Datenschutz & Sicherheit
Progress warnt Admins: ShareFile deaktivieren
Progress hat Admins der Dokumentenaustausch-Plattform ShareFile – die ehemals unter Citrix ShareFile bekannt war – angeschrieben und sie aufgefordert, die Server umgehend herunterzufahren. Grund dafür ist demnach eine reale Bedrohungssituation durch Angreifer.
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Ein Betroffener hat einen Screenshot der E-Mail von Progress auf Reddit geteilt. Das Unternehmen schreibt dort, dass es Grund zur Annahme hat, dass eine glaubwürdige Sicherheitsbedrohung von außerhalb besteht. Betroffen sind Progress ShareFile Storage Zone Controller. Es gebe keine Hinweise auf unbefugte Zugriffe auf ShareFile-Konten oder Daten. Als Vorsichtsmaßnahme hat Progress jedoch den Zugriff auf ShareFile-Konten über ShareFile-Controller temporär deaktiviert.
ShareFile-Admins müssen aktiv werden
Progress weist dringend darauf hin, dass IT-Verantwortliche die Server herunterfahren müssen, auf denen die Storage-Zone-Controller laufen. Das sei ein dringend nötiger, zusätzlicher Schritt, um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten.

Progress informiert Kunden über eine externe Sicherheitsbedrohung in ShareFile und fordert zum Herunterfahren der Server auf.
(Bild: Reddit-User)
Die temporären Zugriffsbeschränkungen habe das Unternehmen bereits umgesetzt, die zusätzlichen Maßnahmen von Admins seien als Vorsichtsmaßnahme nötig. Progress arbeite mit eigenen und externen IT-Sicherheitsexperten an der Untersuchung der potenziellen Bedrohung. Auf der Status-Seite zu ShareFile bestätigt Progress, dass das Unternehmen das Problem untersuche. Konkretere Hinweise etwa zum Auslöser nennt der Hersteller jedoch an keiner Stelle.
ShareFile war bereits im Visier von Angreifern, als die Plattform noch unter der Citrix-Flagge segelte. Mitte 2023 warnte die US-amerikanische Cybersicherheitsbehörde CISA vor beobachteten Angriffen auf den Datenaustauschdienst.
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(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Weiter, immer weiter: Firefox verlängert Support für Windows 7, 8 und 8.1
Still und heimlich, ohne viel Federlesen, hat Mozilla die Unterstützung veralteter Betriebssysteme abermals verlängert. Bis März 2027 sollen Nutzerinnen und Nutzer der von den Herstellern nicht mehr unterstützten Betriebssysteme weiterhin in den Genuss von Sicherheitsupdates für den Webbrowser gelangen.
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Der Support von Microsoft endete zwischen den Jahren 2016 und 2023 für die genannten Windows-Betriebssysteme. Die erhalten damit keine Sicherheitsupdates mehr, weshalb sich Nutzerinnen und Nutzer damit nicht mehr ins Internet wagen sollten. Jedoch liefert der Firefox-ESR-Browser immerhin noch einen mit aktuellen Sicherheitsflicken ausgestatteten Browser dafür aus. Der im März aktualisierte Support-Beitrag nennt weiterhin den August 2026 als Support-Ende. Allerdings nennt der Release-Fahrplan für Firefox ESR nun diese Änderung.

Mozilla verlängert den Support für ältere Windows- und macOS-Versionen in Firefox ESR 115 bis März 2027.
(Bild: Screenshot / heise medien)
Der offizielle Release-Fahrplan von Firefox ESR listet derzeit bis Ende Januar 2027 konkrete neue Firefox-ESR-115-Versionen auf, weiter ist er schlicht noch nicht ausgefüllt.
Nicht nur Alt-Windows-Nutzer im Glück, auch macOS-User
Auch der Support-Beitrag, der die Verlängerung für Firefox ESR 115 unter macOS 10.12 (Sierra), macOS 10.13 (High Sierra) und macOS 10.14 (Mojave) angekündigt hat, zeigt noch den alten Status aus dem März. Auch hier kommen Nutzer der Betriebssystem-Oldies, die keinen Support von Apple mehr erhalten, in den Genuss der Support-Verlängerung bis März 2027.
Im März dieses Jahres hatte Mozilla den Support von Firefox ESR 115 unter den genannten Betriebssystemen bereits verlängert. Bis dahin hatte die Mozilla-Stiftung eigentlich geplant, die Unterstützung für die alten Betriebssysteme im Februar dieses Jahres einzustellen. Das haben die Entwickler schließlich bis August 2026 ausgeweitet. Jetzt legt Mozilla nochmals ein gutes halbes Jahr Verlängerung nach.
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(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Werbeblocker Pi-hole: Update stopft hochriskante Sicherheitslücken
Im DNS-basierten Adblocker-System Pi-hole haben die Entwickler mehrere Sicherheitslücken geschlossen. Die ermöglichen etwa die Rechteausweitung zu root oder die Übernahme von Admin-Sitzungen.
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In einem Blogbeitrag haben die Pi-hole-Programmierer die Änderungen zusammengefasst und geben eine Übersicht über die geschlossenen Sicherheitslecks. Von den insgesamt sechs Schwachstellen gelten vier als hohes Risiko, eine als mittleres und eine als niedriges. User, die als „pihole“-User Code ausführen dürfen, können durch Ersetzen von „/etc/pihole/logrotate“ an root-Rechte gelangen (CVE-2026-50130, CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Zudem war der Session-Timeout-Mechanismus faktisch wirkungslos, sodass jede jemals gültige Session-ID mit administrativem Zugang diesen dauerhaft gewährte (kein CVE-Eintrag, CVSS 8.8, Risiko „hoch“). Zudem waren Denial-of-Service-Attacken (DoS) aufgrund fehlender Ratenbegrenzung möglich (CVE-2025-62165, CVSS 7.5, Risiko „hoch“).
Angemeldete Admins konnten außerdem beliebige Befehle auf dem Pi-hole-Server ausführen, wenn Angreifer im Teleporter (das Tool zum Umzug von Pi-hole auf andere Systeme) zwei Lücken kombinierten (kein CVE-Eintrag, CVSS 7.2, Risiko „hoch“). Eine weitere Lücke erlaubte das Einschmuggeln von Befehlen, die als „pihole“-User im System ausgeführt werden (kein CVE-Eintrag, CVSS 6.6, Risiko „mittel“). Angemeldete Angreifer hätten zudem HTTP-Antwort-Header einschleusen können (kein CVE-Eintrag, CVSS 3.5, Risiko „niedrig“).
Aktualisierte Software
Die Sicherheitslücken schließen die Versionen Pi-hole-FTL v6.7, Pi-hole-Web v6.6 sowie Pi-hole-Core v6.4.3. Um die Aktualisierung auf die neuen Softwarestände durchzuführen, müssen Admins ein Terminal öffnen und darin den Befehl sudo pihole -up aufrufen. Der bringt die Komponenten auf den aktuellen Stand und startet die Dienste auch gleich neu. Interessierte finden zudem im Blogbeitrag detaillierte Änderungen und Verbesserungen an den Pi-hole-Komponenten.
Zuletzt hatte das Pi-hole-Projekt im Mai Schwachstellen im eingesetzten dnsmasq ausgebessert, durch die Angreifer etwa Schadcode hätten einschmuggeln können.
(dmk)
Datenschutz & Sicherheit
Digital-Health-Podcast: Wie ein mehrfach Betroffener Datenlecks verhindern will
Cyberangriffe und Datenlecks im Gesundheitswesen sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Grund dafür sind oft veraltete Software, fehlende Verschlüsselung und eine Informationspflicht gegenüber Betroffenen, die kaum gelebt wird. Wie groß ist das strukturelle Versagen und wer trägt die Verantwortung?
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Im Digital-Health-Podcast erklärt heise-online-Redakteurin Marie-Claire Koch gemeinsam mit Kolleginnen die Digitalisierung im Gesundheitswesen verständlich. Neben einer redaktionellen Einordnung gibt es regelmäßig Expertengespräche zu elektronischer Patientenakte, Telemedizin, KI, Gesetzgebung und den Auswirkungen für Praxen, Kliniken und Patientinnen.
Darüber spricht Marie-Claire Koch mit Manuel Dimmler, Softwareentwickler, der sich aus der Not heraus intensiv mit IT-Sicherheit beschäftigt. Er ist nicht nur vom Fach, sondern auch persönlich betroffen: Seine Familie war innerhalb von eineinhalb Jahren mit mehreren Datenschutzvorfällen im Gesundheitswesen konfrontiert – darunter auch ein Cyberangriff auf den Medizintechnikhersteller Zuther+Hautmann.
Bei den ZAR-Rehakliniken stieß Dimmler mehrfach auf Sicherheitslücken: Patientendaten inklusive medizinischer Befunde waren ohne Passwort und ohne Authentifizierung frei aus dem Internet abrufbar. Dass gemeldete Lücken oft nur punktuell geschlossen werden statt systematisch, hält er für symptomatisch.
Patienten bleiben dem weitgehend ausgeliefert. „Man kann ja nicht zu einer Reha-Klinik hingehen und sagen: ‚Ich würde gerne hier eine Reha machen, wie sicher ist ihre Software?‘ Da würden die einen erstmal komisch anschauen,“ sagt Dimmler. Außerdem geht es darum, dass Sicherheitsforscher eher kriminalisiert werden und welche konkreten Maßnahmen Dimmler für überfällig hält.
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