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Künstliche Intelligenz

SpaceX bereitet den Erstflug des Starship V3 vor


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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Das Raumschiff für Flüge zum Mond und zum Mars: Das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX will in dieser Woche erstmals seine Schwerlastrakete Starship V3 starten. Die neue Version ist größer und leistungsfähiger als der Vorgänger.

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Das Starship V3 soll am Mittwoch, dem 20. Mai, vom SpaceX-Gelände Starbase im US-Bundesstaat Texas aus abheben. Das Startfenster öffnet sich laut SpaceX um 18:30 Uhr Ortszeit – das ist 0:30 Uhr am 21. Mai unserer Zeit. Das Startfenster beträgt etwa anderthalb Stunden.

Das Starship war ohnehin schon die größte je gebaute Rakete. Die Version ist mit 124 Metern Höhe noch einmal um 1 Meter größer als V2. Daneben hat SpaceX für beide Stufen den Antrieb überarbeitet, sodass das Starship V3 auch leistungsfähiger ist.

Für die Oberstufe sei das Antriebssystem von Grund auf neu entwickelt worden, teilte SpaceX mit. Dazu gehörten ein größerer Tank, eine neue Verkabelung, durch die Teile der Triebwerksverkleidung wegfallen konnten, sowie ein besseres Lageregelungssystem.

Zudem kann das Starship V3 im Weltraum betankt werden. Diese Möglichkeit ist wichtig für die bevorstehenden Mondmissionen der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (NASA).

SpaceX hat das Design der Erststufe Super Heavy geändert: Statt vier hat sie nur noch drei Gitterflossen. Diese sind dafür um die Hälfte größer und stabiler. Die Flossen werden für das Auffangen der Erststufe benötigt.

Zudem sind die Flossen tiefer als bisher angebracht. Dadurch sollen sie weniger Hitze ausgesetzt werden, wenn die zweite Raketenstufe zündet, bevor die erste abgetrennt wird. Hot-Staging heißt dieser Vorgang.

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Auch die Leitung, durch die kalter Treibstoff zu den Raptor-Triebwerken der Super-Heavy-Stufe fließt, haben die Ingenieure verändert. Das soll laut SpaceX ermöglichen, alle 33 Triebwerke gleichzeitig zu starten sowie die Drehmanöver schneller und zuverlässiger durchzuführen.

Die Raptor-Triebwerke wurden ebenfalls überarbeitet, sodass sie mehr Schub erzeugen: 2450 Kilonewton statt 2255 Kilonewton. Gleichzeitig sei es gelungen, das Gewicht um eine Tonne pro Triebwerk zu reduzieren.

Für den Erstflug des neuen Starship hat SpaceX eine neue Rampe gebaut, das Pad 2. Das hat unter anderem kürzere Arme, die sogenannten Chopsticks, mit denen die erste Stufe nach dem Abstieg aufgefangen wird. Zudem soll das Betanken auf der neuen Rampe schneller gehen.

Beim Erstflug des Starship V3 wird die Erststufe jedoch nicht eingefangen. Super Heavy soll zwar kontrolliert absteigen, wird dann aber in den Golf von Mexiko stürzen. Das Starship selbst wird bis auf eine suborbitale Bahn aufsteigen und nach etwa 18 Minuten nach dem Start 22 Attrappen von Starlink-2-Satelliten aussetzen.

Anschließend soll das Raumschiff ebenfalls kontrolliert zur Erde absteigen. Wie Super Heavy wird auch das Starship nicht wiederverwendet, sondern im Wasser versinken, in diesem Fall im Indischen Ozean. Die gesamte Mission soll 1 Stunde und 5 Minuten dauern.

Das Starship soll bei künftigen Flügen zum Mond eingesetzt werden. Zudem will SpaceX damit zum Mars fliegen. Im April 2023 hob ein Starship zum ersten Mal ab und explodierte nach wenigen Minuten. Nach diversen Misserfolgen war der elfte Flug im Oktober 2025 der zweite erfolgreiche Flug in Serie. Er war zugleich der letzte des Starship V2.


(wpl)



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Ende der Telefon-AU: „Irrsinn, der für Millionen zusätzliche Arztbesuche sorgt“


Die vorgestellten Pläne der Bundesregierung für strengere Regeln bei Krankschreibungen stoßen auf breite Kritik. Künftig soll als gesetzliche Regel eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) bereits ab dem ersten Krankheitstag vorgelegt werden – vorgeschrieben ist eine ärztliche Bescheinigung bisher erst ab dem vierten Tag. Zudem soll es die Telefon-AU künftig nicht mehr geben. Begründet wird die Verschärfung mit dem Ziel, hohe Fehlzeiten in Unternehmen zu senken.

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Besonders scharf reagiert die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH). Deren Vorstandsvorsitzende Dr. Bettina Schultz nennt die Abschaffung der Telefon-AU und die AU-Pflicht ab dem ersten Krankheitstag „Irrsinn“. Millionen zusätzliche Praxisbesuche seien zu erwarten, vielfach ohne medizinische Notwendigkeit. Dadurch würden Personal und Wartezimmer weiter belastet; längere Wartezeiten für andere Patienten seien die Folge. „Unsere Hausarztpraxen arbeiten vielerorts bereits an ihrer Kapazitätsgrenze. Wer jetzt Millionen zusätzlicher Praxisbesuche auslöst, verschärft die Probleme, statt sie zu lösen“, sagte Schultz.

Auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe kritisiert die Pläne. Sie spricht von „mehr Verwirrung statt Klarheit“ und wirft der Politik vor, die tägliche Versorgungsrealität völlig auszublenden. Eine „absurde AU-Pflicht ab Tag eins“ sorge für Millionen zusätzlicher Praxiskontakte, obwohl die Praxen bereits maximal ausgelastet seien. MEDI Baden-Württemberg warnt zudem vor weiterer Überregulierung. „Die Politik verspricht, uns durch Bürokratieabbau zu entlasten, und legt am Ende mit diesen Planungen wieder eine Schippe drauf“, so Dr. Michael Eckstein, stellvertretender Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und Hausarzt im Rhein-Neckar-Kreis.

„Wir fordern die Politik auf, die Entscheidung über die Ausstellung einer Krankschreibung grundsätzlich den Ärztinnen und Ärzten zu überlassen. Wir kennen unsere Patientinnen und Patienten am besten und sind medizinisch dafür ausgebildet. Wir wissen genau, wem wir telefonisch eine AU ausstellen können und wen wir in der Praxis sehen müssen“, so die Hausärztin Dr. Cathérine Hetzer-Baumann von MEDI. Zudem solle die Politik Ursachen der Krankschreibungen prüfen und die Bevölkerung, gerade in Krisenzeiten, durch Präventionsangebote unterstützen sowie die Gesundheitskompetenz verbessern.

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Die Vorsitzenden des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands, Prof. Nicola Buhlinger-Göpfarth und Dr. Markus Blumenthal-Beier, halten die Beschlüsse für eine „absolute Katastrophe“. „Das wird eine Welle von Menschen in unsere Praxen spülen – in vielen Fällen ohne medizinische Notwendigkeit, sondern aus rein administrativen Gründen. Während sich also die Infektfälle, die nur ein, zwei Tage im Bett gebraucht hätten, in unseren Wartezimmern stapeln, werden die dringlichen Fälle warten müssen, weil wir nicht hinterherkommen! Diese Regelung ist der bürokratische Super-GAU für die Hausarztpraxen“, so Buhlinger-Göpfarth.

Ebenfalls gegen die Pläne stellt sich die Bundesärztekammer: „Die telefonische Krankschreibung hat sich in der Praxis bewährt“, betonte der Vorstand der Bundesärztekammer. Sie erspare Patienten mit leichten Infekten den Weg in die Arztpraxis und verhindere damit, dass sie dort andere ansteckten. Besonders kritisch sei, dass dies nun mit einer Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag zusammenfalle. In der Kombination müssten künftig Patienten mit einer leichten Erkrankung für ein Attest persönlich in die Arztpraxis kommen. Gerade in der Erkältungs- und Grippesaison werde das die Wartezimmer weiter füllen und die ohnehin an der Kapazitätsgrenze arbeitenden Praxisteams zusätzlich belasten.

Datenbasierte Einordnungen sprechen ebenfalls gegen die Pläne. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) verwies Anfang des Jahres darauf, dass der Anstieg der AU-Zahlen primär auf Meldeeffekte durch die 2022 eingeführte elektronische Krankmeldung sowie ein erhöhtes Infektionsgeschehen zurückgeht – und nicht auf die Telefon-AU. Diese macht laut Zi jährlich nur zwischen 0,8 und 1,2 Prozent aller AU-Fälle aus und kann den starken Anstieg der Meldungen damit nicht erklären. Zudem sei die Zahl der AU-Meldungen 2025 laut Gematik-Daten sogar wieder um neun Prozent zurückgegangen – ein Aspekt, der in der Debatte kaum beachtet werde.

Auch aus Sicht der Krankenkassen bringt die Maßnahme daher nichts. Die Abschaffung der Telefon-AU sei keine Maßnahme, die den Krankenstand senke, sondern „reine Symbolpolitik“, erklärte die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann. Zudem sei nicht nachvollziehbar, was die verpflichtende Vorlage der AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag mit dem erklärten Ziel der Entbürokratisierung zu tun haben solle.

Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung nannte die Vorhaben eine „Zumutung“. Es grenze an Irrsinn, Abertausende Menschen zusätzlich zum reinen Ausfüllen von Zetteln in die Praxen zu jagen, kritisierte die KBV. „Wer hustet, eine Magen-Darm-Infektion hat, gehört ins Bett – und nicht in die übervolle Praxis“, sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Im Januar hatte Gassen die Debatte um die Abschaffung der Telefon-AU noch befeuert, allerdings im Zuge einer dreitägigen Karenzzeit, in der gar keine Krankschreibung nötig gewesen wäre. Sein Ziel war, die Praxen von Bagatell-AUs zu entlasten. Die nun geplante AU-Pflicht ab dem ersten Tag läuft dieser Idee genau entgegen.


(mack)



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MedicubeX-CEO: „Viele Menschen wollen überraschenderweise einen Papierausdruck“


Aufgrund der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen entstehen derzeit zahlreiche Konzepte, um medizinisches Personal zu entlasten und standardisierte Abläufe zu digitalisieren. Dazu gehören sprachgestützte Anamnesesysteme, wie das von SymptoX, das Patientendaten per Sprache erfasst und in die Primärsysteme von Arztpraxen und Kliniken überträgt, Telemedizin-Kabinen wie DoctorBox, das mit dem Symtpomchecker Xund kooperiert, oder die französische La Box Médicale sowie Forschungsprojekte, etwa die Telemedizin-Kabine „Kabine“ der RWTH Aachen.

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Vili Kostamo

Vili Kostamo

Der finnische Arzt Vili Kostamo ist Chef von MedicubeX.

(Bild: MedicubeX)

Die Box des finnischen Unternehmens MedicubeX wird inzwischen in unterschiedlichen Versorgungsszenarien eingesetzt. Im Gespräch mit heise online erläutert Gründer und CEO Vili Kostamo die verschiedenen Einsatzbereiche, die Zusammenarbeit mit den Universitätskliniken Frankfurt, Leipzig und Schleswig-Holstein sowie den aktuellen Stand der KI-gestützten Risikobewertung.

heise online: Vor etwa zwei Jahren haben wir zuletzt miteinander gesprochen. Was hat sich seitdem verändert?

Vili Kostamo: Eine ganze Menge. Wir haben sämtliche Boxen der damaligen Generation durch neue Modelle ersetzt. Die Technik wurde weiterentwickelt, wir haben neue Funktionen ergänzt und die Sprachunterstützung ausgebaut.

Auch geschäftlich ist viel passiert. Ende vergangenen Jahres haben wir in Finnland unseren ersten größeren öffentlichen Auftrag für unsere Lösung gewonnen. Außerdem kooperieren wir inzwischen mit Terveystalo, dem größten privaten Gesundheitsdienstleister in Finnland.

Mit dem Universitätsklinikum Frankfurt arbeiten wir seit rund einem Jahr zusammen, auch als Partner in Forschung und Entwicklung. Dort liegt der Schwerpunkt auf Prävention und Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Vor rund einer Woche hat außerdem das Universitätsklinikum Leipzig seine Partnerschaft mit uns bekannt gegeben. Die Kooperation ist Teil des neu gegründeten MITCenter (Zentrum für medizinische Innovation und Technologie), das medizinische Innovationen schneller in die klinische Praxis bringen soll. MedicubeX gehört zu den ersten Projekten des MITCenters und ist Teil des Konzepts „Zukunftspraxis Mitteldeutschland“. Dort erfassen Patienten wichtige Vitalparameter selbst, bevor sie ärztlich untersucht werden.

Und jetzt hat das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) eine Zusammenarbeit im Bereich der Notfallversorgung angekündigt. Darauf kommen wir später sicher noch zurück, denn das ist ein ganz anderer Anwendungsfall.

Damit deckt die Box inzwischen drei sehr unterschiedliche Einsatzgebiete ab: Prävention und Screening in Frankfurt, neue ambulante Versorgungskonzepte in Leipzig und die Notfallversorgung am UKSH.

Ist die Box selbst größer geworden?

Nein, die Abmessungen sind unverändert. Die Möglichkeiten der Plattform haben sich aber deutlich erweitert.

Wir sprachen damals auch über Interoperabilität. Sie sagten, dass noch eine Schnittstelle fehle, um Patientendaten in Primärsysteme zu übertragen. Ist das inzwischen umgesetzt?

Ja, das hat sich deutlich verbessert. Wir arbeiten mit dem US-Unternehmen InterSystems zusammen und deren Integrationsplattform „IRIS for Health“ für den Datenaustausch mit den Systemen unserer Kunden.

Grundsätzlich speichern wir die Daten der Endnutzer nicht selbst. Unsere Kunden – also Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen – sind ohnehin verpflichtet, diese Daten vorzuhalten und verfügen bereits über entsprechende Systeme.

Bereits heute bestehen mehrere Integrationen. Dank IRIS können wir die ausgehenden Daten so anpassen, dass sie genau den Anforderungen des jeweiligen Zielsystems entsprechen. Das verkürzt den Aufwand für neue Integrationen erheblich.

Sind Sie damit bereits auf den Europäischen Gesundheitsdatenraum vorbereitet?

In gewisser Weise schon. Finnland verfügt seit vielen Jahren mit Kanta über ein nationales Patientenakten-System. Deshalb haben wir auf diesem Gebiet bereits Erfahrung.

Unsere Daten werden zunächst in das elektronische Patientenaktensystem des jeweiligen Kunden übertragen. Dieses kommuniziert anschließend mit der nationalen Infrastruktur. Nach demselben Prinzip wird künftig auch der European Health Data Space funktionieren.

Die Krankenhaussysteme selbst müssen diese Anforderungen erfüllen. Unsere Aufgabe bleibt unverändert: Wir übermitteln die Messdaten in die elektronische Patientenakte. Wir übertragen keine Daten direkt an nationale oder europäische Plattformen.

Sie sind also im Grunde Auftragsverarbeiter, während Krankenhaus oder Praxis für die Daten verantwortlich bleiben.

Genau.

Cybersicherheit ist zuletzt stark in den Fokus gerückt. In Deutschland gab es mehrere Cyberangriffe auf Gesundheitseinrichtungen. Haben Sie dieses Thema von Anfang an berücksichtigt? Wie gut ist Ihre Plattform geschützt?

Natürlich. Grundsätzlich gibt es zwei Szenarien. Innerhalb von Krankenhäusern können wir direkt mit dem internen Netzwerk verbunden werden. Dann bleiben sämtliche Daten hinter der Firewall des Krankenhauses und unter der Kontrolle der IT-Abteilung des Kunden.

Außerhalb von Kliniken, etwa in Unternehmen oder sozialen Einrichtungen, verfügen die Boxen über eigene, abgesicherte Mobilfunkverbindungen. Diese verwalten wir selbst. Die Geräte hängen also nie einfach ungeschützt im öffentlichen Internet.

Wenn Daten über das Internet übertragen werden, sorgen technische Schutzmaßnahmen dafür, dass die Kommunikation zwischen den Boxen, unserem zentralen IRIS-Server und den Zielsystemen des Kunden abgesichert ist.

Aus Sicherheitsgründen möchte ich die technischen Details nicht öffentlich erläutern. Entscheidend ist aber, dass diese Verbindungen immer kontrolliert werden – entweder durch uns oder durch die IT-Abteilung des Kunden.

Spielt KI bereits eine Rolle auf Ihrer Plattform?

Bereits heute nutzen wir klassische Algorithmen zur Auswertung von EKGs und Atemmustern. Außerdem integrieren wir Software von Partnerunternehmen, die diese Messdaten mit zusätzlichen Fragebögen kombiniert und weiter analysiert.

Wir versuchen nicht, alles selbst zu entwickeln. Wo spezialisierte klinische Software sinnvoll ist, binden wir sie in unsere Plattform ein. Wir verstehen uns als Plattform und wollen bestehende Speziallösungen nicht ersetzen.

Als Nächstes bringen wir ein Softwarepaket heraus, das alle verfügbaren Messdaten zusammenführt und daraus das Risiko berechnet, innerhalb der nächsten zehn Jahre einen Schlaganfall, Herzinfarkt, eine Herzinsuffizienz oder Diabetes zu entwickeln.

Das Grundprinzip ist ähnlich wie bei den Modellen SCORE2 oder dem Framingham-Risikoscore. Diese Modelle benötigen normalerweise Cholesterinwerte und damit eine Blutuntersuchung.

Unser Ziel ist es dagegen, Menschen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko zu identifizieren, ohne dass dafür eine Blutprobe erforderlich ist. Die Software soll abschätzen, ob jemand im Vergleich zu gleichaltrigen Personen ein höheres oder niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat.

Diese Lösung ist zum Patent angemeldet und wird derzeit wissenschaftlich validiert. Wir wollen sie als Software as a Medical Device auf den Markt bringen. Bereits installierte MedicubeX-Stationen erhalten die neue Funktion per Software-Update.

Wie wurde das Modell entwickelt?

Es basiert auf Machine-Learning-Verfahren und Biobankdaten von mehr als 100.000 Menschen mit langfristiger Nachbeobachtung. Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen dazu bereiten wir gerade vor.

Unsere interne Validierung hat bislang sehr vielversprechende Ergebnisse geliefert. Als Nächstes folgen eine externe Validierung und die Publikation. Das ist auch Teil unserer Vereinbarung mit der Biobank.

Risikovorhersagen sind immer ein sensibles Thema. Wie individuell sind diese Einschätzungen, und wie vermeiden Sie den Eindruck, die Zukunft eines Menschen sei damit vorbestimmt?

Natürlich behaupten wir nicht, dass jemand eine bestimmte Erkrankung mit Sicherheit bekommen wird. So soll das keinesfalls verstanden werden. Unser Ziel ist Prävention. Gerade im Bereich der Herz-Kreislauf-Medizin gibt es noch viel ungenutztes Potenzial. Nehmen wir Bluthochdruck: Selbst in Ländern mit sehr guten Gesundheitssystemen wird er häufig nicht optimal behandelt.

Natürlich sollten Menschen mit erhöhtem Risiko ihren Lebensstil verbessern. Gleichzeitig wissen wir, dass das im Alltag oft schwerfällt. Manchmal können aber schon vergleichsweise einfache Maßnahmen – etwa eine konsequente Behandlung von Bluthochdruck, den wir zuverlässig erkennen können – das Herz-Kreislauf-Risiko deutlich senken.

Gibt es bereits Studien, die Ihren Ansatz bestätigen?

Das hängt davon ab, welchen Teil Sie meinen. Die einzelnen Messverfahren an sich sind medizinisch zertifiziert. Wenn das EKG beispielsweise eine Herzrhythmusstörung zeigt, kann ein Arzt diese diagnostizieren. Das gilt ebenso für Blutdruck, Sauerstoffsättigung und die anderen Parameter.

Für den neuen Risikoalgorithmus veröffentlichen wir eigene Validierungsstudien. Bei der Entwicklung haben wir mit VTT zusammengearbeitet, dem staatlichen finnischen Forschungszentrum für Technik.

Derzeit entwickeln viele Unternehmen Gesundheitskioske, KI-Symptomchecker oder Telemedizin-Kabinen. Was unterscheidet MedicubeX von diesen Ansätzen?

Alles, was wir messen, basiert auf medizinisch zertifizierten Verfahren. Unser Blutdruckmessgerät ist ein Medizinprodukt in diagnostischer Qualität. Das gilt ebenso für EKG, Sauerstoffsättigung und die übrigen physiologischen Messungen.

Viele Anbieter werben damit, allerlei Werte allein mit einer Kamera bestimmen zu können. Liest man das Kleingedruckte, stellt man jedoch oft fest, dass diese Verfahren gar nicht für klinische Entscheidungen zugelassen sind. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Außerdem entwickeln wir keinen eigenen Symptomchecker. Stattdessen arbeiten wir mit Unternehmen zusammen, die entsprechende Software anbieten. Für uns ist das kein Entweder-oder. Strukturierte Fragebögen in Kombination mit objektiven physiologischen Messungen liefern deutlich mehr Nutzen als jeder Ansatz für sich allein.

Es gibt außerdem zahlreiche Telemedizin-Kabinen auf dem Markt. Manche verfügen sogar über mehr Messgeräte als wir. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass diese Systeme meist für klassische Telemedizin ausgelegt sind. Sie setzen voraus, dass auf der anderen Seite einer Videoverbindung medizinisches Personal den Patienten durch die Untersuchung führt.

Unsere Philosophie war von Anfang an eine andere: Alles funktioniert im Selbstbedienungsbetrieb. Niemand muss den Nutzer anleiten oder überwachen. Es werden keine Einwegmaterialien benötigt, und medizinisches Personal muss die einzelnen Schritte nicht begleiten. Unser Ziel war nie, Ärzte oder Pflegekräfte zu ersetzen, sondern alle Prozesse zu automatisieren, die vor ihrer eigentlichen Arbeit automatisiert werden können.

Das bedeutet: Während der Messungen ist gar kein medizinisches Personal beteiligt?

Genau. Die medizinischen Fachkräfte kommen erst anschließend ins Spiel, wenn es sinnvoll ist.

Sie haben außerdem eine neue Hardware-Komponente erwähnt.

Ja. Vor einigen Wochen haben wir in London die nächste Generation unserer Plattform vorgestellt. Zum ersten Mal haben wir dort ein laserbasiertes digitales Stethoskop gezeigt, das direkt in die Box integriert ist.

Eine Kamera hilft dem Nutzer zunächst dabei, die richtige Position einzunehmen. Anschließend zeichnet ein Laser die Herztöne an der Halsschlagader auf. Dabei handelt es sich um ein völlig neues Medizinprodukt. Die Hardware funktioniert bereits, befindet sich aber noch im Zulassungsverfahren.

Sobald das digitale Stethoskop zertifiziert ist, betrachten wir die Box im Bereich der Herz-Kreislauf-Diagnostik als weitgehend vollständig ausgestattet. Bereits heute messen wir Blutdruck, EKG, Haut-AGEs als Marker der Stoffwechselgesundheit sowie das Körpergewicht. Mit dem digitalen Stethoskop wird zusätzlich eine Beurteilung der Herzklappenfunktion möglich. Damit erhalten wir im Selbstbedienungsbetrieb eine sehr umfassende Datengrundlage zur Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Sie haben MedicubeX mit einem Schweizer Taschenmesser verglichen. Warum?

Ursprünglich stand die Prävention im Mittelpunkt. Heute wird dieselbe Plattform für Herz-Kreislauf-Screenings, betriebliche Gesundheitsvorsorge, neue ambulante Versorgungskonzepte, Notaufnahmen und Forschungsprojekte mit Universitätskliniken eingesetzt. Darauf bin ich besonders stolz.

Der Einsatz am UKSH ist interessant, weil er in einer Notaufnahme stattfindet. Wie fügt sich die Box in den Ablauf dort ein?

In Deutschland wird derzeit intensiv darüber diskutiert, wie Patienten beim Eintreffen in der Notaufnahme möglichst schnell eingeschätzt werden können. Ziel ist es, früh zu entscheiden, welcher Behandlungsweg für sie der richtige ist. Hier sehen wir einen sehr passenden Einsatzbereich für unsere Lösung.

Bei erwachsenen Patienten, die bei Bewusstsein und gehfähig sind, können wir nahezu alle Messungen automatisieren, die üblicherweise im Rahmen der Ersteinschätzung erfolgen. Die medizinische Entscheidung trifft selbstverständlich weiterhin das Fachpersonal – das bleibt immer menschliche Verantwortung. Wir können jedoch den Großteil der relevanten Informationen bereits erfassen, bevor der Patient überhaupt von der Triage-Pflegekraft gesehen wird.

Unsere Aufgabe besteht darin, alle benötigten Informationen möglichst schnell zu erfassen und unmittelbar bereitzustellen. Die Box unterstützt den klinischen Ablauf, ersetzt aber nicht die medizinische Beurteilung.

Sie soll Ärzte und Pflegekräfte also nicht ersetzen?

Absolut nicht. Die medizinische Entscheidung wird immer von qualifiziertem Fachpersonal getroffen. Wir automatisieren lediglich die routinemäßigen Messungen und deren Dokumentation, die davor anfallen.

Noch eine praktische Frage: Ihre Boxen stehen an öffentlich zugänglichen Orten. Gibt es Probleme mit Vandalismus?

Bislang gab es keine nennenswerten Schäden durch Vandalismus. In Helsinki werden einige Boxen beispielsweise gezielt von Menschen mit Alkohol-, Drogen- oder psychischen Erkrankungen genutzt, weil diese Gruppen häufig ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko haben. Selbst dort war Vandalismus bislang kein ernsthaftes Problem.

Falls doch einmal etwas beschädigt wird, haben wir die Box so konstruiert, dass einzelne Gehäuseteile ausgetauscht werden können, ohne das komplette Gerät ins Werk zurückschicken zu müssen.

Und wie sieht es mit der Hygiene aus? Tausende Menschen nutzen dieselbe Kabine.

Auch daran haben wir intensiv gearbeitet. Die neue Generation verfügt über eine automatische UV-Desinfektion. Die Box erkennt, wenn ein Nutzer den Innenraum verlassen hat. Anschließend verriegelt sie sich selbst und desinfiziert den Innenraum mit UV-Licht. Nach Abschluss des Vorgangs steht sie wieder zur Verfügung. Diese Funktion gab es in der vorherigen Generation noch nicht. Nach unserem Kenntnisstand bietet derzeit kein anderes System eine vergleichbare Lösung.

Abgesehen von der regulären Reinigung durch den Betreiber haben wir erlebt, dass Boxen von 2.000 bis 3.000 Personen genutzt wurden, bevor eine technische Wartung erforderlich war.

Ich hatte damals eine Art Kassenzettel mit den Informationen zum Gewicht und ähnlichem erhalten. Bekommen Patienten weiterhin einen Ausdruck ihrer Ergebnisse oder läuft das inzwischen nur noch digital?

Langfristig setzen wir ganz auf die digitale Datenübertragung. Dort, wo unsere Systeme bereits an die Krankenhaus-IT angebunden sind, ist das heute schon möglich.

Eine Sache hat uns allerdings überrascht: Viele Menschen wünschen sich nach wie vor einen Papierausdruck. Selbst wenn alle Daten digital verfügbar sind, möchten viele Nutzer etwas Greifbares in der Hand haben. Deshalb bieten wir derzeit weiterhin beide Möglichkeiten an.

Dieses Interview wurde ursprünglich auf Englisch geführt.


(mack)



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Mähroboter Worx Landroid WR308E im Test: mäht leise & ohne Begrenzungskabel


Der Mähroboter Worx WR308E mäht ohne Begrenzungskabel in Bahnen, nutzt Stereo-Kamera und RTK-Cloud und soll vor allem in mittelgroßen Gärten zu Hause sein.

Der Worx Landroid Vision Cloud WR308E ist ein Mähroboter für Rasenflächen bis 800 m². Er soll ohne Begrenzungskabel, ohne lokale RTK-Antenne und ohne manuelles Anlernen der Mähflächen starten. Damit erinnert er – auch optisch – stark an den Vorgänger Worx Landroid Vision WR208E.

Das neue Modell kombiniert RTK-Cloud, Vision AI, V-Slam, Stereo-Kamera, automatische Kartierung und Cut-to-Zero – also deutlich mehr als bei der Vorgängergeneration. Damit soll das neue Modell endlich wie die Konkurrenz Bahnen fahren, mehrere Zonen verwalten, Hindernisse erkennen und den Rand besser schneiden als einfache Kameramäher. Ob das dieses Mal funktioniert? Wir verraten es im Test.

Design und Verarbeitung

Der Worx Landroid Vision Cloud WR308E tritt optisch deutlich technischer auf als viele klassische Mähroboter und orientiert sich am besagten Worx Vision. Das Gehäuse ist kantig und zerklüftet und wirkt dadurch sehr eigenständig. Die vorstehende Kameraeinheit, die teils orangefarbenen, teils schwarzen Abdeckungen und die großen Haupträder machen den Roboter nicht besonders elegant, aber verleihen ihm ein kräftiges Aussehen, mit dem er sich deutlich von Wettbewerbern unterscheidet.

Die Qualitätsanmutung ist insgesamt grundsolide, auch wenn das Modell nahezu ausschließlich aus Kunststoff besteht. Der WR308E ist nach IPX6 gegen Wasser geschützt und darf inklusive Mähdeck mit dem Wasserschlauch, nicht aber einem Hochdruckstrahler gereinigt werden.

Oben gibt es ein Display mit einigen Bedientasten sowie Regensensor und die obligatorische Stopp-Taste. Die Entscheidung beim Display für blaue Darstellung auf schwarzem Grund wirkt hingegen – um beim Thema Blau zu bleiben – als ob diese Entscheidung während einer durchzechten Nacht gefallen wäre. Zwar kann man den spärlichen Inhalt dieser Segmentanzeige mit aktivierter Hintergrundbeleuchtung ganz passabel lesen, sobald die aber nach wenigen Sekunden zum Energiesparen deaktiviert wird, ist das fast unmöglich.

Die Abmessungen liegen bei rund 58 × 49 × 28 cm (L × B × H), das Gewicht beträgt mit Akku 12,8 kg. Damit ist der Roboter noch gut tragbar, aber kein Leichtgewicht und auch nicht besonders niedrig. Worx gibt für den WR308E eine Rasenfläche bis 800 m² an, es gibt aber Geschwistermodelle, die für Rasenflächen von 400 bis 3000 m² ausgelegt sind.

Das Schneidwerk arbeitet mit drei Messerklingen und einer Schnittbreite von 18 cm. Das ist für einen Mäher, der für 800 m² ausgelegt ist, nicht viel. Die Schnitthöhe ist von 30 bis 60 mm wählbar, man muss sie aber manuell einstellen. Per App klappt das erst beim WR312E, also dem Modell für Rasenflächen bis 1200 m².

Praktisch: Das Cut-to-Zero-Modul ist bei allen Modellen ab dem WR306E, also auch beim WR308E, im Lieferumfang enthalten. Es verschiebt den Schnitt näher an die Rasenkante, ohne seinem Namen voll gerecht werden zu können – bauartbedingt bleiben auch mit dem „Null-Rand-Modul“ einige cm über. Wirklich randlos wird es nur an befahrbaren Kanten, etwa bündigen Platten oder sauber gesetzten Mähkanten.

Eine Besonderheit ist der Akku. Er gehört zum Power-Share-System des Herstellers, das auch in vielen weiteren kabellosen Gartengeräten von Worx zum Einsatz kommt. Dadurch ist er zwangsläufig wechselbar und kann theoretisch auch Heckenschere oder Vertikutierer antreiben – ein großer Unterschied zu den meisten Mährobotern, die einen fest eingebauten Akku haben.

Inbetriebnahme und App

Eine der größten Stärken des Worx Landroid Vision Cloud WR308E, zumindest auf dem Papier, liegt in der einfachen Inbetriebnahme. Er benötigt weder Begrenzungskabel noch eine lokale RTK-Antenne im Garten. Stattdessen kommen die benötigten Korrekturdaten aus der sogenannten RTK-Cloud, bei der es sich im Prinzip um Net-RTK ähnlich wie bei der Konkurrenz handelt.

Die Einrichtung beginnt klassisch mit der Platzierung der Ladestation, dem Einsetzen des Akkus und der Kopplung mit der App. Der dabei mit der Smartphone-Kamera einzuscannende Code liegt wie beim Vorgänger unpraktikabel unter einer nicht einmal ganz 90 Grad aufklappbaren Akku-Klappe, sodass man hochkant mit dem Smartphone den Code kaum eingelesen bekommt.

Die Verbindung läuft über Bluetooth und WLAN. Für die Einrichtung, Updates und die Kommunikation an der Ladestation ist eine stabile Netzwerkverbindung wichtig. Laut Worx muss aber nicht die gesamte Rasenfläche WLAN-Abdeckung haben, und das ist ernst zu nehmen: Probleme mit dem WLAN machten sich im späteren Verlauf noch bemerkbar.

Anschließend geht es mit der automatischen Kartierung los. Der WR308E fährt die Rasenkanten selbstständig ab und erzeugt daraus ganz von allein eine Karte. Das ist deutlich komfortabler als das manuelle Abfahren per App, wie es bei vielen drahtlosen Mährobotern üblich ist – aber auch ungenauer. Denn wenn man keinen perfekt einfachen und gepflegten Rasen mit breiten Randsteinen oder sonstigen klaren Abgrenzungen von Rasen und Beeten hat, landet der Worx-Mäher auch schon mal in letzteren. Hinzu kommt, dass in die Mähfläche hängende Zweige und Blätter wie feste Hindernisse umfahren werden.

Entsprechend sieht die Karte der Rasenflächen hinterher wie ein Pelzmantel im Mottenzuchtgebiet aus – an den Rändern angefressen. Wer das verhindern will, steuert direkt nach dem Losfahren im Automatikmodus manuell. Dabei nervt allerdings die seltsame Steuerung mit viel zu zaghaftem Einlenken und niedriger Geschwindigkeit.

Erst auf dem letzten Bruchteil des Bewegungsradius der virtuellen Steuerelemente kann man dann etwas engere Kurven fahren, ohne zwischendurch stehenzubleiben – nervig! No-Go-Zonen müssen übrigens ohnehin manuell im Uhrzeigersinn umfahren und Wege zwischen Rasenzonen ebenfalls manuell angelegt werden. Ganz automatisch geht es also keinesfalls.

In der App lassen sich alle typischen Funktionen wie mehrere Zonen, Zeitpläne und No-Go-Zonen, Mähmuster und Over-the-Air-Updates verwalten. Zeitpläne werden auf Wunsch dem Wetter angepasst und automatisch organisiert. Mähmuster sind für Nutzer interessant, die etwa keine sichtbaren Bahnen mögen und einen natürlicheren Look bevorzugen. Zur Wahl stehen parallele Streifen, Schachbrett, Diamant und ein „natürlicher Stil“, bei dem der WR308E ein unauffälligeres Schnittbild ohne klar sichtbares Streifenmuster erzeugen soll.

Insgesamt zeigt die App einen guten Fortschritt im Vergleich zum Vorgängermodell. Im Detail wirkt sie aber noch nicht ganz optimal und zudem deutlich weniger umfangreich als bei Mammotion und Co. Vor allem eine visuelle Fortschrittsanzeige während des Mähens vermissen wir hier – anfangs war die vorhanden, bei späteren Mähaufträgen hingegen nicht mehr.

Eine offizielle Home-Assistant-Integration existiert nur für ältere Landroid-Modelle von Worx als lokale Polling-Integration. Für neuere cloudbasierte Landroid-Modelle gibt es in erster Linie die Community-Integration Landroid Cloud über HACS. Diese unterstützt Worx Landroid, Kress und LandXcape.

Datenschutz ist beim Worx-Modell – wie bei allen kamerabasierten Mährobotern – ein spezielles Thema. Dass der Mäher während seiner Arbeit seine Umgebung visuell erfassen muss, dürfte niemanden überraschen. Das bedeutet aber auch, dass er in Bereichen fährt, in denen Nachbargrundstücke, öffentlicher Gehweg und dort befindliche Personen ins Sichtfeld geraten können – was streng genommen verboten ist. Darüber sollten sich Interessenten solcher Modelle bewusst sein.

Navigation und Hindernisvermeidung

Der Worx Landroid Vision Cloud WR308E kombiniert mehrere Navigationsansätze. Die RTK-Cloud soll Positionskorrekturen liefern und die Genauigkeit erhöhen. Vision AI und Stereo-Kamera sollen Rasen, Kanten, Objekte und Gartenstrukturen erfassen. V-Slam soll zusätzlich Orientierungspunkte erkennen und die Navigation weiter stabilisieren. Wenn Satellitensignale durch Bäume oder Gebäude gestört werden, nennt Worx außerdem eine Kombination aus V-Slam, Trägheitsdaten und Odometrie für die Navigation. Das ist deutlich fortschrittlicher als einfache Kameraerkennung ohne Positionierungssystem.

Dadurch kann der WR308E im Gegensatz zum Vorgänger endlich auch Bahnen fahren und Zonen ohne externe Hilfsmittel wechseln. Die Navigation ohne lokale Antenne ist praktisch, weil keine zusätzliche Antenne mehr im Garten herumsteht. Worx verlagert deren Korrektur in die Cloud. Ohne ordentliche Satellitenverbindung kommt der WR308E trotzdem nicht aus. Dichte Baumkronen, hohe Gebäude, enge Innenhöfe und starke Abschattung schränken die Genauigkeit weiterhin ein. Trotzdem klappte das im Test überwiegend sehr gut. In schwierigen Teilen des Testgartens wurde die zunehmende GPS-Ungenauigkeit erfolgreich von V-Slam und den weiteren Ausgleichstechniken abgefangen, sodass der Mäher nicht wie frühere RTK-Modelle irgendwann stehenblieb.

Bei der Hinderniserkennung wirbt Worx sehr offensiv mit sogenannter Vision AI. Grundsätzlich ist die Objekterkennung dabei überdurchschnittlich, und Tennisbälle sowie Gartenwerkzeuge wurden erfolgreich erkannt und umfahren. Unfehlbar ist sie aber nicht, gerade kleinere oder teils vom Rasen verdeckte Gegenstände können schnell übersehen werden. Nachts sollte der Mäher daher – wie alle Mäher – keinesfalls fahren, um Tiere nicht unnötig zu gefährden.

Die Steigfähigkeit liegt laut Hersteller bei 30 %, also 17°. Für zweirad-angetriebene Mähroboter ist das ordentlich, in ausgeprägten Hanglagen reicht das aber nicht mehr aus. Auch geringere Höhenunterschiede auf kurze Distanz können beim Worx-Modell dazu führen, dass das tiefliegende Chassis mit dem ausladenden Randschnittmodul aufsetzt, sodass der Mäher der Meinung ist, angehoben worden zu sein. Sanfte Höhenunterschiede machten ihm in unserem norddeutschen Testgarten aber keine Probleme. Eine Dachlatte mit 3,6 cm wollte der Mäher nicht überfahren.

Die Mindestdurchfahrtsbreite benennt Worx in der Installationshilfe mit 1 m. Für sehr enge Gärten mit schmalen Rasenstreifen zwischen Haus und Zaun, engen Durchgängen neben Gartenhäusern oder verwinkelten Innenhöfen sollte der Worx-Mäher daher eigentlich nicht geeignet sein. Dennoch mähte er im Test einen schmalen, deutlich unter 1 Meter breiten Bereich anstandslos und erreichte ihn durch eine Durchfahrt mit nur 70 cm Breite.

Mähleistung im Alltag

Auf normalen, gut vorbereiteten Rasenflächen liefert der Worx WR308E ein sauberes Ergebnis. Das systematische Mähen in Bahnen ist endlich so gut wie bei der Konkurrenz und reduziert unnötige Mehrfachfahrten, erzeugt ordentliche Muster und macht den Fortschritt besser nachvollziehbar. Wegen der eher gemächlichen Geschwindigkeit und der vergleichsweise schmalen Schnittbreite braucht der Mäher dafür aber auch etwas länger als manche Konkurrenten.

Die wählbare Schnitthöhe von 30 bis 60 mm passt zu typischen Zier- und Gebrauchsrasen. Die manuelle Verstellung ist allerdings weniger komfortabel als eine elektronische Höhenverstellung per App. Beim Randschnitt ist der WR308E in der Theorie wegen seines Randschnittwerks besonders interessant. Tatsächlich ist der Rand, der trotzdem neben Hindernissen übrigbleibt, mit wenigen Zentimetern vergleichsweise schmal. Etwas Nacharbeit bleibt nötig.

Das gilt erst recht, wenn Zweige in die Mähfläche ragen. Die umfährt der Worx-Mäher wie ein festes Hindernis – auch, wenn man beim Zonen-Anlernen die Grenze klar darunter angelegt hat. Wer viele Ränder mit solchen Begebenheiten hat, wird mit dem Worx nicht glücklich. An befahrbaren Mähkanten spielt der WR308E hingegen seine Randschnitt-Stärke am besten aus. Gemeint sind bündige Pflasterkanten, Rasenkantensteine oder Wege, auf die der Roboter mit einem Rad fahren darf.

Sehr angenehm ist die niedrige Lautstärke des Worx WR308E. Der Antrieb für die Mähscheibe ist kaum zu hören und auch die Fahrmotoren gehen selbst in leisem Umfeld zwischen Vogelzwitschern und Windrauschen unter. Störend war im Test hingegen der teils schwache WLAN-Empfang. Er führte sogar einmal dazu, dass der Mäher scheinbar grundlos in der Nähe der Ladestation stehenblieb und sich komplett abschaltete. Bei der Reaktivierung beschwerte er sich über den mangelnden WLAN-Empfang, den er aber kurz darauf selbst wiederfand.

Akku

Der Worx Landroid Vision Cloud WR308E nutzt einen Li-Ionen-Akku mit 20 V und 4 Ah. Die Ladezeit liegt bei rund 80 Minuten, der Ladestrom bei 3 A. Der Akku gehört zum PowerShare-System des Herstellers und ist damit grundsätzlich mit anderen Akku-Geräten von Worx nutzbar und kann bei Alterserscheinungen oder Defekt problemlos ausgetauscht werden.

Die reale Flächenleistung hängt von vielen Faktoren ab. In unserem Test schaffte der WR308E rund 250 m² am Stück, bevor er nach knapp zwei Stunden zum Zwischenladen zurückfahren musste. Die Zeitfenster, in denen der Roboter in der Zeitplanung täglich fahren darf, sollten daher nicht zu kurz gewählt werden.

Preis

Die UVP des Worx Landroid Vision Cloud WR308E liegt in Deutschland bei 999 Euro. Aktuell bekommt man ihn bei Amazon für etwa 905 Euro.

Fazit

Der Worx Landroid Vision Cloud WR308E ist ein sehr interessanter Mähroboter in seiner Klasse. Der Fortschritt zum Vorgänger ist groß: Er fährt endlich Bahnen, kann selbstständig Zonen wechseln und navigiert deutlich besser als zuvor. Hinzu kommt ein Randschnittmodul, das wie bei allen Mähern zwar nicht wirklich randlos mäht, aber den zurückbleibenden Rand deutlich minimiert. Zudem ist er schön leise und noch dazu für den Funktionsumfang halbwegs günstig.

Nachteile gibt es aber auch. Die Schnitthöhe muss manuell eingestellt werden, die Schnittbreite von 18 cm und der 4-Ah-Akku sind für 800 m² nicht gerade üppig, und enge Passagen unter 1 m soll der Mäher zwar eigentlich nicht mähen, tat es im Test aber trotzdem. Hinzu kommen Schwächen bei sehr komplexer Gartenform, schwachem WLAN, undeutlichen Beetkanten, in die Mähfläche hängenden Zweigen und flachen Hindernissen. Wer damit leben kann, bekommt mit dem neuen Vision-Cloud-Modell endlich den Mäher, der sein Vorgänger schon damals hätte sein sollen.



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