Künstliche Intelligenz
Whistleblower wirft IBM und AT&T Vertuschung ausländischer Cyberangriffe vor
Die US-Konzerne IBM und AT&T sind immer wieder Cyberangriffen aus dem Ausland ausgesetzt. Da sie Geschäfte mit der US-Regierung betreiben, sind sie verpflichtet, Einbrüche und Datenabflüsse zu melden. Das ist laut einer Klage eines ehemaligen IBM-Sicherheitsexperten aber nicht oder nicht in vollem Umfang geschehen. Er wirft den Unternehmen vor, erfolgreiche Attacken ausländischer Cyberkrimineller vertuscht zu haben, um neue Regierungsaufträge zu bekommen und bestehende Vereinbarungen mit der US-Regierung fortsetzen zu können.
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Die Klage gegen IBM und AT&T wurde bereits 2020 bei einem New Yorker Bundesgericht eingebracht und ist immer noch anhängig. Sie wurde aber erst jetzt öffentlich, nachdem die US-Regierung die Möglichkeit zur Beteiligung an dem Verfahren nicht genutzt hat. Kläger ist William Barlow, der bis 2019 bei IBM als Vizepräsident für Bedrohungsaufklärung gearbeitet hat. Die Gründe für sein Ausscheiden sind nicht bekannt.
Der Whistleblower erklärt in der Klage, dass unbekannte Cyberkriminelle aus dem Ausland die umfangreiche Cloud-Infrastruktur IBMs, deren Vernetzung von AT&T betrieben wird, wiederholt infiltriert haben. Dieses Cloud-System werde zu manchen Teilen auch von der US-Regierung genutzt, einschließlich des Militärs. Die Konzerne haben in einigen Fällen nicht ermitteln können, woher die Angreifer kamen und was sie gestohlen hätten. Das habe IBM heruntergespielt oder vertuscht, obwohl Regierungsaufträge erfordern, größere ungelöste Cybersicherheitsprobleme offenzulegen.
Auch Cyberangriffe aus China auf IBM
Einer der in der Klage aufgeführten Cyberangriffe auf IBM wurde von zwei staatlich unterstützten Cyberkriminellen aus China durchgeführt, die zur bekannten APT10-Gruppe gehören sollen (Advanced Persistent Threat 10). Diese hätten laut US-Justizministerium 2018 Daten von 100.000 Angehörigen der US-Marine gestohlen. Nachrichtendienste hätten IBM zudem informiert, dass APT10 IP-Adressen des IBM-Netzwerks nutzen würden.
Von 2013 bis 2016 habe IBM bei einer internen Untersuchung 50.000 „mögliche APT10-Treffer“ entdeckt. Im folgenden Jahr habe IBM laut Klage festgestellt, dass Angreifer Zugriff auf fast 400 kompromittierte Nutzerkonten und auf fast 200 Systeme und Server in 18 Ländern erlangen konnten. Da IBM allerdings keine Zugriffsprotokolle behalte, konnte der Konzern dies nach Angaben des Klägers nicht weiter untersuchen.
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Führungskräfte ordneten angeblich Vertuschung an
„Die Datenlecks sind derart umfangreich und die Kernnetzwerke derart mangelhaft konzipiert, dass weder IBM noch AT&T genau wissen, welche Daten kompromittiert wurden, wer die Daten kompromittiert hat, wo die Daten kompromittiert wurden oder ob Daten exfiltriert, verändert und/oder in irgendeiner Hinsicht modifiziert wurden“, heißt es laut Bloomberg in der Klageschrift.
Zwar sei Barlow von Regierungsbehörden zu den angeblichen Cyberangriffen aus China befragt worden, aber er sei angewiesen worden, diesen auszuweichen. Auch hätten Führungskräfte Druck auf ihn ausgeübt, interne Berichte abzuschwächen und Details wegzulassen. Er wisse von einigen Fällen, in denen IBMs obere Führungsebene aktiv Schritte unternahm, um Cyberangriffe zu vertuschen und vor US-Behörden und Regierungskunden zu verbergen. Allerdings nennt Barlow in der Klage keine Namen.
IBM wiegelt ab, kein Kommentar der US-Regierung
Die Klage basiert auf dem „False Claims Act“, dem US-amerikanischen Gesetz gegen unberechtigte Ansprüche. Demnach können Personen und Organisationen haftbar gemacht werden, wenn diese sich durch Betrug und andere kriminelle Handlungen bereichern konnten. Das Justizministerium kann sich an der Klage beteiligen, um Schadenersatz zu erlangen. Das Gesetz ermutigt Informanten, solche Machenschaften durch gerichtliche Klagen aufzudecken, indem diese einen Anteil des Schadenersatzes an den Staat erhalten können.
„Diese Klage wurde vor sechs Jahren eingereicht, und das US-Justizministerium hat von einem Eingreifen abgesehen“, erklärt IBM-Sprecher Adam Pratt dazu. „IBM ist davon überzeugt, dass unser Vorgehen strikt im Einklang mit dem Gesetz stand.“ AT&T hat eine entsprechende Anfrage bislang nicht beantwortet, genauso wie das US-Verteidigungsministerium und das US-Justizministerium.
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(fds)
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Schweizer Militär verlässt Microsoft-Cloud | heise online
Die Schweizer Armee vollzieht in ihrer IT-Infrastruktur eine Kehrtwende. Die Cybersicherheitsexperten der Schweizer Streitkräfte – allen voran das „Kommando Cyber“ und die Untereinheit für Cyber- und elektromagnetische Aktionen (CEA) – kehren dem Softwareriesen Microsoft den Rücken. Bis zum Oktober sollen sämtliche Mitarbeiter dieser Einheiten an ihren Arbeitsplätzen mit der quelloffenen Alternative OpenDesk ausgestattet werden. Der ambitionierte Fahrplan zeigt, wie akut der Handlungsbedarf in der Alpenrepublik eingeschätzt wird.
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Hintergrund dieses Schrittes ist laut dem Magazin Republik ein Strategiewechsel bei Microsoft. Zwar kooperiert die Schweiz schon lange mit dem US-Konzern. Doch bislang blieben sensible behördliche Daten in den eigenen, staatlichen Rechenzentren. Nun zwingt der Gigant Kunden aber zunehmend in die eigene Cloud-Infrastruktur. E-Mails, Dokumente, Kalenderdaten oder Videokonferenzen lassen sich künftig nur noch über die Server des US-Unternehmens abrufen. Für die Schweizer Armee, deren operative Daten zu großen Teilen als streng geheim klassifiziert sind, ist das ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko.
Cloud-Zwang und geopolitische Risiken
Die eidgenössischen Militärs befürchten dem Bericht zufolge, dass sensible militärische Informationen über diesen Umweg letztlich in die Hände der US-Regierung gelangen könnten. Der Chef des Kommandos Cyber, Simon Müller, gibt zu bedenken, dass Microsofts cloudbasiertes Office-Paket 365 für eine Armee mit höchsten Ansprüchen an Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Integrität nicht geeignet sei. Solange Konzerne Gesetzen wie dem US Cloud Act unterlägen, seien sie für gewisse militärische Kontexte nicht nutzbar. Die Sorge vor versteckten Datenabflüssen an ausländische Geheimdienste wie die NSA wiegt schwer.
Brisanz erhält das Thema durch die aktuelle geopolitische Lage, in der digitale Infrastrukturen zunehmend als geopolitische Waffen instrumentalisiert werden. Jüngste Beispiele zeigen, wie rigoros die US-Regierung Tech-Konzerne an der Leine hält. So ordnete die US-Administration temporär Verkaufsverbote für bestimmte KI-Modelle ins Ausland an und zwang Microsoft zur Herausgabe des E-Mail-Verkehrs niederländischer Regierungsbeamter.
Besonders drastisch war die Deaktivierung der Nutzerkonten von Richtern des Internationalen Strafgerichtshofs nach US-Sanktionen. Diese Beispiele schüren in Europa die Angst vor einer willkürlichen Stilllegung von Programmen oder Systemen durch einen „Kill Switch“ oder aggressiven Lizenzkostenstrategien.
Vormarsch von OpenDesk und LibreOffice
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Mit OpenDesk greift das Schweizer Militär auf ein Softwarepaket zurück, das vom deutschen Zentrum für Digitale Souveränität (Zendis) entwickelt wird und eine quelloffene Alternative zu MS 365 darstellt. Die Relevanz solcher Lösungen wächst im gesamten deutschsprachigen Raum. So migriert etwa das österreichische Bundesheer auf LibreOffice. Das IT-Systemhaus der Bundeswehr BWI schloss derweil mit Zendis einen Rahmenvertrag über souveräne Kommunikations- und Kollaborationssoftware wie OpenDesk. Die Suite soll sich zudem im öffentlichen Gesundheitsdienst und bei Sozialversicherern beweisen.
Die Schweiz macht sich bereits seit Längerem für digitale Souveränität stark. Ein seit Anfang 2024 geltendes Gesetz verpflichtet den Bund, den Quellcode von eigens entwickelter Behördensoftware offenzulegen. Das soll Abhängigkeiten von einzelnen Softwareherstellern verringern und für Transparenz sorgen. Die Armee hatte das Parlament eigentlich aus Sicherheitsgründen von dieser Pflicht ausgenommen. Das Cyberkommando unterwirft sich aber nun freiwillig dieser Open-Source-Linie.
Technische Hürden und die digitale Allmende
Untersuchungen der zivilen Verwaltung in Zürich haben zwar ergeben, dass OpenDesk wegen fehlender Desktop-Apps, mangelnder Telefonie-Integration und unklarer Migrationskosten im normalen Büroalltag noch Defizite aufweise. Die IT-affinen Cyberspezialisten der Armee betrifft das aber kaum. Sie betreiben die Software autark in eigenen Rechenzentren und können selbst Anpassungen vornehmen.
Zudem engagiert sich die Armee als „Swiss Defense Forces“ auf Entwicklerplattformen wie Gitlab, reicht Verbesserungen zur Kryptografie ein und hat mit Loom bereits eine eigene Open-Source-Dokumentensuchmaschine veröffentlicht. Es geht laut den Verantwortlichen darum, nicht nur Konsument der digitalen Allmende zu sein, sondern auch aktiv etwas an die Community zurückgeben.
(nen)
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Bild-KI in WhatsApp und Instagram ausprobiert: Das kann Muse Image
Metas neue Bilderstellungs-KI hat auf einen Schlag Milliarden an potenziellen Nutzern. Denn im Juli 2026 veröffentlichte der US-Konzern mit Muse Image sein neuestes Modell direkt in WhatsApp und Instagram. Wahrscheinlich ist Muse Image sogar auf Ihrem Smartphone nur eine Wischgeste entfernt.
Die neuen Funktionen sind gut versteckt. Wer einen Status in WhatsApp oder eine Story auf Instagram veröffentlicht, kann diese nun per KI bearbeiten. Vorgefertigte Effekte sollen Selfies mehr Stil verleihen, sofern Sie nicht selbst prompten wollen. Oder Sie generieren direkt ein ganz neues Bild, statt echte Urlaubserinnerungen zu posten.
- Muse Image ist das erste Bildmodell von Metas neuer KI-Abteilung Superintelligence Labs und wurde am 7. Juli 2026 veröffentlicht.
- Nutzer aus Deutschland greifen direkt über WhatsApp oder Instagram auf die neuen Funktionen zu, um Bilder zu verändern oder zu erstellen.
- Der Gratis-Spaß hat Grenzen: Ist das Tageslimit aufgebraucht, bringt Sie auch ein bezahltes Abo nicht weiter.
Wir haben die neuen generativen Funktionen in WhatsApp, Instagram und Metas AI-App angeschaut. Dieser Ratgeber erklärt, wo Sie die Funktionen finden, was damit möglich ist und an welchen Stellen Meta seinen Nutzern Grenzen setzt. Sie haben gar keine Lust auf KI? Dann folgen Sie unserer Anleitung, um der Verwendung Ihrer Fotos zum Training von Metas KI zu widersprechen.
Das war die Leseprobe unseres heise-Plus-Artikels „Bild-KI in WhatsApp und Instagram ausprobiert: Das kann Muse Image“.
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Kundendaten bei Dienstleister abgeflossen: Datenschutzvorfall beim Lidl-Shop
Beim Discounter Lidl gab es einen Datenschutzvorfall. Das teilte das Unternehmen betroffenen Kunden mit. Unbefugte konnten sich bei einem Shop-Dienstleister Zugang zu einer Datei mit Kundendaten verschaffen und haben diese abgezogen. Lidl hat die zuständige Datenschutzbehörde informiert. Wer hinter dem Angriff steckt, ist unklar.
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Die Angreifer entwendeten Anrede, Vor- und Nachname, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Kundennummer der betroffenen Kunden. Wie ein Sprecher uns auf Nachfrage mitteilte, sind weder Postanschriften noch Passwörter oder Zahlungsinformationen betroffen. Die Kundenkonten wurden nicht kompromittiert, stellt der Sprecher weiterhin fest.

Datenschutzvorfall bei Lidl
Behörden sind informiert
Der Angriff traf nicht die zentrale Datenbank des Shopsystems, sondern einen IT-Dienstleister des Handelskonzerns. Dieser habe sofort reagiert und „die erforderlichen Maßnahmen getroffen, um die IT-Systeme wieder vollständig abzusichern“, so die Sprecherin. Außerdem habe der Dienstleister Strafanzeige gestellt.
Hinweise auf einen Missbrauch der Daten gebe es keine, heißt es in der uns vorliegenden E-Mail. Dennoch sollen Betroffene wachsam gegenüber Phishing und Identitätsmissbrauch sein, empfiehlt Lidl.
Lidl gehört ebenso zur Schwarz-Gruppe wie der Cloud-Anbieter Schwarz Digits und das Sicherheitsunternehmen XM Cyber.
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(cku)
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