Entwicklung & Code
SpaceXAI stellt KI-Modell Grok 4.5 vor – EU-Nutzer müssen warten
Die Übernahme des Entwickler-Tools Cursor durch SpaceXAI (ehemals xAI) und die damit einhergehende enge Zusammenarbeit tragen erste Früchte: Mit Grok 4.5 wurde ein neues Flaggschiff-KI-Modell vorgestellt, das besonders in den Bereichen Coding, agentische Aufgaben und Wissensarbeit punkten soll. Zugleich positioniert es sich preislich im günstigen Bereich der Flaggschiff-Modelle. EU-Nutzer müssen sich allerdings noch in Geduld üben. Vermutlich aufgrund der gesetzlichen Anforderungen verschiebt sich die Freigabe für den EU-Raum auf voraussichtlich Mitte Juli, wie SpaceXAI mitteilt.
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Grok 4.5 wurde nach Herstellerangaben auf zehntausenden Nvidia-GB300-GPUs trainiert, mit besonderem Fokus auf Datenfilterung, Deduplizierung und Qualitätsbewertung. Im Training wurde es vor allem auf mehrstufige Software-Engineering-Aufgaben mit automatisierter und modellbasierter Bewertung vorbereitet. Das Modell läuft mit rund 80 Tokens pro Sekunde – vergleichbar mit „Flash“-Modellen anderer Anbieter – und soll gegenüber führenden Modellen die doppelte Token-Effizienz bei gleichen Aufgaben bieten.
Deutlich günstiger als andere Topmodelle
Grok 4.5 soll nicht nur schwierige und langlaufende Aufgaben übernehmen können, sondern auch breiter aufgestellt sein, etwa für Arbeiten im juristischen Bereich oder im Finanzsektor. Zudem sollen die Fähigkeiten in der Cybersecurity weiterentwickelt worden sein. Letztgenanntes könnte dem Wunsch der US-Regierung entgegenkommen, die zuletzt die neuen KI-Topmodelle von OpenAI und Anthropic wegen Sicherheitsbedenken ausgebremst hatte.
In Benchmarks positioniert sich das neue Modell zumeist hinter Fable von Anthropic, schneidet in einigen Bereichen aber besser ab als die Top-Modelle Opus 4.8 (Anthropic) und GPT-5.5 (OpenAI). Mit 2 US-Dollar pro Million Input-Tokens und 6 US-Dollar pro Million Output-Tokens ist es vor allem aber deutlich günstiger bei ähnlich hohem Leistungsvermögen: Es liegt deutlich unter GPT-5.5 (5 $/30 $) und unter Claude Opus 4.8 (5 $/25 $).
Kostenlose Testphase
Das Modell ist ab sofort in Grok Build (ehemals Grok CLI), in Cursor (in allen Abos) sowie über die xAI-API-Konsole verfügbar. Für Grok Build und Cursor gibt es zeitlich begrenzt kostenlosen Zugang.
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SpaceXAI und Cursor hatten vor einigen Wochen bekannt gegeben, dass SpaceXAI den Hersteller des beliebten Entwickler-Tools für 60 Milliarden US-Dollar übernimmt.
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(mki)
Entwicklung & Code
Giant Swarm öffnet KI-Agenten-Plattform in Kubernetes-Umgebungen für Kunden
Der Kubernetes-Spezialist Giant Swarm hat eine Plattform vorgestellt, die KI-Agenten nicht als IDE-Erweiterung, sondern als eigenständige, orchestrierte Workloads innerhalb der eigenen Kubernetes-Infrastruktur betreibt. Das Unternehmen positioniert seine Agent Platform als souverän, kuratiert und auditierbar – KI-Agenten sollen dort laufen, wo die Daten liegen, statt auf „fremden“ Servern.
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Im Kern behandelt die Plattform von Giant Swarm Agenten wie jede andere Workload und sie läuft nach Angaben des Unternehmens innerhalb der eigenen Umgebung auf beliebigen Kubernetes-Clustern – in der Cloud, im eigenen Rechenzentrum, am Edge oder sogar in abgeschotteten, air-gapped Netzen. Einen proprietären Kern oder ein SaaS, das mit den Daten „nach Hause telefoniert“, gebe es nicht.

Die auf Developer Experience (DX) und Platform Engineering spezialisierte CLC-Konferenz findet vom 11. bis 12. November 2026 in Mannheim statt. Sie legt den Fokus darauf, wie Agentic AI die Arbeit von Developern, Software-Architekten, DevOps- und Platform Engineers verändert und sich digitale Souveränität nachhaltig erreichen lässt.
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Wie Giant-Swarm-CEO Henning Lange im Blog ausführt, betreibe der Dienstleister seine eigene Flotte von Agenten bereits seit Mitte 2025 auf derselben Plattform-Infrastruktur, unter anderem für Code-Reviews, Incident-Triage und zum Abarbeiten von Backlogs. Die Agent Platform soll ab sofort nun auch anderen Unternehmen offenstehen. Zunächst lädt Giant Swarm ausgewählte Partner und Kunden ein, die Plattform zu testen, der allgemeine Roll-out soll aber noch im Laufe dieses Jahres folgen.
Das neue Angebot soll nicht nur den kuratierten Einsatz von KI-Agenten in produktiven Umgebungen ermöglichen, sondern Unternehmen auch dabei unterstützen, das wachsende Problem von Schatten-KI in den Griff zu bekommen. Eine IDC-Erhebung aus dem vergangenen Jahr habe beispielsweise gezeigt, dass rund 56 Prozent der Beschäftigten KI-Tools nutzten, die ihre Organisation gar nicht bereitgestellt hatte; nur 23 Prozent verwendeten die firmeneigenen Werkzeuge. IBM habe zudem festgestellt, dass jede fünfte Organisation über solche Schatten-KI kompromittiert worden sei, mit im Schnitt 670.000 US-Dollar höheren Kosten pro Vorfall.
Von Agentenläufen zu deterministischen Workflows
Technisch arbeitet die Plattform mit einem Workflow-Engine-Ansatz: Wiederkehrende Muster aus Agentenläufen überführt sie in deterministische MCP-Workflows. Im eigenen Betrieb habe Giant Swarm damit unter anderem die Kosten pro Agentenlauf um den Faktor 2,8 senken können und verzeichne 17-mal weniger Tool Calls. Im Schnitt liefen bei dem Unternehmen rund 500 Agenten parallel. Die eigene Engineering-Organisation profitiere von einem deutlich erhöhten Output. So sei die Zahl der Pull Requests pro Monat im Frühjahr 2026 um mehr als 300 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen – bei unveränderter Mitarbeiterzahl.
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Die Agenten-Plattform folge den drei Leitprinzipien souverän, kuratiert und Enterprise-ready. Ersteres steht für den Einsatz von Open Source, austauschbare Modelle, Tools und Harnesses sowie volle Datenkontrolle. Kuratiert beschreibe das Versprechen, dass Giant Swarm kontinuierlich den schnell wechselnden Agentenmarkt beobachtet und passende Bausteine zentral integriert. Als Enterprise-ready gilt die Plattform, weil sie von Anfang an mandantenfähigen, sicheren und auditierbaren Betrieb ermögliche.
Die Architektur baut auf der langjährigen Kubernetes-Praxis des Anbieters auf, Giant Swarm betreut seit 2014 Kubernetes-Umgebungen für Kunden. Die Plattform ist cloud-agnostisch und unterstützt AWS, Azure sowie VMware im eigenen Rechenzentrum, auch in hybriden Kombinationen. Als Basis für das Cluster-Lifecycle-Management dient die Cluster API. GitOps behandelt Giant Swarm als First-Class Citizen und nutzt dafür den Flux Operator, damit Änderungen versioniert, nachvollziehbar und reversibel bleiben. Als Developer Portal kommt Backstage zum Einsatz, die Observability stützt sich auf den Grafana-LGTM-Stack mit zentraler Ablage von Metriken, Logs und Traces. Single Sign-on lässt sich mit externen Identitätsanbietern wie Google Workspace oder Microsoft Entra ID koppeln, die Zugriffe steuert Kubernetes RBAC fein granular, ergänzt um Network Policies. Als Referenzkunden nennt Giant Swarm unter anderem Adidas, Vodafone, die Deutsche Telekom und die Börse Stuttgart.
Teil eines größeren Trends
Der Vorstoß fügt sich in eine Entwicklung, die weg von einzelnen Coding-Assistenten und hin zur Orchestrierung ganzer Agentenflotten führt. Das Framework Gas Town, das Steve Yegge im Dezember 2025 entwickelte und Anfang Januar 2026 vorstellte, verfolgt ein verwandtes Ziel: Es orchestriert viele Coding-Agenten nach Kubernetes-Vorbild parallel und kompensiert deren Fehler über eine Orchestrierungsschicht, statt einzelne Agenten zu verbessern.
Dass ein Sprachmodell nicht von allein zum Agenten wird, beschreibt auch das Konzept des Agent Harness: Erst konkrete Software rund um das Modell führt Umgebung, Werkzeuge, Regeln und den Agent Loop zusammen. Giant Swarms Plattform lässt sich als plattformseitige Umsetzung genau dieser Idee lesen – mit dem Zusatzargument, dass die Daten die eigene Umgebung nicht verlassen. Für Unternehmen mit strengen Datenschutz- und Compliance-Anforderungen dürfte gerade der Betrieb On-Premises, Air-gapped oder hybrid das relevante Verkaufsargument sein.
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(map)
Entwicklung & Code
LineageOS: Custom-ROM erhält Webinstaller für einfachere Installation
Das LineageOS-Team hat zahlreiche Neuerungen für sein Custom-ROM angekündigt. Unter anderem soll es sich einfacher installieren und nutzen lassen. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören ein browserbasiertes Flash-Tool, eine neu gestaltete Updater-App und erweiterte Geräteunterstützung. An LineageOS 24 auf Basis von Android 17 feilt das Team ebenso.
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Webbasierter Installer
Wie LineageOS in seinem Blogbeitrag mit dem Titel „Summertime Updates!“ schreibt, lässt sich das Custom-ROM mit dem neuen webbasierten Flash-Tool direkt über den Browser installieren. Bislang mussten Nutzerinnen und Nutzer zum Flashen eines Telefons Android-Plattform-Tools auf dem PC installieren und einige Eingaben auf der Kommandozeile vornehmen, um den Bootloader zu entsperren und die vorab manuell heruntergeladenen Betriebssystem-Images darüber aufs Smartphone zu hieven.

Bei LineageOS wird die Installation dank eines Webinstallers bequemer.
(Bild: Screenshot Andreas Floemer / heise medien)
Der Vorgang ist zwar recht detailliert dokumentiert, der Weg über den Browser ist aber viel komfortabler, da man das Telefon nur noch an den PC anschließen und ein paar Mal auf „weiter“ klicken muss. LineageOS ist in diesem Bereich ein Nachzügler: Denn eine solche Lösung bietet neben Google mit dem Android-Flash-Tool für die eigenen Pixel-Geräte auch das sichere Custom-ROM GrapheneOS mit dem Web-Installer an.
LineageOS bietet sein webbasiertes Flash-Tool im Download-Portal an und unterstützt Fastboot, ADB und sogar Samsungs Odin-Flash-Protokoll. Das Team weist jedoch darauf hin, dass es den herkömmlichen Installationsprozess nicht vollständig ersetzt. Nutzer müssen weiterhin die gerätespezifischen Anweisungen im LineageOS-Wiki befolgen. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass LineageOS eine große Anzahl an Geräten verschiedener Hersteller unterstützt. Im Zuge der Ankündigung unterstützt LineageOS 23.2 eine Anzahl weiterer Geräte der Hersteller Samsung, Motorola, Sony und Xiaomi. Vor allem viele Xiaomi-Modelle hat das Team in die Familie unterstützter Geräte aufgenommen.
Updater-App und Sicherheitspatch-Strategie
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Weiter hat LineageOS der Updater-App für Smartphones einen frischen Anstrich verpasst und an Googles „Material 3 Expressive“-Designsprache angepasst. Zudem zeigt die App nun vor der Installation die im jeweiligen Update enthaltene Stufe des Android Security Bulletin (ASB) an, sodass besser ersichtlich sein soll, welche Sicherheitspatches genau installiert werden.

Das LineageOS-Team hat die Updater-App überarbeitet.
(Bild: LineageOS)
Außerdem schreibt LineageOS, dass A/B-OTA-Pakete nun standardmäßig gestreamt werden. Dadurch werde der benötigte Speicherplatz für Updates reduziert und der Installationsprozess beschleunigt.
Überdies schreibt LineageOS, dass das Team sich an Googles neues Sicherheitspatch-Modell angepasst hat, das der Konzern im vergangenen Sommer eingeführt hat. Die Sicherheitspatch-Strategie sieht vor, dass nur Lücken mit hohem Risiko monatlich gepatcht werden, andere nur quartalsweise. Das LineageOS-Team werde dennoch weiterhin monatliche Sicherheitspatches für aktuelle LineageOS-Versionen testen und integrieren, während es gleichzeitig – soweit möglich – Korrekturen auf mehrere ältere Zweige zurückportieren wolle.

LineageOS versucht Sicherheitspatches auch auf ältere Builds zu bringen.
(Bild: LineageOS)
Die Entwickler erklären, dass das Backporting bei einigen der älteren LineageOS-Versionen sehr komplex sei. Daher könne man keine vollständige (oder auch nur teilweise) Sicherheit garantieren. „Seien Sie jedoch versichert, dass wir unser Bestes tun, um jede Android-Version so lange wie möglich zu unterstützen“, verspricht das LineageOS-Team.
Android 17 in Arbeit
Schließlich gibt das Team noch einen Ausblick auf die nächste große Version: LineageOS 24 auf Basis von Googles im Juni veröffentlichtem großen Update auf Android 17 befinde sich „in vollem Gange“. Zum erwarteten Veröffentlichungstermin macht LineageOS keine Angaben, man komme aber „gut voran“.
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(afl)
Entwicklung & Code
JetBrains bündelt KI-Tools für Unternehmen: Einheitliche Governance und Kosten
Unter dem Sammelbegriff „JetBrains AI for Teams and Organizations“ hat JetBrains Dienste und Funktionen vorgestellt, die eine organisationsweite KI-Schicht für Teams und Unternehmen bilden und eine Skalierung der KI-Nutzung ermöglichen sollen. JetBrains will die Tools im Juli und August schrittweise auf seiner Plattform bereitstellen, vorerst nur für Geschäftskunden.
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Hinter JetBrains AI for Teams and Organizations steckt die Idee, einer Fragmentierung der KI-Nutzung entgegenzuwirken. Entwicklerinnen und Entwickler können ihre bevorzugten KI-Werkzeuge wie Claude Code oder Gemini CLI wie gewohnt weiterverwenden. Gleichzeitig hält auf Unternehmensebene eine gemeinsame Infrastruktur für Governance, Kontext und Kostenmanagement Einzug – der Schritt von fragmentierter KI-Nutzung zu koordinierter Softwareentwicklung, wie JetBrains es selbst formuliert.
Langfristig will JetBrains mit seiner KI-Suite ein offenes System aufbauen, das Entwickler, KI-Agenten und Unternehmen an einen Tisch holt, ohne sie dabei in ein einziges Modell, eine bestimmte Bedienoberfläche oder einen festen Workflow zu zwängen. Die KI-Suite ist herstellerunabhängig ausgelegt. Externe Tools bindet sie über das Model Context Protocol (MCP) an, externe KI-Agenten über das Agent Client Protocol (ACP).
Startschuss mit vier Tools
Vier der neuen Systemkomponenten sollen laut JetBrains in den nächsten Wochen bereitstehen. Eine Veröffentlichungsreihenfolge bleibt der Hersteller schuldig, nennt in seinem Blogbeitrag aber zuerst die „Team automations and cloud agents“. Diese Dienste führen KI-Agenten für langlaufende Aufgaben in verwalteten Cloud-Umgebungen autonom aus, wobei Repository-Ereignisse oder Zeitpläne als Auslöser fungieren. Automatisierungen bleiben für das gesamte Team sichtbar.
Ein weiterer Baustein ist die Funktion „JetBrains Context“. Sie stattet Agenten mit Repository-Wissen aus, damit sie komplexe Codebasen schneller verstehen. Die zentrale Verwaltung der KI-Tools übernehmen mit „JetBrains Central“ und dem Befehlszeilenwerkzeug „JetBrains Central CLI“ die Bausteine drei und vier.
Credit-Bezahlmodell für Unternehmen
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Parallel zur Ankündigung stellt JetBrains seine KI-Lizenzen auf On-Demand-KI-Credits um, was wiederum nur für Geschäftskunden gilt. Unternehmen will man so in die Lage versetzen, KI-Investitionen zwischen Entwicklern aufzuteilen und über einen längeren Zeitraum zu verwalten, da die Credits länger gültig sind (12 Monate statt nur einen Monat). Die KI-Credits sollen auch zur Bezahlung künftiger Dienste genutzt werden können, zu denen JetBrains jedoch noch keine Angaben macht.
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(mro)
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