Künstliche Intelligenz
l+f: WhisperPair – Bluetooth-Attacke auf Fast-Pairing

IT-Sicherheitsforscher haben sich Bluetooth-Geräte mit Unterstützung von Googles Fast-Pair-Protokoll für die einfache und schnelle Kopplung angesehen. Dabei sind sie auf fehlerhafte Umsetzungen gestoßen. Das ermöglicht unter Umständen, Geräte als Wanzen zu missbrauchen oder in einigen Fällen auch deren Tracking mittels Googles „Mein Gerät Finden“-Netzwerk.
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Heutzutage brauchen Sicherheitslücken für die bessere Wiedererkennbarkeit einen Codenamen, daher haben die IT-Forscher ihr den Spitznamen „WhisperPair“ verpasst und dazu eine eigene Webseite online gebracht. Dort fassen sie ihre Funde auch übersichtlich zusammen.
Übernahme von Bluetooth-Zubehör mit Fast Pairing
Um einen Fast-Pair-Vorgang zu starten, sendet ein Seeker (etwa Smartphone) eine Nachricht an den Provider (BT-Zubehör), um anzuzeigen, dass er das Pairing wünscht. Sofern der Provider nicht im Pairing-Modus ist, soll er laut Spezifikation solche Nachrichten nicht beachten. „Viele Geräte scheitern jedoch, diese Prüfung in der Praxis vorzunehmen und erlauben so nicht autorisierten Geräten, den Pairing-Prozess zu starten“, erklären die IT-Analysten. Nach dem Empfang einer Antwort von einem verwundbaren Gerät können Angreifer den Fast-Pair-Prozess durch Einrichtung eines herkömmlichen Bluetooth-Pairings abschließen (CVE-2025-36911, CVSS 7.1, Risiko „hoch“).
Das ermöglicht Angreifern, das Verbinden von anfälligem Fast-Pair-Zubehör wie drahtlosen Kopfhörern oder Earbuds etwa mit einem Laptop zu erzwingen. Angreifer erhalten dadurch volle Kontrolle über das Zubehör, wodurch sie etwa Musik abspielen oder Gespräche über das integrierte Mikrofon mitschneiden können. Angriffsversuche gelangen den IT-Sicherheitsforschern innerhalb von zehn Sekunden aus Entfernungen bis zu 14 Metern. Physischer Zugriff auf verwundbare Geräte ist dazu nicht nötig.
Ein weiterer Angriff gelang den IT-Forschern auf solche Bluetooth-Geräte, die noch nicht zuvor einen Pairing-Vorgang mit anderen Geräten abgeschlossen haben. Sofern sie das Google „Mein Gerät finden“-Netzwerk unterstützen, können Angreifer das Zubehör auf ihrem eigenen Konto zuordnen und damit dessen Standort tracken. Opfer erhalten jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit in solch einem Fall eine Warnung, dass sie getrackt werden, was die Standardeinstellung von Android ist.
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Der praktische Schweregrad der Lücken ist vielleicht nicht ganz so groß, wie zunächst anzunehmen ist. Aus bis zu 14 Metern Entfernung bei freier Sicht könnte man Gespräche sicherlich auch einfacher direkt oder mit kleinem Richtmikrofon belauschen. Vor ungewolltem Tracking warnt das Smartphone potenzielle Opfer zeitnah – solche Tracking-Warnungen vom Smartphone sollten Handybesitzer besser ernst nehmen. Die Gerätehersteller sollten verwundbare Implementierungen zügig mit Software-Aktualisierungen absichern.
(dmk)
Künstliche Intelligenz
Weltweiter Interpol-Schlag gegen Cybercrime: 45.000 IP-Adressen offline
Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat eine große Operation unter Beteiligung von 72 Ländern, darunter die Schweiz, Frankreich und Griechenland, durchgeführt. Deutschland war nicht beteiligt. Insgesamt 45.000 IP-Adressen und Server wurden dabei offline genommen und 94 Personen festgenommen, gegen 110 weitere laufen Ermittlungen.
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Demnach lief die Operation mit dem Namen Synergia III vom 18. Juli vorigen Jahres bis 31. Januar dieses Jahres, wie Interpol jetzt mitteilte. Durch gezielte Auswertung von Daten und länderübergreifende Zusammenarbeit konnten die jeweiligen Polizeibehörden vor Ort tätig werden und unter anderem Hausdurchsuchungen durchführen. Es wurden zahlreiche Server und andere Hardware beschlagnahmt.
Lovescamming, Betrugs-Websites und Kreditkartenbetrug
Explizit nennt Interpol drei Ermittlungserfolge in Bangladesh, China und Togo. So wurden in Chinas Sonderverwaltungszone Macau mehr als 33.000 Phishing- und Betrugswebsites identifiziert, welche sich als Online-Casinos oder offizielle Websites von Banken, Behörden und Zahlungsdienstleistern ausgaben. Ziel der Betrüger ist es demnach, dass Opfer über die betrügerischen Websites versuchen, Geld auf ihre Konten einzuzahlen oder ihre persönlichen Daten und Kreditkartendaten preisgeben.
In Bangladesch nahm die Polizei 40 Verdächtige fest und stellte 134 elektronische Geräte sicher. Beides stehe in Zusammenhang mit verschiedenen Betrugsformen, darunter Betrug mit Krediten, Stellenausschreibungen, Identitätsdiebstahl und Kreditkartenbetrug.
In Togo hob die Polizei einen Betrugsring in einem Wohngebiet aus und schnappte zehn Verdächtige. Einige von ihnen kümmerten sich demnach um technische Aufgaben wie den unbefugten Zugriff auf Social-Media-Konten, andere führten Social-Engineering-Betrugsmaschen wie Liebesbetrug und Sextortion durch. Auf dem afrikanischen Kontinent hatte es bereits im Februar eine großangelegte Razzia gegen Cyberkriminalität mit hunderten Festnahmen gegeben.
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(nen)
Künstliche Intelligenz
XPO-Formfaktor: Neue Optikmodule von Arista mit bis zu 12,8 Tbit/s
Der Ausbau von KI-Backendnetzwerken führt zu deutlich steigenden Anforderungen an Bandbreite, Port-Dichte und Energieeffizienz der Netzwerkhardware. Arista hat für solche Anwendungsszenarien mit XPO (eXtra-dense Pluggable Optics) einen neuen Modulansatz veröffentlicht, der mit einer Bandbreite von 12,8 Tbit/s eine höhere Packungsdichte ermöglicht.
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Aktuell werden in KI-Rechenzentren meist die Bauformen Quad Small Form Factor Pluggable – Double Density (QSFP-DD) und Octal Small Form Factor Pluggable (OSFP) genutzt. Sie erreichen bereits Übertragungsraten von 400G und 800G. Mit der wachsenden Größe von KI-Clustern steigen jedoch sowohl die Leistungsaufnahme als auch die Anforderungen an die physische Packungsdichte der Optik weiter an.
Mit der Skalierung von GPUs wächst auch die Anzahl der benötigten Netzwerkverbindungen erheblich. Ebenfalls steigt die Leistungsaufnahme der optischen Module, was die Kühlung der Switch-Front-Panels erschwert. Dadurch entstehen neue Anforderungen an Optik-Bauformen, die sowohl eine höhere Port-Dichte als auch effizientere Kühlung ermöglichen müssen.
Weniger Platzbedarf, mehr Leistung
Ein XPO-Modul soll laut Arista künftig acht OSFP-Transceiver ersetzen können und dadurch die Durchsatzrate je Höheneinheit im Rack deutlich erhöhen. Dazu nutzt das Modul 64 Kommunikationskanäle (Lanes).
Die neue Modulvariante erhöht auch die Port-Dichte an der Switch-Front und reduziert gleichzeitig die Gesamtzahl der Komponenten im Netzwerk. In großen KI-Infrastrukturen kann dies dazu beitragen, den Platzbedarf und die Komplexität der Netzwerkarchitektur zu verringern.
Flüssigkühlung für zukünftige Netzwerk-Hardware
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Ein weiterer Trend ist die zunehmende Nutzung von Flüssigkühlung im Rechenzentrum. Während bisher vor allem GPUs und CPUs flüssigkeitsgekühlt werden, wird diese Bauweise künftig auch relevanter für Netzwerkkomponenten und deren Zubehör, wie in diesem Fall optische Module.
Das XPO-Moduldesign berücksichtigt diese Entwicklung bereits, indem es Kühlstrukturen integriert, die an Flüssigkühlsysteme angeschlossen werden können. Dadurch lassen sich deutlich höhere Leistungsaufnahmen der Module bewältigen und gleichzeitig niedrigere Betriebstemperaturen erreichen.
Neben der höheren Integrationsdichte zielen neue Optikdesigns auch auf eine bessere Energieeffizienz und höhere Zuverlässigkeit ab. Eine effizientere Kühlung reduziert die Betriebstemperaturen der Komponenten und kann dadurch die Lebensdauer der Module verlängern. Gleichzeitig führt eine geringere Anzahl an Einzelkomponenten zu weniger potenziellen Fehlerquellen innerhalb der Infrastruktur.
Ausblick
Um die Interoperabilität zwischen Herstellern sicherzustellen, wird ein Multi-Source Agreement (MSA) für XPO avisiert. Es handelt sich dabei um eine Vereinbarung zwischen verschiedenen Herstellern, um einheitliche Standards für Bauform und elektrische sowie optische Schnittstellen von Glasfaser-Transceivern (z. B. SFP, SFP+, QSFP) festzulegen. Eine Liste der teilnehmenden Hersteller soll in der kommenden Woche auf der dafür eingerichteten Website bereitstehen. Module sollen dann ab 2027 verfügbar sein, erklärte Arista auf Anfrage der iX-Redaktion.
(axk)
Künstliche Intelligenz
Claude: Anthropic führt interaktive Diagramme und Visualisierungen ein
Wer dem KI-Chatbot Claude komplexe Fragen stellte, bekam bislang zuweilen Antworten zurück, die mit einer Grafik einfacher zu verstehen gewesen wären. Mit einer neuen Funktion liefert Anthropic jetzt für alle Nutzer die Möglichkeit, dass anstelle von Text interaktive Diagramme, Charts oder Visualisierungen angezeigt werden.
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Die Grafiken sind direkt in den Chat eingebettet und nicht, wie bei den Artifacts, in einer separaten Anzeige zu finden. Anthropic betont, dass sie nur temporär sind. Sie verändern sich also oder verschwinden im Gesprächsverlauf wieder. Die Funktion wurde bereits im Herbst 2025 als „Imagine with Claude“ angekündigt und ist jetzt in die öffentliche Beta-Phase übergegangen. Artifacts sind in Claude bereits länger etabliert: Dabei handelt es sich um vom Chatbot erstellte Dokumente, Anwendungen oder Tools, die dauerhaft in einem separaten Seitenpanel angezeigt werden und sich herunterladen oder teilen lassen.
Anthropic schraubt an der Formatierung
Ein Beispiel für die Anwendung der neuen Visualisierungen ist ein Zeitstrahl, der historische Ereignisse strukturiert und aufklappbar aufbereitet. Die Funktion kann auch ein Periodensystem darstellen oder zur Simulation des Schattenwurfs ein entsprechendes interaktives Modell anlegen. Teilweise entscheidet der Chatbot selbst, wann er Antworten visualisiert. Nutzer können ihn aber auch explizit dazu auffordern.
Die neue Funktion ist automatisch aktiviert. Sie steht überdies sowohl zahlenden Kunden als auch Nutzern der kostenlosen Variante zur Verfügung. Sie reiht sich ein in weitere Bemühungen von Anthropic, die Antworten des KI-Assistenten multimodaler zu gestalten.
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(mki)
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