Künstliche Intelligenz
Amazfit Active 2 Square im Test: Der beste Fitness-Tracker mit GPS
Stilvoll, präzise und trotzdem günstig: Die Amazfit Active 2 Square bietet GPS, Offline-Karten, NFC und lange Akkulaufzeit.
Wer eine smarte Sportuhr mit umfangreichen Trainingsfunktionen sucht, muss längst keine 300 Euro ausgeben. Mit der Active 2 Square schickt Amazfit ein Modell ins Rennen, das präzises Gesundheits- und GPS-Tracking, lange Akkulaufzeit und einen attraktiven Preis vereinen will.
Schon die Amazfit Active 2 mit rundem Zifferblatt konnte im Test überzeugen. Das rechteckige Square-Modell bietet nun ein großes Display mit Saphirglas und ergänzt die Ausstattung um NFC. Ob auch die Amazfit Active 2 Square ein echter Preis-Leistungs-Kracher ist, zeigt der Test.
Design & Tragekomfort
Beim Design der Active 2 Square orientiert sich Amazfit erkennbar an der Apple Watch, setzt mit leicht abgerundeten Kanten und einer minimal ovalen Gehäuseform aber eigene Akzente. Auf der rechten Seite sitzen zwei schmale, unauffällige Tasten, die die Touchbedienung sinnvoll ergänzen.
Das Gehäuse besteht aus Edelstahl, das mitgelieferte Lederarmband aus schwarzem Leder mit Metallschließe. Zusätzlich legt Amazfit ein Silikonarmband mit Kunststoffschließe in markentypischem Orange bei – praktisch für Sport, Schwimmen oder schweißtreibende Einheiten.
Verarbeitung und Materialanmutung fallen insgesamt hochwertig aus. Mit 31,4 g Gewicht und 9 mm Gehäusedicke trägt sich die Smartwatch angenehm am Handgelenk. Dank 5-ATM-Zertifizierung ist sie zudem gegen Wasser geschützt und eignet sich auch für Schwimmen oder Duschen.
Display
Das 1,75-Zoll-AMOLED-Display soll laut Amazfit eine Spitzenhelligkeit von bis zu 2.000 Nits erreichen. Messungen konnten wir im Test zwar nicht durchführen, subjektiv wirkt der Wert auf höchster Stufe jedoch plausibel. Selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt das Display gut ablesbar, die automatische Helligkeitsregelung arbeitet zuverlässig.
Mit 390 × 450 Pixeln und 341 PPI bewegt sich die Auflösung im üblichen Rahmen für Smartwatches dieser Größe. Farben werden kräftig und kontrastreich dargestellt, ohne dabei unnatürlich zu wirken.
Einrichtung & Bedienung
Die Amazfit Active 2 Square wird über die kostenlose Zepp-App von Amazfit eingerichtet, die im Apple App Store und bei Google Play bereitsteht. Die Ersteinrichtung erfolgt per Bluetooth-Kopplung mit dem Smartphone und ist schnell erledigt. Im Anschluss installiert die App automatisch das aktuelle Systemupdate – nach wenigen Minuten ist die Smartwatch einsatzbereit.
Die Bedienung erfordert zunächst etwas Eingewöhnung, da die seitlichen Tasten anders belegt sind als bei vielen anderen Smartwatches. Nach kurzer Zeit geht die Steuerung jedoch intuitiv von der Hand. Eingaben über Tasten und Touchscreen werden zuverlässig und ohne spürbare Verzögerungen umgesetzt.
Training & Fitness
Die Amazfit Active 2 Square richtet sich klar an aktive Nutzer und bietet mit mehr als 160 Sportmodi eine riesengroße Auswahl an Trainingsprofilen. Klassische Ausdauersportarten wie Laufen, Radfahren oder Wandern werden per GPS aufgezeichnet, ein integriertes Höhenbarometer unterstützt unter anderem beim Skifahren. Trotz der Vielzahl an Modi wirken die Profile sinnvoll abgestimmt: Die erfassten Daten unterscheiden sich je nach Sportart deutlich und gehen über reine Dauer- und Pulswerte hinaus.
Ein Highlight ist der von Amazfit bekannte Hyrox-Race-Modus, mit dem sich einzelne Stationen während eines Rennens separat erfassen lassen. Zusätzlich steht ein eigenes Hyrox-Trainingsprofil bereit. Eigene Workouts lassen sich in der Zepp-App planen und über das Krafttrainingsprofil mit Wiederholungen, Sätzen und Pausen tracken. Die Übungsauswahl fällt sehr umfangreich aus und ist übersichtlich nach Kategorien sortiert. Die automatische Übungserkennung funktioniert meist zuverlässig, gelegentlich ist jedoch eine manuelle Korrektur nötig.
Sowohl das integrierte GPS als auch der optische Herzfrequenzsensor überzeugen im Test. Zwar unterstützt das GPS kein Dualband, die aufgezeichneten Strecken weichen in der Praxis aber kaum von der tatsächlichen Route ab. In der Zepp-App können zudem eigene Routen erstellt und zur Navigation auf die Uhr übertragen werden.
Auch die Pulsmessung liefert stimmige Ergebnisse. Im Vergleich mit einem Brustgurt bleiben die Abweichungen selbst bei stark schwankender Herzfrequenz gering und bewegen sich größtenteils im einstelligen Bereich.
Schlaf & Gesundheit
Die Amazfit Active 2 Square bietet ein umfangreiches Schlaf-Tracking, das sowohl den Nachtschlaf als auch tagsüber eingelegte Nickerchen erfasst. Im Test arbeitet die Erkennung überwiegend zuverlässig: Einschlaf- und Aufwachzeiten werden genau registriert, einzelne Wachphasen jedoch nicht immer eindeutig erkannt. Die ermittelte Schlafbewertung deckt sich weitgehend mit dem subjektiven Empfinden.
In der Zepp-App finden sich zudem Auswertungen zur Schlafregelmäßigkeit, praktische Tipps zur Verbesserung der Schlafqualität sowie die Möglichkeit, Gewohnheiten vor dem Zubettgehen und die Stimmung beim Aufwachen zu dokumentieren.
Zu den Gesundheitsfunktionen zählen außerdem eine kontinuierliche Überwachung von Herzfrequenz, Atmung und Blutsauerstoffsättigung. Bei auffälligen Messwerten informiert die Uhr per Warnhinweis. Eine EKG-Funktion fehlt, was angesichts des Preises jedoch nicht überraschend ist.
Weniger überzeugend fallen die Funktionen zur weiblichen Gesundheit aus. Zwar bietet die Zepp-App ein Zyklus-Tracking mit Prognosen zu Periode, fruchtbaren Tagen und Eisprung, weiterführende Eingaben wie Symptome außerhalb der Periode oder die Körpertemperatur sind jedoch nicht vorgesehen.
Weitere Features
Die Amazfit Active 2 Square unterstützt den kostenlosen KI-Sprachassistenten Zepp Flow, der per Natural Language Processing mit dem Nutzer interagiert. Damit lassen sich Nachrichten per Sprachdiktat beantworten, Funktionen der Uhr per Sprachbefehl steuern oder Fragen wie zur Wettervorhersage stellen. Auch aktuelle Trainingsdaten können abgefragt werden. Im Test funktionierte die Spracherkennung zuverlässig, einfache Befehle und Anfragen wurden sauber erkannt.
Dank integriertem Mikrofon und Lautsprecher können Anrufe direkt über die Uhr angenommen und geführt werden. Voraussetzung ist allerdings eine bestehende Bluetooth-Verbindung zum Smartphone, da die Active 2 Square weder eSIM noch LTE unterstützt.
Die Amazfit Active 2 Square bietet kein natives Google Maps, unterstützt Navigation jedoch auf zwei Wegen. Einerseits lassen sich Abbiegehinweise von Google Maps per Smartphone-Benachrichtigung auf die Uhr spiegeln, andererseits können über die Zepp-App Offline-Karten sowie GPX-Routen auf die Uhr geladen werden, die dann mit visueller Navigation und optionaler Sprachausgabe genutzt werden. Ergänzend stehen Drittanbieter-Apps zur Verfügung, die die Anzeige von Navigationshinweisen verbessern, jedoch ebenfalls ohne vollständige Google-Maps-Kartenansicht auskommen.
Abstriche müssen Nutzer beim Thema Musik machen: Ein interner Musikspeicher fehlt, die Uhr dient lediglich zur Steuerung der Wiedergabe auf dem Smartphone. Dafür ist kontaktloses Bezahlen per NFC über Zepp Pay an Bord. Es lassen sich bis zu acht Bankkarten auf der Uhr hinterlegen, allerdings wird der Dienst in Deutschland bislang nur von einer begrenzten Zahl an Banken unterstützt.
Akku
Amazfit gibt die Akkulaufzeit der Active 2 Square mit bis zu zehn Tagen an. Im Test erreichten wir ohne Always-On-Display, bei aktivierten Benachrichtigungen und drei jeweils rund 90-minütigen Trainingseinheiten – zwei davon mit GPS – eine Laufzeit von etwa acht Tagen. Das ist ein sehr ordentlicher Wert und für diese Preisklasse absolut überzeugend. Das vollständige Aufladen über die mitgelieferte Ladeschale dauert etwas mehr als eine Stunde.
Preis
Amazfit verkauft die Active 2 Square in einer Farbvariante mit schwarzem Lederarmband, ein orangefarbenes Kunststoffarmband liegt bei. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 150 Euro, der Straßenpreis liegt bei 136 Euro.
Fazit
Die Amazfit Active 2 Square ist eine interessante Option für alle, die eine sportlich orientierte Smartwatch mit soliden Smart-Funktionen suchen, ohne viel Geld auszugeben. Mit einem Preis von deutlich unter 150 Euro bietet sie gemessen am Funktionsumfang und der gebotenen Qualität ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das macht sie für uns derzeit zum besten Fitness-Tracker mit GPS – streng genommen handelt es sich sogar um eine vollwertige Sportuhr.
Wer auf eine EKG-Messung verzichten kann und Amazfit-typische Einschränkungen wie die überschaubare Auswahl an Zusatz-Apps oder die eingeschränkten Bezahlfunktionen akzeptiert, erhält mit der Amazfit Active 2 Square eine überzeugende Uhr. Besonders für Hyrox-Athleten ist sie einen Blick wert: Der von Amazfit integrierte Race-Modus hebt sich von der Konkurrenz ab und stellt einen echten Mehrwert dar.
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Probleme mit Lüftersteuerung: Nvidia zieht GeForce-Treiber 595.59 zurück
Der GeForce-Treiber 595.59 macht Probleme, so massive Probleme, dass Nvidia den Download des Treibers nicht mehr anbietet, während die Spezialisten der Firma auf Ursachenforschung gehen.
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Eigentlich war der Treiber als optimierter „Game ready“-Treiber für den Titel Resident Evil: Requiem am 26. Februar online gegangen. Er sollte optimal für die Performance des neuen Survival-Horror-Spiels von Capcom abgestimmt sein, welches am 27. Februar in den Verkauf ging. Doch schon am Releasetag des Treibers, also noch vor Resident Evil: Requiem, mehrten sich Nutzerberichte, die von Problemen mit der Lüftersteuerung auf ihren hochgezüchteten GeForce-Grafikkarten berichteten.
Die Probleme reichten von ungewöhnlich niedrigen Taktraten über Stabilitätsprobleme bis hin zu Abstürzen und schwarzen Bildschirmen. Offenbar hat es aber keine dauerhaften Defekte gegeben, die sich auf die Verwendung des GeForce-Treibers zurückführen lassen.
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Arbeiten am Treiber dauern an
Offenbar drangen diese auch zu Nvidias Treiberabteilung vor und bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung zog man dort die Notbremse und schaltete den Download des Treibers offline. Nutzern, die das Paket bereits installiert hatten und die Probleme mit der Lüftersteuerung bemerkten, empfahl Nvidia einstweilen die Rückkehr zur Version 591.86, solange Fehlersuche und -behebung andauerten – das war vor 5 Tagen. Seitdem forschen die Treiberentwickler bei Nvidia wohl mit Hochdruck nach der gut versteckten Ursache.
Hohn und Spott von Nutzerseite ließen indes nicht lange auf sich warten: Die Firma konzentriere ihre Entwicklerkapazitäten seit der RTX-5000-Reihe nur noch auf KI, lasse wohl mit Vibe-Coding eine KI auch den Treiber verschlimmbessern oder ihr sei die treue Spieler-Fangemeinde angesichts der KI-Milliarden wohl zunehmen egal. Auch wenn das sicherlich Übertreibungen sind, spiegeln sie doch den Frust der GeForce-Nutzer wider.
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Kein Einzelfall
Tatsache ist, dass Nvidia nicht das erste Mal von umfangreicheren Treiberproblemen heimgesucht wird. Schon die aktuelle GeForce-RTX-5000-Reihe mit den PCIe-5.0-fähigen Blackwell-Grafikchips war von Problemen betroffen, die zunächst auf PCIe 5.0 zurückgeführt wurden. Außerdem gab es anfangs einige fehlkonfigurierte RTX-5000-Karten im Handel, wiewohl hier eher die Firmware und nicht der Treiber schuld war – auch wenn Nvidia die Firmware-Ursache bestritt.
Kurz darauf fiel wohl die RTX-4000-Reihe durch die Treiber-Qualitätskontrolle und einige Studios empfahlen für ihre Spiele ältere Treiber aus der Vor-Blackwell-Zeit.
Allerdings treten auch schwerwiegende Bugs wie dieser immer mal wieder auf. Schon vor knapp 16 Jahren machte ein gravierendes Lüftersteuerungsproblem die Runde, das damals sogar Totalausfälle der GeForce-Grafikkarten zur Folge hatte.
(csp)
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Social Media: Griechenland will Unter-15-Jährigen Digital-Riegel vorschieben
In der griechischen Politik deutet sich ein digitaler Paukenschlag an, der weit über die Grenzen des Mittelmeerstaates hinaus Beachtung finden dürfte. Die Regierung unter Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis bereitet derzeit ein Gesetz vor, das die Nutzung sozialer Medien für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren landesweit untersagen soll; in Griechenland beginnt die Strafmündigkeit mit der Vollendung des 15. Lebensjahres.
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Damit schlägt Athen einen deutlich restriktiveren Kurs ein als etwa Portugal, wo Eltern über eine Freischaltung mitentscheiden dürfen. In Griechenland soll das Verbot universell gelten: Kommen soll ein staatlich verordneter digitaler Schutzraum, der keinen elterlichen Ermessensspielraum lässt.
Hinter den Kulissen arbeiten die Ministerien für Justiz, digitale Verwaltung und Gesundheit laut Euractiv unter Hochdruck an der rechtlichen Ausgestaltung. Ursprünglich war die Präsentation des Entwurfs bereits für diese Woche vorgesehen. Doch aus Regierungskreisen verlautete nun, der Termin sei auf Anfang März verschoben worden.
Mitsotakis selbst habe das Dossier zur Chefsache erklärt, heißt es in dem Bericht. Für den Konservativen gehe es dabei nicht nur um Jugendschutz, sondern auch um strategisches politisches Kalkül: Er strebt einen parteiübergreifenden Konsens an, der ihm im Hinblick auf eine anstehende Verfassungsreform den Rücken stärken soll.
Kids Wallet als digitale Schranke
Technisches Herzstück der Verbotsstrategie ist eine bereits existierende Lösung: Die Kids Wallet. Diese App wird in Griechenland bereits verwendet, um den Verkauf von Tabak und Alkohol an Minderjährige zu unterbinden. Das System funktioniert über eine Kopplung der Geräte von Eltern und Kindern. Die App generiert einen Barcode, der das Alter verifiziert, ohne unnötig viele persönliche Daten preiszugeben. Was im stationären Handel durch das Scannen an der Kasse erfolgt, soll nun auf die digitale Welt übertragen werden. Plattformbetreiber müssten die Verifizierung über die digitale Brieftasche direkt in ihre Registrierungsprozesse integrieren. Wer sich nicht daran hält, dem drohen empfindliche Bußgelder.
Trotz der bestehenden technologischen Basis stehen dem Vorhaben Hürden entgegen. Branchenvertreter geben zu bedenken, dass ein isoliertes Verbot sozialer Netzwerke zu rechtlichen Inkonsistenzen führen könnte. Auch wenn Instagram, TikTok, Facebook & Co. für Unter-15-Jährige gesperrt würden, blieben andere problematische Bereiche des Netzes wie Pornografie, Online-Glücksspiel oder gewaltintensive Gaming-Plattformen zunächst unberücksichtigt.
Gegner der Initiative monieren, dass diese Ungleichbehandlung vor Gericht kaum Bestand haben dürfte. Mit Klagen aus der Branche ist zu rechnen. Zudem formiert sich Widerstand unter Juristen: Sie prüfen, ob ein solch weitreichendes Verbot die Meinungsfreiheit der Jugendlichen unverhältnismäßig einschränkt.
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Zwischen Verbot und Umgehung
Ein weiteres Problem ist die praktische Durchsetzbarkeit. Da die Nutzung der Kids Wallet bisher auf freiwilliger Basis erfolgt, bleibt zunächst offen, wie der Staat eine flächendeckende Installation erzwingen könnte. Zudem sind Jugendliche für ihren Einfallsreichtum bekannt: Schon jetzt berichten Beobachter von einfachen Umgehungsstrategien, bei denen etwa Screenshots von Barcodes älterer Heranwachsender oder der Eltern untereinander geteilt werden, um Alterskontrollen auszuhebeln. Ohne eine wasserdichte biometrische Koppelung oder eine Ausweispflicht könnte das digitale Verbotsschild so rasch zum Papiertiger werden.
Trotz dieser Zweifel erfährt die Regierung auch Rückhalt. Die Psychologin Maribelle Vogopoulou betonte gegenüber Euractiv, dass sich viele Eltern angesichts der digitalen Dynamik machtlos und überfordert fühlten. Die negativen Auswirkungen eines ungebremsten Social-Media-Konsums seien in den Praxen längst Alltag. Berichtet werde von sinkender Konzentrationsfähigkeit, schlechteren schulischen Leistungen und einer Zunahme von Aggressivität sowie Schlafstörungen. Ohne einen klaren gesetzlichen Rahmen ließen sich diese Phänomene kaum stoppen.
Deutsche Debatte verläuft ähnlich
Der restriktive Kurs findet auch in Deutschland Nachahmer. Auf ihrem jüngsten Bundesparteitag in Stuttgart beschloss die CDU, dass die Bundesregierung eine gesetzliche Altersgrenze von 14 Jahren für die Nutzung sozialer Netzwerke einführen soll. Unter dem Motto „verantwortungsvolles digitales Erwachsenwerden“ sieht das Konzept vor, dass Kinder bis 14 Jahre komplett ausgesperrt werden, während für 14- bis 16-Jährige spezielle, eingeschränkte Jugendversionen der Dienste bereitgestellt werden müssen. Erst für Ältere soll der Zugriff uneingeschränkt möglich sein.
Zwischen den großen Volksparteien herrscht hierzulande mittlerweile seltene Einigkeit. Auch die SPD hat ihre ursprüngliche Ablehnung aufgegeben. Ein Impulspapier der Sozialdemokraten sieht nahezu identische Altersabstufungen vor. Zur technischen Umsetzung setzt die SPD auf die EUDI-Wallet. Doch auch hier regt sich Widerstand: Tech-Verbände, Kinder- und Bürgerrechtler bezweifeln die Wirksamkeit eines solchen Banns. Eine Studie für das EU-Parlament goss zusätzlich Wasser in den Wein der Regulierer. Die Forscher kamen zum Schluss, dass eine flächendeckende Altersverifikation in einer liberalen Demokratie kaum rechtssicher und praktisch umsetzbar sei.
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Rat der Europäischen Union: Eichpflicht bei abgeschnittenen Ladekabeln soll weg
Nach mehr als zwei Jahrzehnten weitgehend unveränderter Technikvorgaben bekommt die europäische Messgeräterichtlinie ein Update: Der Rat der Europäischen Union (EU-Rat) hat eine Änderung der Richtlinie 2014/32/EU („Measuring Instruments Directive“, kurz MID) beschlossen. Damit sollen harmonisierte, technologieneutralere Anforderungen künftig auch für Messanlagen an Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge und an Zapfsäulen für Gase wie Wasserstoff gelten; zudem werden Messgeräte für thermische Energie ausdrücklich auch für Kühlanwendungen erfasst.
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Dafür will der EU-Rat mit einer beschlossenen Änderung der Richtlinie über Messgeräte sorgen, die im Binnenmarkt nach einheitlichen Regeln geprüft und in Verkehr gebracht werden können. Die MID harmonisiert dafür Anforderungen und Konformitätsbewertung für bestimmte Messgeräte in der Europäischen Union.
Gemeinsame Standards für Ladestationen
Im Fokus steht unter anderem ein praktisches Problem an öffentlichen Ladepunkten: Kabel werden beschädigt oder gestohlen. Künftig müssen Messanlagen an Ladeeinrichtungen so ausgelegt sein, dass ein Kabel mit Steckverbinder entweder nicht austauschbar und durch eine geeignete Siegelung gesichert ist – oder, wenn es austauschbar sein soll, der Tausch möglich ist, ohne messtechnisch versiegelte Bauteile zu öffnen oder das metrologische Siegel zu brechen. Der Austausch darf die messtechnischen Eigenschaften der Anlage nicht beeinträchtigen. Damit soll ein Kabel im Schadensfall gewechselt werden können, ohne dass die Messanlage anschließend neu geprüft werden muss.
Messergebnisse auf Display oder Smartphone
Gas- und Elektrizitätszähler müssen Messergebnisse direkt am Gerät oder über eine Fernanzeige zugänglich machen. Bei Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge und Zapfsäulen für Gas dürfen Messdaten zusätzlich auch auf Geräten der Endnutzer angezeigt werden. Gleichzeitig werden spezifische Anforderungen bei Energieumrechnungen festgelegt, um unter anderem die Abrechnung vergleichbar zu machen.
„Die neue Messgeräterichtlinie setzt gemeinsame Standards für elektrische Ladeeinrichtungen und Zapfsäulen für Gas – und ebnet so den Weg für den breiten Ausbau der Ladeinfrastruktur. Das ist ein entscheidender Schritt für Europas Übergang zu einem grüneren und energieeffizienteren Mobilitätssystem und bringt uns einer saubereren Zukunft näher“, sagt Michael Damianos, Minister für Energie, Handel und Industrie der Republik Zypern.
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Wann die Änderungen kommen, ist noch unklar. Da es sich um eine Richtlinie handelt, müssen die Mitgliedstaaten die Vorgaben zunächst in nationales Recht umsetzen. Sobald die Verordnung veröffentlicht ist, tritt sie 20 Tage später in Kraft. Anschließend haben die Mitgliedstaaten 24 Monate Zeit, um die neuen Vorschriften anzuwenden.
(mack)
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