Künstliche Intelligenz
KI-Bilder statt Modefotografie | heise online
Die Fast-Fashion-Marke Zara unter dem Dach des spanischen Inditex-Konzerns setzt im großen Stil auf KI-unterstützte Bildproduktion. Der Modekonzern will Fotos realer Models per generativer Software variieren, statt für jede Produktvariante ein neues Shooting anzusetzen. Aus einmal aufgenommenen Fotos von Models sollen per KI zahlreiche Varianten entstehen, etwa mit anderen Farben, Schnitten oder Accessoires.
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Pose, Körperform und Gesicht der realen Models bleiben dabei erhalten, während die Kleidung und die Hintergründe ausgetauscht werden. Das soll die Produktionszeit und die Kosten für neue Produktaufnahmen für Webshop und App drastisch reduzieren. Außerdem habe man so die Chance, quasi in Echtzeit auf der sich schnell bewegenden Modewelle zu reiten.
Zara ist nicht das erste einschlägige Unternehmen, das verstärkt auf KI setzt. Bereits vor einigen Monaten hatte H&M angekündigt, künftig verstärkt mit „digitalen Zwillingen“, KI-generierten Images seiner Models, arbeiten zu wollen. Die Rechte an den Klones sollen vollständig bei den Models bleiben, die Vergütung entspräche weitgehend herkömmlichen Honoraren. Auch Zalando hatte im Mai angekündigt, dem hohen Tempo, in dem sich Mode verändert, mit KI-Unterstützung zu begegnen.
Die Unternehmen betonen, dass die „Klon“-Strategie die menschliche Arbeit ergänzen und nicht vollständig ersetzen solle. Kritiker, darunter die britische Association of Photographers, sehen das anders. Es stehe zu befürchten, dass der Einsatz von generativer KI die Zahl klassischer Aufträge für Fotografen, Models und Produktionsteams verringern wird. Die Folge könnte ein schleichender Auftragsrückgang sein, der besonders jüngere und freischaffende Kreative trifft. Unklar ist auch, inwieweit künftig eine transparente Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Bilder geregelt und durchgesetzt wird.
(swi)
Künstliche Intelligenz
Neue Waymo-Robotaxis Ojai besser für schlechtes Wetter geeignet
Waymo erweitert seine Flotte von Robotaxis um die 6. Generation autonomer Fahrzeuge. Die Ojai-Robotaxis basieren auf Minivans des chinesischen Autoherstellers Zeekr, einer Geely-Tochter. Technisch werden die Autos mit verbesserten Kameras, Lidar und Radar ausgestattet, was vor allem der Sicherheit beim Fahren in schlechten Wetterbedingungen zugutekommen soll. Das ist notwendig für die geplante Expansion Waymos sowohl in den Nordosten der USA als auch international. Gleichzeitig werden die Kosten gesenkt.
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Dies hatte die Tochter des Google-Konzerns Alphabet bereits im Sommer 2024 angekündigt. Die neuen Waymo-Robotaxis brauchen weniger Kameras und Radare und basieren auf Elektroautos der Marke Zeekr des chinesischen Konzerns Geely. Derzeit ist Waymo mit umgebauten Fahrzeugen des ebenfalls batteriebetriebenen Jaguar-Modells iPace unterwegs. Diese werden aber nicht ersetzt, die Robotaxi-Flotte wird um die Ojai genannten Minivans ausgebaut.
Bessere Technik für Regen, Eis und Schnee
Die neuen Ojai-Robotaxis wurden insbesondere beim Kamerasystem verbessert, schreibt Waymo. Die Auflösung der Hauptkamera wurde auf 17 Megapixel erhöht, bislang wurden 5- oder 8-Megapixel-Sensoren verwendet. Zudem wurde die Lichtempfindlichkeit verbessert, sodass das Bildverarbeitungssystem auch bei schlechten Lichtverhältnissen etwa dunkel gekleidete Personen auf der Straße eher bemerken soll. Das ist auch nützlich bei Regen oder Schnee. Zudem integriert Waymo „Reinigungssysteme zur Aufrechterhaltung der Sichtbarkeit“. Angesichts der besseren Kameras hat Waymo gleichzeitig die Anzahl reduziert, was die Kosten reduziert.
Daneben wurden auch die Lidar- und Radar-Systeme der Robotaxis verbessert, wobei Waymo auch von den gesunkenen Kosten gerade bei lasergestützter Technik profitiert. Auch die Optimierungen in diesen Bereichen sollen bei schlechten Wetterbedingungen helfen. Zudem soll „die Leistung bei Regen oder Schnee durch den Einsatz neuer, intern entwickelter Algorithmen verbessert werden“. Weniger bekannt ist, dass die Robotaxis auch über Mikrofone verfügen, um etwa Sirenen von Einsatzkräften frühzeitig zu erkennen und zu lokalisieren, selbst wenn diese Fahrzeuge noch gar nicht zu sehen sind.
Das Fahren bei schlechtem Wetter wird wichtig bei Waymos Expansionsplänen, denn der Betreiber hat erst letzte Woche angekündigt, den autonomen Taxidienst künftig auch in Boston im amerikanischen Nordosten anzubieten, eine der schneereichsten Großstädte der USA. Der Bundesstaat Massachusetts muss zunächst allerdings vollständig autonome Fahrzeuge legalisieren. Die beschleunigte globale Expansion umfasst auch Tokio, wo im Winter ebenfalls mit Schnee gerechnet werden muss. Bislang ist Waymo vorwiegend in schneefreien Städten der USA unterwegs, nämlich in Austin, Atlanta, Phoenix und Miami sowie in Los Angeles und San Francisco, wo die ersten Ojai-Robotaxis jetzt den Betrieb aufnehmen.
Kritik an China-Basis, Waymo wiegelt ab
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Die chinesische Basis der neuen Waymo-Robotaxis hat allerdings bereits politische Bedenken innerhalb der USA ausgelöst. Erst letzte Woche gab es eine Anhörung im Senat zur Zukunft selbstfahrender Autos, wo der republikanische Senator Bernie Moreno zum Waymo-Sicherheitschef sagte: „Wir befinden uns in einem Wettlauf mit China, aber es scheint, als ob Sie sich mit China verbünden.“
Waymo-Sprecherin Sandy Karp hat dies gegenüber CNBC aber zurückgewiesen. Waymo werde Zeekr keinen „Zugriff auf seine streng geschützte Technologie für autonomes Fahren, Sensordaten oder Fahrerinformationen“ gewähren. Der chinesische Autohersteller stelle lediglich die „Basisfahrzeuge“, Waymo installiere die Technik für autonomes Fahren in den Autos innerhalb der USA. Neben den Zeekr-Minivans soll die Technik künftig auch im Hyundai Ioniq 5 eingebaut werden.
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(fds)
Künstliche Intelligenz
Android ermöglicht Mitschnitt von Anrufen
Mit einer neuen Funktion in Android ermöglicht Google, laufende Anrufe aufzuzeichnen. Wie im September 2025 angekündigt, soll die Funktion in allen Ländern verfügbar sein, „in denen Pixel unterstützt wird“. Laut Google soll das Feature aber auch auf Geräten anderer Hersteller bereitgestellt werden.
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Anrufaufnahmen mit Bordmitteln
Für Google stellt die Integration der Anrufaufzeichnung in gewisser Weise eine Kehrtwende dar: Denn im Jahr 2022 hatte der Hersteller sämtliche Drittanbieter-Apps mit diesem Feature aus dem Play Store geworfen. Hintergrund war damals, dass Anbieter von Anrufaufnahme-Apps eine Accessibility-Schnittstelle (API) ausnutzen. Laut Google dürfen jedoch nur Anwendungen diese API nutzen, die nachweislich Menschen mit Behinderung helfen.

Einstellungen der Anrufaufnahme in der Android-Telefon-App.
(Bild: heise medien)
Nun bringt der Hersteller die Anrufaufnahmefunktion selbst: Sie wird Teil der Telefon-App, scheint derzeit hierzulande jedoch nur für Betatester bereitzustehen, wie anfänglich etwa auch die iPhone-ähnlichen „Kontaktposter“. Die neue Funktion zur Aufnahme von Telefonanrufen wurde uns gestern auf einem Pixel 10 Pro angeboten, später auch auf einem Pixel 8. Offenbar wird sie aber auch schon für Geräte anderer Hersteller freigegeben. Ein Leser von Stadt-Bremerhaven.de will die Funktion schon auf seinem Fairphone 6 gesehen haben.

Vor der Anrufaufnahme erscheint ein großer Warnhinweis.
(Bild: heise medien)
Nutzer der Phone-App können die Anrufaufnahmef direkt über ein Auswahlfenster während eines Anrufs aktivieren. In den App-Einstellungen steht Nutzern zudem die Möglichkeit zur Wahl, sämtliche Anrufe von unbekannten Nummern aufzuzeichnen. Ebenso kann man für bestimmte Rufnummern festlegen, dass Anrufe automatisch aufgezeichnet werden. Die aufgezeichneten Anrufe sind direkt in der Anrufübersicht anhör- und auch teilbar. Laut Google bleiben die gespeicherten Anrufe nur lokal auf dem Gerät und werden nicht extern gesichert. Um den Speicher zu schonen oder Daten zu schützen, können Nutzer in den Einstellungen festlegen, ob Aufnahmen nach 7, 14 oder 30 Tagen automatisch gelöscht werden sollen.
Mitschneiden nur mit Erlaubnis
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In Deutschland darf man einen Anruf nicht heimlich und ohne Einverständnis des Gegenübers aufzeichnen: Nach Paragraph 201 Absatz 1 des Strafgesetzbuchs ist das unbefugte Mitschneiden von Telefongesprächen untersagt – es ist ansonsten eine „Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes“. Um einen Anruf aufzeichnen zu dürfen, benötigt man die explizite Zustimmung des Gesprächspartners. Bei Verstoß drohen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren.
Die Gesprächspartner werden beim Start „hörbar darüber benachrichtigt, dass der Anruf aufgezeichnet wird“, betont Google. Dieser Hinweis ersetzt keine Einverständniserklärung. Auch beim Beenden der Aufnahme werden laut Google beide Parteien darüber informiert, dass der Anruf nicht mehr aufgezeichnet wird.
Google macht in einem Support-Dokument zur Funktion zudem darauf aufmerksam, dass Nutzer vor der ersten Anrufaufzeichnung darauf hingewiesen wird, dass man die örtlichen Gesetze für die Aufzeichnung von Anrufen einhalten muss.
Einschränkungen
Google macht in dem Dokument zudem deutlich, dass auf unterstützten Pixel-Geräten Android 14 oder neuer installiert sein muss. Zudem funktioniere das Ganze nur ab einem Pixel 6 oder neuer. Überdies müsse die aktuelle Version der Telefon-App vorliegen (derzeit nur Beta), außerdem müsse man sich in einem der Länder oder einer der Regionen befinden, in denen die Anrufaufzeichnung unterstützt werde.
Dass die Funktion auch auf Nicht-Pixel-Modellen unterstützt wird, bestätigt Google in dem Support-Dokument auch. Auf den Smartphones muss mindestens Android 9 oder neuer installiert sein. Wir haben bei Google nachgefragt, ob die Funktion bald für alle freigeschaltet wird.
(afl)
Künstliche Intelligenz
WF-1000XM6: Sonys Premium-In-Ears erscheinen in sechster Generation
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Sony bringt eine neue Baureihe seiner Premium-In-Ears: Die sechste Version der WF-1000-Serie soll ihre Vorgänger vor allem in Sachen aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelling, ANC) und Telefonie übertrumpfen. Der Verkauf soll noch im Laufe dieses Februars beginnen; die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 300 Euro.
Das Versprechen für die sechste Version klingt ähnlich wie jenes, das Sony für die fünfte Generation gab: Telefonie und ANC sollen verbessert worden sein. Während das ANC der Vorgängerversion schon zu den Klassenbesten gehörte, galt das in unserem Test nicht für die Gesprächsqualität bei Telefonaten. Um das zu ändern, spendiert Sony den WF-1000XM6 mehr Mikrofone als dem Vorgänger. Insgesamt acht anstelle der sechs in den WF-1000XM5 sollen für klare Telefonate und wirkungsvolle aktive Geräuschunterdrückung sorgen. Außerdem übernehmen die In-Ears den Noise-Cancelling-Prozessor QN3e des Over-Ear-Modells WH-1000XM6. Laut Sony reduziert die aktuelle Generation Umgebungsgeräusche 25 Prozent besser als die Vorgängerversion. Der aktiven Geräuschunterdrückung stellt Sony zudem eine verbesserte passive Dämmung zur Seite. Die Ohrstöpsel aus Schaumstoff sollen Störgeräusche effektiver maskieren als die Silikonvarianten. Sie liegen in vier verschiedenen Größen bei.
Die In-Ear-Kopfhörer selbst sind ein wenig kleiner als die Vorgänger, allerdings ist das Gehäuse kantiger und damit weniger hosentaschenfreundlich geworden.
Verbesserter Klang
Auch am Klang hat der Hersteller gearbeitet. Neu entwickelte Lautsprechereinheiten sollen einen präziseren, verzerrungsärmeren Klang liefern als beim Vorgänger. In der zugehörigen App steht ein Zehn-Band-Equalizer bereit, um den Klang an die eigenen Vorlieben anzupassen. Die Kopfhörer verstehen neben den Codecs SBC und AAC die hochauflösende Variante LDAC. Per Multipoint-Bluetooth lassen sich zwei Abspielquellen gleichzeitig verbinden. 1,5-mal größere Antennen als im Vorgängermodell sorgen laut Hersteller für eine stabilere Verbindung. Die integrierten Akkus der WF-1000XM6 sollen bis zu acht Stunden mit aktiver Geräuschunterdrückung halten. Das Ladecase hat genug Akkukapazität für zusätzliche 16 Stunden Laufzeit, bevor es ans Ladekabel muss.
(rbr)
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