Connect with us

Digital Business & Startups

Israelische Ex-Soldaten verkaufen Cybersecurity-Startup für fast 8 Milliarden


Zwei Ex-Soldaten bauen mit Armis ein Milliarden-Startup – und schützen damit die Geräte, die bisher niemand auf dem Schirm hatte.

Israelische Ex-Soldaten verkaufen Cybersecurity-Startup für fast 8 Milliarden

Kennen sich durch die Israel Defense Forces: Yevgeny Dibrov und Nadir Izrael.
Yevgeny Dibrov / Nadir Izrael + Getty Images, Collage: Gründerszene

Nicht im Startup-Inkubator, sondern in einer Eliteeinheit der israelischen Armee haben sich Yevgeny Dibrov und Nadir Izrael kennengelernt. Jahre später bauen sie ein Unternehmen, das ein Problem löst, das selbst große Konzerne lange übersehen haben: die Sicherheit ihrer wichtigsten Maschinen.

Fabrikroboter, Infusionspumpen, Überwachungskameras – genau die Geräte, von denen ganze Unternehmen abhängen, sind oft kaum geschützt. Mit Armis Security wollen Dibrov und Izrael das ändern. Das läuft so erfolgreich, dass ServiceNow, eine Cloud-Plattform zur Automatisierung von Geschäfts- und IT-Abläufen, Armis Security nun für 7,75 Milliarden US-Dollar übernommen hat.

Wie aus einer Militärfreundschaft ein Milliardenunternehmen wurde

Schon während ihrer Zeit in der Armee arbeiteten die beiden Gründer an einem geheimen Projekt, das mit dem israelischen Verteidigungspreis ausgezeichnet wurde. „Das war der erste Moment, in dem wir unsere Stärken in Teamwork unter extremem Druck entdeckt haben“, meint Izrael. Nach dem Militärdienst treffen sie sich dann wieder am Technion, dem israelischen MIT, wo sie gemeinsam Informatik studieren.

Lest auch

Die größte Lüge der Startup-Szene: Nicht die Idee entscheidet über Erfolg

Dibrov arbeitet nach dem Studium zuerst bei Adallom, einem Cloud-Security-Unternehmen, das später an Microsoft verkauft wurde. Als er hier 2015 mit potenziellen Kunden spricht, kommt er auf die Idee: „Wir saßen stundenlang mit Chief Security Officers, IT-Managern und Fabrik-Ingenieuren aus allen Branchen zusammen – von Tech über Fertigung bis Airlines“, erinnert sich Dybrov. „Wir wollten nicht die coolste Tech erfinden, sondern das größte Problem verstehen.“

Die größte Lücke sitzt nicht im Server – sondern in der Maschine

Was ihm dabei auffiel? Laptops und Server ließen sich mit Antiviren-Software schützen. Aber alles andere – Fabrikroboter, Infusionspumpen oder Überwachungskameras – blieben ungeschützt. Dies sei vielen CEOs nicht bewusst, dabei seien besonders diese Geräte oft sehr kritisch. „Was ist in einem Krankenhaus wichtiger als eine Infusionspumpe? Oder in einer Fabrik als ein Roboterarm?“, meinen Izrael und Dibrov zu Gründerszene.

Die Attacken auf Versorgungsbetriebe, Industrie und Flughäfen nehmen stark zu.

Yevgeny Dibrov und Nadir Izrael

Gründer Armis Security

Diese Blindheit in kritischen Umgebungen sei auch Hackern bekannt. Besonders staatliche Akteure aus Russland, Iran, Nordkorea oder China würden das Ausnutzen und wichtige Infrastruktur digital angreifen. „Die Attacken auf Versorgungsbetriebe, Industrie und Flughäfen nehmen stark zu“, warnt Dibrov. „Und es lohnt sich für Hacker: Diese Umgebungen bringen Geld.“

Lest auch

Wie ein einziger Partner dieses Berliner Startup auf Millionen-ARR brachte

Aus diesen Erkenntnissen entstand dann Armis Security. Die Gründer meinen dabei, sie würden auf einen riesigen Markt mit schwieriger Technik wetten. Der Vorteil: Dieser sei weit entfernt von dem, was Konkurrenz aus dem Silicon Valley schnell kopieren könnte. „Wir lieben Herausforderungen, die nicht mit 20 Entwicklern lösbar sind“, sagt Dibrov.

Das „Shazam für Maschinen“

Armis wolle das Problem lösen, ohne Software auf jedem Gerät installieren zu müssen. Dafür müsse man erstmal die einzelnen Schwachstellen identifizieren: „Stellt euch das Shazam für Maschinen vor“, erklärt Izrael. Shazam ist dabei eine App, die Musiktitel durch Zuhören erkennt.

Die besten Angriffe sind die, die nie passieren.

Yevgeny Dibrov und Nadir Izrael

Gründer Armis Security

Das System von Armis positioniere sich als Beobachter im Netzwerk von Firmen – ähnlich wie Shazam bei Musik. Dabei würde es den Datenverkehr aus Protokollen, Verhaltensmustern und Timing analysieren. Aus diesen Signalen entstehe dann ein digitaler Abdruck jedes Geräts. Aus diesem könne man ableiten, welche Software laufe und ob diese bekannte Schwachstellen habe. Auffälligkeiten, wie Kontakte zu russischen Servern, würden dann vom System kontrolliert werden.

„Innerhalb von Minuten sehen Kunden mehr, als sie je wussten“, sagt Izrael zu Gründerszene. „Plötzlich entdecken sie Geräte, die davor niemand kannte.“

Warum die Weltlage ihr Geschäft beschleunigt

Doch Armis bleibe nicht bei der Diagnose, sondern werde auch zum Therapeuten. Das System könne die Pfade nachzeichnen, die Hacker tatsächlich nutzen würden. Statt vieler isolierter Schwachstellen priorisiere es: „So können wir zum Beispiel die drei kritischsten Lücken, die 80 Prozent der Angriffe verursachen würden, schließen.“ Die Gründer meinen: „Die besten Angriffe sind die, die nie passieren.“

Die geopolitische Situation habe ihr Geschäftsmodell dabei gestärkt: Schon 2017 traf NotPetya, eine russische Cyberwaffe aus dem Ukraine-Krieg, Mondelez – einen frühen Armis-Kunden und Süßwarenkonzern. „Damals sagten die Chief Security Officers noch: ‚Staaten interessieren sich nicht für uns.‘ Heute wissen sie aber: Jeder ist ein Ziel.“





Source link

Digital Business & Startups

+++ Ona +++ OpenAI +++ ClimateTech +++ 20VC +++ Vsquared Ventures +++ Logicc +++


#StartupTicker

+++ #StartupTicker +++ Mega-Exit in Kiel!? OpenAI kauft Ona (früher Gitpod) +++ Nach dem ClimateTech-Boom folgt nun die Konsolidierung +++ InvestorsToWatch: 20VC +++ Vsquared Ventures geht nach London +++ Logicc wächst auf 2 Millionen ARR +++

+++ Ona +++ OpenAI +++ ClimateTech +++ 20VC +++ Vsquared Ventures +++ Logicc +++

Was gibt’s Neues? In unserem #StartupTicker liefern wir eine kompakte Übersicht über die wichtigsten Startup-Nachrichten des Tages (Freitag, 12. Juni).

#STARTUPLAND

STARTUPLAND: Founders. VCs. Visionaries

+++ Am 10. März 2027 findet im RheinEnergieStadion in Köln unsere vierte STARTUPLAND Conference statt. Es erwartet Euch wieder eine faszinierende Reise in die Startup-Szene – mit Vorträgen von erfolgreichen Gründer:innen, lehrreichen Interviews und Pitches, die begeistern. Mehr über STARTUPLAND

#STARTUPTICKER

Ona
+++ Mega-Exit in Kiel? Der amerikanische ChatGPT-Entwickler OpenAI schnappt sich das Kieler KI-Unternehmen Ona, das früher als Gitpod bekannt war. Der Kaufpreis ist bisher nicht bekannt. Gründerszene zufolge handelt es sich um einen der größten deutschen Startup-Exits der vergangenen Jahre. Im Zuge der Übernahme wird das komplette Ona-Team zu OpenAI wechseln und das Codex-Team des Unternehmens verstärken. Nach Firmenangaben nutzen inzwischen mehr als 5 Millionen Menschen pro Woche die KI-Plattform Codex. Mit Ona, 2020 von Sven Efftinge, Moritz Eysholdt und Jan Köhnlein gegründet, können Entwickler ihre Projekte zügig umsetzen. Das Startup bietet seinen Nutzer:innen eine einsatzbereite Entwicklungsumgebung im Browser – und zwar auf Knopfdruck. Investoren wie General Catalyst, Speedinvest, Crane Venture Partners, Vertex Ventures US, MongoDB Ventures sowie Shopify-Gründer Tobi Lütke investierten in den vergangenen Jahren rund 30 Millionen Euro in das Unternehmen. Für den Wiener Frühphasen-Investor Speedinvest läuft es im KI-Segment derzeit besonders gut: Nach dem Verkauf von Emmi AI an Mistral AI folgt mit Ona nun bereits der nächste prominente Exit. Speedinvest beweist damit einmal mehr ein gutes Gespür für junge KI-Unternehmen. Bemerkenswert bei der Ona-Übernahme ist, dass OpenAI nicht auf ein weiteres KI-Anwendungsunternehmen setzt, sondern gezielt Infrastruktur für Entwickler:innen einkauft. (Gründerszene) Mehr über Ona

ClimateTech
+++ Neue Realität im grünen Segment! Nach dem GreenTech- und ClimateTech-Boom der vergangenen Jahre beginnt sich der Markt neu zu sortieren. Zuletzt übernahm Carbonfact das Berliner ClimateTech Vaayu, Planted fusionierte mit Code Gaia, der amerikanische Energiesoftware-Anbieter Stem schluckte das Wiener ClimateTech Raicoon und das englische Sustainability-Unternehmen Diginex übernahm das Berliner ClimateTech Plan A. Gleichzeitig häufen sich aber auch die Rückschläge. So wird das Hamburger Recycling-Startup Cirplus nach mehr als sieben Jahren liquidiert. Das Landshuter Startup Zentur.io, das eine Software für Wärmenetzbetreiber entwickelt, schlitterte im Frühjahr in die Insolvenz. Vieles spricht damit für eine neue Phase im GreenTech- und ClimateTech-Segment. Nach Jahren mit zahlreichen Neugründungen, üppigen Finanzierungsrunden, einigen Milliardenbewertungen vor allem aber einer Vielzahl ähnlicher Lösungen rücken nun Größe, Vertriebskraft und Skalierung stärker in den Mittelpunkt. Dass sich das Umfeld verändert, zeigt auch der GreenTech Monitor 2026. Zwar tummeln sich in Deutschland inzwischen 2.903 GreenTech-Startups. Im vergangenen Jahr entstanden jedoch lediglich 312 neue Unternehmen. Als Gründe werden politische Unsicherheit und ein schwierigeres Investitionsklima genannt. Die goldenen Zeiten für GreenTechs sind damit definitiv vorerst vorbei. Mehr über ClimateTech

20VC
+++ InvestorsToWatch! Mit 20VC hat der britische Podcaster Harry Stebbings in den vergangenen Jahren einen der spannendsten Frühphasen-Investoren Europas aufgebaut. Bekannt wurde der Londoner zunächst mit seinem Podcast The Twenty Minute VC, aus dem schließlich die Venture-Capital-Gesellschaft 20VC entstand. Der inzwischen mehr als 600 Millionen US-Dollar schwere Investor investiert in der Seed-Phase zwischen 500.000 und 5 Millionen US-Dollar sowie in der Series A zwischen 5 und 25 Millionen. Zu den bekanntesten Beteiligungen des Geldgebers zählen Remote, Poolside, Sorare, Lovable, Linktree und Tripledot Studios – allesamt spätere Milliardenunternehmen. Auch in Deutschland ist 20VC inzwischen aktiv unterwegs. Zum Portfolio des Investors gehören unter anderem allO, Alloy, Buena, Comstruct, Handly, Lio, Peec AI, Slay, Taxdoo, Xentral und ZeKju. In Österreich ist der Geldgeber neurdings zudem bei fonio.ai an Bord. Angesichts der bisherigen Trefferquote dürfte sich ein Blick auf neue 20VC-Investments künftig besonders lohnen. Mehr über 20VC

Vsquared Ventures
+++ London calling! Der Münchner DeepTech-Investor Vsquared Ventures eröffnet einen Standort in London. Der Geldgeber, 2020 von Benedikt von Schoeler, Thomas Oehl und Amiram Roth-Deblon gegründet, zählt inzwischen zu den wichtigsten DeepTech-Investoren Europas. Erst 2024 sammelte der Venture Capitalist 214 Millionen Euro für seinen zweiten Fonds ein. Insgesamt verwaltet Vsquared inzwischen rund 450 Millionen Euro. Im Portfolio des Investors finden sich Unternehmen wie Isar Aerospace, Neura Robotics, IQM, Cylib, CustomCells und The Exploration Company. Mit der Expansion nach London reagiert der Investor auf die wachsende Bedeutung von Zukunftsthemen wie KI, Robotik, Quantencomputing, Raumfahrt und Energie. „Vor zehn Jahren mussten wir noch erklären, warum DeepTech wichtig ist. Heute stehen KI, Robotik, Quantencomputing, Energie und Halbleiter im Zentrum der europäischen Wirtschaftsagenda“, teilt das Team auf Linkedin mit. Mit dem Schritt nach London schlägt Vsquared eine Brücke zwischen deutscher Ingenieurskunst und britischem Wachstumskapital. (Linkedin, Sifted) Mehr über Vsquared Ventures

Logicc
+++ Rasantes Wachstum! Das Hamburger KI-Startup Logicc wächst derzeit mit beeindruckendem Tempo. Gründer Emil Woermann berichtet auf Linkedin, dass das Unternehmen inzwischen 2 Millionen US-Dollar ARR erreicht hat. Für die erste Million wiederkehrender Umsätze benötigte das Team noch 6,5 Monate, die zweite folgte nun in weniger als zwei Monaten. Im Interview mit deutsche-startups berichtete Mitgründer Jacob Leffers erst im April, dass Logicc bereits rund 1.800 Kunden gewonnen habe und das Ziel verfolge, den Umsatz innerhalb eines Jahres zu verzehnfachen. Das Startup entwickelt eine Plattform, die Unternehmen einen datenschutzkonformen Zugang zu führenden KI-Modellen ermöglicht. „Regulated companies are tired of the trade-off between cutting-edge AI and compliance“, schreibt Woermann. Die Entwicklung passt damit auch zu einem größeren Trend: Lösungen, die Unternehmen beim Umgang mit regulatorischen Anforderungen unterstützen, erleben derzeit einen regelrechten Boom (Linkedin) Mehr über Logicc

Venture Capital
+++ Immer mehr Fußball-Weltmeister von 2014 investieren in Startups. Während Mario Götze zu den aktivsten Startup-Investoren unter Deutschlands Ex-Profis zählt, setzen andere wie Lukas Podolski oder Julian Draxler eher auf den Aufbau eigener Unternehmen. Mehr in unserer Übersicht: Fußballer-Weltmeister, die in Startups investieren

Sally
+++ „Sally ist eine App, die deiner Kleidung ein zweites Leben schenkt“, sagt Gründer Paolo Coda. „Langfristig sehen wir das größte Potenzial im B2B-Bereich: Marken können Sally als SaaS-Lösung nutzen, um ihren Kund:innen After-Sales-Services anzubieten“, führt der Kölner weiter aus. Mehr über Sally

#JOBS

Baker Tilly
+++ Unser Job des Tages! Baker Tilly sucht einen Digital Marketing Manager Website, Content & E-Mail-Marketing (m/w/d). Wir als Baker Tilly sind mit 50.400 Expertinnen und Experten in den Bereichen Audit & Advisory, Tax, Legal und Consulting in 147 Ländern vertreten. In Deutschland gehören wir zu den führenden partnerschaftlich geführten Beratungsgesellschaften mit 1.740 Kolleginnen und Kollegen verteilt auf 10 Standorte.

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen. Hier entlang zu unserer Jobbörse!

#DEALMONITOR

Investments & Exits
+++ Agentic Commerce-Startup ShopAgentic sammelt 1,9 Millionen ein +++ Nanomaterialien-Startup Invisible-Light Labs bekommt 1,5 Millionen +++ Bose kauft Connected Audio-Firma StreamUnlimited. Mehr im Deal-Monitor

Was ist zuletzt sonst passiert? Das steht immer im #StartupTicker



Source link

Weiterlesen

Digital Business & Startups

7 aufstrebende Startups, die einen Blick wert sind


#StartupsToWatch

In der großen und millionenschweren Startup-Welt tummeln sich viele aufstrebende (junge) Unternehmen, die viel mehr Aufmerksamkeit verdient haben. Dazu gehören aufstrebende Startups wie ClearOps, Elephant und LawX.

7 aufstrebende Startups, die einen Blick wert sind

Auch in den vergangenen Wochen sammelten wieder etliche Startups, Scaleups und Grownups zweistellige oder gar dreistellige Millionensummen ein. Gleichzeitig gelingt es aber auch vielen jüngeren Firmen erste mittlere siebenstellige Summen einzusammeln.

Was leider oft untergeht, denn die Grownups, Soonicorns und Unicorns ziehen die ganze mediale Aufmerksamkeit auf sich. Zeit dies zu ändern, denn die nachrückenden Unternehmen sind im besten Fall die Scaleups und Grownups von Morgen. Und die sollte man kennen!

7 aufstrebende (junge) Startups

ClearOps
ClearOps aus München, 2020 von William Barkawi gegründet, positioniert sich als „KI-Plattform für industrielle Service- und Ersatzteilprozesse“, Das Unternehmen ermöglicht auf diesen Wege unter anderem eine „intelligente Ersatzteilplanung, vorausschauende Serviceprozesse sowie Echtzeit-Koordination über globale Servicenetzwerke hinweg“. Mehr über ClearOps

Clera
Das deutsch-amerikanische Startup Clera (San Francisco, Berlin), 2025 von Alexander Farr, Sebastian Scott und Daniel Wintermeyer gegründet, vermittelt Bewerberinnen und Bewerber direkt an Unternehmen. „Statt sich durch ATS-Systeme zu bewerben, erhalten Kandidat:innen eine Auswahl hochrelevanter, warmer Kontakte. Auf Unternehmensseite entfällt aktives Sourcing“, heißt es zum Konzept. Mehr über Clera

Elephant
Elephant Company aus Berlin, von Maurice Zomorrodi, Niklas Dehio und Melchior Schramm gegründet, entwickelt „eine KI-gestützte Plattform, mit der Unternehmen Wissen, Prozesse und Trainingsinhalte an operative Teams weitergeben können – etwa in Produktion, Logistik oder technischem Außendienst“. Mehr über Elephant Company

LawX 
Das Berliner LegalTech LawX, 2024 von Norman Koschmieder, Sara Brinkmann und Torben Rabe gegründet, entwickelt ein KI-gestütztes Betriebssystem für juristische Arbeit. „LawX adressiert damit eine strukturelle Krise im Rechtsmarkt: steigende Nachfrage trifft auf Fachkräftemangel und veraltete Softwarestrukturen“, teilt das Team mit. Derzeit kommt das Unternehmen auf 1 Millionen Annual Recurring Revenue (ARR). Mehr über LawX

NanoStruct
Das Würzburger DeepTech-Startup NanoStruct, von Henriette Maaß, Enno Schatz und Kai Leibfried gegründet, entwickelt nanostrukturierte Sensorchips für die Identifikation gefährlicher Keime in Lebensmitteln. Mehr über NanoStruct

Pacifico Biolabs
Pacifico Biolabs aus Berlin, 2022 von Washington Logrono und Zac Austin gegründet, setzt auf ein Fermentationsverfahren für Meeresfrüchte-Ersatz. „Specializing in the cultivation of microorganisms, Pacifico Biolabs is at the forefront of developing ‚whole-muscle‘ structures as sustainable and nutritious alternatives to traditional fish products“, heißt es zum Konzept. Mehr über Pacifico Biolabs

Qurie
Das Freiburger Startup Qurie, 2026 von Christian Vogel und Kilian Bartholomé als Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM gegründet, entwickelt „elektrokalorische Kühlsysteme, die ohne Kompressor, ohne Kältemittel und ohne Druckaufbau auskommen“. Mehr über Qurie

Startup-Jobs: Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung? In der unserer Jobbörse findet Ihr Stellenanzeigen von Startups und Unternehmen.

Foto (oben): Bing Image Creator – DALL·E 3



Source link

Weiterlesen

Digital Business & Startups

Was kommt nach dem Kapitalismus? Die Antworten eines Startup-Gründers


Victor Büchner hat gerade gegründet. Im ungewöhnlichsten Gründer-Interview hat er uns vom Urlaub, Loki Schmidt und dem next big thing erzählt.

Was kommt nach dem Kapitalismus? Die Antworten eines Startup-Gründers

Victor Büchner hat Re_source Intelligence mitgegründet.
Sarah Buth

Gründer werden viel nach Zahlen, Pitches und manchmal nach Misserfolgen gefragt. Nach dem Persönlichen oder Philosophischen nicht so oft. Deshalb fragt Gründerszene im neuen Format „None Of Your Business“ all das, was sonst nicht in Wirtschaftsinterviews vorkommt. Und vielleicht auch sonst in keinen Interviews.

Victor Büchner hat im Januar Re_source Intelligence gegründet. Mit Datenanalysen will das Startup Verpackungen kreislauffähiger und dabei auch noch günstiger machen.

Die naiven Fragen

GS: Wie geht’s?
Büchner: Ich habe die rosarote Gründerbrille auf, bin hochmotiviert. Und der Sommer startet.

Wo erreichen wir dich denn gerade?
Auf dem Weg in den Urlaub. Wir sind gerade in der Toskana. 27 Grad. Auf der Fahrt mache ich noch ein paar Calls.

Eigentlich müsste ich jetzt nach Pasta fragen… Aber wenn du eine Kartoffel wärst, wie willst du zubereitet werden?
Als Bratkartoffel. Fett ist ein Geschmacksträger. Aber ohne Speck, ich bin Vegetarier.

Was sollten andere über dich wissen, was sie meistens nicht wissen?
Mir geht es wirklich um die Menschen. Ich glaube, vieles nicht zu können. Aber Netzwerken liegt mir.

Was hast du zuletzt gelesen?
Wut ist ein Geschenk von Gandhis Enkel. Es gibt ja viele aktivistisch motivierte Menschen, die glauben, das System muss zerstört werden. Aber Wut auf Dinge, wie sie heute sind, kann auch motivierend sein.

Arun Gandhi motiviert sich mit Wut.

Arun Gandhi motiviert sich mit Wut.
picture alliance / ZUMAPRESS.com | El Universal

Die neugierigen Fragen

Worüber kannst du heute lachen, was damals richtig wehgetan hat?
Darüber, dass ich lange nicht wusste, was ich gründen soll. Ich war unsicher. Heute kann ich darüber lachen, weil es Teil des Prozesses ist.

Welche Kritik an dir hast du umgesetzt?
Dass man überlegt, was schlaues sagen zu können, statt in Ruhe zuzuhören. Im Meeting mal die ruhigere Person zu sein. Die Kritik kam von mir selbst. Aber Bestätigung von Kollegen.

Wovon warst du mal vollkommen überzeugt – jetzt aber nicht mehr?
Hätte nie gedacht, dass man als Gründer so viel Unterstützung hat. Man denkt, 9 von 10 Startups scheitern. Aber ich nehme viel Unterstützung wahr. Nicht nur Konkurrenzkampf.

Was würdest du tun, wenn du ab morgen nichts mehr mit Startups zu tun hättest?
Impact-VC. Oder einen alten aufgegebenen Resthof retten und Tiere pflegen und Gemüse anbauen und tischlern.

Die lokalen Fragen

Was ist deine Stadt?
Hamburg. Aber ich komme vom Rand.

Welchen Restaurant-Tipp gibst du jemandem, der zum ersten Mal in deiner Stadt ist?
Mangia e Bevi in Winterhude.

Überschätztester Spot in HH?
Mönckebergstraße, Spitalerstraße und Co bis hin zur Reeperbahn.

Unterschätztester Spot?
Der Loki-Schmidt-Garten.

Der Botanische Garten der Uni Hamburg ist nach Loki Schmidt benannt.

Der Botanische Garten der Uni Hamburg ist nach Loki Schmidt benannt.
picture alliance / ABBfoto

Die literarischen Fragen

Jane Austen: Muss man Erwartungen enttäuschen, um glücklich zu werden?
Ja, ich glaube sowohl die eigenen, als auch die der anderen. Es gibt diesen Spruch: Unglück setzt Erwartung voraus. Wenn ich immer perfektes Wetter erwarte, kann ich leicht enttäuscht werden.

Ayn Rand: Ist Egoismus gut für alle?
Da ist der entscheidende Unterschied zwischen Egoismus und Egozentrismus. Egozentrismus ist nicht gut. Egoismus hingegen ist der Grund, warum die Menschheit so ist, wie sie ist. Aber mein Appell ist für einen ganzheitlichen Egoismus. Dann muss man schon aus Egoismus auch den Planeten erhalten, mit Luft zum Atmen, sauberem Wasser und Essen.

Annie Ernaux: Verliert man etwas, wenn man Erfolg hat und sozial aufsteigt?
Ja, das hat immer seinen Preis. Ich habe im Studium erlebt, dass ich mehr arbeiten musste als andere und das hat Vorteile aber auch Nachteile wie nicht zu jeder Party gehen oder ständig am See sitzen zu können. Die Frage ist, ob der Erfolg dich besitzt oder umgekehrt.

Franz Kafka: Ist Macht gruselig?
Ja, würde ich sagen. Wenn sich Macht bei einzelnen Personen konzentriert, wird es gruselig.

Kafka II: Du wachst morgens auf und bist in einen Käfer verwandelt. Was machst du?
Wenn ich fliegen kann, würde ich mir die ganze Welt von oben anschauen. Dasselbe wie als Mensch. Erstmal in die Natur.

Die prophetischen Fragen

Wer wird der oder die nächste Kanzlerin?
Ich hoffe jemand die oder der faktenbasiert und wissenschaftlich arbeitet und sich von Menschen aus der echten Welt beraten lässt.

Wann platzt die KI-Blase?
Die Ökonomie würde sagen, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Das ist die Wall of Worries. Wenn alle glauben, dass sie platzt, dann platzt sie nicht.

Was wird das next big thing?
Quantencomputer könnte ich sagen. Unterschätzt. Nicht so leicht auszuprobieren wie LLMs. Aber mir ist noch wichtiger: Circular Economy. Der Hunger nach Material ist zu groß.

Was kommt nach dem Kapitalismus?
Gute Frage. Ökokapitalismus. Ganzheitlicher, transparenter; und bitte auch alles quantifizieren, das wir heute übersehen. Wie Hirschhausen sagt, ein Glas Honig müsste 300.000 Euro kosten, wenn man den Bienen Mindestlohn zahlte. Man muss den Gegenwert der Ökosysteme auch berechnen.

Wie wird das Wochenende?
Immer gut, weil das Wochenende so wichtig ist, um Dinge sacken zu lassen. Besonders im Sommer. Sam Altman, von dem ich nicht der größte Fan bin, hat mal eine Liste von Produktivitäts-Hacks geschrieben. Einer ist: Summers are the best.

Na dann, buon viaggio!





Source link

Weiterlesen

Beliebt