Digital Business & Startups
Project A investiert in KI-Startup von Celonis-Alumni – hier ist das Pitchdeck
Europas Fabriken KI-fähig zu machen – das plant das Startup Linexa aus München. Dafür hat das Deep-Tech jetzt eine Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von zwei Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde vom Berliner VC Project A. Auch Business Angels haben sich beteiligt. Darunter: Celonis-Gründer Bastian Nominacher, Thomas Böck, CEO vom Industrieunternehmen Festo und Christian Schlögel, ehemaliger CTO/CDO der Tech-Companies Kuka & Körber.
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Die Idee von Linexa
Viktor Stryczek, Alexandros Vassiliadis und Tobias Drees haben das Startup Ende 2025 gegründet. Kennengelernt haben sich die drei während ihrer Zeit bei Celonis.
Sowohl dort als auch bei früheren Berufsstationen hatten die Gründer laut Vassiliadis viel mit Produktionsunternehmen zu tun. Dadurch sind sie auf die Idee für ihr Startup gekommen. „In den Gesprächen kam immer derselbe Nenner: Produktionslinien sind über Jahrzehnte so stark gewachsen, dass kein Einzelner mehr den Überblick hat“, so Vassiliadis. „Anlagen von einem Dutzend Herstellern stehen nebeneinander, manche vor vierzig Jahren installiert, manche letzten Monat. Die Dokumentation liegt teils in Excel-Listen, teils in den Köpfen einzelner Instandhalter.“
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Mit Linexa wollen die Gründer Fabriken helfen, ihre Produktionsprozesse ganzheitlich zu überblicken und zu verstehen. Dafür sammelt Linexa die Daten der verschiedenen Programme, über die die Anlagen laufen, und baut daraus ein einheitliches Datenmodell, das die Funktionsweise aller Maschinen abbildet. „Darauf können die KI-Agenten die Produktion anpassen, optimieren oder absichern“, so Vassiliadis.
Heißt: Wenn Fabriken ihre Produktion umstellen, Anlagen anpassen oder Maschinen zum Schutz der Mitarbeitenden absichern wollen, können sie das laut den Gründern mit Linexa schneller umsetzen – ohne lange Ausfallzeiten und teure Serviceverträge.
KI darf keine Fehler machen
Laut Stryczek sei die größte Herausforderung bei der Entwicklung der KI von Linexa zum einen die Strukturierung der Daten gewesen – und die KI selbst. Dafür sei viel Forschungsarbeit notwendig gewesen.
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Denn die KI-Agenten generieren für die Anpassung der Anlagen einen Code. Und der muss komplett fehlerfrei sein. „Fehler können Produktionsausfälle verursachen, Anlagen beschädigen oder sogar Menschen gefährden“, sagt Stryczek. „Jeder Änderungsvorschlag muss deshalb in einem Zwischenschritt virtuell simuliert werden. Erst wenn das Verhalten exakt dem erwarteten entspricht, wird er freigegeben.“
Linexa werde bereits von einem deutschen Lebensmittelproduzenten genutzt. Den Namen gibt das Startup nicht bekannt. Das frische Kapital soll nun in den Ausbau des Teams und der Plattform fließen.
Hier geht’s zum Pitchdeck
Linexa hat Gründerszene das Pitchdeck zur Verfügung gestellt, mit dem sie die Investoren überzeugen konnten. Weitere Pitchdecks anderer Startups findet ihr hier.
Digital Business & Startups
OpenAI: Startup-Chefin erklärt, was Gründer können müssen und wie Europa aufholt
Wer heute die nächste Generation von KI-Startups verstehen will, landet schnell bei ihr: Laura Modiano verantwortet bei OpenAI das Startup-Geschäft in Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Sie sieht, wie Gründer auf der OpenAI-Infrastruktur bauen und welche Ideen wirklich tragen. Wir haben Modiano in Berlin getroffen und mit ihr darüber gesprochen, warum KI das Gründen gleichzeitig einfacher und härter macht, worin europäische Gründer unterschätzt werden und wie abhängig Startups von OpenAI sind.
Gründerszene: Was war das Letzte, das du ChatGPT gefragt hast?
Modiano: „Ich nutze ChatGPT viel fürs Schreiben, etwa für Strategiedokumente. Oft spreche ich im Voice-Mode erst einmal fünf bis zehn Minuten alles ein, was mir durch den Kopf geht, vom Problem über Zielgruppe und Struktur bis hin zur Erfolgslogik. Daraus lasse ich mir dann eine Gliederung erstellen. Anschließend überarbeite ich sie, ergänze Notizen und lasse den Text so umstrukturieren, dass das strategische Ziel klar sichtbar wird.“
Du betreust Gründer aus Europa, die ihre Produkte auf ChatGPT bauen. Was unterscheidet sie von jenen in den USA?
Modiano: „Wenn man sich die Geschwindigkeit anschaut, mit der einige Unternehmen in Europa entweder zu Unicorns werden oder zur Spitze ihrer Branche aufsteigen, dann geht diese Entwicklung eindeutig nach oben.
Ich glaube, wir haben in Europa insgesamt ein Bildungssystem, das kritisches Denken und eine technische Denkweise fördert. Und wir haben mehr Absolventen aus den Bereichen Science, Technology, Engineering und Mathematik als die USA oder China. Viele Gründer sind auch deshalb so stark, weil sie vorher schon in Startups gearbeitet haben. Dadurch entsteht ein Flywheel aus Erfahrung, Innovation und Neugründung. Wir erleben gerade wirklich eine Renaissance des europäischen Technologiesektors.“
Ist es heutzutage mit KI einfacher, ein sehr gutes Tech-Unternehmen zu bauen, oder sogar herausfordernder, weil es viel Konkurrenz gibt?
Modiano: „KI macht Gründen leichter, weil sie Entwicklung beschleunigt und Kosten senkt. Ich war kürzlich bei einem Dinner, bei dem rechts von mir jemand ein KI-Unternehmen für Construction Tech auf Basis von OpenAI aufbaute und links von mir jemand eine Social-Commerce-App. Zwei völlig verschiedene Anwendungen, aber unter der Oberfläche nutzen beide dieselbe Technologie.“
Viele Startups bauen ihre Produkte auf der OpenAI-API auf und sind von euren Modellen abhängig. Was passiert, wenn sich eure Modelle und Preise ändern?
Modiano: „Ich würde eher von Empowerment als von Abhängigkeit sprechen. Das Geschäftsmodell zum Beispiel sollte sich nicht ändern, nur weil sich das Modell ändert. Die Art, wie Gründer monetarisieren und in den Markt gehen, bleibt im Kern dieselbe – es sei denn, es kommt eine zusätzliche Fähigkeit dazu, mit der sie plötzlich einen neuen Weg der Monetarisierung haben. Dann wäre das eher ein Vorteil.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen ChatGPT und der API. Die API-Welt funktioniert grundlegend anders als ChatGPT als Endnutzerprodukt. Es gibt unterschiedliche Modelle, Preispunkte und Einsatzmöglichkeiten. Man kann gezielt auswählen, was zum eigenen Produkt passt.“
OpenAI hat sich von Open-Source hin zu Closed-Source entwickelt. Welche Rolle spielt Open-Source noch für OpenAI?
Modiano: „Open-Source spielt für OpenAI weiterhin eine wichtige Rolle. Wir haben letztes Jahr mehrere offene Modelle veröffentlicht. Bei Codex sind viele zentrale Entwickler-Tools Open Source, sodass Entwickler flexibel und nach ihren eigenen Vorstellungen bauen können. Wichtig ist dabei nicht nur das Modell selbst, sondern auch die Unterstützung der Community und unterschiedliche Builder-Use-Cases.“
In welchen Branchen siehst du momentan echte Chancen, in Europa etwas Neues zu gründen?
Modiano: „In jedem Markt gibt es Raum für neue Services. Entweder baust du etwas komplett Neues, oder du löst ein neues Problem, das gerade erst entstanden ist, oder eines, das früher gar nicht lösbar war. Ich persönlich finde besonders spannend, KI in Bereiche zu bringen, die klassische SaaS-Lösungen nie wirklich lösen konnten – also alles rund um Blue-Collar-Work, Produktion, Bau, Sicherheit, Training oder Gesundheit.
Mich begeistert außerdem auch die Idee KI einzusetzen, um wissenschaftliche Probleme zu lösen. Ich denke, hier liegt eine unbegrenzte Gelegenheit, die wieder die ganze Wirtschaft voranbringen und Vorteile für die Gesellschaft haben kann.“
Welche Fähigkeiten brauchen Gründer heutzutage wirklich, wenn sie ein Tech-Unternehmen aufbauen wollen?
Modiano: „Gründer müssen heutzutage vor allem lernen, wie man lernt, weil sich Technologie so schnell weiterentwickelt. Es ist eine zentrale Fähigkeit, Dinge zu priorisieren und zu entscheiden, worauf man seine Zeit verwendet.
Der zweite Punkt ist, dass KI-Tools es Menschen leichter machen, zusammenzuarbeiten. Früher waren Rollen stärker getrennt. Heute kann in Startups jeder zum Produkt beitragen, auch ohne Tech-Background. Ich kenne Startups, in denen alle Mitarbeiter ausnahmslos Teil der Produktentwicklung sind.
Und das Nächste ist: Wissen, wie man aktiv zuhört und Feedback ins Produkt übersetzt. Also: wirklich verstehen, wie Kunden mit dem Tool interagieren, und genau wissen, welches Feedback man wann aufgenommen und ins Produkt eingebaut hat.“
Was ist die größte Herausforderung durch KI, woran ein Team oder ein Founder nicht unbedingt als Erstes denkt?
Modiano: „Das betrifft eher größere Teams, aber bei der Geschwindigkeit heutzutage muss sich ein Unternehmen stetig verändern. Ein Prozess, der am Anfang richtig war, ist es vielleicht nicht mehr, sobald man ein Minimal Viable Product hat. Deshalb muss man immer wieder auf Teamkultur, Prozesse und Arbeitsweise schauen. Und man muss verstehen, dass Lernen immer auch Verlernen bedeutet.
Unlearning ist eine der wichtigsten Fähigkeiten für wachsende Unternehmen. Prozesse und Playbooks müssen sich dem wachsenden Produkt und der wachsenden Nutzerbasis anpassen und diese beiden kontinuierlich näher zusammenbringen.“
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+++ Her One +++ Viora +++ Null-Euro-Exit +++ Liquidation Preference +++ Wefox +++ HealthTech +++
#StartupTicker
+++ #StartupTicker +++ HelloBody-Gründerin Monique Hoell heuert bei Her One an +++ Wiener EdTech Viora (Ada Growth) ist insolvent +++ So funktioniert eine Liquidation Preference +++ Kreditlinie belastet Wefox +++ HealthTech-Startups, die derzeit abheben +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Mittwoch, 22. April).
#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries
+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND
#STARTUPTICKER
Her One
+++ Neustart! HelloBody-Gründerin Monique Hoell heuert als Co-Geschäftsführerin beim 2017 gegründeten Berliner FemTech Her One an. „Nach den letzten Jahren im Aufbau und in der Skalierung von Konsumgütermarken – sowohl eigenverantwortlich bei HelloBody als auch von der Seitenlinie aus auf vielen Beratungsprojekten und Angel Investments – freue ich mich sehr, nun gemeinsam mit Chanyu Xu Her One weiter zu skalieren“, schreibt die Unternehmerin auf Linkedin. Bei Her One, von Seriengründerin Chanyu Xu gegründet, dreht sich alles um „innovative, wissenschaftlich fundierte Vitamin- und Nährstoffprodukte“ für Frauen. In den vergangenen Jahren flossen rund 10 Millionen Euro in das Unternehmen – unter anderem von Five Seasons Ventures (25,6 %). Hoell kümmert sich bei Her One nun um die Themen „Wachstum, Prozesse und Strukturen“. Alles in allem eine starke Ergänzung für ein jetzt schon starkes Team. (Linkedin) Mehr über Her One
Viora
+++ Pleite! Das millionenschwere Wiener EdTech Viora, früher als Ada Growth bekannt, ist insolvent – siehe Brutkasten. Das Startup, 2021 von Kosima Kovar (2025 ausgestiegen) und Matthew Ziebarth gegründet, setzt auf eine E-Learning-App, die sich an Unternehmen richtet und den sogenannten Confidence Gap zwischen weiblichen und männlichen Mitarbeiter:innen durch Übungen zur Persönlichkeitsentwicklung schließen soll. Calm/Storm Ventures, Fund F, Hansi Hansmann und Co. investierten zuletzt eine siebenstellige Summe in Viora. Hintergründe zur Insolvenz sind bisher nicht bekannt. Mehr über Viora
Null-Euro-Exit – Liquidation Preference
+++ Exit ohne Millionen auf dem Konto! Monkee-Gründer Martin Granig schreibt auf Linkedin ausführlich über das schwierige Thema Liquidation Preference: „€300 Mio Exit. 3 Founder. Jeder bekommt: Null Euro. Klingt unmöglich? Ist es nicht. Und ich kann es beweisen.“ Und dies macht er dann auch! Zur Erklärung schreibt er: „Die Summe aller Liquidation Preferences übersteigt den Exit-Erlös. €300,1 Mio an Ansprüchen stehen €300 Mio gegenüber. Bevor auch nur ein Cent an die Founder verteilt wird, ist der gesamte Kuchen aufgegessen.“ Bitter, aber kann theoretisch so passieren. Auch beim Brutkasten findet das Thema Gehör (Der Null-Euro-Exit: Von Liquidation Preference und Secondaries). (Linkedin, Brutkasten) Mehr über Liquidation Preference
Wefox
+++ Lesenswert: Wefox-Chef Joachim Müller kämpft laut Manager Magazin derzeit mit den „harten Kreditbedingungen“, die das InsurTech im Sommer 2025 abgeschlossenen hat. Mal sehen, ob die bestehenden Investoren weiteres Geld zur Verfügung stellen, um dieses Dilemma zu lösen (Manager Magazin) Mehr über Wefox
HealthTech
+++ HealthTech gehört derzeit zu den angesagten Themen in der deutschen Startup-Szene. Zu den vielen (jungen und älteren) HealthTech-Startups, die alle kennen sollten, gehören unter anderem Avelios Medical, Circle Health, Ficus, Remi Health und Wellster HealthTech. Mehr in StartupsToWatch
Startup-Radar
+++ Erneut bereichern vielversprechende Neugründungen die Startup-Szene. Im Folgenden stellen wir diese junge Unternehmen vor: BAU AI, Wholix, amaiko, wailand und Aurelytix. Mehr im Startup-Radar
#DEALMONITOR
Investments & Exits
+++ Self-Checkout-Startup VisioLab sammelt 11 Millionen ein +++ Lade-Startup &Charge bekommt 5 Millionen +++ Anprobe-Startup studio vaai erhält 2 Millionen +++ Axel Springer investiert in Bryght +++ aiomatic wird Teil des Pumpenherstellers KSB. Mehr im Deal-Monitor
Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker
Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.
Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3
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Ich machte mit einer KI-App Millionen – nach 2 Jahren habe ich sie verkauft
Dieser Essay basiert auf einem Gespräch mit Jake Castillo, dem 31-jährigen CMO und Mitbegründer von Cal AI mit Sitz in Los Angeles. Die KI-App hat er zusammen mit nur drei weiteren Leuten aufgebaut. Trotz des kleinen Teams schafften sie es, in kurzer Zeit Millionenumsätze pro Monat zu erzielen – und wurden weniger als zwei Jahre nach dem Start von MyFitnessPal übernommen. Für bessere Lesbarkeit wurden seine Aussagen leicht gekürzt und überarbeitet.
Stellt euch vor, ihr haltet zwei Jahre lang den Atem an und atmen dann endlich aus. So habe ich mich gefühlt, als die App, die ich 2024 mitbegründet hatte, Ende vergangenes Jahres von MyFitnessPal übernommen wurde.
Cal AI, unsere KI-basierte Kalorien-Tracking-App, startete Ende April 2024, und ich kam Anfang Mai als einer der Mitbegründer dazu. Wir waren zu viert im Gründungsteam, und in der Anfangszeit wollten wir den Erfolg mehr als alles andere.
Im Zeitalter der KI kann jeder ein Produkt entwickeln, daher war unsere Umsetzungsgeschwindigkeit für uns das A und O. Wir brauchten keine Millionen von Dollar, um ein Unternehmen aufzubauen, das Millionen einbringt; wir mussten nur sehr entschlossen sein und unseren Instinkten vertrauen. Das hat uns weit gebracht.
Influencer-Marketing war unser schnellster Weg zum Wachstum
Wir beschlossen, mit Gesundheits- und Fitness-Influencern in den sozialen Medien als unsere Hauptmarketingstrategie zusammenzuarbeiten, da dies ein unmittelbarer Vertriebskanal war.
Sie produzierten bereits Videos darüber, was sie an einem Tag essen, wie man abnimmt, und Inhalte zu kalorienarmen Snacks. Das ermöglichte eine superleichte Integration, indem wir in diesen Videos zeigten, wie CalAI genutzt wurde, und sicherte uns sofortige Aufrufe.
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Influencer erhalten kostenlosen Zugang zur App. Zu Beginn arbeiteten wir nicht mit einem festen Budget. Stattdessen investierten wir aggressiv in Influencer-Deals, sobald wir sahen, dass sie funktionierten. Wenn wir 1000 Euro zur Verfügung hatten und sich eine vielversprechende Gelegenheit bot, setzten wir das Geld dort ein. Wir legten den Schwerpunkt darauf, Kapital in Kanäle zu stecken, die direkt das Wachstum vorantrieben.
Wir haben auch versucht, nutzergenerierte Inhalte von Nicht-Influencern zu nutzen, also Beiträge von Personen, die über unsere App posten, ohne bereits über eine bestehende Zielgruppe zu verfügen. Da wir uns auf den Algorithmus verlassen mussten, um Aufrufe zu generieren, haben wir uns schnell von dieser Strategie abgewendet.
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Als wir erkannten, dass die von uns umgesetzte Influencer-Strategie für dieses Produkt gut funktionierte und wir Wachstum verzeichneten, vertrauten wir unserem Bauchgefühl und setzten noch stärker darauf.
Wir gingen von einem Influencer dazu über, 20 pro Woche zu gewinnen
Am Anfang hatten wir eine Influencer-Partnerschaft, dann drei. Als wir dann die direkten Auswirkungen auf unser Geschäft sahen, setzten wir uns das Ziel, 10 pro Woche unter Vertrag zu nehmen – das klingt nicht nach viel, war aber wahnsinnig viel Arbeit.
Ich war jeden Tag den ganzen Tag am Telefon, und bald erreichten wir unser Ziel von 10 Influencern pro Woche. Mittlerweile haben wir über 160 Influencer unter Vertrag, aber diese Zahl schwankt täglich.
Geschwindigkeit ist unser größter Vorteil im Zeitalter der KI
Ich habe Leute sagen hören, dass der einzige Unterschied zwischen Ihrem Produkt und anderen Apps mittlerweile der Geschmack ist. Dem stimme ich eigentlich nicht zu. Ich glaube, KI kann einen Großteil der Geschmacksfindung für Sie übernehmen. Ich bin fest davon überzeugt, dass der einzige Wettbewerbsvorteil, den wir schaffen können, die Geschwindigkeit ist.
KI kann zunehmend lenken, was entwickelt, was gestrichen und sogar wie Dinge aussehen sollen. Deshalb glauben wir, dass Geschwindigkeit der nachhaltigere Vorteil ist: wie schnell man Produkte auf den Markt bringen, lernen und iterieren kann.
Wir haben versucht, im ersten Jahr keine Auszahlungen zu nehmen, weil wir alles wieder in das Unternehmen investieren wollten. Das ermöglichte es uns, mehr Influencer einzustellen und unsere Marketingstrategie zügig voranzutreiben, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein.
Wenn ähnliche Apps uns, unseren Strategien und unseren Funktionen ständig nacheifern, werden sie uns auch weiterhin nacheifern, solange wir unser Tempo beibehalten. Ich denke, darauf läuft es letztendlich hinaus.
Vertraue deinen Instinkten, denn die einfachste Strategie ist meist die beste
Oft versuchen die Leute, Dinge zu kompliziert zu machen, dabei ist die einfachste Lösung oder Strategie oft der beste und schnellste Ansatz.
Wann immer eine neue Idee aufkommt, überlegen wir immer, was dadurch kompliziert wird. Wir denken sowohl auf der Marketing– als auch auf der Produktseite darüber nach, und wenn die Antwort „Ja“ lautet – also die Dinge komplizieren würde –, verfolgen wir sie in der Regel nicht weiter.
Viele unserer Entscheidungen beruhen auch darauf, dass wir unserem Bauchgefühl und unserer Intuition vertrauen. Das ist eine Sache, für die ich meinem Mitbegründer Zach definitiv ein großes Lob aussprechen möchte. Er vertraut seinem Bauchgefühl so sehr. Wenn er eine Vorahnung hat, sagt er: „Ja, lass es uns versuchen.“
Wir haben unser Team vergrößert, aber die gleiche schlanke Denkweise beibehalten
Das Team ist nach der Übernahme jetzt größer, aber wir wollen trotzdem nicht unnötig aufblähen, und wir versuchen, unsere Führungsstruktur ziemlich flach und mit sehr hoher Eigenverantwortung zu halten.
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Wir wollen, dass jeder das Gefühl hat, Entscheidungen treffen und etwas bewirken zu können, und dass es keine Bürokratie gibt, durch die man sich kämpfen muss, um Dinge zu erledigen. Sobald zu viel Bürokratie ins Spiel kommt, werden wir langsamer, und wenn Geschwindigkeit unser einziger Wettbewerbsvorteil ist, ist eine Verlangsamung keine Option.
Einige unserer ersten Mitarbeiter sind mittlerweile in Führungspositionen, was großartig ist. Ich muss nicht mehr alle Rollen des Buchhalters, des Rechtsvertreters, des Marketingexperten und des COO übernehmen. Wir können diese Aufgaben und Verantwortlichkeiten nun delegieren.
Die Übernahme von MyFitnessPal hat mich gelehrt, immer offen zu bleiben
Die Gespräche zur Übernahme von MyFitnessPal begannen vor einiger Zeit und wurden mit Unterbrechungen bis etwa Ende letzten Jahres fortgesetzt, als sie dann richtig an Fahrt aufnahmen. Wir einigten uns auf die Bedingungen, schlossen die Due Diligence ab und schlossen den Deal schließlich im Dezember letzten Jahres ab, was surreal war.
Auch wenn ein Gespräch zunächst nicht vielversprechend erscheint, sollte man die Tür immer offen halten – man weiß nie, wie es sich entwickeln könnte. Hätten wir diese Tür bei MyFitnessPal geschlossen, als der Deal noch wenig Sinn ergab, hätten wir diese Gelegenheit vielleicht verpasst, aber wir haben sie offen gehalten.
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