Künstliche Intelligenz
US-Cyberchef fordert Europa zur Tech-Allianz auf
„America First“ gilt auch im Cyberspace. Der höchste Vertreter Trumpscher Cyberpolitik sieht Europa vor der Wahl, sich entweder für US-Technologien zu entscheiden oder für die des Konkurrenten China. Die Souveränität des alten Kontinents steht bei der Münchner Cyber-Sicherheitskonferenz unter dem Motto „Command, Control, Really?“ im Zentrum vieler Debatten.
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Mit einer großen offiziellen US-Delegation meldete sich Trumps Administration bei der am Vorabend der Münchner Sicherheitskonferenz startenden Cyber-Sicherheitskonferenz zurück. Im vergangenen Jahr war das Trump-Team kurz nach der Einführung des US-Präsidenten noch nicht im Amt.
Clean US-Tech-Stack
Sean Cairncross, National Cyber Director im Weißen Haus, kündigte vor großem Publikum in der Industrie- und Handelskammer in München eine diplomatische Initiative für einen „Clean Tech Stack“ an, der auf US-Systemen und denen von Alliierten basiere. Aktuell stünden im Wesentlichen nur US-Technologie und Chinas Tech-Stack zur Wahl, sagte Cairncross. „Ich kann nicht verstehen, wenn man zwischen diesen beiden keinen Unterschied macht.“
Die USA wollten keinen Überwachungsstaat in die Technik gießen und kein Tracking von Dissidenten, warb er für die US-Technologie. Dafür suche man Partner. „America first heißt nicht America alone.“ Cairncross warnte zugleich vor zu hohen Belastungen im Cybersicherheitsbereich für Firmen und stellte „aktive Maßnahmen“ im Fall großer Angriffe in Aussicht.
Europäische Alternativen?
Für Europas Souveränität legte sich vor allem Despina Spanou ins Zeug, Vizechefin der DG CNECT (Directorate-General for Communications Networks, Content and Technology) bei der Europäischen Kommission. Spanou verwies darauf, dass es für Europa um die Abschätzung und Verringerung des Risikos gehe. „Souveränität schließt niemanden aus“, versicherte sie. Aber um die Risiken in der Lieferkette zu verringern, bedürfe es eines „De-Risking“-Konzepts, und „wer in Europa in der Lieferkette sein will, sollte nach unseren Geschäftsregeln spielen.“
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Spanou verwies auf eine längere Liste von Empfehlungen der EU-Kommission, um Risiken zu minimieren, darunter für die 5G-Netze. Weitere, etwa zur KI, würden folgen. Es gehe darum, kritische Abhängigkeiten zu verringern. Dafür investiere man zugleich auch in Unterseekabel sowie in das gerade angekündigte EU-Drohnenprogramm.
Alternative aus Europa
Rolf Schumann, Co-CEO von Schwarz Digits, der IT- und Digitalsparte der deutschen Schwarz Gruppe, versprach dem Münchner Publikum: „Ich bin sehr zuversichtlich, was einen komplett europäischen Stack für Quantencomputing anbelangt.“
Sein Konzern sei gerade als Alternative zum US- und China-Stack angetreten. Schumann hielt den US-Vertretern entgegen: „Geben wir unsere Daten nach China, bekommt sie der Staat dort. Geben wir sie in die USA, bekommen die Firmen sie.“ Man dürfe sich durch US-Lizenzen nicht der Willkür von US-Techkonzernen ausliefern, die er als „legal ransomware“ bezeichnete.
(mki)
Künstliche Intelligenz
Stellantis ruft rund 80.000 Autos wegen Brandgefahr zurück
Der Autokonzern Stellantis hat wegen Brandgefahr in Deutschland rund 80.000 Fahrzeuge verschiedener Marken zurückgerufen. Das teilte ein Sprecher des niederländischen Konzerns auf Anfrage mit. Betroffen sind dem Sprecher zufolge Fahrzeuge der Marken Peugeot, Citroën, DS Automobiles, Alfa Romeo, Jeep, Fiat und Opel. Zuvor hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg Rückrufe mehrerer Stellantis-Marken veröffentlicht, wonach weltweit insgesamt rund 700.000 Fahrzeuge potenziell betroffen seien.
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Zu geringer Aggregate-Abstand
Dem Sprecher zufolge könne bei einigen Fahrzeugen der Modelljahre 2023 bis 2026 der Abstand zwischen Partikelfilterrohr und dem Riemenantriebsgenerator zu gering sein. Bei Nässe bestehe die Möglichkeit, dass ein zu geringer Abstand und „ein möglicher Kontakt zwischen den Komponenten zu einem Eindringen von Wasser führt, wodurch ein Lichtbogen entstehen könnte, der wiederum eine Überhitzung auslösen kann“, teilte der Sprecher mit. Im schlimmsten Fall kann dies zu Brandgefahr im Motorraum führen.
Stellantis informiere die betroffenen Fahrzeughalter und bitte sie, sich mit ihrem Händler in Verbindung zu setzen, um einen Termin zu vereinbaren. Die Abhilfemaßnahmen dauerten etwa 30 Minuten und würden kostenlos durchgeführt.
Mehr über den Stellantis-Konzern und seine Autos
(fpi)
Künstliche Intelligenz
Nvidia: DLSS 4.5 mit dynamischer Frame Generation jetzt verfügbar
Nvidia hat die dynamische Frame Generation als Beta-Feature in der Nvidia-App veröffentlicht. Nutzer können darin nun einerseits die Bildrate bis zu sechsfach statt wie bisher vierfach erhöhen. Interessant ist aber vor allem die Möglichkeit, den Faktor der Frame Generation dynamisch einzustellen, um eine anvisierte Bildrate zu halten. Dynamische Frame Generation ist Teil von Nvidias KI-Suite DLSS 4.5. Voraussetzung ist eine RTX-50-Grafikkarte von Nvidia.
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Bei DLSS Frame Generation legt eine Nvidia-Grafikkarte mithilfe von Bewegungsvektoren künstlich generierte Bilder zwischen normal gerenderte Frames. Dadurch sieht das Spiel flüssiger aus. Das Verfahren hat aber auch einige Nachteile: Die Eingabeverzögerung steigt, zudem können interpolierte Frames Artefakte aufweisen. Deswegen ergibt Frame Generation vor allem dann Sinn, wenn die Ausgangsbildrate oberhalb von 50 FPS liegt – das sorgt für eine spielbare Eingabeverzögerung und macht Artefakte weniger sichtbar.
Faktor wird automatisch richtig eingestellt
Nvidia-Nutzer tun gut daran, den Faktor der Frame Generation mit Bedacht einzustellen. Dabei sind Ausgangsbildrate und die Bildwiederholfrequenz des Monitors die entscheidenden Maßstäbe: Bekommt man bei einem Spiel in der Regel 60 FPS und spielt auf einem 120-Hz-Monitor, sollte man nur zweifache Frame Generation einstellen. Dynamische Frame Generation nimmt Nutzern diese Abwägungen ab und sichert sie zusätzlich gegen Schwankungen der Bildrate ab. Sinkt die Ausgangsbildrate deutlich unter 60, kann dynamische Frame Generation in diesem Fall etwa automatisch vom Faktor 2 auf 3 umstellen.

In der Nvidia-App kann man nun dynamische Frame Generation einstellen. Voraussetzung ist eine RTX-50-Grafikkarte – und Support für das jeweilige Spiel.
(Bild: heise medien)
Um dynamische Frame Generation zu nutzen, muss man die aktuelle Version der Nvidia-App herunterladen und die Beta-Features aktivieren. Anschließend kann man dynamische Frame Generation in den Grafik-Einstellungen der App entweder global oder für individuelle Spiele einschalten. Dazu wählt man im DLSS Override – Frame Generation „dynamisch“ aus. Dort kann man auf Wunsch auch eine anvisierte Bildrate einstellen, standardmäßig geht das System von der maximalen Bildwiederholfrequenz des Monitors aus.
DLSS 5 funktioniert anders
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DLSS 4.5 hat abseits des Namens nichts mit DLSS 5 zu tun, das zuletzt hohe Wellen schlug: DLSS 4.5 nutzt Frame Generation und Upscaling, um die Bildrate von Spielen bei möglichst geringem Qualitätsverlust zu verbessern. DLSS 5 ist dagegen eine Technik, bei der ein KI-Modell aus Farben und Bewegungsvektoren annähernd fotorealistische Grafik mit KI-Touch baut und damit die Optik eines Spiels grundlegend verändert. DLSS 5 kostet Leistung, während vorherige DLSS-Versionen Leistung einsparen sollen.
Das Update der Nvidia-App bringt zudem eine Vorschau von Auto Shader Compilation: ein System, das die Shader bei DirectX-12-Spielen nach Treiber-Updates automatisch neu anlegen soll, damit die Kompilierung beim nächsten Spielstart bereits erledigt ist. Diese Funktion testet Nvidia noch und ist standardmäßig deaktiviert.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
Fake-Samsung-SSD zeigt: SSD-Fälschungen werden immer raffinierter
Gefälschte Marken-SSDs sind nicht mehr immer auf den ersten Blick zu erkennen. Betrüger orientieren ihre Fälschungen immer stärker an Markenprodukten, etwa von Samsung. Das beweist ein Fall, den PC Watch aus Japan zeigt.
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Die Verpackung einer gefälschten Samsung SSD 990 Pro könnte so vom Hersteller selbst stammen. Auch die beiliegende Bedienungsanleitung ist dem Original nahe. Die Aufkleber auf der SSD entsprechen weitgehend Samsungs und sind nicht mehr auffällig groß. Erst ein Blick auf die Platine offenbart die unterschiedliche Bestückung. Das merken allerdings nur Käufer, die sich mit den Spezifikationen auskennen oder das Produkt mit einem Original vergleichen.
So fehlt der gefälschten SSD der DRAM-Speicher für den Cache, und der aufgelötete Controller stammt vom chinesischen Zulieferer Maxio (Modell MAP1602) statt von Samsung. Unter anderem die SMD-Bausteine sind anders platziert.

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Per Tool überprüfen
Im Falle von Samsung-SSDs verschafft ein Blick in das Hersteller-Tool Samsung Magician Klarheit. Die Fälschung meldet sich zwar als SSD 990 Pro, wird allerdings nicht als authentisch erkannt. Statt „Samsung Authenticated“ steht „Non-Samsung“ am Produktnamen. Auch Funktionen wie der Diagnose-Scan stehen dann nicht zur Verfügung.
Bei SSDs von Herstellern ohne Verifizierungs-Tool hilft ein akribischer Abgleich der Platine mit Bildern von echten Modellen. Solche finden sich in Tests seriöser Medien.

Echte Samsung-SSDs verifiziert das Tool Samsung Magician als authentisch.
(Bild: heise medien)
Performance reicht teilweise ans Original
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Besonders perfide: Bei normaler Nutzung und im verbreiteten Benchmark CrystalDiskMark ist das gefälschte Modell nicht so viel langsamer als eine echte SSD 990 Pro. Lesend schafft sie in der Spitze knapp 7,3 statt 7,5 GByte/s, schreibend 6,1 statt knapp 7 GByte/s.
Erst bei größeren Kopiervorgängen bricht die Geschwindigkeit bei der gefälschten SSD ein. Wie die Markenmodelle setzt das Fake-Modell auf einen SLC-Cache, der nur ein Bit pro Zelle schreibt (Single Level Cells). Ist dieser Cache voll, bricht die Schreibgeschwindigkeit jedoch außerordentlich stark auf bis zu 100 MByte/s ein. Beim Kopieren eines fast 400 GByte großen Videos verstrichen über 25 Minuten. Eine echte SSD 990 Pro benötigte keine 4 Minuten. Sie schafft dauerhaft rund 1,9 GByte/s. Immerhin: Die Fälschung mogelte keine falsche Kapazität vor. Es war tatsächlich ein TByte vorhanden.
PC Watch vermutet, dass auf der Fälschung billiger QLC-Speicher (Quadruple Level Cells, 4 Bit pro Zelle) statt TLC-Bausteine (Triple Level Cells, 3 Bit pro Zelle) zum Einsatz kommt. Problematisch ist vor allem die Langlebigkeit der SSD. Ohne Herstellergarantie stehen Käufer bei Problemen blöd da.
(mma)
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