Künstliche Intelligenz
Bericht: EU-Kommission will US-Seite bei Techregulierung enger einbinden
Die transatlantischen Dauerstreitigkeiten um die Regulierung großer Technologiekonzerne sollen eine neue Plattform bekommen: Ein gemeinsames Gremium zwischen der EU-Kommission und dem US-Handelsministerium oder dem Weißen Haus könnte die Vielzahl an Meinungsunterschieden künftig frühzeitig behandeln.
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Dabei soll die US-Seite auch Informationen zu Verfahren unter europäischem Recht erhalten, berichtet das Handelsblatt und beruft sich dabei unter anderem auf Jacob Helberg, den Staatssekretär im Wirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten. Laut der Düsseldorfer Zeitung soll Andrew Puzder, der US-Botschafter bei der EU, für die US-Seite an dem Gremium teilnehmen.
Scharfe Kritik an dem Vorhaben kommt von Europaabgeordneten. „Unsere Befürchtung ist, dass die Umsetzung unserer Gesetze und Standards dadurch zur Disposition amerikanischer Unternehmen gestellt wird“, kritisiert etwa der Grünen-Europaparlamentarier Sergey Lagodinsky. „Sollte sich dies bestätigen, wäre das nichts weniger als eine Kapitulation vor Druck- und Einschüchterungsversuchen der Trump-Administration.“ Mit großer Regelmäßigkeit betont die EU-Kommission, dass sie ihre Regularien nicht aufgrund von US-Druck ändern wolle. Allerdings nützen einige der zuletzt vorgeschlagenen Änderungen in der Digitalgesetzgebung, insbesondere an der Verordnung über Künstliche Intelligenz und an der Datenschutzgrundverordnung, vor allem den bereits heute marktmächtigen US-Unternehmen.
EU: Keine Änderungen an Digitalgesetzen
Zugleich sind derzeit keine wesentlichen Änderungen an den besonders in der US-Kritik stehenden Gesetzeswerken wie dem Gesetz über Digitale Märkte (DMA) und dem über Digitale Dienste (DSA) vorgesehen. US-Techunternehmen wie Google, Meta oder Apple stehen schon durch ihre Größe bedingt regelmäßig besonders im Fokus der Gesetzgebung, insbesondere wenn es um wettbewerbsrechtliche Fragen geht. Verpflichtungen aus dem DMA trafen bislang unter anderem Google Maps, Apples AppStore-Ökosystem und Metas Whatsapp. Dazu kommen über die Jahre zahlreiche Untersuchungen zum möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Daraus resultierende Entscheidungen greifen die Konzerne regelmäßig vor Gericht an – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.
Die US-Seite behauptet seit Beginn der zweiten Amtsperiode von Donald Trump immer wieder, dass die EU mit ihren Digitalgesetzen einseitig und unzulässig US-Techunternehmen in ihrem Wachstum behindern und mit Sonderabgaben belegen würde. Die EU-Seite weist das mit Verweis darauf zurück, dass alle Unternehmen unabhängig vom Firmenhauptsitz gleichermaßen EU-Recht unterliegen würden.
Unklar, ob Gremium Streitigkeiten verringern kann
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Bei der Vorstellung eines Berichts im Auftrag des Justizausschusses des Repräsentantenhauses hatten US-Vertreter schwere Vorwürfe erhoben. In Brüssel hatte der Vorsitzende des US-Rechtsausschusses Jim Jordan zuvor für Irritationen gesorgt, als er bei einem Besuch eine Besserstellung der US-Unternehmen eingefordert hatte.
Jordan wirft der EU regelmäßig vor, die Meinungsfreiheit unzulässig zu beschneiden. Beobachter halten diese Argumente für vorgeschoben und werfen der Trump-Regierung Verdrehung der rechtlichen Realität vor, mit der die US-Seite verbündete Rechtsextreme in Europa zu stützen versuche. Ob ein gemeinsames Gremium, in dem die US-Regierung auch Einblicke in laufende Verfahren erhalten könnte, solche Auseinandersetzungen beruhigen könnte, ist daher offen.
(dahe)
Künstliche Intelligenz
Fraunhofer IFAM entwickelt elektrochemisches Verfahren für Akkurecycling
Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM hat ein elektrochemisches Recyclingverfahren für Akkus entwickelt. Es soll weniger energieintensiv sein und Kohlendioxidemissionen verursachen als die herkömmlichen hydrometallurgischen Verfahren.
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Das Fraunhofer-Team aus Bremen hat Elektroden entwickelt, mit denen die Rohstoffe zurückgewonnen werden, und per Siebdruck hergestellt. Dazu wird das bei dem Recycling anfallende Prozesswasser in einen elektrochemischen Reaktor geleitet, in dem sich die Elektroden befinden.
„Dank ihrer speziellen Eigenschaften entziehen die Elektroden dem Abwasser gezielt Ionen und speichern diese“, sagte Cleis Santos, Leiterin der Gruppe Elektrochemische Verfahren für Recycling und Wasseraufbereitung. „So können sie etwa Lithium-Ionen binden – und wir erhalten am Ende des Prozesses den separierten Stoff in Pulverform und hoher Reinheit.“
Die Idee der Forscher ist, die Elektroden so anzupassen, dass sie jeweils für einen bestimmten Rohstoff funktionieren: für Lithium ebenso wie für Kobalt, Kupfer oder Nickel. Selbst die sogenannten Metalle der Seltenen Erden, die derzeit importiert werden müssen, sollen sich so aus alten Akkus oder Elektroschrott zurückgewinnen lassen.
Recycling verschiedener Rohstoffe
„Langfristig ist es denkbar, dass in einer großen Anlage das Abwasser durch mehrere Reaktoren geleitet wird“, erläutert Santos. „So könnten wir innerhalb derselben Anlage unterschiedliche kritische Rohstoffe recyceln.“
Daneben habe das elektrochemische Verfahren einige Vorteile gegenüber den hydrometallurgischen, die üblicherweise eingesetzt werden, sagt das Fraunhofer-Team: Es benötige weniger Energie und sei damit günstiger. Zudem werde weniger Kohlendioxid emittiert, und es werden keine Chemikalien wie Laugen oder Säuren eingesetzt.
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„Gemäß EU-Vorgaben müssen Hersteller künftig häufiger den gesamten CO₂-Fußabdruck vom Rohstoff bis zum Produkt nachweisen, in neuen Produkten muss außerdem mehr recyceltes Material eingesetzt werden. Die Frage nach Effizienz und Qualität der Rückgewinnung wird also immer wichtiger“, sagte Julian Schwenzel, Abteilungsleiter für Elektrische Energiespeicher am Fraunhofer IFAM.
Das Fraunhofer IFAM hat gezeigt, dass das Verfahren im Labor funktioniert. Jetzt arbeitet das Team an einer großen Pilotanlage. Das Verfahren soll sich außer zur Wiedergewinnung von Rohstoffen auch zur Meerwasserentsalzung und zur Aufbereitung von Klinikabwässern eignen.
(wpl)
Künstliche Intelligenz
Satelliteninternet: Amazon verhandelt über Globalstar-Übernahme
Amazon könnte seine Position im Satellitenmarkt durch einen milliardenschweren Zukauf ausbauen. Laut der Financial Times laufen derzeit Gespräche über eine Übernahme von Globalstar. Nach längeren Verhandlungen wird demnach weiterhin über komplexe Aspekte eines möglichen Deals gerungen. Ein Abschluss sei noch nicht erzielt worden, und die Gespräche könnten sich noch entwickeln oder scheitern, berichtet die Wirtschaftszeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
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Ein Hindernis in den Gesprächen ist laut den Quellen Apples 20-prozentige Beteiligung an Globalstar, da sie zusätzliche Verhandlungen zwischen Amazon und Apple erforderlich macht. Ende 2024 investierte Apple insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar in das Unternehmen. Der Großteil der Summe floss als Vorauszahlung in den Ausbau einer neuen Satelliteninfrastruktur. Gleichzeitig hat sich Apple Zugriff auf etwa 85 Prozent der Netzkapazität gesichert, die vor allem für satellitengestützte iPhone-Funktionen genutzt wird.
Schon im Oktober berichtete Bloomberg, dass Globalstar einen Verkauf prüft und erste Gespräche mit möglichen Interessenten geführt hat, darunter auch SpaceX. Die anhaltenden Spekulationen spiegeln sich in der Kursentwicklung wider: Die Aktie des Unternehmens hat in den vergangenen Monaten stetig zugelegt und erreichte am Mittwoch eine Marktkapitalisierung von knapp 9 Milliarden US-Dollar.
Globalstar: Kleiner Anbieter im wachsenden Markt
Globalstar ist ein US-Satellitenkommunikationsanbieter mit einem eigenen Netz aus Satelliten in niedriger Erdumlaufbahn. Das Unternehmen bietet Telefonie- und Datendienste an und bedient Privatkunden ebenso wie Unternehmen und staatliche Stellen. Mit rund 50 Satelliten zählt Globalstar im Vergleich zu Starlink zu den kleineren Anbietern. 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 273 Millionen US-Dollar.
Der Markt für Satelliteninternet wächst, weil Unternehmen und Staaten ihre Konnektivität unabhängiger und robuster aufstellen wollen. LEO-Satelliten (Low Earth Orbit) gelten dabei als wichtige Technologie, da sie geringere Latenzen als klassische geostationäre Systeme ermöglichen. Starlink hat das Interesse an solchen Netzen zusätzlich befeuert und gezeigt, dass sie sich in großem Maßstab skalieren lassen. Der Marktführer verfügt inzwischen über rund 10.000 Satelliten im Orbit und zählt laut eigenen Angaben weltweit rund 10 Millionen aktive Kunden. Laut Reuters entfallen inzwischen 50 bis 80 Prozent der SpaceX-Erlöse auf Starlink.
Amazon baut parallel ein eigenes Satellitennetz unter dem Namen Leo (ehemals „Project Kuiper“) auf. Bislang sind etwas mehr als 180 Satelliten im Orbit und bis Mitte des Jahres will Amazon die Zahl auf etwa 700 erhöhen. Langfristig ist eine deutlich größere Konstellation von rund 3.200 Satelliten geplant.
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(tobe)
Künstliche Intelligenz
Apple-Feierlichkeiten zum Fünfzigsten: Paul McCartney, Börsenbimmel, Prototypen
Apple hat am Mittwoch den Abschluss seines 50. Firmenjubiläums gefeiert. Dazu gab es ein großes Konzert samt Feuerwerk im Apple Park in Cupertino, zu dem der iPhone-Hersteller den Ex-Beatle Paul McCartney samt Band eingeladen hatte. Die „Special Performance“ richtete sich vor allem an die Mitarbeiter des Konzerns, wobei auch einige Pressevertreter vor Ort gewesen sein sollen. Das Event fand unter dem Regenbogen in der Mitte des Apple-„Ufos“ statt. McCartney teilte mit, langjähriger Apple-Nutzer zu sein, so habe er Songfragmente für sein letztes Solo-Album mit der Sprachmemos-App aufgezeichnet.
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NASDAQ-Glocke geläutet
Am 1. April hatte Apple-Chef Tim Cook zuvor vor ausgewählten Mitarbeitern in Cupertino zu früher kalifornischer Stunde die virtuelle NASDAQ-Eröffnungsglocke läuten dürfen. Auf dem Apple-Gelände gab es zudem eine Ausstellung des Konzerns mit Produkten und Prototypen aus dem vergangenen halben Jahrhundert, die CEO Tim Cook später einem Wall-Street-Journal-Reporter präsentierte. Darunter war auch die Apple Watch, die Cook zur Vorstellung trug, frühe iPhone- und iPad-Prototypen und Apples erster Patentantrag für den Apple II. Er habe die Ausstellungsstücke teils selbst nicht gekannt, sagte der Manager. Das Wall Street Journal übergab ihm im Gegenzug die erste Erwähnung Apples aus dem Archiv der Zeitung von 1978 sowie einen Artikel, in dem Cooks Eintritt bei Apple als Operations-Chef im Jahr 1998 beschrieben wurde. Er war damals von Compaq gekommen.
Den Feierlichkeiten in Cupertino waren mehrere Events auf der ganzen Welt vorausgegangen, bei denen Apple in oder vor seinen Ladengeschäften kostenlose Konzerte mit bekannten Künstlern abhielt. Das wohl spektakulärste fand mit Alicia Keys im Grand Central Terminal in New York statt, wo der iPhone-Produzent einen Store in der Haupthalle betreibt. Außerdem gab es Interviews mit Künstlern und Kreativen, vor dem Store in Shanghai eine Modenschau und in Australien und Indien Kunstinstallationen, die der Konzern bestellt hatte. Cook selbst veröffentlichte auf YouTube eine Rückschau von 2026 bis 1976 mit zahlreichen ausgewählten Produkten. Das Video läuft rückwärts zur Musik aus der „Think different“-Kampagne. Auf Apple.com ist ebenfalls eine Rückschau zu sehen.
Apple mag nicht zurückschauen
Mitarbeiter bekamen T-Shirts, Anstecker und ein Poster im klassischen Regenbogen-Design. Apple-Chef Tim Cook hatte zuvor in einem Interview gesagt, Apple habe zuerst „einen neuen Muskel“ für die Erinnerung und Archivarbeit trainieren müssen. Dem Konzern liege es fern, nach hinten zu blicken, es gehe immer nur um das nächste Produkt.
Neben dem 50. Geburtstag von Apple selbst wurde in diesem Jahr auch das 25. Jubiläum der Veröffentlichung von Mac OS X gefeiert. Apple selbst beteiligte sich daran aber nicht. Mit dem Unix-basierten Betriebssystem legte Apple den Grundstein für die Entwicklung aller zentralen Produkte vom Mac über das iPhone bis zur Apple Watch.
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(bsc)
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