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Ziemlich frech und richtig gut: Serviceplan startet Kampagne für Uber › PAGE online


oder aber Uber: Den Pitchgewinn hielt Serviceplan lange geheim, jetzt ist die erste Kampagne der Agentur für Uber gestartet. Die stellt ziemlich viel infrage – von den öffentlichen Verkehrsmitteln über das Elterntaxi bis zum zu Fuß gehen.

Ziemlich frech und richtig gut: Serviceplan startet Kampagne für Uber › PAGE online

Im letzten Sommer hat sich bei einem groß angelegten Pitch bereits entschieden, dass der Kreativetat von Uber an Serviceplan geht. Werden solche Gewinne meist stolz verkündet, hat die Agentur jedoch geschwiegen.

Und kommt jetzt gleich mit der ersten Kampagne, und der ersten für Uber in Deutschland überhaupt, groß heraus. Mit vier Spots, digitalen Assets, einer Plakatkampagne – und dem ziemlich genialen Claim »oder aber Uber«.

Und wirft darin Gewohnheiten – und ziemlich umweltfreundliche dazu – über den Haufen.

Mit Ironie und der Stimme von Schauspieler Axel Milberg unterlegt, erzählt dieser, wie Menschen sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, im Elterntaxi oder zu Fuß durch die Gegend bewegen.

So wie ein Paar auf Familienbesuch, das erst mit den Verbindungen hadert und schließlich die letzte Bahn verpasst. Zwei junge Leute, die statt eines Teppichs gleich viel, viel mehr in diesem gewissen Möbelhaus kaufen und ordentlich aneinandergeraten, als sie versuchen, es zu Fuß nach Hause zu schleppen. Dann wieder kämpft ein armer Angestellter im Zwiebellook an der Bushaltestelle mit dem launenhaften Wetter, während ein Vater sich mitten in der Nacht aus dem Bett und ins Auto quält, um seinen (knutschenden) Sohn vom Club abzuholen.

Freche Freude

»oder aber Uber« wird ihnen allen in den Einminütern ans Herz gelegt. Und das umwerfend pointiert, so unterhaltsam wie ironisch und perfekt getimt von dem australischen Regisseur Nick Ball, vielfach preisgekrönt. Und mit einer Werbe-Filmografie, die von Ikea, Apple, der Deutschen Telekom mit Netflix zu Uber Eats und dem wunderbaren Spot mit Christopher Walken für einen Healthtracker reicht.

Für Uber rüttelt er in starken Bildern an den Gewohnheiten, von denen es doch gerade auch über die Deutschen heißt, dass sie an ihnen besonders gerne festhalten.

Dabei sollte man, anstatt sich gegen Widrigkeiten zu stemmen, doch lieber ein Uber rufen, schlägt der US-amerikanische Fahrdienstvermittler vor.

Neben den Kampagnenfilmen »The Club«, »City Trip«, »Shopping« und »Zwiebellook« mischen zudem Plakate, digital und OOH Routinen auf. Und das mit Slogans wie »Mit dem Rad über Kokokokokokokopfsteinpflaster oder aber – Uber«, »Gehen, wenn’s am schönsten ist oder aber – Uber« oder »Führschein und Fahrzeugpapiere bitte oder aber – Uber«.

Die Kampagne ist ab sofort in TV, D(OOH), Digital und Social Media deutschlandweit zu sehen.

https://www.youtube.com/watch?v=/f_oZ2chkCuY

Credits:
Kunde: Uber
Franziska Walter, Marta Margielska-Chrzan, Can Akar, Dan Henessey, Jerome Austria
Agentur: Serviceplan
Kreation: Till Diestel, Christoph Everke, Stefan Rehne, Matthäus Frost, Alina Biedermann, Chanelle Hollisch, Robert Tari
Beratung: Mark Andree, Amina Malik
Strategie: Lucas Conte, Emily Vasholz, Sofia Shustova
Producerin: Aisha Blackwell
Filmproduktion: Anorak
Regie: Nick Ball
DoP: Alwin Küchler
Voiceover Recording: Hastings
Sound Design: Markus Stemler / Supreme Music
Sprachaufnahme: Hastings

 

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Unser Beruf verändert sich gerade schneller als meine Lesebrille › PAGE online


Beides hat mich ehrlich gesagt überrascht. Daniel Weiss ist Founder, Designer und AI-Artist – und gratuliert PAGE zum 40. mit einem klaren Gedanken: Gute Gestaltung fängt nie bei der Software an, sondern immer bei der Idee.

Unser Beruf verändert sich gerade schneller als meine Lesebrille › PAGE onlineBild: Daniel WeissSeit fast 30 Jahren gestalte ich Marken. Und ich glaube, ich habe noch nie erlebt, dass sich unser Beruf so radikal verändert wie gerade jetzt.

Das Faszinierende daran: Ausgerechnet KI erinnert mich jeden Tag daran, dass gute Gestaltung nie mit Software begonnen hat. Sondern immer mit einer Idee.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich der PAGE so gerne zum 40. Geburtstag gratuliere. Sie begleitet seit vier Jahrzehnten nicht nur Design, sondern vor allem die Menschen, die Design voranbringen. Denn gute Gestaltung verändert schließlich nicht nur Oberflächen. Sie verändert Perspektiven.

Genau dafür möchte auch ich stehen: für eine Kreativität, die nicht fragt, womit etwas entstanden ist, sondern ob sie Menschen berührt.

Und genau das gibt mir Zuversicht für 2026. Dass Originalität wieder zum eigentlichen Luxus wird. Denn wenn jeder Bilder erzeugen kann, wird die Idee dahinter plötzlich zum wertvollsten Teil der Arbeit.

Mein Wunsch an die PAGE ist deshalb ganz einfach: dass sie weiterhin genau dorthin schaut, wo noch niemand hinschaut. Denn die spannendsten Geschichten beginnen meist lange bevor es Antworten gibt.

Daniel Weiss
FOUNDER  / DESIGNER / AI ARTIST

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Dieses Redesign haben über 100 Menschen gemeinsam gestaltet! › PAGE online


Das Züriwerk ist eines der größten Sozialunternehmen im Kanton Zürich. 1.300 Menschen arbeiten, wohnen und leben dort – und mehr als 100 von ihnen haben gemeinsam mit der Kreativagentur evoq ein neues Corporate Design entwickelt, bei dem Inklusion gelebt wurde.

Dieses Redesign haben über 100 Menschen gemeinsam gestaltet! › PAGE online

Das Züriwerk mit seinen über 20 Standorten fördert Inklusion und bietet Menschen mit Beeinträchtigungen ein selbstständiges Leben, Wohn- und Ausbildungsmöglichkeiten und zahlreiche Arbeitsplätze in eigenen Werkstätten, Druckereien, Nähereien, in der Montage oder in Gärtnereien.

Bereits 2025 hatte die Stiftung die 10-Jahres-Strategie »Inklusion 2035« beschlossen, die zum Ziel hat »eine Gesellschaft zu schaffen, die nicht behindert«.

Der alte blau-weiße Markenauftritt samt seines technisch wirkenden Logos war bereits in die Jahre gekommen und passte auch nicht mehr zu der Vision.

Gleichzeitig war die Website viel zu textlastig und dazu kam, dass man das Züriwerk immer wieder mit einem der städtischen Betriebe verwechselte.

Das Züriwerk wollte aber mehr als nur ein neues Logo, es wollte »eine Marke, die unsere Mission authentisch widerspiegelt und mit der sich unsere ganze Organisation identifizieren kann«, heißt es von dem Geschäftsleiter Roger Stäger.

Und so beauftragten sie die Agentur evoq mit einem Redesign. Und das entstand auf besondere Weise.

Gemeinsam gestalten

Mehr als 100 Mitarbeitende, Bewohner:innen, Fachpersonen und Mitglieder der Geschäftsleitung und des Stiftungsrats haben an der Gestaltung des Redesigns mitgewirkt. Und das gleichberechtigt!

Dafür hat evoq einen Prozess entwickelt, der alle einbezieht und sich dafür an dem Double-Diamond-Prinzip aus dem Design Thinking orientiert. Dabei folgt auf eine Phase des Sammelns von Ideen, bei denen es kein »richtig« oder »falsch« gibt, das Filtern und Analysieren und schließlich das Ausführen.

Hier aber wechselte sich das Sammeln von Ideen mit allen Beteiligten im Züriwerk mit dem Verdichten der Ideen in der Agentur mehrfach ab.

So inklusiv wie diese Form der Gestaltung waren auch die Workshops. Sie fanden ganz ohne Zeitdruck und mit individuellen Pausen statt und dazu es gab gemeinsame Feedbackrunden.

Auf diese Weise entstand nach und nach aus dem Non-Profit selbst heraus ein neues Erscheinungsbild.

Inklusiv samt Superzeichen

Im Mittelpunkt des neuen Erscheinungsbilds: das leicht schräg gestellte Superzeichen Ü mit drei Punkten, das so prägnant und fröhlich ist und für Deutungen offen. Sehen die einen darin ein lachendes Gesicht, steht es für andere dafür auf Augenhöhe zu sein, wie es von den Kreativen heißt.

Gleichzeitig leuchtet der neue Auftritt des Züriwerks jetzt in Magenta und dazu zieht sich der neue Claim »ändern was behindert« ebenso durch das Erscheinungsbild wie neue Icons.

Diese erzählen vom Miteinander, von Verlässlichkeit, es werden Muskeln geflext, Finger gehoben, es fährt ein Lastenfahrrad durch die Gegend oder es geht ein Licht an.

Das Icon-Set basiert auf der unterstützten Kommunikation (UK), die, speziell für Menschen mit stark eingeschränkter Lautsprache, verschiedene Wege der Verständigung nutzt. Diese reichen von Mimik und Gesten zu Karten und ähnlichen Hilfsmitteln, wie sie auch im Züriwerk eingesetzt werden.

Darüber hinaus werden die Icons barrierefrei auf hellen Kreisen in einer der Sekundärfarben platziert.

Barrierefreies Lesen mit der Züriwerk Sans

Mithilfe von TipoType, deren Schrift Rufina vom britischen Königshaus verwendet wird, ist die barrierefreie Schrift Züriwerk Sans entstanden. In einer speziellen Headline-Variante sind zudem die drei Punkte aus dem Superzeichen Ü in allen Umlauten zu finden.

Umgesetzt wurde das alles in der komplett neu gestalteten und barrierefrei programmierten Website, die ganz auf die Bedürfnisse der Zielgruppen ausgerichtet ist.

Zentrale Seiten werden zusätzlich in Leichter Sprache angeboten, die Jobsuche wurde für alle inklusiv umgesetzt, das Shopsystem umgestaltet.

Die Verbundenheit, die der gemeinsam gestaltete neue Auftritt des Züriwerks bei den Menschen dort auslöst, kann man nur erahnen.



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Sporting CP erneuert Markenauftritt zum 120-jährigen Bestehen – Design Tagebuch


Zum 120. Gründungsjubiläum hat der Sporting Clube de Portugal seine Markenidentität grundlegend überarbeitet. Im Zentrum des Rebrandings steht ein weiterentwickeltes Vereinslogo, das historische Gestaltungselemente neu interpretiert und in ein umfassendes visuelles Identitätssystem integriert.

Der Sporting Clube de Portugal (Sporting CP) wurde am 1. Juli 1906 in Lissabon gegründet. Der traditionsreiche Multisportverein ist insbesondere für seine erfolgreiche Fußballabteilung und seine weltweit renommierte Nachwuchsakademie bekannt, aus der unter anderem Cristiano Ronaldo und Luís Figo hervorgingen. Zu den größten Erfolgen des Klubs im Fußball zählen der Gewinn des Europapokals der Pokalsieger im Jahr 1964 sowie zahlreiche nationale Titel, darunter über 20 portugiesische Meisterschaften und mehr als 17 Pokalsiege (Taça de Portugal). Der letzte große Erfolg war der Gewinn der portugiesischen Fußballmeisterschaft (Primeira Liga) in der Saison 2023/24.

Anlässlich seines 120-jährigen Bestehens hat der Club eine umfassende Erneuerung seiner visuellen Identität vorgestellt.

Auszug der Pressemeldung

„Die neue Identität vereint fünf Symbole – Schild, Krone, Löwe, Streifen und Porta 10 A – in perfekter Symbiose zu einem System, das mit einer Stimme spricht. Sie ist ein Spiegel unserer Identität und unseres Wertekodex. Aus dem Vermächtnis entstanden, schafft sie die Zukunft.“

Sporting Clube de Portugal Brand Design Visual, Quelle: Sporting Clube de Portugal

Das neue Design basiert auf einem vereinheitlichten visuellen System, das fünf Kernelemente integriert: das Wappenschild, die Krone, den Löwen, die grün-weißen Streifen sowie das Stadiontor „Porta 10 A“. Ergänzt wird die Identität durch die eigens entwickelte Hausschrift „Sporting Sans“, deren Formen auf dem Kürzel „SCP“ basieren. Ziel ist eine markante, flexibel einsetzbare Designsprache, die Tradition und Zukunft miteinander verbindet. Das überarbeitete Wappenschild greift die Silhouette des historischen Emblems von 1945 auf.

Sporting Lissabon Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Sporting Lissabon, Bildmontage: dt
Sporting Lissabon Logo – vorher und nachher, Bildquelle: Sporting Lissabon, Bildmontage: dt

Das Rebranding entstand in Zusammenarbeit mit JKR (Jones Knowles Ritchie). Laut JKR entstand die neue Identität nicht als radikaler Neuanfang, sondern als Weiterentwicklung der bestehenden Markenwerte. Der Club versteht das Rebranding als Teil seiner langfristigen Strategie und als Ausdruck seines Selbstverständnisses, bei dem die Entwicklung des Menschen vor der Entwicklung des Athleten steht.

Kommentar

Einen aufrecht stehenden Löwen haben viele Clubs in ihrem Logo*. Darunter etwa der Chelsea FC, der kürzlich sein Wappentier aus dem Logo herausgelöst hat und dieses künftig als eigenständigen Markenabsender verwendet. Ein Wappenschild mit dieser geschnörkelten Form hat jedoch nur Sporting CP. Die Schildform aus dem früheren Clublogo zu reaktivieren, ist eine gute Entscheidung, denn die Form verhilft zur Eigenständigkeit und Wiedererkennbarkeit.

Eigenständig ist unbedingt auch die neu gezeichnete Sporting Sans – einer im Kontext Sportclub ungewöhnlichen, ja eigenwilligen Schrift, die sehr deutlich eine (portugiesische) Typotradition von Sporting erkennen lässt und so maßgeblich die neue visuelle Identität des Clubs prägt. Auch ohne Vereinsemblem ist der Club schon anhand der Typo zu erkennen (Beispiel Sporting Sans in use). Sehr clever, wie ich finde, Schildform und Typo in dieser Weise zum prägenden Brand-Asset auszubauen. Klasse Rebranding.

* Allein in den fünf größten europäischen Ligen (Premier League, La Liga, Serie A, Bundesliga und Ligue 1) sind es acht: Chelsea F.C., Aston Villa F.C., Burnley F.C., Middlesbrough F.C., Bayer 04 Leverkusen, Venezia FC, Frosinone Calcio und Olympique Lyonnais.

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