Künstliche Intelligenz
Queeres Projekt will Top-Level-Domain .meow registrieren lassen
Die gemeinnützige Stiftung dotMeow will eine eigene generische Top-Level-Domain (gTLD) ins Leben rufen. Ziel der Aktion sei, queere Sichtbarkeit im Internet zu stärken und zur Finanzierung queerer Projekte beizutragen, schreiben die Aktivisten auf ihrer Website. Der Name .meow rekurriere auf die Anfangszeiten des Internets, als das Web noch außergewöhnlich, lustig und absurd gewesen sei.
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Ab April 2026 muss eine Registrierung der Domain .meow bei der Domainverwaltung Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) beantragt werden. Um die letzten Kosten der Domainregistrierung zu decken, hat die Non-Profit-Organisation eine Crowdsourcing-Kampagne auf der Plattform Kickstarter gestartet. Das Spendenziel von 80.000 Euro wurde bereits erreicht.
Sollte die Beantragung der Domain .meow bei der ICANN Erfolg haben, könnte .meow 2027 online gehen. Ab dann will die queer-geführte, nicht profitorientierte Stiftung dotMeow den Großteil der Einnahmen jeder neu registrierten .meow-Domain queeren Menschen, Unternehmen und Projekten zugutekommen lassen. Anfänglich wolle man noch keine eigene Domain-Registry betreiben, sondern mit einem etablierten Domain-Registrar zusammenarbeiten. Später solle dann der Betrieb eines eigenen Domain-Registry-Services erfolgen, schreibt die Initiative auf ihrer Website.
Neue gTLD-Vergaberunde der ICANN für April 2026 geplant
Domainregistrierungen sind kostspielig und überhaupt äußerst selten möglich. 2012 nahm die ICANN zuletzt Anträge für neue generische Top-Level-Domains im Rahmen ihres New gTLD-Programms entgegen. Damals kostete der Antrag auf eine gTLD 185.000 US-Dollar. Dennoch waren vor rund vierzehn Jahren fast 2000 Anträge für neue Top-Level-Domains eingegangen. Besonders Städtenamen wie .berlin, .wien oder .hamburg waren in der Vergangenheit beliebt. Bislang sind insgesamt 1438 Top-Level-Domains registriert. Das geht aus einer von der ICANN bereitgestellten Liste in Textform hervor.
Mitte Dezember vergangenen Jahres kündigte die ICANN eine neue Vergaberunde für generische Top-Level-Domains an. Ab 30. April 2026 eröffnet die Netzverwaltung ihr Verfahren für neue Internetadressen. Zu den Erfordernissen zählt diesmal erneut ein vergleichsweise hohes Budget der Antragsteller. Allein die Bewertungsgebühr beträgt 227.000 US-Dollar pro Antrag.
Neu ist allerdings das Applicant Support Program (ASP) der ICANN, das bereits im November 2024 gestartet ist. Ziel des ASP ist es, die Beantragung einer neuen gTLD für Antragsteller zugänglich zu machen, die ansonsten aufgrund von finanziellen Ressourcenbeschränkungen nicht in der Lage dazu wären. Als sogenannte qualifizierte Bewerber für das ASP gelten laut Website des gTLD-Programms der ICANN gemeinnützige oder zwischenstaatliche Organisationen, indigene Gruppen oder Kleinunternehmen aus weniger entwickelten Volkswirtschaften. Diese können die Kosten einer gTLD-Registrierung nach erfolgter Prüfung um 75 bis 80 Prozent reduzieren. Damit fallen dann nur noch etwa 35.000 bis 56.000 Dollar pro gTLD-Antrag an.
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.meow-Domain nicht die erste queere TLD
Die Domain .meow wäre nicht die erste queere TLD. Die Domainn .gay wurde etwa bereits im Zuge der ersten Vergaberunde des gTLD-Programms im Jahr 2012 als sogenannte Community-Bewerbung von dem US-Unternehmen Dotgay LLC eingereicht. Saudi-Arabien hatte damals frühzeitig Einspruch erhoben. Im Oktober 2014 wurde der Antrag der Dotgay LLC von der ICANN abgelehnt. Die Verbindung zwischen dem Begriff .gay mit der Community der Schwulen und Lesben sei nicht zwingend, urteilte die ICANN damals. Infolge der Ablehnung als Community-Domain sollte .gay unter den vier angetretenen Bewerbern versteigert werden.
Die Dotgay LLC legte 2015 im Rahmen eines sogenannten Reconsideration Request Einspruch bei der ICANN ein, der ebenfalls mehrfach abgelehnt wurde. Im Mai 2019 wurde die Domain .gay letztlich zugelassen und das US-Unternehmen Top Level Design als Domain-Registrar anerkannt, nachdem alle Mitbewerber ihre Gebote zurückgezogen hatten.
.gay wird in einigen Ländern seitdem gezielt blockiert. Anstelle einzelner Domains blockieren sie gleich eine ganze TLD. Das will .meow umgehen. Die Domain sei ein subtiles Zeichen der Solidarität, das nur Eingeweihte verstehen würden, schreibt das queere Projekt auf seiner Website.
(rah)
Künstliche Intelligenz
Erster US-Bundesstaat geht gegen xAI und Grok wegen sexualisierter KI-Bilder vor
Der US-Bundesstaat Kalifornien ist die erste offizielle Stelle der USA, die sich mit den sexualisierten KI-Bildern von Frauen und Kindern auf Elon Musks Online-Plattform X beschäftigt. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta leitete am Mittwoch eine Untersuchung zu der Verbreitung von sexuell explizitem Material ein, das mit Grok, einem von xAI entwickeltem KI-Modell, generiert wurde. Zuvor hatten bereits andere Staaten und die EU entsprechende Schritte angekündigt oder eingeleitet.
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Denn auf X kann Grok von Nutzern aufgefordert werden, KI-Bilder zu erstellen oder Fotos per KI zu verändern. Das haben einige User offenbar dazu verwendet, um Bilder bekleideter Frauen und Kinder in entkleidetem Zustand zu generieren – ohne Wissen oder Einverständnis der abgebildeten Personen. Eine 24-stündige Analyse ergab, dass X-Nutzer jede Stunde tausende öffentlich zugängliche sexualisierte Deepfakes erstellt haben. Im Rahmen ihrer Ermittlungen gegen das Unternehmen hat die EU wegen Groks KI-Bildern von Kindern den Druck auf Elon Musks X erhöht. Mittlerweile haben Indonesien und Malaysia als erste Staaten Grok wegen dieser sexuellen Deepfakes gesperrt.
Elon Musk sieht keine Kinder-Deepfakes
Elon Musk zeigt sich überrascht und erklärte vor einigen Stunden auf X, dass ihm „keine Nacktbilder von Minderjährigen bekannt sind, die von Grok generiert wurden, absolut keine“. Dem Tech-Milliardär zufolge „weigert sich Grok bei der Anfrage zur Bildgenerierung, illegale Inhalte zu erstellen, da es sich grundsätzlich an die Gesetze des jeweiligen Landes oder Bundesstaates hält“. Sollten Nutzer etwa „per Hackerangriff“ Grok trotzdem dazu verleiten, würde der Fehler umgehend behoben.
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsome sieht dies anders und bezeichnet „die Entscheidung von xAI, eine Plattform für Pädophile zu schaffen und zu betreiben, auf der sie nicht einvernehmliche, sexuell explizite KI-Deepfakes verbreiten können, darunter auch Bilder, die Kinder digital entkleiden“, in einem Beitrag auf X als „abscheulich“. Deshalb hat er den kalifornischen „Generalstaatsanwalt aufgefordert, unverzüglich gegen das Unternehmen zu ermitteln und xAI zur Rechenschaft zu ziehen“.
Dem ist Rob Bonta umgehend nachgekommen und hat eine entsprechende Untersuchung von xAI eingeleitet. „Die Flut von Berichten, die detailliert über das nicht einvernehmliche, sexuell explizite Material berichten, das xAI in den letzten Wochen produziert und online veröffentlicht hat, ist schockierend“, erklärt Bonta laut Pressemitteilung. „Ich fordere xAI dringend auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um ein weiteres Fortschreiten dieser Entwicklung zu verhindern. Wir dulden in keiner Weise die KI-gestützte Erstellung und Verbreitung von nicht einvernehmlichen intimen Bildern oder Material mit Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch.“
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Briten haben ein Deepfake-Gesetz, Deutschland will eines
In Großbritannien ist man bereits einen Schritt weiter. Dort sollen Apps, die Menschen digital entkleiden, verboten werden. Aufgrund der Aktivitäten von Grok auf X werden die britische Regierung und Medienaufsicht gegen Grok aktiv und wollen ein neues Gesetz durchsetzen. Dass X die Möglichkeit zur Bildgenerierung vor wenigen Tagen auf kostenpflichtige Accounts beschränkt hat und die Bildgenerierung weitgehend verweigert, sei nach Ansicht der britischen Technologieministerin „nicht annähernd genug“. Es sei eine Beleidigung für die Opfer, wenn man sage, der Dienst sei weiterhin abrufbar, man müsse nur dafür bezahlen.
Auch in Deutschland wird der Ruf nach strengeren Regeln gegen KI-generierte Sex-Bilder laut. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig will härter gegen das Erstellen und Verbreiten mit Künstlicher Intelligenz erzeugter sexualisierter Bilder vorgehen. Die Betroffenen sollen besser vor solchen KI-Bildmanipulationen geschützt werden und Hubig verlangt, das „Strafrecht noch einmal nachzuschärfen“. Zudem erstellt ihr Ministerium „derzeit den Entwurf für ein digitales Gewaltschutzgesetz“, das Strafen für Deepfakes vorsieht, die die Persönlichkeitsrechte von Betroffenen verletzen.
Soweit ist Kalifornien noch nicht. Generalstaatsanwalt Bonta hat gestern keine Einzelheiten über den Umfang der Untersuchungen von xAI und Grok genannt und ob strafrechtliche Vorwürfe dazu gehören.
(fds)
Künstliche Intelligenz
England: Fehler von Copilot trug zu Stadionverbot für israelische Fans bei
Nach dem umstrittenen Ausschluss der Fans des israelischen Fußballvereins Maccabi Tel Aviv von einem „Europa League“-Spiel gegen Aston Villa in England hat der zuständige Polizeichef jetzt eingeräumt, dass die Entscheidung maßgeblich von einer KI-Halluzination beeinflusst worden war. Demnach hatte eine mithilfe von Microsofts Copilot erstellte Risikoanalyse der Polizei für den Stadtrat von Birmingham auf ein vorheriges Match von Maccabi bei West Ham United Bezug genommen, das es nie gegeben hat.
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Bisher hatte der Polizeichef eine Verwendung von KI bei zwei Auftritten im Parlament abgestritten und erklärt, dass der falsche Verweis Folge einer fehlerhaften Google-Suche beziehungsweise Recherche auf Social Media gewesen sei. Erst jetzt sei er darauf aufmerksam geworden, dass die Microsoft-KI den Fehler produziert habe. Dafür entschuldige er sich aufrichtig. Die Angelegenheit hat sich in Großbritannien längst zu einem handfesten Skandal entwickelt und beschäftigt am Mittwoch erneut das Parlament.
Noch viel mehr Probleme
Die Partie Aston Villa gegen Maccabi Tel Aviv wurde am 6. November ausgetragen. Fans aus Israel waren aus Sicherheitsgründen nicht ins Stadion gelassen worden. Das hatte für erhebliche Kritik gesorgt; Israels Außenminister sprach von einer „beschämenden Entscheidung“. Aston Villa selbst hatte erklärt, dass die zuständige West Midlands Police vorab Sorge um die öffentliche Sicherheit geäußert hatte. Die nötigen Sicherheitszertifikate seien nicht ausgestellt worden. Die fehlerhafte Risikoanalyse war damals nicht öffentlich bekannt, stattdessen wurde auf das Risiko israelkritischer Proteste in der Stadt hingewiesen.
Nachdem bekannt geworden ist, dass in der Analyse auf eine Partie verwiesen wurde, die es nie gegeben hat, wurde der Polizeichef zweimal im britischen Parlament befragt. Beide Male hat er die naheliegende Vermutung, dass eine „KI-Halluzination“ dafür verantwortlich war, zurückgewiesen. Vor seinem dritten Auftritt musste er das nun revidieren, hier hat er erstmals auf Microsofts Copilot verwiesen. Der Verweis auf die nie durchgeführte Partie ist laut dem Guardian nur ein Teil des Problems, an der Polizeibehörde wird in dem Zusammenhang auch andere Kritik geübt. Das Eingeständnis macht aber einmal mehr deutlich, welche Folgen die kritiklose Verwendung von KI-generierten Inhalten haben kann und wie weit die schon verbreitet ist.
Die Risikoanalyse selbst ist derweil noch nicht öffentlich, berichtet die BBC. Der Nachrichtensender selbst zitiert aber einen Abgeordneten, der die fragliche Passage schon Anfang Dezember vorgelesen hat. Dort heißt es, dass das Spiel gegen West Ham am 9. November 2023 das bislang letzte des israelischen Vereins in Großbritannien gewesen sei. Der Abgeordnete habe dann erklärt, dass er erwarten würde, dass nach so einem Bericht intern Erkundigungen eingeholt würden, wie sich die „Hooligans“ denn damals verhalten hätten. Das hätte dann niemand beantworten können, „denn das Spiel hat ja nicht stattgefunden“. Solch eine Recherche ist also offensichtlich unterblieben. Bislang gibt es aber auch keine Hinweise darauf, dass der halluzinierte Verweis ursächlich für die Absage war.
(mho)
Künstliche Intelligenz
Amazfit Active 2 Square im Test: Der beste Fitness-Tracker mit GPS
Stilvoll, präzise und trotzdem günstig: Die Amazfit Active 2 Square bietet GPS, Offline-Karten, NFC und lange Akkulaufzeit.
Wer eine smarte Sportuhr mit umfangreichen Trainingsfunktionen sucht, muss längst keine 300 Euro ausgeben. Mit der Active 2 Square schickt Amazfit ein Modell ins Rennen, das präzises Gesundheits- und GPS-Tracking, lange Akkulaufzeit und einen attraktiven Preis vereinen will.
Schon die Amazfit Active 2 mit rundem Zifferblatt konnte im Test überzeugen. Das rechteckige Square-Modell bietet nun ein großes Display mit Saphirglas und ergänzt die Ausstattung um NFC. Ob auch die Amazfit Active 2 Square ein echter Preis-Leistungs-Kracher ist, zeigt der Test.
Design & Tragekomfort
Beim Design der Active 2 Square orientiert sich Amazfit erkennbar an der Apple Watch, setzt mit leicht abgerundeten Kanten und einer minimal ovalen Gehäuseform aber eigene Akzente. Auf der rechten Seite sitzen zwei schmale, unauffällige Tasten, die die Touchbedienung sinnvoll ergänzen.
Das Gehäuse besteht aus Edelstahl, das mitgelieferte Lederarmband aus schwarzem Leder mit Metallschließe. Zusätzlich legt Amazfit ein Silikonarmband mit Kunststoffschließe in markentypischem Orange bei – praktisch für Sport, Schwimmen oder schweißtreibende Einheiten.
Verarbeitung und Materialanmutung fallen insgesamt hochwertig aus. Mit 31,4 g Gewicht und 9 mm Gehäusedicke trägt sich die Smartwatch angenehm am Handgelenk. Dank 5-ATM-Zertifizierung ist sie zudem gegen Wasser geschützt und eignet sich auch für Schwimmen oder Duschen.
Display
Das 1,75-Zoll-AMOLED-Display soll laut Amazfit eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits erreichen. Messungen konnten wir im Test zwar nicht durchführen, subjektiv wirkt der Wert auf höchster Stufe jedoch plausibel. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt das Display gut ablesbar, die automatische Helligkeitsregelung arbeitet zuverlässig.
Mit 390 × 450 Pixeln und 341 PPI bewegt sich die Auflösung im üblichen Rahmen für Smartwatches dieser Größe. Farben werden kräftig und kontrastreich dargestellt, ohne dabei unnatürlich zu wirken.
Einrichtung & Bedienung
Die Amazfit Active 2 Square wird über die kostenlose Zepp-App von Amazfit eingerichtet, die im Apple App Store und bei Google Play bereitsteht. Die Ersteinrichtung erfolgt per Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone und ist schnell erledigt. Im Anschluss installiert die App automatisch das aktuelle Systemupdate – nach wenigen Minuten ist die Smartwatch einsatzbereit.
Die Bedienung erfordert zunächst etwas Eingewöhnung, da die seitlichen Tasten anders belegt sind als bei vielen anderen Smartwatches. Nach kurzer Zeit geht die Steuerung jedoch intuitiv von der Hand. Eingaben über Tasten und Touchscreen werden zuverlässig und ohne spürbare Verzögerungen umgesetzt.
Training & Fitness
Die Amazfit Active 2 Square richtet sich klar an aktive Nutzer und bietet mit mehr als 160 Sportmodi eine riesengroße Auswahl an Trainingsprofilen. Klassische Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Wandern werden per GPS aufgezeichnet, ein integriertes Höhenbarometer unterstützt unter anderem beim Skifahren. Trotz der Vielzahl an Modi wirken die Profile sinnvoll abgestimmt: Die erfassten Daten unterscheiden sich je nach Sportart deutlich und gehen über reine Dauer- und Pulswerte hinaus.
Ein Highlight ist der von Amazfit bekannte Hyrox-Race-Modus, mit dem sich einzelne Stationen während eines Rennens separat erfassen lassen. Zusätzlich steht ein eigenes Hyrox-Trainingsprofil bereit. Eigene Workouts lassen sich in der Zepp-App planen und über das Krafttrainingsprofil mit Wiederholungen, Sätzen und Pausen tracken. Die Übungsauswahl fällt sehr umfangreich aus und ist übersichtlich nach Kategorien sortiert. Die automatische Übungserkennung funktioniert meist zuverlässig, gelegentlich ist jedoch eine manuelle Korrektur nötig.
Sowohl das integrierte GPS als auch der optische Herzfrequenzsensor überzeugen im Test. Zwar unterstützt das GPS kein Dualband, die aufgezeichneten Strecken weichen in der Praxis aber kaum von der tatsächlichen Route ab. In der Zepp-App können zudem eigene Routen erstellt und zur Navigation auf die Uhr übertragen werden.
Auch die Pulsmessung liefert stimmige Ergebnisse. Im Vergleich mit einem Brustgurt bleiben die Abweichungen selbst bei stark schwankender Herzfrequenz gering und bewegen sich größtenteils im einstelligen Bereich.
Schlaf & Gesundheit
Die Amazfit Active 2 Square bietet ein umfangreiches Schlaf-Tracking, das sowohl den Nachtschlaf als auch tagsüber eingelegte Nickerchen erfasst. Im Test arbeitet die Erkennung überwiegend zuverlässig: Einschlaf- und Aufwachzeiten werden genau registriert, einzelne Wachphasen jedoch nicht immer eindeutig erkannt. Die ermittelte Schlafbewertung deckt sich weitgehend mit dem subjektiven Empfinden.
In der Zepp-App finden sich zudem Auswertungen zur Schlafregelmäßigkeit, praktische Tipps zur Verbesserung der Schlafqualität sowie die Möglichkeit, Gewohnheiten vor dem Zubettgehen und die Stimmung beim Aufwachen zu dokumentieren.
Zu den Gesundheitsfunktionen zählen außerdem eine kontinuierliche Überwachung von Herzfrequenz, Atmung und Blutsauerstoffsättigung. Bei auffälligen Messwerten informiert die Uhr per Warnhinweis. Eine EKG-Funktion fehlt, was angesichts des Preises jedoch nicht überraschend ist.
Weniger überzeugend fallen die Funktionen zur weiblichen Gesundheit aus. Zwar bietet die Zepp-App ein Zyklus-Tracking mit Prognosen zu Periode, fruchtbaren Tagen und Eisprung, weiterführende Eingaben wie Symptome außerhalb der Periode oder die Körpertemperatur sind jedoch nicht vorgesehen.
Weitere Features
Die Amazfit Active 2 Square unterstützt den kostenlosen KI-Sprachassistenten Zepp Flow, der per Natural Language Processing mit dem Nutzer interagiert. Damit lassen sich Nachrichten per Sprachdiktat beantworten, Funktionen der Uhr per Sprachbefehl steuern oder Fragen wie zur Wettervorhersage stellen. Auch aktuelle Trainingsdaten können abgefragt werden. Im Test funktionierte die Spracherkennung zuverlässig, einfache Befehle und Anfragen wurden sauber erkannt.
Dank integriertem Mikrofon und Lautsprecher können Anrufe direkt über die Uhr angenommen und geführt werden. Voraussetzung ist allerdings eine bestehende Bluetooth-Verbindung zum Smartphone, da die Active 2 Square weder eSIM noch LTE unterstützt.
Die Amazfit Active 2 Square bietet kein natives Google Maps, unterstützt Navigation jedoch auf zwei Wegen. Einerseits lassen sich Abbiegehinweise von Google Maps per Smartphone-Benachrichtigung auf die Uhr spiegeln, andererseits können über die Zepp-App Offline-Karten sowie GPX-Routen auf die Uhr geladen werden, die dann mit visueller Navigation und optionaler Sprachausgabe genutzt werden. Ergänzend stehen Drittanbieter-Apps zur Verfügung, die die Anzeige von Navigationshinweisen verbessern, jedoch ebenfalls ohne vollständige Google-Maps-Kartenansicht auskommen.
Abstriche müssen Nutzer beim Thema Musik machen: Ein interner Musikspeicher fehlt, die Uhr dient lediglich zur Steuerung der Wiedergabe auf dem Smartphone. Dafür ist kontaktloses Bezahlen per NFC über Zepp Pay an Bord. Es lassen sich bis zu acht Bankkarten auf der Uhr hinterlegen, allerdings wird der Dienst in Deutschland bislang nur von einer begrenzten Zahl an Banken unterstützt.
Akku
Amazfit gibt die Akkulaufzeit der Active 2 Square mit bis zu zehn Tagen an. Im Test erreichten wir ohne Always-On-Display, bei aktivierten Benachrichtigungen und drei jeweils rund 90-minütigen Trainingseinheiten – zwei davon mit GPS – eine Laufzeit von etwa acht Tagen. Das ist ein sehr ordentlicher Wert und für diese Preisklasse absolut überzeugend. Das vollständige Aufladen über die mitgelieferte Ladeschale dauert etwas mehr als eine Stunde.
Preis
Amazfit verkauft die Active 2 Square in einer Farbvariante mit schwarzem Lederarmband, ein orangefarbenes Kunststoffarmband liegt bei. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 150 Euro, der Straßenpreis liegt bei 136 Euro.
Fazit
Die Amazfit Active 2 Square ist eine interessante Option für alle, die eine sportlich orientierte Smartwatch mit soliden Smart-Funktionen suchen, ohne viel Geld auszugeben. Mit einem Preis von deutlich unter 150 Euro bietet sie gemessen am Funktionsumfang und der gebotenen Qualität ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das macht sie für uns derzeit zum besten Fitness-Tracker mit GPS – streng genommen handelt es sich sogar um eine vollwertige Sportuhr.
Wer auf eine EKG-Messung verzichten kann und Amazfit-typische Einschränkungen wie die überschaubare Auswahl an Zusatz-Apps oder die eingeschränkten Bezahlfunktionen akzeptiert, erhält mit der Amazfit Active 2 Square eine überzeugende Uhr. Besonders für Hyrox-Athleten ist sie einen Blick wert: Der von Amazfit integrierte Race-Modus hebt sich von der Konkurrenz ab und stellt einen echten Mehrwert dar.
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