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DSA-Bilanz: Wie deutsche Nutzer 2025 die Internet-Riesen herausforderten


Johannes Heidelberger, der Digital Services Coordinator (DSC) in der Bundesnetzagentur, zieht eine positive Bilanz seiner Arbeit: Mit der Veröffentlichung seines Tätigkeitsberichts 2025 macht er deutlich, dass die Durchsetzung des Digital Services Act (DSA) in Deutschland an Fahrt gewonnen hat. 2024 war noch von personellen Aufbauarbeiten und dem Inkrafttreten des Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) geprägt. Das erste volle Kalenderjahr der Umsetzung zeigt nun messbare Erfolge für den Schutz der Nutzer.

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Die Koordinationsstelle hat sich laut dem Bericht zu einer effektiven Plattformaufsicht entwickelt, die systemische Mängel bei den digitalen Giganten adressiert. Ein Pfeiler dieser Arbeit ist das DSC-Beschwerdeportal, das 2025 einen regelrechten Ansturm erlebte. Im Vergleich zum Rumpfjahr 2024, in dem nur 884 Eingänge verzeichnet wurden, stieg die Zahl der Eingaben auf insgesamt 3321.

Davon entfielen 2033 Beschwerden direkt auf mögliche Verstöße gegen den DSA – ein Plus von fast 150 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bürger kritisieren dabei vor allem mangelhafte Begründungen der Plattformen bei Kontosperren oder Intransparenz bei der Entfernung von Inhalten. Da ein Großteil dieser Beschwerden Plattformen wie Meta oder Google betrifft, die ihren Sitz in Irland haben, übermittelte die Stelle 237 Fälle zur weiteren Bearbeitung an den irischen DSC. 2024 waren es erst 83.

Parallel greift der Koordinator in seinem eigenen Zuständigkeitsbereich härter durch: Insgesamt leitete er im Berichtszeitraum 26 neue nationale Verwaltungsverfahren gegen Vermittlungsdienste ein. Bis Ende 2024 waren es insgesamt nur vier. Ein konkreter Schwerpunkt der aktuellen Ermittlungen liegt auf der unzureichenden Umsetzung von Artikel 16 (Melde- und Abhilfeverfahren) und Artikel 17 (Begründung von Entscheidungen) des DSA. In einem Verfahren konnte der DSC bereits schnelle Abhilfe erzielen, indem ein Diensteanbieter seine internen Beschwerdeprozesse unmittelbar nach Einleiten des Verfahrens korrigierte.

Ein weiteres Verfahren richtete sich gegen einen Online-Marktplatz, der die Nachverfolgbarkeit von Händlern vernachlässigt hatte, wodurch Verbraucher vor potenziell unsicheren Produkten geschützt werden sollen. Dass die Regulierung auch finanzielle Konsequenzen hat, belegen Verfahren auf EU-Ebene: 2025 konnte der DSC hier die EU-Kommission maßgeblich unterstützen, was in einem Bußgeld von 120 Millionen Euro gegen Elon Musks Plattform X mündete: Die EU wirft der Plattform irreführende Verifizierungssysteme und erschwerten Datenzugang für Forscher vor.

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Neben der staatlichen Aufsicht zertifiziert der DSC die sogenannten „Trusted Flaggern“. 2024 war mit der Meldestelle Respect nur ein solcher „vertrauenswürdiger Hinweisgeber“ zertifiziert. 2025 stieg die Zahl durch die Anerkennung des Bundesverbands Onlinehandel, HateAid und des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv) auf vier an. Diese können Meldungen über rechtswidrige Inhalte einreichen, die von den Plattformen vorrangig bearbeitet werden müssen.

Auch im Bereich der Wissenschaft meldet die Behörde einen Durchbruch: Im Oktober startete das EU-Datenportal. Der deutsche DSC erhielt bereits in den ersten 24 Stunden nach Inkrafttreten des entsprechenden Rechtsakts den ersten Forschungsantrag. Insgesamt gingen acht Ersuchen ein, die darauf abzielen, systemische Risiken wie die Verbreitung von Desinformation oder den Schutz von Minderjährigen in Social-Media-Feeds wissenschaftlich zu untersuchen. Damit soll die algorithmische Blackbox für die Forschung geöffnet werden.

Der DSC agiert in einem engen Netzwerk. Er bündelt die Expertise der Landesmedienanstalten für den Jugendschutz, der Bundesdatenschutzbeauftragten und der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz. Der DSC verfügt mittlerweile über ein Team von rund 30 besetzten Stellen und ein Budget von 1,7 Millionen Euro für Sachkosten.


(vbr)



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Neue Filme und Serien bei Netflix, Disney+ und Amazon Prime im Mai 2026


Im Mai starten wieder allerlei Highlights bei den großen Streaming-Anbietern. Dazu zählen in diesem Monat unter anderem die Noir-Superheldenserie „Spider-Noir“ sowie die Mystery-Serie „The Boroughs“.

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Mit „The Boroughs“ startet am 21. Mai 2026 bei Netflix eine ungewöhnliche Mystery-Serie, die das Erfolgsrezept der Duffer Brothers in ein neues Umfeld verlegt. Matt und Ross Duffer sind vor allem für die erfolgreiche SciFi-Horrorserie „Stranger Things“ bekannt, in der es eine Gruppe Kinder mit bedrohlichen Aliens zu tun bekommt. Im Zentrum von „The Boroughs“ steht eine scheinbar idyllische Seniorenresidenz in der Wüste von New Mexico, deren ruhiger Alltag durch eine übernatürliche Bedrohung erschüttert wird.

Eine Gruppe älterer Bewohner, darunter ein trauernder Neuzugang, entdeckt Hinweise auf eine alienartige Präsenz, die ihnen buchstäblich die Zeit zu stehlen droht, und sieht sich gezwungen, selbst aktiv zu werden. Zu der tatkräftigen, investigativen Seniorengruppe, die von einem hochkarätigen Ensemble gespielt wird, gehören unter anderem Jack (Bill Pullman), Renee (Geena Davis), Art (Clarke Peters), Sam (Alfred Molina), Judy (Alfre Woodard) und Wally (Denis O’Hare).

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Trailer zu „The Boroughs“

Bei Amazon Prime Video startet am 27. Mai 2026 die stilistisch ausgefallene Superheldenserie „Spider-Noir“ mit Nicolas Cage in der Hauptrolle. „Spider-Noir“ hebt sich optisch und atmosphärisch bewusst deutlich von anderen, klassischen Marvel-Adaptionen ab und erzählt eine besondere „Spider-Man“-Geschichte im New York der 1930er-Jahre. Die Handlung folgt dem gealterten Privatdetektiv Ben Reilly (Nicolas Cage), der ein tristes Leben führt und von seiner Vergangenheit als maskierter Rächer eingeholt wird. Als ein besonders brisanter Fall Bens Weg kreuzt, wird er gezwungen, erneut in die Rolle des „Spider“ zu schlüpfen und sich nicht nur mit Verbrechen, sondern auch mit Schuldgefühlen, düsteren Erinnerungen und seiner eigenen Identität auseinanderzusetzen.

Die Serie kombiniert Elemente des Film Noir mit einer ebenso spannenden wie rauen Superhelden-Mythologie und wird sowohl in Schwarz-Weiß als auch in Farbe veröffentlicht, was als Hommage an das klassische Kino gedacht ist. Nicolas Cage ist in „Spider-Noir“ erstmals physisch im Marvel-Universum zu sehen, nachdem er der Originalversion des Animationsfilms „Spider-Man: Into the Spider-Verse“ bereits seine Stimme geliehen hatte.

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Trailer zu „Spider-Noir“

Am 7. Mai 2026 erscheint bei Disney+ der Film „Send Help“, eine Mischung aus Survival-Thriller und Drama, angereichert mit einer Prise schwarzem Humor. Im Zentrum der Geschichte stehen zwei gegensätzliche Charaktere, die Angestellte Linda Liddle (Rachel McAdams) und ihr überheblicher Chef Bradley Preston (Dylan O’Brien), die nach einem Flugzeugabsturz die einzigen Überlebenden sind und auf einer einsamen Insel landen. Da sich die beiden schon vor der Katastrophe nicht besonders gut leiden konnten, führt die lebensbedrohliche Situation auf der Insel zu dramatischen und teilweise morbiden Spannungen zwischen Linda und Bradley.

Während Linda sich als überraschend kompetent in Sachen Survival erweist, versucht Bradley weiterhin seine Machtposition auszuspielen. Um zu überleben, müsste das Duo eigentlich, wenn auch widerwillig, zusammenarbeiten und sich um Nahrung, eine geschützte Unterkunft sowie eine Möglichkeit von der Insel zu entkommen kümmern. Trotz der gefährlichen Umstände entwickelt sich die Dynamik zwischen Linda und Bradley jedoch zunehmend in eine manipulative und bedrohliche Richtung.

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Trailer zu „Send Help“

Die folgende Tabelle zeigt alle neuen Filme und Serien, die im Mai bei Netflix, Disney+ und Amazon Prime Video erscheinen und im Abopreis inbegriffen sind. Titel, die bei Amazon ausschließlich zum Einzelkauf oder zum Leihen verfügbar werden, sind nicht angegeben.

Disney+ Release
Filme
Bridesmaids 01.05.
Shaun of the Dead 01.05.
Send Help 07.05.
The Punisher: One Last Kill 13.05.
Miraculous World: Tokio, Stellar Force 13.05.
Lisa Ann Walter: It was an Accident 15.05.
Wilsberg – Mit allen Wassern gewaschen 20.05.
Wilsberg – Phantomtod 20.05.
Marvels Spidey und Iron Man: Avengers, sammeln! 20.05.
Familie Bundschuh – Wir machen Camping 20.05.
Helen Dorn – Schwarzes Herz 20.05.
The Comeback Trail 27.05.
Serien
Grey’s Anatomy: Staffel 22 06.05.
Amsterdam Central: Alltag am Mega-Bahnhof: Staffel 1 06.05.
Stanley Tucci in Italien: Staffel 2 12.05.
Miraculous – Geschichten von Ladybug und Cat Noir: Staffel 6 13.05.
Rivals: Staffel 2 15.05.
Welcome to Wrexham: Staffel 5 15.05.
Bluey Kurzgeschichten 20.05.
9-1-1: Nashville: Staffel 1 20.05.
Borders: Staffel 1 20.05.
Dr. Nice: Staffel 4 20.05.
Hidden Agenda: Staffel 1 20.05.
Ritter Rost: Staffel 1 20.05.
PUSH: Staffel 1 20.05.
Riding in Darkness: Staffel 1 20.05.
Weiss & Morales: Staffel 1 20.05.
Dorohedoro: Staffel 1+2 22.05.
Abbott Elementary: Staffel 5 27.05.
Das Stanford-Prison-Experiment: Was geschah wirklich?: Staffel 1 27.05.
Micky & Ich: Staffel 4 27.05.
Watzmann ermittelt: Staffel 1 27.05.
Deli Boys: Staffel 2 28.05.
Dragon Ball Super: Staffel 1 31.05.
Amazon Release
Filme
Under The Stars 01.05.
The Boogeyman (2023) 01.05.
Feste & Freunde – Ein Hoch auf uns! 02.05.
PAW Patrol: Der Kinofilm 02.05.
Sonne und Beton 03.05.
Home Sweet Home: Rebirth 03.05.
Never Let Go 03.05.
Daddy’s Home: Ein Vater zu viel 04.05.
Daddy’s Home 2 04.05.
Azrael – Angel of Death 07.05.
Predators 07.05.
Charlie und die Schokoladenfabrik 07.05.
Niko – Reise zu den Polarlichtern 07.05.
Rubikon 07.05.
Prey (2022) 07.05.
Mumien: Ein total verwickeltes Abenteuer 07.05.
No Place to be Single 08.05.
Der Spion von Nebenan 08.05.
A Quiet Place 1+2 09.05.
The Killer Whale 09.05.
The Day After Tomorrow 10.05.
The Crow 10.05.
Robot Dreams 10.05.
Die Braut, die sich nicht traut 12.05.
Barbie 12.05.
Godzilla: King of The Monsters 14.05.
Transformers 14.05.
Transformers: Ära Des Untergangs 14.05.
Transformers: The Last Knight 14.05.
Transformers – Die Rache 14.05.
Bumblebee 14.05.
Godzilla vs. Kong 14.05.
Kong: Skull Island 14.05.
Not Without Hope 15.05.
Bad Times At The El Royale 15.05.
Weekend In Taipei 16.05.
Mad Max: Fury Road 16.05.
Last Contact 17.05.
Braveheart 17.05.
Die nackte Kanone 1-3 18.05.
Ganzer Halber Bruder 18.05.
Meg 2: Die Tiefe 18.05.
Tom Clancy’s Jack Ryan: Ghost War 20.05.
Eragon 20.05.
Kyle Larson vs. The Double 21.05.
The Other Woman (2014) 21.05.
Inception 21.05.
First Shift 23.05.
Die Schule Der Magischen Tiere 3 24.05.
Dragonkeeper 24.05.
House Party 24.05.
Türkisch für Anfänger 26.05.
Sunny 28.05.
Top Gun: Maverick 28.05.
Top Gun 28.05.
Die wilden Mäuse 28.05.
Influencers 29.05.
Idiocracy 30.05.
Twilight Of The Warriors: Walled In 30.05.
Manta Manta – Zwoter Teil 31.05.
NBA Playoffs Mai
Serien
Das Glashaus: Staffel 1 01.05.
Citadel: Staffel 2 06.05.
Good Omens: Staffel 3 13.05.
Off Campus: Staffel 1 13.05.
LOL: Last One Laughing: Staffel 7 14.05.
So ist das nicht: Staffel 1 15.05.
61st Academy of Country Music Awards: Staffel 5 18.05.
Spider-Noir: Staffel 1 27.05.
Netflix Release
Filme
Meine geliebte Señorita 01.05.
Der Schwiegersohn 01.05.
Swapped – Getauscht 01.05.
Trauzeugen 01.05.
Sonne und Beton 03.05.
Mädchen Mädchen 04.05.
Funny AF with Kevin Hart 05.05.
Countdown: Rousey vs. Carano 06.05.
My Dearest Assassin 07.05.
USA 94: Brasiliens Rückkehr an die Spitze 07.05.
Das Glück hat acht Arme 08.05.
The Roast of Kevin Hart 11.05.
Untold UK: Jamie Vardy 12.05.
Marty, Life Is Short 12.05.
Der Bus: Die Revolte der Les Bleus 13.05.
The Crash: Wenn junge Liebe toxisch wird 15.05.
Ronda Rousey vs. Gina Carano 17.05.
Wanda Sykes: Legacy 19.05.
Untold UK: Liverpool’s Miracle of Istanbul 19.05.
James. 21.05.
Ladies First 22.05.
Untold UK: Vinnie Jones 26.05.
Gladiator II 28.05.
Rafa 29.05.
AFI Life Achievement Award: A Tribute to Eddie Murphy 31.05.
Serien
Glory 01.05.
Dr. Seuss: Horton!: Staffel 2 04.05.
The Handmaid’s Tale Staffel 1-6 06.05.
Worst Ex Ever: Staffel 2 06.05.
Love is Blind: Poland 06.05.
Der Kastanienmann: Versteckspiel 07.05.
Legends 07.05.
Danke – Nächster!: Staffel 3 08.05.
My Royal Nemesis 08.05.
Pop Culture Jeopardy! 11.05.
Devil May Cry: Staffel 2 12.05.
Can a Song Save Your Life? 13.05.
Perfect Match: Staffel 4 13.05.
Between Father and Son 13.05.
Gockel: Staffel 2 13.05.
Nemesis 14.05.
Soul Mate 14.05.
Berlin und die Dame mit dem Hermelin 15.05.
The Wonderfools 15.05.
Emergency Room: Die Notaufnahme Staffel 1-15 15.05.
Carísima 20.05.
The Boroughs 21.05.
Mating Season 22.05.
My 2 Cents 27.05.
Achtsam Morden: Staffel 2 28.05.
The Four Seasons: Staffel 2 28.05.
Brasilien 70: Der dritte WM-Stern 29.05.
Calabasas Confidential 29.05.

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(sem)



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Zu viel Überwachung in französischem Anti-P2P-Gesetz: Hadopi entkernt


Frankreichs Urheberrechts-Bestrafungssystem Hadopi ist ab sofort weitgehend wirkungslos. Seit 2010 sieht das Modell der „abgestuften Erwiderung” auf vermutete Urheberrechtsverletzung in P2P-Netzen (Filesharing) beim dritten Mal eine Geldstrafe vor („three strikes”). Das Problem: Dafür speichert der Internetprovider (ISP) des verdächtigten Anschlussinhabers personenbezogene Daten gemeinsam mit Informationen über die vermutlich kopierten Werke. Dies erfolgt auf Zuruf privater Organisationen. Die Daten können tiefen Einblick in besonders sensible Bereiche des Privatlebens gewähren, beispielsweise in die sexuelle oder religiöse Orientierung.

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Frägt die für Hadopi zuständige Regulierungsbehörde Arcom diese Daten mehr als zweimal ab, kann sich ein Muster zeigen. Daher hat der Conseil d’État, das höchste Verwaltungsgericht Frankreichs, am Donnerstag Arcom untersagt, die Daten mehr als zweimal pro verdächtigem Anschlussinhaber anzufordern (Erkenntnis N° 433539). Denn ohne unabhängige Genehmigung der Einsichtnahme ist das Datenschutzrisiko unverhältnismäßig zur Ahndung geringfügiger Verletzungen des Urheberrechts und verstößt gegen die Vorgaben des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Vorratsdatenspeicherung. Notwendig wäre getrennte Speicherung von IP-Adressen und Inhaltsdaten.

Damit fällt die Möglichkeit, beim dritten Verstoß eine Geldstrafe durch die Staatsanwaltschaft zu veranlassen, weg. Beim ersten Verdachtsfall schickt die Behörde eine Warnung per E-Mail, beim zweiten Mal per Einschreiben. Doch zur bisher vorgesehenen Geldstrafe von bis zu 1.500 Euro kommt es vorerst nicht mehr. Das Verbot der dritten Datenverknüpfung gilt ab sofort. Das Kulturministerium wollte, dass die Datenschutzverletzungen ein Jahr lang weiterlaufen dürfen; doch das hat der Conseil d’État abgelehnt, zumal seit der einschlägigen EuGH-Vorlageentscheidung genau zwei volle Jahre verstrichen sind.

In dieser Zeit hätten Gesetzgeber oder Regulierungsbehörde auf die Vorgaben des EuGH reagieren können. Möglich wären beispielsweise Auflagen, wonach die Internetprovider die Daten getrennt zu speichern haben; Bestrafung bereits beim zweiten Verstoß; Genehmigungen im Einzelfall durch ein Gericht oder eine andere unabhängige Behörde; oder blinde Verwarnungen, bei denen Arcom nicht erfährt, welche Werke unzulässig kopiert worden sein sollen.

Kommenden Mittwoch möchte sich die Regulierungsbehörde mit Vertretern der großen Rechteinhaber dazu beraten. Allerdings ist der Betrieb des Hadopi-Systems teuer, und seit seiner Konzeption ist die Bedeutung von P2P-Filesharing deutlich zurückgegangen. Zudem ist die Wirksamkeit des Three-Strike-Ansatzes seit jeher zweifelhaft.

Sind die vermuteten Verstöße gegen das Urheberrecht so schwer, dass sie strafrechtlich relevant werden, hält das Höchstgericht auch die mehrmalige Zusammenführung der Daten für zulässig. Strafrechtliche Verfolgung ist allerdings sowieso, auch ohne Hadopi mit seinem Three-Strikes-Modell, möglich.

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Die Aussetzung der tiefgreifenden Datenauswertung ist ein Erfolg für jene Vier, die seit vielen Jahren gegen Hadopi prozessieren: die Bürgerrechtsorganisation Quadrature du Net, der älteste ISP Frankreichs French Data Network, der regionale ISP Franciliens.net (beide gemeinnützig) und der Verband gemeinnütziger Internetzugangsprovider in Frankreich (Fédération FDN).


(ds)



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Cyber Resilience Act: BSI wird zum digitalen TÜV für vernetzte Produkte


Die Bundesregierung hat die Weichen für eine umfassende Regulierung der Cybersicherheit von vernetzten Produkten in Deutschland gestellt. Mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Durchführung der Cyberresilienz-Verordnung (Cyber Resilience Act) der EU soll das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur zentralen Instanz für die Sicherheit im digitalen Binnenmarkt werden.

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Das BSI übernimmt dabei laut dem am Mittwoch vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachten Regierungsentwurf eine Doppelrolle als Marktüberwachungs- und Notifizierungsbehörde. So soll das Bonner Amt weitreichende Befugnisse erhalten, um sicherzustellen, dass Produkte mit digitalen Elementen – vom smarten Kühlschrank bis zur industriellen Steuerung – die EU-weiten Mindestanforderungen an die Cybersicherheit erfüllen.

Die Initiative folgt dem Prinzip einer Eins-zu-eins-Umsetzung der europäischen Vorgaben. Die Regierung verzichtet bewusst auf zusätzliche nationale Anforderungen, um den bürokratischen Aufwand für die Wirtschaft gering zu halten. Hersteller werden durch den Cyber Resilience Act (CRA) verpflichtet, schon bei der Konzeption Sicherheitsaspekte zu berücksichtigen (Security by Design), Risikobewertungen vorzunehmen und über den Lebenszyklus eines Produkts Sicherheitsupdates bereitzustellen.

Besonders relevant ist die neue Meldepflicht für aktiv ausgenutzte Schwachstellen. Sie greift schon ab dem 11. September 2026. Die vollständigen Anforderungen sollen erst ab Dezember 2027 verbindlich werden.

Um diese Mammutaufgabe zu bewältigen, ist ein hoher personeller Aufwand vorgesehen. Das BSI soll für die neuen Aufgaben bereits in diesem Jahr 95 zusätzliche Stellen erhalten. Bis 2029 soll dieser Bedarf auf insgesamt 141 Stellen anwachsen.

Neben der Überwachung der Konformität von Produkten wird das BSI eine Beschwerdestelle für Verbraucher einrichten. Zudem erhält die Behörde die Kompetenz, Prüfstellen bei Engpässen auch selbst zu bewerten und zu überwachen, sofern ein öffentliches Interesse an deren Notifizierung besteht.

Ein zentraler Baustein des Gesetzes sind gezielte Unterstützungsangebote. Das BSI wird beauftragt, Sensibilisierungen und Schulungen anzubieten, die sich ausdrücklich auch an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie an Verwalter von Open-Source-Software richten.

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Ein Reallabor für Cyberresilienz soll Herstellern eine kontrollierte Umgebung bieten, um die Anforderungen der Verordnung praktisch zu erproben. Für die Einrichtung dieses Zentrums und die Notifizierung von Prüfstellen veranschlagt der Bund einmalig Kosten in Höhe von rund 10 Millionen Euro.

Der Entwurf geht nun an Bundestag und Bundesrat. Die Länderkammer muss dem Gesetz nicht zustimmen. Abgeordnete begrüßen das Vorhaben grundsätzlich, stellen aber kritische Fragen. Digitalpolitiker aus der Regierungskoalition wie Henri Schmidt (CDU) loben die Unterstützung für KMU und bringen eine Ausweitung dieser Angebote auf weitere Akteure ins Spiel.

Die Grünen mahnen indes zur Eile, da die EU-Vorschriften zur Notifizierung bereits im Juni 2026 wirksam werden. Die digitalpolitische Sprecherin Jeanne Dillschneider warnte im Gespräch mit dem SZ-Dossier davor, die langen Übergangsfristen könnten Firmen dazu verleiten, nötige Vorbereitungen aufzuschieben. Sie zieht Parallelen zur Umsetzung der NIS2-Richtlinie, bei der viele Einrichtungen Meldefristen versäumten. Erforderlich sei eine frühzeitige Vorbereitung der Prüfstrukturen, um Engpässe bei der Produktzertifizierung zu vermeiden.


(wpl)



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