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Asus’ 4000-Euro-Grafikkarte ROG Matrix wird von Nvidia limitiert


Die ROG Matrix Platinum GeForce RTX 5090 von Asus wird Anfang Dezember auch im deutschen Sprachraum verfügbar sein. Dies hat das Unternehmen in der vergangenen Woche angekündigt, die Preisempfehlung beträgt 3999 Euro. Inzwischen gibt es auch einen ersten Test der Grafikkarte. Sie ist über 1000 Euro teurer als Asus’ bisheriges Topmodell ROG Astral GeForce RTX 5090 OC. Deren Preis war zwar seit dem Marktstart gesunken, obwohl das Niveau für eine Grafikkarte immer noch absurd hoch ist.

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Der Hardwareentwickler und YouTuber Roman „der8auer“ Hartung hat eine erste Serienversion der Matrix Platinum bereits getestet und zerlegt. Durch die bis zu 800 Watt bei Verwendung von Asus’ proprietärem BTF-Verbinder samt einem passenden Mainboard zusätzlich zur 12V-2×6-Buchse ist die Karte entsprechend schneller – aber auch immer ineffizienter. Hartung mittelte über alle Benchmarks mit echten Spielen gegenüber einer RTX 5090 Founders Edition rund 10 Prozent mehr Leistung bei 26 Prozent mehr Leistungsaufnahme.

Diese lässt sich wegen fehlender Testanschlüsse für den BTF-Verbinder nur per Software auslesen. Laut dem Tool GPU-Z erreichte die Kombination aus 12V-2×6 und BTF bei Dauerlast zwischen 680 und 740 Watt. Durch den neuen Kühler mit über 4 Slots Breite und größeren Lüftern am Ende der Karte bleibt die Matrix dabei dennoch leiser als die Astral. Das gilt auch für den P-Mode, also die Performance-Voreinstellung der Grafikkarte, welche bei ersten Versionen der Astral-Karten noch unverhältnismäßig laut war.

Im Gegensatz zur ersten Ankündigung der Matrix liegt der Boost-Takt der GPU im P-Mode unter Dauerlast laut Hartungs Test bei über 3000 MHz. Asus hatte 2730 MHz versprochen, eine Standardversion einer RTX 5090 kommt auf 2407 MHz. Zahlreiche Overclocking (OC)-Modelle der Grafikkartenhersteller überbieten das jedoch bereits. Neben der Mehrleistung hat die Matrix auch einige Schutzmechanismen für die aktuellen Probleme von Nvidias High-End-Grafikkarten wie Shunt-Widerstände am 12V2x-6-Connector und eine Lageerkennung, die vor Verbiegen warnen soll. Mit einem BTF-Mainboard, und eben nur dann 800 Watt, lässt sie sich nämlich in einem Tower-Gehäuse derzeit nicht vertikal einbauen – die entsprechenden Verlängerungskabel gibt es noch nicht. Die Matrix läuft auch nur mit 12V-2×6-Versorgung, dann aber wie andere RTX 5090 mit maximal 600 Watt.

Beim Zerlegen der Grafikkarte fiel Hartung negativ auf, dass das sogenannte Flüssigmetall als wärmeleitende Verbindung zwischen GPU und Kühler nicht wie üblich mit einem Rahmen aus etwa Gummi vor dem Auslaufen geschützt ist. Vielmehr hat Asus eine Begrenzung aus Wärmeleitpaste um die GPU gelegt. Das mag billig wirken, ist aber eigentlich kein Nachteil: wird eine Grafikkarte mit Flüssigmetall zerlegt, sollte man dieses komplett entfernen und neu aufbringen, um wieder optimalen thermischen Kontakt herzustellen. Da die genauen Inhaltsstoffe der verschiedenen am Markt befindlichen Metalle nicht bekannt sind, sollte man sie zur Vermeidung von Korrosion keinesfalls mischen. Die üblichen Dichtungen sind auch nicht für mehrfache Montage gedacht.

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An dieser Stelle in seinem Video verrät Hartung auch, warum es nur 1000 Stück der Matrix geben soll. Das sei eine „Vorgabe von Nvidia“. Das Unternehmen wolle 800-Watt-Karten nicht zum Standard werden lassen. Nur wenn sich die Kartenhersteller an solche Bedingungen halten, so Hartung weiter, seien ihnen „Freiheiten“ wie ein 800-Watt-Bios erlaubt. Dass solche Vorgaben seitens Nvidia existieren, sei ein „offenes Geheimnis“, meint der8auer weiter. Nvidia ist seit Jahren bekannt dafür, sowohl seine direkten Kunden, die Hersteller von Grafikkarten, als auch Journalisten für eine Zusammenarbeit mit teils rigiden Methoden unter Druck zu setzen. Seltsamerweise findet sich die vielfach kolportierte Begrenzung der Stückzahl in Asus’ Pressemitteilung zum baldigen Marktstart der Karte nicht.


(nie)



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Künstliche Intelligenz

Nikon klagt, Fuji fragt und die KI übernimmt – die Fotonews der Woche 3/2026


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Es gibt Wochen, da fühlt sich die Fotowelt wie ein alter Western an. In einer Ecke der Stadt poliert der Sheriff seinen Stern und sorgt für Ordnung, während am anderen Ende der Saloon-Besitzer Freibier ausschenkt, um die Stimmung anzuheizen. Genau dieses Schauspiel bot sich uns in den vergangenen Tagen: Einerseits juristisches Säbelrasseln, andererseits eine fast schon rührende Geste der Fan-Liebe. Und im Hintergrund werkeln die Ingenieure an einer Revolution, die alles verändern könnte.

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Das Titelbild der Ausgabe 01 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Das Titelbild der Ausgabe 01 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Man muss es den Kameraherstellern lassen: Sie lieben ihre Bajonette. So sehr, dass sie diese am liebsten für sich behalten. Nikon hat nun Berichten zufolge in China eine Klage gegen den Objektivhersteller Viltrox eingereicht. Der Vorwurf: Verletzung von geistigem Eigentum im Zusammenhang mit dem Z-Bajonett. Konkret scheint es um Lizenzgebühren für eine Zeit zu gehen, in der ein Nikon-Patent zwar angemeldet, aber noch nicht final erteilt war. Viltrox hat in dieser Phase fleißig Z-Mount-Objektive verkauft und Nikon möchte jetzt offenbar nachträglich die Hand aufhalten.

Das Ganze erinnert stark an Canons Vorgehen gegen Dritthersteller für den RF-Mount. Nikons offizielle Stellungnahme, man fördere den technologischen Fortschritt durch „gesunde Konkurrenz“ und ermutige die Nutzung von Objektiven „lizenzierter“ Hersteller, hat dabei einen leicht ironischen Beigeschmack. Es ist die höfliche Umschreibung für: „Spielt in unserem Sandkasten, aber nur, wenn ihr vorher fragt und bezahlt.“ Für uns Fotografen bedeutet das vorerst, was es immer bedeutet: weniger Auswahl und die vage Hoffnung, dass sich die Unternehmen später doch noch einigen.

Während Nikon die Zäune also höher zieht, reißt Fujifilm sie geradezu ein. In einer Neujahrsbotschaft gab das Unternehmen zu, dass das Jahr 2025 mit nur drei neuen Objektiven, von denen eines ein eher spezielles Power-Zoom war, optisch eher mau ausfiel. Die Lösung? Eine Charmeoffensive! Am 5. März plant Fujifilm ein Online-Event namens „Focus On Glass: Untold Stories“, bei dem nicht nur über die Philosophie der X-Mount-Objektive geplaudert, sondern auch über „neue Objektiv-Ideen“ sinniert werden soll.

Der Knaller ist jedoch der Vorschlag, die Community darüber abstimmen zu lassen, welche dieser Ideen tatsächlich entwickelt werden sollen. Demokratie im Objektivbau! Eine fantastische Idee, die perfekt zu Fujifilms Ruf passt, auf seine Nutzer zu hören. Man muss sich nur kurz die potenziellen Folgen ausmalen: Wird es ein Pancake-Telezoom mit Blende f/1.4? Oder ein Ultra-Weitwinkel-Fisheye-Makro? Demokratie ist super, aber wer schon mal die Kommentarspalten in Fotografie-Foren gelesen hat, weiß: Das könnte herrlich chaotisch werden. Wir sind gespannt!

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Wichtiger als jeder Bajonett-Krieg oder jede Fan-Abstimmung könnte jedoch eine Entwicklung sein, die gerade im Verborgenen stattfindet. Die koreanische Firma Chips&Media und das israelische Start-up Visionary.ai arbeiten am weltweit ersten vollständig KI-basierten Bildsignalprozessor (ISP). Das klingt technisch, ist aber ein Game-Changer. Bisher war der ISP ein fest verlöteter Chip, der nach starren mathematischen Regeln aus den rohen Sensordaten ein fertiges Bild berechnete.

Die neue Idee: Der gesamte Prozess wird zu einer Software, die auf einer Neural Processing Unit (NPU) läuft. Statt eines unveränderlichen Chips hätte man ein lernfähiges Gehirn in der Kamera. Die Vorteile sind immens: Kameras könnten per Software-Update bessere Bilder machen, insbesondere bei wenig Licht. Rauschen, Artefakte und unnatürliche Schärfe könnten der Vergangenheit angehören, da die KI für jeden Sensor und jede Szene individuell optimiert wird. Das ist nicht nur ein kleines Upgrade, das ist der Wechsel vom Pferdewagen zum selbstfahrenden Auto.

Und wo wir schon bei der Zukunftsmusik sind: Sony hat mal wieder neue Sensoren aus dem Hut gezaubert. Aufbauend auf dem bereits bekannten 105-Megapixel-Modell IMX927 gibt es nun zwei kleinere Geschwister: den IMX928 mit 68 Megapixeln und den IMX929 mit 51 Megapixeln. Das Besondere? Sie sind quadratisch und rasend schnell. Der Kleinste im Bunde schafft atemberaubende 136 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung – und das mit Global Shutter!

Ja, diese Sensoren sind für industrielle Zwecke, wie die Qualitätskontrolle in Fabriken, gedacht. Aber wir alle wissen, wie es bei Sony läuft. Was heute am Fließband Bauteile prüft, könnte morgen schon in einer Alpha-Kamera stecken. Ein quadratischer Sensor, fast so hoch wie ein Vollformatsensor? Das schreit doch geradezu nach einer Kamera, die nativ im (alten) Instagram-Format fotografiert! Wahrscheinlich wird die Anwendung eine andere sein, aber die Kombination aus quadratischem Format, hoher Auflösung und irrsinniger Geschwindigkeit zeigt, wohin die Reise geht. Die Zukunft der Fotografie wird nicht nur intelligenter, sondern vielleicht auch etwas weniger rechteckig.


(tho)



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Saugroboter 3i P10 Ultra im Test: Mit Wischfunktion und Station für 500 Euro


KI-Hinderniserkennung, 18.000 Pa, ausfahr- und anhebbare Mopps sowie Station mit Heißwasser-Reinigung – der P10 Ultra bietet auf dem Papier viel.

Im Gegensatz zum 3i G10+ mit seinem außergewöhnlichen Design kommt der 3i P10 Ultra optisch recht konventionell daher. Dafür bietet er zusätzlich eine große Reinigungsstation und kombiniert ordentliche Saugkraft mit rotierenden Mopps samt automatischer Moppreinigung mit 60 Grad heißem Wasser.

Für die Navigation setzt 3i auf Lidar und eine zusätzliche Hinderniserkennung mit 3D-Strukturlicht und KI-Kamera. Vor einem Jahr wäre das noch fast auf Augenhöhe mit der Top-Konkurrenz gewesen – und jetzt? Wir haben den 3i P10 Ultra getestet. Aktuell kostet er 500 Euro bei Amazon.

Das Testgerät hat uns der Hersteller zur Verfügung gestellt.

Design und Verarbeitung

Der Roboter ist wie die meisten Konkurrenten herkömmlich aufgebaut: rund, mit etwa 35 cm Durchmesser sowie 10 cm in der Höhe. Mangels einziehbarem Laserturm passt er längst nicht unter alle Möbel. Verwunderlich: Eine ausfahrbare Seitenbürste gibt es nicht. Im Inneren des Roboters sitzt ein Staubbehälter mit 300 ml. Das ist eher klein, wegen der automatischen Absaugung aber kein Beinbruch.

Auf der Vorderseite sind im Bumper einige Sensoren, das Strukturlicht und eine Kamera zur Objekterkennung integriert. Mit der Bildgebung erstellt der Roboter außerdem Fotos von Haustieren oder erkannten Störquellen wie Absätzen oder Kabeln.

3i setzt zudem auf ein Konzept gegen Haarverwicklungen bei den Bürsten. Neben einer angepassten Bürstenform für Haupt- und Seitenbürste gehört dazu eine TangleCut Funktion in der Station, die Haare an der Bürste zerschneidet. Für die Wischfunktion nutzt der P10 Ultra zwei rotierende Mopps.

Der rechte Mopp kann seitlich ausgefahren werden, um bis an den Rand zu wischen. Außerdem hebt der Roboter die Mopps auf Teppichen um 10,5 mm an. Das beugt Feuchtigkeit auf Teppichen vor. Die Mopps werden nach der Reinigung in der Station mit warmer Luft getrocknet.

Die Station misst 31 x 47 x 59,4 cm und ist damit schmal, aber sehr hoch. Sie verfügt über eine automatische Absaugung und einen Staubbeutel mit 3 Litern Fassungsvermögen. Damit soll eine autarke Reinigung ohne menschlichen Eingriff bis zu 70 Tage möglich sein.

Optisch wirkt das System mit dem großen LED-Streifen als Anzeige zwischen den Wassertanks modern, besteht aber überwiegend aus Kunststoff, der zudem nicht überall optimal verarbeitet ist. So gibt es etwa bei der Abdeckung der Absaugung unpassende Spaltmaße, die den guten Gesamteindruck etwas mindern. Im Lieferumfang befindet sich übrigens eine Reinigungslösung, die inklusive Kartusche direkt in die Station gesteckt wird.

Einrichtung und App

Die Einrichtung läuft klassisch über eine App und das Abscannen eines QR-Codes am Roboter. Nach der Kopplung folgt die erste Kartierungsfahrt, die deutlich schneller als eine normale Reinigung ist.

Die App selbst unterstützt Speicherung mehrerer Karten für unterschiedliche Etagen, automatische und manuelle Raumaufteilung, Sperrzonen, Zeitpläne und einige weitere Features, die auch bei der Konkurrenz zu finden sind. Dazu gehören etwa Einstellungen für Saugleistung und Wasserabgabe, die Reinigungsreihenfolge, besondere Aufmerksamkeit bei Haustieren und einiges mehr. Damit bietet die Software kaum weniger Möglichkeiten als bei der Konkurrenz.

Auch das Verhalten der Station darf der Nutzer beeinflussen. Waschintervalle für Mopps, Trocknung und Entleerung lassen sich hier anpassen. Über die Kamera in der Front des Roboters ist zudem eine Live-Überwachung möglich, und es werden auf Wunsch Aufnahmen von erkannten Hindernissen und Haustieren erstellt. Der Hersteller gibt an, dass die KI-Hindernisvermeidung dabei ohne Speicherung von Bildern arbeitet und hat sich das vom TÜV Rheinland zertifizieren lassen.

Navigation und Hindernisvermeidung

Für die Navigation nutzt der P10 Ultra hauptsächlich sein Lidar-System. Das sorgt für strukturierte Bewegung und vollständige Raumabdeckung. Fahrten am Rand lassen kaum ungesäuberten Bereich übrig und die generelle Orientierung im Raum ist sehr gut. Zusätzlich nennt 3i eine Hindernisvermeidung mit 3D-Strukturlicht und KI-Kamera.

Große Gegenstände wie Schuhe oder Näpfe werden meist früh erkannt und ausreichend eng und ohne Berührung umfahren. Schwierigkeiten gibt es hingegen bei flachen, sehr schmalen oder niedrigen Objekten. Kabel, transparente Teile, dünne Stuhlbeine oder kleine Spielzeuge werden immer mal wieder übersehen und dann zumindest angestupst, bisweilen aber auch weggeschoben oder im Extremfall aufgesaugt. Das ist allerdings auch bei deutlich teureren Saugrobotern nicht immer perfekt.

Hundertprozentige Sicherheit bringt weiterhin nur, den Boden vor einer Reinigung grob freizuhalten.

Saugleistung und Wischfunktion

3i bewirbt den P10 Ultra mit einer maximalen Saugleistung von 18.000 Pa – im Vergleich zur Saugroboter-Elite ist das längst kein Bestwert, aber er ist immerhin im oberen Mittelfeld angesiedelt. Solche Werte sind allerdings Laborangaben und sagen nur bedingt etwas über die tatsächliche Reinigungskraft aus.

Im Test zeigte sich aber, dass der P10 Ultra auf Hartboden feinen Schmutz wie Staub und Krümel zuverlässig aufnimmt. Auch Tierhaare werden dank der Hauptbürste mit einer Mischung aus Borstenreihen und Gummilamellen in der Regel gut aufgenommen. Allerdings sollte die Hauptbürste trotz der grundsätzlich gut funktionierenden Anti-Tangle-Technik von 3i regelmäßig kontrolliert und ggf. händisch gesäubert werden.

Auf Teppich profitiert der Roboter von der hohen Leistung, aber wie immer gilt auch hier: Je höher der Flor und je dichter der Teppich, desto eher stößt der Roboter wegen seines klassischen Aufbaus an Grenzen. Dazu kommt, dass das Anheben der Mopps mit 10,5 mm nicht jeden Teppich vollständig trocken hält. Für Haushalte mit vielen Teppichen ist es daher oft sinnvoll, Wischen und Saugen nach Bereichen zu trennen oder Teppiche in der App als Zonen zu definieren, die nur gesaugt werden.

Die Wischfunktion arbeitet mit zwei rotierenden Mopps. Das ist bei regelmäßiger Fahrt grundsätzlich effektiv für alltägliche Verschmutzungen auf Fliesen, Laminat oder Vinyl. Aktuelle Topmodelle setzen aber nicht grundlos inzwischen für noch bessere Wirkung auf eine Wischrolle wie bei Wischsaugern (Bestenliste). Frische, nicht klebrige Flecken werden normalerweise trotzdem in einem Durchgang entfernt, eingetrocknete Flecken benötigen bisweilen mehrere Fahrten.

3i P10 Ultra – Wischmopps, Seitenbürste und Hauptbürste

Praktisch an Kanten ist der ausfahrende Mopp, weil so der typische Abstand zur Fußleiste kleiner und überwiegend sogar fast ganz negiert wird. Erkennt der Roboter Überhänge, unter die er mit seinem Laserturm nicht fahren kann, behilft er sich mit einer seitlichen Drehung, durch die der rechte Mopp weiter unter den Überhang kommt. Beim Saugen kommt der Roboter hingegen leider nicht in Ecken, da eine ausfahrbare Seitenbürste fehlt.

Die Station verrichtet ihre Arbeit ebenfalls sehr gut. Sie wäscht die Mopps mit 60 °C heißem Wasser und trocknet sie anschließend mit warmer Luft. Der Hersteller nennt für die Trocknung typischerweise etwa 3 Stunden, der Nutzer darf das aber in der App auf 2, 3 oder 4 Stunden anpassen.

Außerdem gibt es eine automatische Reinigungsmittelzufuhr, was die Reinigungskraft erhöht und angenehm riecht. Allerdings bindet es Nutzer an passende Verbrauchsmaterialien des Herstellers, da es keinen speziellen Reinigungsmitteltank, sondern nur einen Einschub für die speziellen Kartuschen des Herstellers gibt. Wenig überraschend: Natürlich weist der darauf hin, nur die mitgelieferte Lösung zu verwenden.

Für die Hygiene ist die Kombination aus Waschen und Trocknen ein Plus, weil die Mopps nicht zu lange feucht bleiben und so nicht von Schimmel befallen werden können. Grundpflichten wie das Reinigen der herausnehmbaren Bodenschale der Station und das gelegentliche Ausspülen der Tanks, bleiben wie bei allen Saugrobotern mit Station aber bestehen.

Akku

Der Hersteller nennt für den 3i P10 Ultra Laufzeiten von bis zu 240 Minuten. In der Praxis hängt die Laufzeit stark von Saugleistung, Teppichanteil, Hindernissen und der Häufigkeit der Mopp-Reinigung ab. Im Test kam der Roboter daher bei uns eher auf etwa 150 Minuten bei viel Hartboden und Moppreinigung pro Raum.

Da der Roboter vergleichsweise schnell navigiert, schaffte er im Test rund 120 m² brutto, also abzüglich Möbeln und unerreichbarer Stellen. Bei mehr Reinigungsfläche fährt der Roboter bei niedrigem Akkustand zum Laden zurück und setzt die Reinigung später fort. Eine vollständige Ladung dauert beim 3i P10 Ultra rund 3,5 Stunden.

Preis

Die UVP in Deutschland liegt für den 3i P10 Ultra bei stolzen 999 Euro. Der aktuelle Straßenpreis liegt bei Amazon bei 500 Euro, im Dezember 2025 waren es 400 Euro.

Fazit

Der 3i P10 Ultra schlägt sich im Test ziemlich gut, aber die vom Hersteller genannte UVP halten wir für völlig überzogen. Anders sieht es beim genannten Straßenpreis aus: Für 500 Euro bekommen Käufer viel Komfort, sehr gute Lidar-Navigation und zusätzliche Hinderniserkennung per KI-Kamera.

Stärken sind zudem die gute Saugleistung auf Hartboden und niedrigflorigem Teppich und die gute Station. Beim Wischen hilft zudem der ausfahrende Mopp an Kanten, ersetzt aber keine manuelle Grundreinigung bei hartnäckigem Schmutz und in Ecken. Außerdem fehlt uns eine ausfahrbare Seitenbürste, das ist 2025 selbst in der Mittelklasse längst Standard.

Da der Ecovacs T80 Omni (Testbericht) mit einer modernen Wischwalze kommt und mit 449 Euro günstiger ist, empfehlen wir aber dennoch diesen vor dem 3i P10 Ultra. Sein Gesamtpaket ist zum geringeren Preis einfach in quasi jeder Hinsicht besser.



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Iran-Internetsperre: Zivilgesellschaft fordert Satellitenfunk direkt aufs Handy


Seit über zwei Wochen herrscht im Iran eine digitale Eiszeit. Das Regime hat rund 92 Millionen Menschen faktisch von der Außenwelt abgeschnitten. Diese drastische Maßnahme soll nicht nur den Widerstand im Land ersticken, sondern auch Angehörige weltweit in Ungewissheit lassen. Wer Verwandte oder Freunde im Iran hat, erreicht niemanden mehr: WhatsApp, Instagram und Telegram sind tot. Eine globale Koalition zivilgesellschaftlicher Organisationen verlangt nun eine technologische Kehrtwende.

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Bürgerrechtsvereinigungen wie Access Now, Article 19, Witness und das Center for Human Rights in Iran werben in einem am Freitag veröffentlichten Aufruf für sogenannte Direct-to-Cell-Technologien (D2C). Diese sollen als humanitäres Werkzeug weltweit priorisiert werden, um staatliche Blackouts nicht nur im aktuellen Konflikt im Nahen Osten wirkungslos zu machen. In der Ukraine startete Elon Musks Satellitendienst Starlink eine D2C-Option im November.

Bisher war Satelliten-Internet im Iran zwar verfügbar, aber mit enormen Risiken verbunden. Dienste wie Starlink erfordern in der Regel spezielle Hardware-Terminals, die für über 1000 US-Dollar auf dem Schwarzmarkt gehandelt werden. Für die breite Bevölkerung in ländlichen Regionen oder ärmeren Stadtvierteln bleibt dieser Zugang unerreichbar. Zudem sind die Schüsseln auf den Dächern für Drohnen leicht aufzuspüren, was die Nutzer zur Zielscheibe von Spionagevorwürfen macht.

Hier setzt die D2C-Technologie an: Sie ermöglicht es herkömmlichen Smartphones, direkt eine Verbindung zu Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn (LEO) herzustellen. Es wird kein spezielles Modem benötigt. Die meisten Mobiltelefone, die nach 2020 produziert wurden, verfügen bereits über die notwendige Hardware. Dies würde die digitale Kluft schlagartig schließen und Informationen aus jenen Gemeinschaften demokratisieren, die derzeit unsichtbar gemacht werden.

Die iranische Netz- und Nachrichtensperre macht laut dem Bündnis deutlich, dass der Zugang zum freien Internet kein Luxusgut ist. Vielmehr handle es sich um eine Grundvoraussetzung für den Schutz von Menschenrechten.

Aktuelle Daten des IT-Dienstleisters Cloudflare zeigten in den vergangenen Stunden kurzfristig eine leichte Entspannung: Der landesweite Datenverkehr erreichte zuletzt wieder rund 30 Prozent des Niveaus vor der Blockade. Die Organisation Netblocks bestätigt, dass seit Freitagmorgen wieder vermehrt VPN-Tunnel aufgebaut werden könnten und Messaging-Dienste teils funktionierten. Doch die Erleichterung in Teheran ist von Sorge überschattet. Aktivisten befürchten, dass es sich nur um eine temporäre Lockerung handelt, um die Bevölkerung zu beruhigen oder Nutzer in staatlich kontrollierte Internetkorridore zu locken. Die internationale Konnektivität bleibt gering, die Zensur extrem scharf.

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Damit D2C sein lebensrettendes Potenzial entfalten kann, müssen laut dem Bündnis massive regulatorische Hürden fallen. Regierungen sollten Regulierungsausnahmen und Frequenzzugänge garantieren, heißt es in dem Appell, damit Satellitenanbieter auch ohne Zustimmung lokaler Despoten operieren dürfen. Zudem müssten Notfallprotokolle her, die eine sofortige, kostenlose Aktivierung der Dienste ermöglichten, sobald ein politisch motivierter Shutdown dokumentiert wird.

Der Iran ist kein Einzelfall. Von Myanmar bis zum Sudan nutzen Regime Shutdowns, um Gewalt zu verschleiern. Die technologische Machbarkeit von D2C ist laut den NGOs bewiesen. Was fehle, sei der koordinierte Wille zum Handeln. Die Politik dürfe Technologie nicht nur als Profitcenter sehen, sondern müsse sie als digitalen Rettungsanker für die Freiheit begreifen.

Dass Teheran den Informationsfluss kontrolliert, ist nicht neu. Doch die aktuelle Dimension der Abschottung ist beispiellos. Über Jahre arbeiteten die Behörden an der Einrichtung eines nationalen Netzes, dem sogenannten „Internet-e Halal“ (islamisches Netz) oder „Internet-e Melli“ (Volksinternet). Ziel ist eine digitale Parallelwelt, die nach außen hin abgeschottet ist, während interne Dienste für Banking oder Behörden kontrolliert weiterlaufen.

Alarmierend ist dabei die Intransparenz der Entscheidungsprozesse. Längst hat nicht mehr das offizielle Kommunikationsministerium das Sagen; die Fäden laufen bei den Sicherheitsorganen und Geheimdiensten zusammen. Diese nutzen das Netz als Waffe: Schätzungen gehen mittlerweile von über 16.500 getöteten Demonstranten aus, deren Schicksal hinter der digitalen Mauer verborgen bleiben sollte.

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(nie)



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