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Ein konsequentes „Sowohl als auch“ von der d3con 2026


Ralf Scharnhorst berichtet von der d3con zur Zukunft des digitalen Marketings, bei der Werbungtreibende nicht nur auf eigene Daten setzen, sondern auch ihren Umgang mit Plattformen erklären.

Großes Kino – das ist die Veranstaltung ohnehin, weil sie im CinemaxX am Dammtor stattfindet. Blockbuster-untypisch dominierten aber in 2026 eher die Zwischentöne. Das digitale Marketing ist nicht die Lösung aller Probleme, aber fest etabliert und weiterhin kompliziert im Detail.

Der Cookie lebt

Besonders stark auf den Panel-Diskussionen vertreten waren die Werbung treibenden Unternehmen, denn nur durch sie kommt das Geld in den Markt. Und jeder Euro Werbebudget will gerechtfertigt und optimiert werden. Wenn das Ziel ist, direkt im Internet zu verkaufen, dann sind es dafür immer noch die Cookies. Parship beispielsweise macht viel Umsatz durch Affiliate Marketing und misst den Erfolg mit First Party Cookies. Sie lassen es ihre Affiliates noch einmal mit deren Third Party Cookies abgleichen, die naturgemäß geringere, aber korrelierende Zahlen ausweisen. Am langen Ende des Kund:innennakquisetrichters schaltet Parship auch viel TV-Werbung. Deren Wirkung lässt sich am besten mit Media Mix Modelling messen.
Die Diskussion, in welchen Kanälen am besten geworben werden sollte, ist eine der ältesten auf Marketing-Konferenzen – und bleibt trotzdem immer spannend.

TV lebt

Nivea ist in anderen Märkten noch nicht so stark wie in Deutschland, sondern „Challenger Brand“ – und findet seine Zielgruppen in Südeuropa oft noch in analogem TV, das dort noch stark genutzt und günstig einzukaufen ist. Cosnova bewirbt auch Kosmetik, aber hier führt die gleiche Meinung „Wir gehen dahin, wo unsere Nutzer sind“ zum gegenteiligen Ergebnis: „Social first“. Am besten für Nagellack funktionieren Tutorials auf YouTube.

„Money follows margin“, aber „money should follow eyeballs“, fordert Bernd Fauser von YouTube und kritisiert damit die weiterhin intransparenten Preise und Rabatte der TV-Vermarkter:innen. Das kontert Melissa Manav von Nivea geschickt:

Money follows margin, aber unserer: es muss mit kommerziellem Erfolg verbunden werden.

Media Mix Modelling ermöglicht granulare Optimierung auf den inkrementellen ROI. Jeder Mediaplan wird bei Nivea vorab vom MMM verprobt, also im voraus die Ergebnisse prognostiziert, wodurch auch mehrere Alternativen verglichen werden können.

Bewegtbild wird immer mehr digital mit Werbung bestückt. Netflix will Fandom kreieren und damit das werden, was TV-Sender früher waren, Spotify hat Video-Podcasts aufgebaut. Die Kund:innen wollen möglichst viele Menschen gleichmäßig erreichen – in der Praxis müssen sie aber über drei DSP-Partner:innen einbuchen, um die maximale Netto-Reichweite zu bekommen und können dann die Frequenz der Werbekontakte pro User nicht mehr einheitlich messen.

Das Panel zum Thema Programmatic im Streaming, mit Benjamin Bunte, Melissa Manav, Carolin Heise, Jannis Poestges, Tanja Leutschacher und Bern Fauser (von links nach rechts), © d3con
Das Panel zum Thema Programmatic im Streaming, mit Benjamin Bunte, Melissa Manav, Carolin Heise, Jannis Poestges, Tanja Leutschacher und Bern Fauser (von links nach rechts), © d3con

Kritik trifft die Technologie-Anbieter:innen: Es sei „unverschämt, wie viel Geld in der Technologie verloren geht und wie wenig beim Publisher ankommt“. Vor allem, weil auch einfache Targeting-Kriterien wie das Geschlecht bei einer Überprüfung oft nur zu 60 Prozent stimmen.

Wie abhängig sind wir von den Plattformen? Und welche sind das?

Universal Music wirbt für jede:n Künstler:in einzeln. Dabei sammeln sie E-Mail-Adressen und können so mit eigenen Daten arbeiten. Auf den unterschiedlichen Plattformen haben sie über 1.000 Custom Audiences für ihre Künstler:innen angelegt. Dort sind diese praktisch ewig haltbar, weil die User ihren Log-in nicht wechseln – im Gegensatz zu Cookies, die irgendwann gelöscht werden. Seinen Datenschatz öffnet Universal Music auch für Kooperationen mit anderen Marken wie beispielsweise FIAT. Ein Geheimtipp: Präzise Naming Conventions sind entscheidend, um die Daten auch nach Jahren noch gebrauchen zu können.

Ähnlich und doch ganz anders ist Unilever abhängig von Plattformen: Für Marken wie Knorr sind Retail-Media-Anbieter:innen sind die nächsten Walled Gardens. Wenn sie die Kampagne ausspielen, dann haben sie alle Daten von der Netto-Reichweite über Ad Impressions und Klicks bis hin zu Sales. Und weil Sales für Fast Moving Consumer Goods hauptsächlich offline an der Ladenkasse stattfinden, wird eine Loyality-Kund:innenkarte oder -App gebraucht, die dort mitmisst. Daten gewissermaßen zu mieten statt zu besitzen kann durchaus günstiger sein.

Das noch junge Segment Retail Media sollte aber noch Standards entwickeln, damit ein gemessener Verkauf auch bei allen Händler:innen das gleiche bedeutet, so Lukas Märtin von Unilever. Und wenn am Eingang von REWE mit Video auf Stelen geworben wird, kann das auch als Branding wirken – Unilever misst diesen Effekt am Ausgang der Supermärkte mit Befragungen. Als Trend lässt sich verallgemeinern, dass Kampagnen noch kleinteiliger und auch kurzfristiger werden. Ford beispielsweise hat auf die jüngste Elektroautoförderung der Bundesregierung am gleichen Tag reagiert.

Bülent Inci, Felix Janzen und Lukas Märtin diskutieren mit Ralf Scharnhorst datengetriebene Marketing-Erfolge, © d3con
Bülent Inci, Felix Janzen und Lukas Märtin diskutieren mit Ralf Scharnhorst datengetriebene Marketing-Erfolge, © d3con

AI als Chance und Risiko

AI bleibt ein Thema, das in der gesamten Konferenz präsent war. Hier nur drei kurze Sichtweisen:

Wir kommen von Google als Orientierungshilfe zu chatGPT als Vormund,

sagt Sven Hasselmann von der Deutschen Bahn. Holger Dohmen von Ford befürchtet, das Social Media durch die Überflutung mit AI-Fake-Videos das letzte Vertrauen verliert – sieht das aber auch als eine Chance für die redaktionellen News Publisher. Die Runde der Agenturen sah sich aufgrund von KI unter Kostendruck – und muss die wirklichen Effizienzvorteile dadurch aber erst noch erwirtschaften.

Networking auf der d3con
Networking auf der d3con, © d3on

Das Fazit

Während sie weiter Daten sammeln, geben die Advertiser die Datenmacht an die Plattformen ab. Das sind aber nicht nur Google, Meta und TikTok, sondern auch die Retail-Media-Anbieter:innen und Loyality Apps, die einfach tiefer gehende Daten erheben können.

Marketing bleibt in Bewegung – also ist es wichtig, dass wir uns auf Konferenzen darüber austauschen. Sehen wir uns wieder auf der d3con am 16. und 17. März 2027? Noch gibt es besonders günstige Tickets.


d3con 2026:

CTV, Social Boosts und Money follows the margin

d3con-Banner am Kino, Personen stehen davor bei Sonnenschein
Kinoreifes Entertainment für die Programmatic-Branche bei der d3con 2026, © d3con via Canva





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Neuer Markenauftritt & Claim-Revival: Flens – so erfrischend und humorvoll kann Bierwerbung sein


In den neuen Flens-Spots ist erstmals ein Dachmarkenlogo zu sehen

Eigentlich läuft es ganz gut bei der Flensburger Brauerei. Gemessen am Umsatz war 2025 das beste Jahr ever, auch wegen der treuen Stammkundschaft. Bloß bei jungen Leuten gibt es noch Luft nach oben. Lösen will man das Problem mit einem neuen Markenauftritt, einem legendären Markenclaim und reichlich Humor.

Fußballfans, die am vergangenen Wochenende die Halbzeitpausen nicht nur für den Getränkenachschub genutzt und damit den einen ode

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Wechsel von Statista: Arne Wolter wird neuer CEO von Appinio


Arne Wolter ist der neue CEO von Appinio

Die Marktforschungsplattform Appinio bekommt einen neuen Chef – und der bringt viel Erfahrung bei der Skalierung digitaler Geschäftsmodelle mit. Er folgt auf Max Honig, der eine berufliche Auszeit nimmt.

Arne Wolter war zuletzt als Chief Revenue Officer bei Statista für Sales, Marketing, Customer Success und Revenue Operations weltweit verantwortl

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Discounter: Aldi besinnt sich auf Preiswerbung – mit hohem Schweinebauchanteil


Die Aldi-Botschaft für Grillfans: Gutes muss nicht teuer sein

Unter Insidern gilt das Grillgut längst als inoffizieller Indikator für die Konsumstimmung im Lande. Legte sich mancher Familienvater vor einem Jahr noch ein edles Stück Kobe-Rind auf den Smoker, sind in Zeiten von Iran-Krise und Zoll-Zoff eher ein paar Nürnberger gefragt. Das weiß auch Aldi. In seiner neuen Kampagne kehrt der selbsternannte „Erfinder von günstig“ zurück zu seinen Wurzeln.

Spätestens am vergangenen Wochenende, das dank des Maifeiertags nicht nur sonnig, sondern auch ungewöhnlich lang war, wurde die Outdoor-Saison in Deutschland offiziell eröffnet. Aldi nimmt die deutschen Grillmeister und Sommerfest-Hosts nun verstärkt als Zielgruppe ins Visier. Eine gemeinsame Kampagne positioniert Aldi als Marke, die nicht nur eine große Auswahl an Produkten bietet, sondern Gourmet-Momente im Freien auch für jeden Geldbeutel ermöglicht. 

Im Mittelpunkt der Kommunikationsoffensive unter dem Motto „Sommergenuss für alle. Zum Aldi Preis“ stehen gleich vier TV-Spots, die die für Planung und Einkauf zuständige Agentur Publicis Media auf reichweitenstarken Sendern schaltet.  Den Werbefilmen, die die Aldi-Kreativagentur Antoni 99 gemeinsam mit der Filmproduktionsfirma Anorak umgesetzt hat, ist der starke Preisfokus durchaus anzumerken.
Zwar sind in den Commercials zunächst heitere Bilder von Familien zu sehen, die es sich in der Sommeridylle schmecken lassen. Doch spätestens nach 10 Sekunden fliegen in bester Schweinebauch-Manier rabattierte Produkte wie Berner-Würstchen oder Halloumi-Käse ins Bild – visuelle Preismarke inklusive. Noch deutlich höher ist der Anteil der „Schweinebauch-Werbung“ derzeit auf den Digitalkanälen von Aldi. Auf Youtube, Instagram, TikTok und Facebook etwa sind derzeit Commercials zu sehen, in denen Inhouse-Creator:innen von Aldi aktuelle Angebote des Discounters anpreisen und die wegen der Handzettel im Hintergrund wie verfilmte Werbeprospekte daherkommen. 

Aldi lockt Sparfüchse mit Eigenmarken

Eine zentrale Rolle spielen in der Werbeoffensive die Eigenmarken des Discounters. Dass Aldi dabei Markenprodukte teils alt aussehen lässt, ist sicher kein Zufall. So lässt eine junge Frau in einem der Werbefilme etwa Markenprodukte von Coca-Cola ganz bewusst links liegen und entscheidet sich am Ende für River Cola, die Cola-Eigenmarke des Discounters, die mit einem Preis von 39 Cent pro Dose deutlich preisgünstiger ist als das Markenprodukt. „Das ist Gutes für alle – zum Aldi Preis“, bringt eine Sprecherin aus dem Off am Ende die Markenbotschaft auf den Punkt. 

Mit der neuen Werbeoffensive, mit der Aldi neben Food- auch Non-Food-Produkte anpreist, will der Discounter nach eigenen Angaben seine Rolle und Verantwortung als Grundversorger hervorheben. „Mit der Kampagne übersetzen wir unseren Markenkern ‚Gutes für alle‘ in eine moderne, nahbare Kommunikation und zeigen, dass der Aldi Preis nicht nur günstig ist, sondern jedem echte Qualität und Lebensfreude ermöglicht“, bringt es Lukas Klunke, Managing Director Marketing & Communications bei Aldi Nord, auf den Punkt. 
Damit die Botschaft auch bei der Zielgruppe ankommt, spielt Aldi fast auf der gesamten Mediaklaviatur. Neben den TV-Werbeblöcken stehen die Kanäle Online Video, Hörfunk, Display, Social Media, und (Digital)-Out-Of-Home im Mediaplan. Mit der 360-Grad-Kampagne erhöht Aldi den Werbedruck weiter. Das Unternehmen hatte seine Brutto-Ausgaben im ersten Quartal bereits deutlich um 17 Prozent auf knapp 89 Millionen Euro erhöht.

Auch Kaufland gibt kommunikativ Gas

Zum Vergleich: Rewe (minus 35 Prozent), Edeka (minus 40 Prozent) und Lidl (minus 22 Prozent) haben zuletzt eher Werbegeld eingespart. Im Wettstreit um die Sichtbarkeit in den Werbeblöcken scheint derzeit Kaufland der größte Wettbewerber zu sein. Das Schwesterunternehmen von Lidl setzt aber nicht nur auf die klassischen Kanäle, sondern hat längst Social Media als Kommunikationskankal entdeckt. Just in diesen Tagen startet Kaufland eine Kampagne mit Urs Kalecinski. Der Profi-Bodybuilder und Fitness-Influencer trommelt für die High-Protein- und Frischeprodukte des Vollsortimenters und umgarnt damit aktuell dieselbe Zielgruppe wie Edeka. Der Handelsriese hatte erst kürzlich eine Kampagne für seine Sport- und Fitnessmarke Max Balance gestartet.



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