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Künstliche Intelligenz

Nvidia: DLSS 4.5 verbessert Upscaling und Frame Generation


Nvidia hat auf der CES 2026 eine neue Version von DLSS mit der Versionsnummer 4.5 angekündigt, die das auf einem Transformer-Modell basierende KI-Modell umfangreich verbessern soll. Sowohl die Upscaling-Komponente als auch der Frame-Generation-Part wurden dabei überarbeitet. DLSS 4.5 Upscaling steht in allen Nvidia-Grafikkarten ab der 2000er-Generation zur Verfügung, für die neuen Frame-Generation-Features braucht man eine 4000er- oder 5000er-GPU.

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Im Vergleich zu DLSS 4 soll das Upscaling in DLSS 4.5 mehr Stabilität bieten und gerade in Bewegung weniger Artefakte zeigen. Ein Beispielvideo zeigt etwa, wie in „Oblivion Remastered“ mit DLSS4 ein Schwert flott über den Bildschirm gezogen wird, was sichtbare Schlieren hinterlässt. Diese Bewegungsrückstände lassen sich in vielen Spielen beobachten und treten oft besonders stark in Kombination mit aktiviertem Motion Blur hervor. Der Vergleich mit DLSS 4.5 zeigt, dass dieses Problem in der neuen Version des Transformer-Modells behoben oder zumindest verbessert wurde.

Der Nachteil: Die Upscaling-Komponente von DLSS 4.5 braucht etwas mehr Leistung als DLSS 4. Im Gegenzug können Nutzer versuchen, aggressivere Upscaling-Optionen zu benutzen, also eine niedrigere Grundauflösung zu rendern. Dadurch könnten sich die Leistungseinbußen kompensieren lassen. Nvidia verspricht, dass DLSS im Performance-Modus nativer Bildqualität entsprechen soll, während sogar der bislang kaum brauchbare Ultra-Performance-Modus zumindest auf 4K-Monitoren zu einer echten Alternative werden könne, obwohl das Bild dabei nur in 720p gerendert wird. Ob das stimmt, müssen Tests zeigen.

Während der Upscaling-Part von DLSS von vielen Spielern in fast jedem aktuellen Spiel genutzt wird, ist Frame Generation noch Geschmackssache. Die Technik berechnet zwischen zwei „echten“ Frames einen oder mehrere „Fake Frames“. Das steigert die Flüssigkeit der Bewegung, erhöht aber die Eingabelatenz. In der Praxis sieht ein Spiel also flüssiger aus, fühlt sich aber nicht flüssiger an. Zudem können die generierten Bilder Artefakte zeigen, die bei niedrigeren Ausgangsbildraten schlimmer ausfallen.

In DLSS 4.5 hat Nvidia die Konsistenz von Nutzer-Interface-Elementen bei aktivierter Frame Generation verbessert. Ein über das Spielgeschehen gelegtes Fadenkreuz soll dadurch weniger schlieren als bislang. Neu ist zudem die Möglichkeit, die Bildrate durch „Fake Frames“ zu versechsfachen – bislang war vierfache Frame Generation das Maximum.

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Besonders praktisch ist eine neue Funktion, die die Zahl der generierten Frames dynamisch an das Spielgeschehen anpasst. Je nach Ausgangsbildrate werden demnach zweifache, dreifache oder gar sechsfache Frames interpoliert, um die Bildwiederholfrequenz eines Monitors voll auszufüllen. Das kann nützlich sein, um verlässlich auf eine stabile Bildrate zu kommen. Auf der anderen Seite stellt das Feature in der Theorie sicher, dass man seltener unnötige Frames generiert und dadurch die tatsächliche Ausgangsbildrate in den Keller drückt.

Ein Beispiel: Wer auf einem 240-Hz-Monitor mit 6-facher Frame Generation spielt, kann maximal 40 „echte Frames“ erzielen (in der Praxis tatsächlich nur 37, weil Nvidia Reflex die Bildwiederholfrequenz bei aktivierter Frame Generation in diesem Szenario auf 224 festlegt) – auch wenn der PC grundsätzlich in der Lage wäre, mehr davon zu erreichen. In leicht zu rendernden Szenen könnte die dynamische Frame Generation nun etwa auf vierfache Frame Generation umstellen, um 60 (beziehungsweise 56) echte Frames rendern zu lassen, bevor KI-Frames dazwischengelegt werden.

Während die Frame-Generation-Komponente von DLSS 4.5 erst im Frühjahr erscheint, kann man die neuen Upscaling-Features von DLSS 4.5 schon jetzt ausprobieren, indem man die Beta-Version der Nvidia-App und den neuen Grafiktreiber herunterlädt. Um an der Beta teilzunehmen, geht man unter „Einstellungen“ auf den Reiter „About“ und klickt dort den Haken bei der Beta-Teilnahme. Anschließend muss man die App neu starten und den neuen Treiber installieren. Nach dem Update kann man die neuen Features testen, indem man in der App im Grafik-Reiter den DLSS-Override entweder global oder bei einzelnen Spielen auf „Latest“ stellt. Nun sollte beim nächsten Spielstart automatisch die aktuellste Version von DLSS aktiviert werden.

heise online ist Medienpartner der CES 2026


(dahe)



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Künstliche Intelligenz

Top 10: Der beste ergonomische Bürostuhl im Test – ab 170 Euro richtig gut


Ergonomischer Bürostuhl Flexispot C7 Morpher im Test: Die beste Lordosenstütze

Der Flexispot C7 Morpher macht seinem Namen alle Ehre und bietet so viele ergonomische Anpassungsmöglichkeiten wie kaum ein anderer ergonomischer Bürostuhl.

VORTEILE

  • hochwertige Verarbeitung
  • aufblasbare Lordosenstütze
  • schnelle Montage
  • optionale Fußablage
  • hohe Belastbarkeit bis 163 Kilogramm

NACHTEILE

  • Armlehnen verstellen sich bei normaler Nutzung gelegentlich
  • Einstellmöglichkeiten teils schwer erreichbar und komplex
  • Stuhl wirkt wuchtig
  • maximale Sitzhöhe für Personen ab 190 cm knapp
  • teuer

Der Flexispot C7 Morpher macht seinem Namen alle Ehre und bietet so viele ergonomische Anpassungsmöglichkeiten wie kaum ein anderer ergonomischer Bürostuhl.

Mit einer aufblasbaren Lordosenstütze, einer dynamisch gleitenden Rückenlehne und einer optionalen Fußablage packt Flexispot so ziemlich alles in den C7 Morpher, was der Markt aktuell hergibt. Die Frage ist: Kann ein einzelner Stuhl all das gleichzeitig gut?

Mit einem Preis von 800 Euro ohne Fußablage und 830 Euro mit Fußablage positioniert sich der C7 Morpher im oberen Preissegment – deutlich über dem Flexispot BS13 (Testbericht), den wir für seine Optik und Ergonomie gelobt haben. Dafür verspricht der C7 Morpher mehr Einstellmöglichkeiten und eine komplexere Mechanik. Ob er sein Geld wert ist und für wen er sich lohnt, zeigt dieser Testbericht.

Montage

Die Montage des Flexispot C7 Morpher gelingt in etwa 15 Minuten – und das trotz der Komplexität des Stuhls mit seiner aufwendigen Mechanik und der optionalen Fußablage. Das ist bemerkenswert schnell.

Die Lieferung erfolgt in zwei Paketen mit insgesamt rund 33,5 Kilogramm. Wir empfehlen, die Kartons zu zweit zu tragen. Alles ist sicher verpackt, allerdings fällt dabei viel Verpackungsmüll an – inklusive viel Schaumstoff.

Die bebilderte Montageanleitung im DIN-A4-Heft führt in sieben Schritten durch den Aufbau. Sie ist in mehreren Sprachen verfügbar und gut verständlich. Werkzeug in Form eines Inbusschlüssels und Montage-Handschuhe liegen bei. Praktisch: Alle Schrauben verwenden die gleiche Inbusgröße.

Viele Teile kommen vormontiert an. Zuerst steckt man die Rollen und die Gasfeder ins Aluminium-Fußkreuz. Dann verbindet man Sitz und Rückenlehne mit drei Schrauben, bringt die Armlehnen mit je drei Schrauben an und setzt Ober- und Unterteil zusammen. Zuletzt montiert man die Kopfstütze mit zwei Schrauben. Die Passgenauigkeit ist hoch, alle Verbindungen sitzen stabil. Der erste Eindruck: hochwertig und robust.

Verarbeitung

Der Flexispot C7 Morpher zeigt, wo die 800 Euro hinfließen. Fußkreuz, große Teile der Armlehnen und das Lehnenfundament bestehen aus Aluminium-Druckguss. Das polierte Aluminium sieht schick aus, ist allerdings anfällig für Fingerabdrücke.

Sitz- und Rückenrahmen bestehen aus Kunststoff mit aufgespanntem Mesh-Gewebe. Die vordere Sitzkante ist mit einem schmalen Kaltschaumstreifen gepolstert – ein Detail, das die Durchblutung der Beine fördert und sich im Alltag angenehm anfühlt. Die Armlehnenauflagen sind mit einer PU-Leder-ähnlichen Polsterung versehen, die angenehm weich ist.

Flexispot C7 Morpher

Mit 26,5 Kilogramm Gesamtgewicht ist der C7 Morpher kein Leichtgewicht. Die Verarbeitungsqualität ist hoch: präzise Passungen, keine sichtbaren Fertigungsrückstände, alles wirkt robust und langlebig. Flexispot gewährt 5 Jahre Garantie.

Ein kleiner Hinweis: Nach dem Auspacken riecht das Mesh-Gewebe und die Armlehnen-Polsterung leicht. Der Geruch verfliegt nach einigen Tagen vollständig.

Design

Der Flexispot C7 Morpher wirkt futuristisch, ist aber insgesamt etwas zu groß geraten. Das Design ist bürotauglich, aber massig – in kleinem Zimmer zieht er dominant die Blicke auf sich.

Die Rückenkonstruktion wirkt dynamisch, allerdings ist der obere Bereich der Rückenlehne sehr breit. Nach unten hin verjüngt sich die Lehne im Lendenbereich. Die Gesamthöhe liegt bei 109 bis 142,5 cm, die Sitzbreite bei 53 cm. Die Rückenlehne misst im Schulterbereich 56 cm und im Beckenbereich 43 cm.

Flexispot C7 Morpher

Das Fußkreuz bietet Ablageflächen für die Füße. Die optionale Fußablage mit zwei gepolsterten Pads lässt sich hochklappen und ausfahren. Das atmungsaktive Mesh ist leicht zu reinigen.

Insgesamt ist der C7 Morpher ein etwas zu großer Stuhl, um noch elegant zu wirken. Wer einen schlanken, filigranen Bürostuhl sucht, wird mit dem Ofinto Active (Testbericht) glücklicher.

Ergonomie

In puncto Einstellmöglichkeiten spielt der C7 Morpher in der Champions League – vergleichbar mit dem Steelcase Gesture (Testbericht), allerdings zu einem deutlich niedrigeren Preis.

Flexispot empfiehlt den Stuhl für Körpergrößen zwischen 160 und 195 cm. Unser Tester fühlt sich mit 186 cm auf ihm wohl. Für Personen ab 190 cm könnte die maximale Sitzhöhe von 54 cm knapp werden. Die maximale Belastbarkeit liegt bei beachtlichen 163 Kilogramm – mehr als bei jedem anderen bisher von uns getesteten Bürostuhl.

Die Sitzhöhe lässt sich stufenlos zwischen 44 und 54 cm verstellen, während die Sitztiefe um 4,5 cm (43,5 bis 48 cm) anpassbar ist. Für optimale Bewegung sorgt die Synchronmechanik mit dreistufig einstellbarem Neigungswiderstand, die sich in vier Positionen arretieren lässt. Bis zu 143 Grad neigt sich die Rückenlehne, und sogar eine aktive Vorwärtsneigung von 10 Grad ist möglich.

Flexispot C7 Morpher

Durch ihre besondere Konstruktion gleitet und verformt sich die Rückenlehne dynamisch mit den Bewegungen des Nutzers. Dabei passt sie sich der Doppel-S-Form der Wirbelsäule an und verhindert zuverlässig den sogenannten Hemdauszieheffekt – das lästige Hochrutschen des Hemds beim Zurücklehnen. Zusätzlich lässt sich die Rückenlehne in sechs Stufen um insgesamt 6 cm in der Höhe verstellen.

Für den unteren Rücken sorgt eine aufblasbare Lordosenstütze, die sich per Pumpmechanismus individuell anpassen lässt. Im Vergleich zu festen Lordosenstützen ermöglicht sie eine besonders präzise Anpassung an die eigene Rückenform.

Die Armlehnen überzeugen mit vielseitigen Einstellmöglichkeiten: Sie sind siebenstufig höhenverstellbar, um 360 Grad drehbar (mit 24 Rastpunkten) und um 270 Grad schwenkbar. Zudem lassen sie sich horizontal und vertikal verschieben. Für hohen Komfort sorgen die angenehm weich gepolsterten Auflagen.

Flexispot C7 Morpher

Für individuellen Kopfkomfort sorgt die mehrfach verstellbare Kopfstütze: Sie lässt sich in der Höhe und um 7 cm in der Tiefe verstellen, zudem ist die Neigung bis zu 70–80 Grad anpassbar. Bespannt ist sie mit atmungsaktivem Mesh.

Eine optionale Fußablage rundet den Komfort ab – sie lässt sich für Liegepositionen einfach hochklappen, ideal für den Power-Nap zwischendurch.

Für die richtige Mobilität sorgen die PU-Rollen mit 60 mm Durchmesser. Sie gleiten gut auf Laminat und Teppich, sind jedoch nicht lastabhängig gebremst.

Was fehlt: Eine separat zuschaltbare Sitzneigungsfunktion wie beim Ofinto Active (Testbericht) bietet der C7 Morpher nicht. Die 10-Grad-Vorwärtsneigung ist Teil der Synchronmechanik.

Praxistest

Im Alltag zeigt der Flexispot C7 Morpher seine Stärken bei langen Büro- und Meeting-Tagen. Die zahlreichen Einstellmöglichkeiten ermöglichen eine individuelle Anpassung an verschiedene Arbeitssituationen – vom konzentrierten Arbeiten in aufrechter Position bis zum entspannten Zurücklehnen in Videokonferenzen.

Die aufblasbare Lordosenstütze stabilisiert den unteren Rücken spürbar. Die dynamisch gleitende Rückenlehne passt sich Bewegungen an, ohne dass man den Kontakt verliert. Das Mesh-Material sorgt auch bei mehrstündigen Sitzungen für ein angenehmes Klima – kein Schwitzen, kein Kleben. Allerdings könnte es im Winter etwas kühl werden. Die Fußablage erweist sich als praktisches Extra, falls man nach dem Mittagessen kurz die Beine hochlegen möchte.

Flexispot C7 Morpher

Die vielen Einstellmöglichkeiten erfordern anfangs Geduld bei der Einarbeitung. Flexispot legt ein Poster mit Erklärungen bei – wir waren versucht, es neben dem Arbeitsplatz aufzuhängen, um gelegentlich spicken zu können. Einige Hebel sind zudem schwer erreichbar, was die Bedienung im Sitzen erschwert. Das ist ein Nachteil gegenüber dem Steelcase Gesture, bei dem alle Bedienelemente übersichtlich auf der rechten Seite angeordnet sind.

Die Armlehnen, die sich bei normaler Nutzung gelegentlich von selbst verstellen, sind im Alltag ein kleines Ärgernis. Hier wünschen wir uns festere Rastpunkte.

Preis

Der Flexispot C7 Morpher kostet 800 Euro ohne Fußablage und 830 Euro mit Fußablage.

Fazit

Der Flexispot C7 Morpher ist ein beeindruckend ausgestatteter Bürostuhl mit einer Fülle an Einstellungsmöglichkeiten. Die aufblasbare Lordosenstütze, die dynamisch gleitende Rückenlehne und die vielseitigen Armlehnen bieten ein hohes Maß an ergonomischer Anpassung. Die Verarbeitung mit Aluminium-Druckguss-Fußkreuz und hochwertigem Mesh-Material rechtfertigt den gehobenen Preis.

Besonders gut gefallen uns die schnelle Montage in nur 15 Minuten, die optionale Fußablage für Ruhepausen und die hohe Belastbarkeit von 163 Kilogramm. Das Mesh-Material sorgt für ein angenehmes Sitzklima, die gepolsterte Vorderkante entlastet die Beine.

Schwächen zeigt der C7 Morpher bei den Armlehnen, die sich bei normaler Nutzung gelegentlich von selbst verstellen. Auch erfordern die vielen Einstellmöglichkeiten – die nicht alle optimal erreichbar sind – eine Eingewöhnungszeit. Der Stuhl wirkt insgesamt etwas wuchtig und ist mit 800 Euro kein Schnäppchen. Für Personen ab 190 cm könnte die maximale Sitzhöhe zudem knapp werden.

Wer einen ergonomisch vielseitigen Bürostuhl mit Premium-Materialien sucht und bereit ist, sich in die zahlreichen Einstellungen einzuarbeiten, bekommt mit dem C7 Morpher einen der am besten ausgestatteten Bürostühle.



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CBP nutzte Werbedaten für Handy-Überwachung


Die US-Grenzschutzbehörde Customs and Border Protection (CBP) hat systematisch Standortdaten aus Alltags-Apps genutzt, die aus dem Real-Time-Bidding-System (RTB) der Online-Werbeindustrie stammen. Das belegt ein internes Dokument des Department of Homeland Security (DHS), das die Investigativ-Plattform 404 Media per Informationsfreiheitsanfrage veröffentlicht hat.

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Bei dem 404 Media vorliegenden Dokument handelt es sich um eine sogenannte Privacy Threshold Analysis – eine Datenschutz-Bewertung, die das DHS bei der Einführung neuer Technologien durchführen muss. Darin heißt es wörtlich: „RTB-basierte Standortdaten werden aufgezeichnet, wenn eine Anzeige geschaltet wird.“ In der Vergangenheit gab es schon mehrere Fälle, bei denen Standortdaten verkauft wurden und so unter anderem Klinikbesuche offenlegten.

Beim Real-Time-Bidding findet bei jeder Werbeeinblendung in einer App eine automatische Auktion statt, bei der Werbetreibende um Anzeigenplätze bieten. Dabei werden Gerädedaten einschließlich des Standorts übertragen. Überwachungsfirmen können diesen Prozess beobachten und die Daten abschöpfen – für die Nutzer unsichtbar.

Die Standortdaten werden über sogenannte Advertising IDs (AdIDs) einem Gerät zugeordnet. Diese eindeutigen Kennungen, die Apple und Google für personalisierte Werbung eingeführt haben, enthalten zwar keine Namen oder Telefonnummern, ermöglichen aber ein präzises Bewegungstracking über längere Zeiträume.

404 Media konnte solche Datenströme unter anderem auf Candy Crush, Tinder, Grindr, Tumblr und MyFitnessPal zurückführen. Die App-Entwickler wissen in vielen Fällen nicht, dass ihre Anwendungen als Datenquelle dienen, da die Erfassung über die eingebettete Werbeinfrastruktur läuft.

CBP bezeichnete die Nutzung als Pilotprojekt, das von 2019 bis 2021 lief und bei der Analyse grenzüberschreitender Kriminalität helfen sollte. Eine spätere Untersuchung des DHS-Generalinspekteurs kam jedoch zu dem Ergebnis, dass CBP, die Einwanderungsbehörde ICE und der Secret Service die Daten illegal für operative Zwecke einsetzten. Ein CBP-Beamter soll das System genutzt haben, um Kollegen ohne dienstlichen Anlass zu überwachen.

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Bereits 2020 hatte das Wall Street Journal erstmals über den Kauf kommerzieller Standortdaten durch CBP und ICE berichtet. Die FTC untersagte dem Datenanbieter Venntel später den Verkauf von Standortdaten, die ohne ausreichende Einwilligung erhoben worden waren.

Trotz der dokumentierten Verstöße setzen US-Behörden den Einkauf fort. ICE erwarb demnach ein System namens „Webloc“, welches ganze Stadtviertel nach Mobiltelefonen scannen und Geräte bis zu mutmaßlichen Wohnadressen zurückverfolgen kann. In öffentlichen Beschaffungsdokumenten sucht die Behörde zudem aktiv nach weiteren Ad-Tech-Datenquellen.

Dass solche Werkzeuge auch für besonders sensible Zwecke einsetzbar sind, zeigte ein früherer Bericht von 404 Media: Demnach lassen sich damit auch Besuche an Abtreibungskliniken nachverfolgen. Ein richterlicher Beschluss ist dafür nicht erforderlich, da die Daten frei auf dem Markt erhältlich sind.

Rund 70 US-Abgeordnete um Senator Ron Wyden haben den DHS-Generalinspekteur kürzlich in einem gemeinsamen Schreiben zu einer erneuten Untersuchung aufgefordert. Eine 2023 ausgesprochene Empfehlung, verbindliche Richtlinien für den Umgang mit kommerziellen Standortdaten zu schaffen, sei bis heute nicht umgesetzt.

„Indem sie sich weigern, Überwachungsunternehmen und zwielichtige Datenbroker auszuschließen, arbeiten die großen Tech-Unternehmen effektiv mit der gesetzlosen Gewalt- und Terrorkampagne der ICE zusammen“, sagte Wyden gegenüber 404 Media. ICE blockiere zudem Aufklärungsbemühungen des Kongresses: Eine angesetzte Anhörung zum Webloc-Kauf sei einen Tag vorher ohne Begründung abgesagt worden. Wyden empfiehlt allen Handy-Nutzern, Adblocker zu installieren, die AdID zu deaktivieren (iOS: Einstellungen, Datenschutz & Sicherheit, Tracking deaktivieren, unter Android: Einstellungen, Google, Alle Dienste, Werbung, Werbe-ID löschen) und Global Privacy Control im Browser zu aktivieren.

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(vza)



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„Made in EU“-Anforderungen: Europa kopiert China … ein bisschen


Die Europäische Kommission stellt ihr Vorhaben für Produkte „Made in EU“ vor – den sogenannten „Industrial Accelerator Act“ (IAA), das „Industriebeschleunigergesetz“. Es soll EU-Hersteller stärken und ihre Marktanteile perspektivisch steigern, auch indem es aus EU-Sicht unfaire Maßnahmen in anderen Staaten adressiert. Durch die Verwebung mit dem Net Zero Industry Act ist die Mischung aus Zielen und Vorgaben allerdings wild geraten.

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Im Kern des vom französischen Binnenmarktkommissar Stéphane Séjourné präsentierten Vorschlags stehen staatliche Stellen als Ankerkunden, die im Regelfall über Ausschreibungen viel Geld ausgeben. Sie sollen künftig helfen, bei CO₂-Zielen und Made-in-Europe-Produkten EU-Standards am Markt zu etablieren. Denn der IAA soll primär Industrien stärken, die ansonsten preislich mit der Nicht-EU-Konkurrenz nicht mithalten könnten. Dabei geht es auch um 30 Millionen Tonnen CO₂-Ersparnis.

Unter den besonderen EU-Schutz sollen deshalb Zement-, Aluminium- und Stahlhersteller fallen, deren Produktion derzeit auf weniger CO₂-Ausstoß umgestellt wird, die aber weltweit preislich nicht konkurrenzfähig sind. Dazu kommen Kernkraft, Photovoltaik, Windenergie, Wärmepumpen, Batterien und Elektrolyseure. Und auch die Autoindustrie, vor allem Zulieferer, soll der IAA stärker behüten: Die öffentliche Hand soll EU-Kriterien etwa bei Elektroauto-Bauteilen und Batterien berücksichtigen.

Wer einen öffentlichen Auftrag ergattern möchte, muss dann nachweisen können, dass die eigenen Produkte den Anforderungen entsprechen. Das können bei Solaranlagen enthaltene EU-Teile sein oder bei Elektroautos für eine Hochschule CO₂-arme Materialien und EU-Bauteile. Die genauen Vorgaben sollen in Anhängen zu dem Gesetz geregelt werden, die später auch einfacher anpassbar sind.

„Angesichts der beispiellosen globalen Unsicherheit und des unlauteren Wettbewerbs kann die europäische Industrie auf die Bestimmungen dieses Gesetzes zählen“, sagt Séjourné. Er will, dass Europa bei den wichtigen Zukunftsindustrien und den strategischen Grundindustrien wieder größere Marktanteile erlangt.

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Doch so strikt, wie die Ankündigungen klingen, sind sie bei Weitem nicht. Denn der EU-Kommissionsvorschlag hat zum einen große inhaltliche Lücken. „Künstliche Intelligenz und Rechenzentren spielen quasi keine Rolle“, stellt etwa der CDU-Bundestags-Digitalpolitiker Ralf Brinkhaus fest. „So bleiben wir gegenüber den USA, Indien und China nicht wettbewerbsfähig.“

Auch angedachte Vorgaben gehen Betroffenen zu weit: Die Energiewende würde ausgebremst und Energiepreise könnten steigen, warnt etwa Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Kommunalen Unternehmen (VKU). Anders als ihre private Konkurrenz müssten dessen Mitglieder als staatliche Akteure die Kriterien erfüllen. Liebing fordert daher stattdessen sektorübergreifende Made-in-EU-Standards.

Dabei gibt es zahlreiche Rückausnahmeregelungen – denn die EU will mit ihrem Vorhaben keine Handelspartner provozieren. Wer also vergleichbare Standards zu jenen der EU einhält, wird so wie Made-in-EU behandelt. Tatsächlich zielt ein großer Teil der Maßnahmen unausgesprochen auf vergleichbare Vorgaben in den USA und vor allem China, wo solche „Lokalisierungsvorgaben“ teils seit vielen Jahren Gesetz sind.

Und auch bei einem dritten Teil des Industriebeschleunigergesetzes hat sich die EU-Kommission von anderen Ländern inspirieren lassen: den Vorgaben für Investitionen durch Nicht-EU-Ausländer in Batterien, Elektroautos, Photovoltaik-Technologie oder kritische Rohstoffe. Wer mehr als 100 Millionen Euro in der EU investieren will und zugleich aus einem Staat mit mehr als 40 Prozent weltweitem Marktanteil kommt, soll künftig vier von sechs Kriterien erfüllen, die alle das gleiche Ziel haben: Wertschöpfung in der EU zu halten. Vergleichbare Vorgaben kennen China und die USA ebenfalls.

Wie der „Industrial Accelerator“ nun tatsächlich auf seinem Weg durch die EU-Institutionen vorankommt oder ob er erst einmal zwischengeparkt wird, hängt nicht zuletzt von den Mitgliedstaaten ab. Die haben extrem divergierende Interessen geäußert. Während die Regierung in Paris das Instrument unbedingt scharf stellen will, hatte Berlin in den vergangenen Monaten bereits vorab die Erwartungen kräftig eingedampft – nicht zuletzt aus Angst vor den Reaktionen aus Peking und Washington. Die EU-Kommission hofft jedenfalls auf eine schnelle Verabschiedung und will bereits nach zwei Jahren prüfen, ob sich das Instrument bewährt oder nachgeschärft werden muss.


(mma)



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