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Porträt der Woche: Anne-Katrin Ahrens › PAGE online


PAGE gefällt…: Grafikdesign von Anne-Katrin Ahrens aus Berlin, die mit ihrem Faible für Reduktion lichte Identities entwirft und stilisierte Buchstaben, die man sich ans Revers pinnen kann, die aber auch Augen rollen lässt – und zerschlissenen Smileys ein neues Leben schenkt.

Porträt der Woche: Anne-Katrin Ahrens › PAGE online

Name Anne-Katrin Ahrens

Location Berlin

Web annekatrinahrens.de

Start Studium in London und Hamburg, Master of Fine Arts. Stationen in London und New York. Heute Studio und Ausstellungsraum in Berlin-Kreuzberg. Lehrte Typografie. Gründete gemeinsam mit ihrer Schwester das Schmucklabel Ahrens Ahrens.

Stil Glaubt daran, dass Weißraum selten verschwendet ist.

Lieblingsmotiv Buchstaben und die Räume dazwischen.

Technik Ruhe herstellen. Weniger hinzufügen. Mehr weglassen.

Inspiration Punkt, Linie, Kreis. Ränder, Rhythmen und Pausen.

Kunden Für Marken und Kultur

Produktcollage der Naturkosmetikmarke YLN auf weißem Hintergrund. Zu sehen sind: Shampoo Bars in Papierverpackung, zwei schwarze Sprühflaschen (Leichte Pflege, Extreme Crème), ein Tablet mit der YLN-Salon-Website, eine botanische Tuschezeichnung einer Blume, ein weißes Sachet „Shampoo Bar ylang ylang/rosewood" und ein runder Seifenblock auf Stein. Oben links das kreisförmige YLN-Logo.
Corporate Identity für die Naturkosmetikmarke YLN
Zweiteiliges Produktbild. Links auf beigem Hintergrund eine weiß-transparente Plastiktüten-Grafik mit gelbem Smiley-Face und den Texten „THANK YOU" und „HAVE A NICE DAY!". Rechts dasselbe Motiv als Print auf einem naturweißen Canvas-Tote-Bag.
Edition: Tote Bag für leikela fine art
Links der Bucheinband von „Atelier Emozioni – Jessica Malm" auf hellem Leinen, mit dem Titel in großen blauen Serifenbuchstaben vor einem expressiven, bunten Gemälde-Hintergrund. Rechts drei aufgeschlagene Doppelseiten: eine mit Gemälde-Detailfoto und mehrfarbigem Titelschriftzug; eine mit blau-schwarzem Farbfeld und einer Gips-Hand-Skulptur; eine mit kleiner figurativer Zeichnung auf beigem Grund.
Katalog Atelier Emozioni von Jessica Halm
Nahaufnahme eines zerknitterten, an eine Betonwand geklebten Ausstellungsplakats. Leuchtend orangefarbenes Hochformat mit einem weichen grünen Halbkreis im oberen Drittel. Schwarzer Schriftzug in schräger Anordnung: „Wolfgang Tillmans – Today Is The First Day". Unten: „WIELS 1.2. – 24.5. wiels.org".
Typografie für Ausstellungsplakat Today is the first day von Wolfgang Tillmans, Wiels Brüssel
Zweiteiliges Kampagnenbild der Marke Fächer. Links: Mehrere übereinandergelegte Longsleeves in Dunkelgrau, Weiß, Blau, Gelb und Pink – alle mit Polka-Dot-Mustern und geometrischen Linien-Prints. Oben zwei schwarze Kreise als Markenzeichen. Rechts: Vogelperspektive auf einen Mann in weißem Longsleeve auf einer roten Tartanbahn.
Edition: Longsleeve in fünf Farben für den Ausstellungsraum Fächer 
mit Lisa Herfeldt

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Design zwischen Krieg und Haltung › PAGE online


Berlin Design Week 2026: PAGE gibt Eindrücke der Ausstellungen »Design in Wartime« und »Tolerance«. Genaues Hinschauen ist unbedingt empfohlen, weil die Themen nie an Wichtigkeit verlieren.

Design zwischen Krieg und Haltung › PAGE online
Tolerance Poster Show, Ausstellung Macherei Kreuzberg // Foto: PAGE

Mit der Menschheit gehen auch leider immer Krieg und globale Konflikte einher. Das machte der Referent Prof. Bohdan Tscherkes von der Nationalen Polytechnischen Universität Lwiw und Gastprofessor an verschiedenen Universitäten auf der Berlin Design Week direkt zu Beginn seines Vortrags klar.

»Design in Wartime«

Er widmet Teile seiner Professur-Arbeit dem ernsten und wichtigen Thema »Design in Wartime«. Dazu kuratierte er im Rahmen der Berlin Design Week auch eine Ausstellung.

Wie tief Design und Kriegführung historisch und aktuell miteinander verwoben sind, verdeutlichte Tscherkes im Talk durch einen eindringlichen visuellen Vergleich. Er stellte ein historisches Gemälde aus dem 17. Jahrhundert einer modernen Infografik von heute gegenüber.

Er zeigte ein klassisches Militärgemälde, das reitende Soldaten in dynamischen, kriegerischen Posen darstellt – die damalige Kunst, den Kampf zu inszenieren. Daneben präsentierte er ein modernes Grafik-Chart, das die Flugbahnen russischer Drohnen über der Ukraine während einer einzigen Nacht visualisiert.

Beides ist Design. 

Krisenzeiten bringen je nach Zeitgeist also ganz eigene Designbereiche hervor  – er benannte einige konkret: Refugee housing facilities, Shelters, Military Design, Art Therapy Design sowie Design for Recovery.

Die Ausstellung drehte sich genau um diese Ansätze räumlicher Strategien, sie zeigte 19 Arbeiten ukrainischer und österreichischer Design- und Architekturstudent:innen.

Eindrücke: 

Design in Wartime Impression der Ausstellung der Berlin Design Week

Design in Wartime Impression der Ausstellung der Berlin Design Week
Fotos: PAGE

Design in Wartime

Design in Wartime

 

Tolerance: Plakatkultur mit Haltung

Im selben Gebäude konnten Besucher:innen obendrein die Tolerance Poster Show bewundern, eine internationale Wanderausstellung. Gegründet von Mirko Ilić, erstreckte sich diese über ein ganzes Stockwerk.

Insgesamt 82 ausgewählte Poster beschäftigten sich mit dem Motto Toleranz.

Wie die Poster inszeniert waren, beeindruckte, denn alle waren auf dem Boden ausgelegt, nicht an den Wänden aufgehängt. Das hatte eine ganz spezielle Wirkung, denn am frühen Abend – kurz vor der Schließung des Gebäudes – fielen die Lichtstrahlen seitlich ins Innere des Stockwerkes.

So entstanden neben der tollen Plakatkunst hübsche, natürliche Lichtkonstellationen. An manchen Stellen gab es sogar kleine Regenbögen durch das einfallende Licht – ein perfektes visuelles Zusammenspiel mit dem Ausstellungsmotto der Toleranz.

Eindrücke der Posterausstellung:

Berlin Design Week Poster Show Tolerance in der Macherei Kreuzberg

Berlin Design Week Poster Show Tolerance in der Macherei Kreuzberg

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Berlin Design Week Poster Show Tolerance in der Macherei Kreuzberg

Berlin Design Week Poster Show Tolerance in der Macherei Kreuzberg - Urban Signals Möbel
Urban Signals, Möbelkollektion Neuendorf Arterior

 

Fotos: PAGE

Passend zum Artikel: Design braucht eine sehr laute Stimme!

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Nah bei den Menschen: Neuer Webauftritt für Amnesty International › PAGE online


Von den Menschen und ihren Geschichten erzählt die neue Website von Amnesty International Schweiz, ermutigt zum Engagement und das alles mit einer umwerfend zeitgemäßen Gestaltung.

Nah bei den Menschen: Neuer Webauftritt für Amnesty International › PAGE online

Sich für Menschenrechte einzusetzen, ist immer dringlich und im Moment so dringlich, wie schon lange nicht mehr. Die weltweiten Hinrichtungen sind auf einem Höchststand, Autokraten gewinnen an Macht, es wird versucht, zentrale Menschenrechtsabkommen auszuhebeln und immer stärker gerät die Demokratie in Gefahr.

Handeln ist gefragt und das unterstreicht die neue Website von Amnesty International Schweiz.

Ganz auf Engagement und dessen Wirkung konzentriert, haben die Digitalagenturen mutoco, die schon für den stylischen Schweizer e-ID zuständig war, und webcloud7 die Plattform grundlegend neu konzipiert.

Im Zentrum stehen die Menschen und ihre Geschichten. Die von Dad Shah ist nur eine von vielen. Ende April wurde der Bruder der pakistanischen Menschenrechtsverteidigerin Fozia Baloch wohl von Sicherheitskräften aus seinem Haus entführt und seitdem fehlt jede Spur von ihm.

Hinzu kommen die willkürlichen Festnahmen und Hinrichtungen im Iran, das Todesstrafengesetz in Israel, aber auch die 10‑Millionen‑Schweiz‑Initiative, die Zuwanderung begrenzen möchte. Am 14. Juni 2026 wird es eine Volksabstimmung darüber geben.

Lebendige Farben, visuelle Pausen

Damit das Engagement für Menschenrechte für jeden unkompliziert ist, wurde die Website neu und übersichtlich strukturiert.

Vier Bereiche stehen dabei zur Verfügung: Themen, Mitmachen, Aktuell, Mehr. Anschließend öffnen sich Unterthemen, die neben klaren Überschriften, vor allem auch durch ihre Bilder geordnet werden.

Und auch hier stehen die Menschen im Mittelpunkt. Diejenigen, die Unrecht erfahren, aber auch diejenigen, die sich engagieren. Die Bilder führen mitten in Welt hinein und machen das Geschehen erlebbar.

Die Sans Serif ist bold und klar, die einzelnen Themen sind mit lebendigen Farben unterlegt – und das alles ist von sehr viel Weißraum umgeben. »Visuelle Pausen« inmitten der oft bedrückenden Inhalte nennen sie die Kreativen.

Auf drei Aspekte ist die neue Website fokussiert: auf die Recherche, darauf, das Engagement zu fördern und dessen Wirkung sichtbar zu machen.

So werden neben den klar strukturierten Inhalten immer auch konkrete Handlungsmöglichkeiten angeboten und Interessierte eingeladen, Teil der Bewegung zu werden.

Über den gestalterischen und auch inhaltlichen Relaunch hinaus wurde das Backend modernisiert, sodass die Redaktion wesentlich flexibler und effizienter darin sein kann, Inhalte zu erstellen und zu publizieren.

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Lasst den eigenen kreativen Widerstand nicht verkümmern! › PAGE online


Was es mit der ästhetischen Verschiebung durch KI auf sich hat: Eine Annäherung an dieses komplexe Thema zeigt, dass man schneller unbewusst beeinflusst wird, als man denkt. Aber wer widerständig bleibt, kann der KI-Kriecherei entgehen – und einer sich angleichenden KI-Ästhetik.

Lasst den eigenen kreativen Widerstand nicht verkümmern! › PAGE online

Im April hat die TU Berlin vor Meinungsbeeinflussung durch KI-Nutzung gewarnt. Das nennt man auch Kommunikationsbias. Der Effekt hat strukturelle Wurzeln, denn generative KI ordnet die Inhalte, bevor sie Antworten herausgibt. Forscher:innen meinen, dass diese Art von Vorsortierung dazu führen kann, dass User in ihrer Meinung unbewusst beeinflusst werden.

Zum einen sind es die Trainingsdaten von KI, zum anderen gibt die KI je nach Kontext abhängige Antworten heraus. Das kann dazu führen, dass ein Interpretationsraum entsteht, den wir gar nicht wirklich sehen. Fundiert nachweisen (technisch, wissenschaftlich) lässt sich das Ganze jedoch aktuell nicht, was es zu einer sehr komplexen Thematik macht. (Die Studie der Technischen Universität Berlin)

Und das betrifft Gestaltungsaspekte sowie ästhetische Wahrnehmung genauso stark, was verschiedene Studien bereits gezeigt haben. Denn auch bei der Gestaltung mithilfe von Künstlicher Intelligenz kann es zu ästhetischen, unbewussten Verschiebungen kommen. Jana Reske nennt es eine Verschiebung dessen, was wir unter »Creative Agency« verstehen.

Der »Midjourney«-Stil

Beispielsweise hat die Studie »The impact of Midjourney on students’ design and design process: an exploratory study« der DRS Digital Library (2024), Teil der DRS2024 Konferenz (Design Research Society) in Boston, untersucht, wie Designer:innen generative Tools für ihren Ideenprozess nutzen. Es kam dabei heraus, dass die Gefahr besteht, dass alles irgendwann ähnlich – wie ein »Midjourney-Stil« aussehen könnte, weil die KI-Modelle nach dem Durchschnitt des Internets trainiert werden. Und User sind dazu geneigt, unbewusst ihre Ideen an die KI-generierten Bilder anzupassen, also den geringsten Weg des Widerstands zu wählen, anstatt sich etwas komplett Neues auszudenken. Das führe, so die Studie, zu sogenannten Prompt Bias.

Künstliche Intelligenz und die Kriecherei

Eine andere Problematik ist der Sycophancy-Effekt, auch im Design. Das bedeutet: Wenn Designer:innen Tools wie DALL-E oder Adobe Firefly oder andere KI-gestützte Tools nutzen, kommt es schnell zur sogenannten Kriecherei. Also die KI liefert Ergebnisse, die einem selber potenziell gefallen. Das gilt übrigens auch für Text, die KI spricht einem gerne mal nach dem Mund und lobt so ziemlich alles, was man fragt, produziert, infrage stellt. Manchmal kommt auch eine Entschuldigung, wenn man die KI kritisiert.

Wenn aber generative KI nur noch Bilder ausspuckt, die sich nach gängigen Ästhetik-Klischees richten, dann fehlt am Ende doch der innovative Ansatz. Und kann man sich als User eigentlich während der Nutzung davon gänzlich freimachen? Kann man den Widerstand, den es für Innovation braucht, beibehalten oder trotzdem ausleben?

Alle User sollten immer im Kopf behalten, dass »KI-Systeme keine eigene Intention, keine ästhetische Subjektivität haben«, meint Jana Reske.

Klischees & Vorurteile vs. individuelle Kreativität

Es gibt auch Studien zu Bildgeneratoren, die herausgearbeitet haben, dass KI kulturelle Klischees und Vorurteile verstärkt. Hier gibt es wieder das Problem mit den Trainingsdaten. Was ist, wenn wir uns, teils ohne uns dessen bewusst zu sein, an eine Art KI-Ästhetik gewöhnen? Und das, weil die Algorithmen diese oder jene Bilder gehäuft produzieren?

Am Ende würden sich dann ja Ideen, Prozesse und Gestaltung angleichen, an eine Ästhetik, die weniger individuelle Nuancen hervorbringt. Was ist dann mit individueller Kreativität?

Man kann dem zumindest so entgegenwirken, indem man Ergebnisse stets kritisch beäugt. Oder indem man sich auch mal ohne KI auf die Suche nach Ideen macht. Jede kreative Person weiß nur zu gut, dass die widerständigsten, innovativsten Ideen häufig unbewusst bei einem Spaziergang, einer Unterhaltung oder einfach beim in die Luft starren entstehen, nicht bei der Arbeit am Computer.

Übrigens wird auch das eigene kognitive Potenzial bei der Nutzung von KI-Assistenten im Allgemeinen abgeschwächt, was eine Studie (»AI Assistance Reduces Persistence and Hurts Independent Performance«) aus GB und den USA erarbeitet hat.

Bleibt widerständig!

Aus der Studienlage kann man zumindest schon mal eines mitnehmen. Die Nutzung von KI-Tools kann bei vielen Aufgaben unterstützend helfen, aber ersetzt nicht das kreative menschliche Denken. Und sie ersetzt auch nicht die verschiedenen menschlichen Perspektiven sowie die Reibungen im Miteinander, ebenso wenig das Fühlen und den Austausch in realen Gesprächen.

All diese Dinge sind so wichtig, weil sonst der eigene kreative Widerstand irgendwann gewissermaßen verkümmern wird.



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