KI‑ und Grafikaufgaben. Auch die Akkulaufzeit legt leicht zu.
Apple iPhone 16 Pro Max
Apple iPhone 16 Pro Max
Das iPhone 16 Pro Max ist das größte und beste Modell der aktuellen Generation des Top-Smartphones von Apple. Wie gut es ist, zeigt der Test.
- Top-Kamera
- exzellentes Display
- hochwertige Verarbeitung
- starke Leistungsfähigkeit
- kostspielig
- KI nicht in der EU verfügbar
Apple iPhone 16 Pro Max im Test
Das iPhone 16 Pro Max ist das größte und beste Modell der aktuellen Generation des Top-Smartphones von Apple. Wie gut es ist, zeigt der Test.
Apple hat mit dem iPhone 16 eher wenige Hardware-Inventionen gezeigt, dafür vorwiegend mit KI geworben – die hierzulande aber noch niemandem etwas nützt, da sie in der EU erst ab April 2025 freigeschaltet wird. Die Kollegen der Mac & i haben alle Modelle der Apple-Flaggschiffe ausführlich getestet: iPhone 16 Pro, 16 Pro Max, 16 und 16 Plus im Test: Bessere Kamera, Wi-Fi 7 & mehr. Wir fassen hier die wichtigsten Erkenntnisse zum iPhone 16 Pro Max zusammen.
Design & Display
Die Farbe Titan Natur bleibt, neu sind Titan Weiß, Titan Schwarz und Titan Wüstensand. Die matt beschichtete Oberfläche wirkt weniger kühl und ist resistenter gegen Fingerabdrücke. Innen sorgt eine Titan-Aluminium-Kombination mit Grafit-Ummantelung für bessere Wärmeableitung.
Dank schmalerer Ränder wächst das Display des iPhone 16 Pro Max auf 6,9 Zoll. Die Auflösung steigt auf 2868 × 1320 Pixel bei gleichbleibender Schärfe von 460 PPI. Die Helligkeit erreicht laut Apple bis zu 2000 Nits, gemessen wurden rund 1800 Nits. Promotion bietet bis zu 120 Hz und ein Always-On-Display mit 1 Hz. Gelegentlich zeigt sich ein Rosastich bei schrägem Blickwinkel.
Ausstattung & Kamera
Beim iPhone 16 Pro Max ersetzt eine frei belegbare Action-Taste den Stummschalter. Neu ist der Button für die Kamerasteuerung unter der Stand-by-Taste. Nutzer können damit die Kamera-App öffnen, Fotos aufnehmen, zoomen und Einstellungen anpassen. Das erfolgt durch kombinierte Klick-, Druck- und Wischgesten. Im Test der Kollegen funktionierte das Klicken gut, andere Gesten teils unpräzise. Im Querformat verdecken Finger oft die Linse. Entwickler können den Button per API für eigene Apps nutzen.
Bei der Triple-Kamera kommt wieder ein Hauptobjektiv sowie eine Weitwinkellinse mit jeweils 48 Megapixel zum Einsatz. Dazu kommt eine Telelinse mit fünffachem optischem Zoom. Alle Objektive verfügen über eine mit optischer Bildstabilisierung (OIS). Die Pro-Modelle filmen erstmals in 4K mit 120 FPS in Dolby Vision – ideal für flüssige Bewegungen oder Zeitlupen. Fotografische Stile lassen sich jetzt auch nachträglich anwenden. Alle drei Kameras liefern scharfe, gut belichtete Bilder mit natürlichen Farben. Die Ultraweitwinkelkamera bietet jetzt bessere Makroaufnahmen.
Das iPhone 16 Pro setzt auf den neuen A18 Pro mit einem zusätzlichen Grafikkern. Die CPU ist damit 15 Prozent schneller als der A17 Pro. Die GPU liefert 20 Prozent mehr Leistung. Ein neuer Video-Encoder und Bildsignalprozessor verdoppeln die Datenverarbeitung. Benchmarks bestätigen die CPU-Steigerung um 15 %, die GPU bleibt leicht unter den Erwartungen. Im AI-Test schnitt das iPhone 16 Pro 30 Prozent besser ab als der Vorgänger.
Das iPhone 16 Pro Max bietet jetzt eine bessere Akkulaufzeit beim Videostreaming (bis zu 30 Stunden) sowie beim Spiel Asphalt 8.
Preis
Als Speicher stehen 256 GB, 512 GB und 1 TB zur Auswahl. Am günstigsten ist derzeit das iPhone 16 Pro Max für 1160 Euro bei Kaufland. Für 512 GB sind 1419 Euro fällig, 1 TB gibt es erst ab rund 1676 Euro.
Fazit
Das iPhone 16 Pro Max überzeugt im Test mit Top-Hardware. Die Triple-Kamera mit höherer Videoqualität liefert beeindruckende Aufnahmen. Der A18-Pro-Chip sorgt für eine deutliche Leistungssteigerung, insbesondere im Bereich KI und Grafik. Die Akkulaufzeit wurde zudem minimal verbessert. Einen Dämpfer gibt es: Die KI-Features der Apple Intelligence kommen erst im April 2025 nach Europa.
Google Pixel 10 Pro
Google Pixel 10 Pro
Das Google Pixel 10 Pro setzt auf eine verbesserte Triple-Kamera mit 100x-Zoom, unzählige KI-Features, viel Akku und ein fantastisches Display.
- exzellente Triple-Kamera
- helles LTPO-Display
- 7 Jahre Updates
- teuer
- langsame Ladegeschwindigkeit (30 Watt)
- Tensor G5 hinter Snapdragon 8 Elite
Google Pixel 10 Pro: Sehr schlaues KI-Smartphone mit 100x-Kamera im Test
Das Google Pixel 10 Pro setzt auf eine verbesserte Triple-Kamera mit 100x-Zoom, unzählige KI-Features, viel Akku und ein fantastisches Display.
Das Pixel 10 Pro positioniert sich mit einem Preis ab 925 Euro (Bestpreislink) gegen etablierte Flaggschiffe wie das Samsung Galaxy S25 Ultra und das Xiaomi 15 Ultra.
Der neue Tensor-G5-Prozessor verspricht 30 bis 50 Prozent mehr Leistung als der Vorgänger, bleibt aber hinter dem Snapdragon 8 Elite zurück. Dafür punktet Google mit exklusiven KI-Funktionen wie dem Kamera-Coach, Pixel Studio AI für 4K-Bildgenerierung und Gemini Nano für Offline-Übersetzung in 20 Sprachen. Die Triple-Kamera mit 100-fachem KI-gestütztem Zoom und das Versprechen auf sieben Jahre Updates bis 2032 unterstreichen Googles Langzeit-Strategie. Im Vergleich zum Vorgänger Pixel 9 Pro wächst der Akku um 170 mAh auf 4870 mAh, während das Display mit über 2200 cd/m² Spitzenhelligkeit und adaptiver 1-120 Hz LTPO-Technologie aufwartet.
Design und Verarbeitung
Das Pixel 10 Pro zeigt sich in einem flachen Glasdesign mit mattem Finish und poliertem Aluminiumrahmen. Mit Abmessungen von 152,8 × 72 × 8,5 mm und einem Gewicht von 207 Gramm liegt es gut in der Hand. Die kompakte Größe sorgt für eine angenehme Einhandnutzung. Der markante horizontale Kamerasteg in der Mitte der Rückseite ist seit Jahren ein typisches Designmerkmal der Pixel-Phones und verhindert ein Kippen auf dem Tisch, sammelt aber über Zeit Staub in den Ritzen.
Die Rückseite besteht aus Gorilla Glass Victus 2 mit Anti-Fingerprint-Beschichtung. Die matte Oberfläche zieht bei täglicher Nutzung deutlich weniger Fingerabdrücke an als glänzende Alternativen. Auf dem polierten Rahmen allerdings sind Abdrücke stärker sichtbar als auf matten Varianten. Google bietet das Pixel 10 Pro in den Farben Obsidian, Porzellan, Iris und Peony an. Die IP68-Zertifizierung sorgt für Schutz vor Wasser bis 1,5 m Tiefe für 24 Stunden. Ein integrierter Temperatursensor neben dem Kamera-Modul misst die Hauttemperatur im Test erstaunlich präzise.
Display: Wie gut ist der Bildschirm des Google Pixel 10 Pro?
Der 6,3 Zoll große Bildschirm mit dem sperrigen Namen Super-Actua-LTPO-OLED löst mit 1280 × 2856 Pixeln auf und erreicht so eine Pixeldichte von 495 ppi. Die adaptive Bildwiederholrate passt sich zwischen 1 Hz und 120 Hz an den Inhalt an, das spart Energie. Auch die LTPO-Technologie soll laut Google 15 Prozent Energie gegenüber herkömmlichen Displayssparen und so die Akkulaufzeit verlängern. Mit einer fantastischen Spitzenhelligkeit von über 2200 cd/m² und punktuell sogar 2600 cd/m² bleibt der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung ablesbar.
Das Display unterstützt HDR10+ und Dolby Vision für kontrastreiche Inhalte. Die Farbraumabdeckung beträgt 95 Prozent DCI-P3, was für satte Farben und tiefe Schwarztöne sorgt. Die hohe Blickwinkelstabilität sorgt für eine gleichbleibende Bildqualität aus verschiedenen Betrachtungswinkeln. Die PWM-Dimmung arbeitet mit augenschonenden 480 Hz. Das Always-On-Display läuft energiesparend mit 1 Hz. Die Touch-Abtastrate von 240 Hz sorgt für präzise Eingaben beim Gaming. Kurzum: Das Display ist eines der allerbesten am Markt.
Kamera: So gut sind Fotos mit dem Google Pixel 10 Pro
Die Triple-Kamera des Pixel 10 Pro besteht aus einem 50-MP-Hauptsensor mit f/1.68-Blende und optischer Bildstabilisierung. Der 1/1.31 Zoll große Sensor fängt viel Licht ein. Die 48-MP-Ultraweitwinkelkamera mit f/1.7 und 123 Grad Sichtfeld ermöglicht auch Makroaufnahmen. Das 48-MP-Teleobjektiv mit f/2.8 bietet fünffachen optischen Zoom und bis zu 100-fachen Super-Resolution-Zoom mit KI-Unterstützung. Die 42-MP-Frontkamera mit Autofokus liefert scharfe Selfies.
Videos nimmt das Pixel 10 Pro in 8K mit 30 fps oder 4K mit 60 fps auf, HDR funktioniert bis 30 fps. Der Laser-Autofokus arbeitet präzise, die Kamera-App startet aber mitunter leicht verzögert. Night Sight erzeugt mit einer Sekunde Belichtungszeit natürliche Nachtaufnahmen, überbelichtet jedoch bei Straßenlaternen gerne mal. Der 100-fache Zoom wird durch Nachbearbeitung von KI erreicht und beeindruckt, ist aber weit entfernt von Perfektion. So wird Schrift zu Kauderwelsch – verständlich, wenn der KI schlicht zu wenig sinnvolle Bildinformation vorliegt. An Menschen traut sich die KI gleich gar nicht heran. Das sieht zuweilen ulkig aus, wenn die Umgebung knackscharf dargestellt wird und die Menschen unscharf bleiben. Bei Bewegung verliert der Tele-Zoom an Schärfe und erfordert ruhige Hände. Neu ist ein so genannter Kamera-Coach, der Tipps für Motive und Zoom gibt. Er ignoriert aber komplexe Szenen und wiederholt sich häufig.
Google Pixel 10 Pro Fotos
Hardware: So stark ist das Google Pixel 10 Pro
Der Tensor G5-Prozessor im 3-nm-TSMC-Verfahren kombiniert einen Cortex-X4-Kern mit 3,78 GHz, drei Cortex-A725-Kerne mit 2,9 GHz und vier Cortex-A520-Kerne mit 2,0 GHz. Die IMG DXT-48-1536 GPU reicht für Casual Gaming, zeigt aber Schwächen bei High-End-Spielen. Mit 16 GB LPDDR5X RAM bewältigt das Smartphone Multitasking mühelos. Der UFS-4.0-Speicher ist in Varianten von 128 GB bis 1 TB verfügbar.
Die NPU erreicht 45 TOPS für KI-Berechnungen. Im Wildlife-Extreme-Benchmarks zeigt der Tensor G5 3227 Punkte. Damit bleibt er hinter dem Snapdragon 8 Elite zurück. Im Alltag fällt das nicht auf, die Software ist gut auf die Hardware abgestimmt.
Das 5G-Modem unterstützt mmWave und Sub-6 mit bis zu 10 Gbit/s. Wi-Fi 7 erreicht 5,8 Gbit/s, Bluetooth 6.0 bietet LE Audio. NFC und Dual-SIM mit eSIM und Nano-SIM runden die Konnektivität ab. Zudem gibt es wieder die Funktechnologie UWB (Ultra-Wideband) für präzise Postionsbestimmung, wie es auch Apples Air Tags nutzen – die bei Android unterstützten Einsatzfelder sind bisher allerdings überschaubar. Der Tensor G5 erhitzt weniger als der Vorgänger, wird bei Spielen aber trotzdem warm.
Software: KI, KI, KI
Android 16 läuft vorinstalliert auf dem Pixel 10 Pro. Google verspricht sieben Jahre Sicherheits- und Feature-Updates bis 2032. Die reine Oberfläche kommt ohne Bloatware aus. Das neu eingeführte Systemdesign Material 3 Expressive bietet dynamische Themen und gefällt uns bezüglich der Nutzerführung und auch der angepassten Optik richtig gut. Android muss sich schon lange nicht mehr hinter iOS verstecken. Neue Gesten wie Double-Tap-Power-Button für den Magic Editor erweitern die Bedienung. Circle to Search ist eine Echtzeit-Objekterkennung.
Der Private Compute Core verarbeitet KI-Funktionen laut Google datenschutzkonform direkt auf dem Gerät. Gemini Nano übersetzt offline in 20 Sprachen, funktioniert flüssig, zeigt aber Verzögerungen bei schnellem Sprechen. Pixel Studio AI generiert Bilder bis 4K-Auflösung. KI-Features sortieren Screenshots, wehren Spam ab und lernen Nutzungsgewohnheiten. Die Funktion „Mich hinzufügen“ und der Magische Editor erweitern die Fotobearbeitung.
Die pure Fülle und auch die Sinnhaftigkeit der KI-Funktionen in einem Smartphone ist bislang einmalig. Hier vergrößert sich der Abstand Googles zur Konkurrenz deutlich.
Google Pixel Pro Screenshots
Akku: Wie lange hält das Google Pixel 10 Pro durch?
Der 4870-mAh-Akku bietet 170 mAh mehr Kapazität als beim Pixel 9 Pro. Die Laufzeit beträgt bei einer Bildschrimhelligkeit von 200 cd/m² 10,5 Stunden bei lokaler Wiedergabe eines 4K/120-Hz-Videos, 18,5 Stunden bei WLAN-Streaming, 14,6 h bei 5G-Streaming und 16,5 Stunden beim Zocken von Asphalt 8. Diese Ergebnisse stammen von unserer Partberpublikation ct und können hier mit einem +-Abo nachgelesen werden.
Bei moderater Nutzung reicht der Akku für zwei Tage. Unter Last beim Spielen oder bei Navigation hält das Gerät deutlich länger durch als der Vorgänger. Der Standby-Verbrauch steigt bei aktiven Benachrichtigungen, wodurch über Nacht 5 bis 10 Prozent verloren gehen.
Kabelgebunden lädt das Pixel 10 Pro mit 30 Watt und erreicht 50 Prozent in 30 Minuten. Die kabellose Qi2-Ladung arbeitet mit 15 Watt, erhitzt das Gerät aber stark und reduziert die Effizienz bei warmer Umgebung. Mit der 10er-Serie haben auch die Pixel-Phones Magnete in der Rückseite bekommen. Damit hält Zubehör, wie Magsafe-Powerbanks (Bestenliste), fest, aber nicht so stark wie beim iPhone. Die adaptive Ladung optimiert den Ladevorgang und schont so den Akku. Im Vergleich zur Konkurrenz mit 45 Watt bei Samsung ist die Ladegeschwindigkeit ausbaufähig.
Preis
Fazit
Das Google Pixel 10 Pro überzeugt mit exzellenter Kamera, hellem LTPO-Display und durchdachten KI-Funktionen. Der Tensor G5 bietet solide Leistung für den Alltag, bleibt aber hinter der Snapdragon-Elite-Konkurrenz zurück. Die siebenjährige Update-Garantie setzt Maßstäbe.
Die Stärken liegen in der natürlichen Bildverarbeitung, dem energieeffizienten Display und den innovativen KI-Features. Schwächen zeigen sich bei der Gaming-Performance, der langsamen Ladegeschwindigkeit und dem hohen Preis. Für Kamera- und KI-Enthusiasten rechtfertigt das Gesamtpaket den Aufpreis. Upgrades vom Pixel 9 Pro lohnen bei 200 Euro Differenz nur bedingt.
Google Pixel 9 Pro
Google Pixel 9 Pro
Das Smartphone Google Pixel 9 Pro setzt den Fokus auf nützliche KI-Features, eine lange Akkulaufzeit und eine herausragende Kameraqualität. Ob es den hohen Preis wert ist, zeigt unser Test.
- herausragende Foto- und Videoqualität
- Display / Akku / Verarbeitung
- clevere KI-Funktionen & 7 Jahre Update-Versprechen
- hoher Preis
- 128-GB-Variante für die meisten zu wenig
- langsame Ladegeschwindigkeit
Google Pixel 9 Pro im Test: Das schlaueste Smartphone mit genialer Kamera
Das Smartphone Google Pixel 9 Pro setzt den Fokus auf nützliche KI-Features, eine lange Akkulaufzeit und eine herausragende Kameraqualität. Ob es den hohen Preis wert ist, zeigt unser Test.
Das Google Pixel 9 Pro integriert viele KI-Funktionen, die vor allem Foto- und Technikbegeisterte ansprechen sollen. Dazu gibt es wie gewohnt eine exzellente Kamera, lange Android-Update-Garantie und hochwertige Verarbeitung. Ob sich der hohe Preis lohnt, verrät unser Testbericht zum Google Pixel 9 Pro.
Design & Verarbeitung
Das Google Pixel 9 Pro erinnert etwas an aktuelle iPhones, setzt aber mit dem matten Glasrücken in satinierter Optik eigene Akzente. Das deutlich herausragende Kameramodul ist schick integriert. Auf dem Rücken liegend, wackelt nichts.
In der Hand fühlt sich das Pixel 9 Pro mit seinem Aluminium-Rahmen und den abgerundeten Kanten hochwertig und griffig an. Trotz des großen 6,7-Zoll-Displays liegt es dank der kompakten Bauweise gut in der Hand. Mit 199 Gramm ist das Gewicht für ein Gerät dieser Größe angemessen. Die Verarbeitung ist tadellos, alle Elemente sind passgenau verbaut. Selbst bei genauem Hinsehen sind keine Spaltmaße zu erkennen.
Wie vom Vorgänger Google Pixel 8 Pro gewohnt, ist auch das Pixel 9 Pro gemäß IP68 gegen Wasser und Staub geschützt. Damit soll es ein 30-minütiges Untertauchen in bis zu 1,5 Metern Wassertiefe unbeschadet überstehen. Zur Auswahl stehen die Farben Weiß, Rosa, Grau und Schwarz. Uns liegt die weiße Variante vor. Wir hätten uns insgesamt mehr Mut zu knalligeren Farben gewünscht. Trotzdem ist es im Grunde wenig schlimm, schließlich werden und sollten die meisten eine Hülle nutzen. Bei der kann sich dann jeder farblich voll ausleben.
Display
Das 6,7 Zoll große OLED-Display des Pixel 9 Pro löst mit 1280 × 2856 Pixeln auf. Das ergibt eine sehr hohe Pixeldichte von 495 ppi. Dank LTPO-Technik passt sich die Bildwiederholrate zwischen 1 und 120 Hertz dynamisch an den Inhalt an und spart so Energie.
Beeindruckend ist die maximale Helligkeit. Das Display ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung perfekt ablesbar und stellt die meiste Konkurrenz locker in den Schatten. Der Kontrast ist mit dem theoretisch unendlichen Wert von OLED-Panels entsprechend hoch. Nur die besten Displays von Samsung und Apple können hier mithalten. Farben werden dank HDR10+-Unterstützung natürlich, aber gleichzeitig kräftig dargestellt.
Im Alltag überzeugt das Pixel 9 Pro mit einer optimalen Displayqualität. Besseres ist aktuell in einem Smartphone kaum zu finden. Egal, ob beim Betrachten von Fotos und Videos, beim Surfen oder Spielen – das Display ist ein echter Hingucker und Referenzklasse.
Kamera
Für viele ist die Kamera der Hauptgrund für den Kauf eines Google Pixel – zu Recht. Das Pixel 9 Pro liefert eine geniale Fotoqualität.
Das Herzstück ist der 50-MP-Hauptsensor mit lichtstarker f/1.68 Blende. Er ist sowohl optisch als auch elektronisch stabilisiert. Der große 1/1,31-Zoll-Sensor fängt viel Licht ein. Zusammen mit der hervorragenden Nachbearbeitung durch die hauseigene KI gelingen so auch bei sehr wenig Licht detailreiche, rauscharme Fotos. Der Nachtmodus setzt hier abermals einen drauf und ermöglicht auch bei Dunkelheit ohne Stativ ansehnliche Aufnahmen.
Die 48-MP-Ultraweitwinkel-Kamera besitzt einen Autofokus und ermöglicht so Makroaufnahmen ab drei cm Entfernung. Damit gelingen sowohl weitläufige Landschaftsaufnahmen als auch detaillierte Nahaufnahmen. Wie bei Ultraweitwinkelkameras üblich verzerrt das Bild am Rand deutlich.
Auch die Telekamera löst mit 48 MP auf und liefert einen fünffachen optischen Zoom. Zusammen mit dem digitalen Zoom sind bis zu 30-fache Vergrößerungen möglich – mit brauchbaren Ergebnissen.
Auf der Vorderseite sitzt eine 42-MP-Selfie-Kamera mit Autofokus und einem 103-Grad-Weitwinkel. Sie ermöglicht detaillierte Selbstporträts und Gruppenaufnahmen.
Alle Kameras unterstützen den bekannt guten Nachtmodus sowie Nachtsichtvideos. Kreative Möglichkeiten bieten Funktionen wie der Makro- und Panorama-Modus. Neue KI-Funktionen wie „Add Me“ fügen den Fotografen nachträglich ins Bild ein. Der „Magic Eraser“ entfernt ungewünschte Objekte oder Personen aus dem Foto. Und „Best Take“ sucht automatisch den besten Moment aus einer Reihe von Fotos aus.
Bei der Videoaufnahme unterstützt das Pixel 9 Pro 8K mit 30 fps sowie 4K mit 60 fps. Die Bildqualität ist hervorragend, Einstellungen wie Zeitlupe und Zeitraffer arbeiten zuverlässig.
Im Test schießt das Pixel 9 Pro in jeder Situation exzellente Fotos. Die Farbwiedergabe ist natürlich, Kontraste und Dynamikumfang können sich sehen lassen. Einzig bei sich schnell bewegenden Motiven hatten wir vereinzelt unscharfe Ergebnisse. Insgesamt setzt Google die Messlatte für Smartphone-Kameras hier noch einmal ein Stück höher. Die Konkurrenz muss sich warm anziehen.
Google Pixel 9 Pro – Fotos
Leistung & Ausstattung
Für die nötige Power sorgt der neue Google Tensor G4 Prozessor. Das 4-Nanometer-SoC beinhaltet auch die 5. Generation der KI-Engine sowie einen Titan-M2-Chip für die sichere Speicherung sensibler Daten. In Benchmarks ordnet sich der Tensor G4 im oberen Mittelfeld ein, hier hätte man von einem High-End-Gerät mehr erwartet. So erreicht das Smartphone bei PCmark „nur“ 13.217 Punkte. Für Alltagsaufgaben ist die Leistung dennoch mehr als ausreichend. Alle Apps öffnen schnell, nichts ruckelt und nie hat man das Gefühl, mehr Leistung zu benötigen. Hier zeigt sich, dass Benchmark-Ergebnisse nicht immer die tatsächliche Geschwindigkeit in der Praxis widerspiegeln. Einzig bei sehr anspruchsvollen Spielen mit maximalen Details muss sich der Tensor knapp den aktuellen Spitzenmodellen von Qualcomm und Apple geschlagen geben.
Für flüssiges Multitasking stehen dem Pixel 9 Pro 16 GB RAM zur Verfügung. Der interne Speicher ist je nach Modell 128, 256 oder 512 GB groß – eine Erweiterung per MicroSD-Karte ist wie gewohnt nicht möglich. Wir empfehlen allen, die viele Fotos und Videos auf dem Gerät speichern wollen, gleich zur etwas größeren 256-GB-Variante zu greifen. 128 GB sind schnell erreicht.
Das Google Pixel 9 Pro wird mit Android 14 ausgeliefert, seit Oktober steht das Update für Android 15 bereit. Die Software bietet viele KI-gestützte Funktionen wie den „Magischen Editor“ für die nachträgliche Fotobearbeitung. Allerdings sind manche Features in Europa vorerst nur eingeschränkt nutzbar. Vorbildlich ist die Update-Garantie: Satte 7 Jahre lang soll es neue Android-Versionen und Sicherheits-Updates geben – damit spielt Google in einer Liga mit Apple. Bei den meisten Android-Herstellern ist nach 2 bis 3 Jahren Schluss.
Die Ausstattung ist auf dem neuesten Stand: 5G und Wifi 7 sind ebenso an Bord wie Bluetooth 5.3 und NFC. Neben einer physischen Nano-SIM-Karte wird auch eine eSIM unterstützt. Der USB-C-Anschluss unterstützt Video-Output per DisplayPort. Praktisch: Der Temperatursensor an der Rückseite ermöglicht kontaktlose Temperaturmessungen von Personen und Objekten. Im Test liefert er vergleichbare Ergebnisse wie klassische kontaktlose Fieberthermometer. Die Stereo-Lautsprecher liefern einen guten, wenn auch nicht herausragenden Klang.
Akku
Der fest eingebaute Akku des Pixel 9 Pro fasst 4700 mAh und erzielt im PCmark-Battery-Test sehr gute 14,5 Stunden. Das ist deutlich mehr als noch bei den Vorgängern. Damit kommt man auch als Vielnutzer gut über den Tag.
Die Ladeleistung ist mit maximal 27 Watt eher gemächlich. Für eine volle Ladung benötigt man rund 90 Minuten. Kabellos sind bis zu 21 Watt möglich – allerdings nur mit dem neuen Pixel Stand der 2. Generation. Standardmäßig lädt das Pixel 9 Pro kabellos mit 12 Watt. Hier hätten wir uns etwas mehr Tempo gewünscht, zumal die Konkurrenz teils deutlich schneller lädt.
Preis
Das Google Pixel 9 Pro kommt in drei Speichervarianten. Mit 128 GB kostet es 760 Euro, mit 256 GB 900 Euro und mit 512 GB 1149 Euro.
Fazit
Das Google Pixel 9 Pro ist eines der besten Smartphones, die man aktuell kaufen kann. Es überzeugt mit einem hervorragenden Display, einer Kamera der Spitzenklasse, einer langen Akkulaufzeit und vielen cleveren KI-Funktionen. Auch die Verarbeitung ist tadellos und die lange Update-Garantie vorbildlich. Die Schwächen beim Speicher und der Ladegeschwindigkeit trüben den sehr guten Gesamteindruck nur wenig.
Wer das nötige Kleingeld hat und ein Smartphone mit herausragender Kamera und Update-Garantie sucht, ist mit dem Google Pixel 9 Pro bestens bedient. Nur preisbewusste Käufer greifen besser zu günstigeren Alternativen.
Google Pixel 10
Google Pixel 10
Das Google Pixel 10 erhält nun eine Telelinse und schnelle Qi2-Magnetladung. Das kompakte Flaggschiff kommt zudem mit Tensor G5 und verbesserter Kamera.
- exzellente Kamera mit Telelinse und 5x optischem Zoom
- helles Display mit über 2000 cd/m²
- 7 Jahre Android-Updates garantiert
- Gaming-Performance schwächer als Snapdragon-Konkurrenz
- moderate Ladegeschwindigkeiten (29 W)
- weniger Features als Pixel 10 Pro
Smartphone Google Pixel 10 im Test: Dank Triple-Kamera fast so gut wie das Pro
Das Google Pixel 10 erhält nun eine Telelinse und schnelle Qi2-Magnetladung. Das kompakte Flaggschiff kommt zudem mit Tensor G5 und verbesserter Kamera.
Das Google Pixel 10 markiert einen Wendepunkt für Googles Smartphone-Reihe. Erstmals erhält das Basis-Modell eine Telelinse mit fünffachem optischem Zoom, während das neue Pixelsnap Qi2-Laden und magnetisches Zubehör ermöglicht. Mit dem Tensor G5-Prozessor, Android 16 und verbesserter KI-Integration positioniert sich das Pixel 10 als kompakte Alternative zu Samsung Galaxy S25, iPhone 16 und Honor Magic 7 Pro. Die UVP von 899 Euro ist bereits nach weniger als 4 Wochen auf 720 Euro (Bestpreislink) gefallen. Ob die Neuerungen überzeugen und wie sich das 6,3-Zoll-Smartphone gegen die Konkurrenz schlägt, klärt dieser Test.
Design und Verarbeitung
Das Google Pixel 10 bleibt der bewährten Designsprache der Pixel-Reihe treu, bringt aber sinnvolle Neuerungen mit. Das kompakte 6,3-Zoll-Smartphone setzt auf ein flaches Actua-OLED-Display mit abgerundeten Ecken und ein robustes Aluminiumgehäuse. Verfügbar ist es in den Farben Indigo, Frost, Lemongrass und Obsidian. Auffällig ist das polierte Rückglas mit Satin-Finish, das sich vom Pixel 10 Pro unterscheidet – dieses hat mattes Glas mit poliertem Rahmen, während das Standard-Modell polierten Rahmen mit mattem Rahmen kombiniert.
Die Variante Frost zeigt sich überraschend unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken und erscheint in der Realität eher wie ein blasses Lavendel statt des auf Online-Bildern erwarteten Grautons. Eine wichtige Neuerung ist der in der Gehäuserückseite integrierte Pixelsnap-Magnetring, der kompatibles Zubehör magnetisch am Gerät hält. Diese Funktion war bisher iPhone-Nutzern vorbehalten, allerdings war sie auch schon vorher mit entsprechenden Hüllen mit Magneten nutzbar. Ebenfalls neu gestaltet sind Lautsprecher und Mikrofon, die nun symmetrisch neben dem USB-C-Port angeordnet sind.
Die Verarbeitung mit Gorilla Glass Victus 2 vorn und hinten sowie IP68-Schutz gegen Wasser und Staub entspricht Flaggschiff-Standard. Google gewährt wie beim Pixel 9 sieben Jahre Updates bis 2032. Kritikpunkt: Staub sammelt sich in den Ritzen des Kameramoduls.
Display: Wie gut ist der Bildschirm des Google Pixel 10?
Das 6,3-Zoll-Actua-OLED-Display des Pixel 10 überzeugt mit scharfer Full-HD+-Auflösung (1080 × 2424 Pixel) und flüssiger 120-Hz-Bildwiederholrate mit HDR-Support. Beeindruckend ist die Helligkeit: Tests der c’t zeigen Werte von über 2000 cd/m² im HDR-Modus, punktuell sogar bis zu 2600 cd/m². Damit bleibt der Bildschirm auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar.
Im Vergleich zum Pixel 10 Pro verzichtet das Standard-Modell auf LTPO-Technik für variable Bildwiederholraten von 1 bis 120 Hz und die höhere 1,5K-Auflösung. Das Pro-Modell bietet zudem ein helleres Super Actua Display mit bis zu 3000 cd/m² HDR-Helligkeit. Für den Alltag reicht die Full-HD+-Darstellung des Standard-Modells aber völlig aus. Die neue Actua-360-Technologie verbessert die Ablesbarkeit aus verschiedenen Blickwinkeln, während die Anti-Reflex-Beschichtung störende Spiegelungen reduziert.
Kamera: Wie gut sind Fotos mit dem Google Pixel 10?
Die größte Neuerung des Pixel 10 ist die erstmals integrierte Telelinse. Das Kamera-Setup besteht aus einer 48-MP-Hauptkamera (f/1.7), einer 13-MP-Ultraweitwinkelkamera (f/2.2) und der neuen 10,8-MP-Telelinse mit fünffachem optischem Zoom (f/3.1). Für Selfies steht eine 10,5-MP-Frontkamera zur Verfügung. Alle Kameras unterstützen 4K-Videoaufnahmen mit verbesserter Stabilisierung.
Die Bildqualität setzt Maßstäbe in der Pixel-Reihe. Besonders bei Porträts überzeugen die natürlichen Hauttöne und der breite Dynamikumfang, was für viele kaufentscheidend sein dürfte. Die Hauptkamera liefert auch bei schwachem Licht exzellente Ergebnisse, während die Telelinse endlich echten optischen Zoom ermöglicht. Digital sind beim Standard-Modell bis zu 20-fache Vergrößerungen möglich, die ordentliche Ergebnisse liefern.
Das Pixel 10 Pro bietet erweiterte Funktionen wie Pro Res Zoom mit 100-fachem Zoom dank KI, Camera Coach für Fototipps und erweiterte KI-Edits in der Fotos-App. Nachtaufnahmen gehören traditionell zu den Stärken der Pixel-Kameras und überzeugen auch beim Pixel 10 mit detailreichen, rauscharmen Bildern.
Google Pixel 10 Fotos
Hardware: Wie stark ist das Google Pixel 10?
Das Google Pixel 10 setzt auf den neuen Tensor G5-Prozessor, der speziell für KI-Aufgaben und Gemini Nano optimiert wurde. Unterstützt wird der Chip von 12 GB RAM und wahlweise 128 GB oder 256 GB internem Speicher. Das Pixel 10 Pro bietet dagegen 16 GB RAM, den gleichen Chip und eine bessere Wärmeableitung. In Antutu-Benchmarks erreicht das Pixel 10 mit 3325 Punkten bessere Werte als der Vorgänger mit Tensor G4.
Für alltägliche Aufgaben bietet der Tensor G5 eine gute Alltagsleistung mit stabiler Performance. Bei anspruchsvollen Spielen kann er jedoch nicht mit aktuellen Snapdragon-Chips mithalten und bleibt schwächer als die aktuelle Konkurrenz. Die weitere Ausstattung entspricht modernen Standards: USB-C 3.2, NFC, Bluetooth 5.4 und 5G-Unterstützung sind selbstverständlich. Für die meisten Nutzer dürfte die gebotene Leistung völlig ausreichen.
Software
Das Google Pixel 10 wird als erstes Smartphone mit Android 16 ausgeliefert und profitiert von Googles Update-Garantie über sieben Jahre bis 2032. Material 3 Expressive bringt verbesserte Designs mit, während die tiefe Gemini-Integration natürliche Sprachinteraktion ermöglicht. Besonders praktisch sind Gemini Live-Integration, Magic Cue für App-übergreifende Informationen und die neue Satelliten-Kommunikation, die bereits von der Pixel Watch bekannt ist.
Das Pixel 10 Pro bietet erweiterte KI-Funktionen wie Auto Best Take und Performance Advisor, die dem Standard-Modell fehlen. Auch die Dolmetscher-Funktion, die einen in Telefonaten in seiner eigenen Stimme eine andere Sprache sprechen lässt, bleibt den Pro-Geräten vorbehalten. Die Software läuft flüssig und nutzerfreundlich. Die KI-Funktionen beschränken sich nicht nur auf die Kamera, sondern durchziehen das gesamte System und bieten echten Mehrwert im Alltag.
Akku: Wie lange hält das Google Pixel 10 durch?
Der 4970-mAh-Akku des Pixel 10 zeigt in Tests der c’t solide Laufzeiten bei 200 cd/m² Helligkeit: 10,6 Stunden bei lokal gespeicherten 4K-Videos mit 120 fps, 18,5 Stunden beim YouTube-Streaming über WLAN, 13,6 Stunden über 5G und 16,6 Stunden beim Gaming mit Asphalt 8 in Dauerschleife. Diese Werte ermöglichen problemlos einen vollen Tag intensiver Nutzung.
Interessant ist der Vergleich zu den anderen Modellen: Das Pixel 10 Pro hat mit 4870 mAh weniger Kapazität, während das Pixel 10 Pro XL auf 5200 mAh kommt. Geladen wird mit bis zu 29 Watt über Kabel und 15 Watt drahtlos. Die Pixelsnap-Technik unterstützt Qi2-kabelloses Laden mit bis zu 15 Watt. Im Vergleich zur Konkurrenz sind die Ladegeschwindigkeiten moderat, für den Alltag aber ausreichend.
Preis
Das Google Pixel 10 kostet in der UVP 899 Euro. Mittlerweile ist der Preis mit 128 GB auf 520 Euro gefallen. Mit 256 GB sind es 650 Euro.
Fazit
Das Google Pixel 10 ist eine gelungene Weiterentwicklung der Pixel-Reihe. Die endlich integrierte Telelinse, die praktische Pixelsnap-Magnetfunktion und das helle Display machen es zu einem richtig guten Kompakt-Smartphone. Besonders die Kamera überzeugt mit natürlichen Farben und exzellenten Nachtaufnahmen. Android 16 und die tiefe KI-Integration setzen Software-Maßstäbe. Der starke Preisverfall von der UVP 899 Euro auf aktuell 720 Euro (Bestpreislink) nach wenigen Wochen macht es noch attraktiver.
Schwächen zeigt das Pixel 10 bei der Gaming-Performance und den Ladegeschwindigkeiten. Für Nutzer, die Wert auf Kamera-Qualität, saubere Software und lange Update-Unterstützung legen, ist es dennoch eine hervorragende Wahl.
Honor 600 Pro
Honor 600 Pro
Top-Kamera mit Periskop-Teleobjektiv und viel Power: Ist das Honor 600 Pro der starke Kompromiss zwischen Mittelklasse und High End für Foto-Fans?
- hervorragendes Kamera-Setup
- starke Performance
- lange Akkulaufzeit
Honor 600 Pro im Test: Smartphone mit exzellenter 200-MP-Kamera & Periskop-Tele
Top-Kamera mit Periskop-Teleobjektiv und viel Power: Ist das Honor 600 Pro der starke Kompromiss zwischen Mittelklasse und High End für Foto-Fans?
Mit der Number-Reihe positioniert Honor unterhalb seines Magic-Flaggschiffs hochwertige Smartphones der oberen Mittelklasse. Das jeweilige Pro-Modell zielt dabei klar auf Foto-Enthusiasten: Eine Teleoptik soll auch jenseits der Top-Geräte ernsthafte Kameraqualität ermöglichen – so zumindest bisher.
Mit dem Honor 600 Pro rückt der chinesische Hersteller nun spürbar näher an den High-End-Bereich – und entfernt sich preislich von der traditionellen Mittelklasse. Ob das Smartphone trotzdem die clevere Alternative zur Top-Liga der Handys ist, klärt dieser Testbericht.
Design: Déjà-vu samt KI-Taste
Gegenüber dem Vorgänger hat Honor das Design des 600 Pro deutlich überarbeitet – und sich dabei sicher vollkommen zufällig bei einem großen Mitbewerber aus Cupertino bedient. Die drei Linsen lassen sich zwar weiterhin als Emoji-Mund interpretieren, zudem ist die Telelinse etwas breiter und oval gestaltet. Doch das leicht erhabene, glänzende Rechteck rund um die Kamera weckt unweigerlich Assoziationen an ein aktuelles iPhone.
Der Rest bleibt kantig: Glasrückseite, Metallrahmen, rechte Winkel. Die deutlich abgerundeten Ecken erinnern wiederum an Xiaomi und sorgen dafür, dass das Smartphone angenehm in der Hand liegt. Mit 156 × 74,7 × 7,8 mm ist das Honor 600 Pro zwar kein Riese, gehört aber zu den größeren und vor allem breiteren Smartphones. Einhändiges Bedienen ist damit eher nicht möglich. Das Gewicht liegt bei 190 g.
Die Verarbeitung ist erstklassig, dank IP68 ist das Gerät staub- und wasserdicht – also für 30 Minuten in rund 1,5 Metern Tiefe. Dazu kommt noch IP69K, womit das edle Smartphone auch einem Hochdruckreiniger mit heißem Wasser widerstehen würde.
Wie schon beim Magic 8 Pro spendiert Honor auch dem 600 Pro eine KI-Taste – einmal mehr eine Reminiszenz an Apples Action-Button. Standardmäßig ruft sie einen KI-Agenten auf, lässt sich aber frei belegen, etwa für die Kamera, oder komplett deaktivieren.
Display: scharf und hell
Mit 6,57 Zoll Diagonale positioniert sich das Honor 600 Pro zwischen den großen Flaggschiffen und den kompakten Modellen – die goldene Mitte sozusagen. Dank extrem schmaler Ränder bleibt die nutzbare Bildfläche dennoch großzügig.
Das AMOLED-Panel liefert die gewohnt exzellente Bildqualität: ausgeprägte Kontraste, stabile Blickwinkel und mit 2728 × 1264 Pixeln (457 ppi) eine gestochen scharfe Darstellung. Die Bildwiederholrate liegt bei bis zu 120 Hz und lässt sich wahlweise fest einstellen oder automatisch zwischen 60 und 120 Hz regeln. LTPO sucht man hier allerdings vergebens – ein typisches Abgrenzungsmerkmal zu echten Flaggschiffen.
Die Helligkeit überzeugt: Selbst bei starkem Sonnenschein bleibt das Display noch ablesbar, lediglich in direktem Sonnenlicht wird es etwas anspruchsvoller. Die Kollegen der c’t konnten hier über 1700 cd/m² messen. Damit liegt das Panel auf dem Niveau der Oberklasse.
Kamera: 200 MP trifft auf Periskop-Tele
Für Fotos steht ein mächtiges Setup auf Flaggschiff-Niveau parat: Die Triple-Kamera bietet eine 200-Megapixel-Linse mit optischer Bildstabilisierung und besonders großem Sensor sowie eine Periskop-Telelinse mit 50 Megapixeln (f/2.8), 3,5-fachem optischen Zoom und ebenfalls OIS. Dazu kommt ein Weitwinkelobjektiv mit 12 Megapixeln (f/2.2). Für Selfies steht eine Linse mit 50 Megapixeln (f/2.0) parat.
Bei Tag schießt die Hauptkamera exzellente Fotos mit ausgeprägten Details und stimmigem Dynamikumfang. Auch Aufnahmen mit zweifachem Zoom sind nahezu verlustfrei, Farben wirken lebendig, aber natürlich – je nachdem, ob man einen der vielen optionalen Farbfilter nutzt. Bei Dunkelheit gelingen ohne Blitz gute Aufnahmen, die effektiv aufgehellt werden. Das leichte Bildrauschen hält sich in Grenzen.
Erneut mit an Bord sind die in Zusammenarbeit mit dem Pariser Fotostudio Harcourt entwickelten Porträtfilter, die wieder klasse aussehen: „Dynamisch“ sorgt für lebendige Fotos, „Farbe“ erzeugt einen Vintage-Effekt mit kräftigen Farben und starken Kontrasten, und „Klassisch“ zaubert Schwarz-Weiß-Bilder wie aus alten Zeiten.
Richtig stark ist die Periskop-Telelinse: Bei 3,5-fachem optischen Zoom stehen die Aufnahmen der Hauptkamera in Farbgebung, Dynamik und Details kaum nach. Auch der siebenfache Zoom sieht hervorragend aus – bis zur 30-fachen Vergrößerung bleiben die Ergebnisse noch passabel. Sogar 120-facher Zoom ist möglich, der dann aber stark zu Pixelmatsch neigt. Bei Nacht belichtet die Telelinse weniger stark, sodass Bilder deutlich dunkler ausfallen und stärker rauschen als mit der Hauptlinse.
Die Weitwinkellinse bietet etwas weniger Details und weicht farblich minimal von der Hauptlinse ab – das hält sich aber im Rahmen. Auch Nahaufnahmen gelingen gut und liefern detailreiche Bilder. Ab einem bestimmten Abstand schaltet die Kamera-App automatisch in den Makromodus, auf Wunsch lässt er sich auch manuell aktivieren. Dabei wird der einfache Zoom genutzt, aber unter Zuhilfenahme der Ultraweitwinkellinse. Auch Selfies sehen klasse aus, egal ob im normalen Modus, mit Bokeh im Porträtmodus oder mit Beauty-Filtern, die Falten und Ähnliches glätten.
Mehr als stimmig sind zudem die Videoclips: Die Hauptkamera schafft 4K bei 60 fps, die Aufnahmen sind gekonnt stabilisiert und bieten lebendige Farben. Mit der Frontkamera sind „nur“ 30 fps bei 4K oder 60 fps bei Full-HD möglich. Alles in allem ein Setup, das fast mit Top-Smartphones mithalten kann.
Honor 600 Pro – Originalaufnahmen
Ausstattung: abgespecktes Flaggschiff
Im Honor 600 Pro werkelt mit dem Snapdragon 8 Elite Qualcomms Top-Chipsatz aus dem Vorjahr – erstaunlicherweise nicht die leicht abgespeckte, aber aktuelle Variante Snapdragon 8 Gen 5. An Leistung mangelt es dennoch nicht: Im PCMark Work erreicht das Smartphone rund 21.000 Punkte, im 3DMark Wild Life Extreme 6500. Das System läuft geschmeidig, und auch anspruchsvolles Gaming hat ausreichend Reserven – Vorjahres-Chip hin oder her. Lediglich unter Dauerlast kommt es zur Wärmeentwicklung und einer Drosselung – im Stresstest liefert das Gerät eine Effizienz von 51 Prozent.
Beim Speicher gibt sich Honor keine Blöße: Standardmäßig sind 512 GB und üppige 12 GB RAM verbaut, eine Erweiterung ist allerdings nicht möglich. Zur Ortung steht Multiband-GNSS mit GPS, Glonass, Beidou, NavIC und QZSS bereit. Im GPS-Test fällt die Abweichung mit drei Metern gering aus.
Bei den Schnittstellen ist fast alles auf der Höhe der Zeit: 5G, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC und sogar ein Infrarot-Port sind an Bord. Der USB-C-Port unterstützt jedoch nur Version 2.0 – ein Standard, der bereits seit 2002 existiert und längst von schnelleren Varianten abgelöst wurde. Die Datenübertragung per Kabel ist damit auf magere 480 MBit/s begrenzt. Im Alltag spielt das eine immer geringere Rolle, dennoch ist das in dieser Preisklasse kaum mehr zeitgemäß – zumal Mitbewerber hier längst USB-C 3.2 verbauen.
Praktisch ist die neue KI-Taste – vor allem, weil sie sich auch deaktivieren lässt. Bis zu drei Aktionen sind per kurzem, doppeltem oder langem Druck möglich. Verschiedene Druckstärken wie bei Apple kennt das System hingegen nicht.
Der Fingerabdrucksensor unter dem Display arbeitet flott und zuverlässig. Die Stereolautsprecher liefern einen klaren, sauberen und räumlichen Klang. Fürs Musikhören fehlt es etwas an Volumen, für Videoclips oder Spiele reicht es allemal.
Software: Neues bei Magic OS?
Das Honor 600 Pro kommt mit Magic OS 10 auf Basis von Android 16 auf den Markt. Der Sicherheitspatch stammt zum Testzeitpunkt aus dem März und ist damit noch ausreichend aktuell. Honor verspricht sechs Jahre Sicherheits-Patches und Android-Upgrades.
Wie üblich installiert Honor zahlreiche eigene Apps als Google-Alternativen, darunter Kalender und einen eigenen App-Store – nicht alle können deinstalliert werden. Der vorinstallierte Kalender unterstützt zwar auch Exchange, synchronisiert im Test jedoch verzögert mit dem Google-Kalender. Deaktivieren ist möglich, deinstallieren nicht – mit der Folge, dass etwa Sportuhren von Amazfit oder Huawei mitunter den lokalen Telefonkalender ansteuern und einen zusätzlich installierten Google-Kalender ignorieren.
Wichtigste Neuerung von Magic OS 10 ist ein KI-Agent, der Systemeinstellungen per Spracheingabe oder Kontext anpasst – ohne Klicken durch verschachtelte Menüs. Hinzu kommen Multi-Window, die seitliche „Magic Sidebar“ und das „Magic Portal“: Damit lassen sich Inhalte wie Adressen markieren und direkt an passende Apps übergeben. Mit einer Kreisbewegung des Fingerknöchels startet zudem Honors Pendant zu Samsungs ‚Circle to Search‘.
Die übrigen KI-Funktionen – Fotoradierer, Übersetzungen oder Zusammenfassungen in der Notizen-App – basieren weitgehend auf Google Gemini. Einige Dienste sind langfristig kostenpflichtig und an die Google-Tarife gekoppelt.
Akku: viel Ausdauer
Der Trend zu Silizium-Karbon-Akkus sorgt für hohe Kapazitäten bei schlanken Gehäusen. Das Honor 600 Pro ist mit 6400 mAh gut bestückt und erreicht im Battery Test von PCMark satte 16 Stunden – der Benchmark lässt dafür verschiedene Aufgaben bei 200 cd/m² in Endlosschleife laufen. Top-Geräte wie das Xiaomi 17 Ultra liegen zwar nochmals darüber, doch der Wert kann sich sehen lassen und liegt im oberen Drittel. Im Alltag sind bei gelegentlicher Nutzung problemlos eineinhalb bis zwei Tage drin. Im Dauer-WLAN-Streaming-Test der Kollegen kam das Honor 600 Pro auf ausgezechnete 25 Stunden.
Das Honor 600 Pro lädt kabelgebunden mit bis zu 80 W, kabellos mit 50 W. Empfehlenswert sind Originalnetzteile mit Supercharge, da Honor neben USB-PD, PPS und Quick Charge auch auf eigene Standards setzt. Mit einem Drittanbieter-Ladegerät (120 W, PD+) war der nahezu leere Akku in unter einer Stunde wieder voll.
Preis
Die UVP für das Honor 600 Pro liegt bei 999 Euro. Zum Marktstart gibt es das Smartphone bereits ab rund 799 Euro. Als Farben stehen Schwarz und Eierschalenweiß (Honor nennt es Golden) zur Auswahl.
Fazit
Mit dem Honor 600 Pro bietet der chinesische Hersteller einmal mehr eine preiswertere Alternative zu seinem Magic-Flaggschiff – dank 200-Megapixel-Kamera und Periskop-Teleobjektiv mit 3,5-fachem Zoom richtet es sich besonders an Foto-Enthusiasten. Auch sonst hat das Smartphone viel zu bieten: starker Prozessor (wenn auch aus dem Vorjahr), üppiger Speicher und ein schickes Design – das verdächtig nach iPhone aussieht. Die Kamera liefert tolle Bilder, das helle OLED-Display ist top.
Einige Abstriche müssen Käufer dennoch hinnehmen: Der USB-C-Anschluss arbeitet nur mit Version 2.0, beim Display fehlt LTPO und die Software wirkt mit den vielen vorinstallierten Apps und Honors Google-Alternativen überladen.
Wer nicht unbedingt das aktuellste Flaggschiff benötigt, aber viel Leistung wünscht und gerne fotografiert, bekommt mit dem Honor 600 Pro eine hervorragende Alternative oberhalb der klassischen Mittelklasse. Der natürliche Gegner ist dabei weniger das iPhone 17 Pro, sondern vielmehr das Xiaomi 15T Pro – Foto-Fans sollten beide Geräte unbedingt direkt vergleichen.
Honor Magic 7 Pro
Honor Magic 7 Pro
Das Honor Magic 7 Pro gehört für uns zu den unterschätzten Top-Smartphones. Im Test zeigt es eindrucksvoll, was ein aktuelles Flaggschiff leisten sollte.
- Top-Performance & Ausstattung
- hervorragende Kamera (insbesondere Telelinse)
- gute Akkulaufzeit
- stabiles Gehäuse mit IP69
- gelungene KI-Features & 7 Jahre Updates
- Aufnahmen bei Nacht nicht immer scharf genug
- Luft nach oben bei Bilddetails der Hauptkamera
- KI bei Zoom nur mit aktiver Datenverbindung und nicht nachträglich
Honor Magic 7 Pro im Test: Top-Smartphone mit starker Kamera & 7 Jahren Updates
Das Honor Magic 7 Pro gehört für uns zu den unterschätzten Top-Smartphones. Im Test zeigt es eindrucksvoll, was ein aktuelles Flaggschiff leisten sollte.
Smartphones und Tablets von Honor haben uns in den bisherigen Tests oft positiv überrascht. Dennoch hat die einstige Huawei-Tochter bisher nicht so große Marktanteile in Deutschland wie andere Konkurrenten aus China oder Südkorea. Mit dem Magic 7 Pro ist das erste Flagship-Smartphone des Jahres erschienen, das mit dem überaus potenten Snapdragon 8 Elite sowie einer Telelinse mit 200 Megapixeln und einigen KI-Tricks eine deutliche Duftmarke setzt. Ob es in der Realität hält, was das Datenblatt verspricht? Das zeigt unser Testbericht.
Update: Im Rahmen des MWC hat Honor angekündigt, dass das Honor Magic 7 Pro künftig Software-Updates für 7 Jahre erhalten soll. Mittlerweile ist der Preis stark gefallen.
Design
Groß verändert gegenüber dem Vorgänger Magic 6 Pro hat sich auf den ersten Blick nicht. Erneut ist das große, runde Kameramodul ein sehr dominantes Merkmal auf der edlen und matt gehaltenen Rückseite aus gehärtetem Glas. Statt drei runder Öffnungen innerhalb des Moduls gibt es jetzt vier. Damit wirkt das Design etwas aufgeräumter und weniger wuchtig als noch beim 6er-Modell. Das Magic 7 Pro wirkt zwar elegant, kommt aber auch etwas nüchtern daher. An den Rändern der Rückseite ist das Gerät leicht gebogen und schmiegt sich so gut an die Hand an.
Die Verarbeitung ist ohne Makel, was bei einem vierstelligen Preis keine Überraschung sein sollte. Als Farben stehen Anthrazit sowie Silber im Marmorlook und Hellblau zur Auswahl. Mit Abmessungen von 162,7 × 77,1 × 8,8 mm bei einem Gewicht von 223 g gehört es zu den eher wuchtigen Smartphones, einhändige Bedienung ist hier nicht mehr ohne Weiteres möglich.
Umso erstaunlicher ist die Zertifizierung nach IP69. Damit übersteht das Magic 7 Pro sogar den Kontakt mit heißem Wasser unter hohem Druck. Das kennen wir sonst nur von Outdoor-Handys (Bestenliste). So filigran das Magic 7 Pro auch wirkt, es ist relativ robust. Wir hatten die Gelegenheit, es in den Julischen Alpen beim Schneewandern zu testen. Die Kälte kann dem Gerät wenig anhaben. Das Glas ist besonders bruchsicher und das Gehäuse ist recht stabil. Auch ohne Schutzhülle stehen die Chancen gut, dass es ein Missgeschick übersteht – auch wenn wir darauf nie eine Garantie geben können. Wir haben es aus Hüfthöhe auf den Büroboden fallen lassen, das Gerät überstand diese Prozedur.
Display
Der OLED-Bildschirm mit LTPO-Technologie bietet eine üppige Diagonale von 6,8 Zoll bei einer Auflösung von 2800 × 1280 Pixel. Das sorgt für eine stets messerscharfe Darstellung bei 453 PPI. Auch bei starkem Sonnenschein ist die Anzeige im Test stets ablesbar, selbst auf einem Alpengipfel in der Sonne. Laut Honor erreicht der Bildschirm rund 2000 Nits und bis zu 5000 Nits im HDR-Modus. Recht präsent ist die breite Notch mit den beiden Linsen, die etwas an die „Dynamic Island“ des iPhones erinnert.
Etwas aus der Zeit gefallen scheint die leicht gebogene Form an den Seiten, eigentlich sind Curved Displays aus der Mode gekommen. Letzten Endes bleibt das aber Geschmacksache. Die Blickwinkelstabilität ist hoch, die Darstellung erstklassig. Mit einer individuellen Aktualisierungsrate von 1 bis 120 Hz wirkt das Bild bei Animationen oder beim Scrollen immer sehr geschmeidig. Gleichzeitig verbraucht das Display aber auch weniger, wenn es bei statischen Inhalten die Bildwiederholrate herunterregelt.
Kamera
Herzstück ist die Kamera. Wie schon beim Vorgänger hat sich hier Honor besonders der Periskop-Telelinse gewidmet. Diese bietet einen dreifachen optischen Zoom und nutzt einen Sensor mit 200 Megapixeln bei einer Blende von f/2.6. Dazu kommt ein optischer Bildstabilisator (OIS). Die Hauptkamera mit OIS löst mit 50 Megapixeln auf und nutzt eine variable Blende von f/1.4 bis f/2.0. Auch die Weitwinkellinse bietet 50 Megapixel, kommt aber ohne OIS aus. Diese ist zudem für Makroaufnahmen verantwortlich. Vorn findet sich ebenfalls eine 50-Megapixel-Linse sowie eine weitere für Tiefenschärfe.
Am Tag gelingen hervorragende Aufnahmen mit allen Linsen. Bilddetails sind ausgeprägt, der Dynamikumfang ist ausgesprochen weitreichend. Die Abstimmung der Kontraste ist stimmig, die Farben wirken ausgeprägt, aber dennoch natürlich. Farbliche Unterschiede sind zwischen den einzelnen Linsen kaum wahrzunehmen. Der dreifache optische Zoom liefert ansprechende und scharfe Aufnahmen, die sogar bei sechsfachem Zoom noch sehr detailliert aussehen. Theoretisch kann man bis zu 100-fach digital heranzoomen.
Auch bei Dunkelheit sehen Fotos klasse aus, auch wenn es hier einige Schwächen zu erkennen gibt. So wirken Lichter von Gebäuden bei Dunkelheit gelegentlich wie Schlieren oder leicht verwaschen. Bei der Schärfe ist also noch Luft nach oben. Damit ist die Kamera nicht perfekt, es ist aber auch Jammern auf recht hohem Niveau. In Hinblick auf Nachtaufnahmen sowie Bilddetails haben hier Konkurrenten wie Samsung oder Google leicht die Nase vorn. Videoaufnahmen sind in 4K mit 60 FPS möglich und sehen richtig gut aus.
Natürlich dürfen KI-Features hier nicht fehlen: So kann man ab einer 30-fachen Zoomstufe KI-Unterstützung dazuholen, die dann Details an Bildern ergänzt. Das sieht teilweise sehr beeindruckend aus, erweckt aber auch manchmal den Eindruck, dass hier von der KI gephotoshoppt wird. Einen Haken gibt es: Das KI-Feature für das Teleobjektiv funktioniert nur bei aktiver Datenverbindung gut. Nur mit On-Board-KI (offline) wirken die Motive kaum nachgeschärft. Zudem kann der Effekt nicht mehr im Nachhinein angewandt werden – schade. Auch für Porträts gibt es eine KI-Funktion, die kleine Bilddetails ergänzt, etwa Augenbrauen. Zudem gibt es drei spezielle Porträt-Filter des Fotostudios Harcourt aus Paris, die wir bereits im Honor 200 getestet haben.
Honor Magic 7 Pro – Originalaufnahmen
Ausstattung
Der zweite Star des Magic 7 Pro ist der neue Snapdragon 8 Elite von Qualcomm. Verglichen mit dem Snapdragon 8 Gen 3 hat die CPU hier abermals einen großen Sprung nach vorn gemacht. Damit stehen für alle denkbaren Aufgaben immer genügend Reserven parat.
Beim Benchmark „Wild Life Extreme“ von 3Dmark erreichen wir mit 6500 einen neuen Rekord in unseren Messungen. Bei „Solar Bay“ sind es stolze 11.000 Punkte. Einziger kleiner Makel: Bei einem längeren Belastungstest mit dem Stresstest von „Wild Life Extreme“ bricht das Gerät wegen hoher Wärmentwicklung mehrfach ab. Auch im Alltag ist immer genug Power da, was die 20.000 Punkte bei PCmark Work 3.0 belegen. Entsprechend flott und flüssig reagiert das Gerät.
Erstklassig ist auch die übrige Ausstattung: stolze 512 GB interner Speicher der schnellen Art nach UFS 4.0 sowie 12 GB RAM. Dazu kommen USB-C 3.2, Bluetooth 5.4 mit LDAC und Wi-Fi 7 sowie die präzise Ortung via GPS, Glonass, Beidou und Galileo. Dank zweier Kameras an der Front ist eine 3D-Gesichtserkennung möglich, die wesentlich sicherer gegen Täuschungsversuche ist als nur mit einer Linse. Die Qualität beim Telefonieren ist gut, auch die Lautsprecher liefern einen ordentlichen Klang.
Honor-Smartphones unterstützen jedoch den BMW Digital Key nicht. Dieser ist nur mit bestimmten Modellen von Herstellern wie Apple, Samsung, Google, Motorola, Oneplus oder Xiaomi kompatibel.
Software
Honor hat seine Bedienoberfläche Magic OS 9 ordentlich überarbeitet. Das System wirkt jetzt deutlich aufgeräumter, auch wenn sich an der Grundstruktur wenig geändert hat. Darunter läuft bereits Android 15. Die Bedienoberfläche orientiert sich an iOS und EMUI von Huawei. Einen App-Drawer gibt es nicht, das Einstellungsmenü ist wie gewohnt zweigeteilt, oben in den Einstellungen gibt es weiterhin eine Zweiteilung: Benachrichtigungen erreicht man mittig von oben, weiter rechts findet man das Kontrollzentrum mit Einstellungen. Der Sicherheits-Patch ist zum Testzeitpunkt im Januar auf dem neuesten Stand. Updates waren ursprünglich für 5 Jahre geplant, mittlerweile hat Honor den Zeitraum auf stolze 7 Jahre ausgedehnt.
Magic OS bietet zudem eine Multi-Windows-Option. Von rechts kann man ferner eine Leiste einblenden mit den am meisten genutzten Apps. Auch das Feature „Magic Portal“ ist jetzt besser integriert. Damit kann man etwa eine Adresse aus einer Textnachricht markieren und direkt über das Portal einer App wie Google Maps zuordnen und aufrufen. Mit einer Kreisbewegung des Fingerknöchels lässt sich alternativ ein Bildausschnitt auf dem Display markieren – das Honor-Pendant zu Samsungs „Circle to Search“. Anschließend kann der markierte Bereich entweder direkt per Messenger geteilt oder zur Objekterkennung bei Google genutzt werden.
Zusätzlich sind verschiedene KI-Funktionen integriert, darunter Google Gemini, ein eigener Fotoradierer in der Kamera-App, ein Übersetzungstool sowie eine Funktion zur automatischen Zusammenfassung von Mitschriften oder Transkripten in der Notizen-App.
Akku
Honor baut einen Li-Po-Akku mit 5270 mAh ein, die chinesische Ausführung bietet hier mehr. Der Vorgänger Magic 6 Pro hatte ebenfalls einen etwa größeren Akku. Das ist ein leichter Schritt zurück, der aber mit europäischen Sicherheitsvorschriften zum Transport von Produkten mit Akkus zusammenhängt. Beim Battery Test kommen wir auf eine simulierte Laufzeit von rund 13 Stunden. Das ist ein guter Wert, auch wenn andere Flaggschiff-Handys in diesem Test noch länger durchhalten. Einen Tag sollte das Magic 7 Pro locker aushalten, bei zurückhaltender Nutzung sind auch zwei Tage drin.
Beachtlich ist die Ladeleistung: Per Netzteil sind Ladevorgänge mit bis zu 100 W via Honor Supercharge möglich, kabellos mit 80 W (Honor Wireless Supercharge). Leider legt Honor kein Netzteil bei. Wer also wirklich schnell laden will, muss ein entsprechendes Gerät selbst besorgen. Kabelgebunden ist das Gerät damit in knapp 30 Minuten voll aufgeladen. Kabellos dauert das bei 80 W etwa 45 Minuten.
Preis
Die UVP für das Honor Magic 7 Pro beträgt rund 1300 Euro. Mittlerweile ist der Preis deutlich gesunken und liegt derzeit bei 699 Euro für das weiße Modell und 699 Euro für die schwarze Variante.
Fazit
Das Honor Magic 7 Pro überzeugt als Flaggschiff mit Top-Ausstattung. Herausragende Merkmale sind die Kamera mit 200-Megapixel-Telelinse sowie der leistungsfähige Snapdragon 8 Elite, der neue Maßstäbe in der Performance setzt. Auch die stabile Verarbeitung mit IP69-Zertifizierung und die hochwertige OLED-Anzeige machen das Smartphone wirklich schmackhaft. Dazu kommen einige KI-Funktionen, die Honor gekonnt ausgebaut hat.
Das Smartphone zeigt wenige Schwächen. Zu nennen wäre hier eine gewisse Wärmeentwicklung unter Dauerlast sowie bei der Nachtfotografie, wo es nicht ganz mit den besten Smartphones mithalten kann. Die Akkulaufzeit ist solide, aber nicht überragend. Die schnelle Ladefunktion ist toll, ein passendes Netzteil muss man aber selbst besorgen. Für Nutzer, die Wert auf Spitzentechnologie, Leistung und eine hervorragende Kamera legen, ist das Magic 7 Pro eine hervorragende Wahl. Allerdings wirkt der technische Sprung im Vergleich zum Vorgänger auf uns nicht so groß.
Hinweis: Der Testbericht stammt vom 18.01.2025; letztes Feature und Preis-Update am 24.03.2025
Huawei Pura 80 Pro
Huawei Pura 80 Pro
Kamera-Kracher mit Haken: Das Huawei Pura 80 Pro liefert Fotos auf Spitzenniveau – doch die US-Sanktionen hinterlassen tiefe Spuren.
- hervorragende Kamera
- lange Akkukaufzeit
- tolles OLED-Display
- kein 5G
- mittelmäßige Performance
- Play Store nur über Umwege
- anfällig für Fingerabdrücke
Huawei Pura 80 Pro im Test: Smartphone nur für Fans und Hobby-Fotografen
Kamera-Kracher mit Haken: Das Huawei Pura 80 Pro liefert Fotos auf Spitzenniveau – doch die US-Sanktionen hinterlassen tiefe Spuren.
Wer gerne fotografiert und ein Smartphone sucht, das hier wirklich glänzt, sollte genauer hinschauen: Mit dem Pura 80 Pro bietet Huawei eine günstigere Alternative zum Pura 80 Ultra (Testbericht). Optisch sind beide kaum zu unterscheiden, auch unter der Haube teilen sie sich viele Komponenten. Einziger großer Unterschied: Die zweite Periskop-Telelinse des Ultra-Modells fehlt. Für Hobbyfotografen bleibt das Pura 80 Pro trotzdem ein starkes Paket.
Doch es gibt einen Wermutstropfen – und der wiegt schwer. Wegen der US-Sanktionen muss Huawei auf 5G verzichten, der Prozessor hinkt der Konkurrenz hinterher, und Google-Dienste fehlen komplett. Letztere lassen sich mit etwas Aufwand aber nachrüsten.
Aber lohnt sich das Pura 80 Pro als Google-freie Foto-Alternative wirklich? Der Test klärt auf.
Design
Das Huawei Pura 80 Pro sieht nahezu identisch aus wie das Pura 80 Ultra. Auffällig ist die glänzende Oberfläche in Klavierlack-Optik, die allerdings sehr anfällig für Fingerabdrücke ist. Äußerst präsent ist erneut das große Kameramodul mit drei Öffnungen, das fast um das Doppelte der Gehäusedicke herausragt.
Insgesamt wirkt auch das Pura 80 Pro recht klobig und kopflastig. Mit Abmessungen von 163 × 76,1 × 8,3 mm fällt das Gerät groß aus und bringt 219 g auf die Waage, was sich bei der Handhabung bemerkbar macht. Die Verarbeitung ist hochwertig, und dank der IP68-/IP69-Zertifizierung ist das Pura 80 Pro zuverlässig gegen Staub und Wasser geschützt. Huawei setzt an Vorder- und Rückseite auf Kunlun Glass statt auf Gorilla Glass, das sich im Alltag ebenfalls als robust erweist.
Display
Das Huawei Pura 80 Pro kommt mit einem üppigen 6,8-Zoll-AMOLED-Display. Dank LTPO-Technologie passt sich die Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1 und 120 Hertz an – alternativ lässt sie sich auf 60 oder 120 Hertz fixieren. Bei einer Auflösung von 2848 × 1276 Pixeln ist die Darstellung sehr scharf. Auf Wunsch regelt das Smartphone die Auflösung ebenfalls automatisch.
In der Praxis überzeugt der Bildschirm mit kräftigen Farben, tiefem Schwarz und gut lesbaren Schriftarten. Im Test konnten wir die Anzeige auch bei direktem Tageslicht stets gut ablesen. Laut Huawei erreicht das Display kurzzeitig eine Spitzenhelligkeit von bis zu 3000 Nits.
Farbmodi und Farbtemperatur sind anpassbar, dazu gibt es einen Dark Mode und Blaulichtfilter. Praktisch: Der zweistufige E-Book-Modus arbeitet wahlweise monochrom oder mit reduzierter Farbdarstellung. Eine Schutzfolie ist zudem ab Werk aufgebracht.
Kamera
Das Huawei Pura 80 Pro setzt auf eine Triple-Kamera. Die zweite Periskop-Telelinse des Ultra-Modells mit ihrem starken 9,4-fachen Zoom ist hier dem Rotstift zum Opfer gefallen – der wesentliche Unterschied zwischen Pro und Ultra.
Die Hauptkamera arbeitet mit 50 Megapixeln und bietet einen optischen Bildstabilisator sowie eine variable Objektivöffnung. Diese steuert Lichteinfall und Tiefenschärfe mechanisch direkt am Objektiv, statt sie nur digital zu simulieren. Das sorgt für eine natürliche Bildästhetik. Dazu kommt eine Ultraweitwinkellinse mit 40 Megapixeln. Das dritte Objektiv im Bunde ist eine Telelinse mit maximal vierfachem optischem Zoom.
Bei Tageslicht gelingen exzellente Fotos, sowohl mit der Hauptkamera als auch mit den übrigen Linsen. Bilddetails sind hoch, der Dynamikumfang sehr ausgeprägt, die Schärfe überzeugend. Farben wirken natürlich. Die Ultraweitwinkelaufnahmen weichen farblich kaum ab, sind bei den Details minimal weniger ausgeprägt. Die Telelinse liefert vierfachen optischen Zoom ohne Verluste, auch Vergrößerungen bis zum zehnfachen Faktor sind noch ausreichend scharf.
Bei Dunkelheit liefert die Kamera des Pura 80 Pro ebenfalls ab. Bildrauschen ist zwar bisweilen feststellbar, hält sich aber in Grenzen. Die Kamera hellt Aufnahmen spürbar und gekonnt auf – lediglich die Ultraweitwinkellinse ist bei Dunkelheit nicht mehr zu empfehlen. Bei hohen Zoomstufen wirken Aufnahmen mit der Telelinse nachts zudem etwas verwaschen.
Videoclips sehen bei bis zu 4K mit 60 FPS sehr scharf aus und sind gut stabilisiert. Selfies gelingen ebenfalls tadellos.
Huawei Pura 80 Pro – Originalaufnahmen
Ausstattung
Die US-Sanktionen hinterlassen beim Pura 80 Pro deutliche Spuren. Huawei hat keinen Zugang mehr zu aktuellen ARM-Architekturen und muss auf den Hisilicon Kirin 9020 zurückgreifen. Der Chip taktet mit bis zu 2,5 GHz und basiert auf dem inzwischen betagten 7-Nanometer-Prozess – Performance auf Mittelklasse-Niveau ist die Folge.
Die Benchmark-Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: Bei PCMark Work sind es rund 10.000 Punkte, 3DMark Wild Life schafft etwa 5500 Punkte, bei Wild Life Extreme werden nur rund 1700 Punkte erreicht. Vergleichbar ist das mit einem Qualcomm Snapdragon 6 Gen 3. Im Alltag arbeitet das Smartphone flüssig, bei aufwendigen Games oder rechenintensiven Apps zeigen sich aber schnell die Grenzen.
Auch beim Mobilfunk macht sich das Embargo bemerkbar: 5G sucht man vergeblich, mehr als LTE ist nicht drin. Großzügiger fällt die Speicherausstattung aus. Huawei verbaut 512 GB internen Speicher und 12 GB RAM. Bei der Konnektivität bietet das Pura 80 Pro hingegen die neuesten Standards: USB-C 3.1, Wi-Fi 7, Bluetooth 5.2 mit Unterstützung für LDAC, L2HC, AAC und SBC sowie NFC und einen Infrarot-Port. Bei der Ortung setzt das Gerät auf GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und Navic.
Software
Das Huawei Pura 80 Pro nutzt EMUI als Bedienoberfläche, Huaweis eigene Anpassung auf Android-Basis. Das hauseigene Harmony OS bleibt vorerst dem chinesischen Markt vorbehalten. EMUI ist dennoch übersichtlich gestaltet und läuft sehr geschmeidig.
Statt auf Google-Dienste und -Apps setzt Huawei auf eigene Alternativen aus der Huawei App Gallery. Zwar sind dort mittlerweile zahlreiche Anwendungen vorhanden – wenn auch kaum von US-Anbietern, dafür finden sich immer mehr europäische Dienstleister. Mit dem Angebot des Google Play Store kann die Auswahl aber nicht mithalten. Das kann sich negativ auswirken, wenn man auf eine bestimmte Banking-App angewiesen ist, die es nicht in der App Gallery gibt. Zudem zeigt die App Gallery teils aufdringliche Werbung.
Wer bestimmte Apps vermisst, kann über Petal Search nach APK-Dateien im Netz suchen. Eine weitere Option: Zahlreiche Android Apps aus dem Play Store lassen sich über die quelloffene Neuimplementierung Micro G sowie den Aurora Store nachträglich einrichten. Der Vorgang ist nicht allzu kompliziert, setzt aber ein Google-Konto voraus. Die meisten Apps laufen damit problemlos, automatische Updates funktionieren allerdings nicht immer zuverlässig. Außerdem erfordert diese Methode erweiterte Systemrechte – ein gewisses Sicherheitsrisiko sollten Nutzer einkalkulieren.
Akku
Die Akkukapazität von 5170 mAh klingt zunächst nicht überragend, doch das Pura 80 Pro überrascht im Test mit beeindruckender Ausdauer. Ein Vorteil des nur mäßig leistungsstarken Prozessors – er genehmigt sich eben weniger Strom. Zudem ist das System auf Effizienz getrimmt. Im Battery Test von PCMark erreichte das Gerät eine Top-Laufzeit von knapp unter 17 Stunden und setzt sich damit an die Spitze unserer Messungen – Outdoor-Handys ausgenommen.
Im Alltag dürfte das Pura 80 Pro bei normaler Nutzung locker zwei Tage durchhalten. Beim Laden geht es flott zur Sache: Huawei legt ein 100-W-Netzteil bei. Eine vollständige Ladung dauert knapp über eine Stunde, nach 30 Minuten sind bereits rund 50 Prozent im Akku. Auch kabelloses Laden per Qi ist möglich – mit üppigen 80 Watt.
Preis
Die UVP für das Huawei Pura 80 Pro liegt bei stolzen 1100 Euro. Der Straßenpreis startet derzeit bei rund 870 Euro. Als Farben stehen Schwarz, Rot und Weiß zur Auswahl, jeweils in glänzendem Finish.
Fazit
Huawei beweist mit dem Pura 80 Pro, wie gut eine Smartphone-Kamera sein kann. Gegenüber dem Ultra-Modell fehlt zwar der starke optische Zoom, doch für die meisten Zwecke erfüllt die Telelinse des Pro-Modells ihren Job vorbildlich und liefert tolle Aufnahmen. Das Design ist gelungen, wenn auch etwas klobig und kopflastig. Die Verarbeitung bewegt sich auf sehr hohem Niveau.
Allerdings bleibt das Pura 80 Pro nur etwas für Liebhaber von Huawei-Produkten und Foto-Fans. Aufgrund der US-Sanktionen müssen Käufer zu viele Abstriche machen: 5G gibt es nicht, der Prozessor bietet nur noch Leistung auf Mittelklasse-Niveau. Immerhin gelangt man über Umwege wie Micro G oder den Aurora Store an das App-Angebot des Play Store.
Huawei Pura 80 Ultra
Huawei Pura 80 Ultra
Das Huawei Pura 80 Ultra setzt mit seiner Kamera neue Maßstäbe. Deutliche Einschränkungen machen es jedoch nur zu einem Smartphone für Liebhaber.
- beste Smartphone-Kamera
- exzellentes Display
- hochwertige Verarbeitung
- mäßige Performance
- Google-Dienste und Apps nur über Umwege
- ohne 5G
Huawei Pura 80 Ultra im Test: Die beste Smartphone-Kamera – aber mit Haken
Das Huawei Pura 80 Ultra setzt mit seiner Kamera neue Maßstäbe. Deutliche Einschränkungen machen es jedoch nur zu einem Smartphone für Liebhaber.
Ohne 5G, keine echte High-End-Performance, Google-Dienste nur über Umwege: Die US-Sanktionen begrenzen Huaweis Smartphones seit Jahren deutlich. Dennoch demonstriert der Hersteller eindrucksvoll, wie leistungsfähig mobile Hardware weiterhin sein kann. Bei der Kamera ist dem Huawei Pura 80 Ultra aktuell kaum ein Gerät ebenbürtig. Ob sich das Smartphone trotz aller Hürden empfiehlt, zeigt dieser Test.
Auch die Kollegen der c’t haben das Pura 80 Ultra getestet. Wir fassen ihre Erkenntnisse zusammen und gleichen sie mit unseren eigenen Erfahrungen ab. Der vollständige Testbericht der c’t findet sich hier als Plus-Artikel: Huawei Pura 80 Ultra – Google-freies Smartphone im Test.
Design
Das Huawei Pura 80 Ultra gibt sich mit seiner glänzenden Oberfläche ausgesprochen präsent, besonders in der Farbvariante Gold. Die spiegelnde Glasrückseite zieht Blicke auf sich, aber auch Fingerabdrücke. Noch auffälliger ist jedoch das üppige Kameramodul, das weit aus dem Gehäuse herausragt. An dieser Stelle ist das Smartphone nahezu doppelt so dick wie der restliche Korpus, was es deutlich kopflastig macht.
Mit Abmessungen von 163 × 76,1 × 8,3 mm fällt das Gerät groß aus und bringt über 230 g auf die Waage, was sich beim Handling und Tragen bemerkbar macht. Die Verarbeitung ist hochwertig, und dank der IP68-/IP69-Zertifizierung ist das Pura 80 Ultra zuverlässig gegen Staub und Wasser geschützt. Huawei setzt an Vorder- und Rückseite auf Kunlun Glass statt auf Gorilla Glass, das sich im Alltag ebenfalls als robust erweist.
Display
Das Huawei Pura 80 Ultra setzt auf ein großformatiges 6,8-Zoll-OLED-Display mit LTPO-Technologie. Die Auflösung von 2848 × 1276 Pixeln sorgt für eine sehr scharfe Darstellung. Dank LTPO passt sich die Bildwiederholrate dynamisch zwischen 1 und 120 Hertz an, lässt sich aber auch fest auf 60 oder 120 Hertz einstellen. Gleiches gilt für die Auflösung, die optional automatisch geregelt wird.
Der Bildschirm überzeugt mit kräftigen Farben, tiefem Schwarz und gut lesbaren Schriften. Eine Schutzfolie ist ab Werk angebracht. Farbmodi und Farbtemperatur sind anpassbar, hinzu kommen Dark Mode und Blaulichtfilter. Es gibt sogar einen zweistufigen E-Book-Modus, der wahlweise monochrom oder mit reduzierter Farbdarstellung arbeitet.
Laut Hersteller erreicht das Panel kurzzeitig bis zu 3000 Nits (auch cd/m²). Die Kollegen der c’t konnten maximal 1235 Nits messen – ausreichend für gute Ablesbarkeit auch bei hellem Umgebungslicht, wenn auch kein Spitzenwert.
Kamera
Das Pura 80 Ultra setzt klar auf Fotografie. Herzstück ist eine 50-MP-Hauptkamera mit großem 1-Zoll-Sensor, variabler Blende (ƒ/1,6 bis ƒ/4) und optischer Bildstabilisierung. Ergänzt wird sie durch eine 40-MP-Ultraweitwinkelkamera sowie zwei stabilisierte Telekameras mit 3,7- und sogar 9,4-fachem Zoom.
Die Hauptkamera des Huawei Pura 80 Ultra liefert überzeugende Bilder mit hoher Schärfe, natürlichen Farben und stimmiger Dynamik. Bei genauer Betrachtung allerdings treten vereinzelt Moiré-Effekte auf. Im Nachtmodus bleibt die Darstellung angenehm natürlich, bei wenig Licht nehmen jedoch Bildrauschen und sichtbare Softwareartefakte zu.
Die beiden Teleobjektive teilen sich einen großen 1/1,28-Zoll-Sensor, der mechanisch zwischen den Optiken verschoben wird. Parallel arbeiten können sie nicht: Das 3,7-fach-Tele nutzt auf Wunsch die volle 50-Megapixel-Auflösung, das 9,4-fach-Tele ist auf 12,5 Megapixel begrenzt. Dank optischer Bildstabilisierung gelingen auch bei Dunkelheit scharfe, detailreiche Aufnahmen mit hoher Trefferquote. Erst bei sehr hohen Zoomstufen kommt es zu verwaschenen Aufnahmen.
Abstriche gibt es bei der Ultraweitwinkelkamera, die zwar viel Bildinhalt einfängt, bei Schärfe und Detailzeichnung aber sichtbar zurückliegt. Die Frontkamera überzeugt hingegen mit scharfen, gut belichteten Selfies und natürlichen Hauttönen. Videos zeichnen Haupt- und Frontkamera bis 4K mit 60 FPS auf.
Huawei Pura 80 Ultra – Originalaufnahmen
Ausstattung
Die größten Schwächen gehen auf die US-Sanktionen gegen Huawei zurück. Aktuelle ARM-Architekturen stehen dem Konzern nicht mehr zur Verfügung. Der Hisilicon Kirin 9020 mit bis zu 2,5 GHz wird daher noch im 7-Nanometer-Verfahren gefertigt und erreicht lediglich Mittelklasse-Niveau.
Das bestätigen die Benchmarks: PCMark Work weist rund 10.000 Punkte aus, 3DMark Wild Life etwa 5000 Punkte, Wild Life Extreme lediglich rund 1700 Punkte. Damit liegt der Kirin 9020 auf dem Niveau eines Qualcomm Snapdragon 6 Gen 3. Für den Alltag reicht die Leistung aus, für anspruchsvolle Anwendungen oder grafikintensive Spiele ist sie jedoch zu gering.
Eine weitere Folge der Sanktionen: Es bleibt bei LTE (4G), 5G fehlt. Gut ausgestattet zeigt sich das Gerät dagegen beim Speicher mit 512 GB internem Speicher und 16 GB RAM. Hinzu kommen USB-C 3.1, Wi-Fi 7, Bluetooth 5.2 (LDAC, L2HC, AAC, SBC), NFC und ein Infrarot-Port. Zur Positionsbestimmung unterstützt das Smartphone GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und Navic.
Software
Auf dem Huawei Pura 80 Ultra läuft EMUI, eine von Huawei angepasste Oberfläche auf Basis von Android. Das vollständig selbst entwickelte Harmony OS setzt der Hersteller bislang nur in China ein. Google-Dienste fehlen weiterhin und werden durch eigene Angebote ersetzt. Zwar liefert Huawei zahlreiche Apps vorinstalliert aus, die Appgallery bleibt jedoch deutlich kleiner als der Google Play Store und fällt zudem durch starke Werbeeinblendungen auf.
Ergänzend kann Petal Search nach APK-Dateien im Netz suchen. Alternativ lassen sich Google-Dienste über Micro G und den Aurora-Store nachrüsten. Installation und Einrichtung sind vergleichsweise einfach, setzen jedoch ein Google-Konto voraus. Die meisten Apps funktionieren damit, allerdings nicht immer mit automatischen Updates. Zudem erfordert dieser Weg zusätzliche Systemrechte und ist mit einem gewissen Sicherheitsrisiko verbunden.
Akku
Die Akkukapazität fällt mit 5170 mAh solide, im Vergleich zur chinesischen Konkurrenz aber nicht überdurchschnittlich aus. Die Laufzeit von 15,5 Stunden im PCMark Battery Test ist dennoch ordentlich und reicht bei moderater Nutzung für bis zu zwei Tage. Im Spieletest der c’t-Kollegen erreichte das Gerät rund 17 Stunden – ein Wert, der auch der eher mäßigen Rechenleistung geschuldet ist. Beim WLAN-Streaming hielt das Smartphone etwa 11 Stunden durch.
Per Kabel lädt das Pura 80 Ultra mit bis zu 100 Watt und ist damit in weniger als einer Stunde vollständig geladen; ein passendes Netzteil liegt bei. Kabellos sind bis zu 80 Watt möglich.
Preis
Die unverbindliche Preisempfehlung liegt mit 1499 Euro sogar über dem üblichen Flaggschiff‑Niveau. Inzwischen ist das Smartphone ab 1220 Euro erhältlich. Zur Auswahl stehen die Farben Gold und Schwarz.
Fazit
Die Kamera gehört zum Besten, was der Markt derzeit bietet, insbesondere die Telelinsen mit hohen Zoomstufen sind bemerkenswert. Der hohe Preis in Verbindung mit den massiven Einschränkungen durch die US‑Sanktionen macht das Gerät jedoch zur Nischenlösung für Fans und Liebhaber. Standards wie 5G fehlen, die Performance ist nicht mehr zeitgemäß, wenn auch für den Alltag noch ausreichend. Eine klare Kaufempfehlung kann nicht ausgesprochen werden.
Samsung Galaxy S25 Ultra
Samsung Galaxy S25 Ultra
Das Samsung Galaxy S25 Ultra wirkt auf den ersten Blick nicht revolutionär neu, bietet im Detail aber starke Verbesserungen. Mehr dazu im Test.
- Top-Performance
- lange Akkulaufzeit
- exzellente Kamera
- hervorragendes Display
- 7 Jahre Sicherheits-Updates
- teuer
- S-Pen ohne Bluetooth
- keine Speichererweiterung möglich
- wenig Innovationen
Samsung Galaxy S25 Ultra im Test: Wie immer ein erstklassiges Smartphone
Das Samsung Galaxy S25 Ultra wirkt auf den ersten Blick nicht revolutionär neu, bietet im Detail aber starke Verbesserungen. Mehr dazu im Test.
Samsung hat sein neues Flaggschiff-Handy vorgestellt. Neben dem Apple iPhone gehört die Galaxy-S-Reihe zu den meist erwarteten Smartphone-Neuheiten des Jahres. Große Änderungen gibt es auf den ersten Blick wenig, doch im Detail hat sich einiges getan.
Das Galaxy S25 Ultra setzt auf den leistungsstarken Snapdragon 8 Elite von Qualcomm. Die Kamera erhält ein neues 50-Megapixel-Weitwinkelobjektiv. Samsung integriert zudem seine KI-Features noch tiefer in das Smartphone und System. Optisch bleibt das Ultra-Modell der Designsprache der Reihe treu – mit einem kantigen Gehäuse, rechteckigen Seiten und abgerundeten Ecken. Ob es das beste Android-Smartphone des Jahres ist, klären wir im Test.
Design
Samsung passt das Ultra-Modell stärker an die restliche Galaxy-S-Serie an. Die Ecken sind nun sanfter abgerundet, wodurch das Smartphone angenehmer in der Hand liegt. Gleichzeitig ist der Rahmen kantiger und rechteckiger als beim Vorgänger. Dadurch lässt sich das S25 Ultra auf den ersten Blick kaum vom S25+ unterscheiden. Es wirkt jedoch in unseren Augen jetzt eleganter und weniger klobig als sein Vorgänger.
Die Verarbeitung des Titanrahmens ist erstklassig und vermittelt hohe Wertigkeit. Ein stilistischer Bruch zeigt sich beim S-Pen: Er verschwindet zwar nahtlos im Gehäuse, wirkt mit seiner hellgrauen Kunststoff-Optik aber weniger hochwertig als der Rest des Designs.
Mit 162,8 × 77,6 × 8,2 mm bleibt das S25 Ultra nahezu unverändert, ist aber mit 219 g rund 10 g leichter und minimal dünner als zuvor. Auf der Rückseite kommt Gorilla Glass Victus 2 zum Einsatz. Zudem ist das Smartphone nach IP68 gegen Staub und Süßwasser bis in eine Tiefe von 1,5 m für 30 Minuten geschützt – nicht jedoch gegen Salzwasser, Chlor, Seifenlauge oder heiße Flüssigkeiten. Wichtig: Der SIM-Kartenhalter muss fest verschlossen sein, um Wassereintritt zu verhindern.
Samsung Galaxy S25 Ultra – Bilderstrecke
Display
Wie beim Vorgänger setzt Samsung auf ein flaches Display – ideal für die Nutzung des S-Pen. Der Displayrand wurde weiter verschlankt, wodurch die Diagonale von 6,8 auf 6,9 Zoll wächst. Die 3120 × 1440 Pixel Auflösung sorgt für ein gestochen scharfes Bild mit 499 PPI. Dank einer adaptiven Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hz bleibt das Bild flüssig, während der Energieverbrauch optimiert wird.
Neu ist der Schutz durch Corning Gorilla Armor 2, das noch widerstandsfähiger sein soll und Reflexionen reduziert. Samsung verspricht, dass das Display Stürze aus einer Höhe von 2,2 m auf harten Untergrund übersteht. Wir haben es nicht übers Herz gebracht, das wirklich zu testen.
Mit einer maximalen Helligkeit von 2600 Nits bleibt das Display auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar. Die Reflexionsminderung durch Gorilla Armor 2 ist spürbar, verhindert Spiegelungen aber nicht vollständig.
Kamera
Das Setup belässt Samsung bei der Quad-Kamera und zwei Telelinsen nahezu gleich. Samsung hat primär bei der Weitwinkellinse nachgebessert, die jetzt mit bis zu 50 Megapixel auflöst. Üblicherweise fasst sie per Pixel-Binning vier Bildpunkte zu einem zusammen. Dazu kommt die potente 200-Megapixel-Linse (f/1.7) mit optischer Bildstabilisierung (OIS) sowie eine Periskop-Telelinse mit 50 Megapixel, OIS und ein weites Teleobjektiv mit 10 Megapixeln (f/2.4) und OIS. Für Selfies kommt erneut eine 12-Megapixel-Linse (f/2.2.) zum Einsatz.
Die Hauptlinse liefert schon wie die Vorgänger exzellente und scharfe Aufnahmen bei Tag, mit ausgeprägten Bilddetails und einem weiten Dynamikumfang. Farben und Kontraste wirken sehr naturgetreu. Auch bei Dunkelheit gelingen gute Fotos mit einem effektiv aufhellendem Nachtmodus. Bildrauschen hält sich in Grenzen, Details sind meistens gut erkennbar, auch wenn Aufnahmen etwas verwaschen wirken. Lediglich eine Aufnahme des Sternenhimmels wollte in der Großstadt nicht so recht gelingen.
Beide Telelinsen liefern ab, wobei Fotos mit der Periskop-Telelinse bei fünffacher Vergrößerung detaillierter sind als mit der einfachen Telelinse bei dreifachem Zoom. Auch bei zehnfachem Hybrid-Zoom sind Aufnahmen noch ausreichend scharf. Aufnahmen mit dem Weitwinkelobjektiv weichen farblich nicht von der Hauptlinse ab und bieten jetzt deutlich mehr Details als beim S24 Ultra. Einen expliziten Makromodus gibt es an sich nicht, aber mit der Weitwinkellinse gelingen jetzt bessere Nahaufnahmen. Auch an den Selfies ist nichts auszusetzen. Videoaufnahmen sehen ebenfalls klasse und hervorragend stabilisiert aus.
Samsung Galaxy S25 Ultra – Originalaufnahmen
Ausstattung
Mit dem Snapdragon 8 Elite kommt der beste Prozessor von Qualcomm zum Einsatz. Der Zusatz „for Galaxy“ verdeutlicht, dass er für Samsung optimiert wurde. Die Performance ist grandios – bis zu 6800 Punkte bei Wild Life Extreme von 3DMark sowie 20.000 Punkte bei PCMark sind eine Ansage. Das Galaxy S25 Ultra reagiert immer flott, egal ob beim Gaming oder produktiven Tätigkeiten. Die Reserven dürften auch noch auf Jahre hinaus ausreichen. Luft nach oben ist lediglich bei der Effizienz, die beim Stress-Test von Wild Life Extreme nur auf etwa 51 Prozent kommt.
Der Arbeitsspeicher beträgt immer 12 GB RAM. Als interner Speicher stehen jeweils 256 GB, 512 GB oder 1 TB zur Auswahl – und zwar in der schnellen Variante UFS 4.0. Eine Speichererweiterung ist aber nicht möglich. Auch die Schnittstellen arbeiten nach neuesten Standards mit Bluetooth 5.4, NFC, UWB, Wi-Fi 7, 5G sowie USB-C 3.2. Zur Ortung nutzt das Gerät GPS, Glonass, Beidou und Galileo mit einer Genauigkeit von rund 3 m laut GPS-Test.
Die Sprachqualität beim Telefonieren ist gut, die Stimmen der Teilnehmer jeweils deutlich zu verstehen – ein kleines Rauschen ist gelegentlich zu vernehmen, was aber auch an der Netzqualität am Standort liegen könnte. Die Soundqualität der Lautsprecher ist ebenfalls überzeugend und liefert einen sehr klaren Klang.
Der Fingerabdruckleser sitzt unter dem Bildschirm im unteren Drittel und arbeitet schnell und verlässlich. Die Entsperrung per Gesichtserkennung ist möglich, aber weniger sicher, da hier nur 2D-Technologie zum Einsatz kommt. Einen kleinen Rückschritt gibt es beim S-Pen. Dieser unterstützt kein Bluetooth mehr, eignet sich folglich auch nicht mehr als Fernsteuerung für den Fotoauslöser.
Software
Das Galaxy S25 Ultra wird bereits mit Android 15 und One UI 7 ausgeliefert. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt im Januar aus dem Dezember. Vorbildlich ist Samsung bei den Updates: Mittlerweile können Käufer mit 7 Jahren Software-Support sowie sieben Android-Versionen rechnen. Vermutlich überdauert damit die Software in den meisten Fällen die Hardware.
Augenmerk des S25 Ultra ist die noch tiefere und App-übergreifende Integration der KI. Besonders spannend sind die neuen „AI Agents“, die App-übergreifende Aufgaben erledigen. So ersetzt Googles Gemini weitgehend Samsungs Bixby und führt komplexe Befehle aus, etwa das Suchen von Sport-Events, das Erstellen von Kalendereinträgen und das Versenden von Nachrichten. So kann man das Gerät bitten, die nächsten fünf Spiele einer Fußballmannschaft direkt im Kalender zu hinterlegen. Bixby verschwindet allerdings nicht ganz, das kann etwas verwirrend sein.
Weitere KI-Funktionen umfassen die sprachbasierte Suche in den Einstellungen und Fotos sowie „AI Select“ zum automatischen Zuschneiden von Bildschirminhalten. „Circle-to-Search“ erkennt nun auch Musik aus Filmen oder von Nutzern gesungene oder gesummte Titel – letzteres nicht immer perfekt. Aber Shazam kann man sich jetzt schenken. Samsung hat sich zudem praktische Features für die Bedienoberfläche überlegt: Ein KI-Briefing bietet tägliche Zusammenfassungen von Wetter, Terminen und Verkehr, während die neue „Now Bar“ Live-Widgets mit nützlichen Informationen, etwa der laufenden Stoppuhr, direkt auf dem Startbildschirm anzeigt.
An Bord ist ferner ein KI-gestütztes Zeichen-Feature. Man kritzelt mit dem S-Pen auf den Bildschirm, und die KI versucht daraus eine Zeichnung oder ein Gemälde zu erstellen. Zumindest als moderne Kunst könnten die Ergebnisse des Autors dieses Textes durchgehen. Außerdem gibt es den bekannten Radierer, mit dem sich Objekte aus Bildern entfernen oder verschieben lassen.
Der Dolmetscher ist ebenfalls praktisch, zeigt aber noch Schwächen der Vorgängermodelle. So dauert die Live-Übersetzung bei Telefonanrufen relativ lange und funktioniert im Test beispielsweise mit Polnisch nicht besonders gut. Richtig gut ist der Audioradierer: Dieses Feature entfernt Hintergrundgeräusche aus Videoaufnahmen, etwa das Rauschen des.
Akku
Der 5000-mAh-Akku des Galaxy S25 Ultra hält im Battery Test von PCMark starke 15 Stunden durch – ein hervorragender Wert. Im Alltag sind damit bis zu zwei Tage möglich, unter hoher Last ein voller Tag. Geladen wird mit maximal 45 Watt, was für Samsung ausgesprochen viel ist. Die chinesische Konkurrenz lädt hier aber bis zu dreimal so schnell. In einer Stunde ist der Akku voll, von 20 auf 100 Prozent dauert es 45 Minuten. Kabelloses Laden wird mit bis zu 15 Watt ebenfalls unterstützt.
Preis
Das Samsung Galaxy S25 Ultra startet mit einer nahezu identischen UVP: Das Modell mit 256 GB beginnt bei 1449 Euro, während die Version mit 1 TB bei 1809 Euro liegt. Obwohl der offizielle Verkaufsstart erst am 7. Februar erfolgt, gibt es bereits jetzt attraktive Angebote. Mit 256 GB bekommt man das S25 Ultra für 899 Euro. Die 512-GB-Version ist ab 1035 Euro erhältlich. Bei 1 TB sind es mindestens 1249 Euro.
Interessierte sollten zum Verkaufsstart auf gute Deals mit Trade-In-Optionen achten. Beim Eintausch eines alten Smartphones gibt es oft einen zusätzlichen Rabatt. Das Samsung Galaxy S25 Ultra ist in den Farben Titanium Silverblue, Titanium Gray, Titanium Black und Titanium Whitesilver erhältlich. Zudem gibt es exklusive Sondereditionen in Titanium Jetblack, Titanium Jadegreen und Titanium Pinkgold, die nur online bei Samsung verfügbar sind. Spannend sind hier die Bundles mit den Galaxy Buds 3, den Galaxy Buds 3 Pro oder der Galaxy Watch 7.
Fazit
Ohne Zweifel ist das Samsung Galaxy S25 Ultra das beste Samsung-Smartphone und vielleicht auch derzeit das beste Android-Handy auf dem Markt. Große Änderungen gibt es auf den ersten Blick nicht, das an die Reihe angepasste Design hat uns aber hervorragend gefallen. Der Prozessor bietet enorm viel Power und an der Kamera kam es ohnehin wenig auszusetzen. Zudem baut Samsung konsequent seine KI-Services aus, auch wenn diese nicht immer ausgreift sind und für uns auch kein primäres Kaufargument liefern – die Hardware schon.
Die Konkurrenz ist allerdings sehr dicht auf den Fersen und in Teilbereichen sogar stärker. Speziell für Samsung spricht aber neben der Qualität der gute Software-Support. Wer ein Galaxy S24 Ultra hat, wird kaum einen Grund haben zu kaufen, aber für Besitzer älterer Smartphones ist das S25 Ultra ein Top-Flaggschiff.
Sony Xperia 1 VII
Sony Xperia 1 VII
Mit variablem Tele-Zoom, Kopfhörerbuchse, microSD-Slot und Walkman-DNA geht Sony bei seinem Flaggschiff-Smartphone erneut eigene Wege. Wo führen die hin?
- tolles OLED-Display
- Kamera mit variablem Zoom
- viele Anschlüsse und Audio-Funktionen
- Video- und Audio-Software mit vielen Eingriffsmöglichkeiten
- sehr lange Akkulaufzeit
- hoher Preis
- Kamera nicht ganz spitze
- Rückseite fühlt sich nicht hochwertig an
Sony Xperia 1 VII im Test: Top-Smartphone mit siebenfachem optischem Zoom
Mit variablem Tele-Zoom, Kopfhörerbuchse, microSD-Slot und Walkman-DNA geht Sony bei seinem Flaggschiff-Smartphone erneut eigene Wege. Wo führen die hin?
Schlanker Korpus mit Ecken und Kanten, eine dedizierte Auslösetaste für die Kamera sowie Kopfhörerbuchse und microSD-Slot – Sonys aktuelles Topmodell setzt bewusst auf Eigenständigkeit. Neben diesen bewährten Tugenden gibt es aber auch Neuerungen: einen größeren Weitwinkel-Sensor, ein helleres Display und eine längere Update-Zusage. Die Kamera richtet sich inzwischen stärker an Einsteiger, ohne ihren Profi-Anspruch ganz aufzugeben.
Vielversprechend klingt das allemal, doch zwei Wermutstropfen bleiben: Der Preis ist hoch und die Verfügbarkeit eingeschränkt. Wegen eines Mainboard-Fehlers musste der Verkauf zwischenzeitlich gestoppt werden, inzwischen läuft er wieder – ob sich das Warten gelohnt hat, prüfen wir im Test.
Design
Sony bleibt seinem puristischen Xperia-Look treu: ein schmales, kantiges Gehäuse mit 162 × 74 × 8,2 mm bei einem Gewicht von 197 g. Die Vorderseite zeigt gleichmäßige Ränder ohne Notch – Platz für Stereo-Frontlautsprecher, Kamera und Sensoren. Während Sony das Fehlen der Aussparung als Vorteil für Videogenuss verkauft, wirkt das für manche nostalgisch, andere empfinden es als schlicht altmodisch.
Der geriffelte Aluminiumrahmen mit feinem Schliff liegt griffig in der Hand und unterstreicht den wertigen Eindruck. Durch das flache Display-Panel wirkt das Xperia nüchtern, fast retro-modern – ein Gegenentwurf zur Konkurrenz mit abgerundeten Kanten. Gorilla Glass Victus 2 schützt die Front, laut Sony auch bei Stürzen aus geringer Höhe. Insgesamt wirkt das Gerät schlank, funktional und schnörkellos.
Im Metallrahmen sitzen Details, die man anderswo kaum noch findet: Kopfhörerbuchse oben, microSD-Slot im SIM-Schlitten neben dem USB-C-Anschluss unten – zwei klassische Sony-Alleinstellungsmerkmale. Auch die zweistufige Kamerataste bleibt erhalten. Auf der Rückseite setzt Sony auf mattes Gorilla Glass Victus, das Fingerabdrücke gut kaschiert – haptisch und akustisch erinnert es jedoch eher an Kunststoff, was skurrilerweise den wertigen Eindruck schmälert. Die schmale Kameraleiste mit drei Modulen erhebt sich deutlich aus der linken oberen Ecke und sorgt dafür, dass das Gerät auf dem Tisch stark kippelt – anders als die breiten „Visier“-Leisten der Pixel-Serie.
Die Verarbeitung ist vorbildlich: enge und gleichmäßige Spaltmaße, präzise sitzende Tasten mit kurzem Hub und knackigem Druckpunkt, nichts wackelt oder knarzt. Dank des schmalen Formats wirkt das Xperia 1 VII kompakter als viele Flaggschiffe. Das Gehäuse ist nach IP65/68 zertifiziert, offiziell also wasserdicht bis 1,5 Meter für maximal 30 Minuten. Allerdings schränkt Sony in den Fußnoten deutlich ein: Kein Eintauchen in Meer-, Salzwasser, Chlor oder andere Flüssigkeiten – bei Missbrauch erlischt die Garantie. Ein Hinweis, der die Frage aufwirft, welchen praktischen Nutzen die IP-Zertifizierung überhaupt noch bietet.
Sony Xperia 1 VII – Bilderstrecke
Display
Das 6,5-Zoll-Panel des Sony Xperia 1 VII löst mit 2340 × 1080 Pixeln im 19,5:9-Format auf. Damit verabschiedet sich Sony – wie schon beim Vorgänger – endgültig vom früheren 21:9-Kinoformat. Mit knapp 400 PPI wirkt der Bildschirm gestochen scharf. Zum Einsatz kommt ein OLED mit LTPO-Technik, das die Bildrate variabel zwischen 1 und 120 Hz anpasst. Im Standardmodus zeigt das Panel kräftige, satte Farben.
Wer es natürlicher bevorzugt, wechselt in den Creator-Modus: Hier erscheinen Farben neutral und realitätsnah, auch Weißpunkt und Graustufen liegen laut Hersteller nah am Optimum. Im Test erreichten wir bis zu 1360 cd/m² Helligkeit, was selbst bei direkter Sonne für gute Ablesbarkeit sorgt – auch wenn die Konkurrenz teils noch höhere Spitzenwerte schafft.
Die automatische Helligkeitsregelung arbeitet nun spürbar präziser als zuvor. Verantwortlich sind Sensoren an der Vorder- und Rückseite, die das Umgebungslicht erfassen und so die Helligkeit und Farbtemperatur exakt regulieren. Spiegelungen bleiben moderat, und die Blickwinkelstabilität ist hervorragend. Ein echtes Always-on-Display fehlt allerdings weiterhin. Trotzdem zählt das Panel des Xperia 1 VII zu den besten Eigenschaften des neuen Modells.
Kamera
Sony verbaut im Xperia 1 VII drei Rückkameras. Die Hauptkamera bietet 52 Megapixel, eine lichtstarke f/1.9-Optik und optische Bildstabilisierung (OIS). Der Exmor-T-Sensor misst 1/1,35 Zoll. Standardmäßig speichert die Kamera dank Pixel-Binning 12-Megapixel-Aufnahmen, bei denen mehrere Sensorpixel zu „Superpixeln“ zusammengefasst werden.
Der neue Weitwinkel liefert mit 50 Megapixeln und f/2.0-Blende deutlich verbesserte Ergebnisse: Der Exmor-RS-Sensor ist mit 1/1,56 Zoll rund 25 Prozent größer als beim Vorgänger. Drittes Modul ist ein Teleobjektiv mit variabler Brennweite und Exmor-RS-Sensor. Es deckt 85 bis 170 mm Brennweite (ca. 3,5- bis 7,1-fach Zoom) ab, löst mit 12 Megapixeln auf und verfügt ebenfalls über OIS. Die Frontkamera liefert 12 Megapixel und nutzt ebenfalls einen Exmor-RS-Sensor.
Sony hält an seiner Philosophie fest, dass Fotografieren aktive Mitarbeit erfordert. Zwar ist die Software benutzerfreundlicher geworden, aber klassische „Knips-Automatik“ wie bei Samsung oder Apple bleibt die Ausnahme. Stattdessen richtet sich das Xperia 1 VII klar an ambitionierte Fotografen und vor allem an Nutzer, die Sonys Alpha-Kameras gewohnt sind. Farben wirken bewusst neutral, Weißabgleich und Belichtung sitzen meist auf Anhieb, der Autofokus ist schnell. Auf künstliche Nachschärfung verzichtet Sony – das Ergebnis wirkt dadurch natürlicher, aber weniger scharf als bei der Konkurrenz.
Bei Tageslicht überzeugen Haupt- und Weitwinkelkamera mit sehr klaren, detailreichen Bildern. Vor allem der neue Weitwinkel zeigt mehr Struktur bei reduziertem Rauschen. Das Teleobjektiv ist technisch spannend, weil es echte optische Anpassung der Brennweite erlaubt – ohne digitale Zwischenschritte. Bei wenig Licht zeigt das Teleobjektiv aber Schwächen. Der kleine Sensor rauscht dann früher als bei Konkurrenzgeräten mit größerer Sensorfläche. Maximal gezoomte Bilder wirken daher weicher und detailärmer.
Bei Nacht bleibt Sony zurückhaltend: Das Gerät hellt Szenen nur moderat auf, wodurch die Aufnahmen realistischer, aber dunkler wirken als bei anderen Top-Smartphones. Rauschen ist vorwiegend beim Weitwinkel und Tele sichtbar. Generell liefert das Xperia 1 VII auch im Automatikmodus gute Ergebnisse, sein Potenzial spielt es aber erst mit manuellem Eingriff aus. Während andere Hersteller reine „Point-and-Shoot“-Nutzer besser bedienen, profitieren beim Xperia vorrangig diejenigen, die Einstellungen wie ISO oder Verschlusszeit selbst steuern wollen.
Die Selfie-Kamera arbeitet am Tag ordentlich, bei wenig Licht aber sichtbar schwächer. Für Video bietet Sony dagegen beeindruckend viele Optionen: Neben 4K mit bis zu 120 FPS lassen sich Fokus, ISO, Weißabgleich oder Verschlusszeit frei einstellen – ähnlich wie bei einer Alpha-Kamera. Der Autofokus sitzt zuverlässig, die Stabilisierung ist solide, erreicht aber erst mit aktivierter „KI-Kamera“ fast Steady-Cam-Niveau. Weitere Features wie Auto-Framing und AI-Camerawork halten Motive automatisch im Bildausschnitt. Für Einsteiger gibt es Hilfetexte per Klick aufs Fragezeichen, Profis können sich fast wie im klassischen Kameramenü austoben.
Sony Xperia 1 VII – Originalaufnahmen
Ausstattung
Im Inneren des Sony Xperia 1 VII arbeitet Qualcomms aktuell schnellster Chipsatz, der Snapdragon 8 Elite. Zwei Prime-Kerne mit bis zu 4,3 GHz sorgen für Spitzenleistung, flankiert von sechs weiteren Kernen mit bis zu 3,5 GHz für Effizienz. Gefertigt wird der SoC im 3-nm-Verfahren. Unter dauerhafter Volllast kann es zu leichtem Throttling durch Wärmeentwicklung kommen, mehr als handwarm wird das Gerät dabei aber nicht.
Für die Grafik sorgt eine Adreno-830-GPU mit einem Takt von bis zu 1,1 GHz, die auch bei Spielen nur moderate Erwärmung erzeugt. Benchmarks bestätigen die enorme Leistung: Bei 3Dmark Wild Life Extreme erreicht das Xperia 1 VII 6350 Punkte, bei PCmark Work 3.0 sind es 19.400 Punkte – das ist stark und liegt nur geringfügig unter der Konkurrenz. Im Alltag läuft das Gerät jedoch absolut flüssig und ohne jede Verzögerung.
Beim Speicher zeigt sich Sony solide, wenn auch nicht ganz luxuriös. 12 GB RAM gehören zur Standardausstattung. Der interne Speicher umfasst 256 GB, in manchen Märkten (nicht jedoch in Deutschland) gibt es auch 512 GB. Besonderheit bleibt der microSD-Slot: Mit Karten bis zu 2 TB lässt sich der Speicher flexibel erweitern – ein Feature, das 2025 in der Oberklasse Seltenheitswert hat. Zwar sind die Karten spürbar langsamer als der interne UFS-4.0-Speicher, doch für Fotos und Videos reicht die Geschwindigkeit völlig aus. Spiele hingegen müssen zwingend im internen Speicher installiert werden.
Auch bei Audio setzt Sony auf Extravaganz, die andere Hersteller längst gestrichen haben. Die 3,5-mm-Klinke sitzt oben am Gerät und erlaubt den bequemen Anschluss kabelgebundener Kopfhörer. Über USB-C 3.2 unterstützt das Gerät zudem Displayport-Ausgabe, sodass sich das Xperia auf Wunsch auch als Zuspieler für Monitor oder Rekorder verwenden lässt.
Hinzu kommen Sonys Hi-Res-Bluetooth-Codec LDAC, der KI-basierte Upscaler DSEE Ultimate, das 3D-Audioformat 360 Reality Audio sowie Dolby Atmos für Filme und Serien. Die Stereo-Frontlautsprecher („full-stage stereo speakers“) liefern sogar für ein Smartphone überraschend kräftigen Bass. Mit aktivierter Dolby-Sound-Option lässt sich der Klangcharakter zusätzlich anpassen.
Software
Ab Werk läuft Android 15 auf dem Sony Xperia 1 VII. Die Oberfläche ist nah an Stock-Android gehalten und daher erfrischend schlank. Trotzdem gibt es einige wenige Zusatzfunktionen, wie Side Sense. Dabei handelt es sich um eine Art Schnellzugriff, das sogenannte Dashboard, das man etwa zum Start von Apps mit einer Fingerbewegung öffnen kann.
Auch „Multi-Fenster“ zur gleichzeitigen Nutzung zweier Apps ist wieder dabei, wobei der Nutzen im Vergleich zur früheren 21:9-Auflösung jetzt etwas geringer ist. Der Game Enhancer blendet Funktionen zum Zocken wie ein Aufnahme- und Streaming-Tool ein. Music Pro und Video Creator richten sich an Kreative – eben zum schnellen Erstellen von Musik- oder Video-Content.
Sony verzichtet auf überbordende KI-Funktionen im System. Google Gemini ist an Bord, aber nicht tiefer integriert als üblich. Die Foto-App nutzt KI gezielt für Tracking und Framing. Wer KI-Filter oder automatisches Freistellen erwartet, findet bei anderen Herstellern mehr. Ein guter Schritt in die richtige Richtung ist die jetzt erweiterte Update-Politik. Sony verspricht vier große Android-Updates und Sicherheits-Patches für sechs Jahre. Das ist besser als beim Vorgänger, aber weniger als bei einigen Rivalen.
Akku
Die Kapazität des Akkus liegt bei 5000 mAh. Sony bewirbt beim Xperia 1 VII eine Nutzung von zwei Tagen bei normaler Verwendung, wir kommen zu einem ähnlichen Ergebnis. Der Battery Test von PCmark bescheinigt dem Smartphone starke 17,5 Stunden Dauernutzung, bei sehr moderater Nutzung sind damit sogar drei Tage ohne Nachladen drin. Damit steht das Xperia 1 VII ganz weit oben unter den Flagships, nur das Realme GT 7 Pro hält noch länger durch.
Das Laden erfolgt per Kabel mit mageren 30 W. Entsprechend dauert es, bis der Akku wieder voll ist: Fast 80 Minuten sind ein Ergebnis, das eines Spitzen-Smartphones eigentlich nicht würdig ist. Beim Zwischenladen hinkt Sony hinterher: 10 Minuten ergeben etwa 20 Prozent, nach 30 Minuten ist der Akku halb voll. Kabellos lädt das Telefon wie immer sogar noch langsamer. Wer über Nacht lädt, dürfte damit leben können, für alle anderen ist das zu wenig. Auch beim Akku setzt Sony auf clevere Software: Battery Care begrenzt auf Wunsch den Ladestand und schützt so die Zellen.
Preis
Die UVP für das Sony Xperia 1 VII liegt bei stolzen 1499 Euro. Die Straßenpreise beginnen bei 1399 Euro. Nach einem temporären Verkaufsstopp wegen eines Mainboard-Defekts läuft die Auslieferung auch hierzulande wieder. Als Farben stehen Slate Black (Schwarz), Moss Green (Moosgrün) und Orchid Purple (Violett) zur Wahl.
Fazit
Sony bleibt eigenwillig. Das Xperia 1 VII richtet sich an Nutzer, die Anschlussvielfalt, physische Tasten, starken Sound und eine Kamera mit manuellen Eingriffsmöglichkeiten schätzen. Zu den Stärken zählen das hervorragende OLED-Display mit auf Wunsch sehr natürlicher Farbdarstellung, die flexiblen Foto- und Videowerkzeuge sowie der variable optische Tele-Zoom.
Auch die Audiosparte spielt ganz oben mit: 3,5-mm-Klinke, LDAC-Support und sauber abgestimmte Stereo-Frontlautsprecher setzen Maßstäbe. Zusammen mit der kantigen Bauform samt flachem Display und dem seltenen microSD-Slot liefert Sony hier echte Alleinstellungsmerkmale. Positiv fällt zudem die verbesserte Update-Zusage auf.
Schwächen bleiben aber: Fotos sind zwar gut, erreichen bei wenig Licht und mit Teleobjektiv jedoch nicht das Topniveau der Konkurrenz und verlangen häufig mehr als simples Point and Shoot. Auch wenn die Leistung des Snapdragon 8 Elite hoch ist, zeigen andere Geräte mit gleichem Chip teils bessere Werte. Hinzu kommt ein hoher Preis. Für viele Interessenten dürfte da die Konkurrenz attraktiver sein. Wer sich jedoch bewusst für Sony entscheidet, bekommt mit dem Xperia 1 VII das beste Xperia seit Jahren.
Xiaomi 15T Pro
Xiaomi 15T Pro
Das Xiaomi 15T Pro vereint Top-Kamera, starke Performance und lange Akkulaufzeit zum fairen Preis. Ist das der neue Underdog unter den Smartphones?
- exzellente Kamera mit optischem 5-fach-Zoom
- schickes Design
- starke Performance
- lange Akkulaufzeit
- USB-C 2.0
- Display ohne LTPO
Xiaomi 15T Pro im Test: Dieses Smartphone ist der Geheimtipp des Jahres
Das Xiaomi 15T Pro vereint Top-Kamera, starke Performance und lange Akkulaufzeit zum fairen Preis. Ist das der neue Underdog unter den Smartphones?
Wer sagt denn, dass man über 1000 Euro auf den Tisch legen muss, um ein schnelles, stilvolles Smartphone mit Top-Kamera und ordentlichem Zoom zu bekommen? Xiaomi zeigt mit seiner T‑Serie regelmäßig, dass es auch eine Nummer bodenständiger geht – ohne langweilig zu sein.
Das neue Xiaomi 15T Pro demonstriert eindrucksvoll, wie das klappt: Im Prinzip ist es eine clever abgestimmte Mischung aus dem Xiaomi 15 und dem Ultra-Modell, behält dabei aber einen eigenständigen Charakter. Der Star ist die Kamera mit fünffachem optischem Zoom und starken Ergebnissen – und das zu einem fairen Preis. Damit stiehlt das T‑Modell der großen Ultra‑Serie fast ein wenig die Show.
Auch sonst gibt es wenig zu meckern: Der Prozessor liefert reichlich Power, auch wenn dieses Mal kein Snapdragon verbaut ist, und der Akku hält beeindruckend lange durch. Warum das Xiaomi 15T Pro vielleicht die spannendste Oberklasse-Alternative des Jahres 2025 ist, klären wir im Detail im Testbericht.
Design
Beim Design geht Xiaomi beim 15T Pro seinen eigenen Weg. Mit dem Vorgänger oder den Schwestermodellen 15 und 15 Ultra hat es stilistisch nur wenig gemeinsam. Auffälligstes Merkmal ist das große Kameraelement, das in einem Rechteck mit stark abgerundeten Ecken sitzt. Es ragt deutlich hervor und beherbergt drei Linsen plus LED-Blitz.
Das Gehäuse wirkt hochwertig und ist mit seinem Metallrahmen und der griffigen Rückseite aus Glasfaserverbundstoff wie aus einem Guss gefertigt. Anders als bei vielen Top-Smartphones verzichtet Xiaomi hier also auf eine Glasrückseite. Die Oberfläche ist dabei erfreulich unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Die Ecken sind deutlich abgerundet, das Format wirkt insgesamt wuchtig. Mit 162,7 × 77,9 × 8 mm übertrifft es in der Breite sogar das Ultra-Modell. Für die Einhandbedienung und kleine Hände ist es also weniger geeignet, liegt dank der sanften Form aber trotzdem gut in der Hand.
Die Verarbeitung ist erstklassig, klar auf Flaggschiff-Niveau. Xiaomi bietet drei Farben an: Schwarz, Grau und ein edles Dunkelbraun, das der Hersteller „Mocha Gold“ nennt. Dazu kommt IP68-Schutz gegen Staub und Wasser. Mit 210 g bleibt das Gewicht für diese Größe absolut im Rahmen. Das Xiaomi 15T Pro hat Stil – und eine ordentliche Portion Eleganz gleich dazu.
Display
Der Bildschirm des Xiaomi 15T Pro ist mit einer Diagonale von 6,83 Zoll riesig bei einem Seitenverhältnis von 19,5:9. Es zeigt eine messerscharfe Auflösung von 2772 × 1280 Pixeln und erreicht damit eine hohe Pixeldichte von 447 PPI. Das AMOLED-Panel liefert eine hervorragende Bildqualität. Mit einer Bildwiederholrate von bis zu 144 Hz wirkt das Bild beim Spielen und Scrollen besonders flüssig.
Gorilla Glass 7i schützt den Bildschirm und soll Stürze aus etwa einem Meter Höhe abfedern – wir haben es aber nicht übers Herz gebracht, das auszuprobieren. Die Anzeige leuchtet zudem äußerst hell und bleibt bei Sonnenlicht stets ablesbar. Laut Hersteller erreicht das Display bis zu 3200 Nits. Die Abtastrate von 480 Hz und die Touch-Abtastrate von 2560 Hz sind ebenfalls hoch. Eine hohe Abtastrate lässt Eingaben schneller erkennen, was die Bedienung flüssiger und direkter macht. Ein Always-On-Display steht ebenfalls zur Verfügung.
Einziger Nachteil: Das Display nutzt keine LTPO-Technologie. Diese Technik passt die Bildwiederholrate in 1-Hz-Schritten automatisch an, um Energie zu sparen. Das Xiaomi 15T Pro kann die Frequenz zwar auch anpassen, wechselt aber nur zwischen 144, 120 und 60 Hz. Am Ende ist das aber Jammern auf hohem Niveau.
Kamera
Der Star des Xiaomi 15T Pro ist die Kamera – vorrangig die Telelinse. Die Zusammenarbeit mit Leica zahlt sich erneut aus. Xiaomi verbaut ein Hauptobjektiv mit 50 Megapixeln (f/1.62) und optischer Bildstabilisierung (OIS), dazu eine Periskop-Telelinse mit ebenfalls 50 Megapixeln (f/3.0), OIS und fünffachem optischen Zoom. Ergänzt wird das Setup durch ein Ultraweitwinkelobjektiv mit 12 Megapixeln. Für Selfies gibt es eine Frontkamera mit 32 Megapixeln.
Bei Tageslicht liefert die Kamera ausgezeichnete Fotos mit hohem Detailgrad, großem Dynamikumfang und kräftigen Kontrasten. Auch bei wenig Licht entstehen richtig gute Aufnahmen mit geringem Bildrauschen, die fast an das Level des Xiaomi 15 Ultra heranreichen. Das Ultraweitwinkelobjektiv fällt bei Details und Dynamik leicht ab, bleibt aber farblich sehr nah an den übrigen Linsen.
Besonders stark ist die Telelinse mit fünffachem optischem Zoom. Selbst bei zehnfacher Vergrößerung entstehen detailreiche und verlustfreie Aufnahmen. Auch 30-fach gezoomte Bilder bleiben brauchbar. Der digitale Zoom reicht bis 100-fach, dann nimmt die Schärfe trotz KI-Unterstützung sichtbar ab – diese Stufe hat aber eher experimentellen Charakter. Kleine Schwäche: Für Zoomstufen unter dem Faktor fünf kommt nur die Hauptkamera zum Einsatz.
Nutzer können zwischen zwei Farbmodi wählen: Leica Vibrant („lebendig“) liefert kräftige Farben und starke Kontraste, während Leica Authentic („authentisch“) dezenter wirkt und eine etwas dunklere Stimmung erzeugt. Im Alltag überzeugt der lebendige Modus am meisten, auch wenn Farben oft etwas intensiv wirken. Der authentische Stil eignet sich dagegen gut für stimmungsvolle, leicht düstere Szenen.
Auch Selfies gelingen scharf und farblich ausgewogen, das Bokeh im Porträtmodus wirkt natürlich und sauber. Videos überzeugen ebenfalls mit hoher Schärfe und guter Stabilisierung. Möglich sind Aufnahmen in 4K mit bis zu 120 FPS oder sogar in 8K mit 30 FPS. Insgesamt bietet das Xiaomi 15T Pro eine hervorragende Kamera, die fast das Niveau des 15 Ultra erreicht und den Fokus klar auf die starke Telelinse legt.
Xiaomi 15T Pro – Originalaufnahmen
Ausstattung
Statt eines Snapdragon-Chips wie in den Top-Modellen setzt Xiaomi beim 15T Pro auf den Mediatek Dimensity 9400+. Er ist zwar etwas schwächer als Qualcomms aktuelles Elite-Modell, bietet aber ebenfalls enorme Leistungsreserven. Im Alltag läuft das Smartphone sehr flüssig und reagiert ohne spürbare Verzögerungen.
Beim Benchmark PCMark Work erreichten wir starke 16.500 Punkte, und auch die Grafikleistung überzeugt mit 6000 Punkten im 3DMark Wild Life Extreme – damit eignet sich das Xiaomi 15T Pro auch zum Spielen grafisch aufwendiger Titel. Unter Volllast im Stresstest wird das Gerät allerdings recht warm. Aufgrund der Wärmedrosselung erreicht es lediglich eine Effizienz von rund 60 Prozent. Das Xiaomi 15 Ultra kommt hier auf über 70 Prozent.
Der Arbeitsspeicher ist mit 12 GB RAM großzügig bemessen, dazu kommen 256 GB, 512 GB oder sogar 1 TB Speicher nach schnellem UFS-4.1-Standard. Bei den kabellosen Schnittstellen ist das Gerät auf neuestem Stand: 5G, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC und der typische Infrarot-Port von Xiaomi sind vorhanden. Auf UWB verzichtet Xiaomi allerdings.
Einen großen Schwachpunkt gibt es aber: Der USB-C-Anschluss unterstützt nur USB 2.0 – bei diesem Preis wäre USB 3.2 angemessen gewesen, da kabelgebundene Datenübertragungen so recht langsam ausfallen. Das ist schon frech für den Preis.
Die Ortung über GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS und Navic arbeitet sehr präzise. Im Test erreichten wir eine Genauigkeit von rund zwei Metern. Das Smartphone kann zwei physische SIM-Karten aufnehmen und zusätzlich bis zu zwei eSIMs unterstützen. Die Telefonqualität überzeugt, und auch das 5G im E-Netz wurde vollständig ausgereizt.
Eine Besonderheit bringt das Xiaomi 15T Pro mit: die Offline-Walkie-Talkie-Funktion „Xiaomi Astral Communication“. Sie ermöglicht Kommunikation ohne Mobilfunknetz über eine optimierte Bluetooth-Direktverbindung mit einer Reichweite von knapp 2 km zwischen zwei kompatiblen Geräten – praktisch etwa beim Wandern oder in Gebieten mit schlechtem Empfang. Aktuell unterstützen nur das Xiaomi 15T und 15T Pro die Funktion, weitere Modelle sollen folgen.
Die Stereo-Lautsprecher klingen klar und bleiben auch bei hoher Lautstärke verzerrungsfrei. Der Bass ist etwas zurückhaltend, was in dieser Klasse normal ist. Über die Dolby-Atmos-Software lässt sich der Klang leicht anpassen. Der Fingerabdruckscanner unter dem Display arbeitet zuverlässig und schnell.
Software
Das Xiaomi 15T Pro läuft mit Android 15 und der Bedienoberfläche Hyper OS 2. Der Sicherheits-Patch stammt zum Testzeitpunkt aus August, was noch in Ordnung ist. Ein Update auf Hyper OS 3 auf Basis von Android 16 soll bald folgen.
Xiaomi hat zudem seine Update-Politik verbessert: Das 15T Pro soll insgesamt fünf große Android-Upgrades und sechs Jahre Sicherheits-Updates erhalten. Das ist zwar nicht ganz auf dem Niveau von Samsung oder Google, geht aber in die richtige Richtung und dürfte für die meisten Nutzer ausreichen.
Hyper OS wirkt im Vergleich zu früheren Versionen deutlich aufgeräumter und übersichtlicher. Künstliche Intelligenz spielt hier eine geringere Rolle als bei der Konkurrenz – Xiaomi setzt hier vorwiegend auf Google Gemini.
Akku
Der Akku bietet eine stattliche Kapazität von 5500 mAh. Das ergibt in Kombination mit dem effizienten Prozessor eine lange Akkulaufzeit. Im PCMark Battery Test erreichte das Xiaomi 15T Pro einen guten Wert von 15,5 Stunden – damit liegt es fast auf Augenhöhe mit vielen anderen Top-Smartphones, auch wenn einige Geräte noch länger durchhalten. Regelt man das Display fest auf 60 Hz, hält das Smartphone gut drei Stunden länger durch.
Einen vollen Tag übersteht das Smartphone problemlos, bei sparsamer Nutzung sogar zwei. Es lässt sich mit bis zu 90 W schnell laden und ist in etwa einer halben Stunde vollständig aufgeladen – vorausgesetzt, man besitzt ein entsprechendes Ladegerät, denn ein Netzteil liegt nicht bei. Kabelloses Laden ist ebenfalls möglich. Das passende Ladegerät Xiaomi 90W Hypercharge Combo kostet rund 25 Euro.
Preis
Die UVP des Xiaomi 15T Pro liegt bei 800 Euro für die Version mit 256 GB, bei 900 Euro für 512 GB und bei 1000 Euro für 1 TB Speicher. Das ist ziemlich hoch, womit das Gerät den Preisrahmen der Mittelklasse eigentlich sprengt. Aber schon kurz nach dem Marktstart sind die Preise spürbar gefallen.
Die 256-GB-Variante kostet derzeit 570 Euro. Das Modell mit 512 GB liegt bei knapp 620 Euro. Die Version mit 1 TB kostet etwa 687 Euro.
Fazit
Das Xiaomi 15T Pro zeigt eindrucksvoll, wie gut ein Smartphone für rund 600 Euro sein kann. Die Kamera überzeugt auf ganzer Linie, besonders die starke Telelinse hat uns begeistert. Auch die Leistung ist hoch, wenn auch nicht ganz auf Flaggschiff-Niveau eines Snapdragon 8 Elite. Für den Alltag bietet das Gerät jedoch reichlich Reserven für viele Jahre. Das edle Design gefällt und verleiht dem 15T Pro einen eigenständigen Charakter. Xiaomi bietet jetzt sechs Jahre Sicherheits-Updates und fünf große Android-Upgrades, was ein klarer Fortschritt ist.
Schwächen gibt es nur wenige: LTPO wäre schön gewesen für eine noch längere Akkulaufzeit. Ärgerlich ist der veraltete USB‑2.0‑Standard des Anschlusses, obwohl die restliche Ausstattung auf Top-Niveau liegt. Bei Nachtaufnahmen erreicht die Kamera nicht ganz das Niveau von Top-Modellen wie dem Xiaomi 15 Ultra oder dem Google Pixel 10 Pro – dennoch liefert sie hervorragende Ergebnisse.
Wer ein leistungsstarkes Smartphone mit Fokus auf Fotografie sucht und sich nicht an der Größe stört, bekommt mit dem Xiaomi 15T Pro ein rundum gelungenes Paket. Man muss also nicht zum Flaggschiff für über 1000 Euro greifen, um starke Fotos und hohe Qualität zu bekommen.
Xiaomi 15 Ultra
Xiaomi 15 Ultra
Das Xiaomi 15 Ultra bietet eine erstklassige Leica-Kamera, ein starkes Display und Top-Performance. Warum das Flaggschiff-Smartphone so gut ist, klärt dieser Test.
- exzellente Leica-Kamera
- hervorragendes Display
- Top-Performance
- lange Akkulaufzeit und schnelles Laden
- Software-Updates für 6 Jahre
- Benchmark-Ergebnisse leicht hinter Samsung Galaxy S25 Ultra
- sehr wuchtig wegen präsenter Kamera
- Luft nach oben bei Nachtaufnahme mit Zoom
- teuer
Xiaomi 15 Ultra im Test: Das beste Android-Smartphone 2025
Das Xiaomi 15 Ultra bietet eine erstklassige Leica-Kamera, ein starkes Display und Top-Performance. Warum das Flaggschiff-Smartphone so gut ist, klärt dieser Test.
Mit dem Xiaomi 15 Ultra liefern die Chinesen ein Top-Smartphone mit klarem Fokus auf die Leica-Kamera. An Bord des Flaggschiffs findet sich alles, was man von einem High-End-Gerät erwartet: der schnellste Qualcomm-Prozessor, eine Telekamera sowie zusätzlich eine Periskop-Telelinse – letztere sogar mit 200 Megapixeln. Ähnlich hat das auch Honor beim Magic 7 Pro gehandhabt, wo die Telelinse die größte Auflösung erhalten hat. Auch bei der Software legt der Hersteller nach und bietet jetzt sechs Jahre Updates. Damit setzt sich das Xiaomi 15 Ultra in unserer Bestenliste erstmals seit Jahren vor Samsung.
Design
Xiaomi bleibt dem Design seiner Ultra-Reihe weitgehend treu. Das große, runde Kameraelement auf der Rückseite dominiert erneut das Erscheinungsbild. Wie schon bei den Vorgängern stand Leica als Kamera-Partner Pate für das Flaggschiff-Smartphone. Entsprechend prangt auch dieses Mal der Schriftzug des Kamera-Pioniers aus Wetzlar auf dem Modul, das ganze 7 Millimeter aus dem Gehäuse herausragt. Die fein geriffelte Struktur entlang des umlaufenden Metallrings erinnert dabei nicht zufällig an ein echtes Kameraobjektiv. Damit wirkt das Smartphone allerdings auch sehr massiv und weniger handlich. Es ist zudem sehr kopflastig. Selbst das Samsung Galaxy S25 Ultra wirkt dagegen fast schon filigran.
Der Rahmen besteht aus Metall. In unserem Test hatten wir die Variante mit einer Rückseite aus weißem Glas, das mit einer Marmor-ähnlichen Maserung veredelt ist. Alternativ bietet Xiaomi auch eine Version mit schwarzem Glas an. Besonders auffällig ist jedoch das Modell in Silver Chrome, das optisch einer echten Leica-Kamera nachempfunden wurde – ein Highlight für Freunde auffälliger Designs.
Die Verarbeitungsqualität ist, wie es sich für ein Flaggschiff gehört, tadellos. Allerdings hört man ein leichtes Klappern deutlich, wenn man es schüttelt. Mit Abmessungen von 161,3 × 75,3 × 9,5 mm gehört das Gerät zu den größeren Smartphones, bei denen eine einhändige Bedienung kaum möglich ist. Das Gewicht von 225 g ist angesichts der Größe noch im Rahmen und liegt auf dem Niveau der Konkurrenz wie dem Apple iPhone 16 Pro Max oder dem Samsung Galaxy S25 Ultra. Dank IP68-Zertifizierung übersteht das Gerät problemlos den Aufenthalt in bis zu 1,5 Meter tiefem Süßwasser für rund 30 Minuten.
Display
Wie gewohnt setzt Xiaomi auf ein erstklassiges OLED-Display mit moderner LTPO-Technologie. Diese ermöglicht eine variable Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hz – je nach Inhalt und Nutzungssituation. Die Auflösung von 3200 × 1440 Pixel bei einer Bildschirmdiagonale von großzügigen 6,73 Zoll sorgt mit 521 PPI für eine messerscharfe Darstellung.
Die Bildqualität ist schlichtweg hervorragend – mehr gibt es dazu kaum zu sagen. Farben wirken lebendig, Kontraste ausgeprägt und Schwarz ist wirklich tiefschwarz. Auch im Freien macht das Display Freude: Selbst bei direktem Sonnenlicht bleibt der Bildschirminhalt ablesbar. Dafür sorgt die enorme Spitzenhelligkeit von bis zu 3000 Nits laut Herstellerangaben.
Kamera
Herzstück des Xiaomi 15 Ultra ist die gemeinsam mit Leica entwickelte Kamera. Die Hauptlinse nutzt ein 50-Megapixel-Objektiv mit optischer Bildstabilisierung (OIS) und einer lichtstarken f/1.63-Blende. Ergänzt wird sie durch eine Ultraweitwinkelkamera mit 50 Megapixeln, OIS und f/2.2, die auch als Makroobjektiv dient.
Für entfernte Objekte stehen zwei Telelinsen zur Verfügung: Die erste ist vorwiegend für Porträtaufnahmen und näher gelegene Motive gedacht und bietet eine dreifache optische Vergrößerung mit 50 Megapixeln, f/1.8 und OIS. Der eigentliche Star des Xiaomi 15 Ultra ist jedoch das Periskop-Teleobjektiv mit satten 200 Megapixeln, f/2.6 und OIS. Es ermöglicht einen 4,3-fachen optischen Zoom. Für Selfies kommt eine 32-Megapixel-Frontkamera (f/2.0) zum Einsatz. Das Xiaomi 15 Ultra zählt damit zu den vielseitigsten Smartphone-Kameras auf dem Markt. Der Pro-Modus wiederum erlaubt sehr viele Einstellungen für Hobbyfotografen.
Die Hauptkamera liefert detailreiche Aufnahmen mit hoher Bildschärfe und ausgewogenen Kontrasten, während der Autofokus schnell und präzise arbeitet. Nutzer können zwischen zwei Farbmodi wählen: Leica Vibrant („lebendig“) sorgt für kräftige Farben und intensivere Kontraste, während Leica Authentic („authentisch“) dezenter gesättigte Farben mit einem leicht finsteren Look erzeugt. Im Alltag bewährt sich der lebendige Modus am besten, der aber recht knallig herüberkommt. Der authentische Modus eignet sich gut dazu, eine düstere Atmosphäre zu erzeugen.
Die beiden Teleobjektive bieten mit dreifacher und 4,3-facher optischer Vergrößerung einen guten kreativen Spielraum. Besonders die Periskop-Telelinse mit 200 Megapixeln ermöglicht eine weitere digitale Vergrößerung – bis etwa zum zehnfachen Zoom bleiben die Ergebnisse noch ansehnlich, darüber hinaus werden Fotos dann sichtbar pixelig.
In der Nachtfotografie schlägt sich das Xiaomi 15 Ultra mit der Hauptkamera richtig gut, auch wenn in dieser Disziplin das Pixel 9 Pro von Google vielleicht etwas stärker ist. Die Selfie-Linse ist recht unspektakulär und entspricht dem Vorgänger. Die Ultraweitwinkellinse macht ebenfalls einen guten Job, kann bei Dunkelheit wenig überraschend nicht mit der Hauptkamera mithalten.
Bei Videos ist das Xiaomi 15 Ultra gut aufgestellt: Die Hauptkamera nimmt bei 8K mit 30 FPS und bei 4K mit 60 FPS auf, während die Frontkamera immerhin 4K mit 60 FPS bietet. Die Bildqualität der Video-Clips ist tadellos, die Stabilisierung gelungen.
Xiaomi 15 Ultra – Originalaufnahmen
Ausstattung
Im Xiaomi 15 Ultra arbeitet der derzeit leistungsstärkste Chip aus dem Hause Qualcomm – der Snapdragon 8 Elite. Dieser sorgt für eine erstklassige Performance. Damit ist das Flaggschiff für jeden Einsatzzweck bestens gerüstet, egal ob Gaming, Streaming, Multitasking oder einfach nur Surfen und Chatten. Die gebotene Leistung dürfte für die nächsten Jahre mehr als ausreichen.
Etwas überraschend ist jedoch das Abschneiden in den Benchmarks: Hier liegt das Xiaomi 15 Ultra leicht hinter dem Samsung Galaxy S25 Ultra, obwohl beide Geräte denselben Prozessor verwenden. Allerdings hat Samsung den Zusatz „for Galaxy“ und hat hier eng mit Qualcomm zusammengearbeitet. Nicht falsch verstehen, das Xiaomi ist dennoch ausgesprochen schnell, wie die rund 19.000 Punkte im PCmark-Test und über 6000 Punkte bei 3Dmark Wild Life Extreme zeigen.
Dafür zeigt sich das Xiaomi 15 Ultra in einem anderen Bereich überlegen – bei der Effizienz. Im Stresstest von Wild Life Extreme erreicht in unserem Test einen Effizienzwert von 73 Prozent, was deutlich über dem Ergebnis des koreanischen Konkurrenten liegt. In der Praxis bedeutet das, dass das 15 Ultra seine hohe Performance über einen längeren Zeitraum konstant halten kann, ohne schnell zu drosseln. Das Handy wird spürbar warm, aber nicht heiß.
Auch abseits der reinen Rechenleistung gibt es keine Kompromisse. Das Gerät kommt mit satten 512 GB internem Speicher nach UFS-4.1-Standard und großzügigen 16 GB RAM. Es unterstützt modernste Standards wie Wi-Fi 7, 5G und Bluetooth 6.0 und bringt darüber hinaus NFC, einen Infrarot-Port sowie einen USB-C-3.2-Anschluss mit. Eine eSIM-Unterstützung ist vorhanden. Die Stereo-Lautsprecher überzeugen mit richtig gutem, klarem und vollem Klang, und auch die Gesprächsqualität beim Telefonieren ist gut und klar. Eine Speichererweiterung ist aber nicht möglich.
Der im Display integrierte Fingerabdrucksensor auf Ultraschall-Basis reagiert schnell und präzise. Für die Ortung werden alle gängigen Satellitensysteme unterstützt, darunter GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS sowie Navic. Die Positionsgenauigkeit liegt bei etwa drei Metern. Schön wäre allerdings ein eigener Knopf als Kameraauslöser gewesen, wie ihn mittlerweile Apple bietet.
Software
Auf dem Xiaomi 15 Ultra läuft Android 15 mit der Xiaomi-Benutzeroberfläche Hyper OS 2, die eher an iOS denn Stock-Android erinnert. Die Bedienoberfläche erlaubt umfangreiche optische Anpassungen – vom Hintergrundbild über Icons bis zur Schriftart, teils über kostenpflichtige Themes sowie mit oder ohne App-Drawer. Neben den Google-Apps installiert Xiaomi eigene Dienste, inklusive eines eigenen App-Stores namens App Mall. Das bringt Vielfalt, aber auch Dopplungen, da sich weder die Google- noch die Xiaomi-Apps einfach deinstallieren lassen.
Immerhin hält sich die Zahl der vorinstallierten Drittanbieter-Apps dieses Mal in Grenzen. Bei den KI-Funktionen setzt Xiaomi primär auf Google Gemini. Ergänzend liefert der Hersteller unter dem Namen Hyper AI einige eigene KI-Funktionen kostenlos mit, darunter dynamisch generierte Hintergrundbilder, einen Schreibassistenten, Zusammenfassen von Texten und einen Sprachrekorder mit Übersetzungsfunktion. Bei Fotos kann man – wie auch bei Google oder Samsung – etwa Spiegelungen oder ganze Objekte verschwinden lassen.
Bei der Update-Politik zeigt sich Xiaomi jetzt großzügiger und verlängert den Zeitraum für Patches auf sechs Jahre – also bis 2031. Android-Updates soll es bis 2029 insgesamt vier Stück geben. Samsung, Google und mittlerweile auch Honor beim Magic 7 Pro gewähren jedoch sieben Jahre Software-Updates. Zum Testzeitpunkt im März stammt der Patch allerdings noch aus dem Januar und könnte bald ein Update vertragen.
Akku
Der Akku des Xiaomi 15 Ultra fasst stattliche 5410 mAh und zeigt sich im Alltag erfreulich ausdauernd. Im Battery Test von PCmark erreicht das Gerät solide 15 Stunden – ein hervorragender Wert. Hier zeigt sich die gute Energieeffizienz des Geräts. Damit kommt man problemlos durch einen Tag, bei sparsamer Nutzung sind auch zwei volle Tage drin.
Aufgeladen wird wahlweise kabelgebunden mit bis zu 90 Watt oder kabellos mit satten 80 Watt. Ein Netzteil liegt allerdings nicht im Lieferumfang bei. Mit einem 120-Watt-Netzteil mit USB PD 3.0 dauert eine vollständige Ladung rund 90 Minuten, von 20 auf 100 Prozent gelingt das in knapp über einer Stunde. Das können andere Smartphones schneller.
Preis
Die UVP für die Variante mit 512 GB liegt bei rund 1500 Euro, mit 1 TB sind es 1700 Euro – eine Menge Geld. Mittlerweile bekommt man das Xiaomi 15 Ultra bereits ab 1129 Euro in Silver Chrome. Das Modell in Schwarz liegt bei 1129 Euro. Das weiße Modell startet bei 1279 Euro.
Als Zubehör gibt es wieder ein Photography Kit für 170 Euro. Dabei handelt es sich um einen Kamera-Griff mit Auslöser, Zoom-Wippe und Zusatzakku, was aus dem Smartphone eine richtige Kompaktkamera macht.
Fazit
Das Xiaomi 15 Ultra ist ein hervorragendes Smartphone mit viel Power, einem brillanten Display, hervorragender Akkuleistung und einer exzellenten Kamera von Leica. Damit übertrifft das 15 Ultra in unseren Augen sogar das Samsung Galaxy S25 Ultra. Die Ausstattung ist top und das Design ist gelungen – auch wenn das Kameramodul äußerst massiv wirkt. Mit dem Gesamtpaket ist das Xiaomi 15 Ultra derzeit das in unsern Augen beste Smartphone.
Xiaomi 17T Pro
Xiaomi 17T Pro
Beinahe ein Flaggschiff: Das Xiaomi 17T Pro liefert eine Leica-Kamera mit Periskop-Tele und einen riesigen Akku – große Neuerungen gibt es im Test aber nicht.
- hervorragende Triple-Kamera mit optischem 5-fach-Zoom
- starke Performance
- sehr lange Akkulaufzeit
- überzeugendes, helles OLED-Display
- USB-C 2.0
- drosselt stark unter Auslastung
- etwas Bloatware
- wenig Neuerungen
Xiaomi 17T Pro im Test: Top-Kamera mit 5-fach-Zoom und 2 Tagen Akkulaufzeit
Beinahe ein Flaggschiff: Das Xiaomi 17T Pro liefert eine Leica-Kamera mit Periskop-Tele und einen riesigen Akku – große Neuerungen gibt es im Test aber nicht.
Überraschend früh hat Xiaomi in diesem Jahr den Nachfolger des Xiaomi 15T Pro (Testbericht) auf den Markt gebracht. Normalerweise erscheint das abgespeckte Top-Smartphone im Spätsommer, dieses Mal war es schon kurz vor Sommerbeginn so weit. Xiaomi will damit der Konkurrenz zuvorkommen und hat den Release-Zeitraum für 2026 generell angepasst. Die 16 hatte Xiaomi bereits übersprungen, um sich der Apple-Nomenklatur anzupassen.
Bei der T-Reihe handelt es sich um die technisch leicht abgespeckte Variante der Flaggschiff-Smartphones aus China. Sie richtet sich vor allem an Foto-Enthusiasten. Die Kamera stammt erneut aus einer Zusammenarbeit mit Leica und bietet einen starken Zoom. Was sich gegenüber dem Vorgänger getan hat und ob das Smartphone ein Geheimtipp für Hobby-Fotografen ist, klärt dieser Testbericht.
Design
Auf den ersten Blick ähnelt das 17T Pro stark dem 15T Pro. Das Gehäuse ist kantig gestaltet, die Ecken sind aber deutlich abgerundet. Xiaomi nennt das „Squircles“ – damit soll sich das Gerät besser an die Hand anschmiegen. Mit Abmessungen von 162,2 × 77,5 × 8,3 mm und einem Gewicht von 219 g ist es fast genauso groß wie der Vorgänger. Es bleibt damit ein wuchtiges und eher schweres Smartphone, das man kaum mit einer Hand bedienen kann. Dank der Form liegt es aber trotzdem gut in der Hand und ist nicht zu kopflastig.
Die Verarbeitung ist hochwertig. Der Rahmen besteht aus Metall, die Rückseite aus Fiberglas statt Glas. Das macht das Gerät etwas leichter und robuster – den Unterschied merkt man im Alltag aber kaum. Wie üblich ist es nach IP68 gegen Eintauchen in Süßwasser bis 150 cm für 30 Minuten geschützt.
Zu den größten Unterschieden zum Vorgänger gehört der fehlende silberne Rahmen um das Kameramodul mit vier Öffnungen. Dieses ist weiterhin quadratisch mit stark abgerundeten Ecken und steht minimal hervor. Es ist jetzt rechtwinklig zur Rückseite angeordnet – das wirkt noch minimalistischer und eleganter.
Display
6,83 Zoll Diagonale, 2772 × 1280 Pixel, 447 ppi – das AMOLED-Panel des Xiaomi 17T Pro spielt in der Oberklasse mit. Das Seitenverhältnis von 19,5:9 macht das Smartphone schlank, aber lang. Die Bildqualität ist tadellos: satte Farben, tiefes Schwarz, knackige Kontraste.
Bei der Helligkeit hat Xiaomi minimal nachgelegt. Statt 3200 Nits wie beim Vorgänger schafft das Panel jetzt bis zu 3500 Nits Peak-Helligkeit. Im Test ließ sich der Bildschirm auch in praller Sonne problemlos ablesen.
LTPO-Technologie mit stufenloser Regelung der Bildwiederholrate von 1 bis 144 Hz bietet das Display nicht. Stattdessen schaltet es automatisch in festen Stufen zwischen 60 und 144 Hz – alternativ lässt sich die Rate manuell fix auf 60 oder 144 Hz einstellen. Immerhin: Im Always-on-Modus schaltet das Panel auf 1 Hz herunter und dimmt auf minimal 2 Nits – das schont den Akku.
Geschützt wird das Panel von Gorilla Glass 7i. Es soll Stürze aus rund einem Meter Höhe wegstecken – aus naheliegenden Gründen haben wir das nicht ausprobiert.
Kamera
Wie beim Vorgänger verbaut Xiaomi drei echte Linsen, im vierten vermeintlichen Objektiv steckt nur Sensortechnik. Es handelt sich also weiterhin um eine Triple-Kamera aus der Kooperation mit Leica. Die Hauptkamera löst 50 Megapixel auf (f/1.67, OIS), das Periskop-Teleobjektiv ebenfalls 50 Megapixel (f/3.0, OIS, fünffacher optischer Zoom), das Ultraweitwinkel 12 Megapixel (f/2.2). Die Frontkamera liefert 32 Megapixel (f/2.2) – die Bestückung entspricht damit weitgehend dem Vorgänger.
Bei Tageslicht überzeugen die Aufnahmen mit hohem Detailgrad, sattem Dynamikumfang und kräftigen Kontrasten. Auch bei wenig Licht liefert die Kamera gute Ergebnisse, bleibt aber etwas hinter einem Xiaomi 17 Ultra zurück. Das Ultraweitwinkel schwächelt etwas bei den Details, hält farblich aber mit.
Der Star ist erneut die Periskop-Telelinse: Bis zur zehnfachen Vergrößerung sind die Ergebnisse nahezu verlustfrei, auch 30-fach bleibt brauchbar. Der digitale Zoom reicht bis 120-fach – diese Stufe hat eher experimentellen Charakter. Unter Faktor fünf übernimmt ausschließlich die Hauptkamera.
Bei den Farben stehen zwei Leica-Profile zur Wahl: Leica Vibrant mit kräftigen Farben und starken Kontrasten, Leica Authentic zurückhaltender und düsterer. Selfies gelingen scharf und farblich ausgewogen, das Bokeh im Porträtmodus wirkt natürlich.
Videos nimmt das 17T Pro in 4K mit bis zu 120 fps oder in 8K mit 30 fps auf, die Stabilisierung arbeitet sauber. An die Videoqualität eines iPhones reicht es jedoch nicht heran – vor allem bei Belichtung und Farbkonsistenz hat Apple die Nase vorn.
Xiaomi 17T Pro: Originalaufnahmen mit der Kamera
Ausstattung
Als Antrieb dient ein Mediatek Dimensity 9500. Der Chip liefert starke Leistung, kann mit den aktuellen Flaggschiff-Prozessoren von Qualcomm aber nicht ganz mithalten. Gegenüber dem Vorgänger fällt der Zugewinn moderat aus – für Alltag und Spiele reicht die Performance locker. Bei PCMark Work erzielt das 17T Pro 16.900 Punkte, bei 3DMark Wild Life Extreme rund 6400 Punkte. Unter Volllast wird das Gerät relativ warm und drosselt dann zeitnah. Die Effizienz liegt daher nur bei überschaubaren 45 Prozent.
Der Arbeitsspeicher umfasst 12 GB RAM, den internen Speicher gibt es mit 256 GB, 512 GB oder 1 TB im flotten UFS-4.1-Standard. Bei den Schnittstellen ist fast alles auf dem neuesten Stand: 5G, Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC und ein Infrarot-Port. Bitter dagegen: Der USB-C-Anschluss arbeitet nur mit USB-2.0-Geschwindigkeit – in einem 800-Euro-Smartphone muss das 2026 wirklich nicht mehr sein.
Die Satellitenortung über alle gängigen Systeme (GPS, Galileo, Glonass und Co.) arbeitet mit rund zwei Metern Genauigkeit sehr präzise. Das Xiaomi 17T Pro fasst zwei physische SIM-Karten und unterstützt bis zu zwei eSIMs. Die Sprachqualität überzeugt, 5G wird voll ausgereizt.
Ein nützliches Extra ist das Offline-Walkie-Talkie „Xiaomi Astral Communication“. Ohne Mobilfunknetz funken kompatible Geräte per optimiertem Bluetooth über bis zu zwei Kilometer – praktisch in Funklöchern oder beim Wandern. Kompatibel sind aktuell die Xiaomi-15T-Serie, die Xiaomi-17-Serie sowie die Poco-F8-Serie.
Die Stereo-Lautsprecher klingen klar und bleiben auch bei hoher Lautstärke verzerrungsfrei. Der Bass ist klassentypisch zurückhaltend, lässt sich aber per Dolby Atmos anpassen. Der Fingerabdruckscanner unter dem Display arbeitet schnell und zuverlässig.
Software
Auf dem Xiaomi 17T Pro läuft Android 16 mit der Bedienoberfläche Hyper OS 3. Der Sicherheitspatch stammt aus April – das ist nicht mehr ganz der neueste Stand. Wie immer ist viel Bloatware vorinstalliert, die sich aber weitgehend deinstallieren lässt. Insgesamt wirkt das System übersichtlich und angenehm zu bedienen.
Für das Xiaomi 17T Pro garantiert der Hersteller fünf große Android- und Hyper-OS-Upgrades bis einschließlich Android 21. Hinzu kommen sechs Jahre Sicherheitspatches, die das Smartphone bis zum 28. Mai 2032 absichern. Sicherheits-Updates werden in der Regel aber nur vierteljährlich bereitgestellt.
Xiaomi setzt verstärkt auf On-Device-KI auf Basis von Gemini-Features. Zu den Funktionen zählen Schreibhilfen für E-Mails und Notizen, „Circle to Search“ zur Bildschirmsuche per Kreisgeste sowie Google Gemini als Assistent. Hinzu kommen ein KI-Radierer für Fotos, ein Echtzeit-Übersetzer für Gespräche und ein Rekorder, der Sprachnotizen transkribiert und zusammenfasst.
Akku
Zu den größten Verbesserungen gehört der deutlich größere Akku: Dank Silizium-Carbon-Technologie packt Xiaomi satte 7000 mAh ins Gehäuse – 1500 mAh mehr als beim 15T Pro. Das sorgt für eine außergewöhnlich lange Laufzeit; zwei Tage im Alltag sind kein Problem. Im simulierten Betrieb des Battery Test erreicht das Smartphone rund 20 Stunden – ein Spitzenwert, der nahe an Outdoor-Handys heranreicht.
Geladen wird mit bis zu 100 W. Die volle Ladegeschwindigkeit erreicht man allerdings nur mit einem Hypercharge-Netzteil von Xiaomi samt PPS-Unterstützung und 5-A-Kabel. Kabellos sind 50 W möglich – ebenfalls ausschließlich mit originalem Hypercharge-Zubehör.
Preis
Das Xiaomi 17T Pro startet in Deutschland bei einer UVP von 900 Euro für die Variante mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher; die 512-GB-Version kostet 1000 Euro, das Modell mit 1 TB schlägt mit 1100 Euro zu Buche. Damit liegt die UVP knapp 100 Euro über der des Vorgängers – ein ordentlicher Preisanstieg für eine eher sanfte Modellpflege. Erfahrungsgemäß sinken die Straßenpreise bei Xiaomi-Smartphones in den Monaten nach Marktstart deutlich.
Mittlerweile bekommt man das Modell mit 256 GB ab rund 773 Euro, mit 512 GB sind es 829 Euro und mit 1 TB knapp 935 Euro. Als Farben stehen Dunkelblau, Violett und Schwarz zur Auswahl.
Fazit
Das Xiaomi 17T Pro zeigt, wie gut Smartphones knapp unterhalb der Flaggschiff-Klasse sein können. Die Performance ist stark, wenn auch nicht rekordverdächtig – jenseits von Benchmark-Spielereien fällt das im Alltag aber nicht ins Gewicht. Das Display bietet hohe Bildqualität und Helligkeit. Die Stärke bleibt die Kamera, die vor allem Fans von Zoom-Aufnahmen erfreuen dürfte – auch bei Dunkelheit. Die wichtigste Verbesserung ist aber der deutlich größere Akku.
Während Fotofans hier ein hervorragendes Gerät bekommen, ohne vierstellig hinblättern zu müssen, erreichen die Videos nicht ganz das Niveau der Konkurrenz. Insgesamt fallen die Neuerungen überschaubar aus, dafür liefert Xiaomi gutes Feintuning. Kleinigkeiten trüben das Bild nur leicht: der höhere Preis im Vergleich zum Vorgänger, das langsame USB-C 2.0 und die voraussichtlich nur quartalsweise erscheinenden Updates.
Wer ein Top-Smartphone sucht und Wert auf einen starken optischen Zoom legt, bekommt mit dem Xiaomi 17T Pro eine preiswerte Alternative zu aktuellen Flaggschiffen. Wer sparen will, wirft einen Blick auf den ähnlich starken Vorgänger – oder zieht ein Vorjahres-Flaggschiff in Betracht.
Xiaomi 14 Ultra
Xiaomi 14 Ultra
Nachdem im vergangenen Jahr die Ultra-Serie von Xiaomi hierzulande ein limitiertes Liebhaberstück war, bringt der Hersteller das 14 Ultra im großen Rahmen zurück. Die Grenzen zwischen Kamera mit Handy oder Handy mit Kamera sind dabei fließend.
- tolle Rückseite mit Kunstleder
- super Verarbeitung
- spitzenmäßige Kamera
- richtig schnell
- viel Speicher
- optionales Photography Kit mit Zusatzakku
- sehr hoher Preis
- Kameramodul steht sehr weit vor
- fehlende Standards wie eSIM, UWB und Aura
Xiaomi 14 Ultra im Test
Nachdem im vergangenen Jahr die Ultra-Serie von Xiaomi hierzulande ein limitiertes Liebhaberstück war, bringt der Hersteller das 14 Ultra im großen Rahmen zurück. Die Grenzen zwischen Kamera mit Handy oder Handy mit Kamera sind dabei fließend.
Das Xiaomi Mi 11 Ultra (Testbericht) war seinerzeit ein herausragendes Smartphone, bei dem schon damals die Kamera im Vordergrund stand. Hinzu kamen Spielereien wie ein kleines Zusatz-Display neben der Kamera auf der Rückseite und natürlich tolle Smartphone-Hardware sowie ein schickes Design. Bei den Quasi-Nachfolgern Xiaomi 12 Pro (Testbericht) und Xiaomi 13 Pro (Testbericht) lag der Fokus neben der Kamera eher auf einem runden Gesamtpaket. Bei letzterem hat der chinesische Konzern bereits mit dem Kameraspezialisten Leica zusammengearbeitet. Das ist auch beim letztjährigen Xiaomi 13 Ultra der Fall, das allerdings erst sehr spät und dann auch nur stark limitiert in Deutschland verfügbar war.
Beim neuen Xiaomi 14 Ultra treibt es der Hersteller auf die Spitze und verpasst dem Gerät nicht nur wieder eine riesige Kameraeinheit auf der Rückseite, sondern packt die Technik in ein Kunstledergewand, das an eine Spiegelreflexkamera erinnert. Gekrönt wird dieser Eindruck vom optionalen Photography Kit, das nicht nur mit einer Schutzhülle, sondern zusätzlich mit Wechsel-Zierringen um die ohnehin schon riesige Kameraeinheit sowie einem Zusatzakku daherkommt, der die typische Form einer Kompaktkamera verstärkt. Eine Trageschlaufe ist natürlich auch dabei. Wir haben uns beides angeschaut und klären im Test, ob das Xiaomi 14 Ultra der neue heilige Gral für Smartphone-Fotografen ist.
Wie sieht das Xiaomi 14 Ultra aus?
Vorne Smartphone, hinten Kamera – das ist die kurze, aber treffende Zusammenfassung des Designs beim Xiaomi 14 Ultra. Das Display ist an den Rändern etwas weniger als bei den Vorgängern gerundet, beim Übergang zum schwarzen Metallrahmen spürt man ausschließlich die ab Werk aufgebrachte Schutzfolie. Die Rückseite bietet zwei Highlights, von denen man eins sieht und eins zusätzlich fühlt. Unübersehbar ist die riesige Kameraeinheit mit Leica-Schriftzug, die satte 7 Millimeter aus dem Gehäuse hervorsteht. Darin integriert sind vier Linsen und einige Sensoren, der gesamte Aufbau der Kameraeinheit erinnert stark an das Objektiv einer „echten“ Kamera. Das fühlbare Highlight der Rückseite ist ihr Material. Denn der weiche und griffige, künstliche Werkstoff erinnert haptisch und optisch an Leder. Solches Kunstleder wird häufig bei klassischen Kameras verwendet.
Auf die Spitze getrieben wird das Auftreten des Xiaomi 14 Ultra als Kamera mit dem optionalen Photography Kit. Das besteht aus einer Schutzhülle, die ebenfalls aus dem griffigen Kunstleder besteht, aber über eine modernere, gleichmäßige Oberflächenstruktur verfügt. Zudem bietet die Hülle die Möglichkeit, einen von zwei enthaltenen Zierringen aus Aluminium zu installieren, von denen einer kupferfarben, der andere hingegen deutlich dicker als das Original ist. Letzterer betont die ohnehin riesige Kameraeinheit zusätzlich. Zusammen mit dem ebenfalls im Kit enthaltenen Zusatzakku, der dem typischen Handgriff einer Kamera nachempfunden ist, wirkt das Xiaomi 14 Ultra dann noch mehr wie eine Bridge- oder Kompaktkamera. Die Verarbeitung ist insgesamt tadellos, lediglich die Schutzhülle des Foto-Kits setzt auf Kunststoff im Metalllook statt echtes Metall – das will nicht so ganz zum hochwertigen Rest passen. Mit dem Kit wiegt das Smartphone dann übrigens satte 323 Gramm, ohne sind es „nur“ 220 Gramm. So oder so: Leicht geht anders.
Alle Bilder zum Xiaomi 14 Ultra im Test
Ist das Display des Xiaomi 14 Ultra gut?
Knapp über 6,7 Zoll misst der OLED-Screen des Xiaomi 14 Ultra, Schutz bietet Xiaomis eigenes Shield Glass. Dank LTPO-Technik unterstützt der Touchscreen eine variable Bildwiederholrate von 1 bis 120 Hz und damit eine gute Mischung aus flüssiger Bewegung, etwa beim Scrolling, und guter Energieeffizienz. Unterstützung für Dolby Vision und HDR10+ sowie entsprechend eine Darstellung von 68 Mrd. Farben ist ebenfalls dabei. Ab Werk ist eine stromsparende Full-HD+-Auflösung eingestellt, die Nutzer aber auf maximale 3200 × 1440 Pixel hochschrauben dürfen. Ohne Lupe sieht man den Unterschied aber so gut wie gar nicht.
Das Display wirkt stets knackig und kontrastreich. Farben werden auf Wunsch intensiv, aber weitestgehend realistisch dargestellt. Wie immer bietet Xiaomi dem Anwender zahllose Einstellmöglichkeiten, um die Wiedergabe noch mehr den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Dafür gibt es diverse Vorgaben, unter anderem ein Lesemodus oder eine Anpassung an das Umgebungslicht. Natürlich ist auch eine automatische Helligkeitssteuerung vorhanden, mit der das Panel des Xiaomi 14 Ultra unter Sonnenlicht auf immerhin 985 cd/m² kommt. Das ist vielleicht nicht ganz auf dem Niveau eines Samsung Galaxy S24 Ultra (Testbericht), aber trotz allem ziemlich gut und macht selbst bei direkter Sonneneinstrahlung kaum Probleme mit der Ablesbarkeit. Der Screen ist eines Spitzenhandys absolut angemessen. Das muss er für die Paradedisziplin, die Kamera, des 14 Ultra auch sein, schließlich dient er dort als Sucher.
Hat das Xiaomi 14 Ultra die beste Kamera?
Xiaomi verwendet für die Hauptkamera einen Sensor mit 50 Megapixel von Sony. Der LYT 900 bietet eine große Fläche von 1 Zoll, dazu eine variable Blende von Leica mit f/1.63 bis f/4.0. Ein optischer Bildstabilisator (OIS) ist ebenfalls dabei. Hinzu kommen drei weitere Linsen mit je ebenfalls 50 Megapixel: Weitwinkel mit f/1.8 (Sony IMX858), ein Teleobjektiv mit 3facher optischer Vergrößerung, OIS und f/1.8 sowie ein weiteres Teleobjektiv mit 5facher Vergrößerung, OIS und f/2.5.
Das Zusammenspiel von Leica-Optik und Sony-Sensoren liefert erstklassige Resultate. Fotos sehen bei Tag und Nacht mit jeder der vier Linsen richtig gut aus, erstaunlich gelungen ist die Abstimmung der vier Kameras untereinander. So sind Farb- und Helligkeitseinstellungen sehr ähnlich – ein Umstand, der sicherlich auch durch die Wahl von vier Kameras mit identischer Megapixelzahl begünstigt wird. Natürlich gibt es im Detail Qualitätsunterschiede. So sinkt die Qualität der fünffachen Vergrößerung bei sehr wenig Licht stärker als etwa bei der sehr lichtstarken Hauptkamera. Zudem bietet der Ultraweitwinkel die typischen Verzerrungen und weniger scharfen Bereichen an den Rändern, die diese Linsenart fast immer hat. Licht oder dessen Abwesenheit sind wie gewohnt ein grundsätzliches Problem. In Relation zu fast allen anderen Smartphones schlägt sich das Xiaomi 14 Ultra aber hervorragend.
Besonders beeindruckend ist die Hauptlinse. Bildschärfe, Kontraste und Farben gefallen, hinzu kommt ein schön natürlicher Look. So schafft die Linse auch ohne Zusatzeinstellungen ein schön sämiges, natürliches Bokeh im Hintergrund. Wer mehr will, kann eine der zahllosen Zusatzeinstellungen nutzen, die von Leica-Filtern über „Straßenfotografie“ (in der Kamera-App Schnellschuss genannt) bis zu stufenloser Einstellbarkeit der Tiefenschärfe dank der variablen Blende im Porträt-Modus gehen. Nachts knipst die Hauptlinse ebenfalls sehr natürliche Bilder. Hier sorgt der Nachtmodus nicht für übertriebene Aufhellung, sondern zusätzliche Schärfe, sofern die Hand beim Auslösen halbwegs ruhig gehalten wird. Weitwinkel und 5-fach-Zoom lassen gerade bei wenig Licht bei der Bildschärfe in der Vergrößerung erkennbar nach, liegen aber immer noch im Spitzenfeld. Im Vergleich mit Nachtchampion Google Pixel 8 Pro (Testbericht) liegt das Xiaomi 14 Ultra qualitativ mal leicht vorn, mal hinter dem Pixelphone. Die Unterschiede sind aber nicht gravierend.
Bei Tageslicht ist hingegen gerade der 5-fach-Zoom beeindruckend. Details und Kontraste werden scharf abgebildet, ohne zu stark nachbearbeitet zu wirken. Das ist schon fast erschreckend gut. Die Schärfe bleibt auch bei leichtem digitalem Zoom noch ordentlich. Der 120-fache Zoom ist zwar ähnlich wie bei Samsungs 100-fachem Spacezoom beeindruckend, wirklich scharfe Aufnahmen sollte da aber niemand erwarten.
Beeindruckend sind nicht nur Fotos, auch Videos punkten mit toller Qualität und vielen Einstellmöglichkeiten. So sorgt der Master-Cinema-Modus für eine enorme Bildstabilisation und einen besonders großen Dynamikumfang, im normalen Videomodus sind Aufnahmen mit 8K und (spannender) 4K/120 drin. Das bieten kaum andere Smartphones. Der Ton gefällt bei Videos ebenfalls, vier Mikrofone nehmen dabei Surround-Sound und „Aufnahmen in Studioqualität“ auf – das ist natürlich eine Übertreibung des Herstellers, aber der Ton klingt einfach gut.
Alle Originalaufnahmen mit der Kamera des Xiaomi 14 Ultra
Fotos mit der Selfiekamera sehen beim Xiaomi 14 Ultra ebenfalls richtig gut aus. Bei halbwegs ordentlichem Licht ist der Detailgrad der Aufnahmen klasse, der Hintergrund geht in ein leichtes Bokeh über, das im Porträt-Modus angepasst und auf Wunsch dramatisch verstärkt werden darf. Im Vergleich zum Xiaomi Mi 11 Ultra (Testbericht) ist das ein großer Schritt nach vorn. Videos nimmt die Frontcam mit 4K/60 auf.
Die Kamera des Xiaomi14 Ultra ist im Hinblick auf Qualität und Funktion vielleicht nicht in allen Bereichen immer zweifelsfrei neue Nummer Eins, insgesamt aber immer ganz oben mit dabei und stellt in einigen Teilbereichen die neue Messlatte dar.
Hardware – wie schnell ist das Xiaomi 14 Ultra?
An der Geschwindigkeit des Xiaomi 14 Ultra wird niemand ernsthaft etwas auszusetzen haben. Denn Antrieb ist der aktuell schnellste Chip für Android-Phones, der Snapdragon 8 Gen 3 von Qualcomm. Der ist im Gegensatz zur eigentlich gleichen Lösung im Samsung Galaxy S24 Ultra (Testbericht) nicht speziell angepasst und erreicht in Benchmarks wie Work 3.0 bei PCmark oder Wildlife bei 3DMark dank Spitzentakt bis 3,3 GHz fast identische Ergebnisse wie der Konkurrent aus Korea. In PCmark sind das 17.650 Punkte, in 3Dmark fast 5000.
Im Zusammenspiel mit dem tollen Display mit 120 Hz ist das Xiaomi 14 Ultra in jeder Lebenslage eine Wucht. Scrolling durch Listen oder Menüs, Multitasking, Browser mit zahllosen offenen Tabs – es gibt nichts, was das 14 Ultra an seine Grenzen bringen könnte. Warm wird das Gerät dabei höchstens in Benchmarks. Anteil an der hohen Leistung hat natürlich auch der schnelle Speicher des Smartphones. Der Hersteller installiert stolze 16 GB DDR5X-RAM und 512 GB UFS-4.0-Speicher für Daten – beides ist ziemlich fix. Die Stereolautsprecher sind insgesamt recht laut und klar, ihnen fehlt es wie immer etwas an Tieftönen. Der Fingerabdrucksensor reagiert schnell und zuverlässig. Weitere Daten lassen sich der Tabelle entnehmen:
Während das Meiste auf höchstem Niveau liegt, überrascht das Gerät an anderer Stelle. Denn es bietet zwar Dual-SIM-Fähigkeit, setzt dabei allerdings auf zwei physische Karten statt wenigstens eine eSIM wie der Rest der Smartphone-Elite. Auch neue Standards wie UWB (Ultra Wide Band) oder Auracast fehlen. UWB dient der präzisen Ortung und schnellen Datenübermittlung im Nahbereich, Auracast ist ein Bluetooth-Standard, der die Kopplung von vielen Geräten gleichzeitig erlaubt. Wie wichtig einem das ist, sollte sich jeder Interessent daher vor dem Kauf gut überlegen.
Grundsätzlich finden wir das Fehlen solcher „Kleinigkeiten“ nicht weiter dramatisch, zumal das im Alltag nur unter ganz speziellen, seltenen Umständen auffallen dürfte. Mit Blick auf die sehr hohe UVP des Gerätes von knapp 1500 Euro und dafür, dass es sich eben um das absolute Spitzenmodell des Herstellers handelt, finden wir es allerdings etwas schade.
Welche Software verwendet Xiaomi im 14 Ultra?
MIUI ist tot, es lebe HyperOS. Genau damit wird das Xiaomi 14 Ultra ausgeliefert und stünde kein anderer Name des auf Android 14 basierenden Betriebssystems in den Einstellungen des Handys, so würden das vermutlich nur die wenigsten bemerken. Denn erwartungsgemäß fallen die vom Hersteller versprochenen Entschlackungen und Beschleunigungen des neuen OS bei der Spitzen-Hardware des Smartphones nicht ins Gewicht, das 14 Ultra rennt ohnehin in jeder Lebenslage.
Nervig sind hingegen die häufigen Werbeeinblendungen von HyperOS (und zuvor MIUI). Wer etwa den Musikplayer von Xiaomi angewählt hat, bekommt ständig Vorschläge für Titel – oben in der Benachrichtigungsleiste, wo eigentlich wichtige Dinge aufploppen sollten. Bisweilen gibt es sogar formatfüllende Werbung, die erst nach Ablauf eines mehrsekündigen Timers weggeklickt werden dürfen – das ist aufdringlich und nervig und sollte dem Käufer eines 1500 Euro teuren Spitzenmodells nicht zugemutet werden. Ein Unding! Immerhin lässt sich die Werbung in den erweiterten Einstellungen der jeweiligen Apps deaktivieren.
Bei Updates hat sich Xiaomi nun auf 5 Jahre neue Android-Versionen und Sicherheitsupdates festgelegt. Das kommt nicht ganz an die 7 Jahre von Google und Samsung heran, ist aber trotzdem ordentlich.
Wie lange hält der Akku des Xiaomi 14 Ultra durch?
Xiaomi baut in das 14 Ultra einen 5000-mAh-Akku ein, der sich mittels des mitgelieferten (!) Netzteils mit 90 Watt per Kabel und satten 80 Watt per Induktion laden lässt. Diese volle Leistung liegt allerdings nur an, wenn der Nutzer im Unterpunkt Akku des Hauptmenüs den Punkt „Ladegeschwindigkeit erhöhen“ aktiviert. Xiaomi spricht hierbei keine Warnung wegen schnellerem Altern des Akkus aus, sondern erwähnt lediglich, dass sich das Smartphone während der Nutzung der vollen Ladegeschwindigkeit erwärmen könnte. Warum ist diese Funktion dann nicht ab Werk aktiviert, wenn es keinen echten Nachteil gibt?
Mit dieser Boostfunktion lädt das Xiaomi 14 Ultra in wenig mehr als einer halben Stunde von null auf 100 Prozent, kabellos dauert es rund eine Dreiviertelstunde. Im Akkutest von PCmark, dem Battery Test, stürzte die Software des Benchmarks leider mehrfach ab, sodass wir an dieser Stelle keinen konkreten Wert nennen können. Während des Tests verhielt sich das Smartphone aber unauffällig, die Akkulaufzeit schien weder besonders hoch, noch schlecht zu sein. Einen typischen Tag übersteht das 14 Ultra problemlos, wer auf ausufernde Fotosessions geht, sollte definitiv über das Photography Kit nachdenken, das einige Extra-Stunden Akkulaufzeit verspricht.
Da wir optisch keinen nennenswerten Unterschied bei der Bildschärfe ausmachen konnten, haben wir die voreingestellte Full-HD+-Auflösung beibehalten. Bei aktivierter 1440p-Auflösung dürfte die Akkuausdauer noch einmal etwas weiter sinken.
Preis
In Deutschland bietet Xiaomi das 14 Ultra in Schwarz und Weiß zur UVP von knapp 1500 Euro an. Im Handel ist es für 1400 Euro erhältlich. Dafür gibt es 16/512 GB Speicher, eine andere Version wird hierzulande nicht angeboten. Das Photography Kit mit integriertem 1500-mAh-Akku gibt es für knapp 200 Euro (Preisvergleich).
Fazit
Das Xiaomi 14 Ultra ist zwar nicht in allen Belangen immer und überall die Nummer eins, aber das Gesamtpaket ist besonders (aber nicht nur) für die Zielgruppe (Hobby)Fotograf einfach klasse. Zu den wenigen Negativpunkten gehören fehlende Standards wie eSIM, UWB und Auracast, außerdem trägt die riesige Kameraeinheit wortwörtlich ziemlich dick auf. Das ist eigentlich alles kein Beinbruch, bei einem Spitzenmodell für stolze 1500 Euro hätte das aber ruhig dabei sein dürfen.
Auf der Habenseite stehen aber nahezu alle anderen Bereiche des Kamera-Smartphones. Dazu gehören schickes Design mit außergewöhnlicher Kunstlederrückseite, tolle Verarbeitung, enorm schnelle Hardware mit viel Speicher und nicht zuletzt die grandiose Kamera. Auch auf sie trifft zwar zu, dass sie nicht in allen Details unangefochten Spitzenreiter ist, insgesamt ist sie aber richtig klasse.
Gute Smartphones gibt es natürlich auch für weniger Geld. Wir haben Bestenlisten für nahezu alle relevanten Preisbereiche, die wir in regelmäßigen Abständen aktualisieren.
Wer zu seinem neuen Smartphone einen passenden Tarif sucht, wird vielleicht im Tarifrechner von heise.de fündig. Hier gibt es verschiedene Vergleichsrechner für Prepaid, monatlich kündbare und sogar kostenlose Tarife. Der Rechner umfasst dabei übergreifend alle Angebote, die derzeit in Deutschland verfügbar sind.
Künstliche Intelligenz
Antrag der Linken abgelehnt: Das Neun-Euro-Ticket kommt nicht wieder
Das Neun-Euro-Ticket kommt nicht zurück. Der Verkehrsausschuss des Bundestags hat einen Antrag der Bundestagesfraktion der Partei Die Linke abgelehnt, das bundesweite Billigticket für den Nahverkehr wieder aufleben zu lassen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Anfang des Jahres beantragte die Linken-Fraktion im Verkehrsausschuss, das Neun-Euro Ticket „als sofort wirksame Entlastungsmaßnahme“ für Haushalte mit mittleren und geringen Einkommen wieder einzuführen. Für Schüler, Studenten, Auszubildende und Senioren sollte das Ticket kostenlos sein. Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) sei „keine Wirtschaftsleistung, sondern eine gesellschaftliche Infrastruktur“, argumentierte die Partei in ihrem Antrag.
Damit scheiterte sie jedoch. Der Verkehrsausschuss hat den Antrag mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und AfD abgelehnt. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen enthielt sich. Sie unterstützen die Forderung der Linken zwar grundsätzlich, kritisierten aber, dass der Antrag der Linken keinen Vorschlag zur Finanzierung ihres Vorhabens enthielt. Dort ist nur davon die Rede, dass der Bund die Hälfte der Mehrkosten tragen sollte. Die Grünen schlugen nun vor, das 40-Euro-Ticket wieder einzuführen sowie ein Sozialticket für Bedürftige.
Steuererhöhungen für Klimaschädiger
Grund für die Ablehnung sei die Finanzierung, teilte der Bundestag mit. „Übereinstimmend“ hätten die Regierungsfraktionen sowie die oppositionelle AfD „auf das Problem der Finanzierung eines Neun-Euro-Tickets oder gar eines Null-Euro-Tickets“ verwiesen. Zur Finanzierung wollte die Linke Steuern für Verursacher der Klimawandels einführen und „Übergewinne“ der Mineralölkonzerne abschöpfen, die derzeit wegen hoher Spritpreise in der Kritik stehen.
In der aktuellen Fassung kostet das Deutschland-Ticket 63 Euro im Monat und wird von Bund und Ländern mit drei Milliarden Euro gefördert. Insgesamt subventioniert der Bund den ÖPNV im Jahr mit 15 Milliarden Euro. Ein Neun- respektive Null-Euro-Ticket, wie die Linke es fordert, würde nach Ansicht der CDU/CSU weitere zehn Milliarden Euro kosten. Zudem bieten laut SPD bereits einige Bundesländer das Deutschland-Ticket für Schüler, Studenten und Azubis günstiger an.
Weiterlesen nach der Anzeige
(wpl)
Quo vadis, Xbox-Exklusivität?: Microsofts Strategie bleibt erst einmal vage
Medizinregistergesetz: Maximale Löschfrist mit 100 Jahren praktisch unbefristet
GeForce Hotfix 610.52: Neuer Treiber behebt Probleme mit G-Sync, DLSS und Smooth Motion
Beliebt
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenMähroboter ohne Begrenzungsdraht für Gärten mit bis zu 300 m²
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateniPhone Fold Leak: Apple spart sich wohl iPad‑Multitasking
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
JBL Bar 1300MK2 im Test: Soundbar mit Dolby Atmos, starkem Bass und Akku‑Rears
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateniX-Workshop KRITIS: Zusätzliche Prüfverfahrenskompetenz für § 8a BSIG
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenOscars 2026: Was die heise‑Leser anders entschieden hätten
-
Social Mediavor 3 MonatenVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenEmpfehlungsalgorithmen bei TikTok erklärt: Die Maschine hinter dem Endlos‑Feed
