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Warum Peter Thiel einen Weltstaat mehr fürchtet als den Weltuntergang


Warum Peter Thiel einen Weltstaat mehr fürchtet als den Weltuntergang

Peter Thiel wurde als Mitgründer von PayPal und früher Facebook-Investor bekannt.
Getty Images/Nordin Catic, David Wall

Gerade hat der Tech-Investor Peter Thiel in Rom Vorträge über den Antichristen gehalten. Warum ist der umstrittene Milliardär so vom Weltuntergang fasziniert? Darüber haben wir mit dem katholischen Theologen und persönlichen Thiel-Vertrauten Wolfgang Palaver gesprochen.

Herr Professor Palaver, deckt sich Thiels Antichrist-Bild mit katholischer Dogmatik und Tradition?

Wolfgang Palaver: Da muss man schauen, was man unter dem Begriff versteht. Der katholische Philosoph Josef Pieper schreibt in „Über das Ende der Zeit“ über den Antichristen und knüpft an Traditionen an, wonach dieser eine tyrannische Weltregierung sein könnte – das entspricht der Position Thiels.

Piepers These ist: Mit jedem Schritt in Richtung politischer Weltordnung wächst auch die Gefahr eines alles kontrollierenden Weltstaates. Der Unterschied zu Thiel ist jedoch, dass Pieper trotz dieser Gefahr dafür plädiert, dort, wo es notwendig ist, auf politische Welteinheit hinzuarbeiten – allerdings im Bewusstsein dieser Gefahr.

Dazu kommt die katholische Soziallehre: Spätestens mit Johannes XXIII. und seiner Sozialenzyklika „Pacem in terris“ wird eine Weltautorität mit effizienten Mitteln gefordert. Diese soll aber kein Weltstaat sein, sondern subsidiär aufgebaut. Das dient als Absicherung gegen einen tyrannischen Weltstaat, den Thiel fürchtet.

Hat Thiel die katholische Soziallehre übernommen?

Palaver: Thiel ist kein Katholik, sondern eigentlich Lutheraner, heute vertritt er eher einen eigenen, vom üblichen evangelikalen Glauben abweichenden Stil. Pieper hat er gelesen, aber die katholische Soziallehre hat er nicht übernommen. Er nennt Nick Bostrom oder vor allem Greta Thunberg Legionäre des Antichristen. Wenn er konsequent wäre, müsste er spätestens die Päpste seit Johannes XXIII. ebenso bezeichnen. Dann müssten konservativ-katholische Leute wie J.D. Vance sich fragen: Stehe ich auf der Seite Thiels oder auf der des päpstlichen Lehramts? Das tut er nicht, obwohl aus geleakten Tonbändern seiner Vorträge bekannt ist, dass er gesagt hat, J.D. Vance solle für den Papst beten, aber ihm nicht zuhören.

Mark Siaulys Pfeiffer/SZ Photo/picture alliance

Hat Thiel eine Nähe zu den Sedisvakantisten, die glauben, es gebe zurzeit keinen rechtmäßigen Papst?

Palaver: Ich glaube eher nicht. Man muss die libertären Hintergründe schauen. Thiel ist etwa von Ayn Rand geprägt, und es gibt ein wichtiges Buch, das er 1997 enthusiastisch gelesen hat: „The Sovereign Individual“ von William Rees-Mogg und James Dale Davidson. Dieses libertäre Manifest sagt voraus, dass die digitale Revolution Staat, Politik und Demokratie auflösen wird. Darin gibt es auch ein Kapitel über die Parallele zwischen dem Niedergang der „senilen, heiligen Mutterkirche“ und dem „Nanny State“: So wie die Reformation die Gläubigen von der belastenden katholischen Kirche gelöst hat, werde die digitale Revolution den Versorgungsstaat aushebeln. Thiel verweist auf seine lutherische Konfession und sagt, die lutherische Kirche sei nie eine zentralistische, globale Organisation gewesen wie die katholische Kirche. Ein mit dem Libertarismus kompatibles Christentum ist daher relativ weit von der katholischen Kirche entfernt.

Ist Thiel aus libertären Gründen Christ – oder aus christlichen Gründen Libertärer?

Palaver: Ich habe natürlich keinen Blick in sein Herz. Aber ich würde sagen: Er ist schon Christ. Und dann gibt es Berührungspunkte zwischen Christentum und Libertarismus, die man nicht übersehen darf. Der Libertarismus ist eine extreme Betonung der Freiheit des Individuums. Ohne jüdisch-christliche Tradition wäre das gar nicht möglich gewesen. Interessant ist auch Ayn Rand: Sie ist extrem gegen das Opfer. Für sie sind das Kollektive, ob Staat oder Kirche, alles Opfermaschinen, die das einzelne Individuum für die Interessen des Kollektivs hinopfern. Thiel war ganz klar gegen den Irakkrieg 2003. Er sagt auch heute, man solle die islamischen Länder in Ruhe lassen, die müssten ihren eigenen Weg finden. Da spürt man das Libertäre. Der Unterschied zwischen Ayn Rand und Thiel ist, dass Thiel sich immer als religiöser Mensch verstanden hat.

Wie haben Sie den Wandel im Denken Thiels erlebt – vom Libertären zum Trump-Unterstützer und Bekannten des umstrittenen politischen Denkers aus der Tech-Szene, Curtis Yarvin?

Palaver: Als er Ron Paul unterstützt hat, ist mir das in Richtung Friedensengagement vorgekommen. Dann kommt dieser Schwenk hin zu Trump und J. D. Vance. Meine Erklärung ist, dass er da einen Wandel in der Bevölkerung gesehen hat, einen Vibe-Shift. Zu Curtis Yarvin wäre ich vorsichtig, Thiel mit ihm zu identifizieren. Thiel sagt, er vertrete nicht die Position von Yarvin. Wenn es den katholischen Neo-Integralisten gelingen würde, einen amerikanischen Staat nach ihrem Muster aufzubauen, würde Thiel da nicht reinpassen: als Homosexueller mit gleichgeschlechtlicher Ehe und adoptierten Kindern. Insofern unterstützt er diese Entwicklungen, solange sie nicht wirklich einen Autoritätsstaat aufbauen. Katechon light eben.

Glaubt Thiel wirklich an den Antichristen? Oder nutzt er das nur als Denkmodell?

Palaver: Man muss es im Kontext sehen: In den USA gibt es diese Antichrist-Diskussion seit Jahrzehnten: Die Uno ist Antichrist, Gorbatschow ist Antichrist. Thiel unterscheidet sich von den Millenaristen, die wirklich glauben, dass der Antichrist kommt, dann die Schlacht von Armageddon und dann Jesus wiederkommt. Thiel sagt, die biblischen Gedanken sind keine historische Abfolge, sondern eine Warnung. Er unterscheidet sich sogar von Pieper, bei dem man den Eindruck hat, dass er sagt: Die biblischen Schriften sagen eine Endkatastrophe voraus, mit der Christen rechnen müssen.

Teilt Thiel René Girards Vorstellung, wir lebten in apokalyptischen Zeiten?

Palaver: Ich glaube schon, dass er das teilt. Ich würde sowohl Girard als auch Thiel bestätigen, dass wir in einer apokalyptischen Phase der Welt sind. Die Doomsday Clock wurde 1947 auf sieben Minuten vor Mitternacht gestellt und 2026 auf 85 Sekunden – das sagen nicht Theologen, sondern Leute, die einfach auf die Weltlage schauen. Dazu kommen die Biogefahren, die Klimakrise und die Gefahren der KI. Thiel setzt irgendwo auf ein Wunder und glaubt, dass man technologisch Durchbrüche haben kann. Es gibt von ihm einen interessanten Aufsatz über Goethes Faust, wo er zeigt, warum technischer Fortschritt und der Glaube an die Wissenschaft zusammengehören. Und wie sich das Faustische, seine Seele aufs Spiel zu setzen, mit dem Glauben an Gott vereinbaren lässt. Das Schlimme ist, dass er über die Ermordung von Philemon und Baucis, die sich dem Projekt entgegenstellen, nichts sagt. Faust riskiert Kollateralschäden – und das wäre mein Punkt: Wenn man technologische Fortschritte fördert, dann bitte nicht wie Faust. Bei KI braucht es „Ethics by Design“.

Thiel sieht aber doch gerade in denen, die vom Weltuntergang sprechen – wie Greta Thunberg – das Antichristliche.

Palaver: Seine Position ist: Je mehr wir uns auf diese Gefahren fokussieren, desto größer ist die Gefahr des totalitären Weltstaates. Das findet er noch schlimmer als die apokalyptischen Gefahren. Es ist eine Wette: Lieber vorausbrausen – vielleicht passiert ein Wunder –, als aus Angst die Apokalypse im Sinne eines totalitären Weltstaates zu kreieren.

Geht Thiel zu leichtfertig mit theologischen Kategorien um – oder hinterfragt er sich selbst?

Palaver: Man beobachtet, wie er da ringt. Wenn man den tyrannischen Weltstaat heute baut, ist die Apokalypse schon da, denkt er. Deshalb ist es besser, einen Weg zu gehen, wo sie noch nicht da ist, und die Zehn-Prozent-Hoffnung auszunutzen, dass es gut geht. Es ist aber kein Glaube, dass das kommen soll. Es gab Interpretationen, Girard und Thiel wollten die Apokalypse beschleunigen – so ein Schmarrn.

Thiel und Girard wollen also nicht die Apokalypse?

Palaver: Ja, eben. Girard sagt, man muss über das Thema reden und die Apokalypse den Fundamentalisten aus der Hand nehmen. In den USA sprechen oft nur die Fundamentalisten über apokalyptische Texte. Dabei gibt es Gründe, sich ganz rational damit auseinanderzusetzen.

Das Interview erschien zuerst in der Welt.





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„Hogwarts für Hacker“: So gründete Thomas Bachem die Code University


Keine klassischen Vorlesungen und Klausuren: An der Code-Hochschule in Berlin arbeiten Studierende von Tag eins an eigenen Projekten. Thomas Bachem erzählt, wieso er sie gegründet hat.

„Hogwarts für Hacker“: So gründete Thomas Bachem die Code University

Thomas Bachem gründete 2016 die Code University of Applied Sciences in Berlin.
Maximilian Schulz

Eine Hochschule ohne klassische Vorlesungen, Klausuren oder Anwesenheitspflicht: Stattdessen arbeiten Studierende vom ersten Tag an in Teams an eigenen Projekten und gestalten ihren Studienalltag selbst. Alles ist so darauf ausgelegt, dass Studierende schon während des Studiums gründen. So lässt sich das Konzept der Code University of Applied Sciences in Berlin-Neukölln einfach zusammenfassen.

Die Code ist eine staatlich anerkannte, aber private Hochschule mit Fokus auf Tech und Produktentwicklung. Studieren kann man hier im Bachelor und Master. Zum Beispiel: „Software Engineering“, „Business Management & Entrepreneurship“ oder „Innovation Design“.

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„Ich wollte ein Hogwarts für Hacker schaffen und für innovativ denkende junge Menschen“, sagt Thomas Bachem in der neuesten Folge unseres Podcasts Royal GS. Bachem gründete die Hochschule 2016 gemeinsam mit Manuel Dolderer und Jonathan Rüth, nachdem er bereits 2012 den Deutschen Startup-Verband ins Leben gerufen sowie mehrere Startups gegründet und zum Exit geführt hatte.

Warum Thomas Bachem eine Hochschule gründen wollte

Bachem selbst hat BWL an einer privaten Hochschule in Köln studiert, der Cologne Business School. Er wollte bewusst nicht Informatik oder Mathematik studieren, sagt er. Das sei ihm zu theoretisch gewesen. So eignete er sich den Wirtschaftsbackground an und lernte Programmieren durch Peer-Groups an der Uni und Online-Communities. Davon habe er immer am meisten profitiert. Deswegen wollte Bachem selbst eine Community schaffen, in die laut ihm „wirklich hochtalentierte junge Leute hinkommen“.

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Dafür brauchte er einen Ort. Und da kam nur eine eigene Hochschule in Frage, denn viele wollen nach dem Abi studieren und einen Uni-Abschluss machen. Ein alternatives Bildungsangebot ohne einen möglichen Abschluss sei deswegen nicht in Frage gekommen, „dann verpasst du viele der absoluten Top-Shots“, sagt Bachem. „Und ich wollte halt auf keinen Fall eine mittelmäßige Community für Top-Talente schaffen.“

Am Anfang gab es viel Misstrauen

Also gründete er die Code – keine leichte Aufgabe. Eine Hochschule in Deutschland gründet man nicht einfach so. Es braucht sowohl eine staatliche Anerkennung als auch die Akkreditierung der Studiengänge, damit die Abschlüsse gültig sind.

Am Anfang seien Bachem und seine Mitgründer bei der Berliner Verwaltung auf viel Misstrauen gestoßen. „Ich war 30 und wollte eine Uni gründen. Meine beiden Mitgründer, die hatten beide lange Haare zum Zopf zusammengebunden. Und wir kamen da so rein. Die hatten uns wirklich gar nicht ernst genommen“, sagt Bachem.

Dann sei er über sein politisches Netzwerk gegangen und habe schließlich auch die Verwaltung überzeugt, erzählt er. Dort habe man erkannt, dass die Gründer Bildung verändern wollten und nicht auf Profit aus seien.

Hochschule wie ein Startup aufbauen

Neben einem Lernkonzept erstellten Bachem und seine Mitgründer für die Code einen Businessplan und sammelten Geld von Privatpersonen ein. Das Modell der Code beschreibt Bachem als Social Entrepreneurship – die Hochschule muss sich finanziell selbst tragen können. „Das heißt, wir haben die Code auf dem Papier als GmbH gebaut und haben auch die Finanzierungsrunden gemacht, so wie bei anderen Startups“, sagt er. „Ich habe aber sehr offen allen gesagt: Das hier ist ein Impact-Thema für mich. Das Geld ist nicht weg, aber es wird wahrscheinlich auch nicht zurückkommen und schon gar nicht als Vielfaches.“

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Zu Beginn unterstützten 26 Menschen aus der Startup-Bubble den Aufbau der Hochschule – teils auch finanziell. Dazu zählen unter anderem Florian Heinemann, Founding Partner beim VC Project A, Rolf Schrömgens, Gründer von Trivago, Unternehmer Benjamin Otto und Udo Schlömer, Gründer der Factory.

Bachem habe die Erfahrung gemacht, dass Fundraising für Bildung in Deutschland schwierig ist. Aber: „Unternehmer lieben es vor allem, wenn sie das Saatkorn säen können für etwas, was dann ungleich viel größer wird“, sagt Bachem. „Und ob das dann ihnen auch noch ungleich viel mehr Geld bringt oder nicht, das ist im Zweifelsfall gar nicht so entscheidend, wenn die Summen für sie relativ gesehen nicht so groß sind.“

Trust Fund

2023 allerdings wurde das Geld knapp bei der Code, erzählt Bachem. Die Wirtschaftskrise habe sich auch in der Startup-Szene bemerkbar gemacht. Die Verantwortung, dauerhaft Geld einzusammeln, um die Hochschule am Laufen zu halten, habe ihn stark belastet. Zwischenzeitlich lag Bachem gar im Krankenhaus, erzählt er.

Ende 2023 entschied er sich deswegen dazu, seine Anteile an der Code, die bei 50 Prozent lagen, auf fünf weitere Leute aufzuteilen – und damit auch die Verantwortung. Zu den fünf Leuten gehören laut Bachem: Schrömgens, Heinemann, Unternehmer Stephan Schambach, Flix-Gründer Daniel Kraus und Unternehmerin Petra Becker.

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Mittlerweile sind alle drei Gründer der Code auch nicht mehr operativ im Tagesgeschäft eingebunden – und das findet Bachem auch gut so. „Durch den Weggang von uns Gründern öffnen sich Räume, die von anderen gefüllt werden können.“

Angefangen mit 80 Studierenden, zählt die Code heute mehr als 600 Studierende, von denen laut Bachem zehn Prozent ein Startup oder eine Agentur gründen. „Wir haben in Summe mittlerweile weit mehr als 120 Gründungen“, sagt Bachem.

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5 brandneue Kölner Startups, die wir im Blick behalten


#Brandneu

Die Kölner Startup-Szene bleibt dynamisch. Hier sind erneut einige der vielversprechendsten, vor allem noch jungen Kölner Gründungen, die wir genauer verfolgen. Dazu gehören: O App, Reiner AI, Magister Compliance Safety, Soforce und eternal.ag.

5 brandneue Kölner Startups, die wir im Blick behalten

In Köln und Umgebung lässt es sich gut leben, feiern und gründen. Auch in den vergangenen Wochen und Monaten sind wieder spannende neue Startups in der Domstadt entstanden. Einige Unternehmen davon stellen wie an dieser Stelle einmal vor.

O App
Hinter O App verbirgt sich ein ganzheitliche AI-Health App. „Die O App denkt Körper, Psyche und Emotionen gemeinsam und betrachtet dich als ganzen Menschen und nicht nur deine Symptome. Unsere KI erkennt Zusammenhänge und Ursachen in Sekundenschnelle und hilft dir personalisiert gesund zu sein“, erklärt das Team der Gründer Martin Bressem und Guido Gasper.

Reiner AI
Die noch junge Firma Reiner AI bietet eine „KI-Plattform für Engineering-, Planungs- und Architekturteams, die dabei hilft, die Art und Weise neu zu denken, wie Infrastruktur gebaut wird“. Das Startup aus Köln wird von den Studydrive-Gründern Sven Gasper und Philipp Mackeprang vorangetrieben. 

Magister Compliance Safety
Bei Magister Compliance Safety, von Andrey Yarizov, Alexandra Hoffacker und Alexander Fahl ins Leben gerufen, handelt es sich um eine „all-in-one Plattform für Forschende und Laboranten, welche maßgeblich dazu beiträgt, die Compliance Lücke zwischen Mensch und praktischer Lehre zu schließen“. “Wir digitalisieren die Arbeitssicherheit an Hochschulen“, teilt das Team mit.

Soforce
Das AI-Startup Soforce, von Lukas Wrede und Alexander Krost auf die Beine gestellt, ermöglicht es operativen Teams, Arbeitsabläufe mit integrierter Kontrolle, Verantwortlichkeit und Zuverlässigkeit zu automatisieren. „Built for organizations taking a thoughtful approach to AI“, so das Unternehmen.

eternal.ag
eternal.ag aus Köln, von Renji John und Sherry Kunjachan an den Start gebracht, möchte autonome Ernteroboter für Gewächshäuser etablieren. „We remove the biggest risk in greenhouse operations: uncertainty of labor. Our autonomous robots handle hard, repetitive crop work, around the clock“, heißt es zum Konzept. 

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Shutterstock





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„Alles ist möglich“: So bauen zwei Freunde mit KI ein Software-Startup


Vom Eierverkauf zum eigenen Software-Startup: Zwei Gründer zeigen, wie aus einer Schulchallenge ein Agritech-Unternehmen entsteht.

„Alles ist möglich“: So bauen zwei Freunde mit KI ein Software-Startup

Von der Hühnerwiese ins Startup-Office: Upgrade erfolgreich installiert.
Jonas Nolte und Lenn Hoffmann, Collage: Gründerszene

Alles habe mit einer ungewöhnlichen Challenge in der Schulzeit begonnen, berichten die Gründer Jonas Nolte und Lenn Hoffmann. Sie stellten sich regelmäßig kleine Aufgaben, um sich gegenseitig herauszufordern. 

So sollte Hoffmann aus seiner Komfortzone herausgehen und die Eier aus dem Hühnergarten seiner Nachbarn in der Umgebung verkaufen. Parallel dazu bekam Nolte die Challenge, sich selbst das Programmieren beizubringen. „Er ist alle Eier losgeworden. Und ab dieser Woche kam dann keine Woche mehr, in der wir keine Eier verkauft haben“, sagt Nolte im Interview. Diese Aufgaben wurden später die Grundlage für das erste gemeinsame Unternehmen der beiden Freunde.

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Aus diesem Schulprojekt entwickelte sich nach und nach ein regionaler Lieferservice. Unter dem Namen „Bauer-Lieferant“ begannen die beiden, Lebensmittel von lokalen Bauernhöfen direkt an Kundinnen und Kunden zu liefern. Mit der Zeit erweiterten sie ihr System und entwickelten eine eigene Software zur Organisation von Bestellungen, Routen und Lagerprozessen. 

Heute arbeiten sie zusätzlich an einer Software zur Digitalisierung landwirtschaftlicher Betriebe. Das Ziel ist es, Abläufe zu automatisieren und Landwirten mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit zu verschaffen, sagen sie. 

Der erste Kontakt mit „Vibe Coding“ 

Parallel dazu haben die Gründer begonnen, mit einem neuen Entwicklungsansatz zu arbeiten, der in der Tech-Szene zunehmend diskutiert wird: Die Rede ist von „Vibe Coding“. Damit ist ein Vorgehen gemeint, bei dem Software nicht mehr ausschließlich klassisch Zeile für Zeile programmiert wird, sondern stärker durch Ausprobieren, Feedback und schnelle Anpassungen mit KI-Unterstützung entsteht. 

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Nolte beschreibt, dass er Programmieren ursprünglich ohne diese Möglichkeiten gelernt habe, sondern ausschließlich über YouTube-Tutorials. Der Einstieg sei entsprechend schwierig gewesen. „Ich hatte niemanden, der mir das erklären konnte. Ich hatte wirklich einfach nur YouTube-Tutorials“, sagt er. Auch später sei der Lernprozess sehr zeitintensiv gewesen. „Allein, um mal überhaupt die Entwicklungsumgebung zum Laufen zu bringen, habe ich eine Woche gebraucht.“ Und auch Fehler hätten lange gedauert: „Ich habe teilweise drei Monate gebraucht, um irgendwelche Bugs herauszufinden.“ 

Trotzdem habe er weitergemacht und dabei gelernt, „dass wirklich jeder Bug und jedes Feature lösbar ist, wenn man einfach nur dranbleibt.“ Der Wendepunkt sei später ein Hackathon gewesen. Dort habe er erstmals KI-gestützte Entwicklung genutzt. „Das war mein erster Aha-Moment“, sagt er. „Ich habe die ganze Nacht dann durchgecodet. Und meinen ersten Wow-Vibe-Coding-Effekt gehabt.“ 

Schneller bauen, anders denken 

Durch den Einsatz von KI habe sich vor allem die Geschwindigkeit der Entwicklung verändert. Laut Nolte könnten viele Softwareaufgaben heute deutlich schneller umgesetzt werden als früher: „Man kann gerade unglaublich schnell Software entwickeln.“ Auch die Denkweise habe sich verschoben. Statt einzelne Features stark zu begrenzen, gehe es heute stärker darum, ideale Systeme zu entwerfen und diese schnell zu testen. „Früher musste man genau abwägen, welches Feature wirklich nötig ist. Heute kann man eher überlegen: Wie würde das perfekte System aussehen?“ 

Nolte sagt, er entwickelt zuerst eine Version und zeigt sie anschließend seinem Co-Founder. „Oft ist es auch so, dass ich einfach mal was erstelle und es dann Lenn zeige. Er kritisiert es dann auch oft und wir bauen es so lange um, bis es passt.“ Auch Nutzerfeedback spielt laut dem Gründer eine zentrale Rolle: „Wir versuchen jedes Feedback, was wir kriegen können, mitzunehmen.“ 

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Für die Entwicklung nutzten die Gründer mehrere KI-Tools, darunter “Claude Code, Superpowers, Antigravity, CMUX und Wispr Flow.” Beim Arbeiten mit KI sei strukturiertes Prompting wichtig. Sie nutzten dafür Frameworks wie GSD oder Superpowers, um klar strukturierte Aufgaben zu formulieren. Grundsätzlich gelte jedoch, dass ein Problem selbst erst verstanden wird, bevor es automatisiert werde. KI werde vor allem für die Generierung von Claude Code eingesetzt. 

Grenzen von Vibe Coding 

Eine der größten Herausforderungen sieht Nolte aktuell im Testprozess. KI könne Software erstellen, aber sie ist noch nicht gut genug darin, komplexe Systeme vollständig zu testen und abzusichern. Dadurch bestehe das Risiko, dass Fehler unbemerkt ins Gesamtsystem gelangen. 

„Alles ist möglich heutzutage“  

Für Nolte hat sich durch Vibe Coding vor allem eines verändert, und zwar die Einschätzung dessen, was machbar ist. „Alles ist möglich heutzutage“, sagt er.  Sein Rat ist entsprechend pragmatisch: „Ich würde wirklich jedem empfehlen, das einfach mal auszuprobieren und eine eigene Webseite zu bauen. Wenn man sich zwei Stunden hinsetzt und eine Schnapsidee umsetzt, bekommt man ein richtig gutes Gefühl dafür, was alles machbar ist.“ 





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