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Künstliche Intelligenz

Abschaltungen in Moskau: Mit Telefonzellen aus dem Funkloch?


Nach zunehmenden Netzabschaltungen in Russland kursiert im Parlament der Vorschlag, wieder Telefonzellen aufzustellen. Die Wiederbelebung von Telefonzellen, nun mit Internetzugang, sei dringlich geworden, sagte der Duma-Abgeordnete der Kremlpartei Einiges Russland, Igor Antropenko, der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. „Das ermöglicht es Bürgern, sogar in der Zeit von Abschaltungen Verbindung zu halten und gewährleistet ein gebührendes Niveau an Sicherheit.“

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Seit Tagen klagen Menschen in Russland über massive Internetprobleme, die Moskau zum Funkloch machen und den Alltag behindern. An den Kassen muss teilweise wieder bar bezahlt werden, Apps für etwa Fitnesszentren, Banken, Kurierdienste oder Taxis funktionieren nicht. Auch andere Städte und teilweise ganze Regionen des Landes gehen immer häufiger offline. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte vor wenigen Tagen, dass die Abschaltungen nötig seien wegen ukrainischer Angriffe und so lange anhalten würden wie nötig.

Moskau baut Kontrolle und Zensur im Netz vor allem seit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als vier Jahren zunehmend aus. Mehrere Messengerdienste wie WhatsApp und zahlreiche Websites sind blockiert und lassen sich ohne ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) – wogegen Moskau auch immer stärker vorgeht – nicht öffnen. Inzwischen drohen sogar Strafen für die reine Suche nach Informationen, die Behörden als „extremistisch“ eingestuft haben. Als „extremistisch“ gebrandmarkt sind vor allem Internetressourcen, die den Machtapparat kritisieren, wie der Anti-Korruptions-Fonds des in Haft gestorbenen Kremlgegners Alexej Nawalny.

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(fds)



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ADAC-Pannenstatistik: E-Autos sind zuverlässiger als Verbrenner


Elektroautos fahren mit großem Abstand zuverlässiger als gleich alte Verbrenner. Das geht aus der aktuellen Pannenstatistik des ADAC hervor. Vergleicht man ab 2020 zugelassene Autos, kamen dem Verkehrsclub zufolge vergangenes Jahr auf 1000 Elektroautos 6,5 Pannenfälle. Bei Verbrennern waren es 12,5 – also fast doppelt so viele.

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Damit bestätigt sich ein Trend, der bereits in den vergangenen Jahren zu sehen war. Der Grund dafür liegt in der Konstruktion: In einem Elektroauto sind laut ADAC deutlich weniger verschleißanfällige Teile verbaut. Zudem können Elektroautofahrer (oder ihre Werkstätten) keine Wartungsfehler begehen, wie sie für Autos mit Verbrennungsantrieben typisch sind. So kann bei Elektroautos beispielsweise nicht vergessen werden, den Ölstand zu kontrollieren, nach dem Kühlwasser- oder Batteriesäurestand zu sehen. Bizarrerweise ist auch bei Elektroautos die traditionelle 12-Volt-Blei-Säure-Batterie eine der häufigsten Pannenursachen.

Typische Fehlerquellen beim Verbrenner seien etwa Elemente des Antriebsstrangs oder das Kraftstoffsystem. Dass nur Autos ab 2020 verglichen wurden, begründet der ADAC damit, dass es sehr viel weniger alte Elektroautos gibt, was Vergleiche verzerren würde.

Insgesamt hat sich bei älteren Autos die Anfälligkeit in den vergangenen zehn Jahren praktisch halbiert. Hatte der ADAC für zehn Jahre alte Autos im Jahr 2015 noch eine Pannenwahrscheinlichkeit von 6,5 Prozent ermittelt, lag sie vergangenes Jahr nur noch bei 3,1 Prozent. Bei fünf Jahre alten Autos sank sie von 3,6 Prozent auf 2,1 Prozent. Die mit Abstand häufigste Pannenursache war die Starterbatterie, die für 45,4 Prozent der Fälle verantwortlich war. Dahinter folgt der Motorbereich mit 21,8 Prozent.

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(fpi)



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Asse II: Fraunhofer und Bilfinger entwickeln Roboter zur Bergung Nuklearabfalls


Das Fraunhofer-Institut für Optotronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) und der Industriedienstleister Bilfinger entwickeln gemeinsam unter anderem Bergungsroboter, um rund 126.000 Fässer mit etwa 47.000 m³ radioaktivem Material aus der mehrere hundert Meter tiefen Schachtanlage Asse II im ehemaligen Salzbergwerk im Landkreis Wolfenbüttel zu bergen. Die Rückführung des atomaren Abfalls aus dem Versuchsendlager war im Februar 2013 beschlossen worden, weil die Sicherheit der Anlage nicht gewährleistet ist.

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Von 1967 bis 1978 wurden etwa 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Material in Asse II eingelagert, hochradioaktives Material sei dort nicht abgelegt worden. Die Fässer liegen seitdem in dem ehemaligen Bergwerk verteilt auf 13 Kammern in einer Tiefe von bis zu 750 m. Der Bund hatte das Bergwerk 1965 erworben, um dort die Endlagerung radioaktiven Abfalls zu erforschen. Wie sich herausstellte, ist Asse II jedoch nicht für die Endlagerung solchen Materials geeignet. Denn das Bergwerk ist instabil und weist Risse auf, durch die salzhaltiges Wasser eintritt. Derzeit wird das Wasser aufgefangen, um zu verhindern, dass es in Kontakt mit den teils korrodierten Fässern gelangt und es zu einer Kontaminierung des Wassers kommt.

Aufgrund der möglichen Auswirkungen auf Menschen und Umwelt hatte der Bundestag 2013 beschlossen, die nuklearen Abfälle aus Asse II schnellstmöglich zurückzuholen. Für die Planung und Durchführung ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) zuständig, die einen Plan aufgestellt hat, wie das gelingen kann. In einem ersten Schritt sollen die Nuklearabfälle geborgen, dann in einen Schleusen- und Arbeitsbereich überführt und über ein Rückholbergwerk über den Schacht Asse 5 an die Erdoberfläche gebracht werden. Dort soll das radioaktive Material charakterisiert, konditioniert und schließlich in ein Zwischenlager verbracht werden.

Das Fraunhofer IOSB und Bilfinger setzen ganz am Anfang der Rückholungskette an: der Bergung. Dazu entwickeln die beiden Partner Roboter, Spezialmaschinen und Assistenzfunktionen für den Leitstand, mit deren Hilfe die teils ungeordnet abgelegten Fässer geborgen werden sollen. Bilfinger entwickelt derzeit ein spezielles Bergesystem, das im Wesentlichen aus einem hochautomatisierten multifunktionalen Versuchsbagger besteht, der als Erprobungssystem konzipiert ist. Mit ihm wollen die Entwickler die nötigen Handhabungsschritte im Umgang mit den Fässern ermitteln. Der Roboterbagger verfügt dazu über eine Vielzahl unterschiedlicher Werkzeuge wie Spezialgreifer, Fräsen und Löffel. Der Bagger muss dabei so konzipiert sein, dass er den Dauereinsatz unter den herrschenden extremen Bedingungen übersteht.

Bei der automatischen Steuerung setzt Bilfinger auf die Erfahrungen des Fraunhofer IOSB, die im Kompetenzzentrum „Roboter für die Dekontamination in menschenfeindlichen Umgebungen“ (ROBDEKON) gesammelt wurden, in dem ferngesteuerte und autonome Maschinen erforscht und entwickelt werden. Schwerpunkte sind dabei Sensorfusion, 3D-Umgebungswahrnehmung und die Maschinenautomatisierung. So sollen die Maschinen etwa wiederholende Arbeiten selbstständig durchführen können, wie das Greifen von Fässern mit radioaktivem Material und deren Verpackung in eine Transportbox. Bei den teleoperativen Aufgaben unterstützt eine inverse Kinematik die Operatoren. Sie können die Maschinen intuitiv bedienen, die präzise Positionierung der Werkzeuge erfolgt automatisch.

Den gesamten Arbeitsbereich der Bergungsanlage überführt Bilfinger in einen Digitalen Zwilling. Mit ihm können dann Bergungsschritte in einer virtuellen Umgebung geplant und erprobt werden, bevor die eigentliche Bergungsarbeit erfolgt. Außerdem unterstützt der digitale Zwilling einen in sicherer Entfernung untergebrachten Leitstand bei der Durchführung der Bergungsaufgaben. Das Bedienpersonal kann so nicht kontaminiert werden und es erhält neben optischen Kamera- und weiteren Assistenzsystemen mit dem Digitalen Zwilling eine Möglichkeit, sich zur Steuerung der Prozesse räumlich besser zu orientieren.

Wie lange der erste Bergungsschritt des radioaktiven Materials aus Asse II dauert, ist unklar. Das BGE mag hier keine Voraussagen treffen – auch nicht über die Dauer des gesamten Prozesses bis hin zur Zwischenlagerung. Die Kosten allein für die Vorbereitung der Rückholung schätzt das BGE auf etwa 4,7 Milliarden Euro bei einer Unsicherheit von 30 Prozent ein. Eine Einschätzung der Gesamtkosten für den kompletten Rückholprozess und die darauf folgende Stilllegung der Schachtanlage Asse II ist derzeit nicht möglich.

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(olb)



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KI-Wettrüsten: Tech-Riesen investieren hunderte Milliarden


Die Tech-Riesen Amazon, Google, Microsoft und Meta wollen in diesem Jahr im Zuge ihres KI-Wettrüstens bis zu 725 Milliarden US-Dollar (rund 620 Milliarden Euro) ausgeben. Das Geld soll vor allem in den Ausbau von Infrastruktur wie Rechenzentren fließen. Der Facebook-Konzern Meta und Google schraubten ihre Ausgabeprognosen noch einmal hoch.

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Konzernchefs betonten in Telefonkonferenzen mit Analysten, dass sie gewaltige Chancen für die Transformation ihres Geschäfts durch Künstliche Intelligenz sehen. Entsprechend groß ist auch die Sorge, zu wenig zu investieren und damit das Feld anderen zu überlassen. So sagt der Chef des Facebook-Konzerns Meta, Mark Zuckerberg, er würde lieber Überkapazitäten in Rechenzentren aufbauen als zu kurz zu greifen. Zugleich gibt es schon seit Monaten die Sorge, dass es nicht gelingen wird, die gewaltigen Investitionen zurückzuverdienen – und der Wettlauf mit dem Platzen einer gewaltigen Blase endet.

Doch vorerst geht die KI-Party weiter. Amazon-Chef Any Jassy sprach am Mittwoch von „einer Gelegenheit, wie es sie nur einmal im Leben gibt“. Durch KI werde „jede Anwendung, die wir kennen, neu erfunden“ – und es werde neue geben, die man sich noch gar nicht vorstellen könne.

Amazon schockierte die Börse vor drei Monaten mit einer Investitionsprognose von rund 200 Milliarden Dollar. Das Geld soll unter anderem in KI, Chips, Robotik und Satelliten gehen. Jetzt sagte Jassy, es gebe kein Update zu der Zahl, „unser Plan ist größtenteils unverändert“.

Anders bei Meta: Der Facebook-Konzern schraubte seine Spanne der geplanten Kapitalinvestitionen um zehn Milliarden Dollar hoch. Für das laufende Jahr stellt Meta hierfür nun zwischen 125 und 145 Milliarden Dollar in Aussicht. Die vorherige Spanne lag bei 115 bis 135 Milliarden Dollar. 2025 gab der Konzern vor allem für den Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz gut 72 Milliarden Dollar aus.

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Anleger waren nicht begeistert und ließen den Meta-Kurs im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent fallen. Die Aktie der Google-Mutter Alphabet legte hingegen um rund sieben Prozent zu.

Alphabet erhöhte die Spanne für die Kapitalausgaben zwar ebenfalls – um fünf Milliarden auf jetzt 180 bis 190 Milliarden Dollar, mit der Aussicht auf noch „signifikant“ mehr 2027. Doch die Investoren haben das Gefühl, dass es Alphabet besser gelingt, die KI-Investitionen bereits ins Wachstum des Geschäfts umzumünzen. So sprang Googles Cloud-Geschäft im vergangenen Quartal um gut 63 Prozent auf 20 Milliarden Dollar hoch. Und Konzernchef Sundar Pichai hob einen Höchstwert bei Google-Suchanfragen hervor – auch dank neuer KI-Funktionen.

Cloud-Dienste, bei denen etwa Rechenleistung und Speicher aus dem Netz bereitgestellt werden, profitieren ganz eindeutig vom KI-Boom. So verzeichnete Amazons Cloud-Sparte AWS die höchste Wachstumsrate seit 2022 mit einem Umsatzplus von 28 Prozent auf knapp 38 Milliarden Dollar. Und Microsoft stellte für das laufende Quartal einen Zuwachs von 40 Prozent bei den Erlösen seiner Azure-Cloud in Aussicht. Auch das hat seinen Preis: Der Windows-Riese peilt für dieses Jahr Kapitalinvestitionen von rund 190 Milliarden Dollar an, mehr als an der Wall Street erwartet wurde.


(mho)



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