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Künstliche Intelligenz

VR hat laut Meta mehr Nutzer denn je – aber das Problem liegt woanders


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Meta hat auf der Entwicklerkonferenz GDC einen Einblick in den aktuellen Stand des Quest-Ökosystems gegeben, dem bei weitem größten VR-Marktplatz.

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Entgegen aller Untergangsszenarien betonte der Spielechef Chris Pruett bei einem Vortrag, dass Virtual Reality weiterhin wachse: 2025 habe das Quest-Ökosystem die bislang höchste Zahl an individuellen Nutzern erreicht. „Die Gerüchte über den Tod von VR sind stark übertrieben“, schrieb Pruett in einem Blogbeitrag, der auf seinen GDC-Vortrag vom Mittwoch folgte.

Das Nutzerwachstum allein ist jedoch noch kein Grund zum Jubeln. Dass ein Ökosystem mit der Zeit wächst, statt schrumpft, ist das Mindeste, was man erwarten darf. Und zur tatsächlichen Zahl aktiver VR-Nutzer schweigt Meta auch nach mehr als zehn Jahren. Ein Umstand, der Bände spricht.

Unklar bleibt auch, wie häufig und intensiv Menschen ihre Quest-Headsets heutzutage nutzen. Erst solche Metriken zeigen, wie vital ein Ökosystem wirklich ist.

Bei den Software-Erlösen hat sich im vergangenen Jahr nicht viel getan: Nachdem der Umsatz in 2024 noch um 12 Prozent gestiegen war, hat er 2025 nur leicht zugelegt, sagt Pruett. Dass die langjährige Meta-Führungskraft keine Zahl nennt und stattdessen auf das ohnehin langsame Wachstum der Spieleindustrie verweist, lässt nichts Gutes vermuten.

Schon im vergangenen Jahr räumte Meta ein, dass es um das Ökosystem nicht zum Besten bestellt ist: Die Enthusiasten, die Meta Quest 2 einst zum Erfolg verholfen haben, beteiligen sich heute deutlich weniger am Ökosystem und geben nicht mehr so viel Geld aus wie noch vor einigen Jahren. An ihre Stelle sind Teenager getreten, die inzwischen die aktivste Nutzergruppe darstellen, jedoch längst nicht so kaufkräftig sind und sich eher für meme-getriebene Free-to-Play-Spiele als für aufwendig produzierte VR-Titel vom Schlage eines „Batman Arkham Shadow“ oder „Marvel’s Deadpool VR“ (beides Meta-Produktionen) interessieren.

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„Großbudgetierte AAA-Spiele mit Hollywood-artiger Inszenierung sind für den heutigen Markt schlicht zu teuer“, räumt Pruett ein und sagt zugleich, dass Premium-Apps und nicht Mikrotransaktion der größte Umsatztreiber sind.

Das hinter den Erwartungen zurückbleibende Wachstum des Ökosystems veranlasste Meta Anfang des Jahres zu einer radikalen Schrumpfkur: Rund 1.500 Mitarbeiter der VR-Abteilung wurden entlassen, zudem schloss das Unternehmen fast alle First-Party-Spielestudios.

Die Sparmaßnahmen gingen mit einem strategischen Kurswechsel einher: Meta Quest soll sich künftig wieder stärker auf klassische VR-Erlebnisse konzentrieren, statt auf das von vielen Nutzern ungeliebte Metaverse. Zu diesem Zweck soll weiter Geld in VR-Spiele fließen, allerdings in die von Drittentwicklern statt in Eigenproduktionen. Im vergangenen Jahr half Meta bei der Veröffentlichung von rund 140 Spielen, und 2026 sollen es noch mehr werden, sagte Pruett auf der GDC.

Ob Meta mit dieser Rückkehr zu alten Werten frühere Nutzer zurückgewinnen und zum Geldausgeben bewegen kann, ist fraglich. Zumal das Unternehmen eigene Spieleproduktionen eingestampft hat und VR-Hardware künftig teurer anbieten will.

Statt auf die nur langsam wachsende Gruppe der Enthusiasten zu bauen, setzt Meta auf weitere Investitionen – und das Prinzip Hoffnung.

Das Unternehmen vermutet, dass sich die zahlreichen Teenager, die mit VR aufwachsen und diese als natürlichen Teil ihrer Unterhaltungswelt betrachten, zu zahlungskräftigen Kernnutzern von morgen entwickeln könnten. „Meine Vermutung – und es ist nur eine Vermutung – lautet, dass Anspruch, Feinschliff und Qualität für ein junges Publikum wichtiger werden, je älter es wird“, schreibt Pruett im Hinblick auf die Gruppe der ersten „VR-Natives“.


Tomislav Bezmalinovic

Tomislav Bezmalinovic

Tomislav Bezmalinović ist fasziniert von Computerbrillen aller Art. Seit 2025 schreibt er für heise online über die neuesten Trends im Bereich Smart Glasses, VR-Headsets und AR-Brillen.

Eine weitere hypothetische Zielgruppe, auf die Meta wettet, sind medienaffine Erwachsene. Das Unternehmen erwartet, dass diese Kohorte in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnt. Sie sollen VR-Brillen zunächst als Fernseherersatz kaufen, um Filme und Serien zu schauen, dabei aber auch VR-Spiele entdecken, die auf Handtracking statt auf Controller setzen.

Metas nächste beiden VR-Brillen dürften genau auf diese beiden Zielgruppen zugeschnitten sein: eine ultraleichte VR-Brille für Medienkonsumenten, die ohne Controller auf den Markt kommen könnte und laut jüngsten Berichten 2027 erscheinen soll, sowie eine darauffolgende Meta Quest 4 für erwachsene VR-Enthusiasten und erwachsen gewordene VR-Natives. Offiziell bestätigt ist nur, dass Meta an zwei neuen VR-Brillen arbeitet.

Herangereifte VR-Natives und medienaffine Erwachsene als künftige Wachstumstreiber des Quest-Ökosystems: Beide Gruppen existieren bislang vor allem in den Köpfen der Unternehmensführung. Ob sie tatsächlich eine Rolle spielen werden und Meta Quest wieder zum Erfolg verhelfen können, muss sich in den kommenden Jahren zeigen.

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Vorerst bleibt alles beim Alten: Meta investiert weiter kräftig in Hardware und Inhalte und versucht, neue Nutzergruppen zu erschließen. Meta bleibt damit der bei weitem größte Investor in Virtual Reality, ohne den die VR-Branche kaum vorstellbar wäre.

Metas größte Konkurrenten zögern derweil: Die Zukunft der Apple Vision Pro ist derzeit ungewiss, Samsung Galaxy XR hat seit seinem Erscheinen kaum Software-Updates erhalten und ist weiterhin auf die USA und Südkorea beschränkt, und von Sony hört man keinen Mucks in Richtung einer Playstation VR 3. Immerhin wollen ByteDance und Valve noch in diesem Jahr mit Project Swan und Steam Frame zwei neue VR-Brillen auf den Markt bringen.


(tobe)



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Künstliche Intelligenz

Missing Link: Fünf Trends Digitaler Gesundheit und was sie bedeuten


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Eine Kombination digitaler Lösungen soll bei der Reform des Gesundheitswesens eine zentrale Rolle einnehmen. Während die Erwartungen hoch sind, zeigt die Realität, wie zäh Einführungsprozesse in der Praxis oft laufen. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz – die von echter Intelligenz deutlich abzugrenzen ist – sind kein Selbstläufer, denn sie haben Auswirkungen auf Patientinnen und Patienten, Behandelnde und ihr Verhältnis zueinander. Eine Einordnung zu fünf Entwicklungen.

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Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.

Etwa ein Jahr nach dem Roll-Out ist das Feedback zur elektronischen Patientenakte für alle (ePA) durchwachsen: Zwar gibt es immer wieder Berichte, die ePA habe punktuell bei der Behandlung geholfen, weil etwa die eingenommenen Medikamente einsehbar waren. Doch insgesamt überwiegen die Beschwerden von Behandelnden. Die Nutzbarkeit sei zu gering. Es fehlten oft weiterhin medizinische Informationen. Das liegt auch daran, dass viele Krankenhäuser längst nicht an die ePA angeschlossen sind. Die Nutzungszahlen seitens der Versicherten sind verschwindend gering, weshalb viele Anwender weiterhin mit der elektronischen Patientenakte hadern. Nur etwa fünf Prozent der gesetzlich Versicherten hätten derzeit technisch überhaupt die Möglichkeit, auf ihre ePA-App zuzugreifen.


Manuel Hofmann

Manuel Hofmann

Manuel Hofmann ist Politikwissenschaftler und Soziologe. Er arbeitet als Referent für Digitalisierung bei der Deutschen Aidshilfe.

Die Verbraucherzentrale sieht in einem Zwischenfazit einen zu geringen Nutzen für Patientinnen und Patienten und fordert eine Priorisierung von Elementen, die einen wirklichen Mehrwert bieten, etwa den digitalen Impfpass.

Viele Menschen wissen bisher nicht einmal, dass die ePA schon da ist und aus ihr bereits sensible medizinische Informationen hervorgehen. Die Deutsche Aidshilfe erreichten bereits Berichte von Patientinnen und Patienten, in denen der HIV-Status aus der ePA hervorging und so zu unangenehmen Nachfragen und abgesagten Terminen führte.

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Während also die Realität zeigt, dass erste Vorteile bei der Behandlung mühsam erarbeitet sind und nicht alle Menschen gleichermaßen von einer ePA profitieren, geht die Politik längst weiter. Als Gesundheitsministerin Nina Warken im Februar ein Update zur Digitalisierungsstrategie im Gesundheitswesen vorstellte, stand die ePA im Vordergrund der Erzählung: Eine App mit konkreten Mehrwerten soll sie künftig sein, inklusive digitaler Ersteinschätzung und Terminbuchung. Das soll dann auch die Nutzungszahlen in die Höhe treiben. Bis 2030 sollen es laut Strategie 20 Millionen sein.

Bisher ungeklärt: Wenn die ePA immer weiter zur zentralen Anwendung für alles ausgebaut werden soll – was passiert dann mit denjenigen Versicherten, die ihr widersprochen haben?

Politisch wird im Zuge eines kommenden Primärversorgungssystems viel über digitale Ersteinschätzung diskutiert. Damit soll besser gesteuert werden, wie Menschen an der richtigen Stelle im Gesundheitswesen ankommen. Unnötige Besuche bei Fachärzten sollen so beispielsweise vermieden werden. Auch für die Privaten Krankenversicherungen sind Daten und KI der Schlüssel für eine effizientere Steuerung der Patientenströme.

Im Hintergrund wird gerade darum gerungen, was die technische Grundlage sein soll – und wer für die Umsetzung verantwortlich ist. Dabei geht es auch um die Frage, ob man auf ein regelbasiertes System oder eine LLM-gestützte Lösung zurückgreifen wird. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann beschreibt in einem Eckpunktepapier den „Idealfall“ einer „intelligenten Ersteinschätzungssoftware“, die ein standardisiertes System um Künstliche Intelligenz „ergänzt“.

Konkret benennt Laumann die „Strukturierte medizinische Ersteinschätzung“ (SmED): Patienten geben dort Symptome an, werden zur Schwere der Symptome befragt und müssen oft auch weiterführende Gesundheitsfragen beantworten – zum Beispiel, ob eine Krebserkrankung vorliegt. Auf dieser Grundlage wird dann die Dringlichkeit des Anliegens einsortiert, von „ein paar Tage Ruhe“ bis hin zur Empfehlung, die Notaufnahme aufzusuchen.

Die Entscheidung erfolgt auf Basis von Filterfragen und algorithmisch, ist also zumindest bei gleichen Angaben von Usern reproduzierbar. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie hilfreich ein solches System medizinisch betrachtet wirklich ist, wenn ein Hauptanliegen der Nutzenden darin besteht, möglichst bald einen Termin bei der Fachärztin zu erhalten und entsprechende Eingaben zu tätigen. Auch um Missbrauch zu vermeiden, soll daher offenbar eine Dokumentation der Ersteinschätzung erfolgen. Angedacht ist auch hierbei die ePA, was die Frage zurückbringt, wie künftig mit ePA-Widersprüchen umgegangen wird.

Völlig nebulös ist derweil die mögliche Rolle von Künstlicher Intelligenz bei der Ersteinschätzung. Studien jedenfalls zeigen immer wieder deutlich, wie schlecht Sprachmodelle bisher bei der Triage von Patienten abschneiden: Eindeutige Notfälle werden längst nicht immer als solche erkannt. Ergebnisse hängen stark von Angaben der Nutzenden ab, sind also auch nicht reproduzierbar. Wie gut ein Sprachmodell antwortet, hängt nicht zuletzt von digitalen und sprachlichen Kompetenzen von Nutzenden ab, könnte also soziale Ungleichheiten verschärfen.

Weiterhin bleibt abzuwarten, ob die Einführung des Systems wirklich die versprochenen Einsparungen und Entlastungen des Systems bringt. Andere Instrumente wie die telefonische Krankschreibung, die Menschen mit akuten Infekten ganz ohne KI schon jetzt vom vollen Wartezimmer fernhalten, stehen derweil politisch auf der Kippe.

Wenn es nach der Digitalisierungsstrategie geht, soll KI-gestützte Dokumentation möglichst schnell im Sprechzimmer ankommen. 70 Prozent aller Einrichtungen sollen diese bis 2028 aktiv nutzen.

Die Idee: Gespräche in der Sprechstunde werden aufgezeichnet, eine KI fasst das Gespräch zusammen, bereitet es strukturiert auf und erspart den Behandelnden die manuelle Dokumentation.

Während zumindest die Spracherkennung und Transkription auch mit lokal gehosteten Modellen möglich wären, geht die Realität erwartbar in eine andere Richtung. Anbieter im deutschsprachigen Raum wie Doctolib oder Jameda haben für ihre Dokumentationslösungen Gemini, OpenAI und Co. in ihren Datenschutzerklärungen stehen. Das werde nicht ausgeschlossen, erklärt das BMG gegenüber SZ Dossier. Im Vordergrund stehe, „zeitnah“ Entlastung zu schaffen. Das bedeutet de facto: Die digitale Abhängigkeit von US-Anbietern wird noch größer – auch im Gesundheitswesen.

Versicherte haben im Idealfall den Vorteil, dass die Behandelnden weniger von der Dokumentation abgelenkt am Gespräch teilhaben. Allerdings könnte die Hürde größer werden, sensible Themen wie psychische Probleme oder Geschlechtskrankheiten anzusprechen, wenn eine Art Alexa im Raum steht und alles Gesagte mitschneidet und in die Cloud schickt.

Für Ärztinnen und Therapeutinnen wiederum ist die Dokumentation oft mehr als Selbstzweck: Sie kann auch eine abschließende Reflexion über einen Fall darstellen oder beim Verarbeiten von Fällen helfen. Bringt Automatisierung am Ende wirklich mehr Zeit für Patientinnen und Patienten oder eine weiter verdichtete Arbeitsrealität, weil in der gleichen Zeit mehr Menschen behandelt werden sollen? Der demografische Wandel und Kostendruck lassen eher Letzteres erwarten.

Die Automatisierung in der Dokumentation ist nur eines der Beispiele, wo KI längst in der Versorgung angekommen ist. Die Nutzung erfolgt auf Basis von Einwilligung, was in der Praxis wohl oft über Unterschrift eines Datenschutzzettels bei Erstbesuch einer Einrichtung abgehandelt werden dürfte.

Gleichzeitig wird es für Patienten immer schwerer absehbar, in welchen Formen künstliche Intelligenz zum Einsatz kommt. Dabei macht es für die eigene Bewertung für viele Menschen einen gewichtigen Unterschied, ob sich der Einsatz auf das Schreiben von Arztbriefen, den OP-Roboter oder radiologischer Befundung bezieht. Aber wie groß ist die Wahlfreiheit von Patienten wirklich, wenn sie die Entscheidung für eine Einrichtung oder spezifische Behandlung treffen müssen?

Der Umgang mit „KI“-Funktionen kann auch dann herausfordernd sein, wenn die Leistung nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird. Bei radiologischen Befunden ist das Angebot der Zweitmeinung per KI längst im Repertoire der IGeL-Leistungen vieler Praxen.

Eine Kostenübernahme steht dagegen in den meisten Fällen noch aus, obwohl sich aufgrund der Stärke im Erkennen von Mustern bei Systemen maschinellen Lernens durchaus ein Vorteil gegenüber rein menschlicher Bewertung von Befunden abzeichnet. Wir bewegen uns also in ein Gesundheitswesen, das künftig noch stärker davon abhängen könnte, was man sich leisten kann.

Während Social Media und Online-Shops mit Gesundheitsangeboten geflutet werden, wird eine Unterscheidung, was sinnvoll sein kann und was nicht, für viele Menschen immer schwieriger, Desorientierung wird größer.

Eine stärkere Orientierung hin zu gesundheitsfördernden Angeboten und Prävention wäre sinnvoll. Gesundheitskompetenz ist bei einer unüberschaubaren Menge von Falschinformationen wichtiger denn je. Und auch hier soll Technik helfen.

„KI kann den Bürgerinnen und Bürgern perspektivisch individualisierte Gesundheitsempfehlungen geben“, heißt es in der Digitalisierungsstrategie. KI-gestützte Selbstbehandlung soll das System entlasten. Sie soll „als ständige Begleiterin den eigenverantwortlichen Umgang mit Gesundheit stärken und Fragen zu Krankheitsbildern beantworten“.

Während das im Einzelfall auch gelingen kann und es inzwischen Berichte gibt, bei denen Sprachmodelle bei der Behandlung schwer diagnostizierbarer Krankheiten weitergeholfen haben, ist gänzlich klar, dass Technik und Eigenverantwortung alleine nicht als generalisierte Lösung taugen.

Denn ob ein Sprachmodell eine sinnvolle Gesundheitsberatung anbietet, oder Menschen in vollkommen falsche Richtungen schickt, hängt wiederum davon ab, mit welchen Eingaben sie selbst das System anstupsen. Es profitieren am ehesten diejenigen, die mit ihren Kompetenzen ohnehin schon gut aufgestellt sind. Umso wichtiger wäre daher mit Blick auf soziale Ungleichheiten ein massiver Ausbau von Bildungsangeboten und Maßnahmen struktureller Prävention, die jenseits individueller Gesundheitsentscheidungen wirken.

Die Entwicklungen digitaler Gesundheit sind also mannigfaltig – und nicht alles daran ist gut oder schlecht. Aber: Das Gesundheitswesen ist ein soziales System, und neue Techniken wirken sich unterschiedlich und oft auf unerwartete Weisen auf Behandelnde wie Patienten aus.

Gerade in Zeiten größerer Reformen und technischen Anpassungen braucht es deshalb neue soziale Angebote vor Ort, die Orientierung stiften und niedrigschwellig bei Gesundheitsthemen weiterhelfen. Sonst droht der vermeintliche „Heilsbringer Künstliche Intelligenz“ soziale Ungleichheiten im Gesundheitswesen weiter zu verschärfen.

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(mack)



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Kommentar zu Spritpreisen: Nachhaltiges Handeln ist gerade jetzt gefragt


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Vielleicht sollte es uns alle nicht wundern. Gerade in einem Superwahljahr in Deutschland mit acht Urnengängen besteht stets die Gefahr, dass politisch Verantwortliche in hektische Betriebsamkeit verfallen, zumal es an Vorschlägen von außen wahrlich nicht mangelt. In der Debatte um Spritpreise, die schon seit Jahrzehnten ein gehöriges Erregungspotenzial bieten, können gerade Kandidaten im Vorfeld einer Wahl viel falsch machen. Dabei ist es jetzt wichtig, mit Augenmaß vorzugehen.

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Martin Franz

Martin Franz

Martin Franz ist der stellvertretende Chefredakteur von heise/Autos. Das berufliche Schrauben hat er hinter sich gelassen, um sich dem Thema Mobilität auf andere Art und Weise widmen zu können: beschreibend. Die Begeisterung für das Auto hat sich verändert, ohne abzunehmen.

Der Liter Diesel kostete in dieser Woche auf der A99 nahe der Redaktion schon 2,50 Euro pro Liter. Abseits der Autobahn waren es aktuell bundesweit 2,16 Euro, was nur im direkten Vergleich irgendwie nicht ganz dramatisch erscheint. Autofahrer bekommen am eigenen Portemonnaie eine Folge des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten ab. Viele wird es nur begrenzt trösten, dass sie noch immer auf der gemütlichen Seite einer Politik stehen, die den Frieden nicht bewahren konnte. Tauschen mit den Verhältnissen vor Ort möchte vermutlich niemand.

In den Allerwertesten gekniffen sind jene, die auf das Auto angewiesen sind und kurzfristig nicht einfach auf ein sparsameres Modell oder ein E-Auto umsteigen können. Ihnen wird die Arroganz einiger Weniger, die sich einerseits die Kombination aus PV-Anlage und E-Auto geleistet haben und gleichzeitig anderseits nun jene verhöhnen, die dazu keine Chance hatten, sauer aufstoßen. Gesellschaftlich sollte es uns allen nicht egal sein, dass gerade Menschen mit geringem Einkommen unter der aktuellen Entwicklung leiden. Denn individuelle, motorisierte Mobilität bei gleichzeitiger Eigenversorgung mit Fahrenergie ist eine feine Sache, die man sich allerdings erst mal leisten können muss.

Die gängigen Tipps zum Spritsparen kennen die meisten ohnehin. Reifen sollten einen leicht erhöhten Luftdruck bekommen, unnützes Zeug nicht mitgeschleppt und Kurzstrecken vermieden werden. Meist ist auch über einen anderen Fahrstil noch etwas rauszuholen – bei einigen mehr, bei anderen weniger. Wer das alles beherzigt, könnte vom eigenen Auto überrascht werden.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will die österreichische Idee übernehmen, nach der Spritpreise nur einmal am Tag angehoben werden dürfen. Experten sind sich uneins, ob das langfristig zu niedrigeren Preisen führt. Konkret beschlossen hat die Bundesregierung, einen Teil der strategischen Ölreserven freizugeben, um Druck aus dem Markt zu nehmen – eine Idee, die naheliegenderweise ein natürliches Ende hat, also bestenfalls kurzfristig einen Effekt mit sich bringt.

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Von einem Tankrabatt raten Experten ab. Der lande zum größten Teil ohnehin in den Taschen der Mineralölkonzerne, argumentiert Claudia Kemfert, Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Sie plädiert für ein Klima- und Energiegeld, um Menschen mit geringem Einkommen zu entlasten. Vor allem müsse der Staat aber die Alternativen zum Auto stärken, beispielsweise über ein vergünstigtes Deutschlandticket.

Mittelfristig sollte sich jeder nochmals klarmachen, dass die Nutzung von fossilen Energieträgern perspektivisch teuer wird – in allen Lebensbereichen. Dazu wird in der aktuellen Weltlage überdeutlich, wie rasch einige Lieferketten stocken können. Strom können wir selbst herstellen, bei Öl und Gas ist Deutschland weitgehend auf Importe angewiesen. Daraus folgt, beim nächsten Autokauf das batterieelektrische Modell nicht gedanklich sofort wieder auszuschließen.

Wenn gedröhnt wird, das Ende des Verbrenners sei beerdigt, sollte schon angesichts der vorgetragenen Lautstärke der Verkündung alle Warnlampen angehen. Denn für den nach 2035 noch erlaubten Flottenverbrauch von 11 Gramm CO₂/km müssten die Hersteller eine Kompensation schaffen, die sie sehr viel kosten dürfte. Man darf gespannt sein, wie viele Anbieter von der Freiheit, ein paar wenige Neuwagen mit Verbrenner in der EU noch verkaufen zu dürfen, überhaupt Gebrauch machen werden. Zur Wahrheit gehört, dass die vermeintlich neu errungene Technologieoffenheit für den, der sie nutzen möchte, erstaunlich teuer werden dürfte.



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Künstliche Intelligenz

KI-Bilder ohne Kennzeichnung: ZDF reagiert mit Fünf-Punkte-Programm


Das ZDF will mit einem Fünf-Punkte-Programm erneute Fehler mit KI-generierten Bildern und dem Umgang mit Quellen verhindern. Dazu zählen unter anderem Schulungsprogramme zu Künstlicher Intelligenz und Verifikation von Quellen und Informationen sowie verbesserte interne Abläufe, wie ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten in einer Sitzung des Fernsehrats des öffentlich-rechtlichen Senders in Mainz erläuterte. Auch das interne Frühwarnsystem solle verbessert werden, um Hinweise auf Fehler in Sendungen schneller zu erkennen und ihnen nachgehen zu können.

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In einem Beitrag für das ZDF-„heute journal“ wurden Mitte Februar Videosequenzen gezeigt, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) erzeugt und nicht als solche gekennzeichnet waren. Es ging um Einsätze der US-Migrationsbehörde ICE und Abschiebungen von Minderjährigen. Zum anderen wurde eine Szene mit realen Aufnahmen gezeigt, die jedoch aus einem anderen Kontext aus dem Jahr 2022 stammten und nicht von einem aktuellen ICE-Einsatz. Das ZDF entschuldigte sich später für den Fehler.

ZDF-Intendant Norbert Himmler sprach in der Sitzung des Gremiums von einem „gravierenden Vorgang“. „Glaubwürdigkeit ist unser höchstes Gut“, sagte er. Auch mit entsprechender Kennzeichnung hätten die KI-Bilder in diesem Kontext nicht verwendet werden dürfen. Die Verstöße gegen Richtlinien und Standards seien so schwerwiegend gewesen, dass die für den Beitrag verantwortliche New-York-Korrespondentin abberufen worden sei. „Ein harter, aber meiner Ansicht nach an dieser Stelle auch sehr notwendiger Schritt“, sagte Himmler.

Es habe auch große Mängel bei der Aufarbeitung des Fehlers am ersten Tag gegeben, sagte der Intendant. „Es hat einfach zu lange gedauert, bis die handwerklichen Fehler im ‚heute journal‘ vom 15. Februar und auch deren Tragweite erkannt wurden. Auch daraus müssen wir lernen und unsere Konsequenzen ziehen.“ Der Fernsehrat hat Himmler am Freitag für eine weitere Amtszeit bis 2032 im Amt bestätigt.

Chefredakteurin Bettina Schausten stellte die Bedeutung von selbstgedrehtem Material in den Fokus. „Denn wir drehen ja viel selbst im Inland und im Ausland.“ Sie sehe eine Chance als öffentlich-rechtlicher Rundfunk, wenn man mit einer „stärkeren Betonung des Eigenmaterials“ sagen könne, das sei alles „handmade“.

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Schausten sprach auch davon, dass es eine Lernkultur brauche, „in der Fehler schnell zugegeben werden und nicht erst noch mal Erklärungen gesucht werden“. Man müsse diese Fehler dann anschließend auch sehr konsequent aufarbeiten und korrigieren.


(nen)



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