Künstliche Intelligenz
30 Jahre Java – Interview mit Community-Vertretern (Teil 4)
In den vergangenen 30 Jahren hat sich eine rege Community im Java-Umfeld gebildet. Ich habe im Laufe des Jahres 2025 einige deutschsprachige Vertreter zu ihren Erfahrungen befragt. Die Resonanz war überwältigend. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben. In diesem vierten Teil kommen Michael Simons (Java Champion), Stefan Zörner (Buchautor und Mitglied der Apache Foundation), Markus Eisele (Java Champion), Dirk Weil (Buchautor) und Michael Vitz (Java Champion) zu Wort.
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Falk Sippach ist bei der embarc Software Consulting GmbH als Softwarearchitekt, Berater und Trainer stets auf der Suche nach dem Funken Leidenschaft, den er bei seinen Teilnehmern, Kunden und Kollegen entfachen kann. Bereits seit über 15 Jahren unterstützt er in meist agilen Softwareentwicklungsprojekten im Java-Umfeld. Als aktiver Bestandteil der Community (Mitorganisator der JUG Darmstadt) teilt er zudem sein Wissen gern in Artikeln, Blog-Beiträgen, sowie bei Vorträgen auf Konferenzen oder User Group Treffen und unterstützt bei der Organisation diverser Fachveranstaltungen. Falk twittert unter @sippsack.
Java prägt viele Entwickler und Entwicklerinnen seit ihren ersten Schritten in der IT – und hat in dieser Zeit Höhen, Tiefen und mehrere Neuerfindungen erlebt. Die folgenden Antworten spiegeln persönliche Anfänge, prägende Erlebnisse, kritische Momente und eine Einordnung von Javas Rolle in der heutigen Softwareentwicklung wider. Abschließend wagen sie einen Blick nach vorn: mit Tipps für die eigene Weiterentwicklung und Erwartungen an Java in den kommenden Jahren.
Wann und mit welcher Version bist du erstmals mit Java in Berührung gekommen?
Michael Simons: Produktiv, also gegen Geld Software mit Java entwickelt um 2003, mit J2SE 1.4. Während des Studiums mal kurz J2SE 1.2 oder 1.3 angefasst, aber meine Ausbildung war sehr C- und Fortran-90-lastig.
Stefan Zörner: Ich habe bis 1998 an der Uni Münster Mathematik studiert und am Ende Übungsgruppen in Informatik betreut. Da wurde 1996/97 ganz frisch Java eingesetzt. Ich habe es mit den Leuten aus meinen Übungsgruppen zusammen gelernt, Version 1.0 war das.
Markus Eisele: Ich denke, es muss J2SE 1.2 gewesen sein. So um 1999.
Dirk Weil: Das war die allererste Version 1.0 – ich glaube, im Jahr 1996. Wir haben damals einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, um die Entwicklung von Java zu beobachten und darüber zu diskutieren.
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Michael Vitz: Das erste Mal in Berührung mit Java bin ich noch in meiner Schulzeit in der Oberstufe gekommen. Dort konnte ich für ein Jahr Informatik als Fach belegen. Dort begann, erst mit JavaKara und anschließend mit der Bibliothek „Stifte und Mäuse“, mit Java 1.4 und IBM Jikes als Compiler, meine lange Reise im JVM-Ökosystem.
Was war rückblickend dein schönstes Erlebnis mit der Sprache oder dem Ökosystem Java?
Michael Simons: „Dein schönstes Erlebnis mit einer Programmiersprache …“ – ich finde die Frage ein wenig irritierend. Emotional am schönsten war sicherlich, dass ich durch Java überhaupt in ein größeres Open-Source-Ökosystem eintauchen konnte. Mein damaliger Arbeitgeber war primär ein Oracle-Shop, das heißt, wir haben viel Oracle-Tools, wie Forms und Designer, genutzt, und darin gab es damals wenig Gelegenheit, Open Source zu machen. Über Java bin ich in die Spring-Welt gekommen und habe mir dort einen Namen gemacht und konnte 2016 das erste Mal auf einer internationalen Konferenz über Springs Autokonfiguration sprechen. Das hat mein Leben sehr bereichert und auch beeinflusst. Es ist nicht bei Spring geblieben, ich war auch einer der ersten Sprecher über jOOQ, und konnte so meine „Liebe“ für Java und deklarative Abfragesprachen in die Welt tragen. Seit fast sieben Jahren arbeite ich im Open-Source-Umfeld. Ohne Java und eine offene, inklusive Community wäre mein Leben zumindest in beruflicher Hinsicht ganz anders verlaufen.
Stefan Zörner: Ich habe später viel im Unternehmensumfeld entwickelt, in meiner IBM-Zeit vor allem in Versicherungen, da war J2EE angesagt. Die Vereinfachung vieler Dinge durch Hibernate und vor allem Spring war tatsächlich eine kleine Offenbarung. Die Bücher von Spring-Vater Rod Johnson habe ich gerne gelesen.
Markus Eisele: Sicherlich die Community. Ich habe früh in meiner Karriere damit begonnen, mein Wissen aus Projekten weiterzugeben, und ich kann mich noch sehr gut an die ersten Vorträge über Struts und J2EE erinnern, die ich im Rahmen von freitäglichen Infoveranstaltungen gehalten habe. Auf diesem Weg ging ich weiter in Richtung internationaler Konferenzen und hatte das Glück, auch mal auf der JavaOne zu sprechen. Das schönste Erlebnis war sicherlich, die Geburt der JavaLand begleiten zu dürfen und der Sprache auch hierzulande eine große Plattform bieten zu können.
Dirk Weil: Mit Java hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass ich nicht der Erste war, der ein Problem hatte. Es gab nun eine Community, die sich gegenseitig unterstützte und Lösungen verteilte. Das hatte ich vorher mit C und C++ nicht erlebt. Dazu kam die damals noch rasante Entwicklung von Server-Produkten wie BEA WebLogic oder JBoss. Damit traf Java exakt den Punkt der Revolution von Anwendungen weg vom meist lokalen Client-Server-Modell hin zu global verfügbaren Webanwendungen.
Michael Vitz: Auf der persönlichen Ebene sicher meine Ernennung zum Java Champion Anfang 2021. Seitdem darf ich Mitglied in einer Gruppe sein, in der viele Menschen sind, deren Arbeit ich jahrelang verfolgt und geschätzt habe. Und ich erwische mich immer noch mit dem Gedanken, dass ich als kleines Licht dort eigentlich nicht hingehöre. Aus einer professionellen Sicht gibt es sehr viele schöne Erlebnisse, aber nicht das eine. Jede Anwendung und jedes Problem, die ich, auch weil mir ein solches Ökosystem zur Seite steht, mit Java lösen konnte und die anschließend Mehrwert liefert, lösen in mir positive Gefühle aus.
(Bild: DOAG)

Vom 10. bis 12. März 2026 findet die JavaLand-Konferenz statt. In diesem Jahr zieht die Community-Konferenz in den größten deutschen Freizeitpark, den Europa-Park Rust. Das Programm bietet knapp 130 Vorträge in 13 Themenbereichen.
Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Was hat dich negativ beeinflusst beziehungsweise was war ein unschöner Moment im Java-Umfeld?
Michael Simons: Ein, zwei menschliche Enttäuschungen, die auf die widersinnige Annahme zurückzuführen sind, dass „alle“ Menschen in einem positiven Umfeld generell positiv sind beziehungsweise sich auch in meinem Wertekosmos bewegen. Das hat aber weniger mit der Sprache als solcher zu tun.
Stefan Zörner: Umgekehrt die Mühen, die man mit J2EE und speziell EJB 1.0 hatte. Eigentlich wollte ich nur eine Entität persistieren. Die rituellen Handlungen beim Deployment waren erheblich. Das Ganze wurde erst durch die Einflüsse von Spring und Hibernate auch in Java EE besser.
Markus Eisele: Mich persönlich stört die rigorose Handhabung des Trademarks von Oracle. Durch das konsequente Verfolgen von jeglichen Aktivitäten, die den Begriff „Java“ im Namen tragen, ist die Community immer gezwungen, alternative Wege zu gehen und es gibt kaum ein aktives Community-Mitglied, welches da nicht seine unschönen Erfahrungen gesammelt hat. Hier wurde und wird weiterhin sehr viel Vertrauen und Wertschätzung für einen durchaus fragwürdigen Gegenwert verspielt.
Dirk Weil: Die sehr zähe Weiterentwicklung von Java EE in den Jahren ab 2016 war sehr irritierend. Das ging teilweise bis zur Einschätzung, dass Java EE tot sei. Der Umstieg auf Jakarta EE mit seinem eher juristisch verordneten Paketnamenswechsel und dem damit verbundenen Breaking Change in der Plattform setzte da sogar noch einen drauf.
Michael Vitz: Zum Glück kann ich mich nicht bewusst an einen negativen Moment erinnern. Natürlich gab es, aufgrund des Pluralismus im Ökosystem, immer mal wieder Scharmützel zwischen Bibliotheken, Werkzeugen oder Frameworks, aber aus meiner Sicht haben diese sich stets in Grenzen gehalten und sind selten unter die Gürtellinie gerutscht oder sehr persönlich geworden. Auf das JDK selbst hat wohl primär die Einführung des Modulsystems und der damit für einige etwas kompliziertere Wechsel auf JDK 9 negativen Einfluss gehabt. Aber auch das ist jetzt schon fast acht Jahre her.
Glaubst du, dass Java auch nach 30 Jahren noch relevant ist? Welche Rolle spielt Java deiner Meinung nach in der modernen Softwareentwicklung, insbesondere im Vergleich zu anderen Sprachen und Technologien?
Michael Simons: Ja, definitiv. Vor über 20 Jahren habe ich bereits Java Stored Procedures in eine Oracle-Datenbank deployed. Programme und Applikationen, die ich vor zehn Jahren geschrieben habe, sind immer noch im Betrieb. Unsere Open-Source-Module sind weltweit im Einsatz. Einige der erfolgreichsten IDEs dieses Planenten sind in Java geschrieben. All die Versicherungs- und Bankensoftware wird sich nicht von alleine warten oder durch generierten Code ersetzt werden. Ich mache mir da wenige Sorgen. In den letzten zwei, drei Jahren habe ich für mich viel Python geschrieben. Zusammen mit dem Pink-Database-Design-Paradigma, das Datenbanken in den Mittelpunkt stellt, ist es eine ungeheuer leichtgewichtige und schnelle Alternative für kleine bis mittelgroße Applikationen. Ich möchte das nicht missen. Aber, wenn ich an einen größeren Einsatz denke, möchte ich auch nicht auf die Stabilität von Java, die sensible Evolution, das annähernd komplette Ökosystem, die sehr guten Buildtools und vieles mehr verzichten.
Selbst im Bereich LLMs gibt es auf GraalVM basierende Lösungen, die schnelle, lokale Inferenz ermöglichen. Das ist meines Erachtens erheblich viel mehr wert als in anderen Sprachen geschriebene Ketten von HTTP-Calls, um mit LLMs und GPTs zu agieren. Bei der Frage nach Vergleichen sehe ich förmlich, wie du auf den Bereich Data Engineering und Education zielst: Bezüglich Data Engineering wird Java maximal von SQL überholt, nicht von Python. Die Python-Scripts und Notebooks sind schön für explorative Auswertungen, das stimmt, aber damit nehmen sie Java nichts weg. Bezüglich Education: Mit Java 24 ist es einfacher denn jemals zuvor, mit einer einzelnen Main-Methode zu starten, ohne Klassenzeremonie.
Stefan Zörner: Ja. Dafür sorgt schon die schiere Menge an Software, die in Java geschrieben ist und auch heute immer noch insbesondere in großen Unternehmen entsteht. Innovation findet tendenziell woanders statt, aber die Java-Welt greift viele Dinge auf.
Markus Eisele: Das ist gerade im aktuellen Hype rund um künstliche Intelligenz und Python natürlich eine sehr gute Frage. Was ich täglich mit Kunden erlebe, ist, dass es ein jahrelang gewachsenes Vertrauen in die Betreibbarkeit und Qualität von Java-basierten Anwendungen gibt. Die JVM als Runtime und auch die Sprache haben sich konsequent weiterentwickelt und bieten für nahezu alle Anwendungsfälle geeignete und performante Antworten. Dieses Vertrauen müssen sich andere Plattformen erst verdienen. Ich vergleiche das auch gerne mal mit Laufschuhen. Es gibt wahnsinnig gut aussehende, mit allerlei Schnickschnack und tollen Sohlen, aber ganz am Ende kann man erst nach vielen Kilometern dann den Unterschied wirklich ausmachen. Ähnlich sehe ich auch die Zukunft von Java. Vorsichtige Modellpflege mit einem Blick auf die wirklich wichtigen Funktionen unter konsequenter Weiterentwicklung der Laufzeitperformance erhält Java den Vorsprung. Noch für viele Jahre.
Dirk Weil: Ich halte Java weiterhin für sehr relevant und tragfähig. Die mittlerweile recht zügige Weiterentwicklung der Sprache selbst wie auch die breite Unterstützung für Server-Frameworks – Jakarta EE, Spring Boot, Quarkus und so weiter – sind für mich ein starkes Zeichen für ein lebendiges Ökosystem. Das finde ich bei anderen Sprachen nicht in der gleichen Qualität.
Michael Vitz: Wer weiß schon, wie die Welt in 30 Jahren aussieht? Gerade in einer Zeit, in der wir mit KI eine Technologie erleben, die das eine oder andere auf den Kopf stellt, und das sehr rasant. Unter der Annahme, dass Beobachtungen aus der Vergangenheit auch in der Zukunft gelten, gibt es in 30 Jahren sicher noch Java-Anwendungen. Ob diese dann eher den Stellenwert wie heute C oder COBOL haben, vermag ich aber nicht zu sagen. Ich gehe aber davon aus, dass es mit Sicherheit noch Menschen gibt, die dann Geld mit Java verdienen können. In der modernen Softwareentwicklung spielt Java sicherlich heute eine größere Rolle. Die Verbreitung über die letzten Jahre und auch die stete Weiterentwicklung, bei gleichzeitiger hoher Kontinuität und Kompatibilität, machen sich hier bezahlt. Und auch wenn diese deswegen vereinzelt etwas langsamer ist als in anderen Sprachen, braucht sich Java im Feature-Vergleich und vor allem mit dem großen Ökosystem nicht zu verstecken. Die wohl aktuell größten Baustellen der langsameren Startzeit und des höheren Arbeitsspeicherverbrauchs sind bekannt und werden an diversen Stellen angegangen. Insofern bin ich auch hier guter Dinge, dass Java weiterhin eine solide Wahl ist.
Künstliche Intelligenz
#TGIQF: Das Resident-Evil-Quiz | heise online
Am 22. März 1996 erschien der erste Teil der Resident-Evil-Reihe für die damals brandneue Sony Playstation und schlug ein wie eine Bombe. Zwar gab es schon vorher Survival-Horror-Games, aber Capcoms Spiel verband geschickt ein Gameplay mit vielen Schockeffekten und fiesen Zombies mit damals innovativer 3D-Grafik. Das brachte bei vielen Spielern wie nie zuvor das Blut in Wallung und wurde zum Welterfolg.
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Zunächst war es als Nachfolger des Spiels „Sweet Home“ gedacht, welches hierzulande völlig unbekannt ist, weil es 1989 fürs Nintendo Famicon ausschließlich in Japan erschien. Da die Spieleschmiede allerdings nicht mehr die Rechte dafür besaß, entwickelten sie ein eigenes Spiel, was aber einige Anleihen an sein Vorbild hat, wie etwa das Spielszenario in einem Herrenhaus.

„Thank God It’s Quiz Friday!“ Jeden Freitag gibts ein neues Quiz aus den Themenbereichen IT, Technik, Entertainment oder Nerd-Wissen:
In dreißig Jahren erschienen bis 2026 neun Hauptteile und mehrere Ableger. Ab 2002 kamen diverse Filme dazu. Wie viele sind es? Und wie tauchen die berühmt-berüchtigten Zombiehunde auf? Das wollen wir von Ihnen wissen, in unserem kleinen Quiz frei Haus ins Wochenende.
Auch diesmal gab es in der heiseshow von Moderatorin Anna Bicker drei Fragen vorab an die Stammkräfte Dr. Volker Zota und Malte Kirchner: Sie gruselten sich ordentlich bei der einen oder anderen Frage, kamen aber insgesamt gut durch.
Sie können in Ruhe in 10 Fragen maximal 100 Punkte erreichen. Die Punktzahl kann gern im Forum mit anderen Mitspielern verglichen werden. Halten Sie sich dabei aber bitte mit Spoilern zurück, um anderen Teilnehmern nicht die Freude am Quiz zu verhageln. Lob und Kritik sind wie immer gern gelesen.
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Bleiben Sie zudem auf dem Laufenden und erfahren Sie das Neueste aus der IT-Welt: Folgen Sie uns bei Mastodon, auf Facebook oder Instagram. Und schauen Sie auch gern beim Redaktionsbot Botti vorbei.
Und falls Sie Ideen für eigene Quizze haben, schreiben Sie einfach eine Mail an den Quizmaster, aka Herr der fiesen Fragen.
(mawi)
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Product Owner Days 2026: Drei Workshops und mehr als 20 Talks
Nach zwei erfolgreichen Ausgaben richten die Veranstalter iX und dpunkt.verlag die Product Owner Days bereits zum dritten Mal aus: Am 5. und 6. Mai 2026 bietet die Präsenzkonferenz in Köln ein vielfältiges und praxisnahes Programm an zwei Tagen mit mehr als 20 Vorträgen. Die Konferenztickets sind bereits ausverkauft, doch Kombi-Tickets in Verbindung mit einem von drei Workshops sind noch buchbar. Allerdings sind die Plätze begrenzt.
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Zielgruppe der Konferenz sind Product Owner und Produktmanagerinnen, die Erfahrung in ihrer Rolle mitbringen und ihre Fähigkeiten weiter ausbauen möchten.
Die Workshops: KI-gestützte Produktdesigns, Produktstrategie und Produktvisionen
Am 4. Mai 2026 finden im Rahmen der Konferenz drei ganztägige Workshops in Präsenz statt.

Ralf Lethmate und Gregor Sälker
KI verändert die Rolle von Product Ownern und Product Managern grundlegend. Im Workshop von Ralf Lethmate und Gregor Sälker (beide it-agile) entwickeln die Teilnehmenden in Zweierteams eine voll funktionsfähige Web-App – ohne selbst zu programmieren, aber mit KI-Einsatz. Dafür sind keine Programmierkenntnisse, jedoch fundiertes Produktmanagement-Handwerk erforderlich. Wer hier teilnimmt, sollte Nutzerprobleme verstehen und in klare Anforderungen übersetzen können sowie ein sicheres Gespür für User-Flows besitzen.

Tim Herbig
Tim Herbig (Product-Management-Coach und Keynote-Speaker auf der Konferenz) zeigt in seinem Workshop, wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu strategischer Klarheit für ihr Produkt gelangen. Sie lernen Tools für Strategieprozesse und Zusammenarbeit kennen und erfahren, wie sie klare Ziele erarbeiten können, die auf Firmenprioritäten einzahlen und dabei den Fortschritt dieser strategischen Entscheidungen messen. Wer bei diesem Workshop mitmachen möchte, sollte bereits von Produktstrategie-Ansätzen oder dem Zusammenspiel von Strategie und Zielen gehört haben.

Dominique Winter
Wie man Produktvisionen entwickeln und nutzt, ist Thema des Workshops von Dominique Winter (Die Produktwerker). Statt abstrakter Produktvisionen erarbeitet er gemeinsam mit den Teilnehmenden Schritt für Schritt nicht nur tragfähige Visionen, sondern auch griffige Product Vision Statements. Um vom Workshop zu profitieren, sollte man bereits praktische Erfahrung in der Arbeit an digitalen Produkten mitbringen, etwa in der Priorisierung von Product Backlogs oder der Zusammenarbeit mit Entwicklungsteams.
Praxisnahe Vorträge und ein interaktives Abendprogramm
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Das Konferenzprogramm der Product Owner Days wurde durch den Programmbeirat aus Expertinnen und Experten kuratiert und besteht aus zwei Tracks an zwei Tagen, mit 20 Vorträgen und vier Keynotes.
Auszug aus dem Programm:
- Als Produktmanager ohne Macht führen
- KI im Product-Owner-Alltag
- Human-Centered Research unter echten Bedingungen
- Bau dir dein eigenes agiles Framework
- Product Design x Product Management: Wer macht was – und was macht AI?
- Wie aus chaotischem Monitoring ein gutes Produkt wurde
Am ersten Konferenztag wird es zudem ein inhaltliches, interaktives Abendprogramm unter Moderation von Dominique Winter geben: den Experience Market. Dieser bringt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz in einen offenen Austausch. An thematisch kuratierten Stationen diskutieren sie praxisnahe Fragestellungen, teilen Erfahrungen aus ihrem Arbeitsalltag und entwickeln gemeinsam neue Perspektiven auf aktuelle Herausforderungen im Produktmanagement. Im Dialog statt Frontalvortrag entsteht damit ein Raum für kollektives Lernen, Vernetzung und Inspiration.
Jetzt noch zugreifen und Kombi-Ticket sichern
Die regulären Konferenztickets sind bereits ausverkauft, jedoch gibt es eine Warteliste. Noch verfügbar sind limitierte Kombitickets für Konferenz und einen Workshop zum Preis von 1649 Euro pro Person (alle Preise zzgl. 19 % MwSt.) sowie reine Workshop-Tickets für 698 Euro. Darin inbegriffen sind jeweils das Catering während der Konferenz- und Workshoptage sowie das Abendprogramm mit Buffet am ersten Konferenzabend.
Wer über die Product Owner Days auf dem Laufenden bleiben möchte, kann die Konferenz-Website aufsuchen und dort den Newsletter der Dachmarke inside agile abonnieren.
(mai)
Künstliche Intelligenz
Reiche plant umfangreiche Änderungen am EEG – auch zu Einspeisevergütungen
Die Bundesregierung will Ernst machen mit einigen der bereits geplanten Änderungen bei der Energiewende. Aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums wurden am Freitagnachmittag viele Details zu den nun geplanten Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz und den vorgesehenen Verfahren für Stromanschlüsse bekannt. Damit würden sich wichtige Parameter der Energiewende ändern – vor allem zulasten kleinerer Erzeuger von Strom aus Photovoltaik.
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Direktvermarktung soll Einspeisevergütung ausstechen
Es gehe um „klügere“ Erneuerbare, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. 20 Prozent billiger soll der weitere Ausbau aus Staatssicht so werden – mindestens. Was sich über die vergangenen Wochen und Monate bereits abgezeichnet hatte, wird nun konkreter gefasst: Die Bundesregierung sieht keinen Förderbedarf für private PV-Anlagen mehr, da diese sich auch ohne Förderung bei hohem Eigenverbrauchsanteil zeitnah rentieren würden.
Die feste Einspeisevergütung soll daher nun dauerhaft der Direktvermarktung weichen, bei der im Kern der Börsenstrompreis die Vergütung für eingespeisten Strom darstellt. Wie das gerade für kleinere Anlagen künftig genau aussehen soll, ist auch im Ministerium von Katherina Reiche (CDU) noch nicht ausbuchstabiert. Klar aber ist: Aufdach-PV ist der Energieministerin in Summe zu teuer – größere Freiflächen-Anlagen wie etwa auf Feldern sollen stattdessen künftig der Weg sein.
Haus-PV-Anlagen: Eigenverbrauch soll Mittagsbauch vertreiben
Für kleine und mittlere Photovoltaik-Anlagen soll künftig ein einheitlicher Fördersatz gelten, heißt es aus dem BMWE. Das offizielle Ziel der Operation: Netzdienlichkeit. Kleine Anlagen sollen ihre Einspeiseleistung künftig zur Mittagszeit drosseln müssen – auf maximal 50 Prozent. Damit will das Wirtschaftsministerium vor allem die Nutzung von Speichern anreizen – ob zur Selbstnutzung oder zur verzögerten Einspeisung. Inwiefern derartige dezentrale Speicherkapazitäten tatsächlich sinnvoller und netzdienlicher sind als größere Speicherkapazitäten an Knotenpunkten, das erklärt das BMWE bislang nicht.
Netzanschlüsse sollen priorisiert werden
Eine der größten Änderungen betrifft dabei neben jeder Art von Batteriespeicher und Erzeugeranlagen auch Rechenzentren: Das gesamte Verfahren für Netzanschlüsse soll überarbeitet werden. Im Energie- und Wirtschaftsministerium will man statt dem bisherigen First Come, First Served-Windhundprinzip nun unter anderem auf „Reifegrade“ setzen, also den tatsächlichen Projektplanungsstand. Auch Reservierungsgebühren sollen künftig eine Rolle spielen.
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Was auch viele kleinere Projekte eher positiv stimmen könnte: Die Betreiber sollen künftig konkrete Rückmeldefristen einhalten müssen und mehr Transparenz über vorhandene Kapazitäten, Reservierungen und Freigaben geben müssen. Zudem sollen die Betreiber anhand vorgegebener Kriterien Projekten höhere und geringere Prioriäten einräumen können. Hier sollen die Regeln aber nicht dem einzelnen lokalen Verteilnetzbetreiber überlassen sein, sondern grundsätzlich von den Übertragungsnetzbetreibern kommen. Diese sollen überregionale Probleme und Dispatchingmaßnahmen im Blick behalten.
Formaler Kapazitätsnotstand soll Entschädigungen verhindern
Das Dispatchen von Kapazitäten in Teilnetzen ist dabei für die BMWE-Führungsebene offenkundig einer der Hauptgegner: Derzeit, heißt es aus dem Haus, würden unnützerweise Entschädigungen für Anlagen in abgeregelten Bereichen fällig, zugleich aber Ausgleichskapazität bezahlt. Genau das soll sich ändern. Eine der weiteren Ideen des Wirtschafts- und Energieministeriums ist deshalb der sogenannte „Redispatch-Vorbehalt“: Betreiber von Verteilnetzen sollen Abschnitte ihres Netze künftig als zu schwach („kapazitätslimitiert“) markieren dürfen. Damit soll zwar der Ausbau erneuerbarer Energien nicht verboten werden – aber wenn Erzeugungsanlagen dann abgeregelt werden, soll das künftig keinerlei Entschädigungszahlung mehr nach sich ziehen. Außerdem will das BMWE künftig regional unterschiedliche Baukostenzuschüsse erheben – dafür soll die Bundesnetzagentur zuständig werden.
Sowohl die konkreten Gesetzestexte für ein „Erneuerbare-Energien-Gesetz 2027“ als auch für die Reformen bei den Netzanschlüssen wurden bislang noch nicht vorgelegt. Im parlamentarischen Verfahren im Bundestag ist dabei eine intensive Auseinandersetzung mit Teilen der Opposition zu erwarten.
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