Künstliche Intelligenz
Ich hasse meinen Fernseher | c’t 3003
Mit Geräten wie dem Google TV Streamer 4K, Amazons Fire-TV-Sticks und Apple TV lässt sich so gut wie jeden Fernseher oder Monitor mit Smart-TV-Funktionen ausstatten. c’t 3003 zeigt, worin sie sich unterscheiden und was die Open-Source-Lösung mit Rapsi taugt.
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Transkript des Videos
(Hinweis: Dieses Transkript ist für Menschen gedacht, die das Video oben nicht schauen können oder wollen. Der Text gibt nicht alle Informationen der Bildspur wieder.)
Guckt mal hier, das ist mein Samsung-Smart-TV und der treibt mich komplett in den Wahnsinn. Der braucht eine halbe Ewigkeit zum Hochfahren, zwickt und zwackelt an allen Ecken und ständig funktioniert irgendwas nicht. Aber statt mir jetzt einen komplett neuen Fernseher zu kaufen, könnte ich mir ja auch einen von diesen Streaming-Devices hier an den Fernseher klemmen. Also sowas wie den Amazon Fire TV Stick, Google Streamer 4K oder Apple TV. Mit denen lässt sich theoretisch jeder Fernseher zum Smart TV machen. Aber welchen davon soll man denn nehmen? Die kosten von 50 bis fast 200 Euro und alleine von Amazon gibt’s fünf verschiedene. Aber kann man sich sowas nicht auch selbst bauen? Ja, natürlich geht das. Ich hab hier noch einen Raspi 4 rumliegen und da lässt sich sowas wie LibreELEC mit Kodi oder ein modifiziertes Android TV drauf installieren. Mit YouTube, Twitch und so weiter. Alles besser als dieses furchtbare Tizen OS von Samsung, oder? Ja, schauen wir mal. Worin sich diese ganzen Streaming-Dinger unterscheiden und ob da ein selbst gebasteltes Gerät wie mein Raspi hier mithalten kann, klären wir in diesem Video. Also, bleibt dran!
Also die meisten von euch kennen vermutlich diese Streaming-Devices hier. Das sind Geräte, die man per HDMI eigentlich an jeden Fernseher klemmen kann. Das kann ein Smart TV sein, mit dessen Funktion man unzufrieden ist, oder halt irgendein Gerät mit HDMI. Also zum Beispiel ein Beamer oder ein alter Monitor oder so. Davon gibt es aber viele verschiedene in sehr unterschiedlichen Preisklassen. Ich habe mir jetzt mal hier die Geräte der größten Big Player im Game in unterschiedlicher Ausführung besorgt, um zu sehen, worin die sich unterscheiden. Also vor allem, warum sind manche davon so günstig? Könnte das mit Werbung zu tun haben? Ja, hat es.
Also ich habe hier einmal die Amazon Fire TV Sticks, die bei ca. 50 Euro losgehen, den Google Streamer 4K für grob 90 Euro und den Apple TV 4K der dritten Generation für lockere 170 Euro. Das sind alles Big-Tech-US-Unternehmen, ich weiß, aber ich meinte ja ganz am Anfang, dass es auch noch eine Open-Source-Möglichkeit gibt, um sich sowas beispielsweise auf einem Raspi selber zu bauen. Da gibt es dann auf jeden Fall keine Werbung, aber andere dicke Einschränkungen. Da komme ich aber später noch zu.
Verwirrung bei Amazons Fire-TV-Sticks
Erstmal jetzt ein kurzer Überblick über die Mainstream-Dinger. Angefangen mit den Fire TV Sticks von Amazon. Von den Dingern gibt es fünf verschiedene Ausführungen. Schon mal verwirrend. Der günstigste ist der Fire TV Stick HD für 45 Euro. Den lasse ich hier jetzt aber mal weg, weil der kann kein 4K und das ist meiner Meinung nach einfach nicht mehr zeitgemäß. Viel interessanter ist der nächst günstigere, der Fire TV Stick 4K Select für 55 Euro. Der kann 4K, hat einen Quad-Core mit 1,7 GHz, 1 GB RAM und 8 GB internen Speicher. Dazu gibt es diese simple Fernbedienung mit so Standardknöpfen und Alexa-Sprachsteuerung, wenn man das benutzen will. Was ich im Jahr 2026 wirklich super crazy finde, ist, dass das Teil per Micro-USB mit Strom versorgt wird. Und das ist nicht nur bei diesem günstigen Select-Stick so, sondern auch der 25 Euro teurere Fire TV Stick 4K Max hat Micro-USB. Was ist denn da los, Amazon? Was soll das? Ich habe meine Micro-USB-Kabel auf jeden Fall schon vor Jahren entsorgt.
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Und dieser Select-Stick hat im Vergleich zu den teureren Modellen auch noch ein paar andere Einschränkungen. Beispielsweise kann der Select kein Dolby Vision, sondern nur HDR10+. Also falls euer Fernseher oder Beamer das hat, muss man das im Hinterkopf behalten. Und im Gegensatz zu den anderen Modellen hat der Select auch nur Wi-Fi 5 statt Wi-Fi 6. Ist das wirklich ein Problem? Joa, könnte es sein, denn Wi-Fi 6 läuft besser, besonders dann, wenn viele andere Geräte durch die Gegend funken. Also kann man im Hinterkopf behalten. Ich hatte jetzt aber keine Probleme mit der Verbindung oder so.
Die Einrichtung ist auf jeden Fall super easy. Einfach per QR-Code mit Amazon einloggen, kurz updaten und dann ist das Ding ready. Und ja, man kann es sich schon denken, ohne Amazon-Account wird das nichts. Also den braucht man schon zwingend. Und die Oberfläche fühlt sich, ich sag mal, gerade so okay an. Also einmal finde ich die nicht besonders hübsch, kennt man ja von Prime Video, und so richtig smooth läuft das auch nicht. Man hat so spürbaren Input-Lag und die Oberfläche bleibt manchmal kurz stecken, besonders dann, wenn man zwischen Apps hin und her wechselt. Also das läuft auf jeden Fall besser als bei meinem Samsung, aber auch nicht so richtig geschmeidig, wie ich das gerne hätte.
Was mich aber richtig doll nervt, ist die Werbung, denn die Oberfläche ist vollgestopft mit Empfehlungen, die teilweise auch fett mit „Gesponsert“ markiert sind. Also auf der Startseite kann man hier eine halbe Ewigkeit nach unten scrollen und ja, alles voll mit Werbung. Also das muss man zwar nicht machen, aber auch hier oben sind so fette Werbebanner für Serien, Filme und manchmal auch sowas wie Cola. Das kann man auch nicht abstellen oder einschränken, was ich echt schon crazy finde. Werbung bei Amazon-Geräten kennt man ja schon so vom Kindle, der zeigt ja im Standby quasi permanent Werbung an, wie so eine Werbetafel, die man sich ins Haus holt. Davon kann man sich aber zumindest frei kaufen, wenn man 10 Euro mehr bezahlt. Schon ein bisschen absurd, wenn man darüber nachdenkt. Das wird vermutlich auch ein Grund sein, warum die Amazon-Geräte im Vergleich zu den anderen teilweise so günstig sind. Die sind auch ständig im Angebot und zu dieser Sekunde, in der ich diese Zeilen schreibe bzw. aufnehme, kostet beispielsweise der Select nur 31 Euro.
Was auch noch komisch ist: Der Fire TV Select ist der einzige aus der Reihe, der ein anderes Betriebssystem hat als die anderen Modelle. Die laufen eigentlich schon seit immer mit Fire OS. Das ist ein Android-Derivat von Amazon, und das hat ein paar Einschränkungen. Manche Apps gibt es einfach noch nicht, zum Beispiel Jellyfin. Bei den anderen Sticks, also bei Fire OS, gibt es das. Plex gibt es zwar, sieht aber irgendwie anders aus als unter Fire OS, und ich konnte trotz unbegrenzten Einstellungen 4K-Inhalte nur in richtig schlechter Qualität wiedergeben. Konnte ich jetzt auch nicht so schnell rausfinden, woran das liegt. Beim anderen Fire OS sieht die App ganz normal aus und es funktioniert alles wie gehabt, irgendwie komisch. Und außerdem gibt es bei Vega OS kein Sideloading mehr. Also das Installieren von Apps außerhalb des offiziellen Amazon App Stores. Zumindest nicht so, wie man es kennt. Denn bei Fire OS lässt sich hier in den Entwickleroptionen die Installation von unbekannten Apps einfach erlauben. Dann kann man eine APK runterladen und einfach installieren. Bei Vega OS geht das nicht mehr. Amazon will damit vor allem gegen Piraterie-Apps vorgehen. Bei den anderen Fire TV Sticks läuft weiterhin Fire OS und das soll sich laut Amazon auch erstmal nicht ändern.
Und wegen der kleineren technischen Einschränkungen und dieser ganzen Vega-OS-Nummer würde ich eher zu den anderen Fire TV Sticks greifen, also entweder den Plus für 70 oder zum Max für 80 Euro. Zum Ausprobieren hatte ich hier den 4K Max. Das Ding sieht erstmal genau gleich aus, hat aber Dolby Vision, 2 GB RAM und läuft mit Fire OS. Und ich muss sagen, der fühlt sich, vermutlich dank der 2 GB RAM, deutlich geschmeidiger an. Alles lädt schön schnell und zwischen Apps hin und her wechseln geht auch super knackig. Die Werbung ist zwar immer noch da, aber naja, wenigstens ohne Lags.
Google Streamer 4K: Der Chromecast-Nachfolger
Genug von den Amazon-Dingern. Deutlich besser gefallen hat mir der Google Streamer 4K für 80 Euro. Das ist quasi der Nachfolger vom Chromecast, also von diesen puckähnlichen Dongle-Dingern, die man sich an den Fernseher gehängt hat. Und im Gegensatz zu den Amazon-Teilen gibt es davon auch nur einen einzigen, also deutlich weniger verwirrend. Das Teil sieht so Ikea-artig minimalistisch aus und kommt auch mit einer eigenen Fernbedienung. Die unterscheidet sich eigentlich kaum zu der von den Amazon-Sticks. Im Google Streamer stecken eine Quad-Core-CPU mit 1,8 GHz, 4 GB RAM und 32 GB interner Speicher. Das Ding kann logischerweise 4K, hat Dolby Vision und einen Ethernet-Port, was nice ist, aber nur Wi-Fi 5. Die Einrichtung ist ähnlich wie bei den Amazon-Dingern. Einfach per HDMI anschließen, Strom dran, wahlweise ein Ethernet-Kabel und dann mit Smartphone und Google-Account einrichten. Das hat bei mir komischerweise irgendwie relativ lange gedauert alles, aber muss man ja nur einmal machen.
Darauf läuft Google TV, also quasi Android TV 14 mit allen gängigen Apps. Also neben Streaming-Kram wie Netflix findet man im Play Store auch so Sachen wie Kodi, Plex und Jellyfin. Allgemein muss ich sagen, dass sich die Oberfläche im Vergleich direkt deutlich nicer anfühlt als die von Amazon. Also einmal ist die deutlich schöner mit so einem cleanen Android-Look, was ich irgendwie cool finde, und alles läuft richtig schön schnell. Aber ja, auch bei Google TV gibt es Werbung. Per Default werden einem hier auf der Startseite verschiedene Serien, Filme und Shows vorgeschlagen, die man sich dann auch direkt kaufen könnte. Aber im Gegensatz zu Amazon kann man das immerhin teilweise abstellen. Einfach über Einstellungen, Accounts das Profil in den „Nur Apps“-Modus schalten. Dann ist fast alles weg, bis auf diese Banner hier oben. Da werden dann immer noch irgendwelche Serien und Filme vorgeschlagen von verschiedenen Anbietern, die ich gar nicht habe. Also schon mal besser als bei Amazon. Eine Option, wirklich alles abzuschalten, fände ich schon gut.
Was noch praktisch sein könnte: Das Teil unterstützt den Smart-Home-Funkstandard Thread und Matter. Damit kann man das Gerät als Smart-Home-Hub verwenden und weitere Sachen damit steuern. Also insgesamt hat das Google-Ding bei mir wirklich einen richtig guten Eindruck gemacht. Google TV OS sieht gut aus, läuft richtig smooth und es lässt sich zumindest die meiste Werbung abdrehen.
Apple TV: Teuer, aber gut
Ja, und es gibt ja auch noch Apple TV. Das aktuelle Modell, die dritte Generation, ist mit 170 Euro für die Version mit 64 GB und ohne Ethernet-Port auf jeden Fall einer der teuersten Streaming-Dinger, die man sich so holen kann. Für 20 Euro mehr gibt es 128 GB, da ist dann auch ein Ethernet-Anschluss dabei und dann unterstützt das Ding auch Thread, diesen Smart-Home-Funkstandard. Das Ding sieht aus wie ein kleinerer Mac Mini und kommt auch mit einer Fernbedienung. Im Gegensatz zu den anderen Fernbedienungen lässt sich die mit Touchgesten bedienen und die fühlt sich von allen Fernbedienungen auf jeden Fall am wertigsten an. Die anderen finde ich auch nicht schlecht, also diese simple Tastenbedienung, die hat auch schon was.
Also das Teil kann auf jeden Fall Dolby Vision, hat Wi-Fi 6 und da steckt ein A15 Bionic Chip drin, der auch im iPhone 14 und 14 Plus verbaut ist. Dadurch hat das Ding ordentlich Leistung und man kann damit auch so Spiele wie NBA 2K oder Dreamlight Valley spielen, die es im App Store gibt. Aber ja, die Auswahl von so richtigen Spielen in Apples App Store ist eher so mau. Aber hier geht’s ja eigentlich um Smart-TV-Funktion. Und die Bedienoberfläche ist halt so Apple-typisch clean und minimalistisch. Alles läuft super schnell und ja, es steuert sich quasi wie ein gigantisches iPad. Also wenn man eh mit Apple-Geräten rumhantiert, dann findet man sich hier sofort zurecht. Und falls man ein iPhone oder eine Apple Watch hat, kann man das Ganze damit dann auch direkt steuern. Das funktioniert echt gut.
Und allgemein ist das Teil wie andere Geräte von Apple sehr gut ins Ökosystem eingebunden. Also man kann AirPods wie beim iPhone so seamless koppeln, das iPhone als Kamera für beispielsweise FaceTime verbinden und mit Siri quatschen für so Smart-Home-Zeug. Es ist schon cool, aber ja, man muss dafür halt schon im Apple-System verankert sein. Also von den Teilen, die ich jetzt hier ausprobiert habe, hat der Apple TV auf jeden Fall die cleanste Optik und die beste Performance. Aber ja, das Teil kostet halt auch das Doppelte vom Google Streamer. Das ist schon crazy.
Die Open-Source-Lösung: Raspi mit LibreElec
Okay, jetzt mal ganz kurz Ruhe. Was ist denn jetzt mit den DIY-Dingern? Ich meinte ja am Anfang, es gibt auch Open-Source-Lösungen, um sich quasi ein DIY-Smart-TV zu bauen. Ich habe hier eh noch einen Raspi 4 rumfliegen. Warum nicht einfach mal ausprobieren? Wird ja schon nicht so schlecht und umständlich sein, oder? Zu den gängigsten Varianten zählt einmal die Media-Center-Oberfläche Kodi, auf die viele von euch schwören, und eine DIY-Version von Android TV. Also quasi so wie beim Google Streamer. Ja, und das geht beides irgendwie, hat aber auch dicke Nachteile gegenüber den kommerziellen Geräten. Aber eins nach dem anderen.
Ich schnapp mir jetzt erstmal eine SD-Karte und flashe da mit dem Raspberry Pi Imager LibreELEC drauf. Das ist ein Lightweight-Betriebssystem, das primär für Kodi gedacht ist. Deswegen hat das auch den Slogan „Just Enough OS for Kodi“. Dann die SD-Karte in den Raspberry, Strom dran, das Ding per HDMI an den Fernseher anschließen und dann bootet das direkt.
Ok, aber was ist Kodi überhaupt? Kodi ist eine Media-Center-Oberfläche, die eigentlich primär dafür gedacht ist, Kram abzuspielen, den man, natürlich völlig legal, auf irgendeiner Festplatte im Heimnetz gelagert hat. So sieht das aus, ja, hübsch ist anders, sag ich mal. Das hat erstmal so eine Ordner-Strukturoptik, die ich so semi-cool finde. Hier könnte ich auf jeden Fall durch meine lokal gespeicherten Medien durchscrollen und die lassen sich auch in bis zu 4K abspielen. Ja, soweit so gut. Aber ein Smart TV muss für mich auch die gängigsten Apps können, also sowas wie YouTube, Twitch, Streamingdienste wie Netflix und auch Plex, weil das läuft eh schon auf meinem Home-Server hier.
Das geht auch, und zwar per Add-ons, die man sich dazu installieren muss. Das ist relativ easy. Einfach hier bei Add-ons suchen und auf Installieren klicken. Und davon gibt es auch richtig viele, die ich jetzt hier leider nicht zeigen kann. Wenn ihr wisst, was ich meine. Weiter mit den normalen Apps. Also man kann sich Apps runterladen, aber leider sieht beispielsweise Twitch dann so aus, als hätte man einen Ordner mit gerade laufenden Streams, die man auswählen kann. Wenn man die dann anwählt, funktioniert auch alles soweit, aber mit so einer Oberfläche macht das mal wirklich so gar keinen Spaß. Um YouTube benutzen zu können, müsste man sich über Google Developer erstmal einen API-Key erstellen und den dann bei Kodi eintragen. Ja, richtig gehört. Hat man das einmal gemacht, dann hat das auch so eine Ordnerstrukturoptik wie bei Twitch.
Aber es gibt ja auch noch eine andere Open-Source-Methode, und zwar eine modifizierte Version von LineageOS für Android TV vom User KonstaKANG. Vielleicht kennt ihr LineageOS schon als Android-Alternative, um sich das Smartphone Google-frei zu machen. Da hatten wir vor 100.000 Jahren schon mal ein Video drüber gemacht. KonstaKANG bietet diese modifizierte Version hier in verschiedenen Versionen auf seiner Webseite zum Download an. Und da steht, wichtig, nicht offiziell supported vom LineageOS-Team und nur für erfahrene Benutzer. Äh ja, ok, alles auf eigene Gefahr.
Also Image runterladen, mit einem USB-Flash-Tool auf eine SD-Karte ballern und in den Raspi stecken. Und wenn das dann das erste Mal startet, sieht das echt aus wie Android TV oder Google TV. Nur gibt es noch keinen Play Store oder etwas, wo man sich Apps installieren kann. Damit das trotzdem geht, kann man sich das Open-Source-Paket MindTheGapps runterladen. Damit kann man proprietäre Google-Apps auf LineageOS installieren. Zusätzlich braucht man noch was, das nennt sich Widevine. Das ist eine von Google entwickelte Technik, die man benötigt, um copyrightgeschütztes Material abspielen zu können. Also das ist quasi deren Kopierschutz für Browser, Android-Geräte und so weiter. Und da haben wir auch den dicken Haken bei der ganzen Nummer, komme ich gleich zu.
Erstmal kurz noch das Ding zum Laufen bringen. Also beides runterladen, auf einen USB-Stick packen, in den Raspi, den im Recovery-Modus neu starten und dann das Paket installieren. Dann einmal auf Wipe klicken, Widevine installieren und den Raspi neu starten. Und jetzt kann man hier den Play Store verwenden und sich sowas wie YouTube, Twitch oder die ARD-Mediathek installieren. Aber sowas wie Netflix muss man sich leider abschminken, und das liegt an diesem Widevine. Denn auf offiziell nicht unterstützter Hardware läuft davon nur die niedrigste Sicherheitsstufe L3. Und damit kann man Streaming-Apps wie Netflix, Disney+ und so weiter nur in maximal 480p abspielen. Also nicht mal in Full HD. Ja, und das will ja mal so wirklich keiner.
Also wenn man mit nicht kommerzieller Hardware arbeitet, kann man Mainstream-Dienste leider eigentlich vergessen. Vielleicht kriegt man es irgendwie hingefummelt, aber grundsätzlich funktioniert das nicht so richtig. Also zumindest, wenn alles legal bleiben soll. Ja, und ich muss auch sagen, auf meinem Raspi 4 mit 4 GB RAM lief die Nummer auch echt wie ein Sack Schrauben. Also da muss ich tatsächlich sagen, dass das Tizen OS von meinem Samsung da doch schon noch besser läuft. Obwohl ich das nicht zugeben will. Also das will schon echt was heißen.
Ja, also das macht schon irgendwie Spaß, sowas einzurichten, und ich finde auch beeindruckend, dass man so Android TV auf eigener Hardware zum Laufen bekommen kann. Aber durch die DRM-Beschränkung und damit ohne gängige Streaming-Dienste in 4K ist das zumindest für mich auf jeden Fall erstmal kein Ersatz für einen richtigen Smart TV. Oder ein Device. Da muss man schon auf offiziell lizenzierte Geräte wie den Google Streamer oder Fire TV Stick zurückgreifen. Mit Raspberry Pi 5 und 8 GB RAM soll das Ganze ein bisschen besser laufen und es gibt auch noch eine vom USB-Stick bootfähige Version von Android TV für x86-Rechner. Aber die konnte ich bisher noch nicht ausprobieren und das wirkt auch alles noch sehr Work in Progress. Falls ihr das schon mal ausprobiert habt, schreibt mal bitte in die Kommentare, wie es läuft. Ich persönlich werde in Zukunft auf jeden Fall erstmal den Google Streamer 4K benutzen, bis die Open-Source-Sachen besser für mich funktionieren. Tschüss!
c’t 3003 ist der YouTube-Channel von c’t. Die Videos auf c’t 3003 sind eigenständige Inhalte und unabhängig von den Artikeln im c’t Magazin. Die Redakteure Jan-Keno Janssen, Lukas Rumpler, Sahin Erengil und Pascal Schewe veröffentlichen jede Woche ein Video.
(sahe)
Künstliche Intelligenz
Last Call zur Mastering Observability: OpenTelemetry, KI und Agenten-Systeme
Die Mastering Observability steht 2026 unter dem Leitgedanken, den Fokus von massenhafter Datenerhebung auf zielgerichtete Erkenntnisgewinnung zu verschieben. Statt in Terabytes an Logs, Metriken und Traces zu versinken, sollen Ops- und Entwicklungsteams lernen, proaktives Reliability Engineering zu betreiben. Das Programm gliedert sich in zwei Schwerpunkte: zum einen Observability für KI- und agentenbasierte Systeme, zum anderen Übergang von reaktiven zu vorausschauenden Operations für mehr Resilienz, Sicherheit, Compliance und Kostenkontrolle.
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Vormittag: Proaktives Engineering, Multi-Agenten-Systeme und die Kosten schlechter Daten
Den Auftakt gestalten Severin Neumann (Causely) und Juraci Paixao Kroehling (OllyGarden) mit einem gemeinsamen Vortrag darüber, wie sich der Schwerpunkt von der reinen Datensammlung hin zu gezieltem Verstehen verschieben lässt. Der Titel „Weniger Sammeln, mehr Verstehen – hin zu proaktivem Reliability Engineering“ gibt die Stoßrichtung vor.

Mario-Leander Reimer
Anschließend widmet sich Mario-Leander Reimer von QAware dem Thema „Agentic Observability“. Sein Vortrag zeigt auf, wie sich Observability-Konzepte mithilfe von OpenTelemetry auf Multi-Agenten-Architekturen übertragen lassen – ein Feld, das angesichts des wachsenden Einsatzes autonomer KI-Agenten in der Softwareentwicklung zunehmend an Relevanz gewinnt.
Kroehling betritt die virtuelle Bühne ein zweites Mal und nimmt sich in „The Hidden Cost of Bad Telemetry“ die versteckten Kosten mangelhafter Telemetriedaten vor. Der Talk soll praxisnah vermitteln, wie sich fehlerhafte oder überflüssige Daten identifizieren und beseitigen lassen, bevor sie die gesamte Observability-Strategie untergraben.
Nachmittag: Plattform-Engineering, KI im SRE und selbstheilende Agenten
Nach der Mittagspause richtet sich Kasper Borg Nissen von Dash0 an Plattform-Teams. Sein Vortrag „OpenTelemetry for Platform Engineers“ behandelt den Aufbau von Self-Service-Observability als Plattform-Dienst. Severin Neumann kehrt danach mit „AI für SRE richtig einsetzen: Von klassischer Automation bis LLMs“ zurück und geht der Frage nach, welche Rolle KI-Werkzeuge – von regelbasierter Automatisierung bis hin zu großen Sprachmodellen – im Site Reliability Engineering spielen können.
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Kasper Borg Nissen
Den Abschluss des Vortragsteils übernimmt Sophia Solomon von Elastic. In „From Diagnosis to Action: Building AI Agents That Fix Problems“ demonstriert sie, wie sich KI-Agenten konstruieren lassen, die nicht nur Probleme diagnostizieren, sondern eigenständig Gegenmaßnahmen einleiten. Danach folgt ein Panel unter dem Titel „Observability in the age of AI delivery speed – are machines outpacing humans?“, moderiert von Bastian Spanneberg.
Jetzt noch Tickets für den 16. April sichern
Das Ticket für die Mastering Observability kostet 299 Euro (alle Preise zzgl. MwSt.). Gruppen ab drei Personen erhalten im Ticketshop automatisch mindestens 10 Prozent Rabatt.
Die Online-Konferenz richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, Ops-Fachleute, DevOps- und Plattform-Teams. Wer über den Fortgang der Mastering Observability auf dem Laufenden bleiben möchte, kann sich auf der Website für den Newsletter registrieren oder den Veranstaltern auf LinkedIn (iX; dpunkt) folgen – der aktuelle Hashtag lautet #masteringobs.
(map)
Künstliche Intelligenz
Dienstag: US-Behörde beendet Tesla-Untersuchung, Treibstoffaufschlag bei Amazon
Aufatmen für US-Elektroautobauer Tesla. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat ihre Untersuchung zu Teslas Fernsteuerungsfunktion beendet. Der Grund: zu wenige schwere Unfälle und Software-Aktualisierungen. Untersuchungen zu Teslas Full Self-Driving-System aber laufen weiter. Amazon erhebt aufgrund gestiegener Treibstoffpreise bald vorübergehende Zuschläge auf seine Fulfillment-Gebühren für Händler. In Europa steigen diese aber weniger stark als in Nordamerika. Und ein Gericht in Rom erklärt die Preiserhöhungsklauseln von Netflix Italia seit 2017 für ungültig und ordnet Rückerstattungen an – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Die „Full Self-Driving“-Software des US-Elektroautokonzerns Tesla ist bereits seit Längerem im Visier der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Die Behörde hat Bedenken wegen Unfällen, eingeschränkter Sicht und der Frage, ob die FSD-Systeme von Tesla die Fahrer unter realen Bedingungen ausreichend warnen. Derzeit laufen diverse Untersuchungen. Eine andere Überprüfung hat die NHTSA hingegen nun beendet. Nach Software-Updates stellte die Verkehrsaufsicht ihre Untersuchung zu Teslas Fernsteuerungsfunktion jetzt ein. Wegen der ist es zwar immer wieder zu Vorfällen gekommen, aber eben zu keinen schweren. Teslas Fernsteuerungsfunktion: US-Aufsichtsbehörde stellt Untersuchung ein
Wegen des Iran-Krieges sind die Öl- und Gasexporte aus der Golfregion weitgehend unterbrochen. Die Folge: Das geringere Angebot am Weltmarkt lässt die Treibstoffpreise weltweit steigen – auch in Regionen, die von der Lieferunterbrechung nicht betroffen sind. Die höheren Kosten wirken sich wiederum auf die gesamte Wirtschaft aus. Da bildet auch die Logistikbranche keine Ausnahme. US-Online-Händler Amazon erhebt nun vorübergehende Zuschläge auf seine Fulfillment-Gebühren für Händler. Wer in Europa über Amazon verkauft und zustellen lässt, muss also bald einen Treibstoffaufschlag zahlen. Treibstoffpreise: Amazon Fulfillment-Gebühren steigen in Europa nur geringfügig
Gerade erst hat Netflix in seinem wichtigsten Verbrauchermarkt, den USA, erneut die Abopreise erhöht – zum zweiten Mal seit Anfang 2025. In Deutschland liegt die letzte Preiserhöhung von Netflix zwei Jahre zurück. Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten sind die Preise in Deutschland noch verhältnismäßig günstig. Wann die nächste Preiserhöhung kommt, ist unklar. In Italien dagegen dürften die Abopreise für viele Verbraucher sinken. Denn ein Gericht in Rom hat die Preiserhöhungsklauseln von Netflix seit 2017 für ungültig erklärt. Abonnenten haben Anspruch auf eine Reduzierung des aktuellen Abopreises, die Rückerstattung zu Unrecht gezahlter Beträge und Schadensersatz. Das Unternehmen kündigte Berufung an. Netflix Italia: Gericht erklärt Preiserhöhungen für ungültig
Seit Monaten bekämpft Russland verstärkt westliche Messengerdienste wie WhatsApp oder Signal. Im Februar wurde beispielsweise WhatsApp technisch blockiert. Die Regierung in Moskau möchte, dass Nutzer den staatlichen Messenger „MAX“ verwenden, der zu einer Art „Everything-App“ nach dem Vorbild des chinesischen WeChat ausgebaut werden soll. WhatsApp bezeichnete Max als „staatliche Überwachungs-App“. Um staatlich verbotene Messenger wie WhatsApp oder Telegram in Russland noch nutzen zu können, sind VPNs nötig. Doch auch die sind nun ins Visier Moskaus geraten. Zuletzt setzten die russischen Behörden neue Mechanismen ein, um die Nutzung von VPNs zu erschweren. Daraufhin kam es zu einem großflächigen Ausfall digitaler Zahlungsmöglichkeiten im Land. Russland sperrt Messenger und VPNs – und seine Banken gleich mit
Den gehypten KI-Assistenten OpenClaw mit einem Claude-Abo zu nutzen, war eigentlich nie vorgesehen. Bei der Konfiguration von OpenClaw gab es allerdings einen Weg, seine Token aus dem Claude-Abo dennoch für den KI-Assistenten zu nutzen. Damit ist nun Schluss. Claude-Entwickler Anthropic schiebt OpenClaw den Riegel vor – zumindest bei Kunden seiner Claude-Abomodelle. Der Zugang für Tools von Drittanbietern ist ab jetzt gesperrt. Die Änderung dürfte vor allem private Nutzer treffen, die ihren Eigenbedarf mit einem Claude-Abo decken. Anthropic wirft OpenClaw aus seinen Claude-Abos
Auch noch wichtig:
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(akn)
Künstliche Intelligenz
Netflix Italia: Gericht erklärt Preiserhöhungen für ungültig
Die Preiserhöhungen, die Netflix seinen italienischen Abonnenten sieben Jahre lang auferlegt hat, sind rechtswidrig. Das entschied ein Gericht in Rom und verpflichtete den italienischen Ableger des US-Streamingkonzerns zur Rückerstattung zu Unrecht gezahlter Beträge. Geklagt hatte die italienische Verbraucherorganisation Movimento Consumatori (MC).
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Das Gericht in Rom gab der Klage von MC gegen Netflix Italia statt und erklärte die Vertragsklauseln, die Preiserhöhungen von 2017 bis 2024 ermöglichten, für unlauter und somit ungültig. Die Klauseln verstießen gegen das italienische Verbraucherschutzgesetz, indem sie Änderungen ohne Angabe eines triftigen Grundes im Vertrag erlaubten, so die Verbraucherschützer in einer Erklärung zum Gerichtsurteil. Damit seien die einseitigen Abonnementpreiserhöhungen von Netflix in den Jahren 2017, 2019, 2021 und November 2024 rechtswidrig, so das Gericht, mit Ausnahme der Erhöhungen für Verträge, die nach Januar 2024 abgeschlossen wurden.
Anspruch auf Preisreduzierung und Rückerstattung
Laut dem Urteil hat jeder Abonnent Anspruch auf eine Reduzierung des aktuellen Abonnementpreises, die Rückerstattung zu Unrecht gezahlter Beträge und gegebenenfalls Schadensersatz. Auch Verbraucher, die ihr Abonnement im Laufe der Zeit gekündigt haben, haben ein Recht auf Rückerstattung.
Laut MC betrifft die Gerichtsentscheidung Millionen von Verbrauchern. Schätzungen zufolge ist die Zahl der Netflix-Abonnenten in Italien von 1,9 Millionen im Jahr 2019 auf rund 5,4 Millionen im Oktober vergangenen Jahres gestiegen. „Für das Premium-Abo belaufen sich die unrechtmäßigen Preiserhöhungen aus den Jahren 2017, 2019, 2021 und 2024 derzeit auf insgesamt 8 Euro pro Monat, für das Standard-Abo auf insgesamt 4 Euro pro Monat“, erklärten die Anwälte von MC. „Ein Premium-Kunde, der Netflix seit 2017 ununterbrochen bezahlt hat, hat Anspruch auf eine Rückerstattung von rund 500 Euro, ein Standard-Kunde auf rund 250 Euro.“
Das Urteil verpflichtet Netflix außerdem, die Preise seiner bestehenden Abonnements um die Höhe der unrechtmäßigen Erhöhungen zu senken. „Wenn Netflix die Preise nicht umgehend senkt und die Kunden entschädigt, werden wir eine Sammelklage einreichen, um sicherzustellen, dass alle Nutzer die zu Unrecht gezahlten Beträge zurückerhalten“, erklärte Alessandro Mostaccio, Präsident von Movimento Consumatori.
Berufung angekündigt
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Netflix kündigte in einer Stellungnahme an, gegen die Entscheidung des Gerichts Berufung einzulegen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. „Wir nehmen Verbraucherrechte sehr ernst und sind überzeugt, dass unsere Allgemeinen Geschäftsbedingungen stets mit italienischem Recht und der gängigen Praxis vereinbar waren“, so das Unternehmen.
Gerade erst hat Netflix in seinem wichtigsten Markt USA erneut die Abopreise erhöht – zum zweiten Mal seit Anfang 2025. In Deutschland liegt die letzte Preiserhöhung von Netflix zwei Jahre zurück. Das Standard-Abo mit Werbung kostet 5 Euro, ohne Werbung 14 Euro pro Monat. Für das Premium-Abo werden monatlich 20 Euro fällig; Zusatzmitglieder kosten je nach Basisabo 4 oder 5 Euro pro Monat. Im Vergleich zu den Vereinigten Staaten sind die Preise in Deutschland noch verhältnismäßig günstig. Offen ist, ob und wann Netflix seine Preise in Deutschland und Europa weiter erhöht.
(akn)
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