Apps & Mobile Entwicklung
Anthropic profitiert ebenso: Trotz größerer AI-Ablehnung nutzen mehr Menschen ChatGPT
Die Skepsis gegenüber künstlicher Intelligenz wächst, dennoch kommt ChatGPT monatlich auf eine Milliarde App-Nutzer und Anthropic profitiert von der öffentlichen Reaktion auf den im Februar von OpenAI übernommenen Vertrag mit der US-Regierung – so lassen sich die Ergebnisse einer Untersuchung von Sensor Tower zusammenfassen.
Laut dem auf die Messung des mobilen App-Ökosystems spezialisierten Marktforschungs- und Analyseunternehmen Sensor Tower, über die CNBCberichtet, soll ChatGPT im vergangenen Mai erstmals die Marke von einer Milliarde App-Nutzern überschritten haben, diesen Meilenstein erreichte OpenAI zudem lediglich 3,5 Jahre nach der Gründung des damaligen Start-Ups Ende 2022. Der bisherige Rekordhalter Google Maps benötigte für dieses Ziel rund fünf Jahre. Bereits im Februar konnte OpenAI plattformübergreifend mehr als 900 Millionen wöchentliche Nutzer auf Web- und Mobilgeräten verzeichnen.
KI-Unternehmen profitieren von teils hohen Wachstumszahlen
Dennoch wächst die Konkurrenz deutlich schneller, als es OpenAI lieb sein dürfte. Während ChatGPT laut Sensor Tower im Jahresvergleich um 62 Prozent zulegte, stiegen die monatlichen Nutzerzahlen von Claude um 640 Prozent und von Meta AI sogar um 973 Prozent. Sensor Tower führt dieses Wachstum nicht nur auf technische Fortschritte der konkurrierenden Modelle zurück, sondern auch auf die unterschiedliche öffentliche Wahrnehmung der Anbieter. In einer Umfrage der Boston Consulting Group gaben zudem mehr als 40 Prozent der 12.000 befragten Beschäftigten, durch Nutzung von künstlicher Intelligenz pro Woche etwa einen Arbeitstag einzusparen.
Wie ein Nachteil schnell zum Vorteil wird
Anthropic konnte seit Februar dieses Jahres deutlich von der Auseinandersetzung mit der US-Regierung und der anschließenden Übernahme des Vertrages durch OpenAI profitieren. Damals verlangte das amerikanische Department of War, dass Anthropic sämtliche Sicherheitsrichtlinien aus den Modellen entfernt, die das Unternehmen dem Militär zur Verfügung stellt. Nachdem der KI-Entwickler dieser Forderung selbst nach einem Ultimatum der US-Regierung nicht nachgekommen war, wurde dieser als „Lieferkettenrisiko“ eingestuft. Für Anthropic bedeutet dies, bis zu einer juristischen Klärung künftig weder mit dem Pentagon noch mit dessen Auftragnehmern zusammenarbeiten zu können.
Nachdem OpenAI den Vertrag anstelle von Anthropic übernommen hatte, sah sich der ChatGPT-Entwickler massiver Kritik ausgesetzt. Laut Sensor Tower führte dies dazu, dass die Claude-App im App Store von Apple kurz nach Bekanntwerden der Entscheidung die Spitze der kostenlosen Anwendungen übernahm. Gleichzeitig soll sich die Zahl der Deinstallationen von ChatGPT im Tagesvergleich um 295 Prozent erhöht haben. Die Installationen von Claude legten am 27. Februar zunächst um 37 Prozent und am 28. Februar schließlich um 51 Prozent zu. Parallel dazu stiegen die 1-Sterne-Bewertungen im App Store am vergangenen Samstag um 775 Prozent und einen Tag später nochmals um 100 Prozent.
Zur Schadensbegrenzung sah sich OpenAI veranlasst, den Vertrag um zusätzliche Klauseln zu ergänzen, die eine rechtswidrige Nutzung der Dienste des Unternehmens verhindern sollen.
Nicht nur der Zuspruch, auch die Ablehnung wächst
Der Bericht offenbart jedoch auch ein gewisses Paradoxon: Trotz des starken Wachstums nahezu aller KI-Anbieter soll die öffentliche Akzeptanz der Technologie rückläufig sein. Der neue Papst Leo warnte vor wachsender Ungleichheit und neuen Sicherheitsrisiken durch KI. Anthropic forderte zuletzt sogar eine Verlangsamung der globalen KI-Entwicklung und warnte vor Szenarien, in denen KI-Systeme künftig eigenständig ihre Nachfolger entwickeln könnten. Bei Universitätsabschlussfeiern in den USA wurden Bezüge zu KI in Reden teilweise mit deutlichen Buhrufen quittiert. Viele Absolventen fürchten durch diese den Verlust von Arbeitsplätzen, insbesondere in Einstiegspositionen.
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MSI MEG Maestro 900R: Mainboard, Lüfter und GPU neigen sich im Gehäuse

Das Maestro 900R ist ein großes Flaggschiff-Gehäuse mit ungewöhnlichen Features. Unter anderem kann es das Mainboard in vier Positionen drehen. Geschicktes Design sorgt dafür, dass das Show-Gehäuse von MSI zu schweben scheint.
Beim Maestro 900R denkt MSI die Schaukasten-Funktion schon beim Layout und nicht erst bei der Verkleidung eines Tower-Chassis mit. Das Mainboard setzt der Hersteller auf eine rotierbare Halterung zentriert in die Mitte des Gehäuses, das von drei Seiten mit Glas versehen wird. Ein Blickfang soll das Modell so werden.
Die Halterung der Hauptplatine kann zudem entnommen werden. Komponenten lassen sich dadurch außerhalb des Gehäuses montieren oder testen. Nicht alle Designelemente haben eine Funktion: Ein 75-Grad-Winkel für Zierblenden soll „kalte Rationalität“ aufbrechen, verspricht der Hersteller, und mit „Eleganz“ versehen. Sichtbarer ist jedoch der Sockel, der den 33 Kilogramm schweren Tower visuell schweben lässt.
Die Kühlung passt sich diesem Konzept an. Luft wird durch drei 160-mm-Lüfter mit invertierten Rotorblättern am Boden des Towers eingeblasen. Sie können entweder leicht angewinkelt parallel zu den Linien des Gehäuses oder parallel zum Boden montiert werden. Weitere Lüfter passen unter den Deckel sowie links und rechts neben das Mainboard. Dort besteht die Möglichkeit, maximal 420-mm-Radiatoren zu verbauen. Alternativ findet dort ein Display Raum. Die zugehörigen Halterungen können ebenfalls bis zu 90 Grad angewinkelt werden.
Darüber hinaus fasst das Maestro 900R eine große Anzahl Festplatten. Diese hebt MSI aber künstlich in die Höhe. Gemäß des Handbuchs sollen sie hinter dem Mainboard oder als Alternative zu Lüftern an den seitlichen Halterungen eingebaut werden. Das dürfte für viele Nutzer eine unrealistische Option sein.
Anwinkeln lässt sich darüber hinaus die Grafikkarte. Ihre Neigung kann bei vertikaler Montage in 10-Grad-Schritten gewählt werden. Das dazu nötige PCIe-5.0-Riserkabel gehört zum Lieferumfang. Größeneinschränkungen macht MSI vor allem theoretisch, entsprechende Angaben sind im Handbuch hinterlegt.
Preis und Verfügbarkeit
Wann und zu welchem Kurs das Gehäuse in den Handel kommt, ist unklar. Angesichts der umfangreichen und ungewöhnlichen Features wird sich das Modell wahrscheinlich in der Klasse zwischen 300 und 500 Euro ansiedeln.
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Die Gilde Europa 1410: Early Access kurzfristig verschoben

Die Rückkehr der traditionsreichen Wirtschaftssimulation verzögert sich. THQ Nordic verschiebt den Early Access von Die Gilde: Europa 1410 wenige Tage vor dem geplanten Start auf September. Das Feedback zur Demo soll nun noch vor der Veröffentlichung in das Spiel einfließen.
Demo sorgt für neue Pläne
Eigentlich sollte das Spiel bereits am 16. Juli 2026 auf Steam in den Early Access starten. Daraus wird nun nichts. Publisher THQ Nordic und Entwickler Ashborne Games haben den Termin kurzfristig gestrichen und nennen stattdessen den September 2026 als neues Zeitfenster. Ein konkretes Datum steht bislang nicht fest.
Grund für die Verschiebung ist nach Angaben des Publishers das umfangreiche Feedback zur Demo, die im Rahmen des Steam Next Fest angeboten wurde. Unter mehr als 4.000 spielbaren Demos sei Die Gilde: Europa 1410 auf Platz 25 der meistgespielten Titel gelandet. Zehntausende Spieler hätten die Mittelalter-Simulation ausprobiert, mehrere tausend anschließend Rückmeldungen an die Entwickler übermittelt.
Die Erkenntnisse aus dieser Testphase sollen nun noch vor dem Start des Early Access berücksichtigt werden. Ursprünglich war für September bereits das erste größere Inhaltsupdate vorgesehen. Dessen Inhalte sollen zusammen mit einigen zusätzlichen Neuerungen jetzt direkt Bestandteil der ersten Early-Access-Version werden.
Mehr Komfort und ein neues Gebiet
Für die im September geplante Fassung kündigt THQ Nordic unter anderem eine zusätzliche Karte an, die als Tutorial-Gebiet dienen soll. Auch die Benutzeroberfläche wird überarbeitet. Wiederkehrende Aufgaben in den eigenen Betrieben sollen sich künftig teilweise automatisieren lassen, wodurch die Spieler weniger Zeit mit Routinearbeiten verbringen müssen.
Darüber hinaus sind zusätzliche und verbesserte Animationen geplant, um die Tätigkeiten von Arbeitern und Einwohnern deutlicher darzustellen. Die September-Version soll außerdem mehrere weitere Sprachen unterstützen. Je nach Sprache ist allerdings zunächst nur eine Übersetzung der Texte vorgesehen, während andere auch eine Sprachausgabe erhalten.
An der längerfristigen Roadmap ändert die Verschiebung laut THQ Nordic nichts. Multiplayer, weitere Karten und Berufe sowie tiefere Systeme für Wirtschaft, Politik und den Aufbau der eigenen Dynastie bleiben für die Zeit nach dem Early-Access-Start geplant. Vor der Veröffentlichung will der Publisher weitere Details zur Roadmap nennen.
Zurück zu den Wurzeln der Serie
Die Gilde: Europa 1410 orientiert sich stärker am 2002 veröffentlichten Europa 1400: Die Gilde und versteht sich als Rückkehr zu den Ursprüngen der Reihe. Spieler übernehmen die Führung einer zunächst unbedeutenden Dynastie und bauen einen eigenen Betrieb auf. Handel und Produktion bilden die wirtschaftliche Grundlage, während politische Ämter, Beziehungen, Bestechung und Erpressung den gesellschaftlichen Aufstieg ermöglichen.
Zum Start des Early Access sollen vier Städte und elf Berufe zur Auswahl stehen. Die finale Version peilen die Entwickler derzeit für den Sommer 2027 an, weisen allerdings darauf hin, dass die Dauer der Early-Access-Phase vom Feedback der Spieler abhängt.
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Lidl Online: Discounter informiert Kunden über Datendiebstahl

Der Discounter Lidl informiert Kunden des Online-Shops über einen Datendiebstahl. Demnach erhielten Unbekannte Zugriff auf Kundendaten wie Name, (E-Mail-)Adresse, Telefonnummer und das Geburtsdatum. Bankdaten oder Passwörter seien nicht betroffen. Kunden sollten jetzt aber besonders auf Phishing-Mails achtgeben.
In dem Schreiben an Onlineshop-Kunden, das der Redaktion vorliegt, spricht Lidl von einem „IT-Sicherheitsvorfall bei einem unserer IT-Dienstleister, der Teile Deiner bei Lidl gespeicherten Daten betrifft“. Das Unternehmen sei Anfang der Woche über den Vorfall informiert worden, bei dem Unbekannte nach Angaben des Unternehmens „kurzzeitig auf eine separierte Datei mit Kundendaten zugreifen und trotz hoher IT-Sicherheitsstandards Teile daraus entwenden“ konnten. Das System des Onlineshops selbst sei nicht betroffen gewesen.
Lidl versichert, dass Passwörter, Rechnungs- und Lieferanschriften, Bankdaten oder sonstige Zahlungsinformationen nicht betroffen seien, denn Kundenkonten seien nicht kompromittiert worden.
Allerdings konnten die Datendiebe auf Kundenstammdaten zugreifen, zu denen „Anrede, Vor- und Nachname, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Kundennummer“ gehören.
Lidl warnt vor Phishing-Versuchen
Mit den entwendeten Daten könnten Betrüger nun versuchen, Kunden via E-Mail anzuschreiben und beispielsweise per Link auf betrügerische Webseiten zu locken. Solche Machenschaften sind als Phishing-Angriffe bekannt. Dank der erbeuteten Kundendaten ist es möglich, eine vermeintliche E-Mail von Lidl nun täuschend echt erscheinen zu lassen. Lidl mahnt daher zur besonderen Vorsicht im Posteingang: „Bitte prüfe stets die Authentizität des Absenders. Gib bei Auffälligkeiten keine Daten preis und klicke keine unbekannten Links an.“ Bei Fragen können sich Kunden per E-Mail an data.shop@lidl.de wenden.
Auf einer Webseite gibt das Unternehmen weitere Tipps, um gefälschte E-Mails oder Webseiten als solche zu enttarnen. Erst im Juni wurde ein Fake-Shop aufgedeckt, der sich als Lidl Onlineshop ausgab. Auch viele andere Discounter sind Ziel solcher Betrugsmaschen.
Das wurde inzwischen unternommen
Dem Schreiben zufolge habe der betroffene IT-Dienstleister „unverzüglich reagiert und die erforderlichen Maßnahmen zur Wiederherstellung der vollständigen Absicherung der
IT-Systeme getroffen“. Zudem habe er Strafanzeige gestellt, die zuständige Datenschutzbehörde informiert und Experten zu einer Untersuchung des Vorfalls beauftragt.
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