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Kundenevents: 3 Tipps für ein gelungenes Treffen von einem CEO


Dinner statt Call: Mawave-CEO Jason Modemann setzt auf Kundenevents, um echte Beziehungen aufzubauen. Seine drei wichtigsten Learnings.

Kundenevents: 3 Tipps für ein gelungenes Treffen von einem CEO

Mawave-Gründer Jason Modemann schreibt bei Gründerszene über seinen Alltag als Unternehmer.
Mawave / Logo: Gründerszene

Jason Modemann, CEO und Gründer der Agentur Mawave, nutzt regelmäßige Kundenevents, um Beziehungen zu vertiefen. Was für ihn dabei den Unterschied zwischen einem netten Abend und wirklich wertvollen Austausch macht.

Ich habe irgendwann angefangen, regelmäßig Zeit mit Kunden außerhalb des klassischen Business-Settings zu verbringen. Bei uns sind das inzwischen feste Dinner oder auch mal ein Brunch – meistens einmal im Monat. Manchmal klassisch im Restaurant, manchmal auch mit einem kleinen Twist – zusammen kochen, Sushi rollen oder mit DJ. 

Mir geht es dabei darum, einen Raum zu schaffen, in dem man sich anders begegnet. Denn in einem mehrstündigen Get-together erfährst du oft mehr über einen Kunden als in zehn Calls. Die Dynamik ist einfach eine ganz andere: Man spricht offener, man versteht besser, wie die Person tickt. Und oft entstehen genau dort die Gespräche, die im Arbeitsalltag zwischen zwei Terminen keinen Platz haben.

Es gibt allerdings einen großen Unterschied zwischen „nett essen gehen“ und einem Kundenevent, das wirklich hängen bleibt.

Das sind die drei wichtigsten Dinge, auf die ich bei der Organisation und Durchführung achte:

1. Die Runde

Der größte Hebel für ein gelungenes Event ist, wer miteinander am Tisch sitzt. Wir achten darauf, wie wir die Runde zusammenstellen. Vor allem darauf, dass die Leute vom Level her zusammenpassen. Also entweder Entscheider unter sich oder eher die, die operativ an Projekten arbeiten.

Wenn das nicht stimmt, wird es thematisch schnell schwierig. Dann reden die einen über Strategie und Visionen und die anderen können wenig damit anfangen – oder umgekehrt.

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2. Das Setting

Wir wählen die Location immer sehr bewusst danach aus, was zu unseren Gästen passt. Also zur Zielgruppe, zur Stadt und auch zum Anlass des Abends – mal etwas schicker, mal urbaner und lockerer. In meinen Augen gibt es da kein pauschal richtig oder falsch. Entscheidend ist, dass das Drumherum zum Ziel des Treffens passt.

Was wir zum Beispiel eher vermeiden, ist ein klassisches Buffet. Da steht ständig jemand auf, holt sich etwas zu essen, kommt zurück – es wird unruhig und Gespräche reißen immer wieder ab. Ein Seated Setting oder ein Flying Buffet funktioniert für uns meistens deutlich besser, weil so mehr Ruhe und echte Gesprächsdynamik entstehen.

Deshalb machen wir uns vorher immer Gedanken darüber, wie wir den Abend eigentlich führen wollen: Soll es eher ein tiefer Austausch in kleiner Runde sein oder ein etwas dynamischerer Abend mit mehreren Gesprächsinseln? Genau davon hängen dann Dinge wie Lautstärke, Tischgröße, Sitzordnung und die gesamte Locationwahl ab.

Am Ende geht es weder um das beste Essen noch um die tollste Location, sondern darum, einen Rahmen zu schaffen, in dem gute Gespräche möglich werden.

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3. Die Vorbereitung

Ein Kundenevent soll sich zu keinem Zeitpunkt wie ein Verkaufstermin anfühlen. Sobald ein Gast das Gefühl hat, dass er gerade „bearbeitet“ wird, kippt die Stimmung. Für mich ist entscheidend, dass es sich wie ein echter Austausch auf Augenhöhe anfühlt.

Ich gehe deshalb auch nie komplett unvorbereitet in so ein Treffen. Ich mache mir vorher Gedanken: Was sind Themen, die unsere Gäste gerade beschäftigen? Gibt es Dinge, die ich besser verstehen will?

Eine vorgefertigte Agenda gibt es aber natürlich nicht. Denn es soll trotz allem ein lockeres Zusammenkommen werden und kein Business-Termin. Das heißt auch: zuhören, nachfragen, spontan reagieren. Die besten Events sind die, bei denen man merkt, dass das Gespräch sich entwickelt und nicht vorher geplant war.

Natürlich sind solche monatlichen Events mit Aufwand und Invest verbunden. Allerdings ist es für mich auch eine der effektivsten Arten, Beziehungen wirklich zu vertiefen.

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Wer bin ich ohne meine Firma?

Jason Modemann ist Gründer und Geschäftsführer von der Social Media Agentur Mawave Marketing. Mit 27 Jahren führt er 150 Mitarbeiter. Zu Mawaves Kunden zählen unter anderem Red Bull, Nike und Lidl. Zudem ist er Autor des Buches „Always hungry, never greedy.“





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CMBLU steigt zum Unicorn auf – deutsche-startups.de


#DealMonitor

+++ #DealMonitor +++ Batterie-Grownup CMBLU bekommt weitere 50 Millionen und steigt zum Unicorn auf +++ Enterprise-KI-Startup Cirql One sammelt 5 Millionen ein +++ Finanzspritze für Service-as-a-Software-Startup Damalo +++ Stem übernimmt Raicoon +++

CMBLU steigt zum Unicorn auf

Im #DealMonitor für den 30. April werfen wir einen Blick auf die wichtigsten, spannendsten und interessantesten Investments und Exits des Tages in der DACH-Region. Alle Deals der Vortage gibt es im großen und übersichtlichen #DealMonitor-Archiv.

STARTUPLAND 2027: SAVE THE DATE


The next unicorn? You’ll meet it at STARTUPLAND
+++ Du hast unsere phänomenale dritte STARTUPLAND verpasst? Dann trage Dir jetzt schon einmal unseren neuen Termin in Deinen Kalender ein: Die nächste STARTUPLAND findet am 10. März 2027 statt. Mehr über Startupland

INVESTMENTS

CMBLU 
+++ Samsung Ventures sowie Altinvestoren wie der Technologie- und Baukonzern STRABAG investieren 50 Millionen Euro in CMBLU. Das Unternehmen wird im Rahmen der Series C-Investmentrunde mit rund 1 Milliarden Euro bewertet und steigt somit zum Unicorn auf. Das DeepTech-Unternehmen aus Alzenau, 2014 von Peter Geigle gegründet, setzt auf eine Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus. Hinter der sogenannten SolidFlow-Technologie verbirgt sich eine „neue Klasse nicht-lithiumbasierter Langzeitspeicher, ausgelegt für energieintensive Anwendungen über mehrere Stunden“. STRABAG investierte 2023 bereits 100 Millionen in CMBLU. Insgesamt flossen bereits rund 250 Millionen in das Unternehmen aus Unterfranken. 250 Mitarbeitende arbeiten derzeit für das Batterieunternehmen. Geführt wird CMBLU seit 2024 vom ehemaligen Lichtblick- und Home24-Manager sowie Casper-Gründer Constantin Eis. Der erfahrene Macher soll CMBLU vermutlich über kurz oder lang an die Börse bringen. Mehr über CMBLU

Cirql One
+++ Der Münchner Geldgeber UVC Partners und Fly Ventures aus Berlin investieren 5 Millionen Euro in Cirql One. Das Startup aus Heidelberg, 2025 von Gregor Stöckler, Stefan Hockenberger und Tara von Metzen gegründet, setzt auf eine „Enterprise-KI mit Geschäftskontext“. Die Plattform des Startups extrahiert dabei „gewachsenes institutionelles Wissen aus Enterprise-Systemen wie SAP und macht es für KI direkt nutzbar“. UVC hält nun 91 % am Startup. Auf Fly entfallen 12,7 %. Mehr über Cirql One

Damalo
+++ Business Angels wie Arndt Schwaiger, Peter Leischner, Andreas Mackenstedt, Michael Malovecky und Daniel Claeßens investieren 350.000 Euro in Damalo. Das Startup aus Düsseldorf, 2025 von David Malovecky gegründet, positioniert sich als „Agentic AI Plattform für Microsoft Beratung und Implementierung“. Das junge Unternehmen sieht sich dabei als „Service-as-a-Software“-Anbieter. Mehr über Damalo

MERGERS & ACQUISITIONS

Stem – Raicoon
+++ Der US-amerikanische Energiesoftware-Anbieter Stem übernimmt das Wiener ClimateTech Raicoon. „The acquisition is expected to enhance Stem’s PowerTrack platform by improving how operational data is analyzed and translated into action, helping customers identify, prioritize, and resolve performance issues more quickly across their renewable energy portfolios“, heißt es in einer Presseaussendung. Das Wiener Startup, 2020 von Ralf Tschanun und Michael Edelbacher gegründet, trat an, um die Effizienz von PV-Anlagen zu steigern. Push Ventures, Voltares und eCo. investierten zuletzt 4 Millionen Euro in Raicoon. Mehr über Raicoon

VENTURE CAPITAL

Earlybird
+++ Der Berliner Investor Earlybird verkündet das Final Closing seines achten Fonds (360 Millionen Euro). Trotz der derzeit schwieriges Lage ist es der „bislang größte Fonds“ in der Geschichte des Investors, der 1997 an den Start ging. Im fünften Fonds (2022) waren 350 Millionen. Insgesamt verwaltet das Team nun 2,5 Milliarden. Mit dem neuen Fonds investierte Earlybird bereits in Startups wie Black Forest Labs, SpAItial AI, Sintra AI, Arago, Porters und Rivia. Mit dem frischen Geld plant das Team rund 35 Investments. In der Regel investiert Earlybird initial zwischen 1 und 12 Millionen (Pre-Seed, Seed, Series A). Im Zuge des neuen Fonds verkündet der langjährige Geldgeber auch noch einmal den eingeleiteten Führungswechsel. Mehr über Earlybird

BMW i Ventures
+++ BMW i Ventures, die Beteiligungstochter des Autobauers BMW, legt seinen dritten Fonds auf (300 Millionen US-Dollar). „Vollständig von der BMW Group getragen, legt Fonds-III den Schwerpunkt auf Physical AI, Agentic AI, industrielle Software, Fertigungs- und Lieferkettentechnologien sowie auf fortschrittliche Materialien. Investiert wird in Nordamerika und Europa, von der Seed-Phase bis zur Series-B“, heißt es in einer Presseaussendung. Insgesamt verwaltet BMW i Ventures nun 1,1 Milliarden US-Dollar. BMW i Ventures mit Hauptsitz im Silicon Valley (Mountain View), unterstützt seit 2011 junge und aufstrebende Startups. Mehr über BMW i Ventures

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Foto (oben): azrael74



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Wir stehen am Beginn einer neuen Ära


#StartupsToWatch

Das RegTech Jupus sammelte bereits rund 8 Millionen ein. Zu den Investoren des Kölner Startups gehört der Münchner Investor Acton Capital. Fritz Oidtmann von Acton sieht in Jupus „das Potenzial, einen neuen Standard in der juristischen Arbeitswelt zu setzen“.

„Wir stehen am Beginn einer neuen Ära“

Zu den vielen Startups, die man unbedingt im Blick behalten sollte, gehört das millionenschwere Kölner Startup Jupus. Das junge Unternehmen, das 2022 von René Fergen, Tarek Stolz und Ralf Riesen gegründet wurde, möchte sich als „KI-Sekretariat für Rechtsanwälte“ etablieren.

„Wir stehen am Beginn einer neuen Ära für den Rechtsmarkt. Künstliche Intelligenz wird die Art, wie juristische Arbeit organisiert und ausgeführt wird, grundlegend verändern. Mit Jupus führen wir diesen Wandel an und ermöglichen es Kanzleien, ihre Arbeitsabläufe radikal zu vereinfachen und zu beschleunigen. Unser Ziel ist es, den steigenden Fachkräftemangel abzufedern und Kanzleiteams die Freiheit zu geben, sich wieder voll auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt: die Beratung ihrer Mandanten“, sagt Gründer Fergen zur Idee hinter Jupus.

Der Münchner Investor Acton Capital und Altinvestoren wie der High Tech Gründerfonds (HTGF) investierten zuletzt 6,5 Millionen Euro in Jupus. HTGF, Combination VC und Business Angels wie Felix Plog investierten zuvor zudem bereits 1,3 Millionen Euro in die Jungfirma. „Der Rechtsmarkt steht vor einem Umbruch und Jupus ist ideal positioniert, um diesen Wandel anzuführen. Das Team hat eindrucksvoll bewiesen, wie sich juristische Prozesse durch den Einsatz von KI automatisieren lassen – mit massiven Effizienzsteigerungen für Kanzleien. Wir sehen in Jupus das Potenzial, einen neuen Standard in der juristischen Arbeitswelt zu setzen“, sagt Fritz Oidtmann von Acton Capital.

Jupus gehört somit ohne Frage zu den Startups, von denen wir alle noch viel hören werden.

Durchstarten in Köln – #Koelnbusiness

In unserem Themenschwerpunkt Köln beleuchten wir das dynamische Startup-Ökosystem der Rheinmetropole. Wie sind die Bedingungen für Gründer:innen, welche Investitionen fließen in innovative Ideen und welche Startups setzen neue Impulse? Rund 800 Startups haben Köln bereits als ihren Standort gewählt – unterstützt von einer lebendigen Gründerszene, einer starken Investor:innen-Landschaft sowie zahlreichen Coworking-Spaces, Messen und Netzwerkevents. Als zentrale Anlaufstelle für die Startup- und Innovationsszene stärkt die KölnBusiness Wirtschaftsförderung die Rahmenbedingungen für Gründer:innen, vernetzt sie mit Investor:innen und bietet gezielte Unterstützung. Diese Rubrik wird unterstützt von KölnBusiness. #Koelnbusiness auf LinkedInFacebook und Instagram.

KoelnBusiness

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Foto (oben): Jupus





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Ich habe mit 40 meinen Job gekündigt und ein Unternehmen gegründet


Vier Jahre ohne Gehalt: Jana Krotsch erzählt, warum sie sich als Gründerin und Mutter von drei Kindern rund 5.200 Euro monatlich zahlte.

Ich habe mit 40 meinen Job gekündigt und ein Unternehmen gegründet

Jana Krotsch, Collage: Gründerszene

In unserer Reihe zeigen Gründerinnen und Gründer, wann sie sich ihr erstes Gehalt ausgezahlt haben, wie hoch es war – und warum sie genau diesen Zeitpunkt ausgewählt haben. Hier erzählt: Jana Krotsch, Gründerin von ubiMaster.

Vier Jahre lang baute Jana Krotsch ihr Startup auf, ohne sich ein Gehalt auszuzahlen: 2018 gründete sie in München das Edtech-Unternehmen UbiMaster, inspiriert von ihrem Alltag als berufstätige Mutter von drei Schulkindern.

Vor der Gründung arbeitete Krotsch unter anderem als Senior Project Manager bei Munich Re. Mit Anfang 40 kündigte sie, investierte ihre Abfindung vollständig in das Unternehmen und startete als Solo-Gründerin. Finanziell trug in dieser Zeit vor allem ihr Mann die Familie, zusätzlich lebte sie von Rücklagen. Erst 2022 begann sie, sich erstmals Geld aus dem Unternehmen auszuzahlen.

So funktioniert UbiMaster

UbiMaster ist eine digitale Nachhilfeplattform, über die sich Schüler spontan Unterstützung holen können. Sie loggen sich ein und werden innerhalb weniger Minuten mit einem Tutor verbunden – egal ob Mathe, Deutsch oder Englisch. Bezahlt wird das Ganze nicht von den Familien, sondern von Partnern wie Banken oder Unternehmen, die das Angebot integrieren. Für die Nutzer ist es dadurch kostenlos und jederzeit verfügbar.

Hier erzählt sie von ihrem ersten Gründer-Gehalt, wann und wie viel sie sich ausgezahlt hat, und, wie sie die Höhe des Gehaltes festgelegt hat.

Gründerszene: Du hast als Mutter in deinen 40ern gegründet. Was hat dich dazu bewegt?

Jana Krotsch: Ich habe mich damals gefragt, ob ich das, was ich gerade mache, wirklich bis zum Ende meines Berufslebens machen möchte, oder ob ich nochmal etwas verändern will. Durch meine Kinder habe ich gemerkt, wie groß der Bedarf an Nachhilfe ist und wie stark Bildung immer noch vom Geldbeutel der Eltern abhängt. Es ging bei meinen Kindern nicht immer nur darum, ein Klassenziel zu erreichen, sondern auch darum, sich zu verbessern. Gleichzeitig war ich selbst im Job oft eingespannt und konnte nicht immer helfen. Da kam die Idee: Können wir das nicht einfacher lösen? Ich habe mich dann bewusst entschieden zu kündigen und etwas Eigenes zu machen. Viele in meinem Umfeld waren in klassischen Karrieren und somit eher skeptisch. Auch weil es ja schon viele Nachhilfeanbieter am Markt gab – aber eben mit einem anderen Ansatz. Da fühlt man sich manchmal allein.  Mein Mann hat mich in solchen Phasen sehr unterstützt und mir auch geraten, immer mal Abstand vom Business zu nehmen. Das hat geholfen, wieder klarer zu denken.

Was war der größte Unterschied zur Corporate-Welt?

Es war komplett anders. In einem Unternehmen hat man immer Ansprechpartner, mit denen man sich austauschen kann. Als Gründerin war ich am Anfang allein, hatte kein Netzwerk und musste viele Entscheidungen selbst treffen. Gleichzeitig war es unglaublich spannend, weil jeden Tag etwas Neues passiert. Ich habe in dieser Zeit extrem viel gelernt, wahrscheinlich so viel wie sonst in vielen Jahren.

Wie sah dein Alltag mit drei Kindern und Gründung aus?

Man darf sich nichts vormachen. Ein Unternehmen zu gründen und gleichzeitig Kinder zu betreuen, funktioniert nicht parallel. Man arbeitet mindestens so viel wie in einem normalen Job, oft auch am Wochenende. Wir hatten Unterstützung durch Kinderbetreuung und ein Aupair. Trotzdem war es eine intensive Zeit. Ich habe viel abends und nachts gearbeitet, weil tagsüber die Kinder da waren.

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Wann diese Gründerin sich ihr erstes Gehalt zahlte – und wie hoch es war

Wann hast du dir das erste Gehalt ausgezahlt – und wie hoch war es?

Ich habe 2018 gegründet und mir bis 2022 kein Gehalt ausgezahlt. Erst als wir stabile Umsätze hatten, Mitarbeitende und eine Finanzierungsrunde in Sicht war, habe ich damit angefangen. Mein erstes Gehalt lag bei etwa 5.200 Euro im Monat. Das ist für eine Gründerin wahrscheinlich eher hoch, aber man muss den Kontext sehen: Ich habe viele Jahre Berufserfahrung, komme aus der Corporate-Welt und habe eine Familie.

Wie hast du in der Zeit ohne Gehalt gelebt?

Am Anfang habe ich einen Gründerzuschuss bekommen, der etwa ein Jahr lief. Danach haben wir von Ersparnissen gelebt, und mein Mann hat mit seinem Gehalt den Großteil der laufenden Kosten übernommen. Ich habe auch eigenes Geld in das Unternehmen investiert. Zusätzlich gewannen wir , aber diese Mittel waren für den Aufbau des Unternehmens gedacht, nicht für ein Gründergehalt.

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Warum hast du genau zu diesem Zeitpunkt angefangen, dir ein Gehalt auszuzahlen?

Der entscheidende Punkt war, dass die Umsätze planbarer wurden. Die Geschäftsentwicklung war nicht mehr so volatil, sondern stabiler. Außerdem kam eine Finanzierungsrunde näher. Sobald Investoren einsteigen, ist es ohnehin üblich, ein Geschäftsführergehalt zu haben. Deshalb war das der richtige Moment.

Wie hat sich das erste Gehalt angefühlt?

Es macht schon etwas mit einem, wieder regelmäßig Geld auf dem eigenen Konto zu haben. Es ist auch ein Stück Stolz. Aber ich messe meinen Erfolg nicht nur daran. Für mich sind die wichtigen Momente, wenn wir sehen, dass wir viele Schüler erreichen und wirklich etwas bewirken.

Hattest du ein schlechtes Gewissen, dir Geld auszuzahlen?

Nein, weil ich das erst gemacht habe, als das Unternehmen es tragen konnte. Vorher ging es schlicht nicht.

Wie hast du die Höhe deines Gehalts festgelegt?

Ich habe geschaut, was in der Gründerszene üblich ist, und das mit meiner eigenen Situation abgeglichen. Ich komme aus einer gut bezahlten Corporate-Karriere und habe eine Familie – das muss man dabei beachten. Später spielt auch die Abstimmung mit Investoren eine Rolle. Außerdem ist finanzielle Vorsorge extrem wichtig. In den Jahren ohne Einkommen habe ich zum Beispiel nichts in die Rentenversicherung eingezahlt. Ein gutes Gründergehalt sollte so gewählt sein, dass man stabil leben kann. Wenn man ständig finanziellen Druck hat, kann man nicht kreativ arbeiten.

Würdest du rückblickend etwas anders machen?

Nein, der Zeitpunkt war richtig. Früher ging es nicht, weil nicht genug Kapital da war. Später hätte es auch keinen Sinn gemacht.

Wie seid ihr als Familie mit dem finanziellen Risiko umgegangen?

Wir haben sehr offen darüber gesprochen. Ich habe mir ein klares Budget gesetzt und gesagt: Ich investiere das und schaue, ob es funktioniert. Wir sind eine Familie mit drei Kindern und laufenden Kosten, da muss man transparent sein. Man sollte die finanzielle Situation unbedingt vorher klären und offen darüber sprechen. Ein Partner, der das mitträgt, ist sehr wichtig. Für mich war das Ganze eine bewusste Investition, in das Unternehmen, aber auch in mein Leben.

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Wie gut lassen sich Gründung und Familie vereinbaren?

Es bringt eine gewisse Flexibilität, aber man arbeitet auch viel abends und nachts. Für mich war es ein guter Zeitpunkt, weil meine Kinder schon etwas älter waren. Mit ganz kleinen Kindern hätte ich mir das deutlich schwieriger vorgestellt.

Was hat dir die Gründung persönlich gebracht?

Sehr viel. Ich habe extrem viel gelernt. Und ich sehe auch, dass ich meinen Kindern etwas vorlebe. Meine Tochter hat einmal gesagt, dass sie sich ohne mich vielleicht nie getraut hätte, selbst einen unternehmerischen Weg zu gehen. Das ist für mich ein sehr schönes Feedback.





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