Künstliche Intelligenz
Microsoft Majorana 2 verspricht zuverlässigere Qubits – Skepsis bleibt
Microsoft hat auf der Build-Konferenz seinen Quantenchip Majorana 2 angekündigt. Laut der Ankündigung sollen die Qubits nun 1.000-mal zuverlässiger sein als jene im Vorgängerchip – mit einer mittleren Qubit-Lebensdauer von 20 Sekunden und vereinzelten Werten von bis zu einer Minute. Andere gängige Ansätze messen Qubit-Lebensdauern in Mikrosekunden.
Weiterlesen nach der Anzeige
Der entscheidende technische Unterschied zum Vorgänger liegt laut Microsoft im Materialmix: Majorana 2 ersetzt den in Majorana 1 verwendeten Supraleiter Aluminium durch Blei und aktualisiert die aktive Halbleiterregion auf eine Kombination aus Indiumarsenid und Indiumarsenidantimonid. Diese Änderung soll zu einer signifikant robusteren topologischen Phase führen; die sogenannte topologische Lücke, die Qubits vor Umgebungsrauschen und Fehlern schützen soll, sei mehr als doppelt so groß wie beim Vorgänger, sagt Microsoft. Details dazu finden sich in dem wisschenschaftlichen Paper „20 Second Parity Lifetime in an InAs–Pb Tetron Device“ zu Majorana 2. Auf Basis dieser selbst berichteten Fortschritte hat das Unternehmen seine ursprüngliche Roadmap halbiert und peilt 2029 als Zieldatum für einen skalierbaren, kommerziell nutzbaren Quantencomputer an.
Die Bauelemente in Microsofts Quantenprozessoren bestehen aus sogenannten Tetrons, einem Typ topologischer Qubits aus zwei supraleitenden Nanodrähten mit Majorana-Nullmoden (MZMs) an ihren Enden. MZMs sollen Quanteninformation über die Parität, also die Geradzahligkeit oder Ungeradzahligkeit der Elektronenanzahl in einem Topoleiter-Draht, robust speichern. Fundamentale Operationen werden durch Messungen ausgeführt: Jede Paritätsmessung liefert eine 0 oder eine 1.
Die Rolle von KI bei der Entwicklung
Bei der Entwicklung von Majorana 2 soll Microsofts KI-Plattform Microsoft Discovery eine wesentliche Rolle gespielt haben. Wie Microsoft beschreibt, soll das Quantenteam agentenbasierte KI eingesetzt haben, um Arbeitsabläufe zu verwalten, Messungen zu automatisieren, Fertigungsprozesse zu optimieren und bislang unbemerkte Fehler aufzuspüren. Das Erstellen eines topologischen Zustands erfordert das Einstellen von Hunderten Parametern – ein Prozess, der manuell Wochen dauert. KI-Agenten sollen die Zykluszeit erheblich reduzieren.
DARPA-Programm als externer Prüfstein
Als Beleg für externe Validierung verweist Microsoft auf seine Teilnahme am DARPA-Quantenbenchmarking-Programm. DARPA hat Microsoft als eines von nur zwei Unternehmen in die Abschlussphase seines Evaluierungsprogramms für Quantensysteme aufgenommen. In dieser Phase soll Microsoft einen fehlertoleranten Prototyp auf Basis topologischer Qubits entwickeln. Die Bewertung durch DARPA-Experten liefert zumindest einen externen Rahmen, ersetzt jedoch keine unabhängige wissenschaftliche Überprüfung der zentralen Behauptungen.
Weiterlesen nach der Anzeige
Kontroverse um Majorana 1
Die Ankündigung muss vor dem Hintergrund einer belasteten Forschungsgeschichte gelesen werden. Microsoft arbeitet seit rund zwei Jahrzehnten an topologischen Qubits auf Basis von Majorana-Zuständen – mit erheblichen Rückschlägen. Ein 2018 in Nature veröffentlichtes Paper eines Microsoft-Teams, das erstmals einen Majorana-Zustand nachgewiesen haben wollte, musste 2021 zurückgezogen werden, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die ursprüngliche Datenanalyse wissenschaftlichen Qualitätsstandards nicht genügte.
Beim Nachfolger Majorana 1, den Microsoft im Februar 2025 vorstellte, war die Reaktion der Fachwelt gespalten. Zahlreiche Physiker meldeten erhebliche Zweifel an, ob topologische Qubits in realer Hardware tatsächlich so auftreten wie theoretisch vorhergesagt. Der Kernstreit: Ob die gemessenen Signale eindeutige Belege für Majorana-Nullmoden sind, oder ob sie sich auch durch konventionellere Effekte erklären lassen.
Microsofts Ansatz unterscheidet sich grundlegend von dem seiner Mitbewerber. Während Google mit Willow und IBM mit Nighthawk auf eine wachsende Zahl supraleitender Qubits mit verbesserter Fehlerkorrektur setzen, soll Microsofts topologische Architektur inhärent geringere Fehlerraten liefern – und damit den Overhead für Fehlerkorrektur drastisch reduzieren. Beide Mitbewerber streben ebenfalls 2029 als Zieldatum für fehlertolerantes Quantencomputing an.
(vza)
Künstliche Intelligenz
Top 10: Speicher für Balkonkraftwerk im Test – zum Nachrüsten oder als Set
Zendure Solarflow 2400 AC
Modularer AC-Speicher bis 17,28 kWh, mit offener Home-Assistant-Anbindung – aber ohne PV-Eingänge und auf den AB3000X-Akku festgelegt.
- AC-Leistung bis 2400 Watt, modular bis 17,28 kWh
- 98 % nutzbares Ladefenster bei der AB3000X
- 86 bis 87 % Roundtrip-Wirkungsgrad – höchster Wert im bisherigen AC-Speicher-Testfeld
- umfangreiche MQTT-/Home-Assistant-Anbindung über Zen SDK und lokalen Broker
- koordinierter Betrieb mehrerer Zendure-Speicher an einem Smart Meter
- keine direkten PV-Eingänge
- nur mit AB3000X-Akkus kompatibel, ältere Zendure-Akkus nicht weiterverwendbar
- volle 2400 Watt erfordern eigenen Stromkreis und fachgerechte Installation
- für einfache 800-Watt-Balkonkraftwerke mit überbelegten Modulen nicht optimal
Zendure Solarflow 2400 AC im Test: AC-Speicher fürs BKW mit 86 % Wirkungsgrad
Modularer AC-Speicher bis 17,28 kWh, mit offener Home-Assistant-Anbindung – aber ohne PV-Eingänge und auf den AB3000X-Akku festgelegt.
Der Zendure Solarflow 2400 AC ist ein AC-gekoppelter Speicher. Er wird also nicht zwischen Solarmodule und Wechselrichter gesetzt, sondern arbeitet auf der Wechselstromseite des Hausnetzes. Damit richtet er sich vor allem an Nutzer, die bereits eine größere PV-Anlage oder ein größeres Balkonkraftwerk respektive mehrere verteilte Mikrowechselrichter-Systeme betreiben und nachträglich einen Speicher ergänzen möchten.
Das Prinzip ist einfach: Ein Smart Meter misst am Netzanschlusspunkt, ob gerade Strom eingespeist oder aus dem Netz bezogen wird. Bei Überschuss lädt der Speicher, bei Netzbezug gibt er Energie ins Hausnetz ab. Die vorhandene PV-Anlage muss dafür nicht umgebaut werden. Module, Wechselrichter und deren Verkabelung bleiben unverändert.
Genau darin liegt der Unterschied zu klassischen Balkonkraftwerk-Speichern. Diese sitzen oft auf der DC-Seite, also zwischen Solarmodulen und Mikrowechselrichter. Sie können Solarstrom speichern, bevor er durch den Wechselrichter läuft. Der Solarflow 2400 AC greift dagegen erst nach dem Wechselrichter ein. Das ist für bestehende Anlagen bequem, kann bei kleinen Balkonkraftwerken aber ein Nachteil sein.
Ist ein Mikrowechselrichter auf 800 Watt begrenzt, kommt auch nur diese Leistung auf der AC-Seite an. Eine darüber hinausgehende Mehrleistung – etwa 2000 Wp durch vier 500-Wp-Module an einem 800-Watt-Mikrowechselrichter – kann der Solarflow 2400 AC nicht nutzen, weil sie bereits am Mikrowechselrichter auf 800 Watt abgeregelt wird. Für diese einfachen 800- bis 2000-Watt-Balkonkraftwerke ist ein DC-gekoppelter Speicher daher oft naheliegender, wie der Zendure Solarflow 800 Plus oder Zendure Solarflow 800 Pro. Für größere PV-Anlagen, mehrere Mikrowechselrichter oder dynamische Stromtarife ist der AC-Ansatz des Solarflow 2400 AC dagegen praktischer.
Bilder: Zendure Solarflow 2400 AC
Die Integration in Home Assistant funktioniert lokal und kommt ohne Cloud aus. Für die Ersteinrichtung des Zendure Solaflow 2400 AC wird allerdings die App benötigt, inklusive einer Registrierung bei Zendure.
Die Integration in Home Assistant funktioniert lokal und kommt ohne Cloud aus. Für die Ersteinrichtung des Zendure Solaflow 2400 AC wird allerdings die App benötigt, inklusive einer Registrierung bei Zendure.
Die Integration in Home Assistant funktioniert lokal und kommt ohne Cloud aus. Für die Ersteinrichtung des Zendure Solaflow 2400 AC wird allerdings die App benötigt, inklusive einer Registrierung bei Zendure.
Technik: 2400 Watt Lade- und Entladeleistung
Zendure gibt für den Solarflow 2400 AC eine bidirektionale AC-Leistung von bis zu 2400 Watt an. Das ist mehr als bei vielen einfachen Balkonkraftwerk-Speichern und macht sich vor allem bei größeren Überschüssen bemerkbar. Wenn mittags viel PV-Überschuss produziert wird, kann der Speicher schneller laden. Beim Entladen kann er nicht nur die Grundlast, sondern auch größere Verbraucher teilweise abdecken. Zendure bietet den Speicher mit bis zu sechs AB3000X-Akkus an; die Kapazität reicht dadurch von 2,88 bis 17,28 kWh.
Die hohe Leistung sollte man aber nicht mit normalem Plug-and-Play-Betrieb verwechseln. Zendure nennt zwar bis zu 2400 Watt Ausgangsleistung, weist aber zugleich darauf hin, dass dafür eine fachgerechte Installation nötig ist. Die Standard-Ausgangsleistung liegt bei 800 Watt und kann erhöht werden. Für den Betrieb mit 2400 Watt muss das Gerät an einem eigenen Stromkreis ohne weitere Verbraucher und über einen separaten Leitungsschutzschalter abgesichert werden.
In der Praxis heißt das: Wer nur kleine Leistungen zur Grundlastdeckung nutzt, bewegt sich mit 800 Watt im unkritischen Bereich. Wer dauerhaft hohe Leistungen bis 2400 Watt verwenden möchte, sollte Leitung, Steckverbindung, Absicherung und Anmeldung fachgerecht vom Elektriker prüfen und ggf. nachrüsten lassen. Technisch kann das System viel, elektrisch muss die Installation aber dazu passen.
AB3000X: viel Kapazität, aber wenig Flexibilität bei der Akkuwahl
Der Solarflow 2400 AC arbeitet mit der AB3000X-Batterie. Ein Modul bietet 2,88 kWh Kapazität, bis zu sechs Module ergeben 17,28 kWh. Diese basieren auf LiFePO₄-Zellen, sind IP65-geschützt und verfügen über eine Selbstheizfunktion für kalte Umgebungen.
Die Erweiterbarkeit ist eine Stärke des Systems. Mit einem Akku startet man bei 2,88 kWh, später lässt sich die Kapazität stufenweise ausbauen. Das ist flexibler als bei Speichern mit fest eingebautem Akku.
Die Kehrseite: Der Solarflow 2400 AC ist auf die AB3000X festgelegt. Ältere Zendure-Akkus wie AB1000, AB1000S, AB1000X, AB2000, AB2000S und AB2000X lassen sich laut Zendure nicht weiterverwenden. Die ausschließliche Nutzung der spezifischen AB3000X-Akkus ist nicht zwingend ein Nachteil, und andere Hersteller bieten oft auch nur einen passenden Akkutyp bei stapelbaren Systemen wie z. B. dem Marstek Venus D.
Zendure verweist zudem auf SiC-Leistungselektronik in Kombination mit einem 48-Volt-Batteriesystem. Die Idee dahinter: Siliziumkarbid-Halbleiter können effizienter schalten als klassische Siliziumbauteile, und eine höhere Batteriespannung reduziert bei gleicher Leistung die Stromstärke. Dadurch sinken Leitungs- und Wandlungsverluste. Im Alltag entscheidet aber nicht nur die Hardware über den Wirkungsgrad. Wichtig sind auch Ladeleistung, Entladeleistung, Eigenverbrauch, Regelung und Standby-Zeiten.
Installation, App und Smart Meter
Der mechanische Aufbau ist einfach. Bei mehreren Akkus werden die Batterien übereinander gestapelt, die Steuereinheit sitzt darüber. Die Stapelbauweise ist praktisch, erfordert aber eine saubere Montage. Zendure weist in der App ausdrücklich darauf hin, dass der Solarflow 2400 AC und die Batteriemodule exakt ausgerichtet sein müssen. Schon eine schräge oder versetzte Platzierung kann die Kontaktfläche der internen Anschlüsse verringern und damit Leistung sowie Langzeitstabilität beeinträchtigen. Positiv ist, dass die App diesen Punkt nicht versteckt, sondern nach der Montage aktiv abfragt. Nutzer sollten den Hinweis ernst nehmen und die Module zusätzlich mit dem vorgesehenen Haltebügel samt M4-Schrauben sichern. Danach wird das System mit dem beiliegenden Schuko-Kabel mit dem Stromnetz verbunden und in der Zendure-App eingerichtet.
Die Einrichtung in der Zendure-App gelingt unkompliziert. Der Speicher wird eingebunden, mit dem passenden Smart Meter verknüpft und anschließend über das HEMS geregelt. Der Speicher arbeitet nicht nur als einzelnes Gerät, sondern wird in Zendures Energiemanagement eingebunden.
Entscheidend ist der Smart Meter. Ohne Messung am Netzanschlusspunkt weiß ein AC-Speicher nicht, ob gerade Überschuss oder Netzbezug vorliegt. Zendure nennt unter anderem den eigenen D0-Zähler, den 3CT-Zähler und kompatible Messlösungen wie den Shelly Pro 3EM. Erkennt der Smart Meter Einspeisung, aktiviert der Solarflow 2400 AC das Laden; erkennt er Netzbezug, wird entsprechend entladen.
Ein wichtiger Punkt ist die Saldierung. Der Solarflow 2400 AC speist einphasig ein. Moderne Stromzähler verrechnen aber Bezug und Einspeisung über alle drei Phasen. Deshalb kann ein einphasiger Speicher rechnerisch auch den Verbrauch auf den anderen beiden Phasen ausgleichen. Physikalisch fließt der Strom vom Speicher zwar nicht auf allen Phasen gleichzeitig in das Hausnetz, für die Stromabrechnung zählt aber nur der saldierte Wert am Netzanschlusspunkt.
Positiv fällt der Mehrspeicherbetrieb auf. Werden mehrere Solarflow-Speicher über Zendures HEMS gemeinsam eingebunden, arbeiten sie nicht als unabhängige Einzelgeräte gegeneinander, sondern werden zentral koordiniert. Im Test schaukelten sich zwei Speicher an einem Smart-Meter-System dadurch nicht gegenseitig auf, sondern teilten sich die Überschussladung sowie das Entladen passend zum jeweiligen Ladezustand auf. Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen AC-Speichern: Reagieren mehrere Geräte jeweils eigenständig auf denselben Smart-Meter-Wert, werden sie sich in kürzester Zeit gegenseitig zum Laden und Entladen anregen oder ständig nachregeln. Zendure löst dieses Problem im eigenen Ökosystem deutlich sauberer, und man ist nicht auf einen einzigen Speicher begrenzt.
Regelverhalten: Nulleinspeisung mit kleinem Puffer
Für die Nulleinspeisung ist nicht nur wichtig, dass ein Smart Meter vorhanden ist. Entscheidend ist auch, wie schnell und wie genau der Speicher auf dessen Messwerte reagiert. Zendure bewirbt den D0-Zähler und den 3CT-Zähler mit 1-Watt-Präzision und 3 Sekunden Reaktionszeit. Das klingt nach einer sehr genauen Regelung, bedeutet in der Praxis aber nicht, dass der Stromzähler dauerhaft exakt 0 Watt anzeigt.
Ein AC-gekoppelter Speicher arbeitet immer mit einer gewissen Verzögerung. Das Smart Meter misst den Netzfluss, übermittelt den Wert an das Energiemanagement, und der Speicher passt seine Lade- oder Entladeleistung an. Schaltet sich im Haus ein größerer Verbraucher ein oder aus, braucht das System einen kurzen Moment, bis es nachgeregelt hat.
Hinzu kommt, dass eine zu aggressive Regelung Nachteile hätte. Würde der Speicher bei jeder kleinen Laständerung sofort versuchen, exakt auf 0 Watt zu springen, könnte das System anfangen zu pendeln: Es würde kurz einspeisen, dann nachregeln, anschließend wieder Netzbezug erkennen und erneut gegensteuern. Solche schnellen Wechsel belasten Relais und Leistungselektronik und führen nicht unbedingt zu einem besseren Ergebnis am Zähler, sondern verschleißen die Leistungselektronik unnötig schnell.
Deshalb arbeiten solche Systeme in der Praxis meist mit einem kleinen Sicherheitsbereich. Statt dauerhaft exakt 0 Watt anzustreben, wird ein kleiner Offset zugelassen. Je nach Messgerät, Kommunikationsweg und Algorithmus kann das eine geringe Resteinspeisung oder ein kleiner Netzbezug sein. Erfahrungswerte mit AC-gekoppelten Speichern zeigen häufig Zielbereiche im zweistelligen Wattbereich. Das ist technisch sinnvoll, weil der Speicher dadurch ruhiger arbeitet und nicht wegen jeder kleinen Schwankung nachregelt oder zwischen Laden und Entladen umschalten muss.
Für die Bewertung ist das wichtig: Der Eigenverbrauchsmodus bedeutet bei solchen Systemen nicht automatisch Nulleinspeisung, also dass am Zähler über den ganzen Tag hinweg eine perfekte Nulllinie steht. Entscheidend ist, ob der Speicher größere Überschüsse zuverlässig lädt und Netzbezug im Alltag deutlich reduziert. Kleine Abweichungen von 30 bis 50 Watt sind bei Smart-Meter-geregelten AC-Speichern kein ungewöhnliches Verhalten, sondern eher Teil der Regelstrategie. Bei sehr kleinen Überschüssen unterhalb von rund 50 Watt sollte man ebenfalls nicht erwarten, dass der Speicher diese immer vollständig und sofort einfängt. In diesem Bereich sind Messrauschen, Kommunikationslatenz und Mindestleistung der Leistungselektronik im Verhältnis zur verfügbaren Energie bereits sehr relevant.
In unserem Test hat das Regelverhalten im Zusammenspiel mit dem Zendure D0-Zähler und einem Shelly Pro 3EM zuverlässig und mit kurzer Reaktionszeit funktioniert, ist aber nicht mit einer fest verdrahteten Echtzeitregelung wie bei größeren dreiphasigen Heimspeichern zu verwechseln. Wer im Alltag auf die App oder den Smart-Meter-Verlauf schaut, wird deshalb immer wieder kurze Ausschläge in Richtung Netzbezug oder Einspeisung im Bereich weniger Watt sehen. Problematisch wäre das erst, wenn der Speicher dauerhaft deutlich neben dem Ziel arbeitet oder größere Überschüsse trotz freier Akkukapazität nicht aufnimmt.
App, Zenki und dynamische Stromtarife
Die Zendure-App dient zur Einrichtung, Leistungsbegrenzung und Auswahl der Betriebsmodi. Im Eigenverbrauchsmodus lädt der Speicher bei PV-Überschuss und entlädt bei Netzbezug. Zusätzlich bewirbt Zendure sein Energiemanagement Zenki. Es soll unter anderem Verbrauch, Wetterdaten, Strompreise und Batteriestand berücksichtigen.
Für Haushalte mit dynamischem Stromtarif kann der Solarflow 2400 AC interessant sein. Zendure nennt inzwischen mehr als 840 unterstützte europäische Energieversorger und bietet unter dem Namen „ZenWave“ seit kurzem auch einen eigenen dynamischen Stromtarif an. Der Speicher lädt dann nicht nur mit PV-Überschuss, sondern kann auch gezielt günstigen Netzstrom aufnehmen und später in teureren Stunden wieder abgeben. Wirtschaftlich lohnt sich das aber nur, wenn der Preisunterschied groß genug ist. Bei einem gemessenen AC-Roundtrip von rund 86 % gehen etwa 14 % der geladenen Energie im Zyklus verloren. Diese Wandlungsverluste müssen durch die Preisdifferenz im dynamischen Stromtarif überkompensiert werden. Eine stark verkürzte Amortisation ist dadurch derzeit kaum zu erwarten. Die Ersparnis bewegt sich im Bereich von einigen Cent pro Tag bzw. ein paar Euro über das gesamte Jahr. Bei geringen Preisunterschieden kann die Degradation durch zusätzliche Ladezyklen den Vorteil sogar weitgehend aufzehren. In unserem Alltagstest wurde der Akku per Home Assistant gesteuert oder im HEMS-Eigenverbrauchsmodus und ohne dynamischen Stromtarif oder Zenki betrieben, mit PV-Überschuss geladen und überwiegend im empfohlenen SoC-Fenster von 10 bis 90 % betrieben. Gelegentlich lädt das System dennoch selbstständig auf 100 %. Das ist bei LiFePO₄-Akkus sinnvoll, weil das Balancing vor allem nahe der Vollladung stattfindet.
MQTT, Zen SDK und Home Assistant Integration
Positiv fällt die MQTT-Anbindung auf. Im Home Assistant erscheinen nicht nur Basiswerte wie Akkustand, Lade- und Entladeleistung, Temperaturen, Zellspannungen, Betriebszustand und Restlaufzeit, sondern auch zahlreiche Einstellmöglichkeiten. So lassen sich unter anderem Lade- und Entladegrenzen, Mindest-SoC, Ziel-SoC, Betriebsmodus, Rückspeiseverhalten und Smart-Modus steuern. Die Integration liefert damit eine ungewöhnlich umfangreiche Übersicht über den Speicher und erlaubt deutlich mehr als nur eine einfache Statusanzeige.
Für Nutzer, die ihren Speicher nicht nur in der Hersteller-App beobachten möchten, ist das ein echter Pluspunkt. Gerade im Zusammenspiel mit weiteren Sensoren, Smart Metern oder Automationen lässt sich der Solarflow 2400 AC dadurch in ein eigenes Energiemanagement einbinden.
Technisch muss man dabei mehrere Ebenen unterscheiden. Im einfachsten Fall läuft der Solarflow 2400 AC vollständig über die Zendure-App und das herstellereigene HEMS. Die App koppelt den Speicher mit einem Smart Meter, etwa Zendure Smart Meter 3CT, D0-Zähler oder Shelly Pro 3EM, und Zendures eigene Logik setzt daraus je nach Betriebsmodi die passende Lade- und Entladeleistung. Für reine App-Nutzer ist das bequem, weil der Speicher ohne eigene Automatisierungen arbeitet.
Für Home Assistant gibt es die Zendure-HA-Integration als Custom Component, die per HACS installiert wird und nicht offiziell in Home Assistant integriert ist. Für die Erstanmeldung des Geräts ist weiterhin ein Zendure-Konto erforderlich; die laufende Kommunikation läuft jedoch bei aktiviertem lokalen MQTT-Broker im eigenen Netzwerk. Die Integration bindet die Geräte als Entitäten ein und stellt je nach Modell Werte wie SoC, Batterieleistung, AC-Leistung, Lade- und Entladegrenzen, Temperaturen, Betriebszustände und Energiezähler bereit. Bei neueren Geräten kommt zunehmend das Zen SDK als technischer Unterbau hinzu. Zendure beschreibt Zen SDK als lokale Steuerungsmethode mit Echtzeitstatus, Event-Streams, Remote-Funktionen, offenen APIs und der Integration von Drittanbieter-MQTT-Clients einschließlich Home Assistant. Je nach Gerät und bereitgestellten Entitäten lassen sich Ladeleistung, Entladeleistung, SoC-Grenzen oder Betriebsmodi setzen. Damit kann Home Assistant selbst zum Regler werden. Ein typisches Szenario ist die lokale Nulleinspeisung: Home Assistant liest den aktuellen Netzfluss etwa über einen Shelly Pro 3EM und setzt daraus laufend das passende Lade- oder Entladelimit des Speichers.
Beim Solarflow 2400 AC und weiteren neueren Solarflow-Geräten ist außerdem ein lokaler MQTT-Broker möglich. Dabei wird in der Zendure-App bei jedem Gerät der MQTT-Broker im lokalen Netzwerk eingetragen, typischerweise Mosquitto in Home Assistant, ioBroker, openHAB oder Node-RED. Danach sendet das Gerät seine Daten lokal an MQTT und kann darüber auch Steuerbefehle empfangen. Die Zendure-App bleibt für Ersteinrichtung, Firmware-Updates, Gerätemanagement und Grundkonfiguration relevant, muss aber nicht zwingend dauerhaft die eigentliche Regelung übernehmen.
Wichtig: HEMS und Home Assistant sollten nicht gleichzeitig dieselben Stellgrößen regeln. Wenn Zendures HEMS den Speicher anhand des Smart Meters steuert, sollte Home Assistant nicht parallel dauerhaft Werte wie inputLimit oder outputLimit überschreiben. Zwei unabhängige Regelungen können sonst gegeneinander arbeiten.
Für versierte Smart-Home-Nutzer sind diese Steuerungsmöglichkeiten ein klarer Pluspunkt. Der Solarflow 2400 AC ist dadurch zwar nicht vollständig cloudfrei und auch nicht komplett unabhängig von der Zendure-App, aber deutlich flexibler nutzbar als die Speichersysteme vieler anderer Hersteller. Wer es einfach haben möchte, nutzt die Zendure-App und HEMS. Wer tiefer einsteigen möchte, bekommt mit MQTT, Zen SDK und der Home Assistant Integration eine Plattform, die nicht nur Monitoring, sondern eine Steuerung nach individuellen Wünschen ermöglicht.
Notstrom: nützlich, aber keine Hausnotstromanlage
Der Solarflow 2400 AC besitzt eine Off-Grid-Steckdose. Darüber lassen sich bei Stromausfall einzelne Verbraucher direkt versorgen. Zendure nennt 2400 Watt Off-Grid-Leistung und 3600 Watt Spitzenleistung für bis zu 10 Sekunden. Für Kühlschrank, Gefriertruhe, Ladegeräte oder kleinere Haushaltsgeräte ist das ein praktischer Zusatz. Eine vollwertige Hausnotstromlösung ersetzt die Steckdose aber nicht. Bei Stromausfall wird nur versorgt, was direkt an der Off-Grid-Steckdose hängt. Die angegebene USV-Umschaltzeit liegt je nach Quelle zwischen 10 und 20 Millisekunden, was in unserem Test für empfindliche IT-Geräte wie ein Synology NAS, einen Switch und einen TP-Link-Router problemlos ausgereicht hat.
Messaufbau mit drei Smart Plugs
Für die Kapazitäts- und Wirkungsgradmessung wurden drei Smart Plugs gleichzeitig eingesetzt: ein Shelly Plug S Gen3, eine Zigbee-Smart-Steckdose und ein Tasmota-Refoss-P11. Ausgewertet wurde jeweils die Differenz der Energiezähler vor und nach dem Test.
Gemessen wurden drei Szenarien. Zuerst wurde die AB3000X von 100 auf 5 % mit rund 1000 Watt entladen. Danach wurde sie von 5 auf 100 % mit rund 2000 Watt geladen. Anschließend folgte eine zweite Entladung von 100 auf 5 % mit rund 200 Watt. Diese niedrige Last entspricht eher dem typischen Nachtbetrieb, wenn ein Speicher über viele Stunden die Grundlast deckt.
Nutzbare Kapazität: AB3000X schöpft das Ladefenster gut aus
Die AB3000X hat 2,88 kWh Nennkapazität. Da der Test bei 5 % Restkapazität endete, standen rechnerisch 95 % zur Verfügung. Das entspricht 2,736 kWh.
Beim Entladen mit rund 1000 Watt wurden folgende Werte gemessen:
| Shelly Plug S Gen3 | 2,72 kWh |
| Zigbee-Smart-Steckdose | 2,65 kWh |
| Tasmota-Refoss-P11 | 2,69 kWh |
| Mittelwert | 2,69 kWh |
Der Mittelwert von 2,69 kWh entspricht 93,4 % der nominellen Akkukapazität. Bezogen auf das genutzte Fenster von 100 bis 5 % sind es 98,3 % des rechnerisch verfügbaren Bereichs. Die drei Messgeräte lagen nah genug beieinander, um die Ergebnisse als plausibel zu bewerten.
Beim Entladen mit rund 200 Watt fiel die nutzbare Energie kaum geringer aus:
| Shelly Plug S Gen3 | 2,70 kWh |
| Zigbee-Smart-Steckdose | 2,60 kWh |
| Tasmota-Refoss-P11 | 2,64 kWh |
| Mittelwert | 2,65 kWh |
Der Unterschied zum 1000-Watt-Test beträgt im Mittel nur 0,04 kWh. Damit verliert der Akku bei niedriger Entladeleistung kaum nutzbare Kapazität. Für die Praxis ist das wichtig, weil viele Haushalte ihren Speicher nachts nicht mit hoher Leistung, sondern über viele Stunden mit kleiner Last entladen.
Laden und Roundtrip-Wirkungsgrad
Für das Laden von 5 auf 100 % mit rund 2000 Watt wurden im Mittel 3,08 kWh benötigt:
| Shelly Plug S Gen3 | 3,10 kWh |
| Zigbee-Smart-Steckdose | 3,05 kWh |
| Tasmota-Refoss-P11 | 3,10 kWh |
| Mittelwert | 3,08 kWh |
Aus Lade- und Entladewerten ergibt sich der AC-zu-AC-Wirkungsgrad. Beim Zyklus mit 1000-Watt-Entladung liegt er bei 87,3 %. Beim praxisnahen Zyklus mit 200-Watt-Entladung sind es 86,0 %.
| 2000 W Laden, 1000 W Entladen | 3,08 kWh | 2,69 kWh | 87,3 % |
| 2000 W Laden, 200 W Entladen | 3,08 kWh | 2,65 kWh | 86,0 % |
Bei einem AC-Speicher wird Wechselstrom beim Laden in Gleichstrom gewandelt und beim Entladen wieder zurück in Wechselstrom. Dabei entstehen Verluste. Dazu kommt der Eigenverbrauch für die Steuerelektronik sowie die WLAN-Kommunikation. Zendure bewirbt bis zu 93 % Roundtrip-Effizienz, gemessen bei internen Tests im Zendure-Labor. Dieser Wert wurde in unseren Tests nicht erreicht. Für solch einen Wert müsste die Effizienz jeder einzelnen Wandlungsrichtung im Wechselrichter von AC auf DC oder DC auf AC bei mindestens 96,44 % liegen, bei einem Batteriesystem noch höher, da auch die Speicherung der Energie in die Zellen nicht zu 100 % verlustfrei stattfindet. Die Herstellerangabe von bis zu 93 % dürfte eher einen idealisierten Laborwert oder einen Teilwirkungsgrad beschreiben. Für den vollständigen AC-zu-AC-Zyklus inklusive Batterie, Eigenverbrauch und realem Teillastbetrieb sind die gemessenen 86 bis 87 % deutlich realistischer. Ein Roundtrip-Wirkungsgrad von 86 bis 87 % ist für einen AC-gekoppelten Speicher der höchste Wert, den wir in unserem bisherigen AC-Speicher-Testfeld gemessen haben.
Wichtig ist die Trennung zwischen Kapazität und Wirkungsgrad. Die Batterie gibt fast das gesamte genutzte Ladefenster ab und behält eine gewisse Sicherheitsreserve als Schutz gegen Tiefenentladung. Die Verluste entstehen vor allem im kompletten Zyklus aus Laden, Speichern und Entladen. Für Wirtschaftlichkeitsrechnungen sollte man daher nicht mit der Herstellerangabe kalkulieren, sondern mit einem Praxiswert um 86 %. Dieser Praxiswert ist im Vergleich zu anderen getesteten AC-Speichern positiv einzuordnen.
Alltagstest mit PV-Überschuss
Zusätzlich zum festen Lade-/Entladezyklus lief der Speicher mehrere Tage im normalen Alltagsbetrieb zwischen 5 % und 100 % SoC. Der PV-Überschuss schwankte je nach Uhrzeit und Bewölkung zwischen 0 und 1600 Watt. Nachts haben wir den Speicher mit 200 Watt entladen, bis die untere Grenze erreicht war.
In diesem Szenario wurden über mehrere Tage hinweg 12,2 kWh geladen und 10,5 kWh wieder abgegeben. Daraus ergibt sich ein Praxiswirkungsgrad von 86,1 %. Das passt sehr gut zu den Werten aus den Lade- und Entladezyklen mit fester Lade- und Entladeleistung im vorherigen Test und bestätigt, dass der Speicher auch im Realbetrieb mit schwankendem PV-Überschuss ähnlich effizient arbeitet wie im Testzyklus mit fest definierter 2000-Watt-Ladeleistung.
Einordnung gegenüber anderen AC-Speichern
Der Solarflow 2400 AC konkurriert mit diversen AC-gekoppelten Nachrüstlösungen, etwa der Hoymiles MS-A2, der Anker Solix Solarbank 2 AC, dem Marstek Venus E und dem Marstek Venus D. Der gemeinsame Vorteil dieser Speicher liegt darin, dass bestehende PV-Anlagen nicht umgebaut werden müssen. Der Speicher hängt auf der Wechselstromseite und orientiert sich am saldierten Netzanschlusspunkt. Der Solarflow 2400 AC punktet vor allem mit hoher AC-Leistung, modularer Erweiterbarkeit, guter App-Einrichtung und der zentralen HEMS-Steuerung. Ein AB3000X-Akku startet bei 2,88 kWh, mit sechs Akkus sind bis zu 17,28 kWh möglich. Das ist flexibel, bindet Käufer aber vollständig an diesen Akkutyp.
Besonders beim Betrieb mehrerer Zendure-Speicher zeigt sich ein Unterschied zu vielen Konkurrenzsystemen. Mehrere Speicher an einem Smart Meter sind regelungstechnisch anspruchsvoll. Wenn jedes Gerät unabhängig vom anderen versucht, den Netzanschlusspunkt auf null zu regeln, werden sich die Speicher gegenseitig negativ beeinflussen. Einer lädt, der andere erkennt dadurch Netzbezug oder Einspeisung und regelt dagegen. Zendure vermeidet dieses Problem im eigenen HEMS, indem mehrere Speicher gemeinsam koordiniert werden. Für größere Setups mit mehreren Zendure-Speichern ist das ein echter Vorteil.
Auch bei der Smart-Home-Integration positioniert sich Zendure offener als die meisten anderen Hersteller, die sich stärker an Standard-Nutzern oder der eigenen App orientieren. Zendure bietet mit App, HEMS, MQTT, Zen SDK, Home Assistant Integration und aktiver Community eine Mischung aus Einfachheit und Offenheit. Diese Offenheit ist nicht vollständig cloudfrei, die lokale Integration des Solarflow 2400 AC spielt im aktuellen Speicherumfeld aber im vorderen Feld mit.
Für kleine 800-Watt-Balkonkraftwerke ist ein DC-gekoppelter Speicher wie der Solarflow 800 Plus oder Pro oft naheliegender, weil er Solarstrom vor dem Wechselrichter speichert und eine zusätzliche AC-DC-Wandlung überspringt. Für vorhandene Dach-PV, mehrere Mikrowechselrichter oder dynamische Stromtarife ist ein AC-Speicher wie der Solarflow 2400 AC dagegen praktischer. Er ist unabhängig von den vorhandenen (Mikro-)Wechselrichtern, kann auch mit Netzstrom laden und lässt sich bei Bedarf mit weiteren Batterien erweitern.
Preis
Die Preise für Zendure Solarflow 2400 AC starten bei 768 Euro. Bei diesem Preis sind die Steuereinheit und ein Akku vom Typ AB3000X mit 2,88 kWh enthalten. Insgesamt kann eine Steuereinheit bis zu 6 Akkus verwalten, mit einer Kapazität von 17,28 kWh. Je nach Konfiguration liegt der Preis pro kWh zwischen 192 Euro (14,4 kWh) und 267 Euro (2,88 kWh). Damit liegt das System im unteren Drittel des Segments. Der AC-Speicher Hoymiles Hi Battery kostet 286 Euro pro kWh, der Marstek Venus E ist mit rund 200 Euro pro kWh ähnlich günstig wie die Zendure-Lösung, arbeitet aber mit einem deutlich niedrigeren Wirkungsgrad von rund 80 %.
Fazit
Der Zendure Solarflow 2400 AC ist ein leistungsstarker AC-Speicher für Haushalte, die eine bestehende PV-Anlage AC-seitig nachrüsten möchten. Für einfache 800- bis 2000-Watt-Balkonkraftwerke ist er weniger passend, weil er keine direkte Anschlussmöglichkeit für Solarmodule besitzt. Wer direkt Panels anschließen möchte, für den könnte der Zendure Solarflow 2400 Pro interessant sein.
Im Test überzeugen die AB3000X-Batterie und der Wechselrichter mit 86 % AC-zu-AC-Wirkungsgrad. Aus 2,88 kWh Nennkapazität wurden bei Entladung bis 5 % je nach Last 2,65 bis 2,69 kWh nutzbar abgegeben. Auch bei nur 200 Watt Entladeleistung bleibt die verfügbare Kapazität nahezu gleich. Für die nächtliche Grundlastdeckung ist das ein gutes Ergebnis. Im vollständigen Lade-/Entladezyklus und im Alltagstest erreicht das System 86 bis 87 %. Damit bleibt der Solarflow 2400 AC zwar unter der Herstellerangabe von bis zu 93 %, liefert aber den höchsten bislang von uns gemessenen AC-zu-AC-Wirkungsgrad in einem AC-gekoppelten Speicher. Für ein System mit doppelter Wandlung ist das ein gutes Ergebnis.
Ebenfalls positiv sind die einfache Einrichtung in der Zendure-App, die Einbindung von Smart Meter und HEMS sowie der sauber koordinierte Betrieb mehrerer Zendure-Speicher. In unserem Test haben wir den Solarflow 2400 AC mit einem Solarflow 800 Plus zusammen betrieben, und beide Speicher arbeiteten nicht als konkurrierende Einzelgeräte gegeneinander, sondern wurden zentral gesteuert, ohne sich gegenseitig negativ zu beeinflussen. Das ist bei mehreren Speichern an einem Smart Meter Grundvoraussetzung für einen sauberen parallelen Betrieb.
Die Smart-Home-Anbindung ist für fortgeschrittene Nutzer ein weiterer Pluspunkt. Über die Zendure-HA-Integration, Zen SDK und lokales MQTT lässt sich der Speicher nicht nur überwachen, sondern auch aktiv in eigene Smart-Home-Regelstrategien einbinden. Die Integration ist eine Custom Component und benötigt für die Erstanmeldung des Geräts ein Zendure-Konto; bei aktiviertem lokalem MQTT-Broker läuft die laufende Kommunikation jedoch im eigenen Netzwerk. Damit können Nutzer den Solarflow 2400 AC wahlweise komfortabel über App und HEMS betreiben oder deutlich stärker lokal automatisieren. Wichtig ist nur, dass die Geräte aus der HEMS-Steuerung genommen werden, sonst würden HEMS und Home Assistant immer abwechselnd neue Lade- oder Entladelimits setzen und sich gegenseitig überschreiben.
Die Stärken des Solarflow 2400 AC liegen in seiner hohen Leistung, der modularen Kapazität, dem höchsten bislang von uns gemessenen Roundtrip-Wirkungsgrad in einem AC-Speicher auch bei geringer Grundlast und der umfangreichen MQTT-/Home-Assistant-Einbindung. Als Nachteile sehen wir das Fehlen von PV-Eingängen, die Beschränkung auf AB3000X-Akkus und die Tatsache, dass die volle Leistung eine passende Elektroinstallation erfordert. Wer eine größere PV-Anlage oder einen dynamischen Stromtarif nutzt und Home Assistant oder andere Smart-Home-Systeme mit MQTT betreibt, bekommt einen der derzeit leistungsfähigsten AC-Speicher mit offener Smart-Home-Anbindung und großem Ausbaupotenzial.
Künstliche Intelligenz
Nvidia bringt nächste große KI-Modelle heraus
Nvidia hat mehrere neue KI-Modelle vorgestellt, die für Schlagzeilen sorgen. Darunter ist Nemotron 3 Ultra, das leistungsstärkste Modell der neuen Nemotron-3-Familie.
Weiterlesen nach der Anzeige
Laut Nvidia bietet das Modell fünffach schnellere Inferenz und bis zu 30 Prozent niedrigere Kosten im Vergleich zu früheren Versionen. Die Unterstützung eines Kontextfensters von einer Million Token ermöglicht die Verarbeitung großer Datenmengen. Damit soll es, wie die meisten der aktuell publizierten Spitzenmodelle, besonders für lange und komplexe Aufgaben geeignet sein.
Cosmos 3 – ein Weltmodell für Robotik und autonome Systeme
Mit Cosmos 3 ergänzt Nvidia seine Weltmodell-Reihe für physische KI-Anwendungen um ein „weltweit erstes vollständig offenes Omnimodell“. Bisher mussten Entwickler mit separaten Modellen für verschiedene Funktionen wie die Weltgenerierung (Cosmos Predict), das Szenenverständnis (Cosmos Reason) und die Regelsatzgenerierung (Cosmos Policy) arbeiten.
Cosmos 3 wurde laut dem Konzern mit riesigen Mengen multimodaler Daten trainiert und kann etwa Szenarien simulieren, bevor Maschinen wie Roboter oder autonome Fahrsysteme tatsächlich handeln – unter Berücksichtigung unter anderem der Physik. Zu Cosmos 3 gehört Cosmos 3 Super, Nano und bald Edge mit jeweils verschiedenen Anwender-Schwerpunkten.
Aktuell wichtiges Forschungsfeld
In diesen Bereich „Weltmodelle“ investieren gerade viele KI-Firmen. Denn Sprachmodelle wie ChatGPT können beeindruckend kommunizieren, verfügen aber über kein Verständnis physischer Zusammenhänge. Dass sie schreiben, dass ein Ball nach unten fällt, wenn man ihn loslässt, liegt eher daran, dass sie das häufig gelesen und daher so reproduzieren; nicht daran, dass sie Schwerkraft wirklich verstanden haben. Das soll bei Weltmodellen anders sein.
Branchenbeobachter sehen in Weltmodellen daher eine wichtige Voraussetzung für leistungsfähige Robotik, autonome Systeme und langfristig sogar allgemeinere Formen Künstlicher Intelligenz. Google-Forscher sehen Weltmodelle ähnlich: mit enormem Potenzial für Robotik und autonome Systeme. Im Vergleich zu Sprachmodellen stünden sie aber noch im Jahr 2021.
Weiterlesen nach der Anzeige
Vielleicht deswegen hat Nvidia nun eine Nvidia Cosmos Coalition ins Leben gerufen. Laut dem Konzern sind an dieser Kooperation unter anderem Agile Robots, Black Forest Labs, Generalist, LTX, Runway und Skild AI beteiligt.
Aber auch im Hardware-Bereich gab es auf der Computex Neues von dem amerikanischen Unternehmen: Nvidia arbeitet parallel an einer eigenen Hardware-Roadmap: Bis 2030 plant der Konzern zwei weitere Prozessor-Generationen für PCs.
(rie)
Künstliche Intelligenz
Microsoft „Project Solara“: Die Vision der agenten-zentrierten Hardware
Microsoft hat auf seiner Entwicklerkonferenz Build 2026 eine neue Software- und Hardware-Plattform namens „Project Solara“ vorgestellt. Die Plattform soll eine neue Gerätekategorie begründen, bei der KI-Agenten die zentrale Interaktionsschicht bilden – statt klassischer Apps.
Weiterlesen nach der Anzeige
Wie Steven Bathiche, CVP & Technical Fellow der Applied Sciences Group bei Microsoft, erläuterte, ist ein wesentliches Merkmal von Project Solara die Trennung von Endgerät und Intelligenz. Anders als etwa bei Microsofts gleichzeitig angekündigter Surface RTX Spark Dev Box, die lokale KI-Workloads mit erheblicher Rechenleistung ausführen soll, sind auf den Solara-Geräten keine Modelle lokal vorgesehen. Die Geräte sollen als schlanke Terminals fungieren – als Fenster in eine cloudbasierte Agenten-Infrastruktur auf Basis von Azure.
Kernkomponenten
Die Geräte sollen auf MDEP (Microsoft Device Ecosystem Platform) basieren – bemerkenswerterweise kein Windows, sondern ein auf dem Android Open Source Project (AOSP) aufbauendes Betriebssystem. Microsoft setzt MDEP bereits für Teams-Raumgeräte ein; für die stromsparende, ressourcenschonende Hardware der Solara-Geräte dürfte Android die pragmatischere Wahl sein als Windows. Verwaltung ist über Microsoft Intune vorgesehen, Authentifizierung über Entra ID und Hello for Business mit biometrischen Verfahren – Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Physische Datenschutzkontrollen wie ein Hardware-Mikrofon-Mute-Schalter sind geplant.
Das Agenten-Interaktionsmodell soll mit sogenannter „Just-in-Time UI“ arbeiten: Die Geräte sind nicht für klassische Apps ausgelegt, sondern für eine adaptive UI-Schicht, die sich dynamisch an Gerät, Bildschirmgröße und Interaktionsmodus anpassen soll – visuell, per Sprache oder multimodal. Microsoft beschreibt das als Spektrum zwischen klassisch responsivem Design und vollständig generativer UI. Letzteres sei noch Zukunftsmusik.
Project Solara soll als offenes Multi-Agenten-System konzipiert sein. Unternehmen sollen eigene Agenten einbinden können – über Copilot Studio, das Microsoft 365 Agents SDK oder den Azure Agent Framework. Ein Single-Agent-Lock-in sei ausdrücklich nicht das Ziel.
Hardware-Partner und Referenzdesigns
Weiterlesen nach der Anzeige
Als Hardware-Partner hat Microsoft Qualcomm und MediaTek gewonnen. Beide liefern handelsübliche Chips – was laut Microsoft zentral dafür sei, neue Formfaktoren günstig und schnell realisieren zu können.
Das portable Badge-Gerät basiert auf einem Qualcomm-Chip und greift den Formfaktor typischer Zugangskarten auf – ein Gerät, das Millionen von Beschäftigten täglich tragen. Geplant sind ein Touchscreen-Display, ein seitlich angebrachter Fingerabdrucksensor, eine Kamera, ein Mikrofon-Array mit Lautsprecher sowie 5G-, WLAN-, Bluetooth- und GNSS-Konnektivität. Das passt nicht in eine klassische Smartcard, die Größe der Badge entspricht eher einem CI-Modul.

Steven Bathiche zeigte bei seiner Präsentation von „Project Solara“ das Referenzdesign einer intelligenten Zugangskarte, über die man Agenten steuern kann.
(Bild: Microsoft)
Das stationäre Gerät erinnert vom Formfaktor her an Amazons Echo-Show-Geräte. Es basiert auf einem MediaTek-Chip und ist als Desktop-Begleiter konzipiert – kein PC-Ersatz, sondern ein permanent verfügbarer Agenten-Zugangspunkt. Vorgesehen sind ein Touchscreen-Display, Gesichtserkennung, ein UWB-Präsenzsensor, ein Dual-Mikrofon-Array sowie zwei USB-C-Anschlüsse. Über USB-C und einen externen Monitor soll das Gerät als Windows-365-Client nutzbar sein. Per Bluetooth lässt es sich mit einem Windows-PC koppeln, um Aufgaben zwischen den Geräten zu übergeben.

Das stationäre Solara-Gerät erinnert an Amazons Echo Show.
(Bild: Microsoft)
Anwendungsfall Gesundheitswesen
Als einen der Kernanwendungsfälle nennt Microsoft den klinischen Bereich. Klinikpersonal trägt heute bereits Ausweise – bislang jedoch ausschließlich als passive RFID- oder Magnetkarten zur Zugangskontrolle und Medikamentenentnahme. Das Solara-Badge soll diese Funktion um eine aktive Agenten-Schicht erweitern: Mit Einwilligung des Patienten soll das Gerät Gespräche aufzeichnen, transkribieren und diarisieren – also automatisch eine Sprecheraufteilung vornehmen. Ein Agent soll anschließend die strukturierten Daten in der Patientenakte ablegen. Microsoft nennt hierfür Dragon Copilot als vorgesehene Lösung.
Die Cloud-Architektur ist in diesem Kontext weniger Einschränkung als Anforderung: Klinische Sprachmodelle wären für ein Wearable zu groß, Patientendaten müssen zentral und auditierbar gespeichert sein, und Modell-Updates ließen sich zentral einspielen, ohne tausende Geräte einzeln aktualisieren zu müssen.
Innerhalb von Microsoft sollen bereits hunderte Mitarbeiter die Konzeptgeräte im Arbeitsalltag testen. In den kommenden Monaten sei ein externes Pilotprogramm mit Unternehmenspartnern geplant – darunter AccuWeather, Best Buy, CVS Health, Levi’s und Target. Mittelfristig sollen OEMs auf Basis der Referenzdesigns eigene Lösungen für Branchen wie Gesundheitswesen, Einzelhandel, Gastronomie, Finanzdienstleistungen und Industrie entwickeln.
Idee im Consumer-Bereich bisher gescheitert
Die Idee, Apps durch „Agenten“ als primäre Interaktionsschicht zu ersetzen, ist nicht neu: Rabbit R1 und Humane AI Pin haben diesen Paradigmenwechsel bereits versucht – und sind gescheitert, allerdings im Endkundenmarkt und mit unreifer Technologie. Project Solara setzt strukturell anders an: B2B statt B2C, spezialisierte Workflows statt Allzweckgerät, eingebettete Enterprise-Infrastruktur statt proprietärem Ökosystem.
Ob die Agenten-Technologie inzwischen reif genug ist, um die Versprechen zuverlässiger Kontextsensitivität im Arbeitsalltag einzulösen, werden die angekündigten Pilotprogramme zeigen müssen. Microsoft selbst formuliert es vorsichtig: „We are still early.“
(vza)
-
Entwicklung & Codevor 3 MonatenCommunity-Protest erfolgreich: Galera bleibt Open Source in MariaDB
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenBlade‑Battery 2.0 und Flash-Charger: BYD beschleunigt Laden weiter
-
Künstliche Intelligenzvor 3 Monaten
Top 10: Der beste Luftgütesensor im Test – CO₂, Schadstoffe & Schimmel im Blick
-
Apps & Mobile Entwicklungvor 3 MonatenMähroboter ohne Begrenzungsdraht für Gärten mit bis zu 300 m²
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonateniPhone Fold Leak: Apple spart sich wohl iPad‑Multitasking
-
Künstliche Intelligenzvor 2 Monaten
JBL Bar 1300MK2 im Test: Soundbar mit Dolby Atmos, starkem Bass und Akku‑Rears
-
Künstliche Intelligenzvor 3 MonatenPetra‑AI: KI soll Frauen in der Perimenopause unterstützen
-
Social Mediavor 2 MonatenVon Kennzeichnung bis Plattformpflichten: Was die EU-Regeln für Influencer Marketing bedeuten – Katy Link im AllSocial Interview
