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Top 10: Die besten günstigen In-Ear-Kopfhörer – Google vor Earfun und Soundcore
Wir haben dutzende günstige In-Ear-Kopfhörer getestet und zeigen hier die zehn besten In-Ears für um die 100 Euro oder weniger.
Wer ordentliche In-Ear-Kopfhörer will, muss nicht zwangsläufig viel Geld ausgeben. Bereits für um die 100 Euro oder weniger gibt es richtig gute Modelle, die neben umfangreicher App, hohem Tragekomfort und einer langen Akkulaufzeit überraschenderweise häufig auch mit richtig tollem Klang überzeugen.
Selbst Premium-Funktionen wie Hi-Res-Codecs, Qi-Ladung, Multipoint und Auracast sehen wir zunehmend im Einstiegssegment. Lediglich bei der aktiven Geräuschunterdrückung (ANC) haben die teuren Modelle noch einen deutlichen Vorsprung. Trotzdem mildert auch das ANC in vielen günstigen Modellen merklich die Umgebungsgeräusche.
Wir zeigen hier die in unseren Ohren zehn besten günstigen In-Ear-Kopfhörer aus dutzenden Tests.
Welche In-Ear-Kopfhörer bis 100 € sind die besten?
Unsere Testsieger sind die Google Pixel Buds 2a für 99 Euro (Gomibo). Sie bieten nicht nur guten Klang und Premium-Features wie Spatial-Audio, sondern vor allem das beste ANC für unter 100 Euro.
Die Earfun Air Pro 4+ für 69 Euro (Amazon.de, Code: AP4PTECH) sind unsere Technologiesieger. Trotz ihres günstigen Preises zeigen sie jede Menge Premium-Features wie LDAC, AptX, Multipoint, Auracast, Qi-Ladung und vieles mehr.
Wer es richtig günstig will, der sollte zu unserem Preis-Leistungs-Sieger Huawei Freebuds 5i für 40 Euro (Joybuy) greifen. Trotz des schmalen Preises klingen sie dank LDAC richtig gut und sitzen perfekt im Ohr.
Wie gut klingen günstigen In-Ear-Kopfhörer?
Bei günstigen In-Ear-Kopfhörern steht meist ein bassbetontes Klangprofil im Vordergrund, das Pop, Hip-Hop und elektronische Musik spaßig wiedergibt. Neutrale oder detailreiche Abstimmungen sind selten. Aber viele Modelle bieten über eine App einen Equalizer, mit dem sich der Sound individuell anpassen lässt. Wichtig ist, dass Mitten und Höhen nicht zu sehr untergehen – sonst klingen Stimmen und Instrumente matschig. In Tests überzeugen oft Modelle mit 10- oder 12-Millimeter-Treibern, die für den Preis erstaunlich voluminös und klar klingen.
Haben schon günstige In-Ears ANC?
Aktives Noise-Cancelling ist inzwischen auch in günstigen In-Ears verbreitet, dämpft jedoch vorwiegend tiefe Frequenzen wie Motorengeräusche oder Brummen. Gegen Stimmen oder höhere Geräusche ist die Unterdrückung schwächer als bei teuren Flaggschiffen. Viele Modelle bieten einen Transparenzmodus, der Umgebungsgeräusche durchlässt – praktisch für den Straßenverkehr. In der Budget-Klasse reicht das ANC oft für Bahnfahrten oder das Büro. Allerdings bieten hochpreisigere In-Ears in den meisten Fällen auch das bessere ANC.
Wie wichtig sind Codecs?
Die meisten günstigen In-Ears unterstützen nur die Basis-Codecs SBC und AAC. AptX oder LDAC, die höhere Bitraten und bessere Qualität ermöglichen, fehlen häufig. Allerdings sehen wir zunehmend, dass auch Hi-Res-Codecs in immer mehr günstigen In-Ears Einzug halten.
Akkulaufzeit
Eine solide Akkulaufzeit ist in der Budget-Klasse oft ein starkes Argument: Viele Modelle schaffen 7 bis 10 Stunden pro Ladung ohne ANC und bis zu 30 bis 40 Stunden mit dem Ladecase. Mit aktiviertem Noise Cancelling sinkt die Laufzeit häufig auf 5 bis 7 Stunden. Schnellladefunktionen (10 Minuten laden für eine bis zwei Stunden Musik) sind inzwischen Standard. Günstige In-Ears punkten hier oft deutlicher als teure Modelle, weil sie weniger stromhungrige Features haben.
Wie lange darf man In-Ear-Kopfhörer tragen?
Eine feste Obergrenze gibt es nicht – entscheidend sind Lautstärke, Passform und vor allem die Hygiene, die bei In-Ears oft unterschätzt wird. Langes Tragen ohne Pausen kann nicht nur das Gehör belasten, sondern besonders den Gehörgang durch Feuchtigkeit und Bakterien gefährden. In der Budget-Klasse wie bei teureren Modellen gilt: Regelmäßige Unterbrechungen und gute Pflege sind Pflicht, um Entzündungen oder Schlimmeres zu vermeiden.
In-Ear-Kopfhörer verschließen den Gehörgang komplett, behindern die natürliche Belüftung und lassen Feuchtigkeit sowie Wärme stauen – ideale Bedingungen für Bakterien und Pilze. Das erhöht das Risiko für Otitis externa („Schwimmerohr“), eine schmerzhafte Entzündung des äußeren Gehörgangs, die Juckreiz, Schwellungen und sogar Eiter verursachen kann.
Aus Hygienegründen sollten In-Ears nicht länger als 2 bis 4 Stunden am Stück getragen werden, danach mindestens 15–30 Minuten Pause, damit der Gehörgang abtrocknen und belüftet werden kann.
Weiterhin empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen die Kopfhörer zu reinigen. In-Ears sollten bei regelmäßiger Nutzung im Idealfall wöchentlich gereinigt werden, bei sichtbarem Schmutz sofort. Eine gründliche Desinfektion empfiehlt sich etwa ein- bis zweimal im Monat. Die abnehmbaren Silikon- oder Schaumstoff-Ohreinsätze lassen sich in lauwarmem Seifenwasser waschen und müssen vor dem Wiedereinsetzen vollständig trocknen.
Der Hörer selbst wird mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch abgewischt; für die Ladekontakte eignet sich gelegentlich etwas Isopropylalkohol. Dabei sollte keine Flüssigkeit in die Lautsprecheröffnungen oder Mikrofone gelangen.
Neben Hygiene ist die Lautstärke der zweite große Faktor: In-Ears leiten Schall direkt ans Trommelfell, was den Schalldruck um bis zu 6 bis 9 dB erhöht. Die bekannte 60/60-Regel (max. 60 % Lautstärke, höchstens 60 Minuten, dann Pause) schützt vor bleibenden Schäden.
Tragekomfort und Passform
Der Tragekomfort entscheidet, ob man die In-Ears stundenlang ohne Druck oder Schmerzen tragen kann – besonders wichtig bei günstigen Modellen, die oft länger im Ohr bleiben sollen, um den Preis zu rechtfertigen. Mehrere Silikonaufsätze in verschiedenen Größen sind Pflicht, manche Modelle kommen zusätzlich mit Flügeln für besseren Halt beim Sport. Leichte Earbuds und ergonomische Formen verhindern schnelles Ermüden.
Wasserschutz und Bauqualität
Ein gutes IP-Rating (mindestens IPX4 gegen Spritzwasser, besser IP54 oder höher gegen Staub) ist für günstige In-Ears essenziell, wenn man sie beim Sport oder im Regen nutzen möchte. Das Ladecase sollte robust sein und einen sicheren Verschluss haben. In der Preisklasse unter 100 Euro halten viele Modelle überraschend viel aus.
Mikrofonqualität
Für Telefonate und Videocalls ist ein klares Mikrofon wichtiger als man denkt – gerade bei günstigen In-Ears oft ein Schwachpunkt. Viele Modelle haben einfache Rauschunterdrückung, die Wind oder Hintergrundgeräusche nur mäßig filtert. Gute Budget-Kandidaten schaffen verständliche Sprache in ruhigen Umgebungen, während Premium-Modelle natürlicher klingen. Wer viel telefoniert, sollte auf Testberichte achten oder Modelle mit mehreren Mikrofonen pro Earbud wählen.
Bedienung und App-Unterstützung
Touch-Bedienung ist Standard, doch die Zuverlässigkeit variiert: Manche reagieren zu sensibel, andere zu träge. Eine App mit Equalizer, ANC-Stufen und Firmware-Updates wertet günstige In-Ears deutlich auf.
Preis-Leistungs-Verhältnis
Das entscheidende Kriterium bei günstigen In-Ears: Wie viel Qualität bekomme ich für mein Geld? Modelle um 50 bis 80 Euro bieten oft 80 bis 90 Prozent der Leistung von 200-Euro-Kopfhörern, gerade bei Klang, Akku, App und Komfort. Straßenpreise schwanken mitunter deutlich – das Warten auf Angebote kann sich lohnen. Wir empfehlen dafür einen Blick auf Preisvergleichsportale wie Geizhals.de und deren Preisverlaufskurve.
Fazit
Auch unter 100 Euro gibt es viele richtig gute In-Ear-Kopfhörer. Vor allem beim Klang muss man im Vergleich zu teuren Modellen häufig nur wenig Abstriche eingehen. Auch der Tragekomfort kann bei den günstigen Earbuds sehr hoch sein. Selbst Codecs wie LDAC, aptX sowie AAC und eine App mit Equalizer gehören mittlerweile fast schon zum guten Ton. Wo es nach wie vor Nachholbedarf gibt, ist beim ANC. Die Ausnahme bildet unser Testsieger Google Pixel Buds 2a.
Wer bereit ist, auch etwas mehr Geld auf den Tisch zu legen, sollte sich unsere große Bestenliste In-Ears genauer anschauen. Für alle, die primär beim Sport was auf die Ohren wollen, könnte die Bestenliste Sport-Kopfhörer helfen. Lieber Over-Ear als In-Ear? Dann zeigen wir in der Bestenliste Over-Ear die wirklich besten Modelle.
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Bürgerinitiative: 1.294.188 Unterschriften für „Stop Destroying Videogames“
Die EU-Kommission muss sich mit der Bürgerinitiative „Stop Destroying Videogames“ beschäftigen. Die Initiative will das Abschalten von Videospielen stoppen, wie es etwa bei Online-Spielen durch das Herunterfahren von Servern vorkommt. Genau 1.294.188 verifizierte Unterschriften konnten die Organisatoren nun bei der EU einreichen. Mindestens eine Million Unterschriften sind nötig, bevor sich die EU-Kommission mit einer Initiative auseinandersetzen muss.
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Insgesamt konnte die Bürgerinitiative rund 1,45 Millionen Stimmen sammeln. Bevor diese bei der EU-Kommission eingereicht werden können, müssen sie aber verifiziert werden. Dafür sind die Mitgliedsstaaten der einzelnen EU-Länder verantwortlich, in denen die Unterschriften gesammelt wurden. Sie prüfen etwa, ob die Unterzeichner Staatsbürger sind, das nötige Mindestalter erreicht haben und ob alle angegebenen Informationen korrekt und vollständig sind.
Der Großteil der ursprünglich für „Stop Destroying Videogames“ abgegebenen Stimmen hat die Prüfung überlebt. Damit ist es amtlich: Die EU-Kommission hat bis zum 27. Juli 2026 Zeit, eine Antwort auf das Anliegen der Bürgerinitiative zu erarbeiten. Bis dahin wollen sich die EU-Kommissare zuerst mit den Organisatoren treffen, bevor das Europäische Parlament eine öffentliche Anhörung organisiert, heißt es auf der Webseite der Europäischen Union.
233.000 Unterschriften aus Deutschland
Ziel von „Stop Destroying Videogames“ ist es, Spielefirmen davon abzuhalten, ihre Titel komplett abzuschalten. Die EU soll Firmen nach Ansicht der Organisatoren dazu verpflichten, Videospiele in einem funktionalen Zustand zu bewahren. Die Initiative, die Teil des Projekts „Stop Killing Games“ ist, hat der YouTuber Ross Scott angestoßen, nachdem der französische Publisher Ubisoft 2024 sein MMO-Rennspiel „The Crew“ unspielbar gemacht hatte. Bei Online-Spielen ist das ein gängiges Vorgehen. Die Organisatoren fordern, dass solche Spiele zumindest offline spielbar bleiben müssen.
In einem Reddit-Post gehen die Organisatoren näher auf die Verteilung der verifizierten Stimmen ein: Der größte Anteil kam mit rund 233.000 Unterschriften aus Deutschland, gefolgt von Frankreich mit 145.000 und Polen mit 143.000 Unterschriften.
(dahe)
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Neustart fürs Gehirn: Darum ist man nach dem Mittagsschlaf wieder aufnahmefähig
Sich dem Mittagstief einfach mal hingeben, kann sich sehr lohnen. Gut erholt geht es danach in die zweite Tageshälfte. Dieser Rat ist zwar nicht neu, doch Untersuchungen des Universitätsklinikums Freiburg und der Universität Genf liefern jetzt auch biologische Belege für den Nutzen. Sie haben im Gehirn von Probanden Effekte gefunden, die bisher nur nach einer üppigen Dosis Nachtschlaf festgestellt worden waren.
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Der Hintergrund der Untersuchungen: Verarbeitet das Gehirn in der ersten Tageshälfte neue Sinneseindrücke, Gedanken und Informationen, verstärken sich die Verbindungen zwischen Nervenzellen. Die Verstärkung der Synapsen gilt als Grundlage von Lernprozessen, um etwa bestimmte Zusammenhänge abzuspeichern.
Im Tagesverlauf nimmt die Effizienz der Informationsverarbeitung ab. Es komme zu einer Art Sättigung, berichten die Forschenden. Doch diese könne durch nur etwa eine Dreiviertelstunde Schlaf am frühen Nachmittag wieder aufgelöst werden. Die Aktivität der Synapsen wird durch das Nickerchen offenbar gedrosselt und die Lernfähigkeit steigt wieder.
Synaptischer Reset nach etwa 45 Minuten
„Die Studie zeigt, dass dieser ‚synaptische Reset‘ schon nach einem Mittagsschlaf einsetzt und neue Informationen wieder besser im Gehirn abgespeichert werden können“, sagt Christoph Nissen, Universitätsprofessor und Chefarzt an Universität und Universitätsklinikum Genf.
Für ihre Untersuchungen hatten die Forschenden 20 gesunde junge Erwachsene ausgewählt, die an zwei Nachmittagen zwischen 13:15 Uhr und 14:15 Uhr entweder einen Mittagsschlaf machten oder wach blieben. Die durchschnittliche Schlummerzeit betrug 45 Minuten. Davor und danach wurden Gehirndaten der Teilnehmenden von außen über Elektroden erfasst.
Die Stärke der Synapsen und ihre Fähigkeit, neue Verbindungen zu bilden, erfasste das Team unter anderem mit EEG-Messungen und mit der transkraniellen Magnetstimulation (TMS). Bei der TMS wurde der rechte primäre motorische Kortex der Probanden angeregt. Darauf reagiert der Muskel Musculus abductor pollicis brevis in der linken Hand unterhalb des Daumens. Diese Reaktion haben die Forschenden gemessen und die elektrischen Nervenpotenziale ermittelt. Das Ausmaß des Effekts verriet dem Team, wie aktiv die Synapsen waren.
Tierversuche liefern Grundlagen
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Der Zusammenhang zwischen verstärkten Synapsen und der Informationsverarbeitung im Wachzustand basiert auf älteren Studien mit Ratten, Mäusen, Fliegen und Zebrafischlarven. Denn in Tierversuchen können Gehirne beziehungsweise Nervensysteme direkt untersucht und geeignete biologische Marker ausgewertet werden, darunter die Zahl bestimmter Rezeptoren sowie die Dichte und Größe von Synapsen.
Versuche mit Tieren deuten übrigens auch darauf hin, dass nicht nur das Gehirn mit Schlafqualität verknüpft ist, sondern auch das Darmmikrobiom. Welche Rolle Mikrobiom und Ernährung für die Qualität des Mittagsschlafs spielen, war allerdings nicht Gegenstand der aktuellen Untersuchung.
Und es gibt weitere Einschränkungen: Die Teilnehmendenzahl war eher klein und die Probanden hatten nach eigenen Angaben keine Schlafprobleme. Menschen, die unter Einschlafproblemen oder nächtlichem Schlafentzug leiden, bringt der nachmittägliche Schlaf vermutlich bestenfalls kurzfristig Entlastung.
Dieser Beitrag ist zuerst auf t3n.de erschienen.
(jle)
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Britisches Oberhaus will Altersverifikation für VPNs und Social Media
Das britische Oberhaus hat für eine deutliche Verschärfung der Altersverifikation im Internet gestimmt. Mit 207 zu 159 Stimmen nahmen die Lords das Amendment 92 an, das VPN-Anbieter verpflichtet, wirksame Alterskontrollen für britische Nutzer einzuführen. Damit wird erstmals eine Altersgrenze für VPN-Dienste festgelegt. Ein weiterer Änderungsantrag verbietet unter 16-Jährigen den Zugang zu sozialen Medien.
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Die VPN-Dienste sind in Großbritannien in den Fokus gerückt, da sie dazu verwendet wurden, andere Altersgrenzen im Netz, wie etwa für Pornografie-Seiten, auszuhebeln. Amendment 92 zielt darauf ab, die Umgehung des Online Safety Act zu verhindern. Der Gesetzgeber befürchtet, dass Minderjährige mit VPN-Diensten Altersbeschränkungen auf Social-Media-Plattformen aushebeln könnten. Nach der neuen Regelung muss das zuständige Ministerium innerhalb von zwölf Monaten nach Inkrafttreten Vorschriften erlassen, die VPN-Anbietern die Bereitstellung ihrer Dienste an Kinder verbieten. Betroffen sind kommerzielle VPN-Dienste, die in Großbritannien angeboten oder an eine signifikante Anzahl britischer Nutzer vermarktet werden.
Die Regulierungsbehörde Ofcom soll Leitlinien für die Umsetzung entwickeln und die Einhaltung überwachen. Als Kind gilt laut Amendment jede Person unter 18 Jahren. Die geforderte „highly effective age assurance“ könnte Methoden wie den Upload eines Fotos eines Ausweisdokuments, Gesichtserkennung oder Banküberprüfungen umfassen.
Social Media ab 16 Jahren
Mit noch deutlicherer Mehrheit von 261 zu 150 Stimmen verabschiedeten die Lords Amendment 94a. Dieser Änderungsantrag verbietet Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu „user-to-user services“. Darunter fallen laut Online Safety Act soziale Netzwerke, Messaging-Apps, Foren und Online-Gaming-Plattformen – also Dienste, auf denen Nutzer Inhalte posten, teilen und miteinander interagieren können. Ausgenommen sind E-Mail, SMS, MMS und einzelne Sprachanrufe.
Zwei weitere Amendments hatten keinen Erfolg: Lord Nash zog Amendment 93 zurück, das manipulationssichere Software auf Smartphones und Tablets gegen Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs gefordert hätte. Er verwies auf laufende Gespräche mit Ministern. Amendment 108 von Lord Storey, das Plattformen erlaubt hätte, eigene Mindestaltersgrenzen festzulegen, wurde abgelehnt.
Datenschutz versus Jugendschutz
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Die geplanten Regelungen werfen erhebliche Datenschutzfragen auf. VPN-Dienste müssten Nutzer identifizieren und deren Alter überprüfen – genau das Gegenteil dessen, wofür sie entwickelt wurden. Anbieter aus dem Ausland müssten britische Nutzer gesondert behandeln und separate Verifikationssysteme aufbauen, was zu höheren Kosten und potenziellem Nutzerverlust führen könnte. Nach Inkrafttreten des Online Safety Act 2023 stieg die Nachfrage nach VPN-Diensten in Großbritannien bereits massiv an: ProtonVPN meldete einen Anstieg um 1400 Prozent.
Ofcom spielt als Regulierungsbehörde eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Online Safety Act. Die Behörde erstellt Verhaltenskodizes, überwacht deren Einhaltung und kann bei Verstößen Bußgelder von bis zu zehn Prozent des globalen Jahresumsatzes verhängen oder Dienste blockieren lassen. Für VPN-Provider soll Ofcom nun Leitlinien entwickeln, wie die geforderte Altersverifikation technisch umgesetzt werden kann.
International steht Großbritannien mit solchen Plänen nicht allein da. Frankreich diskutiert derzeit ein Verbot sozialer Netzwerke für unter 15-Jährige. Australien hat ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt, in dessen Folge mehr als 4,7 Millionen Accounts deaktiviert wurden. Auch Spanien und Griechenland erwägen ähnliche Regelungen mit 16 Jahren als Altersgrenze.
Nach der dritten Lesung im Oberhaus müssen beide Amendments noch das Unterhaus passieren. Dort verfügt die Labour-Regierung über eine Mehrheit und hat bereits angekündigt, die Vorschläge möglicherweise stoppen zu wollen. Die Regierung hat eine Konsultation zu Mindestaltern bei Social Media und VPNs versprochen, möchte aber offenbar nicht vom Parlament zu schnellen Entscheidungen gedrängt werden. Wann und ob die Regelungen tatsächlich in Kraft treten, ist daher noch offen.
(mki)
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