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Wie die Hamburger Agentur Sherpa ein Wohnprojekt aus Hamburg mit einer kostenlosen Identity unterstützt, die mit dem visionären Wohnprojekt wachsen kann

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli Bauschild

Willkommen auf St. Pauli! Zwischen Nachtschwärmenden auf dem Nachhauseweg, neugierigen Tourist:innen auf der Jagd nach dem typischen Hamburg-Flair und Anwohner:innen, die im Kiez ihrem Alltag nachgehen, entsteht mitten im Viertel ein visionäres Wohnprojekt: der queere Leuchtturm St. Pauli. Dort soll in Zukunft inklusives und generationenübergreifendes Wohnen für queere Menschen möglich werden, die außerhalb von heteronormativen Familienstrukturen leben wollen.

PROJEKT Rebranding Queerer Leuchtturm St. Pauli
AGENTUR Sherpa, Hamburg
LEISTUNG Logo, Farbwelt, Typo, Icons, Bildwelt, Startseite
ZEITRAUM Herbst 2024 bis Sommer 2025
TOOLS Figma, Keynote, Illustrator, Photoshop
BESONDERHEIT Pro Bono, offene Teamstruktur, Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen

 

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli Team

Case: Queerer Leuchtturm St. PauliBild: Michael Hinsch

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli
DidinetheQueerMom Bild: Saskia Allers

 

Aus einem Namen, einem Logo und einer Gruppe Aktivist:innen soll im nächsten Schritt nun ein gemeinnütziger Verein entstehen, der politisch aktiv werden kann. Die passende Identity ist frei von Klischees und Regenbögen; sie will Queerness sichtbar machen, Räume eröffnen und zur Partizipation einladen. Dahinter steckt die Brand- und Strategie-Agentur Sherpa, die den queeren Leuchtturm als ihr Pro Bono Projekt 2025 auswählte.

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli

Case: Queerer Leuchtturm St. PauliBild: © Michael Hinsch

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Queer Spaces & Close-Ups: Für den Queeren Leuchtturm, ein Wohnprojekt das in Hamburg entstehen soll, entwickelte Sherpa ein feinfühliges Design, in dem die Mitwirkenden die Hauptrolle spielen sollen. Die Bildwelt setzt sich aus kräftigen Portraits und Fotografien von Gruppen zusammen: Queerness im Close-Up und in den Räumen, die das Projekt schaffen will. Die Fotos macht das Team des Leuchtturms selbst: auf Events, bei Gruppentreffs und auch mal im Studio mit Fotograf:innen, die das Projekt unterstützen.

Über den Queeren Leuchtturm St. Pauli

Der Queere Leuchtturm ist ein inklusives Wohn- und Quartiersprojekt auf St. Pauli, das neue Räume für queere Lebensentwürfe schaffen will – generationenübergreifend, gemeinschaftlich und außerhalb normativer Familienstrukturen.

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli

Neben rund 60 Wohnungen sind eine queere Pflege-WG, Kultur- und Beratungsangebote sowie ein Gastrobereich geplant. Das Projekt soll außerdem Impuls für nachhaltigere und sozialere Stadtplanung liefern. Entstanden ist die Initiative 2020 aus einer aktivistischen Gruppe, die sich inzwischen in einen gemeinnützigen Verein transformiert – mit dem Ziel, politisch handlungsfähig zu werden.

Derzeit befindet sich das Projekt in einer frühen Entwicklungsphase: Die Konzeptarbeit läuft, parallel wird mit der Stadt Hamburg über ein geeignetes Grundstück verhandelt. Mit dabei sind Unternehmer:innen, Stadtteilaktivist:innen, Gewerbetreibende, Museumsmacher:innen, Künstler:innen, Care-Arbeiter:innen und Anwohnende von St. Pauli.

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli Instagram Post
All Shapes and Sizes: Sechs individuell gestaltete Formen repräsentieren die Bereiche, die der Queere Leuchttum gestalten will. Die Idee stammt aus einem anderen Entwurf, der später in das finale Ergebniss einfließen sollte.

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli Icons

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli Instagram Post

 

»Wir wollten dieses Jahr unbedingt ein queeres Projekt unterstützen – gerade in der aktuellen politischen Lage war uns das besonders wichtig« (Lucy Germer, Senior Projektmanagerin, Sherpa)

Zwischen Pro Bono und Agenturalltag

Jedes Jahr startet Sherpa einen Aufruf, um ein Projekt auszuwählen, welches das Team kostenfrei bearbeitet. Dazu finden sich die interessierten Teammitglieder frühzeitig zusammen und definieren ein Thema, in dem sie sich engagieren wollen. »Wir wollten dieses Jahr unbedingt ein queeres Projekt unterstützen – gerade in der aktuellen politischen Lage war uns das noch mal besonders wichtig«, erzählt Lucy Germer, die als Senior Projektmanagerin bei Sherpa das Projekt betreute.

Verbreitet wird die Aktion über Social Media – vor allem den LinkedIn-Account von CEO Henning Klimczak. Dort sah ihn auch Didine van der Platenvlotbrug, Queeraktivist:in und Vorständ:in des queeren Leuchtturms, und bewarb sich mit dem Projekt bei Sherpa. Der queere Leuchtturm begeisterte die Kreativen mit seiner Vision. Außerdem passte der Zeitpunkt perfekt, um das Design zu professionalisieren und mit einer richtigen Strategie zu versehen. »Wir hatten das Gefühl, dass wir wirklich etwas bewirken können«, erzählt Junior Designer João Victor Pereira Thomaz.

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli MockupBild: © BenditoMockup

Er ist Teil des kleinen Projektteams, welches die Kreativen von Sherpa im Vorfeld gemeinschaftlich aufgestellt hatten. Dazu gehören außerdem Projektmanagerin Lucy Germer und Senior Designerin Lisa Grüb. Wichtig dabei war, dass die beiden Kreativen in unterschiedlichen Teams arbeiteten, um sicherzustellen, dass sie nicht beide gleichzeitig in ein größeres kommerzielles Agentur-Projekt eingebunden waren. So konnten sie parallel am queeren Leuchtturm arbeiten und, wann immer der Agenturalltag es zuließ, Zeitblocker für das Pro-Bono-Projekt setzen. Das klappt nicht immer – wenn mal alle Hände anderorts gebraucht werden, muss das Pro-Bono-Projekt warten. Deshalb plant Sherpa diese auch nicht mit einem festen Zeitplan ein, sondern kommuniziert von Anfang an klar, dass sich Deadlines verschieben können.

»Wir verhandeln gerade mit der Stadt. Dass wir jetzt ein klares visuelles Profil haben, hilft uns enorm« (Didine van der Platenvlotbrug, Vorstand Queerer Leuchtturm St. Pauli)

Identity: Recherche & Strategie

Zum Auftakt lernten sich die Teams von Sherpa und dem queeren Leuchtturm in einem gemeinsamen Zoomcall kennen. Die Herausforderung wurde dabei schnell klar: Wie kommuniziert man queere Lebensrealitäten und geht auf verschiedene Bedürfnisse ein, ohne dabei in visuelle Klischees zu rutschen? Die Identity für den queeren Leuchtturm musste offen genug sein, um verschiedenste Menschen willkommen zu heißen und gleichzeitig in politischen und offiziellen Umfeldern ernstgenommen werden können.

Sherpa näherte sich deshalb der Gestaltung zunächst mit einem kleinen Strategieworkshop an, in dem das Team vergleichbare Projekte recherchierte und queere Designsprachen analysierte. Dabei war wichtig, dass sich der queere Leuchtturm nicht in Konkurrenz zu anderen Wohnprojekten verstand, sondern als willkommene Ergänzung dieser dringend benötigten Räume.

Anschließend erarbeitete Sherpa ein Polaritätenprofil, das die Mitglieder der Initiative ausfüllen sollten. Darin fragten die Kreativen etwa nach der intuitiven Assoziation verschiedener Grafikrichtungen mit der Marke, Nahbarkeit und Anpassung. Hier wurde schnell deutlich, dass auch innerhalb des Vereines verschiedene Bedürfnisse an das Design gestellt wurden, und die Identity flexibel genug sein musste, um verschiedene Aspekte des Projektes abzubilden. Auf dieser Basis begannen João und Lisa mit der Entwicklung des Designs.

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli Logo
Leuchtturm-Logo: Zu Beginn des Projektes stand nur das Logo des Queeren Leuchtturms (ganz oben). Designerin Lisa Grüb entwickelte daraus ein reduziertes Signet, das visuell bereits den Raum als Gestaltungselement aufnahm. Nach dem Feedback wurde daraus eine etwas weichere, runde Variante (ganz unten)

 

Zwei visuelle Richtungen

Beide Kreativen arbeiteten eigene Ansätze aus: Lisa übernahm die Redesign-Route, die mit bestehenden Designelementen wie dem optimierten Leuchtturm-Logo, sowie einer Idee aus dem Team des queeren Leuchtturms arbeitete, im Design die verschiedenen Räume der queeren Community zu visualisieren. Die freie, experimentellere Route übernahm João. Er entwickelte organische »Lebenslinien«, welche die lonlinearen Lebenswege queerer Menschen abbilden sollten. Beide Kreativen verwendeten eine Farbpalette, die aus der Regenbogenflagge abgeleitet war, aber für die Nutzung im Brandkontext optimiert und leicht entsättigt wurde.

Ihre Entwürfe präsentierten sie anschließend in einem Call vor dem Vorstand des queeren Leuchtturms. Die Präsentation zeichneten sie auf, sodass die Mitglieder der Initiative später mit O-Ton auf die Entwürfe schauen und die Gedanken der Designer:innen nachvollziehen konnten. »Wir wären mit beiden Richtungen glücklich gewesen«, so Lisa Grüb. »Am Ende haben wir dann mit dem Feedback Elemente aus beiden Entwürfen kombiniert.«

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli
Alternative Route: Lebenslinien Zu Beginn entwarf Sherpa zwei Designrichtungen. Diese hier ist etwas freier gestaltet und verzichtet auf den Leuchtturm als Symbol. Der mutige Umgang mit organischen Formen, Schriftmischung und Symbolik inspirierte nach einer Feedback-Runde auch den finalen Entwurf

 

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli
Leicht umsetzbar: Die ersten Anwendungen des neuen Designs sind bereits live auf dem Instagramkanal des Queeren Leuchtturms zu sehen. Die Idee: ein System, das wirklich von allen Beteiligten leicht eingesetzt werden kann

 

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli
Welcome! Für die Website des Queeren Leuchtturms entwickelte Sherpa zunächst Wireframes, um die Inhalte festzulegen. Der tatsächliche Entwurf entstand in Figma und soll in den nächsten Monaten von einer anderen Agentur realisiert werden

 

Zum Website-Entwurf

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli Smartphone
Social first: Für die Präsentation entwickelte Sherpa die ersten Instagram-Posts. Sie bestehen aus flexibel kombinierbaren Elementen in die Bilder und Typografie eingepast werden können

 

Visuelle Räume eröffnen

So blieb das alte Signet bestehen und wird heute in Lisas überarbeiteter Variante verwendet, die durch Joãos Entwurf nocheinmal etwas organischere Formen erhielt. Hinzu kommen modulare, flächige Gestaltungselemente, die im Layout Räume eröffnen. Sie stehen als Metapher für das Projekt selbst und seinen Anspruch, queere Lebensrealitäten abzubilden und neue Begegnungsorte zu schaffen.

Aus Joãos Entwurf übernahmen die Kreativen ein System mit nahbar gerundeten Icons, sowie individuelle Formen für die sechs Bereiche des Projektes: Wohnen, Altern, Gewerbe, Care, Kultur und Gastro. Letztere können frei mit Lisas geometrischen Räumen kombiniert werden. Hinzu kamen zwei Free Fonts, welche der Verein über alle Medien hinweg nutzen sollte: Funnel Display für Headlines und Geist Mono für Fließtexte.

Eine besondere Rolle kommt außerdem der Bildsprache des Queeren Leuchtturms zu. Diese entsteht live bei allen Events, bei denen sich die Organisator:innen treffen und zeigt Mitglieder der queeren Community genauso wie sie sind: von bunt bis ernst, professionell fotografiert bis Schnappschuss, mal in Drag, mal in Alltagskleidung bei der Diskussion auf verschiedensten Bühnen. Kombiniert mit den klaren, wiedererkennbaren Formen des Brandings entsteht so eine nahbare und authentische Vielfalt im Design.

Case: Queerer Leuchtturm St. Pauli
Was braucht der Queere Leuchtturm? Ein kleiner Markenworkshop mit Fragebogen an die Mitglieder zeigte, welche Werte dem Team besonders wichtig waren

 

In Anwendung

»Wir haben uns super aufgehoben gefühlt«, erzählt Didine. »Die Zusammenarbeit hat wirklich Spaß gemacht, weil wir gemerkt haben, dass Sherpa versteht, was wir brauchen und dann aber selbst nochmal weitergedacht hat.« So gestaltete Sherapa nicht einfach nur verschiedene Medienanwendungen, sondern ein visuelles System, mit dem der queere Leuchtturm flexibel weiterarbeiten kann.

Als Beispiele gestaltete Sherpa einen Social Media Feed mit verschiedenen Posts, sowie eine Landing-Page, die der queere Leuchtturm nun in Kollaboration mit einer anderen Agentur umsetzt. Die neue visuelle Identität soll der Organisation vor allem den Rücken in offizielleren Kreisen stärken – pünktlich zum Hamburger CSD. »Wir verhandeln gerade mit der Stadt«, so Didine. »Dass wir jetzt ein klares visuelles Profil haben, hilft uns enorm.«

Übergeben hat Sherpa das Designsystem als Brandkit mit allen erdenklichen Assets: von einem PDF-Guide und Beispiellayouts über die Schriften bis hin zu den einzelnen Formen als Vektor und png, damit der Verein möglichst einfach selbst damit umgehen kann. Unter ihnen sei zwar auch eine Person aus der Grafik, so Didine, aber wenn es schnell gehen müsse, könnten die meisten das Design sogar in Powerpoint nutzen. Was die meisten Kreativen wohl erst einmal zusammenzucken lässt, funktioniert in Realität wunderbar – das zeigt schon der Instagramkanal @queerer.leuchtturm.stpauli, auf dem das Design seit einigen Wochen rege genutzt wird.

Denn, was Sherpas Branding wunderbar zeigt, ist der identitätsstiftende Effekt, den Design bei einer großen, diversen Gruppe haben kann. Und der bleibt auch erhalten, wenn die Brand Guidelines etwas strapaziert werden.

Tipps für Pro-Bono-Projekte

Rahmen bewusst wählen
Sherpa startet jedes Jahr mit einem inhaltlichen Fokus, zu dem passende Organisationen gesucht werden. Das sorgt für Identifikation im Team und erleichtert die Auswahl. Entscheidend ist: nicht nur »helfen wollen«, sondern prüfen, ob das Projekt strategisch und gestalterisch für die Kund:innen Sinn ergibt.

Frühzeitig planen
Die Agentur beginnt bereits im Sommer mit der Suche für das Folgejahr. Aufgerufen wird meist über den LinkedIn-Account von CEO Henning Klimczak – verbunden mit einem thematischen Rahmen. So lassen sich nicht nur passende Projekte finden, sondern auch intern rechtzeitig Kapazitäten schaffen. Aktuell (Stand Sommer 2025) läuft bereits die Ausschreibung für das nächste Pro-Bono-Projekt.

Ressourcen realistisch planen
Pro Bono heißt nicht nebenbei. Sherpa stellt sicher, dass keine Doppelbelegung mit laufenden Kundenprojekten entsteht. Wer mitarbeitet, muss verfügbar sein – und das Projekt braucht feste Zeitfenster. Intern definierte Zeitblocker schaffen Verbindlichkeit im Team.

Prozesse transparent machen
Entwürfe, Präsentationen und Entscheidungen wurden im Fall des Queeren Leuchtturms dokumentiert und teils als Video aufgezeichnet. So können auch erweiterte Stakeholder-Runden (die es bei gemeinnützigen Organisationen oft gibt) darauf zugreifen.

Abrechnung formal lösen
Auch bei Null-Honorar empfiehlt sich eine interne Angebotsschreibung mit Zeit- und Leistungsschätzung. So bleibt der Projektumfang dokumentiert. Der Wert kann intern als gespendete Leistung verbucht werden – wichtig bei Förderberichten oder Steuerfragen.

Vertraglich regeln
Auch Pro-Bono-Projekte sollten durch eine schriftliche Vereinbarung abgesteckt werden: Leistungsumfang, Rechte, Haftung und Nachnutzung. Gerade weil oft mit Ehrenamtlichen gearbeitet wird, ist eine klare Grundlage essenziell.

 

Dieser Beitrag ist erstmals in PAGE 3.2025 erschienen:

 

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Die Gewinnerarbeiten der Terras Gauda Poster Design Biennial 2026! › PAGE online


Mit 10.000 Euro für den Hauptpreis dotiert, fand jetzt erneut der Plakatwettbewerb des bekannten Weinguts Terras Gauda statt. Hier die Gewinnerarbeiten – und unsere Favoriten aus der Endrunde.

Die Gewinnerarbeiten der Terras Gauda Poster Design Biennial 2026! › PAGE online
Siegerplakat: Hung Chang Lin, Taiwan

2001 beschlossen das spanische Weingut Terras Gauda den internationalen Plakatdesign-Wettbewerb »Terras Gauda Francisco Mantecón« auszurufen.

Alle zwei Jahre findet er statt. Und es kommt ja wirklich nicht oft vor, dass private Unternehmen sich so für Grafikdesign engagieren. In diesem Fall zudem für das Erbe des galizischen Malers und Designers Francisco Mantecón (1948-2001), der in Vigo in der Nähe der Weingüter in Pontevedra, lebte und arbeitete.

Heute ist der Wettbewerb ein wichtiger Teil der internationalen Grafikdesign-Szene, mit 10.000 Euro für den Hauptpreis und 2.000 Euro für die lobenden Erwähnungen dotiert.

Internationale Gewinner:innen

Der zehnköpfigen Jury gehörten unter anderem der bekannte spanische Grafikdesigner Emilio Gil an, der einst bei Milton Glaser in New York City studierte und auch der spanische Illustrator und Grafikdesigner Pep Carrio.

Künftige Kampagnen der Weingüter werden sich an dem Siegerplakat orientieren.

Und das stammt in diesem Jahr von Hung Chang Lin, Taiwan, Professor für Kommunikationsdesign an der Jinwen University of Science and Technology in Taipeh.

Drei lobende Erwähnungen gingen erstens an Hristo Hristov, Grafikdesigner aus Sofia, Bulgarien, zweitens an Antonio Fernandez, Illustrator und Designer aus Galizien und drittens an Marcos Farina, ein argentinischer Grafikdesigner, der zurzeit im spanischen Valencia lebt.

Mit Christian Chladny, Designer und Illustrator aus Hamburg und mit dem Heidelberger Grafikdesigner Götz Gramlich sind auch zwei Plakatgestalter aus Deutschland in die Endrunde gekommen.

 

Spontan wirkende Linienzeichnung auf cremefarbenem Grund, ausgeführt in kräftigem Ultramarinblau mit breitem Pinselduktus. Die abstrakten Pinselzüge formen lose erkennbare Weingläser – zwei anstoßende Kelche im oberen Bildbereich, deren Stiele nach unten führen, flankiert von spielerischen Schlaufen, Dreiecken und einem kleinen runden Kreis. Die Komposition erinnert zugleich an ein stilisiertes Gesicht. Unten rechts das Logo »TERRAS GAUDA« in gleichfarbigem Blau, kleiner Serifschrift und Zierornament.
1. lobende Erwähnung: Hristo Hristov, Bulgarien

 

Illustration auf weißem Grund: Eine schwarze Weinflaschen-Silhouette wird von grünen und blauen geometrischen Flächen hinterfangen, die den Umriss der Flasche erweitern und überlagern. Um die Flaschenmitte legt sich ein stilisierter grüner Fisch, dessen Körper aus eng beschriftetem Zeitungstext besteht; Kopf und Schwanzflosse ragen seitlich heraus. Am oberen Flaschenhals sitzt ein schräg gekipptes schwarzes Rechteck, ebenfalls von grün-blauem Rahmen eingefasst, das einen geöffneten Karton andeutet. Oben rechts das Markenlogo »TERRAS GAUDA« in serifierter Antiqua mit ornamentaler Schnörkelzeile darunter.
2. lobende Erwähnung: Antonio Fernandez, Galizien
Zweifarbenplakat auf gebranntem Orange: Oben mittig »TERRAS GAUDA« in schwarzer Serifschrift mit Ornamentzeile, flankiert von den Angaben »D.O. RÍAS BAIXAS« (links) und »ALBARIÑO« (rechts) in schmaler Groteskschrift. Den Bildraum füllt eine großflächige schwarze Figurenkomposition aus geometrisch-kubistischen Formen: Eine zentral platzierte Gestalt mit rundem Hut hält in einer Hand einen Fisch und in der anderen ein Weinglas; ihr Körper setzt sich aus Dreiecken, Kreisen und Rechtecken zusammen. Links und rechts flankieren weitere abstrakte Figuren die Szene. Unten links »BODEGAS TERRAS GAUDA«, unten rechts »O ROSAL — GALICIA«.
3. lobende Erwähnung: Marcos Farina, Argentinien

Hier sind alle ausgewählten Plakate 2026 zu sehen. Hier ist eine virtuelle Tour durch die Ausstellung vor Ort möglich.

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Porträt der Woche: Jeong-in Mun › PAGE online


PAGE gefällt …: Illustrationen von Jeong-in Mun aus Angoulême, die mit feinen schwarzen Linien schönste Welten erfindet, die Zöpfe brennen und Pferde fliegen lässt – und mit ihrem ersten Comic »Langer Atem« ins Meer und in ihre eigene Familiengeschichte eintaucht.

Porträt der Woche: Jeong-in Mun › PAGE online

Name Jeong-in Mun

Location Angoulême, Frankreich

Web jeonginmun.com

Start In meiner Jugend träumte ich immer davon, Schriftstellerin zu werden. Dann faszinierte mich das Filmemachen, da ich darin eine Möglichkeit sah, Romane durch »visuelle Sprache« zu schreiben. Deswegen bin ich mit 16 Jahren nach Frankreich gegangen, um Film zu studieren.
Während dieser Zeit fühlte ich mich jedoch zunehmend zu den Kunstkursen hingezogen und entdeckte zudem die Welt der französischen und europäischen Comics (Bande Dessinée). Mir wurde klar, dass das Filmemachen eine massive finanzielle Unterstützung und ein großes Team erforderte, dabei aber bevorzugte ich die unabhängige Arbeit und auch, dies alleine zu tun. Das veranlasste mich, eine Karriere als Comiczeichner in Frankreich anzustreben.
Als ich an der HEAR (Haute école des Arts du Rhin) anfing, Comics zu zeichnen, erhielt ich viel Feedback, dass meine Arbeiten wie Storyboards für Filme aussähen. Doch je mehr ich in das Medium eintauchte, desto mehr wurde mir bewusst, dass Comics ihre eigene, einzigartige und spezifische Sprache haben. Seitdem erkunde ich dieses besondere Terrain.
Mein erstes großes Comic-Projekt, »Langer Atem«, begann als mein Bachelor-Abschlussprojekt und entwickelte sich während meines Masterstudiums weiter. Während dieser Zeit absolvierte ich ein Praktikum bei Rotopol in Deutschland, wo ich die Gelegenheit hatte, meine Arbeit vorzustellen. Sie beschlossen, sie zu veröffentlichen, und nach meinem Abschluss widmete ich mich der Fertigstellung des Projekts. Nun ist mein erstes Buch endlich erschienen.

Stil Schwarz-Weiß-Kunst mit starken Kontrasten hat mich schon immer fasziniert. Als ich mit dem Zeichnen anfing, übte ich, indem ich viele Schwarz-Weiß-Werke von Edvard Munch kopierte. Von da an studierte ich Matisses fließende Linien und Edward Goreys Federzeichentechniken.
Später begannen mich traditionelle koreanische Gemälde zu inspirieren, ihre filigranen Details und, wie sie Raum und dekorative Elemente verflachen und vereinfachen. Ich würde sagen, mein heutiger Stil ist eine Mischung aus all diesen Elementen. Ich liebe es auch, poetische Bilder zu schaffen; jede meiner Arbeiten trägt seine eigene Erzählung in sich.

Lieblingsmotive Mich ziehen sich wiederholende Motive an, wie feine, rhythmische Linien, die für Texturen verwendet werden, oder komplizierte Muster auf Kleidung und Tapeten. Ich war schon immer ein großer Bewunderer von Edward Goreys Tapetendesigns.

Technik Ich arbeite ausschließlich auf Papier mit traditionellen Methoden. Meine Hauptwerkzeuge sind schwarze Tinte und eine Feder, mit denen ich sehr feine, dünne und subtile Linien zeichnen kann. Für größere schwarze Flächen verwende ich einen Pinselstift, um ein perfekt deckendes, tiefschwarzes Finish zu erzielen.
Was meinen Arbeitsprozess angeht, beginne ich mit Skizzen mit einem spitzen Bleistift und ziehe die Linien dann direkt auf demselben Papier mit Tinte nach. Das Ausradieren der Bleistiftspuren ist eigentlich mein Lieblingsmoment. Zum Schluss fülle ich die geschlossenen Flächen mit einem Pinsel aus.
In letzter Zeit experimentiere ich auch gerne mit Gouache und Alkoholmarkern, um meinen Illustrationen einen Hauch von Farbe zu verleihen.

Inspiration Visuell inspirieren mich die zuvor erwähnten Künstler sowie alte Gemälde und klassische Illustrationen. Ich habe ein besonderes Interesse an Volkskunst, die von anonymen Malern geschaffen wurde, sowie an der »Art Brut«-Bewegung. Ich finde die rohe, ungeschliffene Ehrlichkeit in diesen Werken unglaublich bewegend, und sie beeinflussen meine Bildsprache zutiefst.
Was das Geschichtenerzählen angeht, lasse ich mich von meinen eigenen Emotionen und deren Ursprüngen inspirieren. Indem ich die Wurzeln meiner Gefühle erforsche und mich frage: »Woher kommt das wirklich?«, kann ich Erzählungen verweben. Mein Ziel ist es, Geschichten für diejenigen zu schaffen, die ähnliche Emotionen empfinden oder vergleichbare Erfahrungen gemacht haben; ich möchte, dass meine Arbeit ein Ort ist, an dem wir eine gemeinsame Sprache für unsere inneren Welten finden können.

Kunden France Culture, UAEBBY, Korean Literature Now, Najeonsan Publishing, Rien Books

Agent:in Ich habe keine(n)!

English version below!

Jeong-in Mun: »Langer Atem«, Cover
Jeong-in Mun: Ausschnitt aus »Langer Atem«
Farbige Illustration auf warmem Sandbeige, die den Hinterkopf einer Figur mit dunkelbrauner Haut in Nahaufnahme zeigt. Das schwarz-weiß schraffierte, straff nach hinten gekämmte Haar mündet in einen aufwendig geflochtenen Knoten aus ineinander verschlungenen Zöpfen, der die untere Bildhälfte dominiert. Durch den Zopfknoten ist horizontal ein weißer Stab gesteckt, an dessen linkem Ende eine gelb-schwarze Flamme brennt. Auf dem Scheitel der Figur balanciert eine leuchtend rote Tasse mit einer gelben Kerzenflamme. Die Komposition ist von strengem Formalismus geprägt; Farbe wird sparsam und kontrastreich eingesetzt.
Jeong-in Mun: Burning braids series
Querformatige Illustration in Rostrot, Cremeweiß und Schwarz auf weißem Grund. Fünf stilisierte Pferde unterschiedlicher Größe und Färbung bewegen sich durch eine dicht schraffierte Grasfläche; ihre Mähnen und Schwänze sind als frei flatternde Linienbündel gestaltet, die den Eindruck von Wind erzeugen. Im Hintergrund deuten graue Schraffuren Hügel an; links oben schwebt ein schwarzer Kreis als abstrahierter Mond oder Sonne. Ein schwarzes Pferd springt im oberen Bildbereich über ein größeres rotes.
Jeong-in Mun: Horses and the wind
Querformatige, dicht komponierte Illustration in Schwarz-Weiß-Grau mit zwei roten Farbakzenten. Wolken, Tierfiguren, Vögel, Pflanzen und abstrakte Formen verweben sich zu einer surreal-narrativen Gesamtszene vor schwarzem Grund; ein horizontaler weißer Streifen teilt das Bild. Zwei in Rot gehaltene Figuren — eine oben links, eine unten links — bilden die einzigen Farbakzente im dichten Bildgewebe.
Jeong-in Mun: This way, that way

Name Jeong-in Mun

Location Angoulême, France

Web jeonginmun.com

Start During my adolescence, I always dreamed of becoming a writer. And then, I was fascinated by filmmaking, as I saw it as a way of writing novels through ‘visual language.’ That was what first brought me to France at the age of 16, to study cinema.
However, during high school, I found myself increasingly drawn to my art classes. It was around this time that I discovered the world of French and European comics (Bande Dessinée). I began to realize that filmmaking required massive financial backing and a large team, whereas I preferred the independence of working alone. This realization led me to pursue a career as a comic artist in France.
When I first started drawing comics at HEAR (Haute école des Arts du Rhin), I received a lot of feedback that my work looked like movie storyboards. But as I immersed myself in the medium, I realized that comics have their own unique and specific language. I’ve been exploring that distinct territory ever since.
My first long comic project, “Langer Atem,” began as my Bachelor’s degree project and evolved through my Master’s studies. During that time, I did an internship at Rotopol in Germany, where I had the opportunity to present my work. They decided to publish it, and after graduation, I dedicated myself to finalizing the project. Now, my first book has finally been released to the world.

Style Black and white art with strong contrast has always fascinated me. When I first started drawing, I practiced by copying many of Edvard Munch’sblack and white pieces. From there, I studied Matisse’s fluid linesand Edward Gorey’s dip pen techniques.
Later on, traditional Korean paintings began to inspire me with their intricate details and the way they flatten and simplify space and decorative elements.
I’d say my style today is a blend of all these elements.
I also love to create poetic imagery; every piece I create carries its own narrative.

Favourite motifs I am drawn to repetitive motifs, such as fine, rhythmic lines used for textures, or intricate patterns on clothing and wallpapers. I’ve always been a great admirer of Edward Gorey’s wallpaper designs.

Technique I do everything on paper using traditional methods. My main tools are black ink and a dip pen, which allow me to draw the very fine, thin, and subtle lines For larger black areas, I use a brush pen to make a perfectly opaque, deep black finish.
As for my process, I begin with sketches using a sharp pencil and then ink the lines directly on the same paper. Erasing the pencil tracesis actually my favorite moment. Finally, I fill in the solid areas with a brush.
Recently, I’ve also been enjoying experimenting with gouache and alcohol markersto introduce a touch of color to my illustrations.

Inspiration Visually, I am inspired by the artists I mentioned earlier, as well as old paintings and classical illustrations. I have a particular intrest for folk art created by anonymous painters and the ‘Art Brut’ movement. I find the raw, unrefined honesty in those works incredibly moving, and they deeply influence my visual language.
In terms of storytelling, I draw inspiration from my own emotions and their origins. By exploring the roots of what I feel and asking myself, ‘Where does this truly come from?’, I am able to weave narratives. My goal is to create stories for those who resonate with similar emotions or have shared comparable experiences; I want my work to be a place where we can find a common language for our inner worlds.

Clients France culture, UAEBBY, Korean Litterature Now, Najeonsan Publishing, Rien Books

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Universität Augsburg erneuert ihr Corporate Design – Design Tagebuch


Die Universität Augsburg präsentiert sich seit Kurzem mit überarbeitetem Corporate Design. Mit dem Relaunch positioniert sich die Hochschule als moderne, interdisziplinäre und vernetzte Institution und rückt ihren Leitspruch „Scientia et Conscientia” in den Mittelpunkt des visuellen Auftritts.

Bestandteil des neuen Erscheinungsbilds ist auch ein überarbeitetes Logo, das den Leitspruch der Universität – Wissen und Gewissen – widerspiegelt. Universitätspräsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel betonte zur Einführung, starke Ideen benötigten ein starkes Design.

Das überarbeitete Erscheinungsbild soll für stärkere Wiedererkennbarkeit sorgen und Seriosität, Verlässlichkeit sowie Qualität vermitteln – Eigenschaften, die für Forschende, Studierende und Partner einer Hochschule als wesentlich gelten.

Auszug der Pressemeldung

„Starke Ideen brauchen ein starkes Design. Ich freue mich sehr, dass wir heute den Startschuss für das neue Corporate Design unserer Universität geben“, sagt die Universitätspräsidentin Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel. Das neue Design unterstreicht das Wachstum, die Stärke und das Konzept von Verbundenheit innerhalb der Netzwerkuniversität. Der neue, modernisierte Auftritt beinhaltet auch ein neues Logo, das den Leitspruch der Universität widerspiegelt: „Scientia et Conscientia“ – Wissen und Gewissen.

Universität Augsburg Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Universität Augsburg, Bildmontage: dt
Universität Augsburg Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Universität Augsburg, Bildmontage: dt

Erstmals seit fünfzehn Jahren wurde das Corporate Design in signifikanter Weise überarbeitet. Dabei wurde auch die 2009 eingeführte Wortbildmarke mit vorgestelltem „UNIA“-Kürzel modifiziert. Statt in Großbuchstaben ist dieses in einer unkonventionellen Gemischtschreibweise angelegt: „uniA“. Auch in der neuen Bildmarke sind die ersten beiden Buchstaben mittels Ligatur verbunden.

Die Wortmarke „UNIVERSITÄT AUGSBURG“ ist fortan in Großbuchstaben gesetzt, und zwar nicht mehr in der Serifenschrift Trump Mediaeval, sondern in einer modernen serifenlosen Schrift, deren Lettern dezente Inktraps aufweisen und über einen ausgeprägten Strichstärkenkontrast verfügen. Auf die Darstellung des englischen Wortes „University“ wird im Unilogo fortan verzichtet. Die Wortmarke ist jetzt zweizeilig statt dreizeilig. Die Grundfarbe wechselt von schwarz hin zu einem dunklen Lila.

Die Einführung des neuen Corporate Designs erfolge schrittweise: Das Sommersemester 2026 ist als Übergangssemester vorgesehen, in dem bestehende Materialien mit dem bisherigen Logo aus Nachhaltigkeitsgründen aufgebraucht werden sollen. Neue Publikationen würden ab Mai 2026 im überarbeiteten Design produziert. Im Webauftritt der Uni wurde das neue Logo bereits implementiert.

Sofern die Pressestelle der Uni noch auf die Anfrage seitens des dt reagiert, kann gegebenenfalls nachgereicht werden, welche Agentur für das Redesign verantwortlich zeichnet. In der offiziellen Meldung wird die betreffende Agentur nicht benannt.

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